Ausgabe 
18.6.1910 Drittes Blatt
 
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Samstag 18. Juni 1810

160. Jahrgang

Drittes Blatt

Rr. 140

Erscheint tSgNch mit Ausnahme des Sonntag«.

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Die ^Oteheaer Zamiliendlätter" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Siehen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Lett» fragen" erscheinen monatlich zwetmal.

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversilälS-Duch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» straße 7. Expedition und Verlag: e^5L Redaktion: 112. Tel.»2ldruAnzetgerGießen.

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als Geometer 2. ft taffe für den Miet» Gießen und dem Homeler 2. klaffe Dill) Steitz aus Grafenhausen das Patent als Geometer 1. Klasse für den Kreis Darmstadt erteilt.

Gedächtnisfeier für Geheimrat Ludwig. Am Mittwoch, 29. Juni, nachmittags 4 Uhr, wird in der Aula der Technischen Hochschule zu Darmstadt eine Gedenk» eier zu Ehren des am 3 Mai verstorbenen Geheimrats Ludwig, des ehemaligen Leiters der LandeSirrenanstalt Heppenheim, stattfinden. Tie Gedächtnisrede wird Professor Tr. Sommer» Gieß en halten. Daß Komitee, welches btc Feier vorbereitete, bestehend ans Provinzialdirektor Fey, Gene» ralstaotsonwalt PreetoriuS, Oberstaatsanwalt v. Hessert, den Geheimräten Neidhart und Hauser, sowie den Professoren Sommer und Tannemann, laden alle, welche dem Dahin» geschiedenen nahegestanden haben oder an der Feier teil-1 nehmen möchten, zur Beteiligung ein. Da er in seiner be» scheidencn Weise Bestimmungen bezüglich einer Bestattung ganz in dec Stille getroffen hatte, so ist eS keinem seiner vielen Freunde und Verehrer möglich gewesen, ihm die- letzte Ehre zu erweisen. Es dürfte darum vielen die jetzt gebotene Ge» legenheit, noch einmal in würdiger Welse seiner zu gedenken, willkommen und eine starke Beteiligung an§ allen Kreisen der Bevölkerung zu erwarten sein. In Hessen erscheinende Blätter werden um Albdruck dieser Notiz gebeten.

" Kunst verein. Die Gemäldeausstellung am Brand hat diese Woche wieder eine durchgreifende Aenderung er­fahren, indem an Stelle der Kollektion P. Ehrenberg-München u. a. neue Bilder zur Ausstellung gelangten; auch bic Kollektionen E. Biedermann und H. v. Hayek sind durch neue Bilder vermehrt worden. Kommende Woche wird wieder eine

Der Rhein im Bilö.

Kunstausstellung in Mainz.

Die Ausstellung, über die wir schon kurz berichtet haben, stellt sich als vornehmstes Ziel die Ausgabe, durch ihre Gemälde und Bilder den Schönheiten und Seyen ber Rheinland,chafren auch für unseren modernen Geschmack und Sinn Zuneigung zu gewinnen und bet uns die gleichen Gefühlen hervorzurufen, die einst zur Zeit der Romantiker in aller Welt Herz lebten Und bei ein bißchen Mühe kann chr das meiner Ansicht nach auch gar nicht so schwer fallen, denn bei der klastischen Reche der Berg- züge und der duftigen, weichen Luft der Rhernlandc ijt bie Wirkung auf ein für Schönheit empfindsames Herz gar nicht zu verfehlen. ... ...

Die Ausstellung findet in dem linken Flügel des kurfürst­liches Schlosses statt und erstreckt sich auf neun Saume, m denen wir den Rhein (und die angrenzenden Gebiete wieSchwarzwald, Schwaben, Eifel asm.) von der Quelle bis zur Mündung ver­folgen können. Geber- Raum stellt in 1 einen Bildern den Charakter einer bestimmten Gegend dar, der mit dem anberen gar nicht zu vergleichen ist, ja in direktem Gegensatz steht. Der kalten, wuchtigen Klarheit der Schweizer Berge schließt sich die üppige, gelegnes Schwarzwaldlandschast mit ihrem düsteren Tannenzauber an -chr folgt das Elsaß, die Gegend bei Mainz und der Odenwald. Daran schließt sich derromantische Rhein" mit seinen Ruinen und Burgen die Geschichten erzählen von Rittern und (Delfrauen, von Kampf und Minne. Man darf den Rhemgegenden im Norden und Süden ihre Schönheiten nicht verkleinern wollen, aber der Rheinau unserer Gegend, der Mittelrhein, ist em ewiges Zauberland, das auch noch die späteren Geschlechter erfreuen wird wenn bis dabin bic alten Schlösser und Burgruinen nicht in moderne Burgvillenrenoviert" lman könnte mich sagenDi­niert") worden sind. Der Niederrhem bildet den nämlichen Schluß der Ausstellung, da man guterdings nicht über das Ende des Flusses hinaus seine Schönheiten zeigen kann, .ich mochte nun noch einige Bilder erwähnen, bic unter den vielen d^r ausge­stellten hervorsiechen. Es sind dies besonders ^chwarzwaldbilder von Thoma,Der Rhein bei ^äkkingen" von örimin (1 Preis) Außerdem das liebliche BildchenDie hohe Gant von L i n f neben Eolombis farbenfroherAarelandl ÄwN' Acußerst stimmungsvoll ist auch S t r i ch/E h a v eJ l sAbend an der Enz", dem sich Kampmannssonniges ^chwar-wali- tat" reizvoll und padenb anreiht. Im 3. Raume «Ellatz) nnden wir einige, hübsche Einlegarbeiten von Spindler undAnsicht aus Straßburg" von Schönleber. Den Oberrbcin bis .cainz und den Odenwald vertreten mit einigen sehr schönen Gemälden Leben anderen A l t h e i m und Trübner. Auch aus der Gegend

Mainz sind hübsche Bilder da, doch ist gerade diese Gtadt

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhejfen

teilweise Aenderung der Ausstellung uorgenommen,

Die s2ln lagern ufif fällt Sonntag den 19. Juni auS.

ZirkuS Charles. Aus Trier wird vom 14. Juni gemeldet: Als die Dompteuse Miß Charles in der Heu- tigen NachmittagS-Borstellung des Zirkus Charles bei der Vorführung ihrer 14 dressierten Löwen ihren Kopf in den Nachen eines Löwen legte, biß dieser mit den Neißzähnen tief in die Wangen der Dompteuse. Die aufgeregten Tiere wurden von der heftig blutenden Bändigerin nut Peitsche und Revolver in ihren Käfig zurückgedrängt. Da der Zirkus Charles kürzlich auch hier Vorstellung gab, glaubten wir diese Nachricht unseren Lesern nicht vorentbalten zu sollen.

** Warnung vor Inkasso-Agenten. Man schreibt uns aus Ber l in: In längerer Zeit gehen beim Polizei-PraU- bium Berlin häufiger Anzeigen aus dem Publikum cm, in denen über Schädigung durch Agenten eines Berliner Inkasso-Institutes geklagt wird. Der Tatbestand wird ungefähr folgendermaßen bargestellt: Es erscheint vorwiegend bei Heineren Geschäftsleuten ein Agent, fragt, ob der Geütast^- mann ausstehende Forderungen habe, und preist auf die bejahende Antwort die Vorzüge des von ihm vertretenen Inkas,o-Jnstitntes an, das totsicher die Außenstände einbringe. Auf bic Frage, mad berat das koste, wird dem.Geschäftsmann mit großer Zungenfertig- feit auseinandergesetzt, bic Kosten seien nur gering; das Institut bedinge sich 20 Prozent bes eingebrachten Geldes aus und im übrigen mürben nur ein geringes Eintrittsgeld und Portokosten beansprucht. Alsdann muß der Geschäftsmann lerne Dokumente über bic Außen stäube übergeben und einen Schern unter, djr eiben angeblich die Vollmacht zum Inkasso; alles gelckneht in größter Eile unter ständigem Redefluß des Agenten, und der Austraggeber kommt gar nicht dazu, den Vordruck des von ihm zu unterschreibenden Scheines, der bisweilen sogar mit der Hand bedeckt wird, durchzulesen. Meist erst am folgenden Tage, sobald zu seinem großen Schrecken eine Nachnahme über 15 Mark von dem Inkasso Institute eingebt, nimmt er den schein zur Hund uvenn er ein Duplikat erhalten bat), und entdeckt nun, daß er sich nach dem Texte auf der Rückseite des Scheines verpsluhvet bat, ein Abonnement mit dem Institut auf zwei Jahre mne' zuhalten und außer der Inkassoprovision von den Erngangcn und

eine Unähnlichleit verhiiidert wurde, den Körper wiederzuerkennen. Neben kostbaren Geweben, neben den Gebrauchsgegenständen der. Weberinnen und Spinnerinnen, neben Weberschiffchen und Sputen fand Gayet in dem einen Grab auch einige schmale Plättchen, auf denen sich tnit Tinte geschriebene Buchstaben befanden. Das, eine dieser Plättchen ließ wegen der Genauigkeit ber Zeichen er­kennen, daß es einst als Vorlage gedient hatte. Auf dem anderen! hatte sich ein Kind versucht. Es hat schlecht nachgeschricben. Es bat ein und denselben Fehler immer wieder gemacht und vielleicht; dafür Streiche empfangen. Auch sein Tintenfaß hat Gäbet gc* funben, ebenso seine Schreibrohre. Es fhib zerbrochene und ab­geschriebene, und cs sind ganze vorhanden. Man sieht sie zwischen; den Fingern des kleinen Schülers, dessen Mumie man ebenfalls, fand, und der einst Flavius Eoluthus hieß. Wozu hatten ihns seine Eltern einst bestimmt, und warum mußte er sich abmühen, um schön zu schreiben? Vielleicht bildete er sich für den an-, gesehenen Berus der Schreiber vor, bic in Aegypten eine so wichtige Rolle spielten, und für bie alle anberen Menschen eine so höhet Achtung hegten. Sie mußten viele Prüfungen bestehen, und der kleine Flavius Eoluthus hätte sich gewiß anstrengen müssen, um nicht durchzusallen. Das geschah sehr vielen der Bewerber, und, sie blieben bann aus ber untersten Stufe ihres Berufes. Aber kein Papyrus meldet, daß sie deshalb etwa bescheidener gewesen seien, als die anderen, bic weiter gekommen waren.

Europas Universitäten. Deutschland und Italien! stehen, was bic Zahl bet Universitäten betrifft, an ber Spitze aller europäischen Staaten: beide haben je 21 Hochschulen. Mer Italien bleibt, wenn es auch bic gleiche Anzahl Universitätent Hal, in hezug auf bie Zahl ber Studicrcnben um bic Hälfte, hinter Deutschland zurück. Nach Deutschland und Italien kommt Frankreich mit 16 Universitäten, hierauf folgen England mit 15, Oesterreich mit 11, Rußland und Spanien mit je 9, die Schweiz mit 7, Holland, Belgien, Schiveden und Rumänien mit 5, 4, 3 und 2 Hochschulen Deutschland hat die meisten Stubenten- rund 50 000, Frankreich folgt mit 32 000, hieraus kommt Oesterreich nut 30 000, Englanb mit 25 000, Italien mit 24 000, Rust- lanb mit 23000; die Studentenzahl der anderen vorher genannten Länder schwankt zwischen 5000 und 12 000. Die Gesamtzahl den europäischen Universitäten beträgt 124, ihre größte ist seit 1908 bic Berliner Universität; in diesem Jahre hat sie zum ersten; Mal mit 13 884 Studenten die Pariser .Hochschule nm beinahe 1000 Hörer überflügelt; Paris zählte damals nur 12 985 Stu­denten. An den 124 Universitäten Europas studieren etwa 220 000 Hörer; wollte man diese gleichmäßig verteilen, so kämen aus jede einzelne Hochschule 17 1800: diese Summe übertreffen also die beiden größten Universitäten zu Berlin und Paris um daH Achtfache.

mit ihren Brücken und Ladeplätzen kein besonders günstiger Vor­wurf, wenn man von der Gesamtansicht absieht. Das Gebiet des romantischen Rheines finden wir besonders vertreten durch Ni» ku t o w s k i «Mt Rüdesbeim), V o l k m a n n (Eifeler Heide; Kro­nenburg in der Eifel), ©t raube (Blick auf den Rhein. Blick auf Koblenz, und D r c rj b o r f f (Blick aur Bacharach am Abend). Einige Gemälde vom Niederrhein finden sich in den zwei letzten Räumen; erwähnenswert sind bic von L i c s c g a n g, P a n k o k, Hardt . Bergische Landschaft; Am Niederrhein», B r a tz und Elarenbach. Ans dem Vorplätze ist noch Schroedters Wasserfall" aufgestellt, bet ben 2. Preis errang. 0. N.

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Neue Funde aus Antinoc. Albert Gahet, der bekannte langjährige Leiter der Ausgrabungen in Antinoc, hat, wie in den Jahren vorher, auch in diesem Frühling im Mmee d'Ennerev in Paris eine Ausstellung der Ergebnisse seiner jüngsten Forsckmngen veranstaltet. Im Jahre 1909 war »es die Mumie der Jsispricstcrin Isidora, die in Fachkreisen und beim Publikum das weiteste Interesse erregte, und auch diesmal ist es wieder bet Jsiskultus, über ben bie Forschungen Gayets erneuten wichtigen Aufschluß geben. Das Hauvtstück der tetzigen Ausstellung ist nach demJournal des D4bats" die Mumie einer Dienerin des Jsis- fultu-s deren Namen unbekannt bleibt. Gayet selber nennt sic dieFee mit der G o l d m a s k e", weil sich der oberen Hälfte ihres Ansitzes und ihrer Nase eine sein gearbeitete Goldplatte eng anschließt, bic wie eine Maske aussieht. Die Mumie ist in jene drei Schleier gehüllt, deren jeder in den vier Ecken das Zeichen der Göttin trägt, und bic man bis setzt nur von ben Fresken Pompe, is kannte, deren Maler zu Vorbildern die Gemälde in ben ägyptischen Grabkammern genommen hatten, ohne diese Vorbilder aber zu verstehen. Neben berFee mit ber Golbmaske" steht man aus ber Ausstellung figürliche Darstellungen, in denen man Symbole erkennt, wie fic die Mysterien von Eleusis kannten. In demselben Glasschrank sieht man auch btc Statue bes heiligen Ammonstieres Symbolische Tiere gruppieren sich um ihn herum, darunter zwei Vogelstatuetten aus gebranntem Ton, zweiEhan- teclcrs", wie sie Gayet nennt, die zwei Lampen darstellen und deren Flamme wie der Gesang des Hahnes den Triumph des Lichtes verkündete. Außer der Mumie der unbekannten ^sispriestcnn zeigt Gayet noch zwei andere Mumien, die aber noch nicht wie diese aus ihrer Umhüllung befreit wurden, und weiterhin finbet ber Besucher der Ausstellung nach eine Anzahl von Gräber! ildnistcn. Diese Bildnisse, die teils in Bildsorm, teils in Form farbiger Wachsstatuen gefunden wurden, zeichnen sich alle gleichmätzig durch eine große Naturtreuc aus. Der Glaube ber Jstsanbetiw verlangte, daß ber Künstler sich unbedingt an das Vorbild ber Natur zu halten habe, weil der Geist, btc anbere Hälfte bes durch die Einbalsamierung unsterblich gewordenen Körpers, durch irgend

Gießener Strafkammer.

)( Gießen, 17. Juni.

Unter Ausschluß der Leffentlichkeit

wurde gegen den 22 jährigen Droschkenkutschcr^zu Bad-Nau heim Hch. Pf. auS Ober-Ofleiden wegen itt l ichkc11S - v er gehens verhandelt. Der Angeklagte hatte im ^ebruac zwei Mädchen, die mit der Bahn (infamen und Stellen stichew wollten, unter der Angabe, ihnen die Stadt zeigen zu wollen, nach einem entlegenen Teil des Parks gefahren und an dem cinert eine unzüchtige Handlung vorgenommen, während das andere dabei saß und Aergernis daran nahm. Das Schöffengericht er­kannte auf einen Monat Gefängnis. Der Angeklagte verfolgte Berufung, indem er bestritt, daß bic Handlung öffentlich erfolgt» sei Die Strafkammer erkannte auf Freisprechung, ba nicht festzustcllcii war, daß der Angeklagte das Bewußtsein hatte- daß die Handlung öffentlich erfolgt ist.

Wegen Beleidigung eines Lehrer»

wurde der Landwirt K. B. von H e e g h c i m durch baä Schöffen-- trickst zu 40 und seine Frau zu 20 Mark Geldstrafe verurteilte Der Lehrer setzte das Kind der Angeklagten zur Strafe um eine?, hinunter. In ber Pause lief das Kind zu seiner Mutter und teilte ihr den Sachverhalt mit. Das brachte btc Frau m eine wiche Aufregung, daß sie weit hörbar schrie:Wenn ben Merl nua der Schlag und das Gewitter rührte, baß er von ber Welt wäre. ' Des anderen Tags teilte der Angeklagte die Sache einem Nachbari mit, indem er bemerkte:Das war gestern wieder ein schöne» Strom. Der frühere Lehrer war ein Schuft und hat immer aut meinen Kindern gesessen; dieser aber ist der Schuft noch 'd)limmer,"' er bezeichnete den Lehrer als Lügner und ließ ihm tagen, er möge sich in Zukunft anders verhalten, sonst iverbc er leinen Sohn» beauftragen, überall bekannt zu machen, was er für ein Kerl sei. ^ie Angeklagten fochten das Urteil an und beriefen sich auf un­richtige Zeugenaussagen bezw. Mißverständnisse. Tie Frau lvil» die Äußerung zu ihrem Sohn inbezug auf das Pferd, das stck) im. Stall losgemacht hat, getan haben, während der Mann bie Aus-, sagen als'unnchtig bezeichnet, da sie der Gehässigkeit entiprängen. Für das Gericht bestand kein Anlaß, die Zuverlässigkeit des Zeugen anzuzweifeln, dies um so weniger, als daß ihre Aussagew durch die übrigen Umstände unterstützt wurden, weshalb ba-5 Urteil seine Bestätigung fanb._________________________

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Aus Stadt und Land.

Gießen, 18. Juni 1910.

* Zur Bestreitung der Landjudenschafts- bedürfnifse der Pr o v i n z Ob e rh e s s en sollen für 1910 von den in der Provinz Oberhessen wohnenden Israe­liten 9500 Mk. -erhoben werden. Der Zuschlag in Prozenten der doppelten GrundMlen und der ganzen Einkomnren- fteucrbfträac berechnet sich bei einer Summe von 240524,6 Marl auf 3,9497 Pfg.

** Zur Rechtsan walt schuft zügel assen wur> den Gerichtsassessor Ernst S ch n eid er zu Gießen bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen, Referendar Arn. Petry ,'u Offenbach bei der Kammer für Handelssachen in Offenbach und dem Amtsgericht-Offenbach, Referendar Jos. Schmitt zu Mainz bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen, Refe­rendar Wald. B o g e l zu Dieburg bei dem Amtsgericht Die- hUr9** Neue Geometer. Dem Phil. Gemünde aus Wolfsheim nmrde das Patent als Geometer 2. Klasse für den Kreis Oppenheim, dem Karl Peter Grünewald aus Haiiichcn das Patent als Geometer 2. Klasse für den Kreis Büdingen, dem Wilh. Lehr aus Taubringen das Patent

Sur Verstaatlichung des Notariats!

Don unterrichteter Seite wird uns geschrieben:

Angeregt durch die bedauerlichen Verfehlungen des ver­storbenen Notars Hubert ist in verschiedenen Tages-- zeitungen die Frage erörtert worden, ob nicht die Berstaal- lichung des Notariats geboten wäre. Abgesehen davon, daß man für die Sünden Einzelner nicht einen ganzen Staub verantwortlich machen kann, würde die vorgeschlagene Aenderung in der Einrichtung des Notariats weder dem Staat noch dem Publikum Vorteile bringen. Es ist viel­fach davon gesprochen worden, daß die Finanznot Hessens dazu zwinge, die aus dem Notariat reichlich fließende Einnahmeguelle dem Staat zu erschließen und nutzbar zu machen. Man überschätzt allgemein die Einkünfte der Notare imb übersieht, daß die sehr bedeutenden Bureau­kosten einen großen Teil der Einnahmen der Notare, die auf keine Pension zu hoffen haben, verschlingen, und daß, abgesehen vielleicht von einzelnen größeren Notariaten, namentlich das Einkommen vieler Landnotariate kaum an den Gehalt eines älteren Amtsrichters heranreicht. Die Arbeit der Notare imb deren Gehilfen muß geleistet werden. Der Staat hat Lei einer Verstaatlichung vor allem mit einer bedeutenden Vermehrung der Beamten -u rechnen, dafür die Gehälter und Pensionen, Witwen- und Waisen-« gelber aufzubringen, Diensträume, teilweise durch Vergröße­rung der Amtsgerichtsgebäude zu beschaffen, für Heizung und" Beleuchtung, Bibliothek u. dergl zu sorgen. Daß dadurch kein finanzieller Vorteil des Staates, sondern im Gegenteil eine Mehrbelastung des Budgets iherbeigefiihrt wird, läßt sich rechnerisch leicht nachweifen. Am meisten geschädigt durch die Verstaatlichung wäre jedoch das Pu­blikum. ' Der Notar ist heute dur'ch seine freie Stellung nicht nur Beamter, sondern in erster Linie Berater und Ver­trauter der Familien, dessen Mitwirkung besonders bei Erb- auseinandersetzungen, Testamenten, Etzederträaen u. dergl. vermöge feiner speziellen Erfahrung auf diesen Gebieten für die Beteiligten unentbehrlich ist. Dazu kommt, daß das persönliche Interesse, das der Notar an den ihm er­teilten Aufträgen hat. die rascheste Erledigung der Dienst- geschästc verbürgt. Eine Einrichtung zu beseitigen, die sich seit hundert Jahren in Rheinhessen, überhaupt in dem linksrheinischen Gebiet Deutschlands auf das Beste bewährt hat, und die seit 1900 in allen Bundesstaaten eingeführt und weiter ausgebaut worden ist, wäre verfehlt; kann man doch auch damit rechnen, daß in absehbarer Zeit das Reichs­notariat eingeführt wird und dann Hessen eine kurz vorher beseitigte Einrichtung wieder Herstellen müßte.

beni Porto jährlich 15 Mark zu bezahlen Bei etwaiger -ischt" einlösung der Nachnahme erfolgt bann mit allergrößter BnnkNuk- fett Klage nach bereits vorgebrucktcin Formulai und gewoynuM auch Verurteilung auf Grund des unter,chnebenen AbonnemeMs- VerpstichtungSscheincs. Resigniert zahlt der Gescktättsmann auch bie nicht unerheblichen Kosten und Hofft, nun wenigstens eiNM Erfolg ber Jnkassotätigkeit zu erfahren Aber auch bannt ist e5 meist nichts. Will er seine Papiere wicber haben, um bem In­stitut die Sache abzunchnien, so kommt er übel an; er erhalt ein ebenso höflich wie beftimmt gehaltenes schreiben, M dem gesagt wird, baß der Hcbcrfcnbung ber Papiere nicht5 entgegen» "ftchc, sofern zuvor 20 Prozent ber einzunchcnden Betrage gezahlt würden Ucbcrficbt er nun gar noch in fernem Aerger mid Kuter Unlust, mit der Sache noch etwas zu tun zu haben, baß er brey Monate vor Ablauf des Abonnements aiNzukündigen bat, w lauft es vertragsgemäß noch zwei Jahre fort, und er mutz abcrmal«' zweimal 15 Mark bezahlen. ES empfiehlt sich, daß alle bie, bic, durch betrügerische Versprechungen solcher Art geidiabigt nnb, I ihre Erfahrungen unter Beifügung der Unterlagen zur vptrafx I Verfolgung ber B e r l i n e r K r i m i n a l p o 11 z e i m 111 e 11 e n.

--- Bad-Nanhei'm, 17. Juni. Bis zum 16. Ium find 1 2 685 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 6902 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 16. Juni 133 150 abgegeben.

= Ober-Eschbach, 17. Juni. Den Kaufleuten Johann Josef Meister und Rudolf Pachten in Oberursel, Lttomar Faber und Albert Lindheimer in Frankfurt a. M. wurde daS Eigentum des BergwerksAug u stc" in den Gemarkungen Ober-Eschbach und Meder-Esckfbach mit einem Felde von 1 719 342 Quadratmetern, des Berg­werksJohanna" in der Gemarkung Nieder-Eschbach' mit einem Felde von 1927 394 Quadratmetern und bee? BergwerksAdele" in der Gemarkung Ober-Eschbach mit einem Felde von 1816 561 Quadratmetern zur Gewin­nung der Dorlommenben Braunkohlen nach Vorschrift des hessischen Berggesetzes verliehen.

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