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19.5.1910 Erstes Blatt
 
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Hieber sind neue Männer zu küren.

hnbet sich der Liberalismus in der Defensive, wird auch hier sich ein Stück weiter nach links vollziehen? Tie erste Junihalfie wird schon die Antwort geben.

Die hundertjahrjeier in Argentinien.

Buenos-Aires, 18. Mai. Die deutschen Kreuzer Em den und Bremen und der österreichische Kreuzer Kaiser Karl, sowie der holländische Kreuzer Ut­recht trafen zur Zentenarfeier hier ein. Ter japanische Kreuzer Jkorna bleibt wegen seines Tiefganges im Hafen von Bahia Bianca. Er lvird zu der internationalen Truppenschau am 25. Mai zweihundert Mann der Be­satzung entsenden.

Buenos-Aires, 18. Mai. Der Minister des Aeußern eröffnete heute hier den 17. internationalen amerikanischen Kongreß.

Aus Hessen.

D a r m st a d t, 18. Mai. Der Sonderausschuß für die Revision der hessischen Verwaltungsgesctzgcbung wird am Freitag den 20. Mai seine Beratungen wieder aufnehincn.

R.B. Darmstadt, 18. Mai. Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer hat heute seine kurz vor Weih­nachten der .Haushaltsberatung wegen unterbrochenen Verhand­lungen über den Gesetzentwurf bett. dicGcmcindeumlagen-- itjornt wieder ausgenommen. Es fand zunächst in gemein-- schaftlicher Sitzung mit der Regierung, die durch die Herren Finanzminister Braun, Minister des Innern v. H om berg fr und Geheimrat Dr. Becker vertreten war, eine allgemeine Be­sprechung statt. Der Aussclmßbericbterstattcr, Abg. Molthan, erörterte die bisher vom Ausschuß gefaßten Beschlüsse intb stellte fest, daß im allgemeinen über die verschiedenen im Entwurf sestgclegtcn Gemeindesteuern Einverständnis l-crrsche und nur über die Gewerbesteuerveranlagung noch nähere Bestimmung getroffen, werden müsse. Seitens der Handelskammern zeigte sich ein starker Widerstand gegen die int Art. 10 der Vorlage enthaltenen Bestim­mungen über den Gewerbestcuertarif resp. den darin sestgesetzten Zuschlägen, sobald sich der Ertrag des Gewerbebetriebs auf mehr als 5 Proz. des rauhen Wertes des dem (bewerbe dienenden ge­samten Vermögens beläuft. Tie Handelskammern erblickten in den festgesetzten Steuerstufcn eine au hohe Belastung der Groß­industrie und machten Gegenvorschläge, die einen anderen Aufbau der Gewerbesteuer oorsab Dem Ausschuß gingen aber diese letzten Vorschläge zu weit: er lehnte deshalb die Zustimmung dazu ab, beschloß aber, nach entern Bermittlungsvorschlag der Regierung den Entwurf so zu gestalten, daß au,ch den Wünschen der Handels-, fanintern entgegengckommcn lvird. In dem Regierungsvorschlag sind insbesondere noch einige Zwischenstufen geschaffen, und die Steuersätze geändert ivorden, und man hofft auf diese Weise, ohne die Tendenz der ganzen Vorlage, die oahin geht, die ivirt« schäft lick, Stärkeren mehr heranzuzichen und die schwächeren Schultern zu entlasten, zu verändern, den größeren Gewerbe­betrieben mehr entgegenzutommen; vor ollem soll verhütet werdens daß sich Qiibuftrueanlagen nach' dem Ausland zurückziehen, truc beisprelsweye nach dem Frankfurter OsLhafen, wo deut Gewerbs»

politische Cagcsfcbatu

Deutschland und die persische Frage.

TieKölnische Zeitung" wendet sich tn einem längeren Artikel gegen die Aeußerungen der russischen und englischen Presse über die persische Frage, insbesondere gegen dieNowoje Wremja", die ersichtlich wiederum Deutsch­land als einen internationalen Störenfried hiuzustellen " f^e Dazu bediene sich das Blatt durchweg falscher Be­hauptungen. Falsch sei, daß die Deutsche Bank Persien eine Anleihe zu sehr schweren Be^ Dingungen an geboten habe. Die Deutsche Bank habe überhaupt in Persien feine Auleiheverhandlungen ge­führt. Falsch sei ferner, daß deutsche Finanziers um eine Konzession zu einer Verbindung Persiens mit der Bagdadbahn nachgesucht hätten, ebenso sei die Behaup­tung von einer deutschen Konzession auf dem Urmiasee nur cin'Phantasiegebilde. Deutschland stehe bei der Wahrung der wirtschaftlichen Interessen Persiens auf einem sehr Haren und einfachen Vertragsstandpunkt und könne sich auf das russisch-englische Abkommen vom Jahre 1907 und die damals von Petersburg und London gegebenen Zusiche­rungen berufen Ter deutsche Standpunkt sei seit den Er- Uärungcn des Fürsten Bülow im Reichstage un­verändert Politische Aspirationen Deutsch­

lands in Persien beständen nicht. Auch dieNo- ivoje Wremja" anerkenne anscheinend das Prinzip her Gleich­berechtigung, lasse aber nicht erkennen, wie sie sich die Wah­rung dieses Prinzips vorstelle. DieKölnische Zeitung" erinnert daran, daß seit Jahren eine deutsche Gesellschaft eine freilich nicht ausgenutzte Bankkonzession in I-ersten besitze Wenn dieNowoje Wremja" bezüglich der offenen Tür die Grundlagen des Dölkerverkehrs in Frage stellen zu dürfen glaube, so sei es unzulässig, der rutschen Politik vorzuwerfen, daß sie diese Grundlagen erschüttere. Die deutsche Politik entferne sich niemals auch nur einen Schritt von dem Boden des Vertragsrechts. Die ..Kölnische Zeitung" erblickt in dem hier charakterisierten Artikel derNowoje Wremja" keine amtliche.Aeußerung, da der russischen Regierung die Tatsachen amtlich bekannt sind, glaubt aber, es sei nützlich, die Haltlosigkeit dieses Ar­tikels zu erweisen.

"ReichStagsersatzwahlen im letzten Tagungsabschnitt des Reichstags.

Bier Ersatzwahlen fielen in den letzten Tagungsab- Ichuitt des Reichstags, in Mülheim-Gummersbach-Wipper- tiirth behauptete das Zentrum sein durch den Tod des Abg. de Witt gefährdetes Mandat in der Stichwahl, Marx wurde gewählt, in Eisenach konnte die wirtschaftliche Ver­einigung die Schlacht nach der <5d)arfaffäre nicht gewinnen, der Sozialdemokrat Leber siegte glatt in der Hauptwahl, der durch das Ableben des Reichstagspräsidenten Grafen Stolberg verwaiste Kreis Oletzko-Lyk-Johannisburg, eine alte konservative Burg, ging in die Hände des national- liberalen Stürmers Kochan beim ersten Angriff über, in Posen wurde der mandatsmüde polnische Abgeordnete n Ehrzanowski durch den Radikalen Nowicki abgelöst.

Bier Ersatzwahlen stehen noch aus, deren Ergebnisse auch sehr interessant werden werden. In Friedberg- Büdingen für den verstorbenen Grafen Oriola, in JaucrBolkcn ha in-Landeshut für den Frei- finnigen Dr. Hermes, in Uckermünde-Usedom- Wollin für den Freistnnigen Dr. Delbrück und in K anu-

Die deutsche Wollindustrie im Jahre 1907.

Als erste Veröffentlichung der in den letzten Jahren vom Rcichßamt des Innern von neuem vorgenommenen Pro du ktion «erheb urigen liegen jetzt die Ergebnisse der für daS Jahr 1907 erfolgten Ausnahmen der deutschen Wollindustrie vor. Die Erhebungen haben sich nur am die Betriebe erstreckt, die einer BerusSgenossenschast angehören, eine Beschränkung, die von vornherein wegen der verhättms- mäßig nichtigen Zahl der infolgedessen nicht berücksichtigten Kleinbetriebe ohne jedes Bedenken für das Gesamtergebnis oorgenonimen werden konnte. Die befragten Firmen haben falt alle die Fragebogen beantwortet; es haben von 34 Woll­wäschereien 31, von 40 Wollkämmereien sämtliche, von 107 Kammgarnspinnereien und -Zwirnereien 102 Betriebe An­gaben gemacht. Die Hauptergebnisse der Erhebungen sind folgende:

Bei den 31 Wollwäschereien stellt sich die im Jahre 1907 verarbeitete Rohstoffmenge auf 25 Millionen Kilogramm Rohwolle und 3,3 Millionen Kilogramm Kämmlinge und sonstige Abgänge der Kämmerei und Spinnerei. Die bergeftellien Memicw betrugen 10,8 Millionen Kilogramm gewaschene Wolle und 3,2 Wil- honen Kilogramm karbonisierte Wolle. Bei den 4" Woll- k ä m mereie n wurden im ganzen 141,05 Millionen Kilogramm Rohwolle oerorbeitet, wovon nahezu zwei Drittel, nämlich 92,43 Millionen Kilogramm, Merinowolle, und der Rest, nämlich 48,62 Millionen Kilogramm, Kreuzzuchtwolle war. Öergestelll wurden 62 Millionen Kilogramm Kammzug, und zwar 34 Mil­lionen Kilogramm Merinokammzug unb 27 Millionen Kilogramm Kreuzzuchlkammzug sowie 7,3 Millionen Kilogramm Kämmlinge und 5,8 'JJhllionen Kilogramm verwertbare Abgänge. Die 104 Kammgarnspinnereien zählten insgesamt 2 263 364 Spinn- spindeln, so daß im Durchschnitt auf eine Spinnerei 21 763 Spindeln entfallen. Von ihnen wurde verarbeitet 70,9 Millionen Kilogramm Kammzug, wovon 37,0 Millionen Kilogramm Merino- und 34,0 'JJhUionen Kilogramm Kreuzzuchtkammzug war. Hergestellt wurden 66,5 Millionen Kilogramm emdräl>ligeS Kammgarn, und zwar 36,3 Millionen Kilogramm Merino- und 30,2 Millionen Kilo­gramm Kreuzzuchtkamingarn; hierzu kamen noch 3,8 Millionen Kilogramm verwertbare Spinnereiabiälle. Die 99 K a m m - g ii r n z w irn e r e i e n, von denen 98 mit Kammgarnspinnereien betrieben, verbunden sind, besaßen im ganzen 555 705 Zwiin- ivurdeln, so daß im Turchschmtt auf eine Zwirnerei 5613 Zwirn- jpmdeln kommen. Die Menge der von ihnen nerzwirnteu Warne betrug 38,2 Millionen Kilogramm, die Wenge der bergeslellten g,mrue 37,8 Millionen Kilogramm, wovon 19,0 Millionen Kilo­gramm zweidrälUiger, 2,0 Millionen Kilogramm dreidrahtiger, 12,7 Millionen Kilogramm vier- und mehrdrähtiger und 4,1 Millionen Kilogramm nicht näher bezeichneter Zivirn war.

Im ganzen ergibt sich für Kammgarnspinnereien und Zwirnereien für das Jahr 1907 eine Erzeugung an Garn unb Zwirn im Werte von 410 816 942 Mk.

Die Roosevelt-Tournee bei den englischen Fürstlichkeiten.

Damit die Leser sich nunmehr ihre eigene Meinung über den Demokraten Roosevelt bilden können, mag auch noch sein Londoner Impresario zum Worte kommen:

£ London, 17. Mai.

Mr. Roosevelt, der, wie bereits gemeldet, gestern

n. Wiederherstellung dcr Stephan skirchc in Mainz. Nachdem nun nach längeren Verhandlungen endlich die Qknehmigung zur Wiederherstellung dieser ältesten Mainzer Kirche im gotischen Stil erteilt morden ist die zugleich eine der ältesten gotischen Kirchen Deutschlands ist, beginnt man ui nächster Zeit damit. Sie noch erhaltenen Grabsteine int Kreuz- gange auszustellen, diesem selbst einen neuen Bodenbelag zu geben und den etwas höher liegenhen Gatten aus gleiche Höhe mit dem Kreuzgangboden zu bringen. Außerdem soll das Aeußere der Kirche , Wcstchor), ohne daß ihr bisheriger ^haraktcr geändert wird, ausgebessett werden, das heißt, alles Schadhafte beseitigt lucrbcn. S'JHt der Bauleitung ist Herr Professor Becker, mit der Bauaussicht Herr Architekt Moser betraut. Tie entstehenden Kosten von ungefähr 66 000 Mark werden durch ein Vermächtnis ge­deckt. Um den Turm der Stephanskirche dreht sich Übrigens ein ähnlicher Streit, wie um den der Gießener Stadtkirche. Die Verhandlungen sind schon drei Jahre in der Schwebe und werden gutem Vernehmen nach auch sobald nicht erledigt sein.

D ie neuen Austauschprofessoren, die im nächsten Wintersemester an der Berliner Universität wirken werden, habeii bereits ihre Vorlesungeti angekündigt. Der Rvose- veltprosessor Dr. E. Alphonso Smith von der Virginia-Uni­versität in Eharlottesville wird dem B. T. zufolge über ameri­kanische Literatur des 19. Jahrhunderts lesen unb in seinen Seminarübungen Ebgar Allan Poe behandeln. Der Aus- tausckprofessor Dr. .Hugo Münster berg von der Harvard- Universität wird einen Vortrag über P f h cho logie halten.

Den Fortschritt des F r a u en stu d i u m s in Frankreich kennzeichnet eine Statistik der Revue Universitaire. Am 15. Januar betrug die Zahl der studierenden Frauen an französischen Universitäten 3830 bei einer Gesamtzahl von 40 131 Studierenden. Die Zahl zeigt gegenüber dem Vorjahr eine be­merkenswette Zunahme, lieber die Hälfte, 2042, studieren Litera- tur, 1074 sind Studentinnen der Medizin, 56 wollen Apo­thekerinnen werden, 506 haben sich den Naturwissenschaften und 152 der Jurisprudenz gewidmtt.

Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschaft. Der Allgemeine Fürsorge-Erziehungs-Tag fiirdet vom 27. bis 30. Juni in Rostock statt. Geheimer Rat Dr. Phil, et jur. Iwan Ritter v. Müller, Ordinarius der klassischen Philo­logie unb Pädagogik an der Univeriität München begeht am 20. Mai seinen 80. Geburtstag. In Brüssel findet in dem Palast der Weltausstellung vom 4.8. Oktober d. I. die 2. In - ternationale Versammlung für Nahrunas- hvgiene unb rationelle Ernährung des Menschen statt. Dem Tondichter Karl Goldmark in Wien wurde aus Anlaß seines 80. Geburtstages das österr.-ung. Ehrenzeichen für Kunst und Wissenschaft" verliehen.

Professor 8ranz Sfarbtna f.

Berlin, 19. Mai.

Gestern früh gegen 7 Uhr starb in fernem Heim in her Königin Augusta^Stra ße der Maler Professor Franz S k a r b i n a. Schon längere Zeit litt Skarbina, der Jung geselle war, an einem Nierenleiden, ohne ihm doch allzuviel Bedeutung beizumcssen; nun hat es doch dem rüftigen Schaffen des 61 jährigen Künstlers ein allzufrühes Ziel

Das plötzliche Hinicheiden Franz Skarbinas hat einer Entwick [ung seiner seinen Kunst ein jäl)es Ende bereitet, die ihm gerade in den letzten Jahren den ungeteilten JBcifaU eingetragen hat. DenLcickenmaler" hatte man ihn ernst genannt, als er im Jahre 1878 ba5 grauenhafte Motiv eines Menschen darsteltte, der crnen mißglückten Selbsrmordversuch gemacht hat unh^nun unter den Leichen der Anatomie vom Scheintode erwacht. <okar- bi na-5 Vater war ans Agram .nach Berlin eingewandett und hatte eine große Goldschmiedewerkstatt in der Mittelstraße.Ick erinnere mich," erzählte Skarbina,noch heute immer wieder gern daran, mit welcher Freude ich s« betrat. Namentlich abends Da saßen an den ausgeschnittenen Tischen die Arbefter; die Lampen nut den Wasser kugeln davor ober ben grünen Kuppeln, bie glitzernden Modelle und Steine auf den Tischen das gab wundervolle Effekte in dem übrigen .Halbdunkel des Saales . . . Seltsame Reflexe und hellbeleuchtete Köftfe und scharsumrissene Profile . . . Unb auth draußen trieb ich mich gern herum, am Kupsergraben, wv's ja nod) heute manch malerische Südonelie und alten Hos gibt. Unb bann bas Kastanienwalbchen unb die Neue Wache' . <yür Soldaten schwärmte ich schon damals, abends der Zapsenstreich es war eine Wonne. Es ist erstaunlich, Ivie mich alles Militärische anzog. Ich verstand noch kaum den Stlil richtig zu batten, als ich sic schon zu zeichnen begann. ^Und ich bin bie Freude daran bis heute nicht los geworden." .'<9chr halb geriet der nnnbenbr Künstler unter ben Einstich des Meisters, her am ticssten aus seine Kunst gewirkt bat: Menzel. Er erzählte, wre er als Fünfzehnlähriger im .Kupferstichkabinett Menzels Werk, dieArmee Friedrichs des Großen", studiert hat rnib wie bie Eindrücke sich selbst in seine Traume hinüberzogen. Weniger Freude bereitete ihm ber Unterricht, den ihm sein Vater schon srüh bei dem Modell ein Bos'hart erteilen ließ.Dieses Zeichnen nach Vorlagen in Röteldruä unb Gips gräßlich! Diese großen, schraffierten, noch oben vlickeiiden Augen mit den Stad>elWimpern, unb dieseklassischen" Nasen und Ohren aus Gips' Ich satz lange davor, ohne etwas tun zu können und bohrte mit dem Bleistift Kodier in das Radiergummi . . Aber ich erholte mich

dann bei dem. was ich draußen sah, unb bei ber ^.Armee Fried­richs des Großen", unb bei bem Kuglerschen Friedrichs wett, der Freude stiller Stunden..."

deuten stattfinden. _ Die Trauer um König Eduard.

London, 18. Mai. Königin Marl), Prinz Heinrich von Preußen und dcr Groß!) erzog von Hessen be­gaben sich heute abend bald nach 10 Uhr nach dcr Weft- minsterhall und verweilten in stillem Gebet vor dem Sarg. Später erschien auch der König von Portugal in der Westtninsterhall. .

Berlin, 18. Mai. Aus Befehl des Kaisers wird bie deutsche Marine bei den Bcisetzungsfeicrlich- Feiten für den verewigten König Eduard VII. von Groß­britannien durch eine Abordnung, bestehend aus dem Groß­admiral Prinz Heinrich von Preußen, Königliche Hoheit, Kapitän z. S. Hopman, Kommandant S. M. S.Rhein­land", und Fregattenkapitän v. Egidß von der Marine- starion der Ostsee vertreten sein.

W i e n, 18. Mai Erzherzog Franz Ferdinand ist nach London abgereist, um den Kaiser bei der Leichenfeier zu vertreten.

P a r i s, 18. Mai. Die französischeAbordnunA zu den Leichenfeierlichkeiten in London ist unter der Fül)- rung von Vrinister Picho n heute vormittag nach London abgereist.

stadt-Ludwiasburq für den Nationalliberalcn Dr. I in London eintraf, hat heute wieder einen s c h rbcj ch äf- " In allen Fällen be-Itigten Tag hinter fick). Kaum hatte er mit feiner (ja«

- - - ' milie das Frühstück eingenommen, als bereits die totufl«

lichen Equipagen vor der Tür lficlten, nm den Ex Präsi­denten abzuholcn Um 11 Uhr fuhr Mr. Roosevelt nach dem Marlborough House, wo er von König Geo-rg V in Audienz empfangen wurde. Dies ist das erste Mal, daß, der Altpräsideut dem König von England von Angesicht zu Angesicht sah. (!) Herr Roosevelt wurde der n t g i n Marn und den anderen Mitgliedern dcr königlichen Fa­milie vorgcftcllt. Nach der Audienz stattete Herr Roosevelt dem Herzog und der Herzogin von Eounaught, dem Prinzen Arthur von E o n n a n g h t, der Her­zogin von F i s c , der Prinzessin L o u i s e , P r i n - z e n und Pr i n z c s s in E h ri st i a u , Prinzessin von Battenberg seinen formellen Besuch ab und schrieb seinen Namen in das Frcmdcubuch ein. Kaum war Mr. Roosevelt nach Dorchester House, der amerikanischen Bot schäft, zurückgekehrt, als bereits der König von Nor­wegen, den er vor kurzer Zeit in seiner eigenen Hauptstadt besucht hatte, ihm den Gegenbesuch abstattete und sich längere Zeit bei dem Ex-Präsideuten aufhielt. Das Gabelfrüh­stück nahm Mr. Roosevelt mit Familie bei dem amcrikauischeu Botschafter cin und später nahm cr die Gegenbesuche des Herzogs von Eonnaught und des Prinzen Ar­thur von Eonnaught entgegen. Um 4 Uhr fuhr der Ex-Präsident mit seiner Gemahlin nach dem Buckingham- Palast, um der Königin Maud von Norwegen ihren Besud) abzustatten. Abends folgte cin Diner iin Dor­chester Dousc, an dem die Mitglieder der Botschaft und ber Generaltonsul der Bereinigten Staaten teilnahmen. Mr. Roosevelt wird am kommenden Freitag in der Pro­zession in einem Wagen fahren. Die Vorträge in Oxford werden am 7. Juni ftattsindcn. Außen dem Emp­fang in der Guildhall werden voraussichtlich keine der in Aussicht genommenen Festlichkeiten zu Ehren des Ex-Pcäsi-

Nr. 114 Erstes Blatt 1VV. Jahrgang Donnerstag 19. Mai lKlG

Wiener Anzeiger

wirtschaftliche Seist ragen B H Ehefredakteur: Goetz.

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jr die Redaktion 112, ___ VsjF V politischen Teil: August

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für bie Tagesnilmmer Rotationrdnlck und Verlag der vrühl'fchen Ulllv.-Vuch- und Zteindruckerri R. Lange. Nedattion, Expedition und Druckerei: zchulftrahe 7. A,^e^nie^?H."Eck.

bis vormittags 9 Uhr. _________