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18.2.1910 Erstes Blatt
 
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GerseL)ts?acsL»

F. C. Erbach i. O., 17. Febr.' Im Laufe dieser Woche fanbeit unb finden Zeugenvernehmungen am Amtsgericht Mrchelftadt i. £. statt in dem Sukzessionsprozetz des. Gräflich E r b a ch - Erb a ch s ch en Hauses. Die Zeugen, 60 an der Zahl, werden darüber gehört, ob der Erbgraf Erasmus zur Zeit der Eingehung seiner Ehe mit der Tora Fischer, Tochter einer Waschfrau aus Erbach, geisteskrank gewesen; Vernehmungen rn der gleichen Lache haben bereits an den Amtsgerichten Dresden, Leipzig, Brückenau und dem üantonsgericht Bern stattgefunden und werben an den Amtsgerichten Ltönigstcin L T. und Frank­furt a. M. bemnächst erfolgen.

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Vermischtes.

* Deutsche Fürsten in der österreichischen Ar- Mee. Der Kaiser von Oesterreich hat den Prinzen Eitel Friedrich zum Major im österreichischen 34. Infanterie Regiment ernannt. DieseBeförderung" erfolgte im Anschluß, an die Ernennung des Prinzen zum Major in der preußischen Armee, wie es denn auch üblich in, daß die Angehörigen fürsti- lid-ei Häuser, rcienh sie in, dem Heeren fremder Staaten einen, militärischen Rang bekleiden, auf der gleichen Stufe stehen wie in der Seiinal. Ganz lZanders zahlreich sind in der österreichischen Armee deutsche Fürstlich leiten vertreten. Kaiser Wilhelm nimmt in der österreichisch -ungarisch en Armee den Rang eines Feld- marfchalls ein, aber derSchematismus" für die österreichische Armee, der unserer Rangliste entspricht, führt ihn in dieser Eigen­schaft nicht an. Doch auch die preußische Rangliste verzeichnet den Kaiser Franz Josef nicht als preußischen General-Feldmarschall, ebenso wenig wie den König Carol rut Rumänien, der die gleiche Stellung im preußischen Heere bekleidet. Dadurch wird aus gebrüllt, bet diese militärischen Dienstgrade nichts anderes sind als Ehrenämter. Offiziell nimmt Kaiser Wilhelm in der öfter-

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reichischen Armee den Rang eines Oberst-Inhabers ein. Er ist Oberst-Inhaber (Ches' des Hnsarenregiments Nr. 7 und des In­fanterie-Regiments Nr. 34. In diesem Infanterie-Regiment, das auf immerwährende Zeiten den NamenWilhelm I., Deutscher Kaiser und König von Preußen" zu führen hat, wird auch Prinz Eiwl Friedrich geführt. Kronprinz Wilhelm aber ist Lberst-Jn- haber des Fazygier und Kumanier Husaren-Regiments Nr. 13, dessen Stab augenblicklich in Galizien steht. Prinz Heinrich, der Bruder des Kaisers, ist schm seit dem Jcrhlrc 1889 Ob er sh Inhaber des galizischen Jnfanteric-Regiments 9er. 20. Auch b.e Bundesfürsten des Deutschen Reiches betleiden militärische Dienst-

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Darmstadt, 17. Febr. Unter den, Vorsitz des Haupt­manns a. D. Wald ecker hielt am Mittwoch abend der Arbeitsausschuß für die Vorbereitung dc§ im Laufe des Sommers stattfmdenden V c tera n e n - App clls der hessischen Kämpfer von 1870/71 eine Sitzung ab. Es wurde eingehend der Grnndplan für die 40jährige Festfeier usw. beraten und als Tage des Veteranen-Appells der 14. und 15. August dss. Js. bestimmt. Die Feslfeier, Ivie Gottesdienst der Ver­eine und der Kämpfer und die Begrüßungsfeier und der Appell werben teilweise im Saalbau, sowie auf bem als Fest­platz bestimmten Marrenplatz stattsinden.

i, M a r b n r g, 17. Febr. Zu dem Projekt der Errich­tung einer Universität in Frankfurt hat nunmehr heute auch die Marburger Studentenschaft ihrer Meinung Ausdruck gegeben. In aufgelöstem Zuge, alle Vcr- linduugen und Korporationen bunt durcheinander, zogen heute mittag gegen 2 Uhr mit der Fügertapelle au der Spitze unter Führung dreier Chargierter derChatten" etwa 1500 Studenten von der Bahnhofstraße aus nach dem Marktplatze, wo sic inmitten einer großen Volksmenge Auf­stellung nahmen. Nach dem gemeinsamen Gesänge des Liedes: ,,Burschen heraus" ' begaben sich die drei Char­gierten in dos Amtszimmer des Oberbürgermeisters Troje und überreichten diesem namens der Marburger Studenten­schaft eine Adresse, in der sie ihrer treuen Anhänglich­keit an die älma mater. Philippiner Ausdruck gibt. Einer der Chargierten, stud. Schönberg, überbrachte dann in einer kurzen Ansprache von einem Podium aus den Stu­dierenden den Tank des Oberbürgermeisters namens der Stadt Marburg unb endete mit einem Hoch auf die letztere. Mit dem Gesänge von:Stoßt an, Marburg soll leben", erreichte die Kundgebung ihr Ende.

w. Frankfurt a. 9JL, 17. Febr. Die auf heute abend Non der sozialdemokratischen Partei einberusenen,P rote st- vcrsarnüllnngen anläßlich tev Vorgehens der Polizei am verflossenen Sonntag waren sehr zahlreich benäht. Nach Schluß der Veriautnilungen kam es zu Z u s a in m e n st äßen zwischen der "Polizei und Demonstranten, irjbet die Polizei von ihrer Waffe Gebrauch machte. Ms die Schutzleute in der 'Iftihe der Kou- ftabler-Machc bic Meir^e auseinander zu sprengen versuchte, erhielt der 31 Fahre alte Schutzmanu Kaminski einen Stich üt die Lunge, worauf er 5 R e v o l v e r f chü s s e abfeuette und den 30 jährigen Martin Sch e i uder durch einen Schuß, in die flLunge lebensgefährlich verwundete, außerdem wurden eine Frau und ein Packer durch Revftverschüsfe in die Oberschenkel verletzt. Ferner trugen nutz re re Personen durch Säbelhiebe leich­tere Verlesungen davow

X. H a n a u, 17. Febr. Tic Stadtverordneten­versammlung beschloß in ihrer heutigen Sitzung im Elatsfahrc 1910 an direkten Gemeindesteuern zu er­heben 151 Prozent Zuschlag zur Staatseinkommensteuer, bisher 148 Prozent, 171 Prozent Grund-, Gebäude-, Ge­werbe- und Betriebsstcuer, bisher 165 Prozent. Ein Antrag der soz-ialdemokral. Stadtverordneten, die Wertzuwachs­steuer derart zu gestalten, daß. sich der doppelte Ertrag er­gibt, wurde abgelehnt. Durch Uebergang zur Tagesord­nung erledigt wurde ferner ein Antrag der sozialdemokra­tischen Stadtverordneten, an das preußische Abgeordneten­haus eine Petition zu sendet: mit dem Ersuchen, die Wahl- re formvorlage abzulehnen und die Regierung zu ver­anlassen, eine neue Vorlage einzubringen mit dem allge­meinen, gleichen und geheimen Wahlrecht. Die Mehrheit der Stadtvcroronetenversammlung war der Ansicht, daß die Beratung eines derartigen Antrages nach' der Städte­ordnung unzulässig sei.

** Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Ao ch b a v ft a n t e n. Bei Laasphe überrannte die Eisenbahn heute ein Bierfuhnverk. Etwa 23uO Liter Lter gingen ihrer Be­stimmung verloren. In Front end erg wurde die Leiche eines Kindes ausgegraben, weil eine Vergütung vorliegen sollte. ES ergab sich die völlige Haltlosigkeit dieser Behauptung. Die 93 l_e i - u u b S i l b e r e r z - G r n b eCilderschem" in der Nähe von Stein ist jetzt durch einen Unternehmer in Frankfurt a. Pi. wieder m Betrieb gesetzt ivorden. Tas gewonnene Erz soll hoch­prozentig sein.

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grade in der Arm." der Aackbarmonarchie. Ter König von Sachsen wurde im Fahre 1905 znnr Ches des Niederösterreichischen Dragoner-Regiments 'Nr. 3 ernannt, dessen Etzes König Albert von Sachsen 29 Fabre lang gewesen ist. Der König von Württem­berg ist jeit 19 Zähren Inhaber eines Hufaren-Regiments, das >ä«n seit dem Fahre 1814 in der nürtteml-ergischm Königs famitie sich gewissermaßenvererbt". Seit bem Jahre 1840 mhrt das 10. Husareir-Regiment ben Namen des Königs Friedrich Wilhelm III. von Preußen und HM diesen Namm auf immer währetwe feiten zu behalten. Gleichfalls ein Hufaren-Negiment bslitzt sck»n seit 17 Jahren der Prinz J-riedrich Leopstd von breus.m. Auch andere deutsche Fürsten gehören der österreich- ungarischen Armee in Ehreniiellungen an. So der (tz r o st - herzog-'von .Hessen als Chckf des 14. Jnfant wie -Reg i in ents, brmz a-ohann Georg v.n Sa-.r em als Oberst.Jnl-aber des 11.

Jnsanterie-RegimeMs, das den Vorzug besitzt, eines bei" ältesten Truppenteile Der österreichischen Armee zu sein. Es wurde im Jahre 1629 formiert aus Teilen des int Fahre 1621 errichteten Regimentes zu FußAlbrecht von Waldsteiir (Wallenstein), Herzog von Mecklenburg, Friedland nnb Sagan". Als Chef des 15. Infanterie Regiments fungiert der Großherzog von Luxemburg, der ja in seiner Eigenschaft als Herzog von Nassau dem deutschen Fürftenstande angehört. Seil dem Fahre 1879 ist der Herzog Ernst August von Cumberlaow Oberst-Inhaber des 42. Infanterie-Re grrnvnts, efttes der berühmtestem Regimenter der österreichischen- Armee. Tas FnfaNtcrie-Regimeitt Nr. 50 hat int Fahre 1908 der jetzige Gros Herzog von Baben von feinem Vater, dem Groß- I;erzog Friedrick» Wilhelm, geerbt, bem dieser Fürst 50 Jahre als Chef angehört Halle. Seit 41 Fahreti steht der Prinz Ludwig von Bahern an der Spitze des 62. Jufanter ie-Regiments. Ter älteste Oberst-Fuhabn initer den deutsck-en Bundesfürsten aber ist der Prinzregent Luitpold von Javern, der seit dem Fahre 1854 der Oberst-Inhaber des gegenwärttgen 10. Faldhaubitz - Re­giments ist.

W i e das Wetterdas L eb e n b c e i n f l ü st r.Welter- cinflüffe" betitelt sich ein Buch des Prof. Edwin Gratil Dexter von der Universität Jllfttois, das die Beobachtungen über bic Beeinflussung des Lebens durch das Wetter zusaimnenzufasset^ sucht.Es wird die Zeil kommen", meint der Verfasser,in der man von den Jnstrumenlen dec meleorclogischen Bureaus wichtige soziologische Einwirtuatgen auf das Behagen und Unbehagen der Menschheit ablesen wird. Man wird sich dann mahl nagen, ob es von größerer Bedeutung für die Cesellichafl ist, das; ein Norbwind Frost bringt, oder daß er eine Epidemie van Morden, Selbsluiordcn mtd Gewalttätigkeiten bringen wird." Prost Graul Texter zeigt, daß es kaum eine Witterung in der Natur gibt, die nicht ihren unmittelbaren Reflex in den Handlungen der Men- schett im Gicken ober Bösen Hal. So bringen, wie es inGesundes Leben" heißt, beijpftlsweise Weftwfttde eine Zunahme der Ver­brechen, bi? Anzahl der Selbstmorde wächst mit der Schnelligkeit des Windes, trockenes Wetter erzettgt Selbstmordteirdenzen, Kinder finden sieh am wohlsten bei kalte,u, Wetter, und Knaben find emp­fänglicher Tür Witterungsumschläge als Mädchen. Im ganzen sfttd 12 759 Schulkinder beobachtet worden, in welcher Weise das Wetter ihr Betragen und ihre Leistmtgcn beeinflußt. Es zeigte sich sehr deutlich, wie beides am besten bei klarem, kaltem Wetter, am schlechtesten bei wolligem, nassem, stürmischem und windigem. Wetter war. Auch die Hitze beeinträchtigte die £eiitungen wie das Betragen. Gewalttätigkeiten find am häufigstem bei heißem Wetter; vom Januar, bem kältesten Monat, ab wächst bei Männern deren Zahl allmählich bis zum .Juli und nimmt bann langsam wieder ab. Eine viel stärkere Zunahme ter Gewalttätigkeiten zeigt sich bei Frauen: sie erreicht im August ihren Höhepunkt und nimmt erst dann wieder ab.Während der Londoner Nebel und an Tagen, an denen das Wetter besonders drückend ist, werden in der Bank von London gewisse Bücher weggeschlofsen da ein Fehler in ihnen verhängnisvolle Folgen haben würde und die Angestellten werden mit weniger schwierigen und wichtigen Arbeiten'beschäftigt. Die Erfahrung hat gelehrt, daß der Prozentsatz der Fehler bei derartigen llimatifchen Bedingungen start zunimmt und daß man darauf Rücksicht nehmen muß. Dieselbe Notwendigkeit wird auch von den größeren Bankinstitu.teu in Newhort und anderen östlichen Städten anerkannt und eine Abwechslung in der Llrbeit unter stetiger Berücksichtigung des Wetters wird streng beobachtet."

* D i c N ü rnbergerinamerikan i's chernLicht c. Ter V. Z." wird geschrieben: Tie Nürnberger haben geschworen, dem dortigen amerikanischen Konsul, G. N. Jfft, in Zukunft feine Lebkuchen und Bratwürstel mehr zu verkaufen, weil der Vertreter Onkel Sams sie id. h. die Nürnberger und nicht etwa die Lebkuchen und die Bratwürftel- tödlich beleidigt hat. Herr Jfft hat nämlich in einem feiner letzten Berichte an bic ameri­kanische Regierung die Behauptung aufgestellt,' daß die Nürnberger die Hälfte ihres Einkommens für des Leibes feste und flü'sOge Nahrung au S geb en. Zehn Prozent des durchschnittlichen Ein kommens sollen sogar in Bier angelegt werden. Tie Entrüstung der Nürnberger hat sogar jenseits des Ozeans ein Echo gefunden. Demi der Vorstand des Deutsch-Amerikanischen Nationalbundes glaubte für die Mäßigkeit der Nürnberger im E'sen und Trinken eintreten zu müssen, und hat 'ich mit einer Beschwerde über den Be­richt des Konsuls Jfft an die amerikanische Regierung geivanb.. Der Staatsf.kretür Knox hat jetzt ben Empfang der Beschwerde bestätigt und dein Deutsch-Amerikanischen Nationalbunde mitteilen lassen, daß er den Konsul in Nürnberg ausgefordert habe, bic dortigen Berhältnifte noch einmal gründlich zu studieren und bann einen neuen Bericht einzu,enden. Wie Herr >inox in feinem j Schreiben an den Nationalvund betont hat, läßt bic ainerifaniidje Regierung ihren Konsularvertretern vollkommen freie Hand über* die Studien zu ihren Berichten, allerdings in der Vorausictzuiuz, daß die behandelten Fragen für die Konsularverichte von Wert find.

S ch e n t l a p p e n - R e f o r m. Tie Droschkengäule in Ham­burg können ftch s.it bem 1. Januar 1910 freuen. Scheuklappen sind für sie nur noch bann erlaubt, wenn diese gehörig vom Kopf abftehen, andernfalls müssen sie ganz abge^chnitten werden. So nimmt bic Zahl ber Städte, wo für das öffentliche Fuhrwesen bic Scheuklappen abgeschafst sind, anbauernb zu. Anfangs Ivar es nur Berlin, wo burch den Polizeipräsidenten vott Borries die Scheuklappen^der DrofÄkenpferde beseitigt wurden. Tann folgten Tufseldorf, Ostrowo, Aachen, Königsberg i. Pr., Kassel. In Tarmstadt sind sie -nur noch für den Notfall erlaubt und in Hamburg, wie gesagt, nur bann, wenn sie von den Augen weit unb fest abftehen. In vielen Füllen sind diese Scheuklappen rich­tige Schielklappen; denn sie erfordern eine Verdrehung des Pferde­auges nach vorn. Früher kümmerte fick außer ben Tierschutzvereinen und bic waren machtlos, niemand um die Leiben der Pferde. Nachdem aber in Berlin ber Anfang gemacht wurde, ist eine Reihe von Präzedenzfällen geschaffen, bic beutiidj zeigen, daß ohne Scheu tlapven gefahren werben kann.

* D i e Ursachen ber englischen Krankheit, lieber bas Entstehen ber englischen Krankheit gibt es die verschiebenften Theorien. Es wird von vielen Seiten angenommen, daß die Ernährung einen wesentlichen Faktor beim Zustandekommen dieser vielverbreiteten Kinderkrankheit darftelle, doch konnte der experi­mentelle Beweis dafür bisher noch nicht erbracht werden. Ter englische Arzt Findlay hat nun Untersuchungen angestellt, die diese wichtige Frage vielleicht der Lösung näher bringen. Es gelang ihm bei seinen Untersuchungen an jungen Hunden durch Behinderung ander notwendigen Bewegung ausnahmslos rachitische Veränderungett hervorzurusen, trotzdem die Tiere ordentlich er­nährt wurden und sich unter den gleichen günstigen hygienischen Bedingungen befanden wie andere junge Hunde, die man zum Vergleiche heranzog. Auch bei Simbern mit der englischen Krankheit scheint nach Findlay der Mangel an Bewegung eine Hauptursache für die Entstehung der Krankheit zu sein. Deshalb, ihr Mütter, bindet unb wickelt eure Sprößlingc nicht so barbarisch, daß sie sich kaum rühren können, laßt ihnen Bewegungsfreiheit, legt sie im milden Sonnenlichi im Zimmer mit entblößten Beinen hin unb laßt sie orbentlid) mit ihren zarten Gliebmaßen strampeln.

Kleine Tageschronik.

Tic Morgenblätter melden aus Newyork: Ein chilenischer Schncltbampser brachte die Nachricht, daß der KreuzerMinistro Centcno" am Dienstag 88 Passagiere unb Leute der Besatzung des gestrandeten britischen DampfersLima" in der Huambin- Pa'iage der Maghelanstraße gerettet habe. 205 Passagiere waren vorher von dem DampferHatumet" gerettet worden. Die Zurückgebliebenen hatte der Damvser nicht mehr aufuehmen können. Tie zuletzt (geretteten waren 12 Tage bitterster stelle ausgesetzt gewesen und daher auf ben Tob erschöpft.

In der gestern vor bem Parife r Appellationsgericht be­gonnenen Verhandlung gegen den T i a m a n t e n - S chw i n d le r Lemoine hielt dieser alle seine 2!r. gaben aufrecht.

Tas Newyvrkcr Bundesgericht verbot auf Antrag ter Wrigt h - Gesellschaft bem Luftschiffer Paulhan,. Äia- schineu nach Wrightschen patentiertem System ztc benutzen.

In dem Sreinbrnch der Firma W e st e r lv a l d b r u ch bei Marie i, berg wurden durch eiustürzendes Gestein l

vier Arbeiter verschüttet unb tonnten erst nach zwet- stüitdiger Arbeit von den Steinmasfen befreit werden. Zwei von ihnen starben alsbald nach ihrer Einlieferung, ins Krankenhaus infolge der erlittenen schweren Verletzungen: d-ie beiden anderen tarnen mit leichteren Verletzungen davon

Das hollänbische SchiffDankbarkcid" auf der Fahr, von Cuxhaven nach Rorterdmii, ist im Sturm mit der ganzen Besatzung,nnb der Familie des .üapiläns untergegangen.

Handel.

Berlin, 17. Febr In. der beutigen Sitzung des A ii i ' s i ch t S r a t s ber R a tionolbank für Dcu 1 f cki l a u d Berlin, wurde seitens ber Direktion bic Bilanz unb das Gewinst und Verlustkonto für das abgalauieiic Geschäftsjahr vorgelegi. Das Gewinn unb Verlustkonto ergibt ciusaftießlich Vortrag aus dem Vorjahre von Mk. 262 856,32 einen Bruttogewinn von MF. 11 -533 739,07. Gewinn auf Wechsel unb Zim'enkontv 19©!) Ml 6 074 076,67 ,1908 Ml. 6 323 027,99 . Gewinn auf Pro visions-Konto MI. 3 610 108,20 Mk. 3 082'373,53, Gewinn auf Sorten- unb Eouponskont. Mi. 63 730,11 Mt. 69 639,13), Gc^ winn auf Effekten- und Kousortlonio Mk. 1522 967,7.7 (Mk. 515 500,48). Es verbleibt ein verfügbarer Reingewinn von Mk. 7 787 202,59. Auf Antrag ber Direktion würbe Iw schlossen, der auf den 19. Mcni; 1910 ciu'1ubcrufenben General vcrsammliinng die Berteilung einer Dividende von 6, : Proz. (6 Proz.) vorzuschlagen.

Märkte.

(In einem Teil der Auslage wiederholt.)

fc. Frantfurt a. M. P l e h h o w'JJt a l £ t b c r t d) t vorn 17. Febr. Aliftrieb: Ochsen 31, Bullen 3, Kühe 122, Rinder 00, Kalber 976, Schale 86, Schweine 1007, Ziegen 15.

Tendenz: gute Ware gesucht. Kälber lebhaft, Schafe finit, Schweine gedrückt, ilebevuanb. Preis Tnrch-

pro 100 Psd. schniusprers Gebend-Stl>lachu> vrolOOPfd. gewirbl yebcnbi Sdjlocv:- vou-lus Don-blS gcwi-iii

Kälber.

Feinste Mast- (Vollmilchmast) unb beste

Saugkälber.........5257 8795 00 00

Mittlere Mast- und gute Saugkälber . 4952 8388 uu uu

Geringere Saugkälber...... 4648 8084 00 00

Schaf e.

Mastlämmer und jüngere Masthammel 35--39 7982 00 00

2 ch w e i u e.

Bollfleifchrge Schweine über 2'/, Zenlner Lebendgewicht........ 55.00-57.00 7073 00 00

Feltschweme über 3Ztnr. Lebcndgew. 55.00-57.00 7074 00 00 Fleischige Schweine..... 54.00-56.00 69-72.00 00 00

2lmnict|2i ivcuei,uerid)t.

Ooffentliche Wetterdienststelle Gießen.

Allgemeine Wetterlage feit Domeerstag früh: Das westliche Tiefdruckgebiet hat sich ostwärts ansgedehnt unb auf seiner Vorder­seite sehr milde Südwinde nach Piitteldeutschland geführt. Tee jJtorgenkcinueraturcn liegen in den niederen Teilen de» Landes Lis 6 Grad, in 600 m noch bei 1 Grad Wärme, fo daß auch bic Mittelgebirge Tarnvetter haben. Unter der Herrschaft de» niederen Druckes dauert die südliche 2nitströnrmrg an.

Wetteraussichlcn in Hessetr am Samstag dem 15. Febr. 1910: Trüb und regnerisch, starker Süd, sehr mild, and) im Gebirge.

Infolge starker Schneefchmelze tritt in den kommenden Lagen wieder Steigen der Flüsse ein, Hochwassergefahr.

S ch n e e b e r r ch r: Hoherodskopi 1 Grad Wärme, Tauwetter, Südsette Schneedecke bereits lückenhaft, 1-Iatcau unb Oberwald üu bis 6v em, Schilauf noch möglich. Feld berg 1 Gr. Wärme, starkes Tamvetter, Schilauf sehr ungünstig.

GriginaL-DrahtmeLdungen.

R. B. Darm stabt, 18. Febr. Ter Finanzaus­schuß der 2. Ka m m er hat sich heute vormittag. 11.58 Uhr in Begleitung des Geheimerats Frhr. v. Bieg-elebeit naci) Friedberg begeben, wo zunächst im Hotel Trapp das Mittag­essen eingenommen wird. Alsdann wird das Ainlsgerichts- gebüude in Friedberg besichtigt nnb bnnn nach Bad Nattheim gefahren, wo ebenfalls Besichtigungen staltfinden. Tic Stellungnahme der Regierung zu den Vorschlägen des Finanz-ausschufses der 1. Kammer zum SraatSvo ran fehl a g wird morgen durch eine offizielle Kundgebrtng erfolgen.

London, 18. Febr. Nach eii-.ee Nielduug des Zientec - scheu Bureaus griffen 2500, im Solde des M u l l a l) stehende 9teiter, den Stamm der MidjerttnS im Somnit« lande an. Eine Stadt tvurde zerstört, viele Lertte wurden getötet, 1400 Kamele wurden geraubt. Tie Reiter des Mttllah verloren 40 Mann unb 96 Pferde.

1 eSeuGmccho

des Giesseuer Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handei und Industrie^ Giessen.

Frankfurter Börse, 17. Februar, 1.13 Ihr.

Kcichsauleihe . -Ü4-10 3°/n do.......... ^b.20

3'/,°/o Konsols .... . . ^4.05 3"/ do. : . 'r. . . 85.35 3'/j°/ft Hessen . 93,00

3'/,°|n Oberhessen 92-00

4" n (testen1. Goldrente / . 10O4o 4'/s°/n Oesterr. Silberrente. 99.00 4'7, Ungar. Goldrente . . 05.95 4° 0 Italien. Rente . . .. 105.05 3°/0 Portugiesen Serie I . 64.75 I 8°;o Portugiesen n III . 66.^01 41/?°/0 rass. Staatsanl. 1905 100 00 I

japan. Staatsanleihe 98.00 [ 4% Conv.Türken von 1903 95.00 Türkenlose ...... 180.00 4'"0 Griech. Monopol-Anl. . 47.30 4°/0 äussere Argentinier . 91.60 3°/ Mexikaner . . .. . 69.25 P/,°/o Chinesen ... . 100.10

Aktien:

Bochum Guss . . . . _. -45.50 Buderus E. W.....112^0 j

Tendenz fest.

Elektiiz. J,ahineyer . . . 107.2-> Elektriz. S^huckert . . - . 136.01? Esch weiter Bergwerk . . -05.75 Gelseiikirchen Bergwerk . -lO.uu Hamburg - Amerik. Paketf. 136.9 j Harpeuer Bergwerk . <. . -05.80 Laurabütte ...... 187.7u Nordd. Lloyd .» . . . . 105-2 > Oberschles. Eisen-Industrie 108.5'> Berliner Handelsges. < , . 183.0j Darmstädter Bank . . . 137.60 Deutsche llank .... 258.2'1 Deutsch-Asiat. Bank . . 15?.' >o Diskonto - Kommandit . . 1V7.7 >

Dresdner Bank . . ... . 167 4 > Kreditaktien.....-12.1'

Baltimore- und Ohio- ,<

Eisenbahn . . .. . .114.20 Gotthurdbahu . .....

Lombard. Eisenbahn .; .. . 22.60 Oesterr. StaatsLahu . ... 162.2a Prince - Henri - Eisenbahn '. 134.6t'

iierli.aer Börse, 17. Februar. A. c i< >.

L'anada E. B. .... . 181.80 | llarpencr Bergu er'; 2Cr5.9U

Darmstädter Bank . . . 137.50 ' Laurabütte......187.20

Deutsche Bank .... 258.20 J Lombarden E..' .

Dortmunder-Union C. . . 9o.C01 Nordd. Lhivd . . ' 105,30

Dresdner Bank . .c. . 167.701 lürkeuk.. . 180.5J

Tendenz: fest.

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