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Erster Blatt
Mittwoch, U. vezemder 1910
160. Jahrgang
Anzeiger für Gberyessen
monatlich 7ö'v^ viertel- iabrhct) Ltt. 2.20, durch ttbbole- u. Zweigstellen monatlich 65 'UL; durch dieBost 'Btt.2.— viertel- jäbrL ausschl. Beilella. ZeüenpreiS: lokal 15 UL, aueivnrte 20 U'enniq. Chefredakteur: A (Äoetz. Berautivoillich für den polilychen Zeil: August Vtoeg; für „Fenille- ton', .Vermischtes" und „Wenchlsjaal": H. 9ieu-
fünrn^cRezm,Ln"limn'c NotaNonsdru» tfflb Verlag der vrühl'schen Univ.-Such- unö Steinbruderd R. rangt. Reöaftion, Lrpebition nnb Druckerei: Schulstratze 7. d"n
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Tet »icheaer grifft frid)ftni täglich, autzer Sonntags. - Bei lagen: viermal wocbentlicb SlthenelLamilienblätler iiucmuu »MÖrtieml.Ki eis lletUiirlcn Kreislichen sDlenstug und Freiing); zweimal monatl. Landwirtschaftliche SeUfragen jlermplech - Anschlüsse: für die Redaktion 113, Verlag u. Expedition 51 Adiesse für Depeschen:
Anzeiger Gietzea.
Die heutige Nummer umfaßt 16 Seiten.
(Es regt sicht
Der Einsender der ersten 2k tracfi hingen , Was nun?" möchte zu der Difnahine seines Vorschlag s in der Oeffent Tid)feit nochmals das Wort ergreifen und [eine früheren Ausführungen vervollständigen. In dem von uns dargelegten Smne geben wir ihm hier gerne wiederum das Wort. Er schreibt:
Der am Samstag ergangene Mahnruf „Was nun" scheint eine zunächst befriedigende Wirkung ausgeübl zu haben. Würger aus allen Greifen rühren sich iin Sinne einer iVerständigung und auch der Hansabund wird das Seine dazu tun. Wie sehr dec Appell gewirkt hat, zeigt am besten ine «Aufregung im feindlichen Lager, das mit dem Zusammengehen der lib Parteien bereits eines seiner schönsten Felle wegschwimmen steht „Teile und Herrscl-c", so hatte man sich dort gesagt; hoffentlich verfrüht und zu Unrecht, föie von deutsch-sozialer Seite gemachten Ausführungen sind in einein Ton gehalten, der eine Erwiderung von selbst erübrigt. Entweder hat der Einsender den vor- hergehendekl Mahnruf nicht richtig gelesen, oder er hat ihn nicht verstanden. Die politische Stellung, die Herr Köbler entnimmt, ist zu bekannt, um des Näheren hier erörtert werden zu müssen. Daß er aber nicht einseitiger Agrarier ist, ist mindestens ebenso interessant wie die Andeutung der „Gegenleistung". Eine Kennzeichnung der Deutsck-- und Chrrstltch-Sozialen als einseit ge Klassenpartei ist mit feiner Silbe geschehen, und daß man bei Aufstellung von Kohler nichts anderes von jenen Parteien erwartet hat und erwarten konnte, ist ausdrücklich hervorgehoben worden.
Lus die nndere lguschrist sei erwidert:
Herr Kohler ist selbstverständlich ein bürgerlicher Vertreter, ebenso Vertreter bürgerlicher Paneien Aber er kann doch als am weitesten rechts stehender Kandidat, als rückhaltloser Verfechter der Interessen des Bundes der Landwirte, bei der Verständigung der bürgerlichen Parteien aus einer Mittellinie ebensowenig in Frage kommen, wie ein Vertreter oer äußersten Linken Die gewiß auch bestehenden Verdienste Kohlers auszuzählen, ist müßig; sie werden über ausgewogen durch (eine grundsätzlich bünd- lerische Haltung in wirtschastspoli.ischer Hin.icht
Daß der Hansabund in seinem Kampfe gegen die Anmaßungen des Wundes der Landwirte, zu deren Zurück- werfung er doch gegründet wurde, unter Umständen extrem werden muß, mag sein. Jedenfalls ist aber gar nicht die Rede davon gewesen, daß ein extremer oder überhaupt Hansabund-Kandidat als iolcher crufgo stellt wird, sondern der Hansabund soll nur, da Mitglieder beider liberalen Parteien umspannend, die V e r st ä n d i - gung aus einer Mittellinie versuchen Der Ausschluß derLandbevölkerung von einem Zusammen gehen wäre in der Tat Verblendung. Aber wer will die Landwirtschaft ausschließen?
Die Landbevölkerung kurzerhand mit der Kandidatur Aähler zu identifizieren, geht — das beweisen bie Wahlresultate — doch auch nicht an War es nicht ein großes Entgegenkommen den Wählern Köhlers gegenüber, dag man ihnen den Vertreter der landwirtschast.ichen Wissenschaft als Kandidaten offerierte? Und wenn Herrn K'^h.er b efer als Mensch, als Fieunb der Landwirtschajt, als Versechiei eines mittleren Programms paßte, hatte er kein Recht, zu bestimmen, welcher Fraktion sich P o e sor Gstevius anschließen solle ober nicht Tie Landwirtschaft ist der nationalliberalen «Partei Tank, viel Tank schuldig, und einer solchen Partei sich anzngliedern, konnte und kann niemand Gisevius wehren Tie Vereinigung aller bürgerlichen Wähler aus eine Person wäre möglich gewesen, hätte man sich ernstlich aus der vorgeschlagenen Mittellinie zusammen finben wollen. Gisevius .ist kein Parteimann im engen Ziahmen; er mußte aber zur Durchführung bestimmter Wünsche und Forberungen Anschluß an eine Partei haben, und diesen glaubte er in einer Mittelpartei, wie die national liberale, zu finden. Im übrigen ist Professor Gisevius vermutlich auch nicht derjenige, der die ihm angetragene Kandidatur ausrecht erhalten wird, wenn er sieht, daß sie einer Verständigung der bürgerlichen Parteien im Wegc steht. Seine vornehme Haltung und Gesinnung bürgen dafür, daß er für seine Person jede Minute die Konsequenzen aus gemeinsamer Operation zu ziehen bereit sein wird
Zu dem Vorschlag der Kandidatur Troß Stellung zu nehmen, ist hier nicht der Ort. Das ist Sache des von den bürgerlichen liberalen Parteien zu schassenden Wahl- re)p Verständigungs-Ausschusses. Daß aber nur eine den WertderLandwirtschastnichtunterschäßende gerade Persönlichkeit, die in allen Sclächten bei Bevölkerung weitgehendes Vertrauen genießt, in Frage kom men kann, braucht nicht besonders betont zu werden, ebensowenig, daß es eine solche sein muß, die auch die Interessen der anderen Stände kennt und nachdrücklich iualjr- zu ne hm en geeignet ist.
Die jetzige Stimmung im nationalliberalen Lager wird durch folgende Zuschrift gekennzeichnet:
Die Ausführungen in den beiden gröberen Zuschriiten unter dem Stichwort „Was nun?" haben zwei ellos in weiten Schichten der Bevölkerung unseres Wahlkreises Aussehen erregt. Sie haben das gemeinsam, eine (Einigung in unserem Bürgertum gegenüber ber anftürmenben Sozialdemokratie zu wünschen und zu erstreben. Freilich aus etwas verschiedenen Wegen: denn sie kommen sicher ?u5 verschiedenen Lagern Die erste,dürste aus den Kreisen dcs- inngen Teiles unserer Bürgerschaft stammen, der nichts mit der Sozialdemokratie zu tun haben will; bie zweite stammt aus antisemitischem Lager. Die erste sieht in der Kandidatur des Derrn Pros. Gist'vius eine glückliche Wahl, die geeignet ist ober geeignet sein könnte, bei ruhiger, von Parteifanattsmus nicht
getrübter Ueberleguna, eine Verbindung von Stadt unb Lanb herbeizusühren, wie sie eigentlich idealer kaum gedacht werben fann. Herr Prof Gisevius lebt in der Stabt, ist durch seinen langjährigen Aufenthalt in Städten mit den städtischen Verhältnissen vertraut und hat, wie sein in Grünberg entwickeltes Programm klar und deutlich zeigt, gründliches Verständnis für die Verhältnisse und Bedürsnisse des getverblicheu und kaufutännischen Mittelstandes. Als ber Beriet über jene Grünberger Versammlung im „Gießener Anzeiger" ersckstenen war, konnte man in hiesigen mittelstandisck)en Krcisen^Aussprück>e Horen: der Mann hat doch Verständnis für untere Sache! u. dergl. Herr Gisevius ist Beamter. Er ist ja auch nicht immer Hochschulprofessor gewesen. Er kemck auch die Lage und die Freuden und Leiden des Beamtenstandes aus eigener Anschauung. Sein Beruf, ber im wesentlichen im Dienste ber Landwirtschaft steht, hat ihm aber auch durch das Studium des nationalen und weltwirtschaftlichen Verkehrs einen guten Einblick in bie Weltwirtschaft und damit auch in die Bedürfnisse des Handels unb der _ Industrie verschafft. Sein soziales Programm zeigt, baß er den sozialen Verhältnissen Verständnis nnb Interesse entgegenbringt, daß er gewillt ist, die soziale und wirtschaftliche Lage des Arbeiterstandes zu beben. Allerdings berück;ichtigt er in seinen sozialpolitisck>cn Grundsätzen nicht cm’eitig die radikalen Forderungen der soziLldeniokratischen Arbeiter, sondern fragt auch: Können bie anderen Berufsstände dabei bestehen oder werden sie dadurch zu Grunde gerichtet?
Man hat ihn von gewisser Seite als einseitigen Agrarier verschicken. Genügte doch, wie man hören konnte, schon sein Berus als Professor der Landwirtschaft, ihn als „Agrarier" „verdächtig" erscheinen zu lassen. Wie falsch dies ist, zeigt die erwähnte Rede. Gewiß ist bie Hauptarbeit seines Lebens dem Wohle der Landwirtschaft gewidmet, deren Lage er ja als praktischer Landwirt aus eigener Anschauung kennt. Gewiß hat seine schon längere Jahre andaueriide Tätigkeit im Interesse der Land- wirtscl>aft ihm die Achtung und das Vertrauen unser hessischen, namentlich der oberhessischen Landwirte erworben. Hat doch der Verfasser dieser Zeilen von einem Teilnehmer landwirtschaft- lidKT Versammlungen gehört: „Wenn Pros. Gisevius spricht, so bangen ihm die Bauern am Munde."
Da ist es doch eine sonderbare Sache, wenn nun von gewisser Seite gesagt wird: Ja, Prof. Gisevius ist uns schon recht Wir haben gar nichts gegen ihn einzutvenden; aber nur, da er von den Nationalliberalen ausgestellt ivorden ist, Rinnen wir nicht für ihn sein Hat sich Herr Prof. Gisevius dadurch geändert? Tas anzunehmen, wäre ja geradezu Unsinn. Wählt man denn bie Partei ober den Mann, die Persönlichkeit? Herr Prof. Giseviils hat ja felbst gesagt, daß er nicht Mitglied der nationalliberalen Partei ist, wie er nicht Mitglied irgend eines wirtschaftlichen Verbandes ist. Er fühlt sich zur national- liberalen Partei hiitgezogen, weil sie überall die goldene Mittellinie einzuhalten strebt, in politischen wie in wirtschaftlichen Fragen.
Dars man einem solchen Man:, zurnuten, er soll parteilos bleiben? Das hieße ihn kalt stellen, hieße seine Wirksamkeit lähmen. Denn was ist ein einzelner im Parlament?
Man sollte eigentlich der hiesigen nationalliberalen Leitung dankbar dafür sein, daß sie davon abgesel)en hat, einen ausge- prochenen Parteimann auszusteilen und daß sie dem Wahlkrcift einen Mann vorgeschlagen hat, t>er__ wie wenige geeignet ist, das national denkende Bürgertum in Stadt und Land so iuteresse- ausgleichend im Reichstage zu vertreten.
politifcbc Tnncsscbnn.
Zum Profrsforenftreit in der Berliner Universität.
Man fdjreibt uns aus Be rlin :
Wie wir hören, Hut die Unterrichtsverwaltung bisher noch keine Veranlassung genommen, sich in den Professoren- ftreit an der Berliner Universität amtlich einzumischen. Ein Gerücht, das in akademischen Kreisen umgeht, der K u 11 u s m i n i st e r beabsichtige ein Disziplinarverfahren gegen bie vier Dozenten einznleiten, entbehrt jeder Begründung. Obgleich man im Kultusmini- fterium von dem bisherigen Verlaufe der Affäre durchaus nicht befriedigt ist, betrachtet man vorläufig den Augenblick noch nicht als gegeben, amtlich einzugreifen. In. Kultusministerümt herrscht aber die Meiimng vor, das die Angelegenheit jetzt keine innerakademische mehr wäre, nachdem es bie vier Dozenten für notrocnbig erachtet haben die Angelegenheit, bie bei einigem Takte sehr gut als eine nneratabemische hätte behandelt werden können, der breiter Oessentlichkeit zu unterbreiten Es ist nicht ausgeschlossen, daß später ein amtliches Eingreifen notwendig werden wird Wie verlautet, soll übrigens bie Angelegenheit im Laub- l a g e bei ber Haustzaltsbesprechung zur Erörterung kommen.
D:e deutsch-russischen vezichuiMn.
Zu ber Rebe des Reichskanzlers über bie Aeußere Politik bemerkt bie „N o w o j e W remj a":
Deutschlanb entsage beziig ich bes nahen Ostens feiner dhifelanb schäbl'cken Polfti., R i land sagte dafür die Verbindung zwischen Persien und ber Bagdab bahn zu Wir erkennen bie vollzogene Tatsache von Deutschlanbs Entgegenkommen an Es haben nicht nur Deutschlanb unb Rußlanb, sonbern auch die Türkei und Persien davon Vorteil Tie Rede habe sich durch eine in der Diplomatie seltene A u s r i ch t i g l e i t ausqeze chnet
Entgegen der Allssassung ber französischen Peefte be merkt bas Blatt, bie Kanzlerrede und em Interview Ssasoll ows mit dem Vertreter der ,.9tolvoie Wremju" ließen in genügender Deutlichi'eit erkennen, was ber Sinn ber Potsdamer Uiitencbimi'.en gewesen )ei
„Virshewija Wjedomoßi" er.cnnen an, baß bi Kanzlerrebe von dem Geist aufrichtiger Friedensliebe durchweht ist und von dem Wunsche diktiert, die Beziehungen zu Rußland und England noch vol.kommener zu gestalten Es sei die P.licht der Presse, diese Beziehungen in jeder Weise zu unterstützen.________________
D e Franzosen im VaSa'gebiele.
Paris, 13. Dez. Oberst Largeau von der Kolonialinfanterie wurde zum Kommandeur der Streitkräfte im Tschadseegebi.Lt aiä Ra^fo.ger von Ober,.leui- uant MvU ernannt. 1
Amtlich verlautet, Kvlonialminister Morel habe uactz einer Unterredung mit dem Gouverneur von Aequatorial-^ Asrika, Merlin, beschlossen, von der Kainmer die erforderlichen Kredite zu verlangen, um ein Kolonial- Jnfanterie-Regiment unb ein Regiment schwarzer Senegal-Truppen als Verstärkung in bas Wada:-Gebiet seinden zu können.
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Der Berliner Korresponbent bes „Petit Parisietck^ meldet: Staatssekretär von Kiberlen-Waech- t e r habe ihm nach Schluß ber Reichstagssitzung aus bie Frage, ob er berichteu lönue, baß der Zwischenfall von Agadir beendet sei, geantwortet: Ich ermächtige Sie sehr gerne dazu, aber um die Sache ganz richtig darzustellen, erklären Sie lieber, daß es überhaupt keinen Zwischenfall gegeben habe. Von beiden Seiten kann man sich dazu nur beglückwünschen.
Zum Rücktritt des Kabinetts vienerth.
Wien, 13. Dez. Bei Beginn ber Sitzung bes Abgeordnetenhauses teilte der Ministerprchident den Rücktritt des Kabinetts mit. Der Kaiser habe ben Rücktritt angenommen und das Kabinett mit ber For s h- cung ber Geschäste betraut, sowie gewünscht, bis zur Bildung des neuen Bubgetprovisoriums ben Hanbelftverlrag mit Serbien, bi? Verlängerung ber prov syrischen Geschästs- orbnung unb bie Wahlen zu den Delegationen schnellstens zu erledigen. Die Regierung werde die Arbeiten des Hauses in loyalster Weise fördern. (Lebhafter Beifall bei ben Ehristlich-Sozialen.)
Das Abgeordnetenhaus beendete die erste Lesung bet Bankvorlage, welche dem Ausschüsse zugewiesen wurde und erledigte hierauf den Dringlicykeitsanlrag betreffend die Lage der Postosfiziantim. Hierauf wurde bie Sitzung geschlossen Mchste Sitzung morgen vormittag
Der Polenklub Hai einstimmig beschlo s n, für daS dreimonatige Bubgetprovisorium unb bie Verlängerung der provisorischen Gesck-äitsordnungs-Resorm gejchlos>en zu stimmen.
Das Ersetz gegen die Mitzsiände im hcilgewetde im Ausjchuh.
:: Berlin, 13. Dez.
Ter Reichstagsansschuß zur Beratung bes Gesetzes gegen bie Kurpfuscherei trat heute zum ersten Mal ziisam- men. Der Zweck ber heutigen Sitzung war lebiglrch bie Feststellung des Materials, um bas bie Regierung ersucht werben soll. Es liegen hierzu eine Reihe Anträge vor von ben Vertretern ber Volkspartei, Tr. Müller- Meiningen, Oeser unb Dr. Struve unb vom Zentrumsad- georbueten Faßbenber. Dr-r Ausschuß nahm diese Anträge, soweit sie nicht zurückgezogen wurden, an.
Der Reichskanzler wirb hiernach ersucht, bem Ausschuß bis zur nächsten, nach Neujahr stattsiiibenben Sitzung soweit möglich bis zum Wie-berzusammentritt bes Reichs- iaaes, folgenbe Auskünfte zu erteilen Erstens eine lieber* ficht über bie in ben letzten 10 Jahren rechtskräftig er* otgten Verurteilungen gegen approbierte Personen (Aerzte) uuf ber einen und gegen nichtapprobierte Personen auf der unberen Seite.
Zweitens soll eine Uebersicht gegeben werben über die Ausbreitung ber Geschlechtskrankheiten in Deutsch- ianb resp. in Preußen und ben übrigen Bunbesstaaterr. Drittens, welche mystischen Verfahren in Deutschlanb zur Anwendung gelangen, ob Einzelheiten über bie Verbreitung dieser Verfahren festgestellt sind unb welche, mb ferner auf welche Volksschichten sich die Verbreitung erstrecke.
Ans (Klien.
Der Provinzialvarteitag des Zentrums für Rhein- Hessen wird am Sonntag dem 18. Dezember in Worms tattfinben. Reichstagsabg. Gras P r a s ch m a unb Lanb- agsabg. Justizral Dr. Schmitt werben Ansprachen hallen.
Aus bem Wahlkreis Mainz-Oppenheim. Am Dienstag tagte ber Wahlkreisvorstanb ber national l i b e r a l e n Partei bes Wahlkreises Mainz-Oppen- jcim. Er beschloß, prinzipiell in ben Reichstagsivahlkampf des fommenbcii Jahres emzutrelen und zu diesem Zrv^ck Fühlung mit dem Freisinn zu suchen, lieber die Person bes aufzujtellenden Kandidaten soll lwch verhandelt werben.
fk'utjdhcs Ueicb,
Im Reick) stag brachte bie fortschrittliche Bolkspartei folgeiibe Anfrage ein: Ist ber Reichskanzler bereit, angesichts ber schweren Mißstände, bie sich aus ber Besteuerung von Zünb waren für bie beteiligte Jnbustrie unb ^Arbeiterschaft wie für bie Verbraucher ergeben haben, bie Aushebung bes Zünbwaren- st e u e r g e j e tz c s vom 15. Juli 1909 in bie Wege zu leiten?
Nachrichten ans bem Rheinlaub zufolge finb bort bie Konfektionsfchneiber in eine Lohnbewegung eingetreten. Sie verlangen einen Lohn- unb Arbeits- taris in ben Mußaeschäften.
Wie bie „Pfälzische Presse" melbet, haben etwa 6000 pfälzische Veteranen an ben Reichstag eine Bittschrift um Beteranen-Fürsorge eingerercht.
2tii5lmiö.
In einer an bie Kamniern gerichteten Nvte über bie Küstenverteibigung betont die n i e b e r 1 ä n b i j ch e Regierung die 'Jümuenbigfeit, bie Einfahrten zu den Häfen schließen, um bie Neutralität aufrecht zu erhalten und


