Nr. 89 Erstes Blatt 160. Jahrgang Montag 18. April 1910
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sind auf den Booten auf dem Fluß. Tic in Tschangscha! ftatwnierten Truppen^onntendenAufftandnichtj unterdrücken.
Das britische Kanonenboot „Th ist le" ging gestern von Hankau ab und versucht Tschangsck-a zu erreichet!, es ist aber sehr fraglich, ob das möglich fein wird, mcti der Fluß sehr flach ist. Bisher sind keine Europäer um
Die llntttidjlagunaen des Liquidators Duez.
C Paris, 17. April
Die heutige Nummer umfaht 10 Seiten.
Vie Fürsorge für die alten Soldaten.
Ans B e r l i n wird Uns geschrieben:
Tie Zeiten, in denen man alte Soldaten, die in den Kriegen Lcntschlands geblutet oder sonst ihre Gesundheit geschädigt halten, mit einem Leierkasten abfand, um ihnen eine Bettelexistenz zu ermöglichen, waren schon vorüber, als man ans der französischen Kriegsentschädigung 561 Millionen Mark abzweigte, mit ihnen den Reichsinvaiidenfonds schuf und daraus alle Invaliden der Kriege vor 1870/71 ein- schließlich der schleswig-holsteinschen Invaliden von 1848 49 unterstützte. Der Reichsinvalibenfonds, der bekanntlich in diesem Jahre anfgezehrt ist, hat in dieser Beziehung äußern segensreich gewirkt, und wo er in einzelnen zweifelhaften Fäile'nt ^versagte, tratet der kaiserliche Dispositionsfonds, sowie der Invatidendank helfend ein. Dennoch litt er an dem Mangel, daß seine Mittel wohl dafür ausreichten, den wirklich im Kriege selbst invalid gewordenen Personen Unterstützungen zu gewähren, nicht aber denjenigen, bei denen sich im Lauf der Jahre die Strapazen der Feldzüge nachträglich durch Siechtum rächten und sie erwerbsunfähig machten. Aus Anlaß des 25jährigen Kriegsjubiläums wurde der Reichsinvalidenfonds durch Gesetz vom 22. Mai 1895 dadurch noch weiter belastet, daß aus ihm an Kriegsteil- labmer, welche sich in unterstützungsbedürftiger Lage bc- fanben Beihilfen nt Höhe von 120 Mark jährlich gezahlt wurden, und ebenso wurde aus ihm der kaiserliche Dis° positionsfonds verstärkt, um auch solchen Kriegsteilnehmern kleinere Pensionen zu sichern, deren Invalidität nicht absolut anerkannt war, deren Bedürftigkeit aber außer Frage ' andl Aber ganz abgesehen davon, daß hierbei natur- gemäß manche Bärten mit unterliefen, konnte in Anbetrach', her üblen Finanzlage des Reiches, das, wenn der Rcichs- invalidenfonds auf diese Weise geschwächt wurde, um so eher gezwungen war, die Not der alten Krieger zu lindern, die Zahl der Personen, denen diese (Guttaten zuflossen, nur eine verschwindend kleine fein. Wurden doch nur etwa ’1000 Kriegsreilnehmer unterstützt, obwohl die Zahl der noch lebenden Kämpfer aus dem Unteroffiziers- und Mann- schaftsstande rund 500000 betrug, die keinerlei P^ension oder Unterstützung bezogen, und von denen wohl ein sehr großer Teil ebenso darbt, wie die oben genannten 24 000.
Ter Reichstag löste daher nur eine Ehrenschuld des deutschen Volkes ein, als er am 13. Juli 1909 beschloß, bap allen Über 60 Jahre alten Veteranen, soweit jic ein Einkommen don weniger als 600 Mark hätten, die Kriegs- teilnehmerbeihilse in Höhe von 120 Mark jährlich gezahlt nurbeli sollte. Der Bundesrat ist leider diesem Beschluß bisher nicht beigetreten, hat aber keinen Hehl daraus gemacht, daß er prinzipiell mit dieser erweiterten Krieger- sürsorge einverstanden ist, sobald sich übersehen läßt, wieviele Personen für sie in Betracht kommen, und woher für diese neuen Kosten Deckung genommen werden soll.
In der nächsten Woche soll nun diese eaefje aufs neue im deutschen Reichstag angeschnitten werden, und zwar gebenti man zur Lösung der Kostenfrage eine Wehrsteuer, wie sie schon des öfteren, und zuletzt bei der Reichssinanz- veform zur Beratung stand, vorzuschlagen. Ein weiterer von der Fortschrittlichen Bolkspartei ausgehender Antrag will dagegen die Mittel für diese Kriegsteilnehmerbeihilfen auf Grund einer Abänderung des Branntweinsteuergefetzes gewinnen, mii) zwar dadurch, daß die aus den Bestimmungen über die Verbrauchsabgabe und das Kontingent sich ergebenden Vorteile für die Branntweinbrenner vermindert werden und diese Branntweinliebesgabe zu einer Liebesgabe für die alten Soldaten wird. Es ist über die Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit einer Wehrsteuer, die allen denen auferlegt werden soll, die nicht gedient haben, schon soviel geredet mb geschrieben worden, daß wir es uns hier versagen wollen, diese Frage noch einmal ausführlich zu erörtern. Tie körperliche Benachteiligung zu besteuern, wäre ebenso ingerecht, wie die Besteuerung von Personen, die es aus geistiger Minderwertigkeit zu nichts gebracht haben. Und wenn man auch nur diejenigen Militärtauglichen besteuern iDOtlte, die, weil überzählig, nicht zum Dienst bei der Fahne gelangen, so fürchten wir, daß das Stenererträgnis dann mir sehr klein jein würde, ganz abgesehen davon, daß diese Veute, wenn sie auch vor den wirklich Eingestellten einem wirtschaftlichen Vorteil genießen, doch nichts dafür können, daß unsere Heereseinrichrungen in dieser Beziehung un zulängliche sind. Und ebenso problematisch erscheint uns der Vorschlag, die Mittel für die Kriegsteilnehmerbeihilfen aus der Liebesgabe zu nehmen, weil erstens unsere ganze Branntweinsteu'ergesetzgebung nun einmal auf den Bestimmungen über die Vcrbkauchsabgabe aufgebaut ist, und weil zweitens ein sehr großer Teil unserer Landwirtschaft überhaupt von ihnen abhängt. Man wird wohl wieder zu einer neuen Steuer greifet müssen.
Die Unruhen in China.
Der schon kurz gemeldete Ausstand in der chinesischen Provinz Hunan nimmt einen großen Umfang an. Von unserem Londoner Mitarbeiter erhalten wir folgenden Brief:
£ London, 16. April.
Keine der drei hiesigen Misiionsgesellschaften, die Vertreter inTschcings ch a haben, erhielten bisher direkte Nachrichten über die dortigen Vorgänge, imb da alle Europäer auf Schiffen Zuflucht suchten, ist es fraglich, ob überhaupt direkte Rachri':',en ans dieser Stadt erwartet werden können. Die „Dailv Mail" hat ein aus Peking datiertes Telegramm, in welchem es heißt, daß der Ausstand in her Provinz i Y>u n an auf Mangel an Reis zurückzuführen sei. Die Empörer seien Herren von Tschangicha. Sie verbrannten die Wohnungen der Beamten und ebenso die Häuser der weslcyanischen, der norwegischen und der chinesischen Jn- landmission. Tie Konsuln und alle anderen Ausländer
ihr Leben gekommen.
Tie letztgenannte Gesellschaft, die China-Inland Mission, begann ihre Arbeiten in Tschangscha bereits un Jahre 1875, aber die Hauptstadt von Hunan war zunächst (eine ständige Niederlassung der Gesellschaft, sondern sie wurde nur gelegentlich von Missionaren besucht. Nach dem Boxeraufstand, im Jahre 1901 wurde dann eine Stird c von der Gesellschaft in Tschangscha gebaut und auch cm Hospital, und besonders auf dem Gebiet der Krankenpsiege wurde außerordentlich viel Gutes getan. Ein amerikanischer Arzt, Tr. Keller, vertritt die Gesellschaft dort. In enger Verbindung mit dieser Misfionsgesellschaft stehen fünf Deutsche, die von der Liebenzell-Mission in Württemberg dorthin geschickt worden sind.
Aus dem A u f st a n d s g e b i e t sind noch folgende Meldungen eingetroffen:
London, 17. April. Das Rcutersche Bureau meldet aus Tschangscha: Der Gouverneur und sein o 6 n ro u c den getötet; der Pamen ist zerstört worden. 24000 Plünderer suchen die Stadt heim, die in Brand steh,.. Die norwegische und die katholische Mission sind verbrannt, die übrigen zerstört. Eine allgemeine Vernichtung f r c m den Eigentums, darunter des javanischen Konsulates, folgt. Eine zur Nachtzeit ohne Lichter fahrende Dschunke wurde von dem nach T ch .ngsttza eiLn. cn englisehen Kano n e n b oo t,,~ hi l “ überrannt. Drei deutsche Missionare sollen sich an Bord befunden haben und er tru nlen sein. Man weiß indessen nur von acht Deutschen, die sich in Tschangscha befunden haben und die alle in Sicherheit sein sollen. Spätere Berichte besagen, daß drei Amerikaner vermißt werden und daß diese möglicherweise mit der Tschunle untergegangen sind.
Schau ghau, 17. April. Ter Oberbefehlshaber der englischen Sccftreitlräfte in Ostasien, Admiral WinSloc, sprach dem deutschen Generalkonsul sein Bedauern darüber aus, daß durch das englische Kanonenboot „Thisste" eine Dschunke mit drei deutschen Missionaren zum Sinken gebracht worden sei.
H ankau, 17. April. Alle Ausländern gehörige Gebäude wurden in Brand gesteckt, ausgenommen das englische Konsulat. Wenn auch das Gerücht gebt, der Gouverneur fei ermordet worden, so glaubt man bod), daß er sich verborgen hält. Die Truppen schritten nicht gegen d i e Aufständischen ein. Es ist der Befehl ergangen, daß die Missionen die ganze Provinz räumen, da die Beamten einen a l l- gemeinen Auf st and fürchten und sich außerstande erklärten, die Fremden zu schützen. Der V i z e k ö n i g sandte Truppen in Stärke von 2000 Mann ab.
politische Tagesschan.
Deutsches Kapital für Persien.
lieber die Zukunft Persiens schreibt die in London erscheinende „Finanz-Chronik^:
„Tie persische Regierung hat sich geweigert, eine englisch- russische Anleihe im Bettage von 10 Millionen Franks anzunehmen, weil .die damit verknüpften Bedingungen allzu harte waren. Wer Persien kennt uiib seiner Entwicklung, namentlich in den letzten Monaten, gefolgt ist, wird eingestehen müssen, daß die Regierung den einzigen ihr osienstehenden Weg einbeschlagen hat. Die anarchistischen Zustände, welche in letzter Zeit im Reiche des Schah Handel und Vertehr schwer geschädigt haben, sind endlich einer verhältnismäßigen Ruhe gewichen. Aber die augenblicklich bestehende Regelung persischer Angelegenheiten ist nur ein Versuch, der notgedrungen durch weitere Prozesse der Gärung führen muß, bevor eine dauernde Klärung erzielt werden kann. Unter diesen Umständen müssen die Geldgeber eine substantielle Sickler - heit für ihr Kapital verlangen. Kann diese nicht anders geleistet werden, so ist man berechtigt, die Kontrolle über gewisse Steuern oder sonstige Staatseinnahmen zu fordern. Aber Monsieur Iswolski und Sir Edward Grey haben versucht, die Notlage be$ Landes allzu sehr auszubeuten und die Schraube allzu stark anzuziehen. Sie haben den großen diplomatischen Fehler begangen, Bedingungen zu stellen, die unannehmbar sind, weil sie nicht nur das persische Nationalgefühl verletzen, sondern auch der Regierung, die sie im Widerspruche mit den nach freier Entwicklung verlangenden Reformatoren annehmen würde, den sicheren Sturz bringen müßte. Rußland und England verlangten nicht nur den allerdings in Persien nicht als extravagant geltenden Zinsfuß von 7 Proz., sondern auch Kontrolle über Steuern, ferner Ueberroadumg aller Staatsausgaben, Ernennung von sieben Europäern zu leitenden Beamten des Finanzministeriums, bevorzugte Stellung bei Eisenbahnkonzessionen, ein russisches Schifffahrtsmonopol auf dem See Urumisch und schließlich auch noch Reorganisation der Gendarmerie durch Mbe Länder.
Xie Annahme dieser Bedingungen foui.c, wie wir schon sagten, den Selbstmord der nach ) dimeren Kämpfen ans Ruder gekom- incneir Regierung bedeutet Und diese Leute, die so viel Energie, Umsicht und Fähigkeit bewiesen haben, waren natürlich nicht geneigt, das Verhängnis heraus zu beschwören und in die mit schönen .Krallen versehene englisch-russische Freundeshand einzuschlagen. Vielmehr sah man sich nach anderer Hilfe um, und zwar mit Erfolg. Es bestätigt sich die Nachricht, daß die Unterhandlungen mit der Deutschen Bank zur Absendung eines Bevollmächtigten nach Teheran rührten, der die Verhandlungen leiten und aus eigenem Augenscheine die Sachlage beurteilen soll. Wie wir glauben Voraussagen zu können, wird sich dieser Beamte von der Fähigkeit und Ausiichtigkeit der Regierenden überzeugen und auch davon, daß das »reite Gebiet des reichen, noch gänzlich unausgesetzten Landes den Kapitalisten Chancen bietet, bereu Größe sich heute iwch schwer ermessen läßt. Kohle, Kupfer, Silber, auch Gold und Edelsteine harren der Erschließung, aber es fehlt an Mitteln des Transpottes und Schutz vor Raubgesellen. Tie Nutzbarmachung des ungeheuren Gebietes kamt nur eine Frage der Zeit fein.
In der Untersuchung gegen Tuez, bte wegen der ungeheuren Verzweigung der Veruntreuungen dieses Kongrega lionen-LiquidatorS trotz des Eifers des mit ihr betrauten Richters Albanel sich sehr lange hinzieht, Hansen sich die i ^baulichen Enthüllungen. Itnmcr mehr erhalt man einen Begriff davon, wie viele Leute bei diesen ,,Operationen ihr Schä'chen ins Trockene gebracht haben. Aus den allerletzten Feststellungen lassen sich folgende hervorheben: Erne teuer Keniaten Gesellschaften, die sich urplötzlich nach l^r Auflösung der Kongregationen bildeten, die „Soeisto de Saint-Denis", deren Vorsitz ein Abbe Desmasnres inne balle, nollte erst die Liegenschaften der FranziSlaner be- anspntchen, ließ aber diese Forderung als nndnrchführbar Killen. Sie begnügte sich mit dem Ersuchen, das; die ans dem Vericntte des (Grundstücks in der Rite de Pnteanr erwarteten 500 000 Frantcn dazu verwendet mürben, die vorgeb-- ichen hypothetarischen Guthaben des Abbe Desmasnres und die Ausgaben eines Frl. Dolbeau für den Bau der Kapelle zu decken. Aber auch dieser Anforderung widersetzte sich Ducz, mußte indessen auf eine gerichtliche Entscheidung sich in sie fügen. Herr Albanel Hal nun die Photographie eines Briefes, die bei Martiti-Gauthier beschlagnahmt war den war, dem Angetlagten vorgelegt, den der 2fbb6 Des- masureS an Dnez richtete, um folgende Verteilung der erwarteten 500000 Franken vorzuschla- oen: 250000 für die Hypothekarglänbiger, 60000 Franken vonorar für Dnez und die Liguidationslosten, 180000 ;.laufen für Frl. Dolbeau und 10000 Franken für den Abbe Deswasures für Kosten ufiu. Die Sache kam allerbiene« rieht zustande, da das Grundstück nur 300000 Franken erbrachte, aber man erhalt doch damit wieder einen Einblick in die Geheimnisse der Liquidation.
„Was ist aus den z w e i Millionen geworden, dir Sie von dem Anwalt der Soeiete Immobilizre für oas Eollöge Stanislas erhielten?" fragt der Richter Albanel seit Wochen eindringlich Dnez, ohne je eine klare Antwort erzielen zu tönnen. Mit rührender Sorglosigkeit erwidert dieser, er wisse nicht mehr genau, was ler damit angefangen habe. Er habe wohl einen Teil dazu verwendet, die Doi> schüffe an die Staatstasse zurückzuzahlen, ferner die laufenden Kosten der Liquidation zu decken, höchstwahrscheinlicki auch „etwas" in der Caisse des Depots et Consignations gelassen. Tie unglaubliche Nachlässigkeit dieses Muster- oertiauensmannes wird dadurch charalterisiert, daß er die Einiassierung der ztvei Millionen nur auf einem losen Blatte verzeichnete: man findet keine Spur von ihnen in dem Buche über die Abrechnungen der Kongregationen.
In einem anderen Falle, einer Transaktion zwischen Dnez, der Baneo di Roma, die das Eigentum des Eottöge Stanislas vergeblich beanspruchte, und der Gesellschaft, die es antauftc, tritt das Teilungs-Shstem zwischen den Liqui datoren und Anwälten besonders erbaulich hervor: Man schloß ein Abfommen, durch das Herrn Tue.fr 150 000 Franken zugesprochen wurden. Davon teilte Dnez seinem Mitarbeiter Martin-Gauthier 10000 und dem Anwälte Delasalle, der ihn „beraten" hatte, 20 000 Franken .zu, während er den Rest behielt. In dieser Sache, die für die Bestechung^ antlage von der größten Bedeutung ist, kann ftd) Duez überhaupt nicht verteidigen; er stammelt unverständliche Ätär- chen heraus, und fein Adlatus Martin-Gauthier ist dabei auch aus seiner sonst sehr kecken Sicherheit gebracht.
Der Kaiser in Homburg.
Homburg v. b. H., 17. April. Gestern nachmittag fuxM nach 3 Ubr begaben sich das Kaiser paar, Prinzessin Vittona' Luise und Gefolge mit Automobilen nach Sandplacken; von borti wurde der große F e l d b e r g zu Fuß erstiegen. Auf der Höh« des Berges wurde der Tee genommen imb die großartige Rundlich t betounbert. Später erstiegen die Maiestäten auch noch den Ausfichtsturm. Der Abstieg wurde nach dem Roten Kreuz genommen und von dort die Rückfahrt nach Homburg angetrctai, wo die Ankunft um 7 Uhr erfolgte.
Prinz Oskar ist heute morgen hier eingetroffen. Heutn vormittag haben die Majestäten, Prinz Oskar und Prinzesfnsi Viktoria Luise den Gottesdienst in der Erlöserkirche besucht. Dar-, auf statteten die Majestäten dem Ossizierheim Taunus in F al-i Fen ft ei» einen Besuch ab. Heute nachmittag gegen 5 Uhr fuhren die Rkajestäten, der Pttnz uni) die Prinzessin mit Gefolge mit Automobilen bis zur Saalburg und ichlossen daran ehten* Spaziergang über den „Fröhlichen Mannsiopf".
Hessen.
Der R e i ch s v c r b a n d der Vereine der Nation a l * liberalen Jugend (junglibcraler Reichsverband) hält, an f au ad Mai im Hotel Heß in Darmstadt seine Früh- jal)rs-Vorstandssitzung ab. Gleichzeitig findet ebenfalls in Darmstadt die Vertreterversammlung deS jungliberalen Landesverbandes für das Großherzogtum Hessen statt.
Deutfcbes Ikicb.
Im Reichs tage wird, so schreibt inan uns aus Berlin, beabsichtigt, vor der Verengung folgende Entwürfe zu verabschieden: Feriisprechgebührenordnung, Vereinbarung über die Verlängerung des schwedischen Handelsvertrages, Reichsbesteucttlngsgcsetz, Berner lieber- einfunft zum Schutze von Literaturwerlcn, Ziuvachssteuer- gesetz, Beamtenhaftpflichtgesetz, Entwurf über die Aiifstands- ausgaben für Südwestafrila. Tie juristischen Gesetze, das .Kaligesetz,, das Stellenoermittlergesetz, Arbeirskainmer-, .Hausarbeitsgesetz und Gewerbcordmingsnovelle bleiben voraussichtlich für die Herbstsession Vorbehalten. Die Reichs- versicherungsordnung wird in erster Lesung erledigt werben. Voraussichtlich werben auch noch eine Reihe von »Wahl- Prüfungen erlebigt iverden.
Ter Bunbesrat erteilte bem Entwurf eines Kolo- nial-Beamtengesetzes am Samstag seine Zustimmung.


