Ausgabe 
18.5.1910 Zweites Blatt
 
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rungSkunst gelungen ist, unaSzähltc deutsche 3i£unUiigc an brn «ASschließlich mabjarifchen Mttelschaüen ihrem VotkStum gn ent» fremden und sie unverschuldetu dem schändlichen Handwerk des Renegatentums qroßzuziehen. Damit wird aber das Daccksch- rum in Ungarn ins Herz getroffen, denn mit der verbteudeten- Jntelllgen- schwinden die berufenen Führer da hin. Führerlos soll der Kern des oeutsäien Balkes, der biedere Bauer bc trogen und verkauft von gewissenlosen «Politikern langsam, doch sicher im Madsarentume aufgehen. \&in teuflischer Plan, dessen frucht jedoch dem, der ihn erdacht, feinen Segen bringen loird Denn mit dem Aufgeben .seiner Eigenart verliert der Deutsche das Wertvollste, was er Hal: Die Treue und das Rechts bewnsttsein, die Tüchtigkeit, Gewissenhaftigkeit und zähe Kraft. Vielleicht wird einmal die Jett kommen, wo der madjariselw Staats mann gerade diese Eigenschaften wieder chöhcr einschätzt, wo er sich des natürlichen Bundesgenossen im -Kampfe gegen die slavischc Hochflut bewußt wird und die «deutsche Eigenart nicht nur erhält, sondern pflegt. Mit dem Untergange «der Deutschen in Ungarn verliert auch der Machart die «Führung, denn nur der Deutsche ist es, der ihn wirtschaftlich stützt, der die .ftultur im Lande mehrt, der Staat und Heer mit dem zuverlässigsten Nachwuchfe versieht. Das Mutterland und alle Deutschen im Auslände mit den Verhältnissen unserer Brüder in Ungarn vertraut zu machen, ist die Ausgabe des Vereines nach außen. Die mit allen ehrlichen Mitteln eines nichtpolitischen Schutzvereines mögliche Erhaltung und Förderung alles dessen, was in Ungarn deutsch fühlt und spricht, ist Zweck des Vereines. «Schon hat der Verein trotz be­scheidener Mittel viel Gutes gewirkt und manch schönen Erfolg erzielt. Vieles ist im Entstehen «begriffen, noch mehr ist geplant! Helft, deutsche Männer und Frauen allerorten: bring auch Du, mrermübliche deutsche Jugend, Dein Scherslein der edlen Sache dar! >

Der Verein besitzt gegentoärtig an 1500 Mitglieder in 6 Ortsgruppen. In Gründung begriffen sind auch 2 Orts-- gruppen im Deutschen Reiche «Berlin und Marburg a. Lft.

Frauenbewegung.

Mutterschafts-Versicherung. DasSyndikat der Genossenschaftsbant selbständiger Frauen und der Mutterschaftsversicherung" (unterzeichnet von Dr. Marie Raschke, Anna Hoffmann und Auni v. Wunsch) sendet uns eine Zuschrift, in der cs heißt:

In Sen letzten Zähren ist aus dem (hcbiete der sozialen Hilfe Unendliches geleistet worden, zumal die industrielle Entwickelung Deutschlands dazu gezwungen hat, soziale Einrichtungen zu treffen. Durch alle diese Maßnahmen «sind wohl die arbeitmden Klassen Joor der größten Not des Alters und der Krankheit ge­schützt. Seit Jahrzehnten ist aber auch die Frau gezwungen, sich im Erwerbsleben zu betätigen und den Kampf ums Dasein zu führen. Leider reichen die bestehenden «sozialen Einrichtungen nicht aus, um der wirtschaftlich schwackwn Frau bei den Um­ständen Not und Sorge fcruzuhalten, die sich durch ihr Geschlecht ergeben. ES wird nun versucht, durch Gründung einer Mutt e n chasts-Versicherung dieses Problem zu lösen, welches seit vielen Zähren im Vordergründe der Frauenbewegung steht. Die Mutterschafts-Versicherung hat den Zweck, der Hilss- bedürstigkeit, welcher die Frau unter «.allen Umständen durch die Muttersckiafl verfällt, Rechnung zu tragen. . Das Ziel wird erreicht durch die Sicherstellung eines angemessenen Betrages, welcher während ber Zeit zu gewähren ist, in der die Frau nicht imstande, ihre gewöhnliche Tätigkeit auszuüben, ohne selbst ihre Gesundheit, oder die ihres Nachwuchses in bedenklicher Weise ru gefährden. Die Unterstützungen werden daher einige Zeit vor der Niederkunft und bis sechs Wochen nach derselben gezahlt werden. Die Höhe müßte so bemessen sein, daß dafür Arzt und Pflegekosten, rcsp. Entbindungs-Anstalt, bezahlt werden kann len und daß nebenbei noch zur Erhaltung des Kindes eine Beihilfe in bar erfolgt. Die für.die Mutterschafts-Versicherung in Frage kommenden Personen zerfallen in zwei Gruppen: n) Versicherung für Kinder, b, Versicherung für Erwachsene, a) Eine wesentliche Slufgabe der Versicherungs-Anstalt wird es.sein, der Einsicht von der Notwendigkeit der M utters ch ast S-Versicher u n g bc sonders bei d,en Eltern Geltung zu verschaffen, in der Art, daß ledes Kind weiblichen Geschlechts, wenn nicht gleich bei der Ge iurt, so doch in jüngsten Zähren etwa vor dem zehnten Lebens­jahre - zur Versicherung angemeldet wird. Für verhältnis­mäßig geringe Beiträge könnte alsdann mit der Mutterschafts- Versicherung die Sicherung eines kleinen Kapitals zur E i n f c g n it n g und zur Verheiratung erreicht werden, bi Höher stellt fick, der Beitrag, wenn die Versicherung erst im geschlechts­reifen Alter abgeschlossen wird, da von vornherein mit einer baldigen Mutterschaft gerechnet werden muß. Außer bent Zwecke, die w erdende M utter zu unterstützen, sollen auch die jeuigeu fei mit Geldverlust erleiden, welche kinderlos bleiben. Es ist vorgesehen, die eingezahlten Prämien, abzüglich eines Prozent satzes, der in den Reservefonds fließt, an die Versicherten bei Erreichung des die Mutterschaft ausschließenden Alters oder bei jrühzeiligem Tode in Foimi eines Sterbegeldes an die Hinterbliebenen zurückzuzahlen.

Der Zivcck ber neu gegründeten Genossenschaftsbank selbst. Frauen e. G. m. b. H. ist die Beschaffung der int Gewerbe und Wirtschaft der Mitglieder nötigen Geldmittel idurch gcmeinschaftlichcit Betrieb von Bankgeschäften, ferner .Verwaltung von Spar und Depositengeldern usw. Die Genossenschaft gewährt ihren Mitgliedern amortisierbarc Darlehen, diskontiert Wechsel, soweit die Kreditfähigkeit der Kreditsucher reicht und dieselben Sicherheit stellen. Der Geschäftsanteil ist auf 100 Ml. festgesetzt, die Haftsumme auf 200 Mk und es soll kein Mitglied berechtigt sein, mehr Äs 100 Geschäftsanteile zu erwerben.

Aus Stade und Land.

Gießen, 18. SOlai 1910,

** D e r Abschluß des Elekt rizitätswcrkes für 1909/10 hat eine Mehrcinnahmc für Strom von 28 000 Mark gegen das Vorjahr gebracht. Die Beleuchtung der Privaten, die im Zahre 1908 89 950 Mk. brach le, hat' etwa 10 000 MI mehr aufznweisen, obwohl der Verbrauch an Elektrizität je Lampe, durch die Einführung der Metall- fadenlampc, bedeutend weniger ausmacht wie früher. Der Mehrbedarf ist lediglich herbcigcführt durch erheblich ver mehrte Anschlüsse an das Werl. Dagegen haben die ftaab krchcn und öffentlichen Anstalten und Institute ihren Bedarf gegen das Vorfahr erheblich eingeschränkt, so daß deren Verbrauch um 1000 Mk. zurückgegangen ist. Auch die Eisen­bahn, die ein Hauptabnehmer des Werkes ist, Hal trotz ver" mehrter Flammen für 1200 Mk. weniger verbraucht. An der Steigerung des Verbrauchs au elektrischem Strom im abgelaufenen Fahre ist die Straßenbahn mit 11000 Mk beteiligt, so daß der Absatz im übrigen nur mit 17 000 Mk. gewachsen ist

** Bon der Straßen b ahn Zn der ersten Hälfte des Monats Mai benutzten unsere Trambahn 52603 Per­sonen, darunter 636 Beamte der Stadt und 338 von der Post. Der durchschnittliche Tageszuspruch beläuft sich ans 3507 Personen. An den beiden Pfingstseiertagen wurden 10386 Fahrgäste befördert. Hiernach hat sich die Bcntftzuiig der Straßenbahn nach dem Rückgang im März und April wieder gehoben.

+ Großen-Linden, 17. Mai. Mit dem Ban eines VollLbadeS hat unser Städtchen begonnen. Großen-Linden ist mohl die erste Stadt feiner Größe ca. 2200 Einwohner die ein Volksbad erhält.

Nidda, 17. Mai. (Astern unternahmen einige junge Leute aus Steinheim, Kr. Gießen, eine Radfahrt nach Wal­lernhausen bei Nidda. Aul der Heimfahrt gegen Abend

benützten sie stockt der etwas weiteren, aber allmählich ab­fallenden Staatsstraße den näheren gegen Nidda zu steil abfallenden Weg, der mehrere starke .Kurven hat und fast im rechten Winkel auf die Staatsstraße mündet. Einer der Fahrer, Namens Äwumer, verlor die Herrschaft über sein Rad unb rännte über die Staatsstraße hinüber an einen Apfelbaum. Arn Kpps schwer verletzt, wurde er nach angelegtem ^cotverband in das Krankenhaus nach Nidda gebracht und dort behalten, weil ein Transport in die Heimat oder nach Gießen nicht tunlich war. Tic Verletzungen scheinen nicht lebensgefährlich zu sein, wenn nicht ungünstige Um­stände eintreten. Die letzten schlveren Wetter, wie wieder am letzten Samstag, haben eine große Anzahl .Hagel- versicherungsanträgc #ur Folge gehabt.

§ Helden bergen, 17. Mai. Zu dem hier am 12. Juni stattfindenden Gesa ngSwett st reit werden 42 Gesang­vereine erscheinen, 26 davon beteiligen sich am Wettsingen.

R. B. Darmstadt, 17. Mai. Das hiesige Korps H a s s i a" beging in den Pfingstseiertagen die Feier seines 70jährigen Bestehens, an welcher auch viele alte Herren und befreundete Korporationen teilnahmcn. Die Feier wurde mir einem Fest! o mm er s im großen Saal des Horel zur Traube cingeleitet; anwesend war der Rektor magnifieus Prof. Dr. Schenk, der Vertreter der Stadt, Baurat Jäger, sowie eine Anzahl Offiziere der hiesigen Regimenter, das FreundschaftslorpsRhenania"-Stuttgrrt und auswärtige Abordnungen. Nach offizieller Begrüßung der Festvcrsammlung durch den ersten Ehargierten, stud. Hansing, hiclr der A. H. Geh. Regierungsrat v. Ezisaf - Berlin die Festrede, die mit einem Salamander auf die Hassia" schloß. Der zweire Präside, stud. Ziegler, brachte das Kaiscrhoch aus, der dritte feierte das befreundete Korps Rhenania" und dessen A. H. A. H., worauf der erste Ehar- gicrte des Korps herzlich dankte und einen prächtigen Ehren- huinpcu als Geschenk überreichte. Darnach ergriff der Hoch­schulrektor, Prof. Dr. Schenk, das Wort, um namens des Senats und der Kollegen dem Korps die besten Glückwünsche auszusprechen. Warnend der Stadt brachte Baurat Jäger (Glückwünsche dar, namens der Offiziere sprach Major Schörke, und viele weitere Toaste und Glückwünsche schlossen sich an. Im Laufe des Abends wurde auch ein .Huldigungstelegramm an den Großherzog abgesandt. Am folgenden Tag fand in derTraube" ein Festessen und darnach ein gemeinsamer Ausflug statt.

N. Mainz, 16. Mai. In der Nacht vom ersten zum zweiten Feiertage b r a U n t c in Mainz-Kastel ein größerer, mit leicht brennbaren Stoffen gefüllter Holz­schuppen nieder. Das Feuer wurde zwar gleich durch Nach­barn bekämpft, doch tonnte der Schuppen nicht gerettet weiden, da die Feuerwehr erst nach einer halben Stunde zur Stelle war. Sie beschränkte sich darauf, die umliegen­den Gewächshäuser zu schützen, die schon teilweise von den Flammen angegriffen waren. Sollte der Gärtner feine Kul­turen nicht versichert haben, so dürfte ihm ein beträchtlicher Schaden zugestoßen sein. Am Samstag fanden sich auf Einladung des Oberbürgermeisters Dr. Göttelmann mehrere Stadtverordnete mit Damen im Museum ein, nm die neu aufgestellten Sammlungen des Rbmisch-Ger- manischen Museums zu besichtigen. 'Es ist zwar erst ein kleiner Teil der ansehnlichen Sämmluiigen v.Uf^estelll, da die meisten Sachen noch verpackt sind und die nötigen Räume erst verschafft werden müssen, um sämtliche Stücke aufzustellen. Prof. Schumacher und Dr. Brenner führten die Gesellschaft durch die verschiedenen Räume. Alle Anwesenden waren höchst befriedigt und Dr. Göttelmann dankte den Herren mit herzlichen Worten für die freund­liche Führung. - Der am Freitag vor der ersten Zivil- tammer begonnene Rechtsstreit, den die Firma Haus- waldt wegen der Benutzung ihrer Baugeräte und Werk­zeuge gegen d i e Stadt anhängig gemacht hat, tvurdc auf Mittwoch den 18. Mai vertagt Die Stadt bestreitet die Zuständigkeit des Gerichts, da es sich um Vertrags-Strei­tigkeiten lzandelte, bei denen das Kreisamt zu entscheiden habe. Sie glaubt sich zur Benutzung der Baugegenständc berechtigt, um sich vor Schaden zu schützen. Außerdem habe Herr Hauswald Zusagen gegeben, im Falle einer Sperre die Gerüste der Stadt zur Verfügung zu stellen. Die Verhandlung stellte fest, daß H. unverbindlich erklärt habe, der Stadt so weit cntgcgcntommcn zu wollen, als es sich mit den Abmachungen der Bauunternehmer unter­einander vertrage. - Am Sonntag, spät in der Nacht, lief ein Dampfer in der Nähe von Budenheim auf eine Sandbank auf. Die Reisenden wurden auf Nachen an Land gebracht und durch die Entlastung wurde das Boot nnedcr flott, lieber den an sich unbedeutenden Vor­fall liefen die abenteuerlichsten Gerüchte durch die Stadt und gehen wohl auch z. T. in die Presse über.

Sport.

Fußball, irr Gießener Fußballklub von 1900 hatte an den beiden Pfingstseiertagen zwei auswärtige Mann­schaften nach hier verpfliclstel. Ain I. Feiertag spielte die zweite Mannschaft, verstärkt durch drei Leute der ersten Mannschaft, gegen Fußballklub Kickers Fulda. Die (Niste gennmnen mit 3: I Taren Die hiesige Mannschaft war im Feld und im Zu­sammenspiel ihrem Gegner überlegen, versagte jedoch vor dem Tor vollkommen. Am 2. Feiertag schelte die erste Mann­schaft gegen Bollspielklub P o r t Kassel und gewann mit 5: 0 Toren. Die hiesige Mannschaft schelte völlig überlegen. Der Sturm­gut unterstützt durch die Läuferreihe, zeigte ein flottes Sviel, gegen das Kassels Deckung wenig ausrichten kannte. Beiden Spielen wohnte eine große Zu schauer menge bei.

D i e deutsche B u n d e s m e i st e r s ch a f t gewarnt am Pfingstsonntag in Köln der Karlsruher Fußballverein gegen den Fußballklub H o l l st e i n Kiel mit 1:0 Toren. Das enl scheidende Tor fiel erst nach 1/2 ftiminger Verlängerung der Spielzeit durch einen 11 m Ball.

3um mord in Dornviel

erläßt die Staatsanwaltschaft ein weiteres Ausschreiben Nach neueren Ermittlungen kommt als Täter ein Landstreicher im Alter zwischen 30 - 40 Jahren in Betracht, der gewöhnliches aufgedunsenes rotes Gesicht hat, Sackrock, grau und schwarz gestreifte Hose mit abstehenden Taschen, dunkelbraune Weste mit glatten schwarzen Knöpfen, schwarzen Schlapphut, alte, geriesterte Stiefel mit schiefen Absätzen, weißgestreiftes Hemd mit rotem Würsel, ohne Kragen, am Bund nebeneinander zwei weiße Knöpf chen. Er hatte weißgeringelten jedenfalls geschälten' Naturstock mit kleinen«, gebogenem, am Ende dick zu Ian senden Griff. Er hot hellblondes Haar, mehr hellroten Schnurrbart mit sog. Stützen Möglicherweise stößt er beim Sprechen mit der Zunge etwas an Es besteht die Möglichkeit, daß er mit einem Wilhel m R ü h l Bäcker aus Ober Hessen, identtsch ist. Weiterhin kann ein Johann Winkler, Sck>lofser, geb. 20. Juli 18S3 in Büchelberg, Bezirksamt Bamberg, als Täter in Betracht kommen

Vermischtes.

* Bicrtausclid Tr 0 pfc ,1 dcutschen Bluts in Eduard VII. Ein englischer Rechenkünstler hat den Anlaß des Thronwechsels benuPt, mit an der Hcrnd des Stammbaums te englischen. Könige nachzuweifen, wieviel

englisches Blut und wieviel fremdes Blut in den Adem des verstorbenen .Königs Eduard geflossen ist. Er hat habet seiner Rechnung die Reihe der englischen Kvnigsgeschlechter von Jakov IV. von Schottland bis auf die Königin Vik toria zugrunde gelegt und ist auf diese Weise zu folgendem Ergebnis gelangt: Aus 4056 Tropfen Blut, die in seinen Adern rannen, hatte König Eduard nur einen einzigen Tropfen englischen Blutes, von Margarete Tudor, der Gattin Jakobs IV. von Schottland, 2 Tropfen französischen Blutes von der unglücklichett Maria Stuart, 5 Tropfen schottisches Blut, von Jakob IV. von Lettland und dem Grafen von Darnleh, der die Königin Maria heiratete, acht Tropfen dänisches Blut und schließlich 4010 Tropfen dem« scheu Blutes. -- Auch sonst sind die Rechentnänncr nicht laut gewesen. Sie haben berechnet, daß noch nie ein Mensch über ein so weites Reich regiert hat, wie König Eduard. Seine Majestät herrschte über einen Kontinent (Australien,, 100 Halbinseln, 500 Vorgebirge, 1000 Seen, 2000 Flüsse und 10000 Inseln. Als die Königin Viktoria den Thron bestieg, dehnte sich ihr Reich über 8 329 000 Geviertmeilen au»; sie hat es um 3 000 000 Geviertmeilen vergrößert. Im Jahre 1837 betrugen die Einnahmen des Reiches 75 000000 Pfund Sterlrng; sie belaufen sich heute auf 225 Millionen Pfund Sterling Die Größe der Armee hat sich in dieser Zeit verdoppelt, die der Marine vervierfacht. Von hundert Schiffen, die auf dem Meere segeln, tragen 70 die britische Flagge. Das Reich der Königin Viktoria bedeckte im Jahre 1837 den sechsten Teil der Erdober­fläche, das Reick) König Eduards faßt ihren vierten Teil Eduard VII. beherrschte ein Reich, das 53 mal so groß wic Frankreich, 52 mal so groß wie Deutschland und 31/» mal so groß wie Europa ist. Er hatte dreimal so viel Untertanen wie der Zar, und er beherrschte in Amerika allein ein Ge­biet, das größer ist, als die nordamcrikanische Union.

Cingcjandt

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Nachklänge zum G e s a n g s w e 11 st r e i t zu Großen- Linden am 15. und 16. Mai.

Jeder, der am 2. Pfingstseiertag bei der Prcisvcrteilung zu« gegen war, kann bezeugen, in welch roher Weise sich einzelne Mitglieder eines auswärtigen Vereins aus dem Festvlatz vor ber Tribüne benommen haben. Es widerstrebt dem Anstandsgeftihi des einfachsten Mannes, wenn die bei solchen Festlichkeiten not­wendige Ordnung und Ruhe durch fortgesetzte Zwischenrufe wic Lügner, Pfui" usw. gestört wird. Gegen diese ungehörigen, für das Komitee sehr beleidigenden Aeußerungen hätte der Vor­stand bezw. der Festausschuß des Gesangvereins Germania in Großen-Linden unbedingt crnschreitcn müssen, damit derartige un­höfliche Sänger von ferneren Wettstreiten ausgeschlossen werden. Abgesehen von dem ungünstigen Eindruck, den ein solcher Unfug auf fremde Festtcilnchmcr hinterläßt, vereinbart cs sich durchaus nicht mit den Zwecken und Zielen eines Vereins, wenn mau, anstatt sich an ihrem Gesang zu erfreuen, mit Faustschlägcn bedroht wird. Auch sollen sich am 1. Tage während des Wcttsingcns ebenfalls unwürdige Vorkommnisse abgespielt haben.

Ein friedliebender Sänger.

Märkte.

(In einem Teil der Auflage wiederholt.)

fc. Frankfurt a. M. Vieh h 3 f-9.il arktbericht vom 17. Mai. Auftrieb: Rinder 1419, darunter 486 Ochsen (54 ans Oesterreich), Bnllen 50, Knhc 883, Kälber 257, Schafe 211, Schweine 1802.

Tendenz: bei Rindern ruhig, erheblicher Ucbcrftanb, Kälber und Schafe langsam, ausverkausi, Schiveine bleibt Ueberstand.

Preis Tnrch-

pro 100 Psd. fchnittsprei;

Gebend. Schlacht, pro 100 Psi). o r r gewicht Redend.Schlacht

Ochsen. von-blS von-blS gewichr

Vollsteifchige, ausgeinästete, höchsten

Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt 4346 7880 00 00

Zunge fleischige, nicht ausgeinästete und

ältere ansgeinästcle 4042 7376 00 00

Mäßig genährte junge unb gut ge­

nährte ältere......... 3538 6670 00 00

Bullen.

Vollfleischigc, ausgewachsene, höchsten

Schlachtwertes 4043 6770 00 00

volMeischige, jüngere ... . . . 2538 6064 00 00

Mäßig genährte jüngere unb gut ge­

nährte ältere 3941 7073 00 00

Gering genährte jeden '.'Iltcrs . . . 3941 7072 00 00

Färsen, Ku h e.

Vollfleischige allsgemästeteFärfen höchst.

Schlachtwertes 3136 60-65 00 00

Vollfleischige ausgemästete Kühe höchst.

Schlachtwertes bis zu 7 Zähren . . 2225 5058 00 00

Aeltere ausgeinästete Kühe unb wenig

gntentwickellejnugereKnheuubFärfen 1800 4041 00 00

Kälber.

Feinste Mast- (Vollmilchinast) unb beste

Saugkälber 5760 95100 00 00

Mittlere Plast- imb gute Saugkälber . 5055 84-93 00 00

Geringere Saugkälber 4549 7683 00 00

Schafe.

Mastlämmer und jüngere Maslhaimnel 4308 8600 00 00

Schweine.

Vostflcischige Schweine über 2'/, Zentner

Lebendgewicht . . 54.00-55 67.00-69 00 00

Fettschweine über 3 Ztr.Lebendgew. 53.50-55.00 6870 00 00

Fleischige Schweine 53.00-54.00 67.00-69 00 00

Müller'sche Badeanstalt.

Mass erwä rrne der Lahn 1 5°E.

Meteskslogische veobachtungen der Station Eietzen.

5 Z o e. Barometer auf 0e reduziert

Temperatur der Luft

Absolute Feuchtigkeit

Relative

Wind­richtung

Windstärke |

O|1

5-i

Wetter

i| ; I I

17.i 2 741,2 24,0 10.3 47 NNW 2 5 Sonnenschein

17,i 9« : 741,7 : 17.8 12,1 i 80 i NE 4 7 Bew. HimiiM

18.| 7«i] 742,2 17,6 12,0 80 I NE ,2 5 ! Sonnenfchem

| |

Höchste Temperatur am 16. bis 17. Mai = + 24,8 0 rJ.

Niedrigste , , 16. , 17. -- ft- 11,3 °C.

Bci Magcnkatarrbcu ber Erwachsenen muß eine teidu verbauliwe Nahrung gegeben werden, welche dem.Körvrr miherbem recht viele Nährstoffe zuflibri. Als solche Nahrung ist ,..9 u i e fc", "Elches «ehr zuträglich ist und durch feinen Gehalt an Eiweiß' unb Mineralstoffen eine kräftige 9lahrung darstellt, zu empfehlen. bvM/»

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