Ausgabe 
16.2.1910 Zweites Blatt
 
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Mittwoch 16. Februar 1910

160. Jahrgang

Zweites Blatt

Nr. 39

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

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DieHiehener Zamiliendlätter" werden dem Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit fragen" erscheinen monatlich zweimal.

an Entschädig aunqen 42,26 °/ 25.24 32,50 7,59 , 92,4 l ..

Q ktutaujn.

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts»Blich- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.

irt des totem eabstchtigtOr ich-Aus« be )en Zvxpl« )ergeb?n.

3 erfolgt üb -7. Febml, .br, bei M BahnhofEr.

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Toran vertagt sich der Ausschuß. Die nächste Sitzung findet, am Donnerstag, 10 Uhr vormittags, statt. I

Aus Hessen.

Der Gesc tzgebungs-Ausschuß der Zweiten Kammer beschäftigte sich am Dienstag vormittag zunächtt mit der Be- rotung der soeben erst eingegangenen Regierungsvorlage, betr. die Abänderung gesetzlicher Bestimmungen über das Notariats-- und Kastenwesen. Die Beratung darüber soll Mittwoch gemeinsam mit der Regierung fortgesetz werden. Auch über den Eintrag Köhler, betr. Fideikommisse, wurde längere Zeit gesprochen, doch ergab sich, daß der An­trag der Kompetenz eines anderen Ausschusses unterliegt.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Sckul- straße 7. Expedition und Verlag: Redaktion: 112. Tell-Adr.: AnzeigerGießen.

Umlageftrpital 60 Pfg.

Der Gesamtbedars der Grvßh. Brandverircherungskaiw betrug für das Jahr 1908: Brandentschädigungen 556 238 Mk. (Starken- »urg 235 091 Mk., Oberhesscn 140 396 Mk., Rheinhessen 180 751 Mark», ?serwaltinresoosten 185 236 Mk., Vergütungen an Ge- rneinden für erhöhten Feuerschutz 285 000 Mk., Beiträge in die Feüerkösck lasse 90500 Mk., im ganzen 1 116 974 Mk.

** Tageskalender für Mittwoch, 16. Jebr.: Stadt t h e a t e r:Der dunkle Punkt-. Anfang 7 Uhr.

Vie grotze deutsche Landwirtschastrwoche.

Z <5. u. ö. Berlin, 15. Febr.

Im Plenarsitzungsiaale ves Preußischen Herrenhauses trat heute vormittag ber Deutsche Landwirtschaftsrat, die offizielle Vertretung der deutschen Landwirtschaft, zu seiner 38. .Haupt Versammlung zusammen. Noch Eröffnung durch den Vorsitzen­den, Grafen v. Schwerin-Löwitz, der das Kaiserhoch aus- brachte, berichtete zum ersten Punkt der Tagesordnung: Der neue Zolltarif der Bereinigten Staaten, und die deutsche Landwirtschaft, '-frerr v. K a n i tz - P o d a n g e n an der Hand folgenden Antrages:

Die auf Grund des Gesetzes vom 5. Februar 1910 mit > dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gc- trofsebe Vereinbarung, betreffend die Anwendung^ der in Ab­schnitt 1 des amerikanischen Zolltarifgesekes vom 5. Aug. 1909 i vorgesehenen Zollsätze auf die deutschen Einfuhrwaren, erscheint nicht ausreichend, um die Gefahren und Belästigungen abzn- wenden, mit rvclrficn die deutsche Erportindnstrie infolge der vielfachen Zollerhöhnngen bt\-- amerikanischen Tarifs und durch die Verschärfung der zugehörigen Vcrwaltungsvorschriften be- droht ist. Es wird eine der vornehmsten Aufgaben der Rc- gierung sein, auf eine Revision des amerikanischen Zolltarifgesetzes behufs Herstellung angemessener Zock- sätze und Milderung der Verwaltungsvorschriften hinzuwirken."

Graf Kanitz lvies an der .Hand einer umfangreichen Sta­tistik die stetig wachsende Unterbilanz der europäischen Staaten gegenüber Amerika nach. Diese Verhältnipe müßten schließlich einer kolossalen Bereicherung Amerikas führen und mit der wirtschaftlichen Suprematie Amerikas enden. Bei den letzten ilnterhandltingen mit Deutschland stellten die Amerikaner ver­schiedene Forderungen auf, die sich nur als Beiwert charakteri- fierten und die sie dann fallen ließen. Jedenfalls wird der Paynetarif eine sehr schädliche Wirkung auf d-ie Erportfähigkeit unserer Industrie haben. Im Jahre 1901 empfahl die Hamburger Landeskammer, falls tue Amerikaner nicht einen Vertrag am annehmbarer Grundlage schließen wollten, die amerikanischen Pro­dukte mit Zuschlags zollen zu belegen. Es ist zu bedauern, daß her alte trotzige Hanseatengeist, ocr damals noch einmal auf» flackerte, jetzt der Vergangenheit angehört.

Inzwischen ist der Staatssekretär den Innern, Delbrück, erschienen, der nach einer Begrüßung durch den Vorsitzenden die Versicherung abgibt, er werde alles tun, um das Zusammenarbeiten 'wischen Reichsamt und Landwirtschaft im Interesse des gesamten Vaterlandes irutzbringeno zu gestalten. Der Antrag Kanitz wird nach kurzer Aussprache angenommen.

Zum zweiten Punkt der Tagesordnung ^Maßnahmen der deulchm Städteverwaltungen für die Fleischversvrgnng bei Bevölkerung, Notierung der Schlachtvieh- unb Fleisch preise waren zu Berichterstattern bestell r von Stockhausen Abgunsti und Süßkind (München). Beide legten gemeinsam eine Entschließung vor, die den Siontmunen verschiedene Einrich­tungen vorsckuägt, vor allem eine eimvandsfreie Preisnotierung, Ausschaltung des zu wechyeherrden Zwischenhandels und eine ständige Kontrolle der Ladenpreise der Fleischer. Direktor Süßkind be­handelte sein Thema vom Standpunkt der bayerischen Berhätt- nifsc aus.

dkach einer Pause berichtete Engelbrecht lSbendeich) über: kartographische Darstellung der Anbauverhältnisse des deutschen Reichs nadj ferneren Bezirken. Domänenrat Rettich (Rostock) erstattete Bericht über die Tätigkeit des Ausschusses für Handels- -Gebräuche. An letzter Stelle legte Geheimer Hvfrat Professor Tr. Kellner (Möckerni den Bericht vor, über die vom Reichs- anti des Jmrern unterstützten) Fütterungspersuche. Der Vortrag bot lediglich fachwissenschaftliches .Interesse.

Morgen werden die Beratungen fortgesetzt, für Donnerstag wird das Erscheinen des K aiserS erwartet.

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhejstn

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Der preußische wahicechtsausschuh.

: :Berlin, 15. Febr.

Die freifinnigen Mitglieder deS Ausschusses hatten zunr § 4 einen Antrag gestellt, der das gleiche, geheime und direkteIWahl- recht verlangte. Ter Ausschuß beschloß, nach längerer Geschäfts- vrdnungsaussvrackiie, an der Hand dieses Antrages die beiden ersten Forderungen zu erörtern und zur Abstimmung zu bringen. Ein inzwischen eingegangencr sozialdemokratischer Antrag, der Ab­lehnung der Vorlage und Einbringung einer neuen verlangte, welcher das Reichstagswahlrecht und eine Neueinteilung der Wahl­kreise verlangte, wurde zurückgezogen, nachdem Redner verschiedener Parteien erhört hatten, daß über die Ablehnnng der Vorlage erst in der Schlußabstimmung entschieden werden Rinne. In der Be­sprechung treten bfc Redner der Freisinnigen, Sozialdemokrateie und des Zentrums'für die geheime Wahl ein.

In der Abstimmun g wird die glei ch c Wahl gegen die Stimmen des Zentrums, der Freisinnigen und Sozialdemokraten ab g e 1 c h n t. Bei der Besprechung über die geheime Wahl ändert sich das Bild. An die Seite der Minderheit treten die Ratio na Iliberalen. Ihr Redner verlangt die geheime Abstimmung leionders auch mit Rücksicht aus die Angehörigen des gewerblichen Mittelstandes, der unter der Abhängigkeit ihrer, den verschiedenstes Parteien augehörenden Kundschaft am schärfsten zu leiden hätte. Demgegenüber wird von konservativer Seite ausgeführt, die Mittel­standsvereinigungen würden wahrscheinlich ihre Ansicht revidieren!, wenn sie die Folgen ihrer Forderung überleben nriirben. Tenn es sei anzunehmen, daß aus Grund der geheimen Abstimmung em Parlament gewählt wurde, das für die Interessen des Mittel­slandes nicht eintveten würde. Der Minister gibt die Erklärung ab, daß die Staatsreaierung aus dem Standpunkt, den der Mi­nisterpräsident im Plenum vertreten habe, stehen bleibe. Ter Vertreter der Freilonservativen gibt zu, daß unter der öffentlichen Wahl weite Kreise des Mittelstandes zu leiden haben und er stellt neue Anträge in Aussickst, welche die Beseitigung dieser Mißstände bezwecken sollen. In der Abstimmung wird die geheime Abstimmung gegen die beiden konservativen Parteien an­genommen.

Hieraus wird in die Einzelbesprechung eingetreten. Die §§ 1 n nb 2 ererben angenommen. Zk§3 lag ein Antrag des Zentrums vor, das Mindestalter für die Wählbarkeit auf bas 25, Jaln herabzusetzen. Der Antrag, gegen den sich auch der Minister des Innern erklärt, wirb gegen Zentrum, Freisinnige und Sozial- demoiraten abgelehnt. Zu ü 4 beantragen bic Konservativen, das gAteiwe System ber indirekten Wahl beizubehalten. Ter Minister LeS Innern verkennt zwar nickl, daß die direkte Wahl eine oft häßliche Agitation herbeiführen Wune, aber tatsächlich sei heute brr Wahlmann nicht mehr ber Vertrauensmann sans Phrase der Wähler. Er stimme vielmehr nach Instruktion. Außer­dem gebe die indirekte Wahl ein falsches Bild von den Stimmen­verhältnissen im Wahlkreise. Aus denselben Standpunkt stellt sich der Redne^ der Nationalliberalen, der noch hervorhebt, daß die geringe Wahlbeteiligung nicht aus die indirekte Wahl zurückzuftihren lei. Der Vertreter der Frei konservativen erklärt die Frage für diskutabel. Tie Abstimmung wird ausgesetzt bis zur Besprechung über den § 21.

Im Wahlrechtsausschuß sind noch eine Reihe von A n t r ä g e n | gestellt worden. Tas Zentrum will tue Wählbarkeit vom 30. auf das 25. Lebensjahr berabsetzen. In der Vorlage i§ / wird bestimmt, daß die .-rfte Abteilung aus denjenigen Wählern besteht, auf welche die höchsten Steuerbeträge bis zu.n Belau i eines TrittelS ber Gesamtsteuern fallen, bic zweite Abteilung aus Leimigen Mählern, auf welche die nächiMiedrigen ^teuerbetrag1. . tz zur Grenze des zweiten Drittels fallen, bic britte Abteilung p-meyl aus dem letzten Drittel. Die N a t io n a l l i be r a l e n. beantragen dafür, daß die erste Klasse aus Vio, die zwecke aus -,10 bestehen solle. Tic Nationalliberalen beantragen ferner bic Trittelung nicht nach Stimmbezirken, sondern nach Wahlbezirken vorzuneh men. _______________________

2Ius öen Reid)stagsau^d)ü!ien.

:: Berlin, 15. Febr.

Der Justiz aus schuß des Reichstages sührte auch am Dienstag noch die Beratung über den Erpres;erparagrapben weiter. Es lagen Anträge des Zentrums und der Sozialdemokratie vor, die Bcgrisse der Rechtswidrigkeit und der Bedrohung zu ändern. Nach eingehender Aussprache wurden alle Abändernngsantrage abgelehnt und die Regierungsvorlage angenommen. Der Paragraph 253 lautet:Wenn in der Ab acht, sich oder einem Tritten einen rechtswidrigen Vermvgcnsvorteil zu schaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, er durch Gewalt oder Drohung zu einer ,Handlung, Duldung Unterlassung nötigt, wird wegen Erpressung mit GesängmS unter einem Monat bestraft. Ter Versuch ist strafbar

Der verstärkte GeschästSordnungsaus)chutz Reichstages beschloß, an die Revision der Geschäftsordnung erst heranzutreten, nachdem die Beratung der Anfragcii erledigt ist.

Im B u d g c t a n s s ch n ß wurde die Beratung des M arm e- Haushalts sortgesttzt. Die Freisinnigen beantragen eine Ent­schließung, den Reichskanzler zu ersuchen, dem Reichstag für das kommende Etatsjahr eine Denkichrist über das Zulagenweien in der Kaiserlichen Marine vorzuleaen und dem Reichstage Vorschläge über eine möglichst weitgehende Vereinfachung im Jnterepe größerer Sparsamkeit und übersichtlicherer Verwaltung zu machen. Ätaats- sckr.'tär v TirPitz erklärte sich einverstanden, aber manjolltc die Denkschrift abwarten und jetzt nichts ändern. Der Wottstihrer der Nationalliberalen erklärt die Zustimmung seiner freunde zur Entschließung. Abstriche sollen aber zunächst nicht gemacht werden. Schließlich wurde der Abstrich mit Stimmenglerchheck genehmigt. Die freisinnige Entschließung wurde etnfhntmtg an»

Aus Staöt und Land.

Gießen, 16. Februar 1910.

Gebäude Vrandversicherung u. Gebäude-Brände 1908.

Die Zahl der ver s i che r te n Ho s r e i ten betrug in Hessen am Ende des Jahres 1907: ,185 231; Zugang 1908:^ 11443 und zwar Wohngebäude 2352, Scheuern mrd Ställe 3542, ge­werbliche Gebäude 1044, andere Gebäude 4505; Abgang in 1908: 3597 und zwar Wohngebäude 397, Scheuern und Ställe 1459, gewerbliche Gebäude 308, andere Gebäude 1433. Tie Zahl der versich-erten Hofreiten am Ende des IahreS T908 betrug: 187 771.

Im ganzen fielen 703 Brände vor. Davon waren nach der E n t st e hun g S st ellr: Wohngebäude 441, Scheuern 109, Ställe 21, andere Nebengebäude 88, Kirchen und Schulhäuser 8, sonstige öffentliche Gebäude 7, gewerbliche Gebäude 29; nach der E n t st e h un g s u r s ach e: bewiesene Brandstiftung durch ben Eigentümer, Lurch dritte 3, mntmaßMe Brandstiftung durch Len Eigentümer 4, durch dritte 16, fahrlässiger Umgang mit Feuer und £id t 197, Spielen der Kinder mit Feuerzeug 45, mangelhafte Feuerungsanlage 80, feuergefährlicher Geschäftsbetrieb 17, zündende Blitzschläge 17, falte Blitzschläge 121, Explosionen 35, Selbst-, entzündung von Stoffen 2, andere bekannte Ursachen 6, unbekannte Ursachen 160; noch der Größe der! f e st g e s e tz t e n Entschädi­gung: unter 100 Mark: 448, 100 bis unter

1000 Mark: 130, 1000 bis unter 5000 Mark: 93, 5000 bis unter 10 000 Mark: 18, 10 000 Mk. und mehr: 8. <sSarf» steinbrenuerei zu Mzey, Schaden 22 716 Mk.: Wohnhaus und Mrifaebäybe zu Bensheim, Schaden 21 145 Mk.; Wohnhaus und Mühle zu Mörlenbach. Schaden 12 638 Mk.; Lekonomie- gelände zu Büttelborn, Schaden 10 938 Mk.; Wohnhaus, Werk­stätten und Magazin zu Worms, Schaden 11 860 Mk.: Papier­fabrik zu Osthofen, Schaden 18 470 Mk.; Wohnhäuser und Oeko- nomiegebäude zu Allmenrod, Schaden J3 749 Mk.; Wohnhäuser und Diekonomiegebäude zu Hörgenau, Schaden 16 624 Mk.)

Die Brandvcrsi chcrungssumme ^gegen ben Branb versicherte Werte der Gebäude) betrug am Ende des Jahres: 2 045 799 160 M. Zuschläge zur BersicheruncSsummc wegen er­höhter Ieuersgefahr her Gebäude: 131339 950 Mk. Gesamt- rersichernngssumme .am Ende des Jahres: 2 177 139 110 Mk., int Durchschnitt auf eine versicherte Kto freite 11 632 Mk., auf den Kapf der Bevölkerung 1721 Vik. Tas reduzierte Umlagekapital (§ 18 des Brandversicherimgsgesetzes) beträgt 2155 336 950 Mk.

Die festgesetzten Brandentschä dignngen betrugen 556 238 Mk. Im Jahre 1908 kommen:

X e u 11 cl) n a 11 o n a l e r .p a n i> l u n g s g c b t H eit V e r* band: Lickstbtldervortrag über die Ferieusahrl nach i anemarf und den deutschen Ostseehafen. Abends 8 Uhr im Hotel Einhorn.

*

* Ruhestandsversetzunq. Der Großherzog hat dem Forstwart der Kommunalforstwartei Rodenbach (Ober-- 'öliieret Heldenbergen), Hch. Phll. Borst zu Rodenbach, aus -lnlaß seiner Versetzung in den Ruhestand den Charakter als Förster" verliehen.

» Für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung am Donnerstag, 17. Febr., nachm. 4 Uhr, ist folgende Tagesordnung vorgesehen: 1. Bangesuch Franz Senner Erben für Seltersweg. 2. Baugesuch Klemm-- rfitt) tt. Reitz für Wiesenstraße 1. 3. An- und Verkauf von

(Ärundftücken. 4. Anlage einer Straße entlang der Süd- Anlaae bis zur Johanncskirche. 5. Ortsbausatzung zum Vebaunngsplan für die Lonystraße. 6. Aenderung der Polizei- oerorbnung, die Beaufsichtigung der Hunde in ber Provinzial- baupti'tabt Gießen betr. 7. Verbrauchssteuern. 8. Schlachthof- gebührcn. 9. Eigentumsrechte am Stadtkirchturm und ber Friedhofskapelle auf dem Nahrungsberg. 10. Festsetzung ber Kokspreise. 11. Vergebung von Arbeiten unb Lieferungen. 12. Herstellung von Erdarbeiten beim Wasicrwerk; hier: Krebitenveiterung. 13. Wasseranschluß der Firma Gebrüber Kahl in der Frankfurter Straße; hier: Gesuch derselben um Entbindung von ber bei Ausführung des Anschlusses geleisteten Garantie. 14. Beitritt ber Elektrischen Straßenbahn zum Ver­ein Deutscher Straßenbahn- und Kleinbahn-Vermaltungen. 15. Verpachtung von Gräben im Neustadter Feld an das Landwirtschaftliche Institut. 16. Verpachtung eines GraS- uriches an die 6. Kompagnie des Jnfanterie-RegtZ. Nr. 116. 17. Gesuch des Karl Paul zum Betriebe einer Kaffeewirtschast im Hause Bahnhofstraße 62.

" Stadttheater. Am kommenden Freitag wirb Oskar WildesSalome" im Verein mit Blumenthals neuem LustspielDer schlechte Ruf im Abonnement gegeben werden. Wildes berühmtes Werk ist hier nur einmal im Jahre 1903 von einem fremden Ensemble vor schlecht be­suchtem Hause ttn Cass Leib gegeben worben, bebeutet also für den größten Teil unserer Theaterbesucher eine Novität. DieSalome" wirb von Frl. Sybil Vane aus München, die sich gestern in ben Strandkindern so vorteilhaft eingeführt hat, gespielt. Der kommende Sonntag Nachmittag bringt die letzte Aufführung von Thomas ^Moral" bei kleinen Preisen und der Abend eine Wiederholung von Sudermanns Strandkinder".

* Der Evang. Arbeiterverein hielt am Samstag im Vereinslokal seine Hauptversammlung ab. Aus dem vom Vorsitzenden Oberbibliothekar Dr. Heuser erstatteten Jahresbericht ist zu entnehmen, daß der Verein zurzeit 384 'Mitglieder zählt. Die Sterbekasse des Vereins umfaßt 113 männliche und 100 weibliche Mitglieder. Die Elisabeth- Kleinkitiderschule wirb zurzeit von 81 Kinbern besucht. Auch die Rechtsberatiingsstelle des Vereins erfreut sich regen Zu­spruchs. Sie wurde in ben 10 Monaten ihres Bestehens in 162 Fällen in Anspruch genommen: außerdem wurden da­selbst 141 Schriftstücke angefertigt. Der Kassenberich weist eine Einnahme von 1860 Mk. 97 Pfg. auf, der eine Ausgabe von 1469 Mk. 01 Pf. gegenüberstehen. Das Vermögen des Vereins beträgt zurzeit 1152 Mk. 21 Pf., das der Sterbe- lasse 3987 Mk. 94 Pf. Bei den Wahlen wurden sämtliche ausscheldendest Vorstandsmitglieder wiedergewählt. Ein aus der Riltte ber Versammlung eingcbrachter Antrag auf Er­höhung be§ Sterbegelbes der Sterbekasse sott dem Aufsichts­amt für Privatversicherung zur Prüfung unterbreitet werden. Nach einigen interessanten Mitteilungen des Rechners der Baugenossenschaft über die für dieses Jahr in Aussicht stehenbe Bebauung des Grundstücks am Erdläuterweg schloß der Vor- , sitzende die Versammlung.

** or trag über Kamerun. Ter 5. und letzte diesjährige Vortrag der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde findet am Donnerstag, 3. Marz, statt. : Herr Professor T Horbecke aus Mannheim wird übev :Wanderungen unb Forschungen in Nord- Kamerun" mit Lichtbildern unb voraussichtlich auch mit ! photographischen Vorsührungen sprechen.

** Bei der Berufswahl unserer S ö hne wird es meist viel zu ivenig beachtet, welche gesetzliche Bestimmungen das be- lrefscnLe Lchrveryältnis regeln. Besonders wichtig ist diese Kennte . nis für den angehenden Kaufmann. Hier lommen für das Lehr- ; icrhältuiS die 88 76, bis 83 des Hande 1 sgesetzbuches in Betracht. Weiter muß dec Abschluß eines schriftlichen L e hrve r tro g D [ ü-urci aus empfohlen werden. Voraussetzung dafür ist aber, daß ' der Vertrag von sachkundiger 5)and ausgearbeitet ist. Ter Verband TeutsSer Handlungsgehilfen zu Leipzig hat einen solchen Lehy- i vertrag herauSgegeben, der nicht nur den gesetzlichen Anforderutrgen nach jeder Richtung hin entspricht, jonbmt auch, einen vollständigen Abdruck der in Betracht kommenden Gesetzesstelleit enthält.

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Bei- tränen 43,15% 23,40 33,45 40 16 59,84

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Entschädigungen mehr weniger 0,89 ";0 l,84ü/0

0,95 32,57 " übrigen Gemeinden 9-,4t .. 59.84 32,57

Cntsck äLigungen auf je 1000 Mk. ttmlaaekapital in der Provinz Starkenburg 0,25 Mk., Oberhessen 0,28 Mk., Rheinhessetr 0.26 Mk., im Groß her zog tum 0,26 Mk., in der Stadt Darmstadt 0,02 Mk., Offenbach 0,05 Mk., Gießen 0,02 Mk., Mainz 0,05 Mk., Worms 0,14 Mk., in den 5 Städten zusammen 0,05 Mk, in den übrigen Gemeinden 0,40 Mk.

Umlagen wurden 1293 202 Mk. erhoben von ie 1000 Mk.

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** Esel unb Maultier e. Ter Tiers chutzvcrein zu Wiesbaden hat auch im vergangenen Jahre wiederum etml 90 Esel, Zwergpserde und Maultiere abgesept unb zahlreiche Tankschreiben erhalten. In diesem Jahre laufen schon die Nach­fragen und Bestellungen in größerer Zahl ein, ein Beweis dafür, daß an der Nützlichkeit der Grautiere kein Zweifel mehr besteht. In der Tat liegt eS nur an einem alten Vorurteil, wenn die! traben und willigen Arbeitsgesellcu noch nicht überall in den! Kreisen bet kleineren Gewerbetreibenden. Eingang gefunden babep.) Alle itarten auf ben einenMutigen", der den Anfang in einem Orte macht. Ter Wiesbadener Verein ist bereit, jedem In­teressenten Auskunft zu erteilen und Prospekte zu versenden. Der Preis der ungarischen Esel schivankt zwischen 110150 Mark, während italienische Esel von 180 Mark an abgegeben werden. Ungarische Maultiere sind schr selten geworden. Alt ihrer Stelle, empfiehlt der Verein die kleinen ungarischen Zwergpferbe, bta bei einer Schulter höhe von 125130 Zentimeter durchschnittlich 350 Mark bas Stück kosten. Tic sehr schöneil, flinken und zug- kräfttgen Tiere haben sick bisher auf daS beste bewährt. Italic-- irische Maultiere hat der Verein im letzten Jahre in großer Zahl eingeführt, und zwar schwanttc die Sck>ulterhöhe zwischen 124 und 160 Zentimeter. Tie größten lvurden an eine Mainzer Brauerei geliefert, die ihre Pferde durch diese viel zugkräfttgererr und härteren Tiere ersetzen will, und mit dem Versuche überaus