Ausgabe 
18.6.1910 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfahl 14 Seiten.

erfährt. Denn der Sinn der neuesten päpstlichen Worte ist das steht fest, auch wenn amtlich von den Kanzeln jetzt nichts veröffentlicht werden darf scharfe Trennung der nebeneinander lebenden Konfessionen, Schürung der ton» essionellen Gegensätze. Wir aber braudjen in Deutschland )cn konfessionellen Frieden, das ungestörte Einvernehmen zwischen Katholiken und Protestanten. Darum scheinen uns einige Mahnungen der Rheinisch-Westfälischen Zeitung an die Katholiken und ihre Geistlichkeit von nicht unwescnt licher Bedeutung. In Rom verwiegt seit Jahrhunderten der Einfluß der Italiener, Spanier, Franzosen. Mochten, so heißt es in dem erwähnten Blatte, die deutschen Pfarrer, Bischöfe und Erzbischöfe enblich den Wunsch und die Kraft fühlen, die Herrschaft des deutschem Wesen völlig fremden Romanismus in der katholischen Kirche zu brechen. Kein cin'iger deutscher Kurien-Kardinal befindet jid) gegenwärtig in Rom. Ob aus der tzochflut der Auseinandersetzungen cm olcher verheißungsvoller Gedanke Wurzeln schlagen lönnte?

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Lttiiibre«. y.

Religionsfreiheit in Spanien.

Madrid, 17. Juni. Der Erlaß des Königs betreffend die Freiheit der Religionsübung der jüngst von der spanischen Regierung veröffentlicht wurde, bezieht fich im Gegensatz zu den von den auswärtigen Korrespondenten in Madrid verbreiteten Nachrichten nicht nur auf die Prote­stanten, sondern auf alleReligionsgesell schäft en, die sich nicht zur Staatsreligion bekennen, somit auch auf die Iuden und Muselmanen. Richtig ist, daß der Er­laß von 1876, der außer Kraft gesetzt ist, nur von Dissidenten

spricht. Der jüngste Erlaß schließt alle ReligionSgesell^ chasten ein, die sich von der Staatsreligion untcrsche,denj Infolgedessen werden alle Zeichen und Religionsübungen: dieser Religionsgesellsd)aftcn zugelassen mit Ausnahme von Versammlungen unter freiem Himmel, da öffentliche nrcht- katholische Kundgebungen durd) die Konstitution verboten ind. Die Propaganda und die Diskussion religiöser An­gelegenheiten gemeßen sonst in Spanien die größtmöglid)« Freiheit.

Die Bewegung im Baugewerbe.

Die Aufnahme der Arbeit im Baugewerbe zieht sMy verschiedentlich sehr in die Länge. Die Leipziger Bau­arbeiter, die vom Arbeitgeberbund von der Aufhebung ;er Aussperrung nicht nusdrüdlich benachrichtigt wurden, betrachten diese Ankündigung für sich nicht als verbindlich. Sic stellten am Freitag morgen an alle Bauten, die während !)er Aussperrung brach gelegen haben, Posten auf, die die von auswärts zuziehenden Bauarbeiter aufklärten.

Auch die Bauarbeiterorganisationen von M a n n h e i m , Ka r l s r u h c , D u r l a ch und Nürnberg haben beschlossen, vorläufig die Arbeit nicht aufzunehmen. Der Bezrrks verband Thüringen im Arbeitgeberbundc ür das deutsche Baugewerbe beschloß dagegen, äm Rtontag, 20. Juni, die Aussper r.u n g aufzuheben und die Arbeit wieder aufnehmen zu lassen.

Die Stichwahl in Mdberg-Büdingen.

Der Wahlausschuß des Bundes der Land­wirte erließ an seine Vertrauensmänner folgendes Rund- chreiben: t , r. . . , . ,

Wir legen keinen Wert darauf, von den stattfindenden sozial­demokratischen Versammlungen Kenntnis zu erhalten. Wrr lehnen es grundsätzlich ab, während des Stichwahlkampses in gegnergchen Versammlungen zu sprechen, wie wir auch in unseren Ver,amm- lungen keinem sozialdemokratischen Tiskunumsredner das Wort geben werden.

Folgende Erklärung des Kandidaten des Bundes der Landwirte Dr. v. Helmolt ging uns mit der Bitte um Veröffentlichung zu:

In einer tags vor der Reichstagswahl erschienenen Nummer erzählt die Kleine Presse, ein bündlerischer Redner habe sich in Kefenrod folgendermaßen ausgedrückt:

Da sind sie, die Öerren Beamten, arbeiten wollen ste nugt, immerzu Ferien wollen sie haben und Koteletts so groß wie die Abtriti^dedel fressen, und die Bauern müssen alles bezahlen.

Wie zu erwarten war, ist diese Aeußerung von gegnerischer Seite weidlich ausgeschlachtet worden, ja, mir ist mitgeteilt wor­den, daß die Sozialdemokraten mir diese Worte unterschieben möchten mit dem Hinzusügen, ich hätte es als erstrebenswertes Ziel bezeichnet, daß die Bauern für ein Ei 10 Pfg. und für ein Psund Butter 2 Mark erhalten müßten. Es ist dies eine Un­wahrheit und ich stehe nicht an, erklären, daß ich obenerwähnte Aeußerung, sollte sie wirklich gefallen sein, ganz entschieden miß­billige.

Friedberg, den 16. Juni 1910.

Dr. v. Helmolt.

politische Wochenschau.

Gießen, 18. Juni.

Uns ist das Wahlergebnis im Bezirk Friedberg-Büdingen nicht überraschend gekommen. Graf Oriola war einer der viel verschrieenen Bündler, hat in seinem Kreise, bei seinen Wählern die höchste Achtung, das größte Ansehen genossen, und nun sollte das jahrelange Vertrauen der Bauern in solche Praxis wegen Mißhelligkeiten der letzten Jahre jäb erftört sein? Historische Umwandlungen vollziehen sich anders; auch wir hätten die Erbschaftssteuer im Rahmen der neuen Steuern gerne gesehen, aber sollten die Wetter­auer Bauern nur aus Liebe für die Erbschaftssteuer die bisherige Fahne verlassen? Sie werden aus dem Wahl­kampfe gewiß gelernt haben, werden viele der liberalen Einwendungen als berechtigt und stichhaltig nicht von der .Hand weisen können, aber was wurde ihnen geboten und versprochen? Welches war das positive Ziel, das mit einiger Zuversicht auf baldige Verwirklichung ihnen vorgesetzte be­stimmte Progranim für die Zukunft? Der neue Bund zwischen linken und rechten Liberalen ist noch nicht im Feuer geprüft worden, in eine bloße Kampfstellung aber lockt es nur solche, die nicht viel zu verlieren haben und alles ge­winnen wollen. Keiner der angesehensten liberalen Führer die in der Wetterau die Trommel rührten, konnte mit Stolz sagen, daß in seines Glückes Schiff viele mit ihm gestiegen seien. Die Zeit für den Liberalismus das haben dessen verständigsten Anhänger sich längst selbst gesagt ist düster und schwer. Ein'anderer aber teilt mit vollen Händen Ver­sprechungen aus und lockt das Gewimmel, das den Pflug, die Werkstatt, verlassen will, in hellen Haufen unter seine Hoffnungssahne": der Sozialdemo trat. Die Unzufrieden­heit, die bpi den bürgerlichen Gruppen keine feste Marsch­richtung, sondern nur beschwerliche Wege der letzten Ja1;re sieht, in denen der Karren stecken blieb, suchen Zuflucht unter den Zügen der Straßenpolitiler, die das lauteste Wort und die stärksten Ausdrücke lieben: unter den Fittichen der Sozial- beniofraiic. Der bedächtige Bauer aber auf seiner Scholle will dem Kriegsgefchrei nicht folgen:das Schwert ist kein Spaten, kein Pflug, tver damit ackern wollte, wäre nicht klug".

Das sind einfache Tatsachen, mit denen gerechnet werden mußte auch von denen, die in den jetzt herrschenden poli­tischen Kurs keineswegs glänzende Eröffnungen für die Zu­kunft setzen. Darum wäre eine allgemeine Verständigung der bürgerlichen Parteien vor der Hauptwahl das Bessere gewesen. Die Sozialdemokraten sind mit einer großen ^Mehrheit in die engere Wahl gekommen. Sie werden alles auspeitschen, was nod) zaudert, werden den Zündstoff der ihnen in den letzten Zeiten leider nicht gefehlt hat, nochmals in .Haufen hcrbeitragen. Dagegen muß für die am nächsten Freiiag bevorstehende Stichwahl das nationale und politische Getvisscn wachgerufen werden. Es sind Leute am Werk, die das Gegenteil wollen, z. B. die Herren der demokratischen Frankfurter Zeitung". Zu ihrer Parole:alle Mann ein­stimmig für den Sozialdemokraten" kann man nur erstaunt fragen, warum sie denn überhaupt noch durch etne demo­kratische Schattierung das schöne leuchtende Rot, das ihnen den Sieg verheißt gegen dasschwarz-blaue" Heer, beflecken und verdüstern wollen. Warum vertrauen sie sich nur nicht g a n z u n d g a r dem Schiff des Zukunftsstaates an ? Warum schwanken sie denn, die den Nationalliberalen immer nut Ratschlägen folgen und ihnen höhnend das Bild der Tre^ scheibe »eigen?8 Jeder klare Verhältnisse liebende Mensch wird einen ehrlichen, von seinen utopistischen Ideen über­zeugten Sozialdemokraten höher achten, als jene v er­tapp ten Umstürzler, deren demokratische Maske ob des schlechten Erfolges all ihres Liebeswerbens so leblos ver­zerrt ist. Möge die Fortschrittspartei den ausdringlichen Einladungen derFranks. Ztg." nicht folgen und lieber nach dem Beispiel der Nationalliberalen, ihrer Bundesgenossen im bisherigen Kampfe, offen die Losung für den nationalen Kandidaten ausgeben! Auf diese Weise wird der Liberalis­mus am besten für seine eigene Zukunft sorgen.

Der Kampf der Geister, der durch das päpstliche Rund- schreiben geschürt worden ist, dauert trotz der letzten amt­lichen Erklärungen des Vatikans noch fort. Hierzu kommt noch der nicht bis zum Ende ausgetragene Streu rm ^stn- trumdtunr selbst. Es ist eine ernste Zeit für den deutschen Katholizismus. In seinen eigenen Rnl-en haben sich die erfahrensten, gescheitesten und gläubigsten Manner ans Werk gemacht, jene engen Fesseln zu sprengen, die das Zentrum trotz allen Leugnens bisher zu einer streng ton­fessionellen polittscl-en Partei gemacht haben. Der Hirten­brief gegen die Reformatoren hat allerdings, wie Herr Bachem "sagte,die Probe aufs Exempel" gemacht. Wir haben im Verhalten des Zentrums bet den Anfragen im preußischen Abgeordnetenhaus und in der bayrischen Kam mer im Gegensätze zu Bachem freilich eine große Jnkon- seauenz erblickt Die Partei hatte, wenn sie ihrem Pro­gramm und ihrer Tradition hätte folgen wollen, die Aus­einandersetzung annehmen und den verteidigen musferi. Rur die gatn schlechte Position, auf die das neben fül aestellt hatte, hat das Zentrum veranlaßt, die M 'zu mecheii Es ließ sich daraus nichts machen, es mußte nein beigeben. Leider kämpfen Herr Bachem und seineKölner Richtung" ihren Kampf gegen dte ^n kon­fessionelle Partei" bisher versteckt und unter allerlei ^eck- mäntelchen Man gibr vor, man wolle nicht-Neues, man wolle nur den Bestrebungen derer entgegentreten, die mehr und mehr das rein Konfessionelle betonten. Man wck1 ebm unter sich" sein und den Gegnern kerne Waffen liefern In Wahrheit hänselt es sid) a$er um eine Reformation, die hoffentlich durch Die letzten Taten aus Rom eine ^ybroerung

3h;. 140 Erstes Blatt 160. Jahrgang Samstag 18. Jmri 1010

zweimal monail. Land- -«JF jto* cJX Vs W-« Mj ' '* auSwäriS 20 Pfennig,

wirtschaftliche Seitftagen W V V V El Ehesredakteur: A Goetz.

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sür die Redaktion 112, < politischen Teil: August

BLL" Seneral-Anzelger für Oberhe en M-W-

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iur die Taqcsnuminer Hofafiottsönid Derlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition uno vrnckerei: Zchulstraye 7. Anzeigenteil: H. Beck.

bis vormittags 9 Uhr. 3

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arbeiten im Söhridnnc mr Sonntaa, bei < 6 Übt morsess ib die ettDBilicicninn hiermit zur Menntnw

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Die Stichwahl in Usedom-wollin.

Swinemünde, 17. Juni. Bei der Reichstaasstich­wahl im Wahllreise Stettin 2 <Ueckermünde-Usedom-Wollin, wurden bis 10 Uhr abends gezählt: sür v. B ö h l e n d o r f f lkons.) 94.56 und für Kuntz e lSoz.» 10158 Stimmen. Die Ergebnisse aus einigen Ortschaften stehen noch aus, sie dürften jedoch an dem Ergebnis, daß der Sozialdemo­krat gewählt ist, nichts ändern. Damit ist das Mandat, das 1907 von den Konservativen an die Freisinnigen über« ging, nunmehr von den Sozialdemokraten erobert worden. Die fortschrittliche Bolkspartei hatte ihren Anhängern die Wahl freigegeben; zum größten Teil scheinen die fortschrttt- lichen Stimmen dem Sozialdemokraten zugute gekommen 1U sein Bei der Hauptwahl erhielten v. Böhlendorfs (kons.) 6065, tzerrendörfer (fortschr. Bolkspartei) 4299 und Kuntze (Soz.) 7787 Stimmen.

Ministerpräsident Btianös allgemeine Politik.

In der gestrigen Sitzung der französischen De- putierten'kammer interpellierte Sßertrau? über die allgemeine Politik und verlangte im Namen seiner sozra- listisch-radikalen Freunde Aufklärung über die Re­gierungserklärung, die als eine Art Apell an die Mitarbeit der Parteien der Rechte,: und der Progressistest ausgelegt worden sei. Die Sozialistisch-Radikalen wollten gern dabei Mitwirken, daß die Parreigegensätze ausgeglichen wurden, sie wollten aber nicht allein die Kosten davon tragend (Beifall.- Berteaur sprach sich bann tadelnd darüber aus, daß die Regierungsertlärung auf eine Reihe von Fragen, besonders die der Reorganisation des Heeres und der Alters­versorgung der Arbeiter, überhaupt nicht eingehe. Minister­präsident Briand erwiderte, die Regierung habe sich zu diesen Fragen schon geäußert und besonders das Alters- versorguugsgesetz läge ihr am Herzen. Berteaur forderte daraufhin den Ministerpräsidenren auf, genaue Erklärungen abzugeben, auf Grund deren die Regierung einen loyalen Vertrag mit der Mehrheit schließen könne. Der Minister­präsident erwiderte, der Vertragsschluß müsse auf beiden Seiten ehrlich fein. Es bedürfe ständiger Zusammenarbeit, damit die Regierung eine Garantie für ihren Fortbestand l)abc, mit einer Mehrheit von Fall zu Fall sei ihr nicht ge­dient. Berteaux forderte bann Briand auf, sich in einen Weise auszusprechen, die feinen Freunden die Möglichkeit der Mitarbeit gestatte, ohne Nebengedanken haben zu müssen. Hierauf machte der Ministerpräsident ein zustim­mendes Zeichen. Die Sitzung wurde daraus aufgehoben.

Deutsches Neieh.

Der Bundesrat stimmte der Vorlage wegen Zu­lassung von Altien zum Börsenterminhandel sowie der Vorlage betrefsend die Bewilligung von Ru h eg ehalt an die Reichsbeamten zu.

Nachdem der preußische Landtag den Gesetze enttourf über die Reisekosten der Staatsbeamten erledigt hat, rnirb der Bundesrat in den nächsten Tagen über eine Verordnung wegen der Tagegelder, Fuhr- ko st en und Umzugs ko st en der Reichsbeamten Beschluß fassen. ..__

v. Chelius, Oberst-Flügeladjutant und Kommandeur des Leibaardehusaren-Regiments, wurde zum bienfttuenecn Flügeladjutanten pes Kaisers und Frhr. v. Senden, Oberstleutnant, unter Belassung seiner Stellung als Flügel» adjutant zum .Kommandeur des LeibgardehusarenMegimentS ernannt.

Der Reichs- und preuß. Landtagsabg. Schmidt«, Warburg (Zentt.) ist gestern in Berlin gestorben. Der Verstorbene war Landgerichtsrat in Berlin und erreichte ein Alter von 68 Jahren Er war seit 1888 Mitglied dssi preußischen Abgeorduetenhauses und seit 1893 Mitglied des- Reichstages, dessen Quästor er seit 1907 war. Der VE ihm im Reichstag vertretene westfälische Wahlkreis War­burg-Höxter ist sicherer Besitz des Zentrums, das ihn feit Bestehen des deutschen Reichstages inne hatte. Bei­der letzten Wahl wurden bei 19 235 Wahlberechtigten und 16 916 Absttrnmenden 14878 Stimmen für das Zentrumj, 1556 für die Konservativen und 437 für die Sozialdemo­kraten abgegeben.

Ausland.

Der Kaiser von Oesterreich trifft am 22. Juni' in Budapest ein, um den ungarischen Reichstag mit einer Thronrede zu eröffnen.

Aus Paris, 17. Juni, wird gemeldet: Zu der vor­gestern vom deutschen Geschäftsträger, Baron von der Lancken, dem Minister Pichon gemachten Eröffnung, daß die deutsche Regierung infolge der Mindererttägnisse der Zoll­einnahmen sich zurEinführung der ursprünglichen Zollsätze für Champagner und Liköre vom 1. Juli ab genötigt sehe, bemerkt derMatin": Im Hinblick aus die Zugeständnisse, die das französische Parlament gemäß dem Wunsche der Regierung, insbesondere hinsichtlich der Zölle auf Spielwaren und Bier bewilligt hat, scheint man hier­von diesem Beschlüsse Deutschlands überrascht zu sein.

Zur englischen konstitutionellen Frage wird gemeldet: Gestern nachmittag fand im Privatzimmer des Premierministers im Unterhause eine Versammlung- statt, die als erste Konferenz über die konstitutionelle Frage bezeichnet wird. Anwesend waren Asquith, Lloyd. George und Birrell, von der Ovpositton Balfour, Lord Lans- downe, Lord Cawdor und Austen Cl)amberlain Dem Ver­nehmen nach waren die Beratungen durch keinerlei Be­dingungen eingeschränkt und werden zugleich als durchaus verttauliche angesehen.

Das dänische Reichsgericht sprach heute das Urteil in dem Prozeß, der auf Beschluß des Follethings gegen dem früheren Ministerpräsidenten Christensen und den Minister des Innern B er g wegen Nachlässigkeit int Amte, begangen durch Nichteinschreiten gegen den früheren Justizminister Albert, angestrengt wurde Christensen wurde freiaesprochen, Berg wurde zur Zahlung von 1000 Kronen an die Staatskasse verurteilt, eventuell zu sechzig Tagen Haft. Die Kosten des Verfahrens im Betrage von zehn­tausend Kronen wurden der Staatskasse auferlegt, jedoch be­zahlt Berg ein Fünftel dieser Summe.

Das portugiesische Kabinett soll die Auf­lösung des Parlamentes wünschen, der König sich jedock) gegen die Auflösung ausgesprochen haben, da er der Ansicht ist, die Session könne nicht geschlossen werden, ohne daß das Budget bereinigt sei.

In Konstantinopel begann hier der allge­meine Boykott gegen griechische Schiffe, Kauf­leute und Lokale. Auf Vorstellungen antwortete der Mi­nister des Aeußem, die Regierung billige die Boykottbe- roegung nicht und werde ihr möglichstes dagegen tun. E»

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