Ausgabe 
17.3.1910 Erstes Blatt
 
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dem der 'Jtaum nicht gespart ist. Es ist tausend gegen

ift ein angesehenes Instrument der und int

Ceninn. oder in e müssen, tenielben Text sei aunällig-

kritisierte alsdann die Haltung der Regierung, ernhalte, und sprach die Hosfnung aus, daß die Peers, die jetzt gebotene Gelegenheit nicht verpassen und ehrlich, aui richtig und entschieden an einen wirklichen und annehni baren Reformplan herantreten würden. Wenn er auch gegen die nur aus Wahlen hervorgegangenc zweite Kammer ) i, so wünsche er, daß dem Grundsätze der Erblichkeit bei der zukünftigen Besetzung des Oberhauses Rechnung getragen werde. Er sei jedoch der Ansicht, daß die Einführung der Wahlen für einen Teil des Hauses der Lrw ägun e wert sei. Das Wesentliche der ganzen Aenderung sei, daß das Haus mehr auf dem Vertrauen, der Achtung und Unterstützung der Demokratie aufgebaut werden soll.

dtunmehr ergriff Lord E r o ?.i c r das Wort und erklärte: Obgleich er dringend wünsche, das« nichts getan werde, unyf die Macht des Oberhauses zu schwächen, so sei er eben­falls der Ansicht, daß die Reform nötig sei, um das Haus in nähere Berührung mit dem Volke zu bringen. Sodann erklärte der frühere Lordkanzler, Lord Halsbury, er glaube nicht, daß es möglich sei, eine Einrichtung zu schaffen, die den englischen Gewohnheiten sich besser an- passe und nützlicher sei als das jetzige Oberhaus.

London, 16. März. In einer heute abend gehal- tenen Rede erklärte der frühere erste Lord der Admiralität Lord Cawdor in Bezug auf das Anwachsen der deutschen Flotte: Großbritannien dürfte in Zukunft niemals dahin kommen, mit dem Bau von Schiffen etwas nachholen zu müssen. Es müsse ein Programm haben, nach welchem die Schiffe wirklich gebaut würden, ein Pro­gramm auf dem Papier habe keinen Wert.

Deutsches Reich.

Ein englisches Blatt, derDaily Chronicle", brachte angeblich aus zuverlässiger Quelle die Meldung, daß du letzte Nordseefahrl des Kaisers mit den Angriffen im Zusammenhang stehe, die im Reichstage gegen die Ver­waltung der kaiserlichen Werften gerichtet worden seien, lind der Kaiser habe sich, wie sich das Blatt liebens­würdig ausdrückt, persönlich einen Einblick in die korrupten Verhältnisse auf den kaiserlichen Werften verschaffen wollen. Das Wolff'sche Bureau erfährt an maßgebender Stelle, daß an dieser Behauptung kein wahres Wort ist, und büp die zuverlässige Quelle die ganze Nachricht frei erfunden hat.

Arn Vorabend der Eröffnung der amerikanischen Kunstausstellung sand am Mittwoch ein Festmahl statt, an deni der amerikanische Botschafter Hill, der Slaatsnlinister Dr. Delbrück, Kultusminister Trott zu Solz und andere teilnahmen. Der amerikanische Bot­schafter Dr. Hill dankte der Akademie und dem Kultus- minister für die den amerikanischen Künstlern erwiesene Gast reuudschail und schloß mit einem Hoch auf Kaiser Wilhelm. Staatsminister Dr. Delbrück drückte die Hoff- iiung ans, daß das Ereignis nicht ohne Einfluß auf die Entwickelung und Festigung der guten Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland sein werde.

eines e i t u n g s in ser a te s, das in demselben Blau steht nie ei. ernsten polnischen Artikel, ist gar nicht wert genug n b ii i c l; t n. Er hat tagelang sich nur mit diesem Problem l citfäjtigt und die Käufer danach gefragt. Stels hatte er den Cim.uck ter größten Wirksamkeit. Wenn auch der Kunde nicht bald am ersten Tage kommt, so merkt er sich doch bei Bedarf i- fzftma, und das Inserat trägt noch lange nachher guten tis ist aber falsch, wenn man glaubt, nur c i n in a l iner Zeitung eines Ortes seine Waren anpreiien zu Ter Bewohner einer Stadt muß ständig immer wieder

Der Kampf um die llmgeftaltung des englischen Gberhauser.

London, 16. März. Bei der fortgesetzten Beratung de-, Vorschlages von Lord Roseberry im Obcrhausc erklärte Lord Curzon, der Augenblick sei für die Er­wägung der Reformfrage außerordentlich günstig. Tas Ziel müs,e sein, zu einer allgemeinen Verständigung über die E ndlagen der beabsichtigten Aenderung zu kommen. Er dir sich von einer jeden Erörterung der Reformvorschläge

Satz, bei------- . ... . -

etnö -;u wetten, daß er dann im Beüarfsialle nd), an biciemge Stelle wenden wird, bei der er diesen oder jenen Gegenstand lausen zu tonnen glaubt. DBK

Och senil ich leit ^'attes^was sie bringt, deckt sie S^üin'errnafeen mit dem Ernst ihrer Erscheinung. Di^ werbende Kraft

Namen des .Geschäftes und der Waren lesen. Der charakteristisch, knapp, wesentlich und im guten Sinne Am besten wird dies erreicht durch einen schönen

IunD inteeeiiaut, in die Werkstatt ciuce- Künstlers zu ichauen, und so sind auch die Eigenlasten, die der mm 80 jährige Heys: -n jeiner langen Diastermu,oatzii Lei der Riederschrfft seiner Werte

Bezugspreis: monatlich 7öPf., viertel­jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- iu Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch die Post Alk. 2. oiertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokallbPft auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für .Feuille­ton" und.Vermischtes" K. Neurath; für.Stadt u. Land" undGerichts-

Wieder ein literarischer Fund. Der Vorstand der k. k. Studieubibliothek in Linz (Oberöslerreich), Proi. Dr. Konrad Schiis mann, schreibt der Linzer Zeitung: Am lu. Ai ar; entdeckte ich in der Studienbibliolhet ein Blatt aus einer prachtvollen, dem 13. Jahrhundert ai.gehorenden Handschrift 0 cs Rolandsltedes. Herzog Heinrich der stolze halte, vermutlich auf einer Reise nach Frankreich, die er im Jabr 113. unternommen, das hervorragendste Erzeugnis der Karl d. Gr. und iclne Helden verherrltchetiden französischen Volkspoebc, Die Chanson öe Jrolaub, keimen gelernt und sie einem bayerischen, vielleicht Regensburger Priester Konrad mitgeleilt, der sie dann alsbald ms Lalemlsche und auf des Herzogs und seiner Gemahlin G. heiß ailch in deutsche Verse umsetzle. Von dtescm alldeutsche^ Epo-.> nl fClllc einzige vollständige Handschrift erhalten, und m Le|ierreicl) ivar cs bisher überhaupt noch nicht handjchrtstltcki vertreten, ^as Vlatl m der Studienbibliolhek um'aßt 140 Verse m z>vet Reihen aiii jeder Seite. Es Hane als Emband zu dem BucheCensur oder Unheil der Lrientaliichen Kirchen unb ihres Patriarchen zu Conslantmopel über die Ailgspnrgische Cowessioist fJngolstadl iöv3) gedient, das ans der alten Winzer Fesuneiwiblioihei' uammt.

W ie Paul Heyse arbeitet. Es ist immer lehrreich

Beecham erzählt, daß er alle Arten von Reklame versucht habe. Ties waren aber nur seine Lehrlingsjahre, die er ans dem Gebiet des Rellamewesens durchgemacht habe, ehe er es zum Meister in diesem Fache gebracht habe. Als Beecham leine g- schäjtliche Tätigkeit begann, war er als erster au, den Emiall gekommen, auf den Straßen Zettel verteilen zu lauen, ui denen fein Geschäft empfohlen wurde. Dieses Mittel Halle, wie er erzählt, gewiß manchen Erfolg, zumal es den Reizker ReuheU- hatte. Aber es war nicht würdig und ernst genug, -ta» fah er bald em. Er liesst, späterhin Luftballons auffteigen, in denen der '.anie seiner Ware verzeichnet >var, er ließ elegant gekleidete ~cute auf den /Straßen spazieren gehen, die leine Reklame auf dem Rücken und saus der Brust trugen, andere hatten ^pieranzuge an, die I^uch das Lob seiner Waren verkündeten, er pellte Reger und Ele anten in den Dienst seines Estchäftes, ohne sedoch einen wirklich dauerhaften Erfolg damit zu erziehen. Er soll a ch aus Konzert- und Theaterprogrammetl m,er tert haben, liest oia bald davon ab, als er erfahren mußte, daß ii$jeinc Knnoen über die dadurch vollständig gestörteotiom aeärgert hatten. Den ersten großen dauerhaften Erfolg, der amh durchaus der Würde eines gwh.en Geschäfts entipra^ hatte er bei den 'Ankündigungen feiner Waren ^^J^Uuugt-n.

betrüblich ist, daß die bürgerlichen Parteien nicht einhel­liger haben vorgehen können. Das liegt an der Schuld der Konservativen, die von vornherein nicht nur mit dem Zen­trum hinter verschlossenen Wänden hätten ver­handeln sollen, aber ausch an der Schuld der Regierung, die ohne Fühlung mit den Parteien ihren killen Weg gegangen ist und bei der nahenden Entscheidung keinerlei Einwirkmtg auf die endgültige Haltung der bürger­lichen Gruppen mehr gesucht hat. Die preußische Wahl­reform hätte ganz besttmmt unter größerer Berücksichtigung der weiten Stimmungen im Lande abgeschlossen werden können.

Berlin, 16. März. Tas Herrenhaus wird die allgemeine Besprechung der Wahlrechtsvorlage voraussichtlich am 13. April vornehmen und darauf einen Ausschuß einsetzen. Die Haushaltsberatung und die weitere Lesung der Wahlrechtsvor­lage wird erst kurz vor Pfingsten, vielleicht auch erst nach Pfingsten, erfolgen.

Berlin, 17. März. Sämtliche Blatter itimmen darin überein, daß auch nach der Annahme der Wahlrechts­vorlage ein Stillstand in der Wahlrechtsbewegung nicht ei n tr e tc n werde. DieTägliche Rundschau" hasst, daß es zu einer dauernden Entfremdung, die eine Radc- talijierung unserer politischen Verhältnise nach rechts und links bedeuten wurde, nickst kommt und noch in letzter Stunde der bittere Ernst der Beck vie Parteien zur ^uuiajr umigr. ^ic ent 1 ch e Tageszeitung" wlll es für nicht recht wahrscheinlich halten, daß die Vorlage die Erste Kammer ohne sachliche Aenderungen p ajjic rt.

Die ücrunticuungen in Frankreich

Die bekannten Unterschlagungen Duez mu) 1 einer Genossen haben eine lange Kette von parlamentarischen Verhandinng-.n jUI P°a^i s, 16. März. Der Untersuchungsrichter verhörte heute den Schwager des Liquidators Duez, Rouvray. Dem Verhör gemäß hat Duez nicht mehr als eine Million in Börfenspeiulationen verloren. Es muß doch festgestellt werden, üb che anderen vier Millionen nicht in ausländischen Banken deponiert worden sind. Es wird aller Voraussicht nach schwierig sein sestzustellen, wo diese vier Millionen geblieben find.

der Senatssitzung am Mittwoch verlangte Monis, über die Verantwortlichkeit der Regierung in der Angelegenheit der Liquidatoren und über die Erklärungen des JnNizministers Bar­thon in der Kammer anzufragen. Barthou hätte in der Kammer erliärt, die Liquidatoren würden auf das formelle Ersuchen des Staatsanwaltes ernannt. Er, Monis der zurzeit der Ec- neniiung Justizminister gewesen sei, hätte in den Worten Bar- thou>» eine Kritik gesehen, die ihn für die gegenwärtige Lage verantwortlich mache. Barthou sagte, Monis habe mit der Ernennung der Liquidatoren nichts zu tun und verlangte V e r - t a g u ii g der Anfrage bis zur Beratung des Finanzgefetzes, in beffen Verlauf im Senat ein Antrag beraten werde, welcher die Ueberwachung der Liquidatoren durch Finanzinspettoreu ftcnett: Monis stimmte zu . .. m ;

<er Senat nahm daraus die Beratung über die Altersver­sicherung der Arbeiter auf.

Lluf Veranlagung des Untersuchungsrichters wnroe der frühere Sekretär Poitel des Liquidators Tuez linier Oer .intlage, 30 000 Franks veruntreut zu haben, v e r i) a j t e r.

i)0iii König öer Reticme.

William Beecham, einer der n wn er ter Reklame, der neben Charles Person als König der Rec o»'? genannt n knb vor nicht langer Zeit gestorben ist, ut Ciit Buch i;.iucrfali.it, in dem er sich über die erfolgreichste EeichVttec.paornoa an- fbridjt ?Frn Konkurrenzkämpfe der Fndustrw, ui ier ä-c.uachi ter Waren dreht es sich darum, das Höchs.« - --ah c- ununUamuu in der Oeffentlichkeit auf {ich und feine War zu i-u en. ir Art, wie die Aufmerkfamkeit erregt wird, ist aber iura ms gleichgültig. Ten grössten Erfolg erreicht man dan. . n.mu man es versteht, seine Anpreisungen mit Ernst und Würde vorzutragen.

Tarum muß cm ernstes 3 n ft rum ent für b ie Rekl ame gewählt werden, und das i n D t e Zeitung, das Zeitungsinferat."

Die heutige JRummerjimfa&t 14 Seiten.__

Vie Annahme der preußischen wahlresorm.

Gießen, 17. März.

Gestern ist im preußischen Abgeordnetenhause die Ent- scheidung gefallen. Die Wahlrechts-Vorlage nach den Aus­schußbeschlüssen wurde in dritter Lesung im Abgeordneten­haus in namentlicher Abstimmung mit 238 gegen 168 Stimmen angenommen. Dagegen ilimmtcn 5 Konservative, ferner die Freikonservativen mit ;ivei Ausnahmen, die Nationalliberalen, die fortschrittliche 8ollspartei, die Polen und Sozialdemotraten.

Das Interesse der letzten Tage war besonders darauf gerichtet, ob die Nationalliberalen und dann latürlich auch die Freikonservativen mit der Mehr­heit gehen würden. Gerade mit Rücksicht auf das künf­tige Verhältnis der Konservativen und Nationalliberalen, von dem viel für die Gestaltung der inneren Politik ab- hängk, haben wir die Sitzungsoerichte bisher in großer Ausiühriichteit gegeben. Dem taktischen Griff der Kon­servativen, nochmals über das öffentliche Wahlrecht ab- 2iiftimmcn, und dem nationalliberalen Gegengriff, der Dieses Manöver zu vereiteln suchte, durfte man kein sachliches Hauptgewicht beilegen. Die dabei ge­führten Reden waren aber, weil es sich wirklich um ein parlamentarisches Ringen, und keine einstudierten Partei- Formeln, handelte, von weit größerem Reiz für den Leser als gewöhnlick)e Parl-cunentsstreitigkeicen. Alles drehte sich um die schließliche Gruppierung der Mehrheit und der Minderheit. Herr v. Heydebrand, der konservativtz,Führer, schlug darum in der folgenden Aussprache einen auffallend versöhnlichen Ton an. Sein nationailibcraler Gegner aber blieb dabei, die konservative Hand biete zu wenig. Ans der gestrigen Schlußverhandlung waren die letzten Erwägun- geil, die zur Entscheidung führten, zu erkennen. Die na­tionalliberalen Führer beklagten eS, daß die Konservativen nur mit dem Zentrum die Vorvcrhaublung geführt hätten. Und in der Tat, Herr v. Heydeorand wird vielleicht jetzt zu der Ueberzeugung kommen, daß er den llkational- liberalen zu spät die Hand zur Einigung Über die Wahl reform emgegengestreckt hat. Denn jetzt scheiterte eine Ver­ständigung daran, daß das Zenirum ausschlaggebend mit im Bundc war und daß die Zeit drängte. So wurde denn ein freikons. Antrag über die Frage der Dritteluirg abgelehrit und nur die Maximierungsgrenze in größeren Städten au£ 10 000 heraufgesetzt. Vor der Avstimmung ließ sich auch der Reichsianzler und Ministerpräsident üoer seine Absichten hören. Er erklärte, die Regierung werde die Ausschuß- Vorlage annehmen, wenn eine ansehnliche Mehrheit sich dafür bekenne. Wo ist, so wird mau im Lande und im weiten Reiche fragen, der ursprüngliche RegierungsEnt­wurf, wie steht es mit den tiefsinnigen Betrachtungen, die angeblich so viel Zeit und Mühe kosten müssten, bi? man sich für bestimmte Wege in der Wahlrechts, rage entschließen könnte!Ein Tonnerivori ha. mich hinweg gerafft", io tonnte auch Herr o. Bct.smanji Postweg heure

Nr. 64 Erstes Blatt L 60. Jahrgang Donnerstag 17. März 1010

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General-Anzeiger Kr Oberhessen

'iir" bie Tagesnummer Rotation5dnlck und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei H. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Lchulstrahe 7. §nzeigenteil: H. Beck.

bis vormittags 9 Uhr. _______________ ___

Die belgische Regierung hat im Hinblick auf ben drohenden französischen Zolltarif bei der Kammer eine tcobad.iet, nicht mir am in" lüc Details aus dem täglichen Leben iin;_- Li* LitLint.ii Mannes, sondern spiegeln bedeutungsvoll sein Wesen nüber. Fn den Erinnerungen, die Max Kalbeck aus seiner jahr-.'i iitclangen, innigen ?yreunö)dxift mit Öeyse im Aprilheft vonW iicintamtS . natshesten" darbringt, spricht der Ver­fasser auch von diesen Aeuserlichkeiten, die für die Art des Heyse- fci;eit Schals.ns nicht unw.astige Zeugnisse bilden. Es heißt da: So unglaublich es klingt, so wahr ist es: zu keiner seiner zahb- 1."en \r;;abii tung.n bat Heyse ein Konzept entworfen. Er ld t b und schr ibt sie gleich ins Reine, nachdem er sie im Kopf ausgearbeitet bat, und diese Reinschrift, welche in die Druckerei wandert, km.. ihm i.- wenig lleberlegmtg und Anstrengung mehr, daß c. sie wie ein Pensum in täglich so und so vielen Stunden iina Bogen piinltlid; absolvieren kann. Ter Erfinder läßt oe». Sa)rciber, mit dem er sich deckt, so lange warten, bis er fertig ist, dann diktiert er ihm ui die Feder mit einer Schnelligkeit, welcher der subordinierte Handlanger der Phantasie kaum gewachsen ist. Trotzdem vermag der eine den anderen nicht zu entbehren; denn das Bild des eilig hingekritzelten Manuskripts wirkt wieder bc> sruckst end und anseuernd auf den niemals ruhenden Geist des E.iinders zurück,'und unter den tausend Möglichkeiten des Ausdrucks steht ihm im Moment des Festhaltens fast immer das richtige und entscheidende Wort zur Disposition. Gröbere und zeitraubende Irrtümer im Text kommen kaum vor, die wenigen, meist sorg» ! altig verwischten Korrekturen beziehen sich auf stilistische U neben- beiten und werden nachträglich beim Wiederlesen des Geschriebenen rjrgtnonnnen. Bezeichneiw für den Dichter ist die Wählerisc!' Sorgfalt, mit der er sein Arbeitsmaterial ausmustert. Tas gc io övfte, vollkommen holzfteie urw faserlose Hmidpapier, dessen etwas rauh:, feinlöntige Oberfläche seiner mit der Regelmäßigkeit eines ausgezogenen Uhrwerks darüber hinsegenden Kielfeder er wünschte Hemmungen in den Weg legt, gilt zienttich hoch im Preise. Es ist der einzige Luxus, den sich der sonst äußerst spar- lame Haushälter gestattet.Knauserig im kleinen, bis zur Ver- ichwendung freigebig im großen!" lautet der uneingestandene < rundsatz seines durch die Praxis erhärteten ökonomischen Systems. Ohne daß sie es ahnen, befördert er seine Korrespondenten zu 'Jcutiisettcilie rauten; er reiht die leergebliebenen Blätter ihrer Briefe unerbatlick ab und tennt dabei fein Ansehen der Person. Als ob er sich selbst vor einer so nichtachtenden Behandlung schütze»'

sagen.

Die Arbeit des Abgeordnetenhauses m rasm und prompt erledigt worden, und die mühsame Vorarbeit der Regierung ist schonungslos in die Hust geblasen worben. Herr t._ Bett,-! mann-Holiweg wird die Re-orm aus der >?anv der icio.eu sicherlicy entgegeiinehmen, wir meinen abei, das; -H