Ausgabe 
17.2.1910 Erstes Blatt
 
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HmlSbakkv tteim Bauwesen des Ministeriums der Finanzen, Territorial, Fluß nnb Dammbau gestellten Antrag beschäf- tigt, her dahin geht, die angeforderten 400 000 Mark als zweite Rate für die D am m v c rbesserun g en in den ^Gemarkungen Guntersblum, Ludwigshöhe, Dienheim und Oppenheim einschließlich der Dammverlegung zu streichen unb die Regierung zu ersuchen, den Ständen über diese An­gelegenheit eine besondere Borlage zu machen, die Regie­rung >ruch zu ersuchen, vor Erledigung dieses Antrags die bereits bewilligte erste Rate nickt anzugreifen, sondern die geplanten Arbeiten vorerst zu unterlassen. Zuerst legte Geh. Öderbaurat Jmroth ausführlich unter Erläuterung von Plänen und Karten die projektierten Dammbauvcrbesse- rungen und die sonst zur Regulierung des Rheinstromes in jener Gegend geplanten Aeuderungen dar. Dann ent­wickelte Abg. Dr. Winkler, der zu den Beratungen ein­geladen worden war, seine Bedenken gegen die Vorschläge der Regierung, indem er darauf hinwies, daß diese nickt den Wünschen der beteiligten (Gemeinden entsprächen und diese daher einstimmig die Stellung des Geländes und die Zahlung von Beiträgen abgelehnt hätten. Der Antragsteller wies dabei besonders auf die Unzweckmäßigkeit der ge­planten Dammver'besserung zwischen Oppenheim und Gun­tersblum und ein darüber von den Gemeinden zur Ver­fügung gestelltes Gutachten hin, sowie auf ein Urteil der Regierung zur Untersuchung der Rheinstromverhältnisse, wo­nach eine Erweiterung des Hochflutprosils des Rheins an keinem Punkte für unbedingt notwendig erachtet wird.

Abg. Mo lthan betonte, daß es sich hier nicht um lokale Wünsche handle, sondern um wirklich begründete Anstände gegen die Pläne der Regierung. Er sei aber zu wenig sachverständig, um ein endgültiges Urteil darüber äbgeben zu können. Finanzministcr Gnauth hält es bei dieser Sachlage für richtig, wenn ein Obergutachten von kompetenten Sachverständigen eingeholt und erst nach dessen Einholung die zur Verfügung zu stellenden Mittel verwen­det werden. Abg. Reinhart hält ein Obergutachten nicht für erforderlich und will die Pläne der Regierung mit Rücksicht auf die notwendige schleunige Vorbeugung gegen Ueberschwemmungen alsbald durchgeführt wissen. Abg. Brauer fragt an, ob die Kosten für die neue Begut­achtung nicht zum entsprechenden Teil von den interessier­ten Gemeinden getragen werden sollten. Abg. Dr. Osann ist bei dem Streit der beteiligten Gemeinden und der Re­gierung der Auffassung, daß die Einholung eines Obergut­achtens sachverständiger Personen erforderlich sei und bis dahin weitere Arbeiten nicht vorgeuommen werden sollten. Dringend erforderlich sei aber, daß angesichts der großen Gefahr dies Gutachten möglichst bald erpactet werde. Abg. Dr. Winkler, der ein neues Gutachten für nicht erforder­lich erachtet, stimmt schließlich dem Vorschlag zu und be­fürwortet einen Antrag, daß die zur Verfügung gestellten Gelder erst nach Eingang des Obergutachtens verwendet werden sollen.

D^r Ausschuß, beschließt dementsprechend und bestimmt, daß als Obergutachter je ein hervorragender Wasserbau- technikcr aus Baden, Preußen unb der Pfalz herangezogen werden sollen.

lieber die Behandlung der Vorschläge des Finanzaus­schusses der ersten Kammer zur Herbeiführung von Er­sparnissen im Staatshaushalt für 1910 fand dann eine längere Gefchästsordnungsaussprache statt, wo­rauf beschlossen wurde, darüber in der am Donnerstag, den 24. Februar, vormittags 9 Uhr, stattfindendcn gemein­samen Sitzung zu beraten, die zugleich verfassungsmäßig bei Fertigstellung des Haushaltes im Finanzausschuß der zweiten Kammer zu erfolgen hat. Es kamen dann weiter noch die Berichte des Abg. Mo lthan über die von ihm bearbeiteten Haushaltskapitel zur Verlesuug. Der Aus­schuß hält am Freitag vormittag wieder eine gemeinsame Sitzung mit der Regierung ab. Am Nachmittag erfolgt alsdann eine Fahrt nach Friedberg und Bad-Nau­heim zur Vornahme von Besichtigungen für verschiedene im Haushalt angeforderte Bauausführungen.

Die Arbeitsverteilung im Reichstag.

M Berlin, 16. Februar.

Es besteht die Mficht, die zur zweiten Beratung des Haushalts des Reichsamts des Innern gestellten Entschlie­ßungen, die sehr zahlreich find, bei der Beratung dieses Haushalts vorläufig zurückzustellen, um diesen bis zum 26. Februar fertigstellen können. Für den Rest der Etats­beratung stehen alsdann noch 11 bis 12 Sitzungen zur Ver­fügung, in der dritten Märzwoche soll die dritte .Haushalts­lesung zur Erledigung kommen. Die Osterferien wer­den vom 19. März bis 5. April währen. Falls dem Reichs­tage noch bis Anfang März Vorlage:: zugehen, sollen sie, abgesehen von der Reichsversicherungsordnung, noch in erster Lesung beraten und Ausschüssen überwiesen werden. Die Stimmung geht dahin, die Verraguug möglichst frühzeitig, vielleicht schon vor Himmelfahrt, eintreten zu lassen.

Die sozialdemokratische Reich s tag s frak- t i o n hat eine Anfrage eingebracht, in der der Reichs­kanzler gefragt wird, was ihn veranlaßt habe, in der Sitzung vom 10. Februar im preußischen Abgeordnetenhaus Aeußerungeu zu tun, die geeignet sind, das Reichstags- Wahlrecht hcrabzusetzen und zu bedrohen.

Die deutsch - kanadischen ksanöelsbeziehunqen

Berlin, 16. Febr. Seit einiger Zeit fanden zwischen dem kaiserlichen Konsul in Montreal und bem kanadischen Finanz­minister Fielding Besprechungen statt wegen Beilegung des deutsch­kanadischen Z o l l k o n f l i k t e s. Infolgedessen wurde gestern eine V e r st ä n digung erzielt, daß Kanada vom 1. März ab gegen Gewährung von 25 Sätzen des deutschen Konventionaltarifs seit 1903 die von deutschen Erzeugnissen in Kanada erhobene Surtare von 33*/s Prozent am hebt Diese Verständigung ist eine provi­sorische und dazu bestimmt, ein Zustandekommen des Handels­vertrages anzubahnen. Dement sprechend» ist in der Vereinbarung beiden Teilen das Recht Vorbehalten, von ihr zurückzutreten, falls nicht in angemessener Zeit der Provisor sichen Verständigung ein definitiver Vertrag folgt Die deutscherseits Kanada em geräumten Vertragssätze betreuen iolgende Gegenstände: Getreide außer Roggen, Klee- und Grassaat, Obst, Holz, Pferde, Rindvieh, Schafe, Fletsch, ausgenommen Sveck, Hummer, Schmalz, Mehl, kondensierte Milch, Kalziumkarbid, Holzgeist, Leder, Schuhe, Holzmassen unb Pappen. Die bestehenden Veterinär- und sanitätspolizeilichen Be­stimmungen werden durch dir Ermäßigung der Zollsätze selbstver­ständlich in keiner Weise berührt.

Deutsches tteicb.

Staatssekretär Kraetke hatte für Mittwoch abend £11 einem Vortrag von Geh. Rat Strecker über den der­zeitigen Stand der drahtlosen Telegraphie nach dem Rcichspostmuseum eingeladen. Jn^ einem fast zwei stündigen Vortrag entwickelte Geh. Rat Strecker den Stand der drahtlosen Telegraphie und lllustrierte seine Ausfüh rungen durch sehr gelungene Erpcrimcnte. Es wurden auch drahtlose Verbindungen mit der Station Schöneberg und zum Schluß des Vortrags mit der Station Norddeich her­

gestellt. An den Vortrag schloß sich ein Empfang in den Räumen des Staatssekretärs, der die Gäste noch lange Zeit zusammen stielt.

DieNorbd. Allg. Ztg." schreibt: Nachdem der Bun­de s r a t zur Frage der Schiffahrtsabgaben Stel­lung genommen hat, wird der voraussichtliche weitere Ver­lauf dieser Angelegenheit in einem Teil der ausländischen Presse lebhaft erörtert. Dabei begegnen wir Ausführungen, die von der Vorstellung ausgehen, baß die Reichsregierung zu einer einseitigen Lösung der Frage ohne Rücksicht auf bestehende Verträge mit ausländischen Staaten greifen könnte. Derartige Vorstellungen sind irrig. Bei der wei­teren Behandlung der Schiffahrtsabgabenfrage ist nur der Weg freundschaftlicher Verständigung gangbar.

Tie konjcrvative Fraktion des preuß. Ab­geordnetenhauses beantragt, die Geschäftsord­nung des Hauses der Abgeordneten dahin zu ändern, daß wirksame Bestimmungen zur Aufrechterhaltung der Ordnung des Hauses und zur Einschränkung von Reden, toelche die Zeit des Hauses ungebührlich in Anspruch nehmen, getroffen werden.

Ihuldnö.

Eine Abordnung von französischen Parlamen­tariern unter Führung des Deputierten Destournell'es de Constant begab sich am Mittwoch nachmittag zum Besuch russischer Parlamentarier nach Petersburg.

Der Berl. Lok.-Anz. meldet aus Petersburg: Der Kohlen-Gvoßindustrielle und Millionär Michael Wolinsky wurde wegen großer Bestechungen beim Ankäufe von Kohlenbergwerken verhaftet; er kaufte angeblich Kloster- ländereien, deren reeller Wert drei Millionen Rubel betrug für 60 000 Rubel. Zwei Ingenieure, ein Kloster­vorsteher und mehrere Priester wurden gleichfalls verhaftet. .

Die Mitglieder der Londoner Handelskammer hielten um Mittwoch nachmittag eine Sitzung ab, in der über die Bildung einer deutschen Abteilung der Kammer verhandelt wurde. Schließlich wurde eine Ent­schließung angenommen, in der die Errichtung einer deut­schen Abteilung dringend befürwortet wird. Ferner wurde einem Antrag zugestimmt, ein Organisationskomitee zu bilden zur Festsetzung der Aufgaben der Abteilung.

Der schwedische Reichstagsausschuß empfahl die Annahme der Regierungsvorlage über die Verlängerung des augenblicklich geltenden Handelstraktats zwischen Schweden und De u t s ch l a n d bis zum 1. Dez. 1911.

Die japanische Regierung setzte die ch inesi sch e davon in Kenntnis, daß sie gegen den Bau der Eisen­bahn von Tschintschou nach Aigun nichts ein­zuwenden habe, falls Japan am Bau, an der Finanzierung und an der Material-Lieferung für die Bahn beteiligt sein wende und das Recht erhalte, japanische Ingenieure für den Bahnbau zu ernennen. Einzelheiten über die Beteiligung Japans sollen nach Japans Vorschlag in näheren Besprech­ungen mit der chinesischen Regierung festgesetzt werdeu.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 17. Februar 1910.

** Tageskalender für Donnerstag, 17. Febr., Akab. Dürerbund Rezitationsadenb von Frau A. Bering (Vocarno): Di h ungen von Heinrich von Stein. (Zum Beilen des Leseballeuvt! ein. Abends 8 Uhr im .Großherzog von Hessen".

Vortrag mit Lichtbildern von Missionar Gscll: Das Christentum unter den 9laturöölfern. Abends 81/- Uhr tin großen Hörsaal der Universität.

*

** Ordensangelegenheiten. Der Großherzog hat dem vortragenden Rat im Preußischen Ministerium der öffentlichen Arbeiten Geh. Ob erregter ungsrat. Welcker zu Ha.ensee bei Berlin die Genehmigung zur Annahme und zum Tragen des itzm vom König von Preußen verliehenen Roten Adlerordens 2. Klasse und dem Regierungs- und Baurat Hch. Simon zu Worms die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihni vom König von Preußen ver­liehenen Roten Adler-Ordens 4. Klasse erteilt.

91 u § dem Militär - Wochenblatt. Der König von Preußen hat dem Prinzen Leopold zu Isenburg unb Büdingen-Birstein die Erlaubnis zur Anlegung be§ GroßkreuzeS be§ Herzog!. Sachsen-Erneüinischen Hausordens erteilt. Zur Theilnahme am zweiten (84.) Lehrgang wurde Major und 9lbteilungskommandeur v. ChriSmar vom 2. Hess. Feld-9lrt.-Regt. Nr. 61 zur Feld-Artillerie-S chieß- schule kommandiert.

* * Der hessischen Landes Hypothekenbank wurde vom Finanzministerium die Erlaubnis zur Ausgabe von vier­prozentigen Hypotheken-Pfandbriefen im Gesamtbeträge von 30 Millionen Mark gegeben.

'"'Lehrerpersonalien. Ernannt wurde der Schul­verwalter an der höheren und erweiterten Mädchenschule zu Gießen Gust. Wagner zum Reallehrer an dieser Schule unter Belassung in der Kategorie der Voltsschullehrer.. Erledigt sind: Zwei mit kath. Lehrern zu besetzende Lehrerstellen an der Gemeinbeschule zu Viernheim. Eine mit einem coang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu B e r st a d t.

* * B 0 r us sstati!st i T. In dcuMitteilungen der Zen­tralstelle für die Landesstatyllk" findet sich eine Anstel­lung über die Berafsbevölterung Hessens in den Jahren 1882, 1895 und 1907. Während die meisten wichtigeren Berussirrten eine ununterbrochene, zum Teil sehr beträcht­liche Steigerung ihrer Angchörigenzahl aufweisen, macht sich im Handwerk bei den Grob-(Hus-)Schmieden ein gewisser Stillstand bemerkbar, was aus den Zahlen 10 004 für 1882, 10 010 für 1895 und 10186 für 1907 hcrvorgeht Aehnlich steht es bei den Zimmerern (11332, 11 199, 12099). In einem Handwerk ist sogar ein beträchtlicher Rückgang seiner Dertreterzahl festzustolleu, nämlich in dem der Schuhmacher. Während er 1882 noch 31434 Angehörige zählte, sant diese Zahl im Jahre 1895 auf 26 716 und 1907 auf 23 419. Ver­hältnismäßig weniger ist von diesem Rückgang die Stadt Darmstadt berührt (1882: 1585, 1895: 1617, 1907: 1463). Eine Abnahme ist in allen Kreisen des Landes zu bemerken mit Ausnahme von Offenbach, wo die Schuhindustrie in lebhaftem Aufblühen -begriffen ist. Zählte doch die Stadl Offenbach im Jahre 1882 1358, 1907 dagegen 2917 Ange­hörige dieses Handwerks und auch im Landkreise stieg deren Zahl in den letzten 12 Jahren um volle 600.

" D i e G e s ch ä f t s st e l l e des Q b e r h c s s i s ch c n O b st b a u v c r e i n s schreibt uns: Am Samstag den 12. ds fand in Gießen eine Ausschußsitzung unter bem Borsit des Grafen Oriola statt, an welcher u. a. die Kreisräte Geheimrat Schönfeld-Schotten und Hölzinger-Alsfeld teil nahmen. Als Vertreter des Landwirtschaftskammer-Aus schufses für Oberhessen nahm Sekretär Schwarz teil. Nack, eingehender Verhandlung des Punktes 1 der Tagesordnung:

Ausscheiden des Kreises Büdingen aus dem Oberhessiscken Obstbauverein", wurden folgende Beschlüße gefaßte 1. Der Ausschuß bedauert die Stellungnahme Des Kreises Büdingen und die Bildung eines selbständigen Obstbauvereins im Kreise Büdingen. Er erachtet das Verhalten der Geschäfte" stelle im allgemeinen für gerechtfertigt und kann in dein - selben feinen Grund für das schroffe Vorgehen des Kreises Büdingen erkennen. 2. Das Fortbestehen des Oberhessische/ Obstbauvereins als Verein für die ganze Provinz er achtet er für dringend geboten und erklärt, daß diejenigen Mit­glieder des Vereins, welche im Kreise Büdingen wohnen- nach wie vor voll bei den Veranstaltungen des Vereins berücksichtigt werden sollen. Alle Versammlungen und Ver­anstaltungen, welche vom Oberhessischen Obstbauverein aus- gehen, werden in den Zeitungen unter der Flagge:Ober- hessischer Obstbauverein" veröffentlicht, luorctuf wir unsere Mitglieder besonders aufmerksam machen.

* Die Gesellschaft für soziale Reform ersucht unS, mitzuteilen, daß die für Samstag, 19. Febr., vorgesehene Versammlung in Frankfurt a. M. ivegen Verhinderung des Beigeordn. Regierungsrat Doniinicus-Straßburg, der einen Vortrag halten sollte, nicht stattfinden kann.

Oberhessischer Geschichtsverein. Die gestern abend vom Oberhessischen Geschichtsverein nach dem Cafe Ebel einberufene Sitzung erfreute sich eines so starken Be­suches, daß der Saal des Hauses kaum auSreichtc. Professoc Dr. Roloff sprach über Napoleon I. Er gab in großen Zügen ein Bild über die Beweggründe der Handlungen des Kaisers. Er ließ dabei Napoleon volle Gerechtigkeit nüber- tahren und rühmte ihm nach, daß er seine Siege immer nut insoweit ausnützte, wie es seine Zwecke erheischten. Der Redner führte aus, daß Napoleon besonders in Italien und Deutschland erst die Bedingungen geschaffen unb vorbereitet hat, aus denen heraus die Einigung als moderne Kultur­staaten erfolgen konnte. Der überaus interessante Vortrag wurde mit großem Beifall aufgenommen.

'* Von der Straßenbahn. Vom l.15. Febr. wurden 46 320 Personen befördert, darunter 694 städtische und 532 Postbeamte, die während des Dienstes die Bahn benutzten. Im Durchschnitt betrug die Frequenz täglich 3080 Personen. Von der Gesamtzahl der Fahrgäste be­nutzten die rote Linie (Seltersweg) 27 398 und die grüne Linie (Bahnhofstraße) 18822 Personen. Tie Einuahnieu stellen sich auf 4477.56 Mk., davon entfallen aus die rote Linie 2654.62 Mk., auf die grüne Linie 1822.94 Mk. Fahr­marken werden etwa zu einem Viertel benutzt.

** Stadttheater. Für dieSalome" Aus­führungen hat die Direktion wiederum neue Dekora­tionen 'beschafft, die aus dem Atelier von Professor Lütke m et) er in Koburg stammen. Diese Dekorationen sind zum Teil plastisch und versprechen ein äußerst wirkungsvolles Bühnenbild. Oskar Blumenthals neuer EinakterDer schlechte Ruf", der sich hier anSalome" anschließt, hat dieser Tage im Wiesbadener Hoftheater eine sehr bei­fällige Aufnahme gefunden; die Franks. Ztg. rühmt das Graziöse und den feinen Witz des Rokokofckerzes. Unsere Bühne gehört wiederum zu den ersten, die die Novität aus führen. Hermann Bahrs LustspielDaS Konzert" ist noch für März in Vorbereitung.

* * Das Vorlesungsverzeichnis der Landes- Universität für das Sommersemester 1910 ist erschienen und für 20 Pfg. zu haben. Der Beginn der Immatrikulationen isi auf den 18. April festgesetzt, während die Vorlesungen mit 25. April beginnen.

Die Ortsgruppe Gießen des Deutsch' nationalen Handlunqsgchilfenvcrbandes hatte gestern im Saale des Hotel Einhorn einen Lichtbilder- 0 ort rag veranstaltet, der gut besucht war. Der Vortrag behandelte die vorjährige Studien- unb Ferienfahrt bes Verbandes nach Dänemark und den deutschen Ostseehäfen. Herr Karl Wei big, Mitglied der Gießener Ortsgruppe, ein Teilnehmer an der Fahrt, führte die Mitglieder und Gäste im Geiste über Stettin nach Dänemark, nach einigen schwedi­schen Küitenstädtcn und dann wieder nach Deutschland zurück. Den Schluß seines mit lebhaftem Beifall ausgenommenen Vortrages bildete der Besuch Hamburgs, seiner Häfenanlagen und seiner Umgebung.

* Dicbsta h l. AuS einem Keller in der West-Anlage wurden in verflossener Nacht mittelst Einsleigens durch ein unverschlossenes Fenster eine Anzahl Flaschen mit ein­gemachten Früchten, Heidelbeeren, Himbeersaft rc. fowic ein Quantum Kartoffeln und Gemüse gestohlen.

* * Krieger-Verein Gießen Die am 15. Februar int Vereinslokal zum Löwen obgehciltenc H a u p t v c r s a m m lung war nnßerorbentlich stark besucht. Ter 1. Vorsitzende, Haupt­mann der Landw.-Jnf. Gabriel, begrüßte bic Erschienenen. Aus bem von Rechner Dort, ber int 24. Jahre bas Rcchner- amt versieht, erstatteten Kassebericht fei entnommen, baß bas bare Vereinsverinügen 4211,26 Mk. beträgt. Die Einnahme be­trug 2231,02 Mk, bic Ausgabe bagrgen 2151,68 Mk. Nach bem vorn 1. Schriftführer Modus erstatteten Jahresbericht zahlte ber Verein 378 orbeickliche unb 18 Ehrenmitglieder. 6 Mit­glieder sind im abgelauicnen Jahre verstorben, 22 wurden neu ausgenommen. Weiter war in dem Bericht mitgeteilt, daß zu Elirenmitglicberit Landgcrichtsrat Wiener unb Kaufmann Eber­hard Dort ernannt und dem Ehrenmitglied Postsekretär Mever in Anerkennung seiner 25 jährigen Tätigkeit im Präsidium bas Bild der Kaiservroklamation mit entsprechender Widmung von bem Präsibium ber Hassta überreicht mürbe. Aw 1 Mitglieder würben Unterstützungen gewährt. Der Verein beteiligte sich an ber Feier bes 18. August unb feierte besonbers auch bete eebmv je ft. Ebenso würbig würbe ber Geburtstag unseres Großherzogs im Vereinslokal gefeiert, während ber Geburtstag bes Kaisers in Verbindung mit dem totiitungdfeftc schlich begangen wurde. Ter Voranschlag für 1910 schließt mit 1840 Mk. in Einnahme und Ausgabe.

Hungen, 16. Febr. Die hiesige Gewerkschaft Fried­rich ist mit dem Braunko h len-Berg werk Friedrich 1 in öen Gemarkungen Obbornhofen unb Bellersheim bestehen worben.

? Hungen, 16. Febr. Der aus Schotten gebürtige Konrad Günther, ber vor ca. 14 Tagen im Löb'ichen Geschiffte hier inen falschen H nndertmarkschein in betrügerischer Ab­sicht oerausg abte, würbe in ber heutigen Schöffengerichts ätzimg zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt, wovon 14 Tage lstckersuchungshaft in Abrechnung kommen.

Butzbach, 16. Febr. Das 1. Bataillon Ins - Regts. Nr. 168 beabsichtigt von: 16. bis 19. und vom 23. bis 26. d. Mts. im Gelände Hoch-Weisel M ü n st er < Sck)ußrichtung von Höhe 294 zwischen den vorgenannten. c-iben Orten gegen den HauS- und Brüter Berg gefechts- iLißiges Schießen mit scharfer Munition ai zut alten. Tas Ochießen findet von Sy? norm, bis 4 nackm. ftatr. Für den Verkehr gesperrt sind während des Schießens bic Wege: äoch-Weisel Hausberg, Münster Lochmühle Jsseltal (am Westabhang des Brüler Berges führend) und die awl