Ausgabe 
19.8.1910 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

LustschUahrt.

Die Lhoiera in Rutzland.

Ueberlandflug FrankfurtMainz Mannheim.

Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.

CS

Wetter

§

5-i

10

67

86

92

2

2

2

WSW W 8

&

748,4

748,5

746,8

ZZ cs *- 'Z "d K C «D

F <x> £X)

AirchLiche Nachrichten.

Evangelische Gememöe.

Das Kriegsministerium über die militärische Brauchbarkeit der Flugmaschinen.

Auf eine Anfrage im Kriegsministerium, wie dieses die Meldung der Verwendung der Flugmaschinen im fran­zösischen Heer ausgenommen hat, wurde derNational- zeitung" von der zuständigen Seite die Auskunft zuteil:

Das Kriegsministerium prüft die Frage der Brauchbarkeit der Aeroplane im Ernsffallc sorgfältig und hat schon manchen vorbcrcftenden Schritt getan.,Die Existenz des Flugplatzes Jo- hannisthal z. B. ist größtenteils dem Kriegsministerium zu verdanken, das den Platz zu einer verhältnismäßig billigen Pacht­summe verschaffen konnte. Es wurden durch dieselbe Behörde im Laufe des Jahres 80 000 Mark teils aus eigenen Müteln, teils aus anderen Kassen aufgebracht. Man war sich vollständig bewußt, daß die erste Bedingung für eine gedeihliche Entwicklung des Flugsportes ein großer günstiger Uebungsplatz sei. Diesen glaubt man in Johannisthal gesuirden zu haben. Ferner wurden dem Aeroklub 15 000 Mark zur Unterstützung von Fliegern zur Ber- Mgung gestellt, die zuin Teil ihre Verwendung gefunden haben Das Hauptinteresse aber richtete sich! auf die A u s b i l d u n g von Offizieren als Flieger. Zu diesem Zwecke entstand in ^oberrtz eine militärische Fliegerschule. Es gelang, einige deutsche Flieger als Lehrer zu gewinnen, und es sind dauernd Ofnziere, die in der Fliegerkunst ausgebildet werden sollen, nach Löberitz abkommandiert. Nachdem sie vollständig eingeweiht sind und ihre Pilotenprüsung bestanden haben, stellt ihnen das Kriegs- mimsterium Flugmaschinen zur Verfügung.

Ob nun die heutige Flugmaschine mit allen existierenden Systemen kr ieg s t au g l i ch ist, muß nach der Auffassung des Kriegsministeriums zum mindesten als sehr z weife l- hast angesehen werden. Daß man auch in Frankreich dieser Meinung ist, dafür spricht das neue Aus schreib en nach einer kriegstüchtigen Flugmaschine. Schon, daß nur ein Motor bis letzt zur Verwendung kommt, macht die Verwendbarkeit sehr zweifelhaft, da durch die geringste Panne der ganze Apparat vollkommen unbrauchbar wird und es sehr fraglich scheint, ob man im Kriege Zeit und Gelegenheit zu Reparaturen findet. Auch die besonders h e i k l e B e n z i n f r a g e ist noch lange nicht gelost. Was aber vor allem die Kriegstüchtigkeit in Frage stellt, ist die große Abhängigkeit von Wind und Wetter Tie Kriegsleitung kann nicht Tag und Ort für Rekognoszierungen UN? Schlachten nach dem Welter aussuchen. Ein geradezu klassisches Beilprel waren die Luftflottenmanöver in Köln, und dabei ist noch zu bedenken, daß das lenkbare Luftschiff sich in einem weit fort- geschritteneren Stadium befindet als die Flugmaschinc. Als nämlich der Befehl kam, um eine bestimmte Zeit an einen bestimmten Ort zu fahren, stellten sich die Schwierigkeiten heraus. Ta man z B durch den Wind fahren mußte und somit weder beim Hin- noch berm Ruckweg von der Luftströmung Vorteil hatte, wurden die Zeiten, die erreichten Geschwindigkeiten, sehr gering.

13. Sonntag nach Trinitatis, den 21. Auanst - Gottesdienst. 9 1

In der Ztadtkirche.

Vormittags 8 Uhr: Psarrassistent G e h r i ch - Lollar

Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer v. Schlosser.

Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst.

Sandhofen b. Mannheim, 18. Aug. Um 1/28 Uhr abends nog c a nt nüber dem Orte, landete aber sofort wieder wegen des zu starken Windes

Mannheim 18. Aug. Der Flugapparat Jeannins liegt noch immer in der Nähy seines alten Landungsplatzes bei Sand-

Der Flieger Moisant.

London, 18. Aug. Der Flieger Moisant ist in Rain- ham, vier Merlen von Chatham, wegen Motordefekts gelandet. Bnm Niedersteigen brach einem Bericht zufolge der Propeller.

cinen Direktor, S »uteaugäilTen?^äc^uuiS Phom k im ( < .

p-3

Illi

Höchste Temperatur am öiiedrigste , A

Niederschlag: = 0,0'mm.

gegen 70 Hausdiener, Stuben-^ 1 --------- Die Saison stand auf ihrem Höhe-

toar öid)t besetzt. Am Montag früh

10 biß meiften Gäste beim Frühstück saßen, ver-

^r Dachgiebel des Wesfflügels in Brand ge- sei. Direktor Bardy suchte einer Panik vorzubeugen, indem f^barauf hinwiev, daß seine Leute bereits mit der Löscharbest bMnnen hatten Bald darauf aber mußte er selbst die Gäste h^C^?r Kostbarkeiten in Sicherheit zu bringen und alles für die Flucht vorzubereiten. Nun entstaiid eine schreckliche Auf. ^und es wäre bei der Bestürzung der Gäste vielleicht L t 1^^.?Lekommen, wenn nicht Direktor Bardy, sein« ^am id,ck A-ngestellte in musterhafter Ordnung und firUaK Rettungswerk gegangen wären. Mit ÄiP^L°t,feriin9 b-E ^ute arbeiteten, geht wohl daraus hervor, 2iQpV^olen von ihnen ihr Hab und Gut, sogar das mühsam ersparte ^d, m den Mansarden verbrannte, während sie sich bemühten, das Gepäck der Fremden und diese selbst in Sicherheit zu bringen

1-,93o^en emgetroffenen Gäste des niedergebrannten Hotels find einig m ihrem Lobe der Haltung des Personals. Zuerst, wurden aus den obersten Stockwerken Koffer und Reisetaschen hinabgetragen oder durch die Fenster hinausgeworfen. Dann ging man von Geschoß zu Geschoß an die gleiche Arbeit. Gegm ' Mittag erschienen die Feuerwehren von Welschnofen, Moena und

r Fie vermochten nichts gegen die gewaltige Lohe aus- £nSn; Dvn Moena erschien auch eine Kompagnie Kaiserjäger- ben Fenstern geworfenen Gegenstände

dem Bereiche der Flammen zu schleppen. Der große Wiesen- , S e toar Mit Koffern, Reisetaschen, Kleidern usw.

1 'Ä' vstch Juwelen und Banknoten lagen dazwischen. Nach 1 Uhr mittags stürzte cm großer Teil des Gebäudes mit furcht- ,i.?frfÄI1?C,?^uJ<lnrTnen- Der neuerbaute Ostflügel toar mx» ziemlich un^rsehrt, aber unaufhörlich drang das Feuer auch dort- hm. Der Brand wütete die ganze Nacht und noch am nächsten

^00 Menschen, abgesehen von den F uerwehrleuten und Soldaten, umstanden das eingeäscherte Ge- ^?^mde^r hatten Schmuck-und sonstige.Wertsachen im Werte von Zehntausenden verloren. Weil aber niemand ver­letzt war, zeigte sich bet manchen der Geschädigten ein gewisser! ^c. Hauptsorge der Bozener Behörden war der Abtransport der vielen obdachlosen Hotelgäste, die mit ihrem Gepäck, soweit fie es noch besaßen, das brennende Hotel um-

..M ainz, 18. Aug. Das Interesse der Bevölkerung für den Ucbcrlanbflug, das in der ersten Zeit nicht besonders rege war, ist durch die gestrigen Landungen Theelens, Wiencziers und Jeannins zur wahren Begeisterung gesteigert worden. Diese anfängliche Zurückhaltung ist den guten Mainzern aber iilcht gerade zu verdenken, denn sie sind durch die vielfachen Flüge unserer drei bedeutendsten Luftschisftypen, von denenParseval 3" sogar wiederholt landetein lustibus" stark verwöhnt worden. Da fie aber fetzt sähen, daß auch dieLuftheuschrecken" etwas imstande sind, hat sich das Blättchen gewendet. Jung- und Alt-Mamz strömt in Scharen auf den Sand, wo man unter Drangen und Schieben die Ankunft der Flieger mit Sehnsucht erwartet. Auch am Rheinufer drängen sich ungeheure Menschen- mengen, die mit ausdauernder, zäher Geduld nach dem Maintale blicken, tzio der stählerne Vogel! auftauchen muß .... wenn er über­haupt auftaucht. Der erste kam allerdings sogar für die Mainzer "was zu früh, die teilweise noch an den feuchtfröhlichen Folgen der Kaiserparade litten. Nur wenige sahen Theelen. Dafür war aber spater umsomehr zu sehen. Es kamen gleich zwei auf einmal Beide Flugapparate kamen gut zur Erde. Der eine in elegantem Bogenflug, während der andere sich langsam wie ein Vogel Niedcrließ. Jeannin, der als zweiter auf dem Sande ankam, verließ nach einiger Zeit wieder den Landungsplatz, während Wiencziers bei dem gleichen Versuche seinen Apparat leicht be­schädigte und ihn wegen hereinbrechender Dunkelheit in die Halle unterbringen mußte. Jeannin kam gestern abend bis Sandhofen b Kilometer vom Landungsplätze entfernt. In der Dunkelheit hatte er die Richtung verfehlt. Sein Apparat wurde zwar abmontiert und zerlegt, um ihn nach Frankfurt zurückzuschaffen' es wurde feooch von der Leitung mitgeteilt, daß er die Fahrt sortsetzen dürfe, dla kein Motordefekt vorliege. Wiencziers wollte heute morgen seine Fahrt vom Sand aus zu Ende führen, mußte lkdock) wegen Motorschadens schon bei Ostheim wieder landen Bei solchen Vorfällen fehlt es natürlich nicht an Schadenfrohen und Unglücksraben, die einen mißglückten oder unterbrochenen Flug als ein unterhaltendes Lustspiel ansehen, das sie zum Lamen berechtigt. Daß diese Leute jeboch in der Minderzahl sind, ist selbstverständlich, und des öftem werden solche Spottkarnickel Nicht eben freundlich lman könnte auch sagen handgreiflich) von den wirklich Interessierten zurechtgewiesen.

Ter heutige Tag brachte keine besonderen Ergebnisse zutage Einige Probefluge führten am Morgen Lochner, von Gorisson und von Mumm aus, wobei der Apparat des letzteren teilweise (Flug- schraiwen und die Holzteile die den Motor stützen) zerstört wurde Ter Führer wurde glücklicherweise nicht verletzt und der Motor ist unbeschädigt: von Mumm besitzt noch einen zweiten iAntoinett-) Apparat und kann sich daher ungestört weiter an dem Fluge be- teuigen^ Zodyner, von Gorisson und Euler hatten die Absicht am Nachmittag zu starten: von Gorisson unternahm jedoch nur einen kurzen Flug, Plochmann verzichtete, da die Ausbesserung seines Apparates nicht beendigt war, ebenso Euler. Lochners Motor ist so stark beschädigt, daß er sich an dem Fluge nicht mehr beteiligen kann, falls ihm kein neuer Motor zur Verfügung steht

So haben denn bis jetzt Theelen und Jeannin die besten Erfolge zu verzeichnen, wenn man den für die Preisbewerbung nicht in Betracht kommenden Probeflug Lochners au-scheidet

Kirche und Sdbttle»

Noch «ehr höhere Lehranstatten m Hesieu?

er^a^crT Folgende Zuschrift, der wir mir zuftirmnen

Mit Befremden wird mancher einen Vorgang Der» Folgt haben, der sich kürzlich in der D a r m st ä d t e r Stadtverordneten- Versammlung abLfesPielt hat. Dort wurde der Vorschlag laut, an Stelle einer neuen Knaben-- oder Mittelschule eine zweiteOber- realschule zu errichten, und kein Geringerer als der Geh. Oberschulrat Dr. No d nagel empfahl dies Projekt u.nd stellte einen jährlichen Zuschuß von 42 000 Mk. in Aussicht. Schon jetzt ist Hessen bekanntlich mit höheren Lehranstalten übersättigt: manche würden ohne die zahl­reichen nichthessischen Schüler halb leer stehen. Brauchen wir mit unserem Gelbe die nichthessische Jugend auszu- bilden? Darmstadt hat wahrhaftig mit zwei Bollgym- nasien, einem Realgymnasium und einer Oberrealschule mehr als genug. Es gehört Mut dazu, bei der heutigen Finanzlage dem Staat ein neues Opfer in solcher Hohe zuzumuten; hoffentlich finden auch unsere Landboten ihrerseits den Mut, den Plan energisch zurüetzuweisen.

SfeJÄ* I

werden. Jeannm beabnchtigt jedoch, morgen früh 5 u h r d e s sa, die Bari besuchten. Nach den neuesten

den Flug nach Mannheim auszusühren. vom Ministerium des Innern gemachten Meldungen hat sich in

n-, n I9- Aug. Jeannin ist um 7 Uhr 10 Min. den letzten 24 Stunden der Gesundheitszustand in Apulien nicht

1 ^eooiiernng die erften Falle verheimlicht worden waren^

22,0 I 13,2 I 1,76 112,9 i

14,2 10,9 j

9 | Sonnenschein

9 I Bew. Hinnnek

Nebel

Mißlungene Fluge. _________________

Frankfurt a. M., 19. Aug. (Privat-Telegramm.) Heute Pcrmiicbtc».

morgen um 0.15 Uhr startete von Gorisson zum Ueberlandflnge m

Er machte zunächst einige Runden über dem Platz, während denen mimhprtinrr r e s K ar er s e e - H 0 t el s in Bozen, man schon bemerkte, tef, am Motor droad ni ch t gan»in AloenböÄ ÄÄ/Elegene Karersee-botel, das größte und schönst Ordnung war. Schließlich flog er in ganz geringer Höäe und Ä h n das Zauberreich der Dolomiten,

zum Schluß fast auf dem Erdboden Über die AbLerrungslinie ub^Qt DoÜ bcr Zackenkron-

aus, schlug dabei mit dem hinteren Teil des Avoarntes ü .r f sn^ar U lagenumwobenen Rofengarten, umgeben von e i n e B 0 d e n e r h 0 h U n g an o dak der Avmr^t Kwör s d r -r^H!t^"L^nb-rglcichlich-n Landschaft, ein MnsrerwÄ umgeworfen und vollständig verstört wurde Lediasiä .^5 ^I?^idenindustrie ist, wie wir fchon meldeten, ein tröst, der Motor ist vielleicht noch brauchbar Der Flieger selbst^er- Berae^^De^in?^!^ uJlb ^aut^. verdüstert die

litt keinerlei Verletzungen 11 m 5 Hhr 45 WimitPH ,rm ^ahre 1896 vollendete Bau, der fich, vollkommen

versuchte P loch m a" einige Schauslüge zu u^J ur erbnb S ?Ä^e van 1650 Metern auf grüner AlpeZ nehmen. Als der Apparat ziemlich nahe am Boden \ ümf Fremdenzimmer mit 500 Betten, eigenes

Loben und wurde st a r k beschädigt. Nach Auswechseln der ebensoviel Leute in der Küche ,!»ch toIfber, gebrauchsfähig fein. Heute Mädchen Wäscherinnen usw ~ ^orgM finden leine Fluge mehr statt. Nachmittags dürste > t lediglich um Schauflüge handeln, da nicht anzunehmen ist, daß heute jemand nach Mannheim startet. Nach dem gestrigen Unfall von Mumms wurde von der Polizei die Absperrungslinie bis an die Mainzer Landstraße verlegt, da tatsächlich die Gefahr

v der seitherigen Absperrungslinie zu groß war. Auch der Unfall von Gorissons ereignete sich an der Stelle, wo sonst das Publikum sehr zahlreich gestanden hat

17. bis 18. August --- + 22,8 6 0.

17. 18. = 11,4 eCe

Schreckensbilder aus den Zentren der Cholera in Ruß­land zeichnet der Italiener Ugo Ojetti imCorriere della ©era". Er schreibt aus Kiew:Ich habe mich auf die 5010)0 nach der Cholera gemacht. Nach den Telegrammen unserer abendländischen Zeitungen zu erteilen, ist sie eine Spezialität von Kiew; ich mußte sie also sehen. Da man sich nach den Sehenswürdigteiten der Stadt zunächst bei dem Hotelportier zu erkundigen pflegt, so wandte ich mich auch an den unseren, der über einen Wortschatz von zwanzig französischen Vokabeln verfügt.Cholera? Alle Jahre ein bißchen Cholera," radebrechte er französisch,nur ein biß- chen . . alle Jahre zu dieser Saison . . ." Es Machte den Eindruck, als ob er vom Theater- oder Rennprogramm! des Tages spräche. Ich war nicht recht überzeugt, und als ich aus meiner Wanderung durch die Stadt auf einem großen Torbogen die Inschrift lasAlexandrowskahospi- tal', ging ich hinein. Es ist das größte Krankenhaus in Dew. Der Eintritt steht jedermann frei. Der Bogen öffnet sich auf einen breiten schattigen Weg, der sich in Windungen auf einen Hügel mit Bäumen, schönen Wiesen und Blumen hinaufzieht. Ein sanfter Regen setzt ein. Die Wege find verlassen, die Holzpavillons zwischen den Bäumen 1WW,t(UBCn, ortmnenoe yotei unt-

fajeinen unbewohnt. Nach einigen Minuten sehe ich oben Werten. Bczirkshauptmann Ritter v. Haymcrle versicherte sich zwifchen den Zweigen ein großes weißes Gebäude hin- N diesem Zwecke aller in Bozen, Gries und Meran verfügbaren durchschrmmern, darunter ein Holzhäuschen, und auf einem 'm em$oft- llIÜ> begab sich auch selb«

Platze davor ern rundes Zelt, wie es das Rote ,ltteuz für ^?ntwi rr®ein.r®friter S S?°ien- Kommissär von

Feldlazarette aufstellt. Vor dem Zelte ftehen zwei Kranken- nSVSnm we r!c entbehrlichen Gendarmen dorthin, Ma- mir klar zu machen suchen, daß ich auf einen Arzt oder einen anfertigen, so daß, als die ersten Flüchtlinge einttafen manche Direktor warten solle. Wie ,vch weiter hinanschreite, jagt ^men auf Steinwagen, schon 526 Betten für die bisherig^ 1 auf den breiten Wegen ein Wagen heran. Darin sitzen Karerseegäste bereit standen. Die ganze Nacht über bc^S eine Frau und ein Mann, junge Leute aus dem Volke, die Verkehr zwischen Bozen und dem Karersee. 150 Fremde Frau abgemagert und bleich wie ein Laken, die Augen ^Voss. Ztg." meldet, die erste Nacht noch dort

wett aufgerissen, und sie klammert sich mit beiden^<u"d mußten nn Walde kampieren. an den Arm. des jungen Mannes, der hochgewachsen und

«Lm fr n ?Lr«, »ei dem am 16. und bCt junge Manu redet mich in^größter 354 S-Zw^in^^°ausg°t7i°b°^

Aufregung an, wobei er auf die 'Frau weist; ich verstehe 31. August statt, am letzteren Tage auch Krämermarkt von seinen Worten nur das immer wiederkehrende:Cho- ko. Wiesbaden, 18. Aug.' Heu- und St roh markt ;; ;" Ich zucke mit den Achseln, und Augefahren waren 34 Wagen Heu und Stroh. Man notierte-

das Gefährt jagt weiter. Ich kehre zum Zelte zurück p ^ues, 5.00-6.60 Mk., altes 0.00-0.00 Mk., S t r o h (Richt- "Der Direktor?" ..Fetschas," lvas russisch soviel heißt wie M neues4 00-4 50 Mk - Frachtmarkt. Haler 16.00 bis -bald" undin einer Stunde",in einem Monat" lur 100 Kilo.

nud) bet diesem Phlegmanie" bedeuten kann. Ein Zweites Wägelchen kommt an und hält vor dem Zelte; ein Mann steigt ab und hebt zwei Knaben von acht oder zehn Jahren heraus, die in Tücher eingepackt sind, mit aschfahlen, mageren Gesichtern und zitternd. Ich frage:Cholera?" ,,^a, ja, Cholera!" Und einer der Knaben beginnt von deut Begleiter unter den Achselhöhlen gehalten, auf dem Wege sich zu erbrechen und zu jammern. Endlich kömmt ein Herr mit goldener Brille, in weißem Rock aus dem.

kleinen Hause heraus; er spricht etwas französisch - (Hin- M Pfarrer Ausseld.

cj-?' ?-r Damit geht er in das Haus zurück straße 1, erbeten. 4>iarryau,e, rtlich-

und laßt die beiden vor Kälte und Fieber totenbleichen! 2n der Iohannerkkrche.

Knaben hinernbringen. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer A u s f e I ö.

Jetzt kommt auch der Wagen mit der Frau und dem * Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus bet jungen Mann zurück, der lange auf der Suche nach dem Johuunesgemeinde

Arzt vergeblich herumgefahren ist. Der Mann eilt hinein Vormittags 9/, Uhr: Pfarrer Adolph, ff biL®Fau Wagen blickt ihm nach und sucht Katbolijcbe Gemeinde,

ftd) mit den Händen, die nur Haut und Knochen sind, den Gottesdienst.

Kopf gegen.den immer stärker werdenden Regen zu schützen Samstag d en 2 0. An an ft*

feie bricht in Schluchzen aus, und der dicke Kutscher sucht Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Geleaenbeit sie zu beruhigen. Endlich kommt der junqe Mann Mieder 8Ur l,c,L Beicht.

bemüht sich ihr zuzulächeln, küßt sie, legt ihr forqfönüj ®0""a8 21-Aug., 14. Sonntag nach Plingsteni

den vom Regen beschmutzten Schal um, nimmt sie wie ein $ormllt°9s 6/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. 9 Kind in die Arme und trägt sie Der Arzt steht in der Ni r ' um 7 Ühr- Die erste heil. Messe.

de"n rfintVfm iU haItfrh Gemütsruhe zu, erhalle sie M ", um 9 Ühr- H°chamt"?ni't°PredjgE'"'"'""''

den Stemstufen medersetzen. Dabei wendet er sich zu mir . um 11 Uhr: Heiü Messe mit Prediat

""d sagt trocken ,,Da« Untersuchungszunmer wird repa° Nachmittags um 2 Uhr: Sakramentalische Bruderschalts-Andacht nett . . . wahrend des Sommers . . . Das Zelt ist, wenn ---- ---~ - --

regnet, nicht gut . . ."Cholera?" frage ich und -eiqe Verantwortlich fürAus Stadt und Land" undGerichtssaal" auf die Frau am Boden, die ganz, erschöpft die Augen: l. V.: Karl Neurath,

schließt.Ja, ich glaube, Cholera. . . . Met nur ein ~ -----

Men,ein ganz klein bißchen. . ." Die Frau zu seinen Fußen ächzt schwer bei jedem Atemzuge. ... Es aiefit jetzt m Strömen, und ich gehe fort. i q[u -

Die Cholera in Apulien. '9 5

ili Italien ist die Cholera eingeschleppt worden: I 19^° «

0 m , 18. Aug. Die Zeitungen enthalten neue Einzelheiten ______l

über die Cholera in Apulien.Giornale d'Jtalia" meldet: In I Barletta ereigneten sich bis gestern abend 12 Erkrank- J«' ungen, davon neun tödlich; auch in anderen Städten gab es ! 19! Cholerafälle. Heute wurden sechs neue Fälle in der Gegend zwischen Trani, Biscaglie und Margherita di Savoia sestgestellt Einige Zeitungen geben einigen aus Saturn gekommenen Zigeunern, die sich in Trani aufhielten, die Schuld an der