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21.9.1910 Erstes Blatt
 
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Nächsten Samstag

Mitglieder aus und vier sind zu wählen.

Es scheiden drei Außer den drei

= Großen-Buseck, 19. Sept, findet hier Gemeinderatswahl statt.

Xteftrnnrningen Amvenbimg finden solle». Dieße Frage wurde allseitig bejcchr. Ein Antrag, das schleunige Verführer auf'Nichts Jugendliche zu beschränken, wurde adgeteh-nt und § 410 nach bei Regierungsvorlage angenommen.

Bei 411 wurde ein Antrag angenonrrnen, wonach in dem Anträge ans schleuniges Verfahren nicht nur Ort und Zeit der Tat unb das anznwendende Strafgesetz, sondern auch die Beweis- knrittel an^ugeben sind. § 411 wurde nicht geändert. Die Ab­stimmung über die zu § 412 vorliegenden Anträge betr. die Zuziehung von Schöffen beim schleunigen Verfahren wurde ou) Mittwoch vormittag vertagt.

Ausland.

Der spanische ft errat beschloß, die Wieder­eröffnung des Parlamentes auf den 6. Oktober festzusetzen. Der Finanzminister erörterte den außerordentlichen Hans- Halt und erklärte, daß eine Anleihe von anderthalb Milliarden erforderlich sein werde, von denen 100 Mill, auf die Marine, 180 Millionen auf öffentliche Arbeiten, 750 Millionen auf das Heer, 340 Millionen auf das Innere und 22 Millionen auf Justiz und Unterricht entfallen Würden.

In London wurden die Vernehmungen in der An­klagesache gegen den Leutnant Helm am Dienstag auf dem Polizei gericht in Farcham fortgesetzt. Der Gerichtshof entschied, daß hinreichende Verdachts gründe gegen Helm vorgebracht worden seien, um die Fortsetzung des Verfahrens zu rechtfertigen. Der Fall wurde bis zum 28. September vertagt. Das Gesuch auf Haftentlas- s u n g wurde abgelehnt.

Der französische Kriegsmini st er hat beschlos­sen, alle Offiziere und Soldaten, welche sich bei den letzten Manövern um die Flugtechnik und die Luft­schiffahrt besondere Verdienste erworben haben, zu be­fördern oder durch Ordensverleihungen auszu- tz-eichnen.

daß die Bilder fast gar nicht flimmern, was früher manchen von dem Besuche kinematogravhischer Vorführungen abgehalten hat.

** Zur Untersuchungsfache Werner erfahren wir, daß der Verbrecher, wenn nicht ganz außergewöhnliche Umstande während der Voruntersuchung sich ergeben, nicht rtad} Friedberg geführt wird. Die Heberführungsstücke des Verbrechers wurden bisher in Frankfurt a. M., Bad-Nauheim und Friedberg verwahrt und sind jetzt eingefordert. Für die Untersuchung und für die Verhandlung vor den Geschworenen genügt ein richterlicher Augen­schein. Früher schon wurde ermittelt, daß das zu den Bomben verwendete Dynamit aus der Pulverfabrik St. Ingbert herrührt. Werner hat zugegeben, daß der zur Tat verwendete Sprengstoff von ihm und Wingeß in St. Ingbert gestohlen ist. Die Unter­suchung hat sich auch auf diesen Diebstahl zu erstrecken.

** Die Maul- und Klauenseuche ist aus. gebrochen in Groß-Schren, Kreis Rosenberg, Regie­rungsbezirk Marienwerder, am 15. September.

82. Deutscher Naturforscher- und Aerztetag.

(Telegraphischer Bericht.)

Königsberg, 19. Sept.

Die heutige^Versammlung der 24. Abteilung für Derma­tologie und Syphilibolvgie in der Aula der Universität gestaltete sich zu einer großartigen Huldigung für den Entdecker des neuen ^>y p b il i s h e i 1 m i t t e 1 s , deZ Professors Ehrlich (Frankfurt a. M.). Der große Fest­saal war überfüllt. Dem Gelehrten wurde bei seinem Erscheinen eine stürmische Huldigung bereiteten, für die er in schlichten Worten dankte. Er nahm sofort das Wort zu den Ausführungen .Aber sein Mittel

Ehrlich-Hata-60 6.

Aus der Rechtspflege. Die allgemeinen Berichte über den Stand der Rechtspflege und Justizverwalung, wie sie seither alljährlich nach preußischem Muster von den hessischen Gerichten an das Ministerium der Justiz erstattet wurden, fallen für die Zukunft weg, da die Berichte ihren Hauptzweck, dem Uebergang zum neuen Recht die Wege zu ebnen und der Justizverwaltung einen Einblick in die Ent- wickeliing des neuen Rechtes zu qeben, erfüllt haben.

Pfänd barkeit von Allmendansprüchen. Das hessische Oberlandesgericht hat sich mit dec viel um- stcittenen Frage befaßt, ob Allmenbansprüche pfändbar sind und die Frage bejaht. In der Rechtssprechung ist an­erkannt, daß die Ausübung der Allmendnutzung ein Objekt der Zwangsvollstreckung sein kann; denn nach der Zuweisung des Allmendloses an die Berechtigten handelt es sich um die Pfändung der dem Ortsbürger aus Grund seiner Berechtigung zukommenden Nutzungen.

* Verhaftet. Der Kaufmann Paul Hübner aus Nordhausen wurde gestern abend an dec Bahnstrecke bei Lang- Göns betroffen, als er Signalmaste beschädigte und Eisen­bahnschwellen auf die Schienen legte. Von Bahnbediensteten wurde er festgenommen, hierher gebracht und der Polizei übergeben. Hübner wurde in das Provinzialarresthaus cin- geliesert.

.Kostenlose" Photographien. In der hiesigen Gegend treibt in letzter Zeit eine Photographen-Gesell- schäft ihr Unwesen. Zwei Reisende Richter und Knöffel lassen sich von den Leuten, namentlich Frauen, Photo­graphien geben, die sie zu Reklamezwecken kostenlos zu ver­größern versprechen. Unter Vorlegung einer Offerte lassen sie einen daran befindlichen vorgedruckten Zettel unterschreiben. Nach einiger Zeit kommt da ein Reisender Paul ober Knöffel und zeigt ein unfertiges Bild in einem schlechten Rahmen vor. Für diesen letzteren werden dann unter Vor­lage der unterschriebenen Zettel recht erhebliche Beträge ver­langt. Da es sich um Betrügereien zu handeln scheint, wäre es angebracht, wenn die geschädigten Personen Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erheben wollten.

** Kleinhandel mit vollständig vergälltem Branntwein. Vom 1. Oktober an darf int Kleinhandel voll- randrg vergällter Branntwein nur noch in Behältnissen von 1, o,10, 20 und 50 Litern feilgehalten werden. Die Behältnisse musseit mit einem Verschluß versehen sein, der das von der Steuerbehörde bestimmte Erkennungszeichen trägt. Wer solchen Branntwein zum Kleinhandel selbst absüllen 'will, hat dies so­wohl bet dem zuständigen Hauptsteueramt als auch bei der Orts- poltzeibehorde unter Angabe des Abfüllraums anzumelden. Von dem Hauptsteueramt wird alsdann dem Nachsuchenden das Kenn­zeichen für fernen Verschluß mitgcteilt. Zuwiderhandlungen werden geahndet. Das Hauptsteueramt erteilt in den A'mtsstunden über die neuen Vorschriften bereitwilligst Auskunft.

" Im Gießener Festsaal bringt die Budapester Orpheum»Gesellschaft nebst der PosseBrautschau" eine jieue SensationskomödieDec Mann mit den 2* 1/» Frauen!" und vollkommen neue Solovorträae sämt­licher Mitglieder.

X Treis a. Lda., 20. Sept. Bei dec dieser Tage dahier vorgenommenen Gemeinderatswahl wurde Land- wirt Heinrich Klein II. wieder-, Landwirt Philipp Michel und Heinrich Will III. neugewählt. Die Beteiligung an dec Wahl war sehr stark. Auch die Sozialdemokraten hatten diesmal einen Kandidaten ausgestellt, dessen Kandidatur aber von vornherein aussichtslos war.

^ Ober-Ohmen, 19. Sept. Im oberen Ohmtal scheint es nicht so viel Obst zu geben wie anderwärts, kam doch bei dec heutigen Obstversteigerung dec Korb voll ge­wöhnlicher Tafeläpfel auf etwa 3,50 Mk. am Baum.

)( Büdingen, 20. Sept. Die Einweihung un­seres neuen Schulhauses gestaltete sich trotz des Regenwetters zu einem hübschen Fest. Um 1 Uhr wurde ein Festzug sämtlicher Schulklassen am alten Schulhaus aufgestellt und dann hier eine Abschiedsfeier gehalten. Ihn i/22 Uhr bewegte sich der Zug zu dem neuen Schulhaus, hier fand durch dre Bauleitung die Ueberreichung des Schlüssels­statt. Den Festakt in der Turnballe eröffnete der Gesang der Schüler; die Festrede hielt Pfarrer Göbel, der Vor- itzende der Kreisschulkommission unB Lehrer Mmmerer hielten Ansprachen. Nach dem Vortrag des Gesangvereins Liederkranz wurde der Weiheakt mit dem LiedeNun danket alle Gott" geschlossen. Unter Führung der Bauleitung und des Bürgermeisters Fendt erfolgte die Besichtigung des Gebäudes, abends war Festkommers im Festsaal 'des' Rat- hauses. Das Aeußere des stattlichen Neubaues ist sehr wirkungsvoll, die Inneneinrichtung in jeder Hinsicht prak­tisch und zeitgemäß. Im ganzen enthält das Schulgebäude 12 Lehrsäle, 1 Zeichensaal, 1 Handarbeitssaal, 1 Reserve­klasse, Konferenz-, Lehrer-, Bibliotheks- und Lehrmittel­zimmer und eine Schuldienerwohnung. An das Haupt­gebäude schließt sich die Turnhalle, in der auch die Turn­vereine turnen dürfen. Baumeister ist Professor Dr. Vetter­lein-Darmstadt.

Selters bei Ortenberg, 20. Sept. Die hiesige Bürgerschaft betraute ihren langjährigen Bürgerin eister Heinrich Rupp VI. zum vierten Male mit dem Vor­st e h e c a m t, ein Beweis, wie sehr es dec Gewählte ver-

Aus Stabt tinfc Land.

Gießen, 21. Sept. 1910.

Höherer Forstdienst. Die schriftliche Staats­prüfung für den höheren Focstbienst findet am 3. Nov. und an ben folgenden Tagen zu Darmstadt statt. Gesuche um Zulaffung zu dieser Prüfung sind unter Verwendung des Eingabestempels von 1,50 Mk. bei der Ministecialabteilung für Forst- und Kameralverwaltung spätestens bis zum 15. Oft. einzureichen.

Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Lkhrec Phil. Thomas zu Offstein eine Lehrerstelle an der eoang. Schule zu Nierstein, dem Lehrer Pet. Jak. Pörtner zu Kirschhausen eine Lehrerstelle an dec Gemeindeschule zu Eberstadt, dem Schulvecwalter Joh. Dietz zu Schornsheim eine Lehrerstelle an dec Gemeinbeschule zu Gabsheim.

Eclebigt ist die Stelle des Forstwarts dec Focst- ivartei Bessungen, Oberförsterei Beffungen.

** Sandwirtschaftskammec für Hessen. Der Vorstand hielt am 19. ds. Mts. unter Leitung des 1. Vor­sitzenden, Geh. Regierungsrats Haas, seine 56. Sitzung ab. ©c regelte hierin Verwaitungsangelegenheiten und entschied über Umlageeinsprüche. Mit der Anlage einer Obst- must e r p f 1 a n z u n g in der Nähe von Bensheim erflärte sich der Vorstand im Prinzip einverstanden. Wegen Stel­lung des nötigen Geländes in der Größe von ungefähr 24 Morgen wird mit der Regierung verhandelt werden. Der Vereinigung zur Hebung des Znckerverbrauchs wurde ein Beitrag gewährt; auch erhielten einige Beschicker der Aus­stellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, denen ihre Ziegen eingegangen waren, eine Entschädigung. Die Themata des nächsten Vortragskursus wurden festgesetzt. Der Kursus wird Anfang Januar in Darmstadt stattfinden. Der Vorstand wird weiter dahin zu wirken suchen, daß den hessi- chen Brennern mit Rücksicht auf den geringen Ausfall der diesjährigen Kartoffelernte gestattet werde, ausnahms­weise während der Brennereikampagne 1910/11 zur Halste Mais anstatt Kartoffeln als Einmaischmaterial zu benutzen, ohne einer Kürzung des Kontigents ausgesetzt zu sein. Den Brennern, die in früheren Jahren schon teilweise Mais verarbeitet hatten und deshalb am Kontigent schon gekürzt wurden, soll hierbei gestattet werden, noch die Hälfte Mais anstatt Kartoffeln Perarbeiten zu dürfen, ohne nochmals einer Kürzung am Kontigent ausgesetzt zu sein. Ferner wird die Regierung ersucht werden, die Ehern. Unter­suchungsämter anzuweisen, den Winzern auf Anfrage Aus­kunft über die nach dem neuen Weingesetz zulässige Ver­besserung des Weines zu erteilen.

_ . 7e E R i n e m a t o g r a p b begann gestern mit einem neuen epielplan, der sich des lebhaften Beiialles der Zuschauer erfreute Beionbere vetlerkeit erregte bas brollige Stück von dem H u n b unb Liebhaber, der Orbonnanz in Generals- u n tJ o r m, G r eg o r l es R e g e n s ch t r m. Sehr schöne Bilder )ot da s m a l en s ch e Venedig; die Aufnahmen sind teilweise o ausgemhrt, dav man ben Eindruck hat, als fahre man selbst in ber Gondel an all diesen Herrlichkeiten vorüber. Eine gefühlvolle Geschtchte aus dem Zirkusleben erzählt Das Erwachender nebe, unb Kasperle zeigt die Liebe einer Mutter, die für ihr krankes Kmd zur Diebin wird. Ein Tonbild bringt den Schluß aus bem 1. -.lkt der geschiebenen Frau in einer Darstelluna des Berliner Theaters bes Westens. Tas bebeutendste Stück bürftc aber bie Tochter bes Türmers sein, bas uns in die ita­lienischen Berge führt unb uns den Kampf eines Ma'bchens zwischen Pflicht unb Liebe schilbert. - Daß sich Wasser bei finemato- graphischen Vorführungen am besten unb schönsten ausnimmt, ist eine bekannte Tatsache, unb so wirkten benn auch gerade die An­sichten aus Venedig und dem geschäftigen Leben und Treiben auf den Kanälen am malerischsten, aber auch die anderen Bilder er­wiesen sich alB tadellose Ausnahmen. Dazu ist noch zu bemerken

Der Redner erklärte, er wolle gleich in medias ces cintretcn Ed über die spezifische Wirkung des Mittels sprechen, die an Tlerverfuchen erprobt ist. Seine erste Eigenschaft ist die schnelle Reaktion, die zweite der Nachweis spezifischer Antikörper durch Eyrlich-Hata 606, die geeignet sind, die Heilung einzuleiten. Die Serumbehandlung genüge bei Kindern nicht immer, denn selbst menit nur wenige Spirochaeten vorhanden sind, treten immer Wiebcr Rückfälle ein. Hier kann 606 mit großem Erfolge ein-

-r11 ^crner handelt es sich um die spezifische Serum-Reaktion (Wasiermann), hier kann die negattvc Reattion durch Injektion von Ehrlich-Hata 606 positiv werden. Es kann sicher gesagt werden daß ein Fall, der trotz der Behandlung mit 606 die Reaktion behält, ungeheilt ist. Das ist sehr wichtig. Die Be- yandlung mit 606 ist aber nicht so einfach, man darf die Patienten Nicht einfach injizieren und dann aus der Hand lassen, sondern! es ist eine Beobachtung von Monaten und Jahren nötig. Eine andere, fchwer erllärliche Wirkung sei folgende: Es wird von der wunderbar schnellen Wirkung der Injektion berichtet. Z. B. konnte eine Frau, der dec Daumen zwei Monate lang mit Queck- 'llbec vergeblich behandelt worden war, in fünf Wochen schon ein Butterbrot mit Wurst essen. (Heiterkeit.) Anatomische .Veränderungen können natürlich nicht in we- 111!e rz t n n d e n verschwinden. Wohl aber muß eine graste schmerzlindernde Wirkung von 606 vorliegen, das nach Art eines Antitoxins wirkt. Aus der anderen Seite ist aber auch eme schmerz - u n d r e i zu u g s er h ö h e n d e W i r k u n g be­obachtet worden. Nach der Meinung des Referenten hat das

4? ^ringen Dosen der Einspristungen gelegen. Ich habe dav Mittel immer als lehr gefährlich angesehen, aber dieser Begriff ist ja em relativer. Ebenso ist es beim Chloroform,

le-nS?em Gesundheitszustände des Patienten. Daher ist auch eme Nachprüfung des Mittels notwendig. Professor Alt und Professor Uetersen haben hier mit dem Referenten zufammen gearbeitet. Es mußten nun erst an 1020 000 Patien­ten Prüfungen der Gefahrchancen vorgenommen wer­den, .ehe man das Mittel in die Praxis geben konnte. Ich habe sehr viele Herren damit beauftragt, z. B. Neisser, Wechsel- inann, ^sser nsw. Diese haben sich unter Mitwirkung einer ♦großen Reche von Fachmännern mit großer Bereitschaft dem unterzogen, ^ch habe jetzt 4000 Berichte erhalten. Daraus ersehe ich, daß die Gefahren geringer geworden sind. Nur wenige Personen sind an der Behandlung

ftäne sehr schwerer Störungen des Nervenspstems (tabes). Ich bin nickt dagegen, im Interesse ber Heilung auch verlorene Falle mit 606 zu behandeln, aber ich bin der Ansicht, daß man schlimme Folgen dann nicht dem Mittel

fc^lc^n Freilich können solche Fälle auch glücklich ausgehen. Z. B. ist em ganz verblödeter Syphilitischer der zwei ab re m_ einer Irrenanstalt war, in fünf Tagen ganz hervorragend gebessert worden. Aber bei schwerer Para- W 5 ä u Vrn- Ebenso ist bei Herzerkrankungen

das Mittel Nicht zu empfehlen, man muß hier aus schwere Vor-

platzt fein- Das w ich ti g st e ist die Technik des Mittels. Bei Neuralgien ist die neutrale Emulsion, bei weniger d^nen die alkalische Jniektion vorzuzieh^n, hoffentlich findet sich m Zukunft eine Kombination. Was die Dosis anbetrifst, so darf man Schwerkranken nicht mehr geben als 0 4 gesuiiden Personen 0,81,0. Das Mittel kann außerdem eine Reihe anderer Krankheiten, darunter Malaria, beeinflussen

Dem Vorträge folgte stürmischer Beifall der Zuhörer rt:^TfC K^ftCrnr ?? Abteilungen für die verschiedenen

Fachdisziplinen fefcteu heute ihre Beratungen fort. Dr T b i e n e - ? derVogelwatte Rosfitten referiert Über Untersuchungen bezüglich der Schnelligkeit des Vogelfluges U m In der Abteilung für mathematischen Unterricht'behandelt Vrof. Landsberg (Königsberg) die b i o l o g i s ch e n S ch ü l e r- ubungen. _ '

U^r riaentümticSe Sinnesorgan- der W-l- berichtet m der Abteilung ,ur Zoologie 'Dr. med. et Phil. Arnold Iavba (Halle a. S.). 1

Zn der Abteilung für Kinderhellkünde behandelt Privatdozent Dr. Carl Hachsl nger (Wien) die Ernährungsneurosen im frühen Kindes al ter und die nervöse Kauunfähigkeit der Kinder.

In der Abeiltung für mathematischen und physikalischen Unter­richt referiert Oberlehrer Dr. Zühlke (Grünewald) über den Unterricht in ber barstellenben Geometrie" unter De- 1 monstration einer Reihe von Schülerzeichnungen.

In der Gesamtfitzung dec medizinischen Hauptgruppe sprickt 1 ®iot. Dr. E Friedberger (Berlin), der Leiter der Ab­teilung Tür Jmmunitätsforschung und experimentelle Therapie am Vhacmarologischen Institut der Universität Berlin, überWesen 1 unb Bebeutung ber Ueberempfinblichkei t". '

Ausscheibenben sinb bis jetzt noch sieben Kandidaten aufgcstellt. Donnerstag abend wird eine Wählerversammlung abgehalten, bei dec versucht werden soll, die Gemeinde auf vier Kan­didaten zu einigen. Sollte dies nicht gelingen, so wäre doch sehr zu wünschen, daß wenigstens feine gehässige Agitation itattsindet, und jeder Wähler dem seine Stimme gibt, dec ihm am geeignetsten erscheint, dasAllgemeininteresfeSondermteressen voranzustellen.

= Leihgestern, 20. Sept. Der geschäftssührcnde Ausschuß des GesangvereinsEintracht" hat mit den Vorarbeiten zu der am 4., 5. und 6. Juni 1911 stctttfindenden 50jährigen Jubelfeier, mit der ein Gesangs- w e 11 st r e i t verbunden wird, begonnen. Zahlreiche Ehren- und namhafte Geldpreise, von denen dem Verein von hie- sigen und auswärtigen Gönnern heute schon eine ganze An­zahl zugesichert ist, werden ben wettstreilenden Vereinen zuteil werden. Provinzialdirektor Dr. Usinger hat das Pro­tektorat übernommen.

-1-. Langsdorf, 20. Sept. Heute abend fand auf dem Rathause unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Schiel eine Gemeinbeversammtung statt, betreffend' das Vorgehen der Feldgendarmerie Bei ben nrllitärischen Hebungen vom 17. September bei Langsdorf, wie es int Gießener Anzeiger Nr. 220 vom 20. September 1910 ge­schildert wurde. Zunächst wurden die Personen, die von den Gendarmen gestellt und nach ihren Personalien be-, fragt worden waren, protokollarüsch vernommen. Schließe llch gelangte folgende Entschließung zur einstimmigen An­nahme:Die heute, am 20. September auf dem Rathaus zu Langsdorf versammelte Gemeinde stellt folgendes fest. Am Samstag den 17. September, mordens, wurde bei den militärifchen Hebungen an ber Licher-Langsdorser Chaussee, dicht am Standort des 63er Artillerieregiments, seitens der anwesenden Feldgendarmen, deren Namen und Nummern unbekannt blieben, ein hiesiger Ortsbürger in einer Weise behandelt, so daß es den heftigsten Hnwillen aller Anwesenden erregte. Der erwähnte Ortsbürger wurde, ohne daß er den geringsten Anlaß dazu gegeben hätte, von dem Feldgendarmen, der Beritten war, unter heftigen Wor­ten und Drohungen vor seinem Pferde hergetrieben und bem1 anwesenden Bürgermeister Schiel zugerufen: Das geht Sie gar nichts an, was tun Sie hier, gehen Sie aus Ihr Bureau usw. Außerdem wurde eine Anzahl Zuschauer, die sich außerhalB bes eigentlichen Manovergelandes be­fand, heftig angegangen, um ihre Personalien befragt, und sogar Leute, die auf ihrem eigenen Grund unb Boden sich befanden, zur Anzeige gebracht. Die Gemeinde Lanas-, dors, deren Einwohnerschaft von jeher eine besondere Ehre darin gesucht hat, dem Mllitär gegenüber allezeit die größte Gastfreundschaft entgegenzubringen, wie dies für diesmal die 6. und 8. Kompagnie des Jnf-Regts. Nr. 87 und das ganze 3. Bataillon des 81er Jnf.--Regiments gerne bezeugen werden, protestiert gegen das erwähnte Voi> gehen der Feldgendarmerie und stellt fest, daß die gesamt« Zuschauerschaft die Anordnungeu der Polizei genau be-i folgte, wie dies auch ein anwesender Oberstleutnant d«S' 81er Ins.-^Regiments mit den Worten bekundete, daß ihm das Publikum gar nicht im Wege sei, daß ferner der an­wesende Langsdorfer Feldschütz das Betreten der abgeern­teten Klee- und Maisäcker als nicht den Gesetzen und dem örtlichen Gebrauch zuwider erachtete, und fordert den Reichs- unb Landtaasabgeordneten bes Bezirks, Köhler- Langsdorf, auf, biefe Angelegenheit zur Kenntnis des Groß^i herzoglichen Ministeriums und im Reichs- und Landtag zur Sprache zu Bringen." (Die Bürgermeisterei Langsdo^ hat heute im Auftrage des Kreisrats bem Ministerium, Bericht erstattet.)