„Weltkongresse für freies Christentum".
-Gerade jene verteidigen den Unglauben am lautesten, die sich den Umlturz aller staatlichen und bürgerlichen Ordnung zu ihrem sZrele gesetzt haben. Wir stehen vor etwas Unfaßbarem, wenn wrr hohe Staatsmänner diesen ausgesprochenen zielbewußt staats- teurdllchen Elementen die Wege ebnen sehen und Lob und An- erkenuung aussprechen hören. (Lebhafte Zustimmung.) In diesem
Das vom Katholikentag an den Kaiser gesandte Tele- lautet: Eurer Kaiserlichen und Königlichen Majc- bringt die 57. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands, tagend im ehrwürdigen Augsburg, einem edelsten Vororte der Christenheit, die ehrfurchtsvolle Hul- orgung dar. Mit ganz besonderem Danke sind wir *™et eingedenk allezeit der von Eurer Kaiserlichen und Zwmglichen Majestät hervorgehobenen Bedeutung und Wert- chatzung des christlichen Glaubens und kirchlicher Gesin- nung, sowie des gleichmäßigen Wohlwollens gegen» über allen Angehörigen des Deutschen Reiches. Unfern aufrichtigsten tiefgefühltesten Tank glauben wir am besten betätigen können duttch die Versicherung tiefster Ehr- urcht, unverbrüchlicher Treue und durch den Wunsch, daß Gott der allmächtige Eure Kaiserliche und Königliche Majestät noch für eine ungemessene Zeit zu glücklicher und egensreicher Regierung erhalteii möge.
Aus Staöt und Land.
Gießen, 23. August 1910.
— Veränderungen im 18. Armeekorps. Befördert zum Oberleutnant der Lt. der Res.: Ha äsen (Krefeld) des Jns.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116; zum Oberlt. der Lt. Gluckert [3ohanne8] (Worms) der Res. des Jnf.-Leib-Negts. Großherzogm (3. Großh. Hess.) Nr. 117; zu LtS. der Res.: die Nizefeldwebel bezw. Vize. Wachtmeister: Neumann (Frankfurt a. M.), Dietjche (I Darmstadt) des 1. Nassau. Jnf.-Regts. 9U. 87, Seitz
Alpen, mrd jenseits der Berge unseren heiligen Vater, an dem unser ganzes Herz hängt mit aller Liebe und Treue, als dem Träger der ihm von Gottessohne gegebenen Gewalt. Wir haben aber auch auf der anderen Seite Berge, das Erzgebirge, den Fränkischen Jura, den Harz, und wie die Berge alle heißen, und über diesen Bergen haben wir unseren herrlichen Kaiser, an dem unser Herz auch hängt (Stürmischer Beifall), als dem! Vertreter der ihm von Gott gegebenen Gewalt in irdischen Fragen. In diesem Sinne erteile ich der Versammlung meinen bischöflichen Segen. (Die Versammlung nimmt den Segen knieend entgegen, darauf setzt minutenlanger Beifall ein.)
Der Präsident Marx dankt dem Bischof und den anderen hochwürdigen Herren, die in so großer Zahl hier erschienen seien und begrübt, namentlich den Erzbischof von München-Freising sowie die Bischöfe aus Brasilia, Indien usw. Wir sind unangreifbar und unbesiegbar, wenn uns das Band der Einigkeit umschlingt. Wenn aber unsere Bischöfe, unser Klerus und unsere Ordensleute angegriffen werden.
Der Redner führte aus:
Christus gründete eine Schule für die Menschheit, berief Lehrer. « F,™ dtzr Geist der Wahrheit einführte und entsandte die Apostel in alle Welt, die ausgeitattet waren mit der Kraft, Hüter der göttlichen Wahrheü und Beschützer aller wahren Moralität zu lein. Durch alle Jahrhunderte hat die Kirche diesen Idealismus gehegt und gepflegt. Ehe die Staaten und Gemeinden daran denken konnten, hat sie Schulen gegründet. Und bis zum Aufllärungs- zeitalter ging ein religiöser Zug durch unser Schulwesen. Dann jedoch
begann 1848 der Emanzipationskampf, zunächst gegen die Kirche, dann gegen das Christentum und gegen cme christlicl)e Weltanschauung, für eine nicht erprobte christusfreie Weltanlchaung Es ist interessant, daß schon 1848 auf der ersten Veriammlung des Allgemeinen Deut scheu Leh rerver- eins die heutigen Forderungen des Schulkampfes aufgestellt tour» oen JJcit ei|erne Konsequenz hat der Deutsche Lehrerverein bis m brese Tage hinein für seine Forderungen gekämpft. Man will zwischen Kirche und Schule eine Scheidewand aufrichten, die geist- llche ^chulaufftcht radikal beseitigen, die Schule jeden religiösen Charakters entkleiden. An Stelle des Religionsunterrichts will man einen religionslosen Moralunterricht setzen, der von Gott nichts weiß. Dieses Eindringen des widerchristlichen Geistes in unser deutsches Schulwesen muß zu einer Demoralisierung, zu einer Forderung der destruktiven Tendenzen im Staatsleben führen, und darum müssen totr gegen dieses Prinzip — nicht gegen einen einzelnen Stand den Kampf aufnehmen, den
Kampf bis aufs Messer.
(Stürm. Zustimmung.) Ter Lehrer hat nicht das Recht, seine ' ftlbiektiven Anschauungen in die Herzen der Kinder hineinzutragen. ES wäre schlechterdings eine Vergewaltigung des christlichen Ge- •' wissens, wenn diejenigen, denen das Gesetz Gewissensfreiheit ga- - ranttert, gezwungen würden, ihre Kinder einer Schule änzuver- trauen, die nach ihrer Ueberzeugung keine christlichen Charaktere I Tneljr heranbildet Darum fordern wir die Beibehaltung der geistlichen Schulaussicht.
Hierauf wurde die Versammlung mit einxm Hoch auf Papst, Kaiser und Prinzregent geschlossen.
Konferenz der hessischen Vergwerks-Setriebsleiter.
, Auf Einladung der de Wendel schen Bergverwaltung hatten ich die Betriebsleiter der hessischen Bergwerke am 19. ds. Mts. in stattlicher Anzahl in Waldmichelbach i. Odenw. einge- um die dortigen Anlagen des Manganerzbergwerks zu besichtigen. Zunächst wurde die am Bahichof Unter-Waldmichel- ,ach gelegene Erztrockenanlage besichtigt, welche dem gruben» feuchten Erz den größten Teil des Wassers entzieht, nm den weiten Eisenbahntransport zu den lothringer Hüttenwerken billiger zu gestalten. Die eigenartige Anlage mit der sorgfältig dnrch- gebildeten Staubabscheidung wurde vom Bergverwalter F o l m e r eingehend erläutert. Auf der anschließenden Wagenfahrt zur Grube und sich Gelegenheit zu lehrreichen Einblicken in den geologischen Aufbau des hinteren Odenwaldes mit seiner auf Granit aufgebauten Decke von Schichten des Rotliegenden, des erzführenden Zechstelns und des Buntsandsteins. An den Baulichkeücn des Huyschen ehemaligen Eisenhammers, die ihre frühere Bestimmung noch deutlich erkennen lassen, pnd an den Erzgruben Ludwig und Morgenstern vorüber ging es zur Grube Aussicht, deren B^ahrung den Tellnehmern ein deutliches Büd von den technischen Schwierigkeiten, aber auch von der Ausdauer gab, die zur Ueber- windung dieser Schwierigkeiten notwendig ist. Besonderes Jn- teresse fand ein Erzaufzug inittels Wasserkasten, die eigenartige Abbauweise und die Einrichtung der Bremsberge mit Bremstrom-. mein von zweierlei Durchmesser, sowie endlich die Drahtseilbahn, die mit ihren zahlreichen Winkelstationen — eine Folge des sehr ungünstigen Geländes — ihresgleichen sucht. — An die Besichtigung schloß sich die Betriebsleiterkonferenz in Waldmichelbacb bei welcher zunächst Herr Berkes die Ergebnisse der bergbaulichen Lohnstattstik im 2. Kalendervierteljahr 1910 mitteilte. Die Zahlen lassen erkennen, daß die Beschäftigung wie auch die Lohnhöhe sich gegen das gleiche Vierteljahr in 1909 etwas gebessert hat, daß im Vergleich mit außer hessischen Revieren gleicher Mineralgattung die Löhne in Hessen nicht wesentlich abweichen und daß die Gesamtsumme an Löhnen ohne die Beamtengehätter bei den hessischen Bergwerken, Salinen und unterirdischen Brücken netto, nach Abzug aller Gefälle usw. rund 530 700 Mk. betraget hat. Diese Zahl läßt die wirtschaftliche Bedeutung des hessischen Bergbaues hinlänglich erkennen. Herr Bergassessor Kobbe' berichtete sodann über die Resultate der hessischen:
Knappschaftsstatiftik für das Jahr 1909
Herr Bergrat Köbr ich schloß endlich mit geologischen Erläuterungen zu dem Exkursionsgebiet des verflossenen und des folgenden Tages. Am Vormittag des 20. begaben sich die Teilnehmer zunächst nach Lindenfels, wo zufolge freundlicher Einladung der Firma Kreuzer u. Böhringer zunächst deren große Steinschleiferei unter kundiger Führung besichtigt wurde. Neben den mächtigen Steinsägen, den Sck)leiftischen und Poliermaschinen fanb eine Dreherer und die Sandbläserei ganz besonderes Interesse. Im Steinbruch wurden besonders die tech- mschen Einrichtungen beachtet. Die nächste Besichtigung galt den interessanten Schiefer schichten in der Nähe des neuen Bismarck- turmes. Am Nachmittag wurde auf der Rückfahrt noch das Gadernheimer Graphit schief er Vorkommen und der schöne Granitfels dabei ausgesucht. Namentlich der letztere übte eine große Anziehungskraft aus, zumal da die Ausbeute eine wider Erwarten schöne war. Von dem ehemaligen Graphitbergbau vor etwa 60 Jahren, welcher eine Jahresausbeute von 50 000 Zentner gegeben haben soll, sind nur noch geringfügige Spuren übrig geblieben. — Noch einmal auf der Weiterfahrt mußte das Auto halten, um den Bergleuten enblid) auch noch Gelegenheit zum Besuch der Betriebsstätte des Reichenbacher Kupferbergwerks zu geben, das, schon um 1600 in Betrieb, in den 1860 ev Jahren wieder aufgenommen wurde und Anlaß zur Errichtung eines Laugewerks und eines Schmelzofens gab1. Eine neueste Betriebsperiode ist zurzeit unterbrochen; doch fanden die Besucher auf der Halde Proben des Erzes. — Die nächste Konferenz soll' am 8. Oktober in Gießen stallfinden.
jioili er nichts wissen. Ein Taumel hat die Menschheit ergriffen,' man leugnet nicht bloß das Christentum,, man leugnet die Grundlagen des Christentums fchlechthin, man wlll von Religion nichts ^mehr WM en. (Lebhafte Zustimmung.) Se^n wir nicht die frei» ■genüge Bewegung überall int Aufschwung begriffen? Sehen wir nicht Die Kräfte des Unglaubens eifrig dabei, die Schule an sich du reißen, um schon in das Herz der Unmündigen den Glaubenshaß zu lenken? Erkennen wir nicht mit Schrecken, daß unter den .Jugendbildnern der Unglaube und der Umsturz weitere Anhänger guwet? Und um das geradezu Widersinnige der Bewegung zu ckronen, veranstaltet man
Schwirftster, der Betteln zu seinem Berufe wählen wlll, findet .hier alle nur möglichen Hilfsmittel und kann sich binnen kurzem zu eurem Meister in seinem Fach ausbilben. Ein schwunghafter Handel wird m Notting Dale mit dem Verleihen kranker Kinder getrieben. Ein gewöhnliches krankes Kind kann ein Bettler oder noch häufiger eine Bettlerin schon für 50 Pfennig den Tag geliehen erhalten; ein ungewöhnlich elend und erbarmungswürdig aussehendes Baby kostet atteMngs 75 Pfennig und mehr, und eine ganze Familie elender Würmer, die fich mit lenem Weinen und Wimmern an den Hllfeflehendeii hängt, wird nut 2 Mark je Tag bezahlt. In einem Hanse wird eine Fabrik betrieben, die in großer Menge Tafeln für Taube unb Stumme aujertigt, dann Inschriften verschiedener Art, die das Müleid erregen Jollen, auf gräßliche Darstellungen von Schlachten und .Unglücksfällen, an denen der Betrüger teilgenommen haben will.
einem andern Haus ganz nahe dabei kann man billig „Beruhte" kaufen; so nennt man in der Bettlerstadt ausführliche Lügenge,chichten, in denen allerlei menschliches Elend aufgehäuft ist. Ter Bettler lernt diesen Bericht auswendig und wirkt durch beständiges Vorttagen dieser Geschichte auf das mitleidige Herz und den Beutel des Publikums ein. Die Bettelbrieffabrikanten geben gegen anständige Bezahlung zu ihren „Werken" auch gleich eine Liste derjenigen Gesellschaftskreise zu, bei denen gerade bie[c Erzählung den größten Eindruck Hervorrufen muß. Ein alter „Invalide" wendet sich an ehemalige Offiziere, ein herabgekommener „Student" wird mit dem besten Erfolg bei denen herumwandern, die in Oxford oder Cambridge ihr Examen gemacht haben. Viele Insassen von Notting Dale beginnen nutzt vor 6 oder 7 Uhr abends ihr „Tagewerk". Sie haben durch Erfahrung gelernt, daß des Menschen Herz und Portemonnaie in den Frühstunden des Tages am schwersten sich öffnen und daß er um so mitleidiger und freigebiger wird, je spater die Stunde ist. Ganz erstaunlich groß sind die Einnahmen, die manche dieser Berufsbettler haben. Ihr „Gewerbe" wirft ihnen viel mehr ab, als bie meisten Menschen in angestrengter ehrlicher Arbeit erwerben können. Ein besonders geschickter Schwindler, der den Namen „König der Betkler" führte und sein bestes Publikum unter den Besuchern der Börse fanb, gestand bei feiner Verhaftung, daß er jährlich 10 000 Mark mit seiner Bettelei mgeiwmnien habe. Er besaß eine Villa in Sydenham, in die er des Abends als Gentleman heimkehrte, nachdem er die zerlumpten Kleider und die „vollkommene Paralyse" abgeworfen hatte, mit denen er des Tages seine Erfolge erzielte. Viele Bewohner von Notting Dale verdienen 15—20 Mark den Tag, Und, eine wirklich gute „Geschichte" bringt ihnen auch noch mehr.
dann verlassen uns unsere Ruhe und Gelassenheit,
dann mögen sich unsere Gegner, die spottlusttgen, hüten. Auch gewisse hohe Staatsregierungen mögen sich das genau merken, daß wir treu zusammenstehen in Einigkeit mit dem Episkopat (Minutenlanger Beifall). Es gibt eine Grenze des Ertragens, und es gibt auch bei uns einen Punkt, wo wir unser Recht fordern. Wir lassen uns unsere Liebe und unsere Eintracht nicht stören. Die Zeiten sind vorbei, wo wir uns alles gefallen ließen. Wir wollen kämpfen auf dem Boden der Oeftentlichkeit. Das darf ich hier wohl sagen, es ist ein Zeitpunkt für mis, wo es notwendig ist, die Bischöfe und Ordensleute zu verteidigen. In diesem Sinne heiße ich die Herren des Episkopats willkommen. Wir vergessen aber auch diejenigen nicht, d i e h i e r fehlen müssen, die eine mißverstandene Gesetzg ebun g gezwungen frat, fern von uns zu sein. Ich erwähne unsere fernen Ordensgenossen gleich am ersten Tage, damit unsere guten Freunde von der liberalen Richtung darüber leichter hinweg kommen und nicht bis zum letzten Tage warten müssen.
Ein Gruß all den Jesuiten draußen
„ Bischof Ritter von Lingg
das Wort zu folgender Ansprache: Eure Exzellenzen und hoch- wurdige Amtsbrüder, ansehnliche Versammlung! Sehr gern habe lch dem Wunsche entsprocheii, den ihr Präsident mir Dortrug. Gibt er nur doch Gelegenheit, Ihne nullen, die aus allen Gauen unseres großen Vaterlandes hier zusammengeftrömt sind, ein recht kräftiges Grüß Gott! entgegenzurufen. Grüß Gott in der Diözese Augsburg. Sie haben wohl alle unseren herrlichen Augustus- ''*'"** . "** dem majestätisch Kaiser Augustus steht und v mu.,,. ।—unter Kastell sein. Hier möchte ich sagen: hier sott
l^erDeretn beigetreten war, und nicht dem katholischen Lehrer- für ein paar Tage das Lager der römisch-katholischen Soldaten wewande, der sich ebenfalls um sie bemüht hatte. fein. Wenn Sie um den bischöflichen Segen bitten, so folgen Sie
. Der Präsident des Katholikentages Reichstags- und Landtags- damit einem alten Brauche der Katholikenversammlungen, die von »abgeorbneter Oberlandesgerichtsrat Marx (Düsseldorf) eröffnetes I eh er Treue zur Kirche gezeigt haben dadurch, daß sie enge Fühlung ,-^Mammlung mft folgender programmatischen Ansprache, die Sum Episkopat anttrebten. Ich bedauere nun lebhaft, daß die
.gleichzeitig außerbayerischen Bischöfe infolge ihrer Versammlung zu Fulda
„ , . , verr Borromäus-Hirtenbrief an dieser Tagung nicht teilnehmen können, aber ich glaube im
befcanbelie: ... Namen aller sagen zu können, auch wir wollen engste Fühlung
tp erncr eigentümlichen Zeit! „Nichts gewalttger vut den Katholikentagen. Auch uns süid ihre Beratungen wert-
ais der Mensch! An diesen Satz des großen Sophottes erinnern volle Wmke m mancher Richtung, wenn Sie auch biswetten Be- ^un wir die Entwicklung der Menschheit unserer Zeit ichlüsse fassen, die manchmal weitergehen, als sie ein eigentlicher überblicken Großes hat unsere Zeit erftrebt und erreicht! Gewiß! Bischof m feiner Diözese durchführen kann, so sftid sie uns doch Aber aus dem wichtigsten Gebiete scheint sie zurückschreüend zu niemals gleichgültig und so.wird es unb so soll es bleiben. Noch ?ermchten, was Jahrhunderte vorher aufgebaut haben. Je mehr eme Bitte! Wir sind in Augsburg, und da bitte ich sagen zu der Mensch sich der Menschheit nähert, desto mehr scheint er sich dürfen: wir in Augsburg sind nicht ulttamontan, sondern Ä? ’Svr?1 llvMmnde, von der Quelle alles Lebens zu entfernen*I wir sind doppelt ultramontan
:Alle Wissenschasten fördert er, aber von der Quelle des Lebens, (Großer Beifall und Händellätschen). Wir haben da drüben die von Gott, dem allmächtigen Schöpfer des Himmels und der Erde, Alpen, und jenseits der Berge unseren heiligen Vater, an dem
in den Landen, ein Gruß auch unseren Ordensschwestern, die man gern als staatsfeindlich brandmarkt. (Stürmischer Beifall) Hierauf erhielt der österreichische Ackerbau Minister Ebenhoch das Wort zu seinem Vorttage über: Katholische Weltanschauung und Gewinnung der gebildeten Katholiken. Der Redner überbringt zunächst die Grüße der österreichischen Katholllen und deren Bewunderung für die gewaltigen katholischen Organisationen in Deutschland. Eine gleiche Weltanschauung umschlingt alle Katholiken der Welt. Barmherzigkeit, Glaube und Liebe sind ihre Grundpfeiler. Die gebildeten Katholiken sind in erster Linie berufen, die christliche Weltanschauung zu fördern. Dazu haben sie das wirksamste Mittel im allerheiligsten Altarsakrament. Der katholische Glaube muß der Menschheit erhalten werden und erhalten bleiben, lieber ihm weht die Fahne der Jungfrau Maria, die jeden erhört, der zu ihr bittflehend kommt. Wir weisen aber auch andere Christen nicht ab bei der Mitarbeit, wenn sie christusgläubig mü uns kämpfen wollen. (Lebhafter Beifall. )
Präsident Marx bringt mit Rücksicht darauf, daß der Vorredner den Geburtstag des Kaisers Franz Joseph erwähnt hat, zum Ausdruck, daß auch die Deutschen einen Kaiser hätten, ber die gleiche Friedensliebe betätige, wie der Herrscher der Habsburgischen Monarchie. — Daraus gelangte das Antworttelegramm des Papstes auf die Huldigungsdepesche der Versammlung zur Verlesung, das von Merry del Val gegengezeichnet ist.
3uni Schlüsse sprach noch Domprediger Wagner (Augsburg) über
3nr SHuL. Ms ich an tue ^Endnngsrür kam, | Chaos von widersprechenden: Ideen in Untemcbmimaen Teßen tim' Horte ich un Vorzmrmer bermts Stimmern Ich glaubt, es war mitten im Meere MersMttnttch ^^Achütttrt^>m betten verhau^ltyr über mich und I Petri, gekrönt von einem glanzenden Bau • der römisch-katholischen Da formte ich nun Kirche. (Lebh. Beifall.) Wenn jeinsrithe^n Jah?endann ftt
Alech^A börem Aber ich fühlte gegenüber den geschilderten Verhältnissen gerade jetzt eine solche
,cä, das &ers 3rttexte nnr, mft welcher ~iri>e bec Lehrer und der machtvolle begeisterte Veranstaltuna, ein kraftvolles Bekenntiiis un' mrAfSr Eue Zukunft kümmerten. Das hat sttes Festhaltens am heiligen katholischen Glauben notwendig
Tir oure Vorlesung wirkte (Zustimmung.) In einem Rundschreiben an die Oberhirten der
<Kere- gehört habe. Daheim katholrschen Kirche hat der Heftige Vater aus Anlaß ber Gedenk-
^<?^^Vrarrer Vater serer des großen Mailänder Erzbischofs, des heiligen Karl B or-
beSönt eme Iieue Lektion., Unb das schlug Iwch l)m a us, dessen Hirtensorge in einer schweren, bewegten Zeit llrteyr bM, _ dem katholrschen Hirtenamt in Erinnerung gebracht. Dabei find
. da an war rch hrav Urteil über bie damaligen Verhältnisse
smöben doch noch etwas geworden. Das danke ich heute nM ausgesprochen worden, die eine Anwendung auf die Gegenwart ■niemem ehrwürdigen Pfarrer, meutern gutem Vater und meinem ausschließen. Ohne Rücksicht auf diese Umstände hat man den
Mehrer. So hat man früher erzogen. Pfarrer und Vater Wortlaut des Rundschreibens bei der Uebersetzung ans der fremden ,und Lehrer stnd zummmen gegangen und dann sind die Leute «Sprache teils durch Mißdeutung, teils durch Entstellung verschärft 'auch etwas geworden. Der Redner erteilte hierauf der Versamm-i wie auich durch Heraushebung einzelner Wendungen ans ihrem Erg den bischMickfen Segen, den diese knieend entgcgennahm. Zusammenhang eine absichtliche Beleidigung Andersgläubiger nach- versucht. Wenn jene Kreise noch immer weiter die xVw er- . ! -Wogung schüren, so liegt die Annahme nahe, man wolle sich die
^as Amt des Leh rers und seine Weltanschauung. Gelegenheit nicht entgehen lassen, jene Eindrücke für polittsche L Er mernte, bte soziale Bewegung der Lehrer sei eine der irn- Zwecke zu verwerten und den konfessionellen Frieden zu stören pofantesten des letzten Jahrhunderts, aber das Streben dieser (Lebh. Zustimmung.) Wir halten unsererseits die Angelegenheit (Bewegung in der letzten Konsequenz bedeute die Freimachung für erledigt und ein weiteres Eingehen darauf für nicht geeignet, ;ber Schule von der Autorität aller Instanzen, nicht nur von den konfessionellen Frieden zu wahren. Wir wollen mit unseren -der Kirche, lonbem auch vom Elternhause. Da sei es wohl zu ver- evangelischen Mitbürgern in Frieden und Eintracht leben, ge- ! stehen, daß auch eine Aenderung in der Weltanschauung der Lehrer meinsam den christlichen Glauben verteidigen und Hand in Hand .emgetreten lei. Vom Standpunkt der Autorftät der Schule aus das Wohl des gemeinsamen Vaterlandes fördern. (Stürmischer • tonnten sie nicht auf dem Boden des Christentums bleiben. Es Beifall.) Ja, wir wollen dem Frieden dienen. Kardinal Kopp je&t aber ichon eine rückläufige Bewegung eiv. Der Lehrer kann sprach fa noch vor einigen Wochen die trefflichen Worte: „Wir riicht allein, der Herr in der Schule bleiben. Schließlich wird auch können die Gegensätze in religiösen Dingen nicht ändern und be- :der Lehreritand mft der Zeft einsehen, daß der christliche Einfluß seftigen, aber sie aus unseren gesellschaftlichen und bürgerlichen aus tue Schule nicht ausgerottet werden darf. Der Redner schließt Beziehungen fenihalten. Wir können unsere katholische Eigenart >mft einem Appell, un Amte des Lehrers die christliche Welt- mast verleugnen, aber sie wird andere nicht verletzen und kränken." anichauung hochzuhalten. Die Rede wurde mft großem Beifall Wir erheben aber energischen Protest dagegen, aufgeiwmmen und hierauf die Versammlung geschlossen. I daß man von einigen Seiten diesen Anlaß benufct, um die kon-
Um 5 Uhr abends trat in der Festhalle die erste öffent- M^uktte Spaltung zu vertiefen, die katholische Kirche und ihr liche Hauptversammlung zusammen, zu der der Andrang ‘ äu l^!chiniplen und Unfrieden zu säen. Wir warnen
:des Publikums 'trotz strömenden Regens ganz außerordentlich mar, ® ??r, PQur hiele!n. Wege weiterzugehen. — Was folgt
mit Rücksicht auf die Ankündigung, daß der österreichische Acker- Katholiken aus dielen Vorgängen der letzten Zeit? Die
bauminister über bie >,Gewinnung der gebübeten Katholiken" ^^hnung, uns um so fester an den Mittelpunkt unserer Kirche, ^sprechen werde. Auch der Bischof von Augsburg und die übrigen 0^ ^apostolischen Stuhl anzuschließen. Krieg dem Unglauben Bischöfe sowie die arideren Ehrengäste hatten sich vollzählig ein- Zuutuw, aber Liebe und Erbarmen dem irrenden Bruder,
gefunden. Viel bemerft wird die ausfällige Tatsache, daß die «ei un|er Wahl|pruch. Hoch über uns aber schwebe die ^ochulfrag e diesrnal in den Vordergrund der Verhandlungen I Kreuzevfahne Mit der unverwischbaren Inschrift: In diesem Zeichen .gerückt erscheint, und zwar nicht nur dadurch, daß man die heute ?e9enJ ^ Redner bittet den Bischof von Augsburg um
vormittag abgehaltene große katholische Lehrerversauimlung in- ore Grteilung des bischofüchen Segens. Darauf nahm mit jubeln- ■izenierie, sondern auch insofern, als man heute abend in der ersten I öen Za^afen begrüßt -öffentlichen Versammlung die Schulftage an die erste Stelle der' Themata gestellt hat. Der Grund ist wohl darin zu suchen, daß IILr^U9^ur9 biner der Hauptwortführer der deutschen Lehrer- versammlungen, Landtagsabgeordneter Oberlehrer Schubert, wohnt, der auf den Deutschen Lehrerversammlungen in München
-Strafjburg offen für die konfessionslose Schule eingetreten ist.
Befondns sein Auftreten auf der Straßburger Tagung erregte Stotzes Mißfallen in Zentrumskreisen, da kurz vor dieser Tagung. —----.
bie Elsaß-lothringische Lehrerschaft, die sich zu einem großen Teil Brunnen gesehen, auf jüu3 katholischen Lehrern zusammensetzt, einmütig dem Deutschen sagt: da soll unser K<


