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vos, der im Fakire )5 .Heilung suchenden ge Unterstützung an» Reichsdeutschen, um . Tie steigende In« durch unbemittelte ib die Opfertvilligkeü 1 großen ^nanspruch. ?n. Es soll dcshold SIL aufgebracht iwr- übtichen Unterstützun k in 'Berlin imb da. s-Platz sind zur Ent-
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) Mark) erhielt. Ter orstetlig aus heraus-, Mart, die seitens m de» Holländer». di>! it, rcHomicrt*^: MiiSgel-e». I« tollt iijet veinlrche» W'l ,ie»-hul»«delN bic »utnabefn “ft I
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flc^Frf?i)evlretungeii der österreichischen HccupLftaLt ein An- trän der Be-irksvertretnng Neubau, gegen die allzu großen Hutnadclu der Damen Dtell'ung ,-,u nehmen. Ter Antrag gehr dahin, an maßgebender Stelle dahin zui loirTen, daß dae? Tragen von Lmtnadeln, die aus den Späten ^mehrere Zentimeter hervotragen, verboten werde. Sollte dies undurchführbar sein, so möchien die Damen angewiesen werden, diese hervorragenden .Hutnadeln mit einer Schutzvorrichtung zu versehen. Durch diese Tamenmode werde die körperliche Sicherheit arg gefährdet. Bezirksvorsteher Iägers- berger, der diesen Antrag in der letzten Sitzung der Bezirts- vertretnng Lcopoldstadt zur Verlesung brachte, teilte mit, daß er vor einigen Tagen auf der Straßenbahn selbst in (Gefahr kam, daß ihm eine Dame mit ihrer Hutnadel das Auge ausstcchc. Tic Dame wollte absrcigen und kam hierbei an ihm so knapp vorbei, daß sic ihm mit der Hutnadel eine Ritzwunde oberhalb des Auges beibrachte. Ter Antrag wurde schließlich e i n st i m m i g o n g e n o m in c n.
* Vergiftung eines Mi l l i o ne n e r b e n Großs Aussehen erregt in bei Petersburger Gesellschaft ein Gift mord an dem Erben eines Millionenvermögens. Es handelt sich um den Sohn des Generals Buturlin, der int Alter von nur 26 Jahren am 24. Mai plöklich narb. Sein Tod erfolgte nach einer >2ublutaneinwritzn.ng, die ihm der 70 jährige Arzt Pantschcnko verabiolgt hatte. Ter Verstorbene war mit der deutschen Schauspielerin Marie Siecke verheiratet. Als Anstifter des Verbrechens wurde der Schwager des Ermordeten, der Gutsbesitzer O'Brain de Laen verhaftet, desgleichen der Arzt als eigentlicher s))lörbcr. O'Brain, bet sich in steter Gclbverlcgciiheit befand, wollte offenbar seinen Schwager aus dem Wege räumen, um ihn zu beerben. Es wurde bereits festgestellt, daß zwischen O'Brain und Pantschcnko ein chiffrierter Briefwechsel unterhalten wurde.
* U c b c r d a s Taschentuch fällt der Tüsseldorfer Spezialarzt für Nasen-, Hals- und Lungenkranke Tr. Thom in seinem in den Blättern für Volksgesundheitsvslegc soeben erschienenen Aufsatz: „Schutz gegen die Erreger der Tuberkulose" ein beachtenswertes Urteil. Er lagt: Tas Taschentuch von heutzutage hüll überhaupt einer kritischen Betrachtung schlecht stand. Tas Tuch können wir allenfalls durch fleißiges Wechseln rein erhalten, aber wie steht es mit der Tasche, in die es immer wieder hinein- gestopfl wird? Schon bei einer harmlosen Erkältung wie Schnur sen! Tie Tasche wird nur in einem Waschkleid oder WaschaiHUg der wohltätigen Reinigung teilhaftig. Wer ein Wohltäter der Menschheit werden will, der führe in die Betleibungsbranche auswechselbare und doch handliche Taschencinsätze ein, nm dem reinen Tuch auch einen reinen Ort zu geben. Entbehren kann es der Hustende nicht. Denn trockener Husten ist durch ein vor den Mund gehaltenes Taschentuch ungleich richtiger gedeckt als durch die Hand, die vielleicht in derselben Minute dem Freunde, zum Gruß gereicht wird. Das Taschentuch muß allerdings drei Voraussetzungen erfüllen: Es sei erstens wein, damit es gekocht werden kann, zweitens klein, damit es nickt viele rstofsteilcken aufroirbeli, drittens reichlich vorhanden, damit häufiger Wechsel leicht möglich ist. Eher Ver sckwendung und Sparsamleit mit Taschentücher für jeden mit Katarrhen der Atmuiigsorgaue Behafteten! Wenn Tuberkelbazillen im Auswurf fcftgcftcllt sind, jo gebührt solchen Kranken ferner ein eigener Taschentuchbeutel, um vor der Wäsche eine Hantierung mit den Tüchern auszuschliesen und gleich den ganzen Beutel samt Inhalt kochen zu lassen. Bunte Taschentücher, besonders von solchem Umfang, daß sie gleichzeitig als Rucksack benutzt werden können, gehören ans den Aussterbeetat.
Dk. A u S A m e r i t a wird berichtet, daß in diesem Sommer mehr A m e r i k a u e r nach Europa kommen werden denn je. Die Nachfrage nach .Warten bei. den Tamvfschiffgesellschaftcn ist so außergewöhnlich start gewesen, baß viele ber Linien nicht wissen, wie sie ben Verkehr bewältigen sollen. Man hat beredmet, daß über 1 äO 000 Amerikaner chre diesjährigen Sommerferien in Europa verbringen werben. Schon die für den Monat 3uni gemachten Bestellungen für Kabincnplätze übersteigen alle Erwartungen, denn nicht weniger als 17 000 Fahrgäste haben für diesen Monat allein Karten genommen.
* Eine H n ii b e g c s ch i ch tc. Aus Böckum tvirb ben „M. 91. Nackr." gesckrieben: In einer Gemeinde der Ruhrgegend ist eine lustige Hunbegefchickte passiert. In ber betreffenden Gemeinde wurde in einem größeren Vaugeschäst ein Diebstahl verübt. Viele Säcke Zement und Holz waren gestohlen worden. Von ben Tätern feine Spur! Die Polizei war ohne jede Fährte. 9hm wurde der Polizeihund „betragt", der schon mehrfach eine famose Nase gezeigt hatte. Der Hund beschnupperte wohl oft genug die TicbcSstelle, aber er nahm feine Spur auf. Er versagte. Aber halt! Im Orte wohnt ja ein berühmter Hundezüchter, der auch Tiere von heruorragenber Dualität hat. Der schlaueste aller schlauen Hunde wird herausgesucht, die Sachlage wird ihn: Har gemacht. Nero spitzt die Ohren, schaut seinen Herrn mit sprechenden Augen an, nickt mit dem Hugcn Kopse, wedelt mit dem Schwänze, beschnuppert auch die Diebesstelle und setzt sich dann in Trab. Der Bestohlene, der Hundezüchter, die Polizei hintennach. Es geht über Stock und Stein, durch mehrere Straßen. Vor einem Hanse hält ber Hund an und kratzt an der Tür. Der Hundezüchter fängt an zu lachen; Nero muß sich geirrt haben. Hier wohnt ja — ein Schwager, ein Onkel, ich weiß »licht mehr, welcher von ber Verwandtschaft, kurz, hter wohnt ja ein Verwandter des gefälligen Hundebesitzers, was soll der mit dem Zement zn tun haben? Und ber Bewohner macht ein grimmiges Gesicht. Was solch ein Scherz bedeuten solle? Aber der Hund bleibt unruhig und legt sich schließlich im Hofe vor eine Ctalltüre. Die Polizei wird auch stutzig und läßt den Stall — oder mag es der Keller gewesen sein — offnen. Nun gabs aber verdutzte Gesichter. Ta standen nämlich die Säcke mit Zement. Nun gabs kein Leugnen mehr. Und das Holz wurde auch aufgefunden. Der Hundezüchter wurde aber noch lange gefoppt Er soll, meinte man, nur noch Hunde dressieren, die keine Verwandten stellen.
* D i c Spielbank auf ber Bühne. Tic Pariser Zeitungen erzählen gegenwärtig eine kleine Geschichte, die so luftig ist, als ob sie von einem Satvrifer erfunden wäre. Sie ist aber wahr und konnte den Titel erhalten „Der lunst- freuudliche Kommissar" oder auch „Ein realistisckes Stück". In einem der kleinen Pariser Theater, wo von Zeit zu Zeit dramatische Ausstellungen weiblicher Reize veranstaltet werden, war mit einer neuen Direktion offenbar ein^Geist der Sittlichkeit eingezogen. Ein Drama aus dem Spielerleben mit dem Titel „Bane o!" wurde seit vier Tagen probiert, pnb der Regisseur nahm seine Ausgabe sehr genau, denn immer aufs neue erschien am Eingang der Zettel mit der Anzeige „Geschlossen wegen Proben zu Banco!" In dem Quartier ist jedoch ein Po- lizeilommissar angestellt, der selbst dramatischer Dichter ist, und deshalb einen Anschluß mit dem vorsichtigen Direktor suchte. Erst überzeugte er sich amtlich, daß es sich wirklich um ein ernsthaftes Unternehmen handle und erschien an einem Abend zu einer Probe im Zuschauerraum. Er schier^ beruhigt. Man hatte gerade den zweiten Akt probiert, eine Szene im Spielsaal, die mit glänzendem Realismus gespielt wurde. Auf dem grünen Tisch lagen Gold und Banknoten. Viel gesprochen wurde von den Künstlern nickt — aber welch ein Spiel der Physiognomien, welche Wahrhaftigkeit in der Auffassung! Der Kommissar war entzückt und bat um Erlaubnis, seinen Besuch zu wiederholen. Sonderbar! Acht Tage hindurch wurde, zu welcher Stunde er auch erschien, immer nur der zweite Akt, der Spielerakt probiert, und was das seltsamste war, zum Teil mit wechselnden Darstellern. Nur die Eroupiers blieben in der gleichen Besetzung: und auch der Regisseur, der mit dein Manuskript in der ersten Reibe des Parketts saß, aber mehr den Kommissar als das Stück zu überwachen schien, blieb immer der gleiche. Bei einer der letzten Proben aber gab es eine Ueberraschung. Ter Kommissar spielte plötzlich selber mit. Er sprang auf die Bühne und schrie mit Donnerstimme: „Im Namen des Gesetzes! Ich lege Beschlag mir den Einsatz, niemand darf die Bühne verlassen!" Tie Künstler des Soielerstücks ergaben sich resigniert in ihr Schicksal. Ter kunslfreundUche Kommissar war endlich darauf gekommen, daß von dem stück „Banco!" nicht mehr als der Name existiert«
und daß der Reolisnuis der Spielfzeneu aus^dem Realismus der Haiardspieler beruhte. Eine ingenieuse Svielergcsettfchaft hatte der hoben Polizei 14 Tage lang ein echtes Roulettripiet vor gern, int. '
von den Passionen der gefrönten Häupter erzählt ein Mitarbeiter von „lieber Land und Meer" in einer fesselnden Plauderei. Waren es in srüheren Jahrhunderten allerhand Seltsamteiten, die in den „Raritätenkabinetten" der Fürsten zusammeiigebrackn mürben, wobei das Land nicht selten für die Liebhabereien seines Fürsten die l'duoerftcn Opfer bringen musste, so und dem modernen Souverän größere Beschränkungen auferlegt. Sein Sammeleifer beschränkt sich heute auf Privatliebhabereien für Tinge, die manchmal auch nod) kostspielig genug sind, tercit Anfchaffungswerte aber doch nicht in die Millionen gehen, ^abci sind über die. fürstlichen Sammel Passionen ost merkwürdige Tinge verbreitet worden, die sich bei näherer Prüfung als Legenden erweisen.
So soll Kaiser Wilhelm eine Sammlung alten Lchuhzeugs besitzen, in der sich die Pantoffeln Voltaires, Stiefel von Wallenstein, Peter dem Großen und Napoleon I. und ein Paar Schuhe von Talma befinden: 1985 Paare soll die Sammlung umfassen! Indessen bat nie jemand diese Sammlung zu Gesicht betommeu, so daß sie jedenfalls nur in der Phantasie beffenJicftcht, der uc erfunden hat. Wohl aber besitzt der Kaiser eine Sammlung von Schiffsmodellen und eine von Autographen, die sich auf die Briete berühmter Männer beschränkt, die bei dem Sturz und der Wiedererhebung Preußens im Ansang des 19. Jahrhunderts eine Rolle gespielt haben. Tie Kaiserin hat eine Sammlung kostbarer älterer und neuer Ficker, ohne daß sie sie jedoch systematisch zu ergänzen suchte, und eine Sammlung von Perlen von einer bestimmten Größe und vollkommener Form und Farbe. Wertvolle Por- z e 11 a n i a nt m I u n g c n nennen der König von Württemberg und ber Groß her zog von S? e s s c n ihr eigen. Im Besitz des Großherzogs befindet sich auch eine Sammlung von Andenken an Napoleon, Büsten, Bilder, Sporen, Waffen, Feldbestecke und andere Gcbrauchsgegenstände, bic mit dem Bilde oder den Initialen des Kaisers geschmückt ii'.td. .Hatte der entthronte Sultan Abdul Hamid aus bloßer Laune chic Anzahl seltener, buntfarbiger Vögel, vor allem Papageien, im Iildis-Kiost zusammcngebracht, die bann nach seiner Verbannung elend verhungern mußten, so hat ber König von Bulgarien ernsthafte ornithologische Studien gemacht und besonders in der Zeit, da er als Prinz von Sachsen-Kvburg noch oft zurückgezogen aus seinem Schlosse Ebenthal in Ungarn lebte, eine der vollständigsten Sammlungen ausgcstovstcr Vögel, ihre Nester und Gehege zusammengebracht. Wissenschaftlichen In- tereffen bient auch die Sammlcrleidenschaft des Fürsten von Monako, brr als Ticsscesorscher einen bedeutenden Ruf besitzt, wie die Sammlung von Münzen König Viktor Emanuels, ber ein hervorragendes numismatisches Werk geschrieben hat. Während der jetzige König von England unter den Briefmarkensammlern einen großen Namen hat, hatte sein Vater, König Eduard, eine Liebhaberei für Spazierstöcke, bei der er alles vereinigte, was in den letzten Jahren schick und modern war. Dabei sei daran erinnert, daß auch Kaiser Wilhelm I. eine Sammlung von Stöcken besaß, freilich von anderer Art: ber alte Kaiser liebte es, sich seine Stöcke selbst zu schneiden oder ganz einfache zu führen, und eine ganze Kollektion solcher von ihm bei seinen Spaziergängen int Park gebrauchten Stöcke besindet sich noch heute im Schloß Babelsberg. Spitzensammlungcn haben bic Königin -Mutter von England, die Königin-Mutter Margherita und — der Papst: bic Sammlung bes Papstes setzt sich lebiglich aus ben Geschenken fürstlicher Frauen ttiiammen, bic seit langer Zeit bic Gewohnheit haben, die Spitzen ihres Hochzeitskleides ihm zu widmen. König Alfons von Spanien hat in seiner Sammlung Grimterungenjin alle Unfälle vereinigt, die ihn betraten; man findet darin ein Stück der Rinde von einem Baume, ben sein Automobil glücklickterweisc nur streifte, wie Splitter von der Bombe, bic an seinem Hochzeitstage vor seinen Wagen geworfen würbe. Die Königin Viaud von Norwegen sammelt alle Zeitungsausschnitte über sich selbst und ihren Gemahl, und auf dem Album, in dem sie diese vereinigt hat, liest man ben Titel: „Dinge, die wir nie gesagt und nie getan haben."
Viichertifch.
— Illustrierte Zeitung. Nummer 3491 ber im Verlag I. I. Weber-Leipzig erscheinenden „Illustrierten Zeitung" bringt wiederum eine große Reikw aktueller, künstlerischer und populärwisschaftlichcr Beiträge und Bilder. Zum Geburtstag des Königs von Sachsen erscheint ein großes sehr lebenswahres Bild, ein Bild der Söhne des deutschen KronprinzenpaareS, eine Anzahl fesselnder Bilder vom Heimgang des Königs Eduard. Wie der Großherzog Ernst Ludwig von Hessen für die Förderung der Künste aufs tatkrästigste cintritt, zeigt ein reich illustr. Artikel hon Viktor Zobel über die Ausstellung des deutschen Künstlerbundes in Darmstadt mit dem ausgezeichneten Porträt des Großherzogs von Alir. Sohn-Rethel an der Spitze. A. Smolian über die künstlerische Erziehungslehre von Jacques Dalerozc, „Ein Muster für Haus und Wohniingskunst", „Gdvitterstiimnung" von Max Pictschmann und „Markt in Venedigs von Imre Gergelv, Bilder ber verstorbenen Maler Fran; Skarbina und Ludwig Willröber, der Professoren Tr. Stadler und Tr. Planck, des künftigen Frankfurter Intendanten Volkner, von Kätchen iLchönkopf zu ihrem 100. Todestag und der Möltke-Büste in Walhalla, Tr. Krische über Kalisalze, Ter derzeitige Stand der Arbefteu am Panamatanal, Prosessor Pick über Koineten-Me- baillen. Wie gewöhnlich ist auch der Sport mit zahlreichen guten Aufnahmen vertreten und für Unterhaltung ist durch den Roman von Felix Hübel, Gedichte und Novellen gesorgt.
— Das literarische Echo. Halbmonatsschrift für Literalurfreuude (Herausgeber: Dr. Josef Ettlinger, Verlag: Egon Fleischel u. Eo., Berlin W. 9). Tas 1. Juniheft ist soeben mit folgendem Inhalt erschienen: — Gustav Landauer: Volk und Publilum. — Heinrich Spicro: Lulu von Straufbinb Torneh (mit Porträt). — L. von Strauß und Tomen: Im Spiegel. — Otto Stoessl: Die selige Insel. — E. A. Regener u. a.: Jean Paul. — L. Andro: Für Ehanleelcr. — HanS Harbeck: Tas lhrische Flugblatt. — Echo der Zeitungen und Zeitschriften. — Echo des Auslands (Französischer, Italienischer, Schwedischer, Sübameri- kanischcr Bries,. — Ecko der Bühnen. — Kurze Anzeigen. — Nachrichten. — Der Büchermarkt. — Antworten.
Gingesarrdt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei
Verantwortung.)
Tie Ausführungen in dein Eingesandt einer „Hausfrau" in der 9cr. 123 Ihres gesck. Blattes fordern einen Unbeteiligten zu einer Erwiderung und Richtigstellung heraus.
Dor allem habe ich von gegnerischen Stimmen in Ihrer gesch. Zeitung noch nichts gelesen. Nur stets bas gleiche Loblied, in neuer Kleidung, über die vermeintlichen Vorteile des „Rabattsparens". Bedarf es denn dieses Hymnus, um das „System" noch ja halten? Die Einsenderin befürchtet das Eingehen dieser „wohltuenden" Einrichtung.
Glaubt denn wirklich eine aufgeklärte Hausfrau „mit Rabattmarken" billiger zu kaufen? Im Ernste sicherlich nicht, denn
ein Kaufmann, der seine Ware früher mit 150 „ Nutzen verkauft hat, kann sich jetzt nicht mit 10.° 0 begnügen. Er wird in ben meisten Fällen den Rabatt einfach mukalkulieren.
Tas Publikum zahlt also den vermeintlichen Gewinn dem Markenausgeber und erhält den Ueberpreis nach 6—1? Monaten mit Umständlichkeiten verknüp't zinslos zurück, eine angenehme, ober, mit den Worten der Einsenderin zu reden, eine „wohltuende" — Täuschung.
Tas in dem fraglichen Artikel angeführte Beispiel lieft sich ja ganz nett, wird auch zugegeben. Ter Gegenstand wurde früher mit 20 Pfg. bezahlt und kann jetzt nicht 21 Pfg. kosten, wenn man nicht in billigeren Qualitäten machen will. Ter nächste kostete früher 45 Pfg., jetzt aber mit Rabatt 50 Pfg., dann ist man dem Schaden schon bei und um eine eoentl. Motivierung sicherlich nickt verlegen. Im übrigen läßt es sich beim Kalkulieren der Verkaufspreise weniger befamitet Artikel ganz hübsch nach oben abrunden, man gibt ja eben Markert.
Verehrte „Hausfrau', hören Sie dock mal die Inhaber ber an ber Peripherie ber Stadt gelegenen Geschäfte, die nolens volens ben Rabat,schwindel mitmachen, und and) gut 5/l0 jener ber Innenstadt Sie würden fid)cr(id) eines Besseren belehrt werden.
M. G. könnten sid; bic maßgcbenben Körperschaften, wie, Handelskammer, TetaiUistenverein rc., unschätzbare Verdienste erwerben, wenn sie in dieser Ridstung a u f f l ä r c n b auf bas Publikum wirken würden. i n H a n S h e r r.
Sanvel un» verkehr, volkrtvirtsehaft.
— Dem Bezirks- Eisen bahn rat Frankfurt am Main ist der folgende Antrag beS stellvertretenden Mitgliedes Köhler-Langsdorf zugegangen:
Ich beantrage, ber Bezirts-Eisenbahnrat Frankfurt am Main wolle beschließen, bic Eisenbahnbirektionen bes Bezirks zu ersuchen: 91lsbalb Erwägungen darüber anzustellen, in ivelchcr geeigneten Weise Güte r wagen mit a b u c h m bare r V e r- b a d) ü n q zum Zwecke deS Transportes speziell von Kartoffeln , Obst und anberer lose aufzuliefcrnber Laubes- probutte zu [ o n ft r u i c r c n imb in den Verkehr einzustellen seien, die, in ihrer Grundform den bestehenden Bo rb- id a g c n gleichend, mit leichterer (und etwa jalousieartig auirofibarer) Beba ch u n g ans Eisen- ober Wellblech zn versehen wären, als bies bei ben hierbei im allgemeinen vorbildlichen, beim Transport von Kalk n. dgl. gebräuchlichen Wagen ber Fall ist.
Zur Begrün bttng sagt der Antragsteller:
Wenn Kartoffeln, Obst u. dgl. in loser Form in die gebräuchlichen gedeckten Wagen verladen werden, wird c§ immer als ein Mißstand empfunden, daß bic Entleerung der Säcke, Körbe ufw. von den Fuhrwerken in die Eisenbahnwagen mit allerlei und dazu unnötigen Schivierigkeiten verbunden ist. Auch müssen hierbei bei Abschluß der Verladungen bic beiderseitigen Türöffnungen auf Kosten deS Verladers mittels besonderer Bretter, die bic zu transportierenden Sachen vor dem Herausfallen schützen sollen, gedeckt werden.
Gewiß wäre cs zweckmäßiger, ivenn matt Kartoffeln u. dgl. über eine niedrige Bordwand hinweg ohne weiteres von ben Fuhrwerken in die Eisenbahnwagen verladen könnte. Es bedürfen diese zu transportierenden Sachen nur eines Schutzes gegen Siegen und Schnee, der durch Auflegung einer abnehmbaren, jalousieartig übercinandergreifenden Bedachung aus Eisenblech, vielleicht auch einer Bedachung aus Wellblech leicht hcrzustellen wäre.
Der Fr ost schütz märe alsdann durch Einlage von Stroh ober anderer schlechter Wärmeleiter in einfacher Weise herbeizuführen.
Zu beachten iväre noch, daß in dieser Art hcrgcstelltc Güterwagen auch im Falle eines Krieges die besten Dienste leisten könnten bei Verproviantierung des Heeres (Verschickung von ungesacktem Hafer, Brot u. dgl.).
Märtte.
X Kirchhain, 1. Juni. Auf dem heutigen Rindvich- markt stauben etwa 230 Kühe, Rinder und Kälber zum Verkauf. Besonders verlangt imb gut bezahlt würben frischmelkende Kühe. Ter S d) w e i n e in a r k t war mit etwa 700 Ferkeln imb Läufern befahren. Es kosteten 6—7 Wod)en alte Ferkel 38—44 Pik., 3—4 Monate alte Läufer 60—80 Mk. imb größere Ware 100 bis 140 Mk. bas Paar. Der Aiarkt würbe fast geräumt.
F.C. Wiesbaden. Vieh Hof-Marktbericht vom 1. Juni. Auftrieb: Rinder 50, Kälber 273, Schafe 26, Schweine 415.
Tendenz: Rinder gut, Kalber gut, Schafe gut, Schweine langsam. Preis Durch-
" pro 100 Pfb. schnittspreis
L-cbcnb. ^-Iilachl. pro 100 Pfund _ , , flcroirt» ^evend- Lchla.lu.
Ochsen. von-bisvon-bis ßCroi4i
Vollsleischigc, ausgeniästete, höchsten
Schlachtwerles, höchstens 6 Jahre alt 43—47 78—82 45 80
Junge, fleischige, nicht ausgemästete und
ältere ausgemästete...... 38—42 73—76 40 74
Mäßig genährte junge und gut ge
nährte ältere 33—37 66—71 35 68
Färsen, Kühe.
Vollsleisd)ige ausgemästete Färsen höd)st.
Schlad)twertes 40—44 72—77 42 74
Vollsleijchige ausgemästete Kühe höd;st.
Schlachtwertes bis zu 7 Jahren. . 37—40 70—72 38 71
Aellere ausgemästete Kühe und wenig
gut entwickelte siingereKühe u. Färsen 30—35 60—65 32 62
Mäßig genährte Kühe und Färsen . . 24—29 49—58 26 53
Kä 1 be r.
Feinste Mast- (Vottmilchmast) und beste
Saugkälber 57-62 95—103 59 99
Mittlere Plast- und gute Saugkälber . 51—56 85—93 53 89
Geringere Saugkälber 42—48 70—80 45 75
Schafe.
Mastlämmer und jüngere Masthammel 41—42 82—84 41 83
Schweine.
Vottsleischige Schweine bis zu 2 Zentner
Lebendgewicht 53—55 68—70 54 69
Vollsleischige Schweine über 2 Zentner
Lebendgewicht 53—55 68—70 54 69
Fleischige Schweine ...... 52—53 67—68 52 67
Limburg a. b. Lahn, 1. Juni. Fruchtmarkt. Durchschnittspreis pro Platter. Roter Weizen (nassauischer) 16,40 Mk., weißer Weizen (angebaute Fremdsorten) 16,00 Aik., Korn 10,80 Mk., Gerste: Futtergerste 0,00 'Mk., Braucierste 00,00 Mk., Hafer 7,10 Mk., Erbsen 0,00 Mk., Kartoffeln 4,40-5,00 Mk.
Meteorologische Beobachtungen der Station Eiehen
Juni
Wetter
1910
e s L« S. ■_ — <u
OV
o = 0.2^
1. 2” 744,1 19,5 10,5 62 SSW 2
1. 9“ 744,2 15 6 10,8 82 WKW 2
2. 7» 744,21 14,3 9.8 82 N 2
Höchste Temperatur am 31. Mai bis 1.
Niedrigste , , 31. „ , 1.
8 Sero. Himmel ; *
9 Sonnenschein
Juni = 4- 19,9 “0.
„ = + 10,3 -C.
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