Kreisen deS Handels und der Industrie hinzu- ziehen. Es findet keine B^vorzugang des Adels ober bei Plutrkratie, weder in der Theorie, noch in der, Praxis statt. Wir dulden auch nicht, daß Herren gewisser- naßen zum Amüsement in den diplomatischen Dienst treten. Herr Stresemann hat behauptet, daß systematisch die Adligen nur mit großen Missionen betraut werden. Ich bin drei Jahre im Amte, habe aber von solchen System keine Ahnung. Vielleicht hat Herr Stresemann eine bessere Quelle. Wir errichten keine Scheidewand zwischen der Diplomatenkarriere und der Konsulat- karriere. Der häufige Wechsel im diplomatischen Dienst soll möglichst vermieden werden.
Eine Reform des Auswärtigen Amte? ist notwendig. Das Bedürfnis nach Kräftevermehrung ist längst vorhanden, namentlich in den höheren leitenden Stellen. Eine Entlastung des Staatssekretärs und des Unterstaatssekretärs muß eintreten. Wir haben eine Vermehrung der Kräfte besonders in der politischen Abteilung, aber auch in der handelspolitischen Abteilung in Aussicht genommen, und werden im nächsten Etat unsere Forderungen Vorbringen. Ich bin auch bereit, die Vermehrung der Han- delssachver ständigen bei unseren ausländischen Missionen ins Auge zu fassen. Allerdings redet der Schahsekretär dabei ein Wort mit. Wir haben uns auch bemüht, eine Vermin- derung der Arbeit , durch Benutzung aller modernen technischen Hilfsmittel zu erreichen. Gegenüber verschiedenen in der Presse erhobenen Beschwerden weise ich darauf hin. daß wir Eingaben möglichst direkt beantworten und den Weg über Polizeibehörden tunlichst vermeiden.
Auf die Anfrage, wie es mit dem Gesetze über die K o n s u - latsgebühren steht, kann ich, ohne eine Indiskretion zu begehen, erwidern, daß dieser Gesetzentwurf heute an den Bundesrat geht und wohl sehr bald in Ihren Händen sein wird. (Beifall.) Die Aenderung der russischen Paßbe st immun- gen bezüglich der jüdischen Reisenden ist von Frankreich und -Amerika angestrebt worden, die Bemühungen sind aber bisher vergeblich gewesen. Auch deutscherseits sind wiederholt in Petersburg Vorstellungen erhoben worden. Tie russische Regierung hat uns erklärt, daß eine allgemeine Aenderung der Bestimmungen über das Paßwesen ins Auge gefaßt sei, daß aber vor deren Inkrafttreten Wünschen einzelner nicht Rechnung getragen werden kann. Dem Abg. v. Liebermann ist es darum zu tun. mich persönlich anzugreifen und zu diskreditieren. Er hat sich damit auf die Seite derjenigen gestellt, welche dem Staatssekretär des Auswärtigen unter Zuhilfenahme von allerlei boshaftem Klatsch und allerlei Erfindungen den Makel undeutscher Gesinnung anzuheften bemüht sind und den Glauben erwecken wollen, daß gewisse politische Akte von persönlichen Zukunftswünschen in bestimmter Richtung beeinflußt sein könnten. Ich weise diese Verunglimpfungen von mir, mit besonderem Nachdruck die Unterstellung, als ob mein Sinnen, Trachten und Tun von anderen Rücksichten bestimmt sein könnten, als von Rücksichten auf das Wohl des deutschen Vaterlandes. (Lebhafter Beifall.)
Abg. Dr. Arning (Natl.):
Mit der auswärtigen Politik hat die innere nichts zn tun Hoffentlich erfolgt die Verminderung der Arbeit im Auswärtigen Amte nicht in der Weise, daß man bei Anfragen auf das Konversationslexikon verweist. Wie weit sind die Verhandlungen über die Kongogrenzen gediehen. Anscheinend hat es unser früherer Vertreter in Brüssel an der nötigen Energie fehlen lassen. Wie steht es mit der Konzessionsverlängerung der Suezkanalgesellschaft. Die Gebühren sollten ermäßigt werden. Das Konsulat in Athen sollte nach dem Piräus verlegt werden. Der Redner weist darauf hin, daß auch die Konzession der Dampfschiffahrt auf dem Nil und dem Euphrat wieder an Engländer vergeben worden ist. Die Brüder Mannesmann haben keinen Preßfeldzug in Szene gesetzt. Jahrelang haben sie keine Nachrichten verbreitet. Es wird wohl aber kein Deutscher mehr im Auslände Leben und Gesundheit für deutsche Interessen aufs Spiel setzen, wenn er sieht, wie im Falle Mannesmann verfahren wurde. Die Rechte der Brüder Mannesmann sind durchaus so gut wie Rechte im internationalen Verkehr in orientalischen Gebieten sein können. Das ist unser Standpunkt. Zahlreiche Gutachter sind derselben Meinung. Das philologische Kampfmeyersche Gutachten, das von einer Fälschung sprach, hat nur zur Folge, daß jetzt ein französisches Blatv erklärt,
die Brüder Mannesmann gehörten nicht vor den Haager Schiedsgerichtshof sondern vor das Schwurgericht. Ich halte den Beschluß vom 20. August nicht für so wichtig wie der Reichskanzler. Hier im Falle Mannesmann stehen große wirtschaftliche Interessen des Reiches auf dem Spiel. Ich erinnere nur an die Bedeutung der Erzzufuhr. Der Beschluß der Kommission sollte keine Netra ite sondern eine Reveille fein. Er soll diejenigen wecken, die bisher nicht erkannt haben, welche großen wirtschaftlichen Interessen es zu verteidigen gilt. (Beifall.),
Abg. David (Soz.):
Herrn Arning ist es nicht gelungen, den formalen Rechtsansprüchen der Gebrüder Mannesmann wieder auf die Beine zu helfen. Der einstimmige Beschluß der Kommission bedeutet, daß wir den Rechtsstandpunkt des Auswärtigen Amtes akzeptiert haben. Die Alldeutschen wollten aber mit der Sache am liebsten einen Weltkrieg entfachen. Um der schönen Augen des Herrn v. Schoen willen tun wir nichts. Wir haben ihm genug Sünden vorzuwerfen: Paßzwang für ausländische Arbeiter, die Handhabung des Ausweisnngsrechts, die Lässigkeit gegenüber der Forderung der Schiffahrtsabgaben, die einen Vertragsbruch gegenüber Holland und Oesterreich bedeutet.
Die allmähliche Einschränkung der Rüstungen zu erstreben, ist ein Ziel, mit dem man seinem Vaterland und der ganzen Welt nur einen guten Dienst leistet. Wenn wir das durch unsere internationalen Beziehungen erreichen können, so handeln wir mehr im nationalen Interesse wie gewisse Kreise, die auf ihre nationale Gesinnung so stolz sind. (Beifall bei den Soz.)
Staatssekretär v. Schoen:
Die Verhandlungen über die Grenzregulierung mit dem Kongostaat sind wieder aufgenommen und werden hoffentlich zu einem guten Abschluß gebracht werden. Was die Verlängerung der Suezkonzession anbetrifft, so haben die hauptsächlich interessierten Kreise sich dahin geäußert, daß sie Besorgnisse wegen Verlängerung der Konzession nicht hegen. Es wird jedenfalls ein Ausgleich zwischen den Interessen der Scknkfahrt und den Interessen der Gesellschaft erstrebt werden müssen. Was die Frage der Bagdadbahn an langt, so muß davon ausgegangen werden, daß die türkische Regierung durch die Erteilung der Bagdadbahnkonzession sich nicht des Rechtes begeben hat, nach eigenem Gutdünken die Frage zu regeln. Die Gerüchte über eine Besprechung eines leitenden englischen Finanzmannes mit dem Direktor der Deutschen Bank wegen der Bagdadbahn sind zutreffend. Die Regierung ist daran nicht beteiligt, hat aber diese Besprechung als Mittel zur Herbeiführung der Verständigung symphatisch begrüßt. Die Behauptung, daß der Beschluß der preußischen Regierung betreffs der Schiffahrtsabgaben einen Kontrakibruch gegenüber Holland und Oesterreich bedeutet, weise ich mit Nachdruck zurück. Es ist zweifellos, daß diese schwierige Frage nur auf dem Wege freundschaftlicher Verständigung gelöst werden kann. (Beifall rechts.)
Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird angenommen. Abg. Eickhoff (Vp.):
Die ganze Mannesmann-Debatte wäre besser unterblieben. Ich bebaute aber, daß ich die Angriffe Scheidemanns nicht zurückweisen kann.
Abg. Liebermann von Sonnenberg (Wirtsch. Vg.):
Der Reichskanzler irrt. Ich wollte ihn nichts Angenehmes sagen. Er hat seinen Standpunkt, ich habe den meinen. Herrn von Schoen erinnere ich daran, daß er, als Dr. Stresemann ein Telegramm der „Königsbg. Allgem. Ztg." verlas, erklärte, jedes Wort sei unwahr. Trotzdem wurde bann festgestellt, daß bas Telegramm den Tatsachen entsprach. So bementiert man. Herr v. Schoen warf mir vor, ich hätte Klatsch und Tratsch über ihn zusammengetragen, um ihn aus seiner Zukunftsstellung zu verdrängen. Ich habe mich erst erkundigen müssen, was er meint. Ich will ihn in seiner Zukunftsstellling nicht schädigen, sondern ihm jede gönnen, um so mehr, je rascher er sie antritt.
Abg. HanSsen (Däne):
Der Staatssekretär hat sich erlaubt, geringschätzig über mein staatsbürgerliches Pflichtbewusstsein zu urteilen/ 'Solche Belehrungen lehne ich ganz entschieden ab.
Das Gehalt des Staatssekretärs wird bewilligt.
Bei den »Gesandtschaften und Konsulaten" spricht sich
Abg. Gothein (Vp.)
gegen Schiffahrtsabgaben aus. Leider unterstützt die Regierung schleswigische Blätter, die gegen die Dänen Hetzen.
Abg. Dr. Görckc (Natl.) bespricht zur Frage des Schutzes der Deutschen im Auslande den bekannten Fall Haß in Venezuela.
Staatssekretär von Schoen:
Die Beschwerden des Herrn Haß haben sich, soweit sie Venezuela betreffen, als völkerrechtlich unvertretbar, soweit sie die Mission in Caracas anlangen, als unberechtigt und untergeordneter Natur erwiesen. Wenn seine Forderungen den Grundsätzen des Völkerrechts widersprechen, dann können wir die Regierung in Venezuela nicht mit Gewalt zu anderer Auffassung zwingen. Die geschäftliche Behandlung der Beschwerden bot keinen Anlaß zur Klage. Tie Beschwerden waren allgemein haltlos. Von einer absichtlichen Verschleppung der Angelegenheit in Venezuela kann man heute nicht mehr sprechen. Eine Rüge hat unser Ministerresident nicht erhalten.
Abg. Frank-Ratibor (Zentr.)^ führt Beschwerde über die Verhaftung des Berliner Hofschauspte- lers Hartmann, der in Montenegro verhaftet wurde, weil er alte Briefmarken sammelte.
Staatssekretär von Schoen:
Es handelt sich um ein Mißverständnis. Die montenegd- nische Regierung hat den Vorfall lebhaft bedauert und um Ent- schuldigung gebeten. Der Herr ist auch persönlich von dem Fürsten von Montenegro reichlich entschädigt worden, so daß er vollkommen befriedigt ist. Tie Regierung hat jetzt in einem Rund- erlaß die Behörden zur Vorsicht aufgeforbert.
Abg. Scheidemann (Soz.)
führt Beschwerde, daß deutsche Arbeiter in Brasilien nicht genügenden Schuh finden. Der Redner führt einen bestimmten Fall an. Die Presse sollte vor der Auswanderung warnen.
Geheimrat Dr. Frantzius:
Von uns ist alles geschehen, was möglich war. Wir haben gewarnt. Der angeschuldigte Konsul in Manaos ist zur Berichterstattung aufgefordert worden. Ein Bericht ist noch nicht ein» gegangen.
Ein Antrag, die von dem Titel „Zu geheimen Ausgaben" gestrichenen 300 000 Mk. wieder zu bewilligen, wird gegen die Rechte und die Nationalliberalen abgelehnt.
Der Etat des Auswärtigen Amtes wird erledigt.
Der Etat für das ReichSschatzamt.
Abg. Frhr. v. Hcrtling (Zenlr.) bittet, die Eosin - und Gerftenzollfragen erst nach Ostern zu behandeln.
Abg. Prinz zu Schönaich-Earolath (Natl.) macht den gleichen Vorschlag hinsichtlich der Veteranenfrage.
Abg. Dr. Müller-Meiningen (Vp.) stimmt zu, wenn diese Fragen in einer der ersten Sitzungen natu den Ferien verhandelt werden.
Das Haus ist damit einverstanden.
Beim Gehalt des Staatssekretärs findet eine allgemeine Aussprache statt.
Abg. Dr. Varenhorst (Rp.) spricht über die Mühlcnumsatzsteuer.
Der Etat, sowie das Reichs-Kontrollgesetz werden in zweiter Lesung erledigt.
Nächste Sitzung: Donnerstag 10 Uhr: Dritte Lesung des Etats.
Schluß nach 8 Uhr.
politische Lagesjcvau.
Die Zukunft Elsaß-Lothriugens.
Angesichts dec Erörterungen, wie sie kürzlich gelegentlich der Affären Wegelin und Wetteclö, — der, als er wegen Beleidigung eines deutschen Beamten eine Gefängnisstrafe verbüßte, sich dessen rühmen konnte, die Gattin des Statthalters habe ihm ein Kotillongeschenk ins Gefängnis geschickt —, sowie einiger anderer Vorkommnisse antideutscher Tendenz in den Reichstanden durch die Presse gingen, bedeutete es eine Sensation, als der Reichskanzler v. Beth- mann-Holtweg, der noch am 13. Dezember die Erweiterung der politischen Selbständigkeit Elsaß-Lothringens von der Erfüllung gewisser nationaler Garantien abhängig gemacht hatte, am Montag im Reichstage erklärte, daß die wahre Gesinnung der Elsaß-Lothringer in diesen Kundgebungen nicht zum Ausdruck komme, und daß er infolge dessen einen Gesetzesentwurf habe ausarbeiten lassen, der sich mit der (Reichs-) Verfassung und der Fortbildung der elsaß- lothringischen Verfassung beschäftigt.
Um die Absichten des Kanzlers und seine Belveggründe ganz überblicken zu können, wird man den Wortlaut und Inhalt der angekündigten Vorlage abwarten müssen. Die „Rhein. Wests. Ztg.", die nochmals alte die reichsländischen Mißhelligkeiten der letzten Zeit wirksam aufhellt, glaubt, der Kaiser habe die neue Wendung verursacht, und sie gibt ihren Bedenken lebhaft Ausdruck. Vielleicht erklärt später der Kanzler, wie er zu so schnellen und neuen Entschlüssen getommen ist. Die „R. W. Z." schreibt:
Welch eine Wendung in drei 'Dionaten durch des — Kaisers Fügung! Am 13. Dezember 1909 fvrach Herr v. Bethrnamr- Hollweg ebenfalls zur elfaß-lothringisckien VeAassungsfrage. Ta- inals hieß es, „in die Weißenburger Totenfeier" feien polilifche Jmnente Ijineingeiragen worden, Die unter allen Umständen hätten fernbleiben müssen". „Der Takt Der Veranstaltung der Feier habe nicht ausgereicht, Unzuträglichkeiten hintaiizuhalten, der Chauvinismus habe versucht, den Kultus Der Toien seinen Zwecken dienstbar zu machen". „Je unverhüllter die Verwelschungsbeslrebungen sich ans Licht wagten, unnomehr mußte die Neigung sinken, die Ver- fassungswünfche der Elsaß-Lothringer zu erfüllen". „Ter Erfolg dieser 'Bestrebungen könne nur fein, daß die Schranke, die man künstlich zwischen Elsaß-Lothringertum und Deutschtum arürichten wolle, zugleich als eine Schranke zwischen Elfaß-Lolhringen und die Autonomie sich stelle". „Die Geivährung einer Selbständigkeit im Interesse des ReichSganzeu verlange Garantien, die in erster Linie ine Elsaß-Lothringer selbst gewähren müssen". Also sprach Bethmann-H^llweg am Montag Den 13. Dezember 1909. Am Montag den 14. Marz 1910 ertönt es ganz anders auS Dem Alun de des ersten Beamten deS Reiches. „Der warme Ton der Liebe zur engeren Heimat", das heißt, des Panikularismus wird gelobt, „siaatstreue Gesinnung und Loyalismus" werden als genügende Garantien bezeichnet. Durch Die Gewährung der Selbständigkeit soll die Liebe zum Teuljchen Vaterland gefördert werden und nicht umgekehrt der Anschluß an5 Deutsche Reich durch Die Verleihung der Selbständigkeit belohnt werden. „Einzelne Vorgänge" will Bethinami- Hollweg nicht übertreiben; sie haben für ihn „nicht die Bedeutung, daß von ihnen die Geschicke eines Landes und einer Bevölkerung abhängig gemachl werden können." Vielmehr ist em Gesetzentwurf über die Fortbildung Der elsaß-lothringischen Veuassmig bereits fertiggestellt und wird in kurzem Dem Reichstage oorgelegt werden.
Im Dezember vorigen Jahres zeigte sich der fünfte Kanzler als nüchterner, klar blickender Staatsmann, als Menschenkenner, der mit den Realitäten des Lebens rechnet. Gestern hat er gesprochen wie ein Hofmann, der, um die Gunst seines Herrn zu erhalten, schwarz weiß sein läßt, und nur das sieht, was sein Herr zu sehen wünscht.
Eine neue §Iugmaschine.
In den nächsten Tagen werden auf dem Exerzierplatz von Konstanz die ersten Flugversuche der Konstanzer Herren Züst und Schlegel mit ihrem Flieger beginnen. Der "Apparat ist ein Eindecker und hat die Form einer fliegenden Möve; das Geivicht samt dem 110 kg wiegenden Dürkopp- motor beträgt 400 kg. Der Motor ist an der Stirnseite deS Apparates angebracht, der Führersitz etwa 4 Meter dahinter und über den Tragflächen, Die beiden Schrauben aus Pappelholz tuieber hinter dem Führersitz und auch hinter den Tragflächen rechts und links vom Schwanz. Diese Anord- niingen sind ziemlich neue und, falls sie sich bewähren, bahnbrechend. Die Kraftübertragung geschieht durch Ketten, die in einer Röhre gesichert sind. Der Führer, der 4 Meter hinter dem Motor erhöht sitzt, bedient mit den Füßen die Seitensteuerung, mit der rechten Hand den Hebel zur Höhensteuerung und nut der linken Hand durch ein Schaltbrett den Motor. Zum Anlauf geht der Apparat, der zwei Personen tragen kann, auf zwei Rädern.
Vcrmifcbtes.
* Paris — Peking in neuen Tagen. In etwa zwei Jahren wird nun auch das zweite Gleis der sibirischen Bahn westlich vom Baikalsee vollendet [ein. Schon jetzt ist von den beiden Eisenbahnstrecken, durch die die Fahrt von St. Petersburg nach Ostasien verkürzt wird, die eine Linie (Perm—Jekaterinenburg) soweit fertiggestellt, daß ein Probeoerkehr stattfinden konnte, an der anderen Strecke (Tjumen—Omsk) wird zurzeit noch gebaut. Die neue Linie Perm—Jekaterinenburg schafft, wie die Zeitschrift des Vereins Deutscher Ingenieure berichtet, eine Verkürzung des Turchgangsweges von 106 Kilometer, durch die im Bau befindliche wird eine solche von 162 Kilometer erreicht werden, so daß die Gesamtverkürzung, die bis 1912 sich ergeben wird, 268 Kilometer beträgt. Dazu wird nun in den folgenden Jahren eine weitere, ganz bedeutende Verkürzung des Schienenstranges treten, der Europa mit Peking, der Endstation, verbindet. Heute geht die Strecke bekanntlich durch die Mandschurei; nun soll aber eine neue durch die Mongolei geführt werden; ein kleiner Teil davon, die Strecke Peking—Kalgan, ist bereits gebaut und ihre Fort- Ehrung bis zur mongolischen Grenze geplant. Diese Mongolei- Dahn wird über Kjachta gehen und sich bei der Station Mysso- waja mit der sibirischen Eisenbahn vereinigen. Alle diese teils schon ausgesührten, zum Teil in Aussicht genommenen Neuerungen und Verkürzungen werden es möglich matfj-en, daß die künftigen direkten Züge Paris—Peking etwas über neun Tage zu fahren haben werden, während die jetzige Reisezeit 14 Tage beträgt
* Das erste Fahrrad. Die Erfindung des Fahrrads, wenigstens die erste Anregung dazu, scheint doch älteren Datums zu sein, als man gewöhnlich anzunehmen geneigt ist. Mim hat insgemein den von dem badsichen Forstmeister Kar! von Draise in Sauerbronn 1817 hergeslel^ten zweirädrigen Wagen zum Selbstfahren, nach seinem Erfinder Draisine genannt, für den Vorläufer des Fahrrades gehalten. Aber die „Siömgiici) privilegierte Berlinische (Haube- und Spenersche) Staats- und gelehrte Zeitung"
bringt bereits in ihrer Nummer vom 25. März 1784 folgenden, Graetz, den 9. März, datierten Bericht: „Herr Philipp Ignatz Trexler allhier hat nun schon den zweyten Wagen fertig, nut welchem man ohne Pferd ebenso geschwind fährt, als ihn ein im Trapp laufendes Pferd ziehen könnte. Dieses Pirutsch hat zwei) Räder, welche der Fahrende nach und nach mit den Fußen zu treten hat, um sich auf dem geraden Wege zu erhalten; und wenn er sich wenden ober umkehren will, so ist hierzu wieder eine andere Maschine angebracht. Der erstere Wagen wurde für 20 Dukaten verkauft." Es unterliegt feinem Zweifel, daß Trexler der erste Erfinder der Idee des nachmaligen Stahlrosses gewesen ist und daß die Draisine höchstens eine größere Vollkommenheit erreicht hat. Da Trexler vermutlich noch eine größere Anzahl seiner Wagen in die Welt geschickt haben wird, so ist es auch keineswegs ausgeschlossen, daß Draise von der Konstruktion des Trexlerschen „Pirutsches" Kenntnis gehabt hat.
Uur die echte Scotts Emulsion, keine Nachahmung!
Der Weltruf von Scotts EmulsWN bürgt für die Güte des Präparates, und die mit ihm erzielten Erfolge sind unbestritten. Billigere, vielfach minderwertige Nachahmungen von Scotts Emulsion hat es von jeher gegeben und neue i tauchen immer wieder auf.
f Es hieße aber am verkehrten Ende sparen, wenn man anstelle des altbewährten Originalpräparates solche Nachahmungen kaufen wollte, denn nur der Erfolg entscheidet, und diesen hat Nur echt mit bltfer
— dem ©anmlie« die echte Scotts Emulsion auf5 Zeichen bc8 Stott»
zuweisen. Darum Vorsicht beim Einkauf. Man bestehe darauf, die echte Scotts Emulsion mit unserer bekannten Fischerschutzmarke zu erhalten und lasse sich keine Nachahmungen aufreden l
im täglichen Gebrauch und Die Schaumig eines reinen, zarten Teint sind Die spezifischen Eigenschaften der Myrrholmseife, Die Darin von keiner an Deren Seife übertroffen wird. (b6/i


