die Schlafkrankheit
fouen die schon letzt m Ostafrika und Kamerun gestehenden Ein. ruhtungen der. MÄ35*B
die MisstonSgesellschaften m steigendem Maße die ärztliche Versorgung der Eingeborenen auf ihr Programm gesetzt haben. Ich bin mw der großen Be! deutuna der Missionen für unsere Kolonie boll be- und verkenne mcht, daß sie in manchen Gebieten einen jehr schweren Stand haben.
Erfreulicherweise ist das Verhältnis der Regie, ^ug zur Mission zurzeit sehr gut. Beide muffen Hand in Hand arbeiten zur kulturellen Hebung her Schwarzen. Ter Ein» Un ”c.?e,Xerfn Ausdehnung der Selb st Verwaltung Aufmerksamkeit geschenkt; es ist aber meine Ab. icht, in dieser Frage bcbutsam und mit reiflicher Ueberlcgung vor. ffS'krflr11-- ”! ^bem einzelnen Falle genau geprüft werden, ^?^Eniffe in der betreffenden Kolonie genügend borge- smd m^>esondere auch hinsichtlich der finanziellen Lei. stungSsahlgkeit. Eine besonders erfreuliche Folge des erstarkten allgemeinen Interesses an den Kolonien ist die größere
finanziellen Ergebnisse der Bahn in Deutsch-Sübwefiafrika gewesen. DaS tritt besonders bei der Südbahn hervor, von der wir glaubten, daß sie noch längere Zeit Zuschüffe erfordern würde. ES bat sich jedoch ergeben, daß wir mit Ueberschüffen von 142 000 21arf werden rechnen können.
Je schwieriger eS für die Schutzgebiete werden wird, die großen Verpflichtungen zu erfüllen, die ihnen durch die Anleihen aufcrlegt worden sind, um so wichtiger ist eS für die Verwaltung, rechtzeitig für eine genügende Alimentation der Bahnen zu sor. $en. Hierzu sollen auch die Vorschläge zur Hebung der Landwirt, schäft dienen, damit in dem VerkehrSbereich der Bahnen neue Werte neben den alten geschaffen werden. Es muß daher die Produktion von Anfang an systematisch in bestimmte, den Verhältnissen entsprechende neue Wege geleitet werden. Zu diesem Zwecke soll in unseren Kolonien eine Ausgestaltung und Organisation des landwirtschaftlichen Ver- i u ch S w e s e n S vorgenommen werden. Für die meisten Zweige des Ackerbaues, Baumwolle, Futtermittel, Getreide, Tabak, ist es unbedingt notwendig, daß systematisch exakte Versuche gemacht werden, btc aber zu teuer sind, als daß die Privaten sie allein machen konnten. Es wäre ein zu großes Risiko für sie. DaS gleiche gilt für '
■ _XIT die Viehzucht J und die Viehhaltung^ Das landwirtschaftNche Versuchstoesen soll rmmal den Ansiedlern neue Erwerbsquellen erschließen, dann aber auch den Eingeborenen zugute kommen. Das gilt besonders hin- nchtlich der Einführung der Düngung und des Pfluges. Bisher ist ein einheitlicher landwirtschaftlicher Dienst nur in Kämerun vorhanden gewesen. ES ist jetzt den Bezirks.
Infolgedessen kann erst 1908 als einlgermaffen ' ftofnfaW Fahr herangezogen werden. Nach der Veranschlagung des Etats von 1911 haben die eigenen Einnahmen der Schutzgebiete sich um 7 200 000 Mark gesteigert. Eine Vergleichung zwischen den Jahren 190S und 1911 ergibt in diesen vier Jahren eine Steigerung von 20 Millionen in den eigenen Einnahmen, von 'denen ein Teil auf die Diamantfunde in Deutsch-Südwestafrika zurückzuführen ist. Naturgemäß sind mit den Einnahmen auch die Ausgaben gestiegen, von denen 3 700 000 Mark auS dem AuS. gleichsfonds gedeckt sind.
Schon verschiedene Vorredner haben hervorgehoben, daß die Belastung des Reiches durch die Kolonien erheblich zurnckgegan- gen ist. Nach dem Etat für 1911 wird der Reichszuschuß zu den Kolonie sich um 3,2 Millionen Mark verringern. Eine weitere Entlastung wird aber auch dadurch herbeigeführt, daß baß Schutzgebiet Kamerun den Vorschuß, welchen daS Reich seinerzeit gewährt hat, jetzt vollkommen zurückzahlen wird. Außerdem ver- zinst daß afrikanische Schutzgebiet vom 1. April 1911 an zum ersten Male das Eisenbahndarlehen, daS seinerzeit vom Reiche gewährt wurde, was eine weitere Entlastung von 1,4 Millionen I Mark bedeutet, die freilich nicht dem Etat der Schutzgebiete, sondern dem der Reichsschulden zugute kommeL—Hm ganzen würde danach die,
Belastung deS Reiches ~ für die Kolonien um 5 Millionen Mark zurückgehen. Ich mochte aber dabei bemerken, daß für das Jahr 1911 eine Ersparnis in Anrechnung kommt, die aus dem Etat von 1908 stammt und durch die Verminderung deS Truppenkontingents für Süd- toeft erzielt ist. Es erscheint zweifelhaft, ob im nächsten Jahre mit Rücksicht darauf ein gleich günstiges ErgeMiS j\u exzielen fein wird. In,
Südwestafrika
ist eS namentlich durch die Einnahme auf den Diamanten»
Eingeborenenkommissare A
tontet ausgedehnt werden. Mittel dazu werden angefordert. Es ist bereits gelungen, für Südwestafrika zwei besonders geeignete Eingeborenenkommissare zu gewinnen. Nach tote vor wird es die Sorge der Kolonialverwaltuna sein, den Gesundheitszustand der Eingeborenen zu heben. Auch im vorliegenden Etat finden Sie nicht unerhebliche Summen für die ärztliche Fürsorge, für den Bau von Lazaretten und die Bekämpfung von Seuchen, vor allem der Schlafkrankheit. Der nicht unbedeut nde ärztliche Apparat kommt den Emgeborenen voll zugute. In Deutsch-Ostafrika sind im letzten Jahre nicht weniger als 25 000 Eingeborene behandelt werden In Kamerun haben wir 17, in Ostafrika 19 Lazarette. In nnn aaa0 XU1Ü c in cin€m Bahre nicht weniger als 900 000 Eingeborene gegen Pocken geimpft worden. Für die Bekämpfung der Schlafkrankheit sind in Ostafrika schon über eine Million Mark auSgeg-ben worden. Es ist gar nicht auszudenken, wohin diese schreckliche Volksseuche geführt hätte wenn die Regierung nicht so energisch für die Eingeborenen ein- Getreten toarc. Wenn auch die Hauptaufgaben der Missionen auf dem Gebiete der Christianisierung liegen, so begrüße ich es doch mit Freuden, daß daneben auch
r Erzbergev (Zenft-.)?'*
, .-'Der vorliegende Etat ist die beste Rechtfertigün^ für dle'HnS teien, die für die Reichsfinanzreform gestimmt haben. Auch wir sind vollkommen einverstanden mit der Tätigkeit des Schatzsekretär-i. Möge er dem Reiche noch lange erhalten bleiben! (Beifall im Zentrum und rechts, Lachen der Soz.) " "
Die Haltung Bassermanns beweist, daß die Nationale liberalen neue Steuern wollen. Was uns die Militär- und Ma« rine-Verwaltung vorlegen, genügt den Nationalliberalen nicht. Herr B a s, e r m a n n entwickelt sich zu einem Zivil-Moltle! (Heiterkeit im Zentrum und rechts.)
Die ganze liberale Agitation gegen die Fmanzrefom? ebnet nur den Weg der Sozialdemokratie. (Lebhafte Zustimmung rechts und im Zentrum.) Deutschland marschiert sozial an der ®P.i^.e* (Lebh. Beifall.) Und dabei haben in Frankreich die Sozialisten viel mehr Einfluß als bei unS; dort muh man ja ®oä,QlbemoTrat fein, um Ministerpräsident zu werden. (Heiter, reit; Zuruf deS Abg. Ledebour: Driand ist ein herunter« gekommener Sozi a l d e m o kr a t!) Ich will nicht die boshafte Frage stellen, wieviel Briands es bei uns in Deutsch- land gäbe, wenn Sie hier (Erzberger zeigt auf den Bundesrats- nsch) faßen! (Heiterkeit.) Die Abgg. Daffermann und Wiemer haben hier über Enzykli ken gesprochen und Angriffe daran aernupst. Wie muß das beruhigend wirken auf 25 Millionen katholischer Deutschen, wenn hier an dieser Stelle die Sache nach ihrer religiösen Seite behandelt wird von Leuten, die sie gar nichts angeht und die davon keinen blauen Dunst verstehen. (Stur« Mischer Beifall im Zentrum.) Und Sie rühmen noch die barba» rrsche Austreibung der Klo st erbt ü der aus Portugal. Die maßgebenden Herren in Portugal werden es sich' überlegen, an den von der Monarchie eingegangenen Völkerrechte lichen Abmachungen das Geringste zu rütteln.
8,UF inneren Politik. Der Reichskanzler erklärte, daß ej i 'mir ctne Partei von der gemeinsamen Arbeit cwszu>< fchliehen. Gibt eS eine schärfere Desavouierung deil ©ulowfchen Blockpolitik ? Er sagte weiter, daß er ®om schlage zu Ausnahmegesetzen nicht mache. Da fehlt der konsequente Nachsatz, daß alle bestehenden Ausnahmegesetze aufa Phöben werden. (Lebhafte Rufe Aha! links.) Oder soll diese Su< sage nur ein Schutz für Sozialdemokraten fein? Herr Bassen wann hat ein Bündnis mit dem Zentrum abgelehnt^ Wer bat ihm denn eins angeboten? Es gab eine Zeit, da er mit dem Zentrum recht gern arbeitete. Auch im Wahlkampfe in Lab iau- W e b lau haben die Freisinnigen vor dem „bon Rom geleiteten Zentrum" gewarnt. Reizen Sie uns doch nicht, sonst konnten wir einmal unsere Mappe aufmachen und nachweisen! wieviel freisinnigeStich Wahlkandidaten schon zi; Zentrumsabgeordneten den Weg gefvudeii haben und um Hilfe gebeten haben. (Stürmisches Hört! Hört! und GW lachter rechts und im Zentrum; lebhafte Rufe: Kopsch ! — Abg« Kopfch widerspricht.) Beruhigen Sie sich, Herr Kopsch, ich habe Sie ja gar nicht genannt! (Große Heiterkeit.) Was man selbst hienn man in Wahlnot ist, soll man andern nicht so furchtbar übel nehmen. Was haben d i e Sozialdemokraten nicht schon alles den Wählern vorgemachtl Man kann ihre 3 u< f ? engebrochene Theorien schon gar nickst mehr aufzahlen. DaS Wort .Zukunstsstaat" sagt alles. Jetzt macht die Sozialdemokratie wieder ungeheure Anstrengungen mir Der, Qiftung der jungen Rekruten.
Der Redner ersucht den Kriegsminister um das Material fite bie Kommission int Falle Dammann. Er erörtert die Frage bei Tempelhofer Feldes, wobei er gegen die Stadt Berlin Stellung nimmt. Als er in feinen weiteren Ausführungen von der bett logenen Agitation des Hansa-BundeS spricht, ertönt bonnernbei Beifall im Zentrum unb rechts.
[6er Jngen eine Reihe bon landtolrtschaftlichey. Afsifizyteq bez- | geg . worde.n. Auch ist eS möglich gewesen,. r ""
der Kantschukproduktioa
durch Einrichfung einer Kautschukinspektion e'nc'fT"werTvollen Dienst zu leisten. Bisher hat der landwirtschaftliche Dienst in den meisten übrigen Kolonien in den Händen der Bezirksverwaltungen gelegen. Das hat sich als ein Uebelstand erwiesen, obwohl in einzelnen Fällen sehr Tüchtiges geleistet worden ist. So in Togo. Aber es sind doch mit der Zeit Mißstände entstanden. In Teutsch- ostafrika ist bereits im Lause beß Jahres in Daressalam dem Gouverneur ein landwirtschaftlicher Beirat beigegeben worden.
In allen tropischen Kolonien muß vor allem der Daum- 'w oll frage ganz besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. In dem Etat für Deutsch-Ostafrika sowie für Kamerun sind deshalb gesteigerte Mittel für den Baumwollbau angefordert. In Deutsch-Ostafrika sollen außer einer landwirtschaftlichen Versuchsstation in dem aussichtsbollen Klima am KUimandscharo mehrere
Baumwollenzuchtftellen
errichtet werden. In Kamerun sollen an zwei Orten ebenfalls Zuchtftellen errichtet werden. Von ganz besonderer Wichtigkeit ist auch der erzieherische Einfluß infolge der Knappheit des Landes und der Dichte^ der eingeborenen Bevölkerung. ES sollen hier in den nächsten fünf Jahren fünf Stationen angelegt werden, und atoar aus Mitteln, die für die Wohlfahrtspflege zur Verfügung stehen werden. In Südwestafrika ist gleichfalls ein dringendes Bedürfnis, bte Produktion bon Feldfrüchten, den Futterbau unb den Gartenbau auf höhere Stufe zu heben. Auch die aussichtsvollen Versuche mit Tabak sollen fortgesetzt werden, zu welchem Zwecke dauernd ein landwirtschaftlicher Beirat dem Gouverneur beigegeben und außerdem auch speziell ausgebildete Beamte verwendet w.erden. Das gleiche gilt pjc Pen landwirtschaftlichen Beirat in d
Nen-Guinena, '
am falschen Platze sehr leicht von ihnen als Schwache angesehen wird. (Sehr richtig!) Ich habe daher bei der Behandlung der Eingeborenen von jeher den Grundsatz verfolgt: gerecht lunb wohlwollend, aber fest! Ich habe in einer mehr , ' I als zwölfjährigen vraktischen Tätigkeit im deutschen und britischen
die nickwärtigen Verbindunaen loiftungSfähig hätten." Die Afrika gefunden, daß dieser Grundsatz richtig ist und ich werde Bahn nach dem Kilimandscharo ist so weit borgedrungen, mich auch in Zukunft bon ihm leiten lassen. Die deutsche Herr- daß der Verkehr von der englischen Uganda-Bahn unabhängig ge- schäft wird den Eingeborenen nur Segen bringen, wenn entgegen worden ist. Ob sie in gleicher Weise fortgeführt werden kann, muß den früheren ewigen Reibereien und Kriegen Ruhe und Ordnung die weitere Entwicklung zeigen. Die Usambara-Bahn hat wie die herrscht. Deswegen muß wirklichen Unbotmäßigkeiten streng ent- Zentralbcchn die Betriebskosten gedeckt unb sogar eine Verzinsung gegengetreten werben. Anbererseits sollen sich aber auch bie des Arbeitskapitals mit 1 Prozent ermöglicht. Auch die anderen Weihen, Beamte wie Offiziere, gesagt sein laffen, baß Heber- Bahnen werden voraussichtlich die Betriebskosten decken. Bezüg- schreitunaen, Grausamkeiten gegen Eingeborene mit der ganzen lich der Bahn in das Gebiet des Baumwollbaues sind Erkundungen Schärfe des Gesetzes geahndet werden. (Beifall.) Um Mißver- -.m Gange. Der Ausbau des wichtigen Hafens von Duala ständniffe zwischen Weißen und Eingeborenen zu berrinnern. geht tüchtig vorwärts. Wenn auch die bisherigen Bahnunter- --
nehmmigen in Kamerun die finanziellen Kräfte des SchutzaebietcS ganz in Anspruch nehmen, darf sich die Verivaltung doch nicht der Aufgabe entziehen, zu erkunden, wie der außerhalb deS Verkehrs bleibende Teil des Landes im Süden am vorteilhaftesten durch eine Bahn erschlossen werden kann. Auch in dieser Hinsicht sind Vorarbeiten im Gange. In T 0 g 0 wird bie Bahn Atapame demnächst erreicht haben. Hier soll Halt gemacht unb bie Fortsetzung vorläufig vertagt werden. Für 1911 konnte für diese Bahn eine Verzinsung des ArbeitSlapitalS bon 1,8 Prozent eingestellt werdeii.
Ganz besonders erfreulich sind die
gelbem bent Fiskus möglich gewesen, bie Ausgaben vollkommen 'aus den Einnahmen zu decken und sogar noch für werbende Anlage Zuschüsse vorznsehen, und zwar für 1910 6 Millionen Mark,
Kriegsminister v. Heenngern
erklärt zum Falle Damman, daß dessen Angaben richtig feiert: l£r halte aber trotzdem den Spruch des Ehrenamts für richtig toegen persönlicher Dinge, die in der Kommission zu erörtern seien, Staatssekretär Dr. b. Lindeqmst
nttnnd Dernbura gegen Angriffe Erzbergers in Schutz. Gegen 8 l^c vertagt das Haus die Weiterberatung auj
/ Beteiligung dcS deutschen Kapitals
art Erschließung, woran ganz zweifellos mein-m Vöräkkri^ em großes Verdienst gebührt. Alle Dkaßnahmen müssen unter, bleiben, die geeignet sind, Kreise des Handels, der Industrie uns Landwirtschaft abzuschrecken, Kapital in den Kolonien cnwleaen
Ten Ausführungen des Abg. Lattmann :wer bie Ver k r.5 g e mit b er Kolonial gesell schäft kann ich nicht beiftimmen. Auch ich halte mit Herrn Speck die Budgetkommissicn für den richtigen Platz, diese Frage zu erörtern.
Ich bin bemüht gewesen, Ihnen ein möglichst objekti, beS Bild bon der Entwicklung der Kolonien in der neuesten Zeit zu geben und glaube, baß es im allgemeinen lein ungünstiges ist. Die
weitere Lerminberung der ReichSzuschüsse' , ist auch mein ernstliches Bestreben; aber ich bitte Sie, mich banlto mi sehr zu brängen. Ich bitte nicht zu bergessen, welche orefen Lasten die Kolonien für Verzinsung unb Amortisation der Ko. lonialanleihen aufzubringen haben. Wir werden die übernommen nen Pflichten nur erfüllen lönnen, wenn wir neue Gin» nahmequellen erschließen. Naturgemäß werden diese zmn Teil auch in Besteuerung der Eingeborenen be- stehen müssen, und da müssen wir mit der allergrößten Vorsicht vorgehen. (Sehr richtig!) Unser überseeischer Besitz ist noch eine zarte Pflanze unb bedarf noch der pfleglick>en Hand der Heimat.. Andere Kolonialstaaten zahlen jetzt noch erheblich mehr als wir an ReichSzuschüssen. Daß das deutsche Volk und der hohe Reichstag in den schweren und trüben Tagen, die über unsere Kolonialpolitik hereingebrochen waren, nickt an der Zukunft unserer Kolonien verzweifelt haben, daS gilt heute belohn! zu werden. (Beifall.) —'
Abg. Graf v. Mielzhnski (93oTe)rT
Dte Sorge um die Zukunft klang aus allen Reden heraus. Das unzufriedene Volk droht mit dem roten Wahlzettel. Es schreit nach büraerlicher Freiheit. Die Regierung aber kommt mit Au»« nahmegesetzen. Wie demagogisch Hetzen die Freisinnigen, die in den SundStagen der Blockpolitik, als die Bülowsonne lächelte, alle Prinzipien zu opfern bereit waren. Hätten sie über die Gesinnung der Nationalliberalen Illusionen gehabt, die gestrig, Rede Bassermanns hat alle vernichtet. In fast allen Bevölke» rungskreisen herrscht ein großes Mißtrauen gegen bit> Justiz, W.u; Pol^n finden keine Gerechtigkeit. --------
-Abg. Werner (Refp.H-^-
Den sozialdemokratischen Reden wäre Deuischlönb 6er tt* barmlichste Staat. Die Herren sollten sich einmal in der Welt um» fthen, dann würden sie wie Liebknecht in Amerika kuriert werdew Was Herr Dernburg getan hat, lag im Interesse der Großbanken, aber nicht bes brutschen Volkes. ' ~
< , Staatssekretär des ReichsfuftizanüeS Dr. Llscol'
Die Ausführungen beS Grafen MielzynSki sinb geradj vertrauen in die Justiz zu .erfMlUiB,
too ble Plantagenwirtschaft neuerdings große Äusbeh-
-. J. - ■; ... , r. . «U«g anpimmt. Die Kolonialverwaltung hofft, bei ihren Bestre.
wahrenb für 1911 6 Millionen veranschlagt sinb. Die Gesamte bungen zur Durchführung bieseS umfangreichen landwirtschafte ^tlastung bcS Reiches von 1908 bis 1?11 betragt nicht weniger als lichen Programms auch ferner auf bie Unterstützung bet beutschen
Mark, bas ist mehr als bw Halste (Hört! Hort! rechts landwirtschaftlichen Organisation. Aehnlich erhoffen wir Forde, und links). Trotzdem dieses sicherlich nicht ungünstigen Ergeb- rung und Anregung in bezug auf bie übrigen wirtschaftlichen Ge- nisses wrrb es notwenbig sein, auch in Zukunft mit größter Vor- biete von den neuerdings bestehenden wirtschaftlichen Kom- sich zu verfahren, wenn die Finanzlage der Kolonien gesund Missionen.
bleiben soll, da in den nächsten Jahren den Schutzgebieten durch Ich habe schon vorhin angedeutet, tote unser landtoirtschast- die Verziniung und Amortisierung der Eisenbahnanleihen erheb- licheS Programm besonders auch die Eingeborenenarbeit unb Uche Lasten erwachsen werden. Gegenuberneuengröße-
ren Projekten werden wir nnS der größten Zurück- c Eingeborenenkultur
Haltung befleißigen müssen. Die Handelsstatistik erweist eine 'o.röcIT 'oH- Aufrichtung bet beutschen Herrschaft haben
außerorbentliche Zunahme bcS gesamten Hanbcls ber Schutzge- . ^roße Mission für bie unserer Sorge anvertrau-
biete. Sie ist im Jahre 1910 von 138 Millionen beS Vorjahres Eingeborenen übernommen, unb wir können sie nicht besser er- auf 177 Millionen, also um nicht weniger als 39 Millionen ge- aI®..tornn ^ir neben ber Durchführung bet Christianisierung stiegen. Dabei kommt allerbingS bie sprunghafte S t e i g e - P 8*r[orge für bie Gesunbheit ber Eingeborenen ihnen auch rung bes Hanbels infolge berDiamantenfunbe unb?.? Urbeit lieb unb lohnenb machen, inbem wir auch die große Einfuhrsteigerung von Baumaterialien in Betracht, aber Diejenigen eingeborenen Stämme, bie an regelmäßige Arbeit noch auch abgesehen bavon ergibt sich immer noch ein sehr erfreulicher ^ub, hierzu erziehen. Um uns mit ben Eingeborenen
Zuwachs. In den Jahren 1904 bis 1907 ist der Gesamthandel um fDjeblich auSeinanderzusehen, ist eS von ganz besonderer Wichtig- 30 Prozent, 1907 bis 1909 um 40 Prozent gestiegen. Die Aus- ^aß wir sie richtig behandeln. Ich glaube mit dem fuhr ist 1903 bis 1906 jährlich um 11,3 Millionen, 1906 bis 1900 Reichstage emS zu sein, wenn ich in Befolgung der Grundsätze, um 10,3 Millionen gestiegen. Auch die Einfuhr ist infolge der er- Welche in der Kolonialverwaltung von jeher maßgebend gewesen höhten Tätigkeit und des vermehrten Anbaues in den Kolo- "rw, und denen mein Vorgänger in ganz besonders prägnanter nicn ständig im Steigen begriffen. (Lebh. Zustimmung.) und beredter Weise Ausdruck verliehen hat, erkläre, daß ich tief
Auf dem Gebiete des E i s e n b a h n b a u e S herrschte in- davon du.r.chdnmgen bin, daß wir die Eingeborenen C
folge der guten Witterung in den Jahren 1908 bis 1910 lebhafte menschlich und gerecht ■
AtUeit, und um keinen Stillstand aufkommen zu laffen, sind im behandeln muffen, {Beifall.) nicht bloß weil wir bTeTesIrS^ $ a b- Etat für 1911 42 A Millionen, davon 37% Millionen auf Anleihe, baren Mensch enmaterialS zur Nutzbarmachung unserer angeforoert worden. Die Verwaltung hat ganz besonderen Wert Kolonien, für Handel, Industrie und Landwirtschaft bedürfen, daraus gelegt, daß die wichtigsten ZugangSstrahen auSgebaut wer- sondern auch aus höheren, idealen und ethischen Gesichtspunkten, oen. Das Ergebnis der neuen Bahnen hat im allge- Ich meine, daß dies die Würde einer kulturell fo hochstehenden meinen den Erwartungen entsprochen, aun) Teil. ste^ iojzgr^ioch Nation wie der deutschen unbedingt verlangt. (Beifall!) Damit übertroffen..) I ist nun nicht gesagt, daß den Eingeborenen in allen Dingen
- 3« Ostafrika 7 w nachgegeben werden muß. Abgesehen von der von unseren Be-
wird die Zeniralbahn hoffentlich schon in drek'Mhren rhren^End- griffen und unserer Charakterveranlagung so ganz Verschiebern vunkt erreichen, also ein Jahr früher als angenommen worden Art her Ejngeborenen dürfen wir nicht vergeffen^ daß ist. Die Voruntersuchungen für die Linie bis zum Tanganika /" ibergroße Milde unb Weichheit
haben einen guten Fortgang genommen. Im Hinblick auf baS ( ---— — - —
Rcformprogramm des Kongostaates und im Hinblick auf bie 1 , c
Schlaftranshcit ist biefe Linie von besonderer Bedeutung. EF ist ^'Eino^borermn eine Pflicht ber Humanität, für den Kampf gegen J I >ingeoorenen
Giessen
5684
Marktstrasse 24/26
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