Ausgabe 
18.3.1910 Erstes Blatt
 
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DcS Prinzips der offenen Tür unter gleichzeitiger Garantie der gleichen Behandlung des Handels aller Nationen. Dazu hat der japanische Botschafter in Washington nach einer späteren Meldung erklärt, von den von derNew Bork World" mitgeteilten Vorschlägen Japans an die Ver­einigten Staaten nichts zu wissen.________________________

21 us Stadt und Land.

Gießen, 18. Marz 1910.

* Tageskalender für Freitag, 18. März: «Stabt- theater:Das Konzert." Anfang 8 Uhr.

Für den hessischen Buß- und Bettag, der nach alter, frommer Sitte wiederum am Sonntag Palmarum -zu begehen ist, hat der Groß Herzog die nachfolgenden BibclsleUen als Predigttexte bestimmt: für den Vormittag: 1. Korinther, 10, 12:Wer sich läßt dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle-; für den Nachmittag: 2. Timotheus 1, 7:Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Zucht.- Auch in diesem Jahre soll der Ertrag der am Sonntag ,Palmarum in den evang. Kirchen zu erhebende Kollekte 'zur Unterstützung von hilfsbedürstlgen evang. Gemeinden unseres Landes, die an Orten nut überwiegend kath. Be­völkerung bestehen, verwendet werden.

** D er preußische Eisenba. hnrninister von Breitenbach ist heute in Begleitung des Ministerial­direktors Wiesner hier cingetro>,en uno im Hotel Groß- Herzog von Hessen abgestiegen. Die Herren begeben sich «morgen früh nach, Wetzlar zur Besichtigung der neuen >Bahnhofsanlagen.

* * Sie staatliche Prüfung von Krankenpflege- Personen im Diakonissenhaus Elisabethenstift zu D a r m [labt beginnt in diesem Jahre am Montag, 11. April.

* Schlußsitzung des Thcat erbau-Ausschusses. Der Erweiterte Ausschuß des.Komitees zur Errichtung eines Theater- und Saalbaues zu Gießen Halle sich am Mittwoch abend im Stadtverordneten-Sitzungssaale recht zahlreich zu [feinet letzten Sitzung versammelt. Der Vorsitzende, Kom- !nierzlenrat Heichelheim, erstattete den Schtutzbericht, aus idem besonders hervorgehoben zu werden verdient, daß es in­folge der außerordentlichen Opferwilligkelt der Gießener Bürger­sschaft und anderer Gönner möglich ivar, zum Theaterbau die Summe von 410 000 Mk. zu stiften. Mil warmen Worten des Dankes wurde denn auch der großen Zahl von Stistern und allen denen gedankt, die das schöne Unternehmen mit Rat und Tat unterstützt und gefördert halten. Mit all­gemeiner Befriedigung wurde verschiedentlich darauf hin- gcwlesen, datz unser Stadttheater in allen Teilen als wohl- gelungen zu bezeichnen ist, welches Urteil auch von der großen Zahl Auswärtiger, die das Theater besucht oder besichtigt haben, vorbehaltlos geteilt wird. Da das bei der Bildung !des Ausschusses gesteckte Ziel nunmehr erreicht und alle da- smlt verbundenen Arbeiten erledigt sind, konnte die Auflösung [des Ausschusses mit der Ueberzeugung erfolgen, em schönes gemeinnütziges Werk zur allgemeinen Besriedigung gelöst zu haben.

j ** Das Re.algymnasium von Gießen halte noch dem JahreSoeriK für das jetzt zu Ende gehende Schuiia.hr ein- iMirßiicy seiner Vorschule im Ansang des wahres einen Besuch, von 399 Schülern und 12 Schülerinnen; 18 Schüler traten ein und 35 aus, so daß am Moe des ^SchMahres ine Answus .noch von 394 Schülern und Schülerinnen, vesuchl^ war. Von der Gesamtzahl der Schüler (429j waren 3/1 (11 Schülerinnen) evangelisch, 19 katholisch und 21 (1) israelitisch. Aus Gießen waren 500 (9), aus anderen hessischen Urten 77, aus anderen Deutschen Staaten 32 (3) und aus dem Ausland 2. Die Reise- ^chrüsung bestanden am 28. Seplemver v. I. ein und am *24. Fevr. 1910 zehn Schüler bezw. Schülerirrnen. Die Ober» Realschule halte 559 Schüler und 12 Schülerinnen. 40 kamen im Lause des Schustahres hinzu und 68 traten aus, fo daß der ^Bestand am Schluß ms Schutsohres 543 velrug. Von der Ge­samtzahl der Schüler (611) iraren evangelisch 4v4 (12), tacholisch 36 uno israelitisch 41. Aus Gießen waren 354 (3), aus anderen (hessischen Urten 150 (2), aus anoeim deutscl)en Staaten 6o (7) und aus dem Ausland 2. Dte Reifeprüfung destanden im Hervst 71909 zwei und und im Frühjahr d. VS. zwölf Schüler. An beiden Anstalten und der Vorschule wirkten einschließlich des Direktors ^Geh. Schulrat Dr. Rausch 45 Lehrkräfte, nämlich 30 Oder- slehrer, 6 Reallehrer, 5 provisorische Lehrer und 3 Hilfslehrer. -Das neue Schuljahr beginnt am 4. April.

* * Dte Fru yj a y r s l o n r r o l rv ers am m lun g en für den Lanvwehroezirk Gießen finden am o. April und den folgenden Tagen start (s. Kreisblatt). |

gehoben wurde und so eme Reihe dünenähnlicher Hügel entstand, Zwischen denen die mit Taro bebauten Felder liegen, ßlur so war auf dem kümmerlichen Sandboden die Pflege des Taro möglich, der ihre Vauptnayrung ist. Die Beoölterung dieser vier Südwestinseln ist sprachlich uiid körperlich mit den Zentrat-Karo- 1 iniern eng verwandt, steht aber zu der des nahegelegenen Pelan in einem deutlichen Gegensatz.

Kleine Chronik ans Kunst und Wissenschaft. Der öslerrelchijche Geschichlsjorscher, Mitglied des Herrenhauses, Geh. Rat Alexander Freiherr von Helsert ist im Alter von 90 Jahren i n W i e n gestorben. Pros. Eduard P s l u e g e r, der bctaunte Phhsiolog, ist in Bonn im Alter von 81 Jahren gestorve n. Pflueger, em geborener Hanauer, habililierte sich 1858 au der Berliner Universität, folgte aber bereits 1859 einem Rui nach Bonn, wo er seitdem als Professor der Physiologie mSDirektor des physiologischen Instituts gewirkt hat. Geheun- -^Proü Tr. Alois R l 11 e r von S ch m i o, vormals Ordinarius der Apologetik, ist im Alter von 85 Jahren miolge eines Schlag­anfalles ist Müncyeu gestorben. Ter bekannte Zeichner Tom Bro w n e ist gestern ui London im Alter von 58 Zähren g e st o r b e n. Im alten Schlosse zu Straßburg wurde am. März öie von der Gesellschaft für Lunftireunde uerannalteie Elsässische P o r t r ä t - A u s st e l lu n g eröstnet. Sie enthalt Bildnisse her­vorragender Elsässer und solcher Personen, die mit dem Elsaß ge­schichtlich m Berührung gekommen sind. Beginnend nut dem io. Jahrhundert, verfolgt sie die Geschichte des Landes durch drei Jahrhunderte und schließt mit dem Anfang des 19. Tie Aus- lielluiig dauert vom 15. März bis du. April. In der jährlichen Generalversammlung derEongregatwnal Union" von England und Wales m Lincoln wurde beschlossen, in Zukunft auch Frauen als Geistliche zuzulassen, wenn sie nur über die für männliche Kandidaten vorgeschriebenen Bedingungen verfügen. Paul H e i) f c hak als Ausdriick des Tankes für bie ihm zu feinem 80. Geburtstag zuteil gewordenen Ehrungen dem Magistrat der Stadt Aiünchen 'Mark 8uü0 für die Aruien der Stadt und dem Mimcheuer Jouinatisten- und Schriitsiellerverem Alark 1000 für dessen gemeinnützige Einrichtungen überiuieien. Eine Ber­einigung der Freunde des Goetheyaujes hat sich m Weimar gebildet, die das GoetheGiationalmuseum reich­haltiger gestalten wollen. Aus Ehristiania kommt dte tzlach- -richt, daß Proiessor Fridtjof i)l n n f e n in diesen Tagen dte Jetzte Land an em größeres hi st orisch-geographisches ^W e rk legt. Das Wert wird den Titel tragenNord i in Diebel beim" und behandelt die Erforschung der nördlichsten Bezirke der Erde von den frühesten Zetten bis zum Schlug des 16. Jahrhunderts.

*' Die Ve r gebung'dcr Fleischlieferung an die Kliniken ist, wie uns tniigeteilt wird, noch nicht erfolgt, wird aber in den nächsten Tagen vor sich gehen.

** Im A lpen v er e in, SektionGiesten, hielt gestern abend Obevamtscichter Wünzer von Wald-Michelbach einen Vor­trag über Mittel- und Hochgebirgswanderungen. Ter Redner, der im südlichen Hessen, in dkord-Baden usw. als warmherziger Verkünder der Schönheiten unserer heimischen Berge und des Hochgebirgs betairnt ist, gab zunächst eine anschauliche Schilderung eines Ausflugs von Salzschlirf in die hohe Rhön, zur iagenunüvöbcnen Dlilseburg und erzählte ferner von einem Herbstausflug nach dem Zillertal mit Besteigungen der Ms- sichtberge Riffler und Kraxentrager. Wenn der Redner am Eür- gang seines fesselnden Vortrags feine Vortragsweise insofern als altmodisch bezeichnete, als er auf Lichtbilder, Photographien usw. zur Unterstützung des gesprochenen Wortes verzichtet, so wird wohl jeder der gespannt lauschenden Zuhörer das Gefühl gehabt haben, daß des Redners Vortragsart die wertvollere ist. Tenn Herr Wünzer führte in freier Rede prächtige Landfchastsbilder am Auge der Zuhörer vorüber. Tie Glitteilung beachtenswerter touristischer Leistungen wechselte mit prächtigen Naturschilderungen und b-er humorvollen Wiedergabe kleiner Reiseerlebnisse, wie sie beide nur der erzählen lann, der wie Herr Wünzer mit offenem Auge und warmem Herzen in den heimischen Bergen und den Alpen wandert. Tie Hörer belohnten den emstündigen prächtigen Vortrag mit lebhaftem Beifall, dem der Vorsitzende der Sektion, Prof. Hedderich, herzliche Tankesworte folgen ließ. Das liebenswürdige Versprechen des Redners, auch in Zukunst ge­legentlich die Sektion als Redner zu besuchen, wurde allseitig mit großer Freude ausgenommen.

** Deutscher und österreichischer Alpen­verein, Sektion -Oberhessen. Die dritte Monats­wanderung führte am letzten Sonntag eine stattliche Anzahl von Sektwnsgenossen von Butzbach über den Haus­berg und durch das besonders für Frühjahrswanderungen empfehlenswerte Solmslal nach Braunfels. Der sechs­stündige Marsch bot den Teilnehmern viel Anregendes und war trotz des Frühregens, der bis zur Ankunft in Butzbach angehalten hatte, vom Wetter überaus begünstigt. Auf die nächste Wanderung ins Dill- und Lahntal fei jetzt schon hingewiesen.

** Vom Kolosseum wird uns geschrieben: Die gestrigen Kämpfe zeigten wiederum die hervorragenoe Klasse der hier versammelten Ringer. Während der erste und letzte Kampf nur kurze Augenblicke dauerte, gab es int Treffen zwischen Grammer (Bayern) und Eigemann (Rheinland) einen harten S«.rauß. Scharf gingen bic beiden aufeinander. Angriff und Parade wechselten in interessanter Reihenfolge und rjfjen das zahlreiche Publikum zu lauten Beifalts- tundgevungen hin. Nach 30 Almuten mußte der Kampf unemschieden abgebrochen werden. Weltmeister Weber be­siegte feinen Gegner Nielsen (Finnland) schon nach 2 Mi­nuten mit Schuuerdrehgriff aus dem Stande. Uno Mar­tz o n a l d (Schottland), per sich a.s beachtenswerter Gegner entpuppte, warf den Polen Subanofs nach 3 Minuten mit cetnture ä retours en tourbillon". Heute ringen: Mac- donaid (Schottland) gegen Karzurky (Ungarn), Pierre le Boucher (Frankreich) gegen Grammer (Bayern), sowie der neue Kampf Oster (Luxemburg) gegen Jes Nieisen (Finn­land). Das Ergebnis vom ersten Tage wurde für ungültig erklärt.

** Scheidenkatarrh ist unter dem Rmdviehbestand in Dorf-Gill ausgebrochen. Da die Krankheit ansteckend ist, hat das Großh. Kreisamt besondere Bestimmungen zur Unterdrückung der Krankheit angeordnet, die im heutigen KreiSblatt veröffentlicht werden.

Lich, 17. März. Die Festspielwoche geht ihrem Ende entgegen, ^lur noch 3 .Aufführungen der Vaienanoi- schen Fep.preie finden statt. Der .Andrang zu diesen letzten Aufführungen verspricht sehr groß zu weroen, denn noch dauert das lebhafteste Jnteres,e für die glanzvollen Dar­bietungen ungefchwacht fort und .Anmeldungen von Ver­einen auck) aus entlegenen Orten Laufen ein. Nicht nur Militär- und Kriegervereine, auch Gesang-, 9iaofahrer- u. a. Vereine haben zum Teil Mann für Alaun die Festspiele be­sucht. Ganz besonders lebhaft war auch die Bkei-tgung der Schulen aus vielen Orten.

w Frankfurt a. Al., 17. März. Heute abend gegen 7 Uhr tötete sich im Wartesaal des hiesigen Hauptbahnhofs die ca. 50jährige Musiklehrerin Elisabeth Pfeiffer durch einen Schuß m den Mund.

sj Laasphe, 17. März. Wie sich jetzt herausstellt, haben die gewaltigen Schneefälle im letzten Winter in Den Wittgenstemer Forsten Hunderte von Fichtenstämmen in der Mitte durchgeknickt, so daß sie nur noch als Brennholz verwertet werden können. In Eiserfeld wurde cm Falschmünzer verhaftet.

** Kleine Mitteilungen au§ Hessen und den Nachbar paaten. i-icr ui uer genügen Notiz üöer Ge­lände-Bc f i tz w echfs-el mitgctciltei Verlauf des Grundstückes Ecke der Lntzwigstraße und des Leiygesterner Weges erfolgte pn Frau Karl (nicht Georg) Buderus Witwe.

GericytSjeraL.

Münster i. W., 18. März. Das Schwurgericht ver­urteilte den aus Holland gebürtigen Stallschweizer Ionk - mann, der anT 12. Januar aus Eifersucht die Dienst- magd Ammermann int Bette durch einen Revolverschuß tötete und den Gutspächter Kleymann durch einen Schuß so schwer verletzte, daß er an den erhaltenen Verletzungen dato daraus starb, zum Tode und zu 15 Jahren'Zucht­haus.

Braunschweig, 18. Marz. Der Harzburger Hotelbrand hat getzt vor dem hiesigen Schwurgericht seine Sühne gefunden. Der Hotelbesitzer Buchheister, Der den Braud angelegt hatte, um dura.) die Versicherungs­summe seine schlechten Vermögensverhäitnisfe auszubessern, muroe zu fünf Jahren Zuchthaus und zehn Jayren Ehrverlust, seine Gye,rau zu vier Jahren Zuchthaus uno acht Jahren Ehrverlust und Der Arbeiter' Heinrich Buchheister zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt.

Vermischtes.

* Eine kaum glaubliche Geschichte der Entbehrun­gen, die ein Leuchtturmwärter ouiuräiuaau^en hat, wird aus Rewyork gemeldet. Es scheint, daß der Wärter des Leuchtturmes yiorwalk un Long Island Sund während des stürmischen Wetters nicht mit genügenden Lebensrnitteln versehen werden tonnte, und bau sein Gehilfe, der am Beginn des Monats seinen Dienst an­treten sollte, nicht erschien. Der Wärter beschloß daher, den Betrieb des Leuä-tturmes allein aufrecht zu erhalten; aber feine Lebensmittel wurden knapp, und als schließlich am vergangenen Freitag ein Boot an den Leuchtturm anlegen konnte, fand man den unglücklichen Mann saft verhungert vor. Seit mehreren Tagen hatte er fich nur von Hundekuchen ernährt. Er war zu schwach, um zu stehen und kroch feinen Rettern buchstäblich entgegen. Die Sache hat großes Aussehen erregt und wird von dem Leuchtturm- Amt genau untersucht werden.

* Der Whisky in England. Das Nationalgetränk der angelsächsischen Rasse dies- und jenfeits des Ozcans hat seine Heimat in Irland, wo man schon un 14. Jahrhundert Whisky

brannte. Auch der Name, derLebenswasser" bebcuLt, ist irischen Ursprunges. Ter damit bezeichnete Branntivein aber har sich längst auch in Schottland, später in England und Nordamorila eingebürgert, und die Produktion ist noch immer im Steigen. Wie dieser Tage im englischen Unterhaus auf die Anfrage eines Abgeordneten von amtlicher Seite mitgetcilt wurde, sind im Jahre 1909 zur Whiskyfabrikation verbraucht worden (wir rechnen die englischen Gewichtsmaße in deutsche um): in Irland 54157 Zentner Malz und 100 000 Zentner ungemalztes Korn, in Schottland 207 600 bezw. 132134 Zentner, in England 19 021 bezw. 54 150 Zentner, außerdem aber noch in England 23 250 Zentner Reis, 1093 533 Zentner Melasse und 20 304 Zentner andere Materialien.

Kleine Tageschronik.

Eine interessante Zwillingsgestalt wird in Castans Panoptikum in Ber 1 in gezeigt. Die Gestalt, die fich Frank Lentini nennt und einer Zwillingsgeburt ent­stammt, hat zwei regelrecht und vollkommen ausgebildete Unterkörper. Das vierte Bein ist jedoch nur in ganz kleinen Anfängen ausgebildet. Ein zweiter Oberkörper fehlt ihm dagegen vollständig. Die beiden Unterkörper sind in der Hinteren Beckenwandung verwachsen.

In einem Steinbrua) bei H a r o h e i m in Baden verur­sachten Funken, die aus dem Feuer einer Feldschmiede in einen offenen Vorratsraum für Sprengpulver getragen wur­den, eine Explosion, durch die sieben Arbeiter schwer verletzt wurden. Einer von ihnen ist bereits g e st o r b e n.

Die Telephonverbindüng England-Frank­reich wird um zwei neue Kabel vermehrt, von denen das eine England, das andere Frankreich legt. Jedes Kabel wird vier Drähte enthalten. Mit der Legung des ersten Kabels wird bereits im Mai begonnen werden.

Der SranS des tturtheaiers in Ems.

Ein im Karser-Eafo zu Gms gestern vormttmg aus- gebrochener Brand griff auf das Kurtheater über. Es ist vollständig ausgebrannt. Der Br.and war um 3 Uhr gelöscht, lieber die Ursache ist noch nichts Genaues, bekannt.

Auf unsere telephonische Anfrage werden uns aus Ems folgende interessante Einzelheiten über den Brand des Kur­theaters mitgeteilt, dessen Leiter bekanntlich Direktor Steingo etter ist:

Das Feuer braci) in dem mit Möbeln gefüllten Hinter­hause des Hotels Kais er Hof aus, ohne daß man bis jetzt die Ursache hätte seststellen können. Binnen kurzer Zeit hatte das verheerende Element einen riesigen Umfang angenommen. Dicke, schwere Rauchwolken wälzten sich gen Himmel und eine fürchterliche Glut erfüllte die angrenzende Römerstraße. An den Möbeln hatte das Feuer reiche Nahrung gesunden . dann über die Brandmauer hinweg den Theatersaal ergriff. Die Feuerwehr arbeitete mit größter Anstrengung, aber erst nach dem Eintreffen der Feurwehr des Blei- und Ailberwerkes gelang eI mit 11 Schlauch­leitungen, das Feuer auf feinen Herd zu beschränken. Bei bem Umfang aber, den es zu nehmen drohte, begann man um 1/212 Uhr das Hotel auszuräumen und innerhalb einer Viertelstunde war mit Hülfe vieler hilfsbereiter Härrde daS. Inventar in Sicherheit gebracht.

An dem Theatersaal war allerdings nicht mehr viel zu retten. Tas Da chbrach zusammen und der 20 Zentner schwere Kronleuchter stürzte mit lautem .Getöse zu Boden, lieber ihm brach das Gebälk zusainmen. Die .Seitenwände und die Pfeiler hielten. Nur durch das unermüdliche Ar­beiten der Feuerwehr gelang es, auch hier des Feuers. Herr zu werden. Dies lvar um so mühseliger, als. ein frischer Wind die Flammen beständig belebte.

Heute ist der Ort, der fo viele Einheimische und Kurgäste so oft in froher Runde vereinte, ein Bild traurigster Venvüstung. Ter Schaden beträgt xtwa 75 000 Mark, ist aber durch Ber-i stcheruug bei .der Nassauischen Brandlasse gedeckt. Ter Besitzer null die Meder Herstellung derartig beschleunigen, daß mit Beginn der Spielzeit, im Juni, menigfijens in einem Provisorium ge- ,Vielt werden, kann. . I - . .

Ans eine Anfrage beim Bureau des Stadttheaters wird uns mitgeteilt, daß Direktor Steingoetter sich heute nach EmS begibt, um mit dem Kurdirerior über die zu er­greifenden Maßnahmen zu beraten. Vorläufig ist es nicht möglich, einen Ueberblick über die Lage zu geioinnen oder die nötigen Schritte im voraus zu bestimmen.

Murtte.

§ Grüubcrg, 17. März. Den heutigen Ostermarkt be° günftigie weniger schönes Wetter, wie es senyer herrschte. Der Schwelnemarkt >var mittelmäßig befahren, da der uiinrft der frühen Ostern wegen sehr frühe fiel. Trotz sehr Hoyer Pretfe ging der Handel recht flott. Alan bezahlte für das Paar Ferkel im Alter von 1012 Wochen 809095 Mk., mittlere Sorte 65 bis 75 All., geringster 5060 Äck. Auf dem Rindvtehmartt betrug der Antrieb ca. 40 Stück. Auch hier zeigten sich hohe Preise bei mittelstarker Handelsbewegung.

11 Marburg, 17.'März, yeute wurde hier der Frühjahrs- Pserdemarkt abgehalten. Aufgestellt waren 176 Pferde, da­runter 8 Fohlen. Das Geschäft gmg flott.

Amtlicher Wetterbericht.

Oessentliche Werterdieuststelle Gießen.

Allgemeine Wetterlage fett Donnerstag früh: Die nördliche Zyklone hat ihren Weg ostwärts nach Finnland fortgefetzt und strichweise bereits gestern geringen Regen gebracht. Die Tempe­raturen, dte bei ficllemveije Harem yunniel (Gteßen, Frankfurt) unter u Grad gesunken waren, sind gegen geftern nur wenig ver­ändert. Auch heute morgen fällt ui vielen Gegenden bereits Regen. Dentjchland kommt jetzt m den Bereich der lallen Äiord- winde der Zykloiienrückseite, fo daß empftndlich kühles Wetter emtritt.

Wetteraussichten in Hessot am Samstag dem 19. Marz 1910: Regen, sirichiveife auch m den Niederungen Schneefälle, starker Norüwest, sehr kühl.

<Brisiiiai»Dral?tmclOuii0en*

Bern, 17. März. Der bermsche Regierungsrat mahlte zum Professor für Geburtshilfe uns Gynäkologie an der Universität Bern und zum Direktor des Frauenhospitals Dr. Kehrer, zur Zeit Extraordinarius in Heidelberg.

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