Ein neues Gedicht von Goethe.
Gedicht
und
Jeew
heißt:
Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn, Im grünen Laub die Goldorangen glühn. Ein sanfter Wind vom blauen Simmet weht« Tie MyNhe still unD froh der Lorbeer steht. Kennst du cs wohl?
Tahin! dahin!
Mögt ich mit dir, o mein Geliebter, ziehlü
Dcut?ches Reich.
Wie die „Nvrdd. Allg. Ztg." mitteilt, fand beim Reichskanzler und Frau v. Bethmann-Hollweg am Dienstag abend ein Diner statt, zu dem auch der Kaiser erscheinen sollte. Zu diesem Tiner haben u. a. Einladungen erhalten: Generalfeld-^ marsch-all Graf v. Häseler, die königlichen Staatsmiuister Graf zu Eulenburg und Telbrück, Fürst v. Tonnersmacck, Staatssekretär, Krhr. v. Schoen, der Präsident des Reichstags, Graf v. Schwerin-- Löwitz, der Unter staats, ekrekär im Ministerium fürElsaß^Lothrmgen, Mandel, Unterstaats, ettetär in der Reichskanzlei Wahnschaffe, Professor Tr. tzarnack, Oberbürgermeister Adickes, der Direktor der Deutschen Bank v. Gminner, der Kommandeur des 1. Garden Tragoner-Regiments Königin Viktoria von GroßbritMinien und Irland, Oberstleutnant v. Bärensprung, die diensttuenden Flügel- ad jutanten, Oberstleutnant v. Friedeburg, Hauptmann v. Caprivi, Polizeipräsident v. Hertzberg und Oberleutnant Graf v. Hohenthal.
Ter Großherzig und die Großherzogin von Baden trafen am Dienstag von Schloß Hohenburg kommend um 2 Uhr in M ünche n ein und stiegen im „Bayerischen Hof" ab. Tas Großherzogspaar war beim Prinzregenten zur Tafel geladen. Später erfolgte die Abreise nach Karlsruhe.
Ter Landesausschuß für Elsaß-LvthringeK- sprach sich am Dienstag einstimmig für Bereitstellung eines Kredits von 120 000 Mart aus, um im Jahre 1913 ine Deutsche Landwirtschaftsausstellung in die Reichslaude zu bo- kommen. Ter Bürgermeister von Straßburg, Dr. Schwander, dat dabei die Entscheidung zwischen Straßburg und Metz als Ausstellungsort, weiche beide Städte sich darum beworben, der- S-eut|d)en Landwirtschafts-Gesellschaft zu überlassen.
Zosephi-Wallsahrt.
U. M ünchen, im März.
Tie frischen jungen Palmkätzchen, die unter der leuchtenden Februarsonne erwacht sind, scljaudern ängstlich zusammen unter Sdineewehen und schneidendem Wind. Und ein düsterer Himmel predigt Einkehr zur Buße. Tas Gefühl der Vergänglichkeit regt sich mit ernsthafter Bkahnung und fordert einen besonderen sriout. Vorbei sind die eitlen Spiele des Karnevals, vorbei auch des Salvators köstliche Feiertage, und hilsejlehend sucht das Herz nod) einer neuen Labung, die zu hem frommen Zwecke gleichzeitig des Leibes Äkotdurft und Nahrung beschaulich dnreue. sie Wallfahrt nach Wtötting, wo in der reliquienersullten Kmxlle die Herzen der bayerisäxn S^nidjee in silberner Kapsel bewahrt werden, scheint zu weit, und eine letzte Zu lucht muß, doch dem, s» quälten Menschen bleiben für etwaige Anwandlung^ zukünftiger Sündhaftigkeit. Aber die irdischen Gebresten des Nachwinters heilt zuverlässiger Andechs, das weltberühmte Klost^^auf der lneiten Höhe zivilchen dem Ammer- und Starnberger,«, wo am 19. Marz, dem Josephustag, em besonders wertvoller Ablatz gewahrt und im stillen Braustübel ein ebenso besonders heilkräftiger Drunk ver-
der klare, fvrellenreiche Kienbad, mit leichten Sätzen über moosbedeckte, mächtige Steine herabhüpft. Nwch grünt kein frisches Laub an den Zweigen. Nackt und kahl strecken sie sich ins Weite. Zwischen verkümmertem Unterholz scheinen wie eine gleichfarbige hellbraune Tecke die gefallenen Blätter vom vergangenen Herbst hervor, als ob auch Blutter Erde das Pilgerkleio dec Kapuziner ,ick) anlegen wollte, teilnehmen an der schwermütigen Wallfahrt. Aber das Leben siegt. Wie m den Bäumen schon die frühlings- ahnenden "Vögel lustig ihr Lied pfeifen, und die Amsel dem heim- gekehrten Star beridftet von ihren Geschicken wachend des Winters, wie die Rehe schon ihren Winterpelz abwerfen, den wir an ihren gewohnten Ruheplätzen finden, folgt dem Zug der Brüder ein Wagen lustiger Musikanten mit Brummbaß und Fiedel, mit Trommel und Horn. Nicht im heiligen Frieden des Klosters dürfen sie ihre loeltlichen Weisen erklingen lassen, aber in den Wirtshäusern des unten am Berge liegenden Dörfchens.
Schon üoer ein Jachtausend liegt das Kloster dort droben auf seiner Höhe, die eine freie Aussicht bietet über die Hochebene, hinter der in einer schmalen blauen Zackenkette die Berge den Himmel streifen. Vom Wendelstein zum Algäu, von der Benedikten- w and zur Zugspitze konnten schon die alten Grasen von ^Andechs schauen, die außer den Grafen von Bogen zu den ältesten Tynasten Bayerns gehörten, lange vor den Witle^oachern, und sogar lange iwd) vor den Einfällen der Hunnen, deren Macht auf dem nahen Lechselde in blutiger Schlacht gebrochen ward. Nack) dem Aussterben des Grajengeschlea-tS kam Andechs an den Orden der Bene- oittrner. Tas jetzige Kloster ist eine Zusammensetzung mehrerer groter Bauten aus späteren Zeiten, auch die prunkvolle Kirche mit ihrem Schmuck nur die üblidje Wiederholung einer überladenen Barocklirche front Ende des 17. Jahrhundecks. Was fron alten Zeiten gerettet wurde, auch prähistpri,che Altertümer, wahrt ein kleines Museum, in welches ein freundlicher Bruder geleitet. Öier möge die „Wallfahrt" solcher enden, die ohne Buß- uiid Bierzweck einen fr-ohm Tag iern von der Großnadt verbringen wollen. Aber den Trunk im Brirnjtübt und den cujlcn „Klosterkaas" mögen sie trotzdem nicht cergeiien. Was im Baedeker steht, hiermit jeis ordnungsgemäß bestätigt: „Gutes Bier!"
In der Urform von „Wilhelm Meister" findet sich ein neues von Goethe, ein Monolog aus einem Schäferdrama:
Mischer Bei,all auf allen Seiten mit Ausnahme eines Teiles der Rechten.) „ ., , , ., r ,
Im weiteren Verlaufe bemängelte Purschkewitsch (äußerste Rechte) die Auslandsbesuche von Dumavertretern und die Besuche von ausländischen Parlamentariern ftn Petersburg und erklärte sie für unzulässig, denn sie hätten den Zweck, in Rußland die konstitutionelle Idee zu festigen. Die monarchistischen Organisationen würden dergleichen Kundgebungen nicht zulassen und im Falle der Wiederholung in Telegrammen an die ausländischen Regierungen Widerspruch erheben. (Lauter Beifall bei der Rechten und Gelächter auf der Linken.)
Darauf wurde der Antrag auf Schluß und em vom Berichterstatter betreffend Finnland eingebrachter Antrag angenommen und zwar mit den Stimmen der Rechten und Nationalisten gegen die Opposition und die Linke. Desgleichen wurde der Haushalt des Ministerium des Aeußeren genehmigt
Ausland.
Aus Wien wird gemeldet: Sie Konferenz bet christlich-, sozialen Reichsräte und Landtagsabgeordneten erklärte einstimmig den Prinzen Alois Listen nein zum Parteicyes Der Eyri,t- licy-Soziacen. Handelsminiftet Dr. Weitzkirchner erhärte: Die Christlich-Sozialen wollten in sester Treue und Freundschaft zujammenljalien und würden sich hüten, eine spezielle Berufspartei zu werden. Die Treue zum deutschen Volke solle nicht hindern, gegen andere Nationen Gerechtigleft zu üben. Die Partei sei und bleibe eine Voltspartei im besten Sinne des Wortes, fußend auf den Grundsätzen der christlichen Weltanschauung, in welcher alle ehrlich aroeitenden Berufe und Stände ihre sicherste Stütze fänden. Die nächste Aufgabe sei der Ausbau der Organiiation der Partei in Wien und in den Kronländern. — Die Versammlung beschloß, die Rede Dr. Weißkirchners als Proklamation an Die Wäistericyaft zu veröffentlichen.
Das österreichische Abgeordnetenhaus setzte die Verhandlungen über die Errichtung einer italienischen Fakultät fort. Der Unterrichtsminister trat für die Errichtung
A^d-chj« Sta ist schon zu. bet Seit, als b.e Amme-1«- b-chn noch incht ging, ein nach hinget W-nüenmg gern begehrter Trunk geUen, den der echte SUltocventr mmd-Mns eumml all. jährlich an der Quelle P®burt Haden much und die Zahl i« (Sian?, bie durch das romantudst Kiental nach dem Beige zieht, hat an schonen Soinmertagen sck>on an zehntau,end betragau Sa tobt dann wilder Kampf um den Bentz eines Karges, dev ganze Berg ist nach allen Richtungen mit Men,chen bedeckt, und fürchterliche Reste sprechen noch monatelang e^e idjawi^mn geruchvolle Sprach iwer jene Emfalle A^r LEtag
von Andechs, das ist der Jo.ephstag, der 19. 2a Men die BruderiaMjLen nut Pilgertieio, Muiaelftav, die gwtze ^paii fahrtsfahne zu Sixien mühielig daher, ch.eppend, bmi Eiligen Berge entgegen, fron dessen Spitze tie.tr U^enuang wen herab- tönt m die sündigen Taler. Uno deimftvolie ^oimnigleit ruht auf den schmalen, viasieil Wangen zemen stack
unablässig den Rosenrranz aboeten. ^lt, - d
dem Auge, das von einem der Keinen
den wuwverovgenen Testen der Tannen und Dem Gewirre Der I
In tiefen Schatten heißet mich willkommen, Hier fühlt die Brust sich weniger beklommen, Du stiller Teich, du Baum, den ich erkor. Gewähret mir Die Ruh', Die ich verlor.
O Stamm, Der Du, was Menschen auch empfunden. So lange hier in fester Ruh' gestanden, Rings um dich her der Kinder Schar gezeugt. Der Du, wie wir, Dem Sturm Dich jung gebeugt, Befestigt nun mit männlich starken Seiten, Dem Wetter stehst unD Der Gewalt Der Zeiten, O sprich mir Mut, Du Dauerhafter, zu. Lehr meine Brust Dem Unglück stehn wie Du. O Lüftchen, Das die jiilie A>eile träufelt, Das mir um Stirn unD Locke freundlich säuselt, - Von Ast zu Ast mutwillig wechselnd, fliegt. Mit einem Hauch viel tausend Zweige biegt;
O kannst Du mir auf Deinen stillen Schwingen Nicht auch den Tro,t ui meinen Busen bringen! Doch auch vergebens such ich mir mein Glück, Ick) floh Den Hof, es blieb Der Schwarm zurück, Doch ließ ich sie, in wohlverwahrten Mauern, Mit Freundesblick einanoer aufzulauern. Ließ das Gefolg' des Reichtums unD der Macht, Die Schmeichelei, die unbequeme Pracht, Und dachte, Der Natur hier übergeben. Mit mir allein, mir selber auszuleben;
Doch lewer fühlt mein Herz, nun völlig frei, Tie alte Qual hier, doppelt wieder neu.
Tie Handschrift enthält auch, wie die „Köln. Ztg." hervor- hebt, eine bisher unbekannte frühere Fassung des Mignonlftdo Ter Herausgeber Billeter führt sie am Schluß Der mitgeteilteii1 Proben an. Sie stammt aus Dem ersten Kapitel des viertes Bud-cs
frage schreiten können.
Zu den Darlegungen über die laufenden Angelegenheiten der äußeren Politik erklärte Iswolski, er habe verschiedener Umstände wegen die Genehmigung des Kaisers nicht erbitten können. Miljukow verbreitete sich hieraus ausführlich über die äußere Politik Ziußiands, die nicht ein folgerichtiges System, sondern eine Reihe individueller Handlungen darftelle. Iswolski habe Dein Grafen Aehrenthai oollstän- oig vertraut, dieser aber habe sich als ein tückischer Freund erwiesen. Tie Kreta,rage sei ungelöst geblieben. Ter Barometer Mazedoniens zeige Sturm. In der Frage Der Neutralisierung oer Mandschureibahnen nabe Rügland es nicht zustande gebracht, sein Verhältnis zu China zu befestigen. Im Gegenteil, piutzland tue alles, um China zu reizen. Der Berichterstatter Krupensky bemerkt hierzu, daß er keine Genehmigung des Kaisers zu seinen Crilärungen über Die auswärtige Politik besitze. Tas Au,treten '.viiliukows sei tackws. Der Präsident Chonftalow wies diesen Einwurf zurück, da Mil- iulow den Gepsiogenheiien des Hau,es gemätz keinerlei Anträge über die auswärtige Politic vorgeoracht habe. (Sturtz aselnußskauden neugierig sich hinüberwendet zur Straße, die gerade dort in steiler Kurve sich rn die Büume verliert, und wo
Nr. 63 Erstes Blatt 160. Jahrgang Mittwoch 16. März 1010
WZMeMim AllMger
ZM General-Anzeiger für Gberhessen
nir" ote Tagesnilminer Bofatiottsbrut! und Verlag ber Vrühl'schen Unlv.-Vuch- unb Steinbruderei H. Lange. Hebattion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe I. Anzeigenteil?'H. Beck, bis vormittags 9 Uhr. 3 __ ——-
Präsident Brisson brachte darauf den ersten Satz Der vom Ministerpräsidenten Briand angenommenen Tagesordnung ur Abstimmung, nämlich: Die Kammer brandmarkt die kandalöse Hetze, zu welcher gewisse gerichtliche Liquidatoren Anaß gegeben haben. Dieser Satz wurde euinimmig mit 5o7 Stimmen angenommen. Es gelangte Der zweite Satz zur Abstimmung, nämlich: Sic Kammer spricht das Vertrauen aus, Daß Die Regierung Die Verantwortlichen feststellen und Die Bestrafung der Schuldigen sicherstellen werde. Sodann nahm die Kammer den zweiten Teil Der TagesorDmmg mit 348 Summen gegen 79 Stimmen an. Schließlid) lourDe Die geiamte TagesorDnung Durch HanDaufheben oijnc A-ioerfprucy angenommen unD Die Sitzung alsdann aufgehoben.
Die auswärtige Politik in der russischen Duma.
Ein eigentümliches Ver.ayren sa)lug<. D.e rus,i,che Regierung in der Duma ein. Der Haushalt des Auswärtigen wurde angenommen, ohne daß Herr Jswolsft fdne Poiftii zu erklären brauchte. Er vermeigerce Die Auskunft mit der Begründung, er habe „verfchieoener Umstände wegen" die Genehmigung des Kaisers nicht erbitten rönnen, ^ie vorliegenden Berichte lauen nicht recht erkennen, ob bie .Abgeordneten sich Damit zufrieden gaben:
Petersburg, 15. März.
Bei der heutigen Beratung des Haustzacks des Ministeriums des Aeußern in der Reichsduma, die vor übet» jüiltem Saaie stack.anD, begründete Krupensky (Nationalist) die Notwendigceit, Finnland zum Unterhalt des Niinisteriums Des Aeutzern mit einem jährlichen Beitrag von 120 GOU Rubeln heranzuziehen, denn Zinnland bilde einen untrennbaren Teil des ru,fischen Reiches, Dessen Ge- iamLinieret)en das ^Ninisterium des Aeutzern Diene.
Der Minister des Auswärtigen Jswolsii erklärte zunächst, das Niinisterium weroe alle ^caßnaymen ergreifen zur Ausarbeitung eines einheitlichen Projekts für die Re- organisa.ion seiner Organe im Aus.and uno zur Her,iellung eines lebendigen Verieyrs der Zentralber.oaituligen mit diesen Organen. Zur Zrage der Heranziehung Finnlands üdergeheno, betonte der wcinister sodann, die Frage gehöre in das Gebiet der Gesetzgebung über das itaatliuje Verhältnis Finnlands zu Rutzkano.. Ein Gesetzentwurf hierüber werde der Duma binnen kurzem vorgelegt. Die Frage der Heranziehung Finnlands zu den allgemeinen Ausgaben des Reiches etiaijre darin aliseiftge Beleuchtung, und erst nach der Enlscheioung dieser allgemeinen Frage werde man zur Regelung der ui Rede steyenden Speziai-
Die heutige Nummer umfatzt 14 Seiten.
Line Verteidigungsrede des franz. Ministerpräsidenten.
Tie französische Regierung hat wegen Der Unterschlagungs- ■ geschickten wieder einmal Gelegenheit gehabt, sich regelrecht m der Kammer zu verteidigen. Wie schon berichtet wurde, ist der Minister Millerand in die Sache soweit verwickelt, daß er Dor seiner Ministertätigkeit von Liquidatoren Honorare bezogen hat. Die Kammer gab der Regierung schließlich ein Vertrauensvotum ab:
Paris, 15. März. In der Kammer verlas Jaurcs einen Protest, welchen bie Jachtgesellschaft von Grande Ehartrcuie gegen die am Freitag aufgestellten Behauptungen an ihn gerichtet baue. Jaures sagte: Aus alle Fälle bleibt die Verantwortlichkeit des Liquidators Lisouturier eine große. Wenigstens müßte man ihn wegen Unfähigkeit abberufen. Jaures roarr Der Regierung vor. Daß sie nickst Den Mut gehabt habe, ihrer Verantwortlichkeit ent- sprechenDe entjcheidenDe Schritte zu tun.
Ministerpräsident Briand erinnerte daran, daß er gleich beim Eintritt in das Justizministerium diejenige Kontrolle organisiert habe, Die Die jetzige Verhaftung Sues' 5 er mögest Es ist leicht erklärte Der MinisterprchiDent, zu lagen, nicht alle’ Liebe sinD im Gefängnis, aber wenn man Minister ist, muß man, ehe man Leute ins Gefängnis schickt, |einer Sacye sicher jein. Ich habe nicht Die Gewohnheit, Verhaftungen einzig unD allein aus Dem Grunde anzuordnen, weil Die Menge sie forDert. Wenn Die republikamiche Partei meine Lemusion sur Die Wahlen braucht, möge |ie ihren Willen haben; aber ich habe wohl Das Reckst, zu sagen, unter welchen BeDingungen es geicksteht. Wenn ich vorschnell hatte handeln wollen, roürDe ick) heute groß Dastehen; ich habe aber eine ernsthafte Kontrolle gewünscht. Wenn Suez in Gefangenschaft sich befindet, so ist es dem UmstanDe zuzuschreiben, Daß er durch Dieje Kontrolle in die Enge getrieben ist. Ser Ministerpräsident spielte Darauf auf Die WenDung an, welckst Barthou gestern in Der Kammer gebraucht habe. lUiuuiterpraiiDcnt BriaiiD behauptete, Barthou habe erklärt, es sei etwas vergisletes in Der Organi,atwn Der gerichtlichen LiquiDatoren; aber Barthou habe nicht erklärt, wie gciüiije Gegner ihm vorgeworfen, daß Der geiamte Rid)terstanD vergiftet sei. Barthou bestätigte die,es Dementi trotz Des Protestes mehrerer Deputierter (Lärm).
chtinisterpräfiDent Briand wiederholt: Wenn neue Vergehungen als Tatsachen festgestellt sind, werden sie versvlgt werden, und schloß: Wenn die Mawrftät das Bedursms hat, die Regierung lelbit auf itouen einer ueine.i Uitgeeeaji.ig.eu »u stützen, bevor man zu Den Wahlen schreitet, so möge sie nicht zögern. Die Regierung hat das BeoünniS nach einem vollkommenen unD abioluten Vertrauen Des LanDes, sie bewahrt ihre Kaltolutigtei. unb wünscht. Daß sich Die 1/Jtajorität Durch ihre Kaltblütigkeit bes Vertrauens Des LanDes würDig zeigen möge. (Lebhafter Beifall Der Linken.) , /r . .....
Im roeiieren Berlaufe Der Sitzung machte B t n et (sozialistisch- RaDitalerj Dem Minister Der öffenilichen Arveiten, Miller and, bcn Vorwurf, Daß er Minister geworDen sei, nachdem er m Der Angelegenheit Der Kongregationen fe st eHonorarebe zogen habe. Man müsse mit Den Parlaineutariern, Die sich mit etwas anderem als Den Angelegenheiten Des LanDes beschäftigten, ein Gnbt-Jncald^‘a y c übte an dem Verhalten Briands und MUlerands Kritik. Wenn Sie, so führte er aus, sich nut einem Vertrauensvotum begnügen, ,o wird Dies heißen, Daß oie für Die Siebe Partei ergreifen. Teiahahe wurde zur luDnung gerufen.
Als Jaures nunmehr fein Erstaunen äußerte, Daß Acuilster- präsiDent Briand gegen Die Angriffe aui Die Ehre feines ü>cft- arbeiters nicht protestiert habe, eilte Der M i n i.’t erprafibent auf Die Trioune, um zu erklären: Mickerand ist mein yjiuarbeiter unD mein Freund. Ich lasse meine Freunde niemals im Stick). Ich haue Dem Seputieacn oinei uiast auf Der otelie geau.wor^t, weil ich kaltes Blut besitze. Es ist eine Beschimpfung, meine Handlungen in so beleioigenber Weise zu inieipreueren. Sic Regierung wird nur eine Tagesordnung anneymen, in Der ihr das volle und solidarische Vertrauen Der Kammer ausgesprochen wird. (Beifall links.)


