achvbt hatte. Der junge Munn erführt üt den Briefen, bup ec das Urteil, so hart es für ihn auch ausgefallen sei, als gerecht und dem Gesetz entsprechend anerkennen muß Ar habe allerdings noch wahrend der Verhandlung gehofft, baß man ihn wegen feiner Jugend und der ganzen Der- hältnisse, aus denen heraus er ein Verbrecher geworden sei, milder beurteilen und ihn mit 15 Jahre Zuchthaus würde davon kommen lassen. Nachdem das Urteil gefällt sei, habe er den Wunsch, dessen Rechtskraft anzuerkennen. Er bittet seine Eltern und bcn Verteidiger, ihm darin nicht entgegen zu sein seinem Entschluß zuzustimmen und jeden schritt zu unterlassen, das Unabänderliche durch eine Revision beim Reichsgericht hinauszuschieben und gegebenenfalls nach dieser Richtung bereits unternommene Schritte rückgängig zu machen. Er habe nach seiner Unterredung mit dem Oberstaatsanwalt die Ueberzeugung gewonnen, daß dieser nach entsprechender Zeit, wenn er (Werner) in der Strafanstalt sich gut betrage und zeige, daß er ein anderer und besserer Mensch geworden fei, selbst dafür eintreten werde, daß er (Werner) der Welt wieder zurückgegeben wird. Werner bedankt sich in seinem Briese beim Verteidiger, was dieser für ihn getan hat, er bittet seine Eltern, die es stets rechtschaffen und gut mit ihm gemeint hätten, um Verzeihung für die Schande, die er ihnen bereitet Hai und hofft, daß er ihnen feine Liebe und Dankbarkeit noch beweisen könne.
** W eihn a ch ts sendüngen. Die Reichs-Postverwaltung richtet an das Publikum das Ersuchen, mit den Weih- nachts senduny e n bald zu beginnen, damit die Paket- massen sich nicht tn den letzten Tagen vor dem Feste zu sehr ^sammendrangen. Bei dem außerordentlichen Anschwellen bcs Verkehrs ist es nicht tunlich, die gewöhnlichen Beförderungssriswu einzuhalten und namentlich auf weite Entfernungen eine Gewähr Mr rechtzeitige Zustellung vor dem Wcihnaclstsfeste zu über» nehmen, wenn die Pakete erst am 22. Dezember ober noch später eingeliefert werden. Die Pakete sind dauerhaft zu verpacken Etwaige auf dem Verpackungsstoffe vorhandene ältere Aufschriften und Beklebezette! müssen beseitigt ober unkenntlich gemacht werden Die Benutzung von dünnen Pappkasten, schwachen Schachteln, Zigarrenkisten usw., ist im eigenen Interesse der Absender zu vermeiden. Die Ausschrift der Pakete muß deutlich, vollständig und haltbar hergestellt fein. Kann die Aufschrift nicht in deutlicher Weise auf das Paket selbst gesetzt werden, so empfiehlt sich die Verwendung eines Blattes weißen Papiers, das der ganzen Fläche nach fest aufgeklebt werden muß. Am zweckmäßigsten sind gedruckte Aufschriften auf weißem Papier; dagegen dürfen Formulare zu Postpaketadressen für Paketaufschriften nicht verwandt werden. Bei in Leinwand verpackten Sendungen mit Fleisch und anderen Gegenständen, die Feuchtigkeit, Fett, Blut usw. absetzen, darf die Aufschrift nicht auf die Umhüllung geklebt werden. Der Name des Bestimmungsorts muß stets recht groß und kräftig gedruckt oder geschrieben sein. Die Paketaufschrift muß sämtliche Angaben der Postpaketadresse enthalten, also auch den Frankovermerk, bei Paketen mit Pvstnachnahme den Betrag der Nachnahme sowie ben strömen und die Wohnung de- Absenders, bei Eilpaketen den Vermerk durch Eilboten usw., damit im Falle des Verlustes der Postpaketadresse das Paket doch dem Empfänger ausgehändigt werden kann. Auf Paketen nach großen Orten ist die Wohnung des Empfängers, auf Paketen nach Berlin auch der Postbezirk (C, W, SO usw.) anzugeben. Zur Beschleunigung des Betriebs trägt es wesentlich bei, wenn die Pakete frankiert ausgeliefert werden, d. h. die zur Frankierung erforderlichen Marken schon vom Absender auf der Postpaketadresse aufgeklebt werden. Die Versendung mehrerer Pakete mittels einer Postpaketadresse ist für die Zeit vom 12. bis eiuschl. 24. Dezember weder im inneren deutschen noch im Verkehr mit dem Ausland — ausgenommen Argentinien — gestattet. Nach Argen timen können auch in dieser Zeit mehrere, jedoch höchstens drei Pakete, mit einer Postpaketadresse versandt werden. Gemeinschaftliche Einlieferungsbescheinigungen über mehrere gewöhnliche Pakete werden — abgesehen von Sendungen nach Argentinien — in der bezeichneten Zeit nicht ausgestellt.
Kreis Friedberg.
1^. Friedberg, 11. Dez. Den ganzen Tag über, sobald die Züge, die gegen Mittag dahier aus dem Herzen der Wetterau eintreffen, namentlich aus der Richtung von Nidda, brachten sie viele Kauflustige nach hier. Auf allen Stationen von Nidda bis Friedberg stieg viel Landbevölkerung ein. Hier in großer Zahl angekommen, verteilten sie sich in die verschiedensten Geschäfte. Mit Paketen beladen, fuhren sie mit den Abendzugen wieder zurück. Für die ganze Wetterau ist Friedberg, wie schon vor 100 Jahren, die eigentliche Geschäftßstadt. Der heutige Sonntag ist im Ganzen genommen als gut zu bezeichnen. — Unsere katholische Gemeinde ist in den letzten Jahren recht gewachsen, so daß ihr jetzt ein Kaplan beigegeben worden ist.
Starkenburg und Rheinhessen.
Mainz, 11. Dez. Die Bürgermeisterei hat soeben den Verwaltungs- und Rechenschaftsbericht herausgeqeben. Danach betragen die Schulden der Stadt 42 629 12$ Mk., das Vermögen 77 582343 Mk., wozu noch das Verwögen der ftäbt Sparkasse mit 4 894 627 Mk. und der Reservefonds des Pfandhauses mit 54914 Mk. kommen. Die ftäbt. Gaswerke erbrachten statt im Voranschlag vorgesehene 298000 einen Ueberschuß von 352 440 Mk., also 54 440 Mk. mehr. Das Elektrizitätswerk hat gleichsalls mehr abgeworfen, als vorgesehen Ivar. Der Ueberschuß beträgt 351 667 Mk. (gegen 553 500 Mk. im Voranschlag). Die Wasserwerke brachten 4043 Mk. mehr, nämlich 185060 Mk. (geg. 181018). Die Straßenbahn hatte eine Gesawteimrahme von 1062 374 Mk. rntb ernschl. Rücklagen eine Gesamtausgabe von 1044 772 Mk. Die Rechnung der Armenbeputation schließt ab mit 484 238 Mark in Einnahmen und Ausgaben ^Voranschlag 449 477 Mark), die der Hospiziendeprctation mit 713 091 Mk. Einnahmen und 705 323 Mk. Ausgaben (gegen 606 721 Mk.).
Kreis Wetzlar.
x Atzbach, 10. Dez. Die Volkszählung ergab 927 Einwohner gegen «878 im Jahre 1905, mithin eine Zunahme von 49 Seelen. Auch die Viehzählung hatte ein zunehmendes Ergebnis, es wurden ausgenommen 38 Pserde, 712 Stück Rindvieh und 572 Schweine. Dre ehemals blühende Schafzucht ist gänzlich eingegangen.
O Krofdorf, 10. Dez. Die Gerichtstage in Krofdorf werden im Geschäftsjahr 1911 am 2 Januar, 6. Februar, 6. März, 3. April, 1. Mai, 12. Juni, 3. Jütt, 18. September, 9. Oktober, 8. November und 4. Dezember abgehalten.
wandern und Reisen.
vbc. Laubach, 11. Dez. Der Zweigverein Laubach des V. H.-C. hat für das Jahr 1911 folgende Wanderungen festgesetzt : 8. Januar: Laubach - Roethges - Nonnenroth - Hungen 5. Februar: Laubach-Weickarlshain-Lehnheim-Atzenhain-Nieber- Ohmen. 5. März: Laubach-Wosisgarten-Sorgenlos-Jägerhaus- Laubach. 30. April: Laubach-Schellerho^-Rainrod-Swöner eiein- Zwiefalten-Eickclsdorf. 25. Mai (Himmelfahrtswanderung): Älainzlar-Staufcnberg-Krofborfer Walb-Gleiberg-Gießen. 1B. Juni: Oberrosbach-Kapersburg-Saalburg-Homburg. 9. Juli: Londorf- Ebsborf-Frauen bei g-Spieac lslust-Nlarburg. 20. August: Renzen- dors-Vadenrod-Meichescr Totenkicche-Storndorf-Alsfeld. 10. Sept.: Wetzlar-Stoppelberg-Lolpertshaujeu-Eleeberg-Butzbach. 15. Ott.;
stNdda-Ortenderq-Libberg-Bergheim-Büdingen. 12. Noo.: Familien- herbstansstuq mit Tanz. Näheres wird noch bestimmt werden 3. Tei.: Laubach-Queckborn-Wirberg-Winnerob-NeiSkirchen. Außerordentliche Wanderungeil sind vorgesehen für den 2. Juli (Hohe- rodskopfiest) und 3. September nach Schotten (Gesamtausflug des V. H.-C-).
Landwirtschaft«
•=<0. Vom Zuckerrübenbau wird uns von der Provinz Starkenburg geschrieben: Agenten holländischer Zuckerfabriken reifen in den hessischen Dörsern umher, die ich mit Zuckerrübenbau befassen, laden die Bauern zu Versammlungen ein und halten ausführliche Vorträge über die Rentabilität des Rübenbaues. Schon seit einiger Zeit zahlen holländische Zuckerfabriken wesentlich höhere Zentnerpreise für hessische Rüben als die Fabriken der Umgebung, und es gehen deshalb große Transporte ben Rhein hinab. Diese Rübenaussuhr hat einen olchen Umfang angenommen, daß die deutschen Zuckerfabriken im Auslände Rüben kaufen mußten, zumal die Holländer frühzeitig zu erscheinen pflegen, um die ganzen Ernten zu günstigen Preisen aufzukaufen. Lustig mutet es an, daß holländische Fabriken in Hessen, hessische Fabriken aber in Holland einen Teil ihrer Rüben kaufen, es ist aber wirklich vorgekommen. Gegenwärtig ucht ein hollänbiscl>er «Agent der Groß-Gerauer Zucker- abrik die Lieferanten labzutreiben, er bietet wesentlich höhere Preise und die Bauern strömen in Haufen in feine Versammlungen. Einstweilen dürfte kein landwirtschaftlicher Zweig so lohnend sein wie dev Rübenbau. Der Rückschlag wird ja auch hier nicht ausbleiben, aber der Rübenpflanzer kann in ungün- tigen Zeiten ohne weiteres wieder andere Produkte anbauen.
DcrmüfbU’9.
* Grahame White über die Aussichten der Flugmaschine. Der bekannte englische Flieger Grahame White, der nach seinen amerikanischen Triumphen nun nach England zurückgekehrt ist, hat sich m einem Gesoräche über die Zukunft der Flugmafchine geäußert und habet prophezeit, daß oas kommende Jahr als erste Neuheit auf dem Gebiete der Flugkunst eilten vierfitztqen Eindecker sehen werde. „Und ihm werben Maschinen folgen, die 6, vielleicht iogar 8 Passagiere tragen föiuteit. Das französische Kriegsminislerium hat für einen 'Bier- itzer der Lüfte einen ansehnlichen Preis ausgesetzt, atibere Regier- tilgen folgen nnd der gewünschte Apparat wird sicherlich nicht auf ich warten lassen. Tie sportlichen Aussichten aber werden durch zwei neue Typen von Nennmaschinen erhöht. Diese "Maschinen, die einstweilen noch lungsam steigen oder sinken, iverden eine neue beispiellose Fluggeschwindigkeit hervorbringen, wahrscheinlich sogar 100 englische Meilen in der Stunde". Tas Jahr 1911 wird auch die Morgenröte für eine nutzbringende Verwendung der Flugmaschine bedeuten. Schon jetzt iverden Apparate zur Laud- vermesfung gekauft. Im folgenden Jahre iverden sie auch in den Dienst der Forschung treten. ..Die jetzigen Maschinen sind noch unvollkommen, ein großer Schritt vorwärts wird getan fein, wenn ein Apparat mit zwei "Motoren gebaut ist; wenn dann der eine Motor versagt, tritt der andere in Wlrksamiett. Tie stärkeren Motoren und tue dadurch erzielte größere Fluggeschwindigkeit werden es daiin ermöglichen, auch den Sturm zu besiegen, sodaß selbst bei stürmischer Witterung und heftigem Winde gefahrlos geflogen »verden kann".
* Ein Eßae schirr für eine halbe Million. Die amerikanischen Millionäre können sich nun rühmen, baß einer her Ihren das kostbarste Eßgeschirr besitzt, bas die Welt wohl keimt. Der stolz-e Eigentümer dieses Schatzes ist Senator W. A. Clark, der „Kupferkönig", der erst kürzlich mit seinem neuen Palais in der 5. Avenue in Newyork an Glanz und Luxus alle seine Millionärskollegen tn den Schatten gestellt hat. Aber den Kupferkönig beunruhigte der Gedanke, daß in seinem Heim, für das er nahe an 30 Millionen Mark ausgegeben hat, ein des Milieus würdiges Eßgeschirr noch fehlt, und er gab schließlich einer großen Golpschmickefirma in Chicago ben Auftrag, ein solches einzigartiges Eßgeschirr herzuftelleii. Es ist nun fertig intb abgeliefert, ein Eßgeschirr für 24 Personen mit allen Tellern, Schüsseln, Platten, Gabeln und Messern und hat alles in allem 120 000 Dollar, also etwa eine halbe Million Mark gekostet. -Fedes Stück ist aus reinstem amerikanischem Silber gearbeitet und mit einem ziemlich dicken massiven Goldrand versehen, der das Monogramm des glücklichen Besitzers zeigt. Zierrat und Ornamentik, Form und Linien sind auf die Architektur des Speisesaals abgestimmt. „Ich habe alle vorhandenen großen Gold- und Silber- Eßgeschjirre der Welt gesehen," erklärte der Kupferkönig mit stolzem Lächeln, „aber id? zögere nicht zu sagen, daß meines das präclstigste ist. Es hat auf ber Welt nicht seinesgleichen und bedeutet ein einzigartiges Meisterwerk der Goldschmiedekunst."
*EinWink mildern Zaun Pfahl. Unter den Frauen, die in Spanien viel dazu beigetragen haben, das Ansehen des Königshauses zu schädigen, steht Isabella II. von Spanien, die Großmutter des heutigen Königs, an erster Stelle. Henry Markland, ber £>er Königin im Mmisey Magazine einen Aicksatz widmet, erzählt, wie die Königin an einer fast krankhaften Verschwendungssucht litt. Sie gab Unsummen aus, kümmerte sich nicht um die Rechnungen ihrer Ratgeber; manchmal freilich raffte sie sich mit großer Willensanstrengung zusammen, aber nach wenigen Tagen fiel sie wieder in ihren alten Fehler zurück rntb holte das Versäumte nach. Umsonst bemühten sich Freunde und Ratgeber, die maßlosen ^lusgaben zu beschränken. Eines Tages, als die Königin durch das Schloß schritt, war sie erstaunt, in einem Zimmer einen ganzen Riesen berg von großen Silberstücken zu finden. „Was soll all dies Geld bedeuten?" „Ach, nichts," enoibert Iber Kamm er Herr, der diese seltsame Schaustellung ersonnen batte, mit einer tiefen Verbeugung, „es ist nur das Geld für die Bezahlung ber letzten Handschuhrechuung." Die Königin errötete, lächelte verächtlich, dann aber verstand sie ben Wink mit dem Zaunpfahl, lachte, nickte dem Kammerherrn zu und wurde wirklich auf einige Monate etwas sparsamer.
• Perlen staub a l s Schönheitsmittel. Die elegante Pariser Damenwelt befinbet sich in freudiger Erregung. Ein französischer Chemiker, Barbiu, hat aus Perlenstaub ein kosmetisches Nüttel hergestellt, baS bic seltene Eigenschaft besitzt, auch verblühten Gesichtern jugenbliche Frifche zu verleihen unb jugenbltcbec Schönheit ben Reiz ber Anmut zu erhalten. Wre bie 'Märchenerzählung eines orientalischen Dichters klingt bas, roa§ bie in Lonbon er- fcheinenbe deutsche Zeitung „Hermann" darüber mitteilt. Bardin berichtet, daß in ben arabischen Werkstätten, wo bie kostbaren Perlen durchbohrt werben, um zu wertvollen Ketten für die vornehme Damenwelt aneinanbergereibl zu werben, bie 9lrbetlerinncn mit bem Staude, ber bei ber Behanblung ber Perlen verloren ging, ihr Gesicht wuschen unb baburch bie uberrafchenben Wirkungen erzielten, bie mit ber kosmetischen Verwenbnng deS PerlenstaudeS verbunden sind. Einmal mußte das anfänglich streng gewahrte Geheimnis, wodurch die Zuge der 9lrbctterinncn, bie Tag für Tag ui ben luftlofen unb lid)tleeren Räumen orientalischer Werkstätten über ihre Arbeit gebeugt saßen, eine so auffallende Frifche unb Anmut gewannen, an ben Tag kommen, unb fo gelangte eS auch zur Kemitnis von "-Harbin, her den Verlenstavb chemisch untersuchte und behandelte und, mit kosmetischen Zutaten vermischt, auf ben Pariser Schonheitsmarkt brachte. Allerbmgs werben nicht biejoft- baren Perlen zu Staub gerieben' nach wie vor werben die größten unb schönsten Stücke zum Schmuck verwanbt unb nur bic kleinen, muiberweitigeren, bic für ben Juwelier unbrauchbar siub, gelangen in bic "Mühle des Kosmetikers. Wer sich bisher des Perlenstaiides bedient hat, fall entzückt davon sein, vor allem natürlich die ewig jugcidl'.che Sarah Bernhardt.
* Jnr Eifer. Bürger (zu einem andern): „Der Bürgermeister hat wieder mal gequatscht!" — Ortspolizist (der das hörte, stellt den Frevler sofort zur Rede und sagt): „Mem Herr, Sie haben eben nut weit vernehmbarer Stimme das Haupt unserer Stadt beleidigt . . > Wie heißen Sie? Ich werde Sie zur Aw zeige bringen!" — Bürger: „Ich habe doll) Ihren Bürgermeister nicht gemeint, sondern bcn von Purzelbach!" — Ortspolizist: „So? Quatscht ber vvch?"
* Die gute Freundin. Maria: „Ach Ella, ist ber Hut reizend, den du Aente trägst! Ich werde mir den gleichen
befMIen!" — OTla (WM sM: „W, Bag I« e? tttfl , , 8 VU iverde ich meinen — unfrer Köchin schenken!"
* Gelungen. Ein Schneidermeister erhält von entart Graphologen, bem er einen Mahnbrief gesandt, folgende Antworte „Sanfter Cl>arakter, genügsam, stets sein Ziel im Auge, jedoch wenig Erfolg!"
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VNcheriisch.
i— DiedirekteundbieindirekteWertzuwachs- steuer. Heft 6 bes 2. Banbes der „Sammlung nationalöko-« nomischer Aufsätze und Borträge". Von Dr. jur. et phil. MagnuS Bierrner, orbentl. Professor ber Staatswissenschasten an der Universität Gießen. Oktavsonnat. Geheftet Preis 1 M Verlag von Emil Roth tn Gießen. Dieses neue Heft der bekannten Sammlung behandelt nneberum ein durchaus aktuelles Thema Proefssor Biermer zeichnet sich durch große Selbständigkeit dc^ Urteils aus und seine kritischen Bemerkungen über die Reichs^ zuwachssteuer> um die ein lebhafter Kamps entbrannt ist, werden um so mehr Beachtung beanspruchen können, weil dieser National- okonom nicht nur Gelehrter, sondern auch erfolgreicher Kommunal-' volitiker ist. Die ebenso unwissenschaftliche wie leidenschaftliche Propaganda ber Bobenreformer erfährt in ber Biermerschen Broschüre eine scharfe Zurückweisung. Nicht minder leseuswert ist- was über die gegenmätlige Stimmungs- unb Gesetzmacherei auf steuerlichem Gebiete geiagi ist. Eine eingehende Betrachtung finden bie Abwäl^ungsmoglichkeiten ber Wertzuwachssteuer. Hier wird der Autoritätsglaube der Bodenresormer unb ihr naiver Antikapitalismus, ber vorn Nachbameid biktiert ist, verspottet. Der Hauptaulaß aber, weswegen Biermer in ben Kampf ber Meinungen eingreift, ioar bie Schrift bes Halderstäbter Buracr- meisters Weißcirborn, in ber an Stelle der üblichen indirekten Wertzuwachssteuer bie birette in Form von Zuschlägen zur Grunb- steuer nach dem gemeinen Werte vorgeschlagen wird. Professor Biermer bespricht diesen Weißenbornschen Plan ausführlich unb in der Hauptsache zustimmend. In der Tat hat bie direkte Wertzuwachssteuer nach den verschiedensten Richtungen hin erhebliche Vorzüge vor her reinen Konjunktureugewiunfteuer. Die hochinteressante Broschüre ist durch alle Buchhandlungen, sowie gege nVoreinsendung des Betrags auch direkt vom Verlag erhälttich.,
— Gute Kunst und gute Bilder in die Wo nung en das ist eine bcäieutsame Forderung unserer Zeit. Man! kann für Mk. 1.— bis Mk. 6.— je nach Größe herrliche echtq Künstlerschöpfungen erwerbet, farbenfreudige Originalkunst vort vollendeter dekorativer Wirkung. R. Voigtländers Verlag in Leipzig bringt schon seit Jahren derartige gute Bilder unp sein Verdienst ist es nicht zuletzt, wenn es allmählich besser zu» werden beginnt mit dem künstlerischen Geschmacke des Volkes,' Ein stattliches Prachtwerkck-en mit etwa 200 Miniaturnachbil> düngen seiner farbenfreudigen Originallithographien und interessantem Text läßt erkennen, daß jedem Geschmacke Rechnung getragen wird. Hier findet man für wenig Geld wirklich ßfc* biegcnes. f
— Gehaltvolle literarische FefijgaVeHe Weihnachten 19 10 betitelt ]id) ein vom Verlag von Emil R o t Ö in Gießen ausgegebenes handliches Heftchen. Es enthält ein« Auswahl von Büchern in soliden Geschenkeinbänden von bleibendem' Wert für jung und alt. Es bringt außer mehrfach preisgekrönvM Jugendschriften und wertvollen Geschenkbuchcm auch eine reich« Auswahl hessischer Geschenkliteratur.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei
Verantwortung.)
In nicht geringes Erstaunen versetzt manchen Burger unser« Stadt der Beschluß der Stadtverordneten über die Festsetzung eines Gaseinheitspreises. Daß man darin oem kleinert Beamten und kleinen Geschäftsmann eine empfindliche Mehrbelastung aufbürbet unb die wohlhabenden Stände! entlastet, liegt klar aus ber Hand. Es kommt dem Wohlhabenden^ dec sich den Luxus leisten kann, seinen Salon oder Wohnzimmer zu beleuchten, gewiß nicht darauf an 4 Psg. mehr oder weniger für den Kubikmeter lGas zu bezahlen, während der geringer^ Familienvater sich begnügt, bei ber Gaslampe ber Küchie seine Abenbsttmben zu berbringen.
Es ist zweifellos, Haß viele Leute nach ber Erhöhung der Heizgaspreise, auf den geringen Vorteil dieses verzichten und mit Kohleuseuer unb Petroleumlampe in Zukunft ihre Küchen er-, wärmen unb beleuchten.
Spidplan der vereinigten zranksurter Stadttheater.
Opernhaus.
Moutag, 12. Dezember, abends 77, Uhr: „Der Graf von Luxemburg." DienStag, 13. Dez.*:) „Der fliegende Holländer.« Mittwoch, 14. Dez., abends 71/, Uhr: »Der Zigeunerbaron." Donnerstag, 15. Dez.: „Othellos Freitag, 16. Dezember, geschlossen (Museums-Konzert). EamStaq, 17. Dez.: „Fidelio." Sonntag, 18. Dez., nachmittags 3'/, Uhr: ,®in Walzertraum." Abends 7 Ubr: ^Carmen." (Carmen: Frl. Schreiber a. ®.J Tlontag, 19. Dezember, abends 7'/, Uhr: „Undine." Dienstag, 20. Dez.: „Aida." (Amneris: Frl. Schreiber a. G.)
Schauspielhaus.
' Montag, 12. Dez.*): „Rose Bernd." Dienstag, 13. Tez.: Moral." Mittwoch, 14. Dez.: „Eesar Borgia." Donnerstag: 15. Dez.: „Die drei Grazien." Freitag, 16. Dez., abends 71/, Uhr, „Einer von unsere Leut'." Samstag, 17. Dez.: „Die drei Grazien." Sonntag, 18. Dez., nachmittags 31/, Uhr: „Die törichte Jungfrau." Abends 7 Uhr: „Die drei Grazien." Montag, 19. Dez.: .Strandkinder." Dienstag, 20. Tez.: „Tie drei Grazien." Mittwoch, 21. Tez.: „Der Richter von Zalamea."
*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends unt 7 Uhr,
Märkte.
F. C. Mainz, 12. Dez. Für den Montagsmarkt sind auS Frankreich wieder größere Transporte von lebenden französischen Rindern hier einqetroffen, so für einen hiesigen Händler eine Sendung von 27 Rindern
F. C. Wiesbaden, 12. Dez. An xroei Markttagen hatte bekanntlich im vergangenen Monat der Fleischhändler Ohler-WieS- baben holländisches Vieh in geschlachtetem Zustande qu8 den hiesigen Markt gebracht, gute Ware, die mit 70 unbi 72 Pfg. das Pfund an die Metzger abgefetzt würbe. Da ber Hänbleo an dieser Fleischzufuhr kein vefonbereS Geschäft machte, hat er bavon Abstanb genommen, fürber hollänblsches Vieh hierher zu bringen.___
Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.
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Regentropfen
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735,1
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5,2
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Dez.
1910
Höchste Temperatur am
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Niederschlag: — 0,1 mm.
10. bis 11. Dezember ---- 4- 7,6 *6.
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TQrk, Tabak- & Cigaretten-fabrlk „Klos" o E. Robert B5hme, bresäc Xicjerant der französischen CvoaMfcgie.


