Ausgabe 
17.10.1910 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfafet 10 Seiten.

Aunst, Wissenschaft und Leben.

Von denAusgrabnngenbei Leihgestern. Am amstag hat man bei den fortgesetzten Ausgrabungen der frän- ichen 'Bestattungen bei Leihgestern überaus seltene, wissenschaftlich »cknnteressante dveitere Funde gemacht. Man fand 3 als Anhänger wakbeitete Goldmünzen (Brakte aten), die tadellos erhalten sind rd ein beredtes Zeugnis für den hohen Stand der fränkischen leinkunst por 1500 Jahren gehen. Tie Zeichnungen der vorderen eite, her etwa wie ein 20-Markstück großen Münzen sind ver- >ieden, eine zeigt in der Mitte ein eigenartig verschlungenes reuz. Tie kunstvollen bildlicl>en Darstellungen auf den Gold- icken fönnen nur mit einem stichelartigen Instrument hergestellt in und sind teilweise gepun^t. Tie Münzen lassen erkennen, daß i der Herstellung viel Flerß verwendet wurde. Die Rückseiten ird wohl un die Zeichnung gegen Beschädigung durch Reibung i schätzen nit dünnen Gold Plättchen belegt. Außerdem fand an in dem geöffneten Frauengrab mehrere fränkische ibeln, die teilweise schön verziert sind und noch Spuren von rgoldurg fragen, eine der Nadeln ist mit, Almandinen ochen Granaten) verziert. Wertvoll ist noch eine gefundene pinnwirtel cns gepfiffenem Dugkristall und eine größere Anzahl eilen, Harun er mehrere aus Bernstein. Unter den Beigaben sand an auch crnm römischen silbernen Dinar, dessen Alter sich aus -m noch erhaltenen Bildnis feststellen läßt. Es werden nori) ein bis oei Wochen vergehen, ehe die Schätze im Museum ausgestellt erden.

Di- Ausstellung des Deutschen Künstler- undes, Darmstadt 19 10, wurde heute geschlossen, ach dem «mtlichen Bericht der Ausstellmrgsleitung waren ange- eldet 11(0 Werke, von denen 650 zurückgetviesen wurden. Tie usstellum toar besuckft vmr 13482 Personen. Die Gesamteinnahme 'lief sich auf 13 945 Mark, währ eich im Voranschlag 19 460 Mk. irgesel^n waren. Im ganzen such Kunstwerke verkauft worden LT 84 0(0 Mark.

Berlin, 15. Oft. In der neuen Aula der Universität mb an Samstag die feierliche UeberaabedesRekto- a t s turch Professor Dr. Erich S ch m i d t an den Geheimen Zeb^iialrat Prof. Dr. Max Rubner, Tirektvr des Phy- ologichen Instituts, statt.

En italienischer Stammbaum der Hohen- oll r n. An knüpf end an eine jüngst erörterte Ueberlieftrung, ach ler da- Gescl-lecht der Hol>enzollern aus der Gegend von agarolo, einer Stadt 20 Kilometer östlich von Rom, stam- cen soll, macht der Kanonikus Luigi Balduzzi imGiomale riabico Genealogien Diploikratico" einige interessante neue Mit­ilmgen. Dmiach sind die Vorfahren des Geschlechtes zur Zeit e-- Longobarden. nach Italien gekommen, ließen

von ähnlichen Prinzipien ausgehe, wie feine Krebs Heilung, was von den Erschienenen mit großer Kalte angehört wurde, konnte Dr. Marmoreck über fein Tuberkulose-Heilserum sich unter allgemeiner Spannung auslassen. Er gab einen Ueberblick über die Ergebnisse der Anwendung seines Serums in ungefähr 10 000 Fällen, die seit sieben Jahren mit ihm behandelt wurden, und stützte sich in seinen Schlußfolgerungen auf die in 120 wissen­schaftlichen Arbeiten niedergelegten Ergebnisse in mehr als 1700 Fällen .Durch disrektale Anwendung des Serums, die die bekannten Unzuträglichkeiten subkutaner Einspritzungen ausscheiden, sind die Heilergebnisse auf 69 v. H. aller Fälle gestiegen. Dr. Mar- mo reck versicherte neuerdings die völlige Unschädlichkeit seines Serums und seine Heilkraft selbst bei schwersten Fällen. An seinen Vortrag schloß sich eine lebhafte Erörterung, bei der die Professoren Arloung, Teissier, Rson und Maragliano aus Genua sonders nachdrücklp für das Verfahren Marmorecks eintraten und bekundeten, daß sich in Frankreich trotz allen Widerstandes der Bwnzen ein Heilserum endailtig den gebührenden Rang in der Tuberkulosebehandlung gesichert hat.

d. Die Eröffnung des neuen naturges'chichtj- lichenMuseumsinMainz,dasinden erneuerten Räumers der ehemaligen Reichklarakirche untergebracht ist, wurde am Sonn­tag vormittag in Anwesenheit von Vertretern des Staates, der Stadt, der Garnison, der Militärbehörde, Vertreter auswärtiger Naturhistorischer Museen durch Oberbürgermeister Tr. Göttel- m a n n vollzogen. Im Namen des Großherzogs überreichte Pro­vinz ialdirektor Geheimerat Dr. B r e i d e r t dem Vorsitzenden der Rheinisch-Naturforschenden Gesellschaft Dr. E g g e r s und dernKon- servator des Museums Dr. v. Reichenau die Urkunden, daß, sie zu Professoren ernannt wurden. Daran schlossen sich Vorträge von Dr. E g g e r s und Dr. v. Reichenau. Wiesbaden, Frank­furt, Darmstadt und Offenbach hatten Vertreter zu der Feier ab< geordnet. Nach einer brieflichen Mitteilung hat Prof. Dr. Viktor Goldschmidt -Heidelberg dem Museum für Neuanschaffungen 10 000 Mark gestiftet. Es folgte dann ein Rundgang durch die prächtig ausgestattelen Sammlungsräume.

Ley dens größtes Verdienst. In Nr. 229 der Westdeutsch. Volksztg." (begründet von I. Fusangel) lesen wir:Berlin, 5. Oktober. Der Wirkliche Geheinie Rat Prof. Dr. v. Leyden ist heute hier gestorben, (v. Leyden ist be­sonders durch die Erfindung der nach ihm benannten Leyde­ner Flasche" (!) in weitesten Kreisen bekannt geworden. D. 3£b.)" Es ist doch sehr erfreulich, zu sehen, wie die deutsche Wissenschaft aufgefaßt wird.

KurzeNachrichtenaus Kunst u. Wissenschaft. Die A u s il e l l u n g des Deutschen Kunst ! erbunbes auf der M a t y i l d e n h o h e in Darmstadt wird heute, Montaa o.h n e besondere Feier geschlossen.

ständige, die sich an den Ausschreitungen in Eormeilles beteiligt haben, sind verhaftet worden. Ein Agitator, der im Automobil durch ganz Frankreich reist und Propaganda für den Ausstand betreibt, wurde in Bordeaux verhaftet.

Die militärische Einberufung von Ausständigen.

Paris, 16. Oft. Das Kriegsministerium gibt bekannt, daß die zur Bahn einberufenen Eisenbahnangestell­ten dem Einberufungsbefehl im Verhältnis von 12:13 Folge gcreiftet haben. Von der Zahl derjenigen, die sich nicht gestellt haben, seien jedoch auch die abzuziehen, die versehentlich die Order nicht er­halten haben und diejenigen, die im Begriff seien, die Arbeit wieder auszunehmen.

Da8 Verbot einer großen Kundgebung.

Paris, 16. Okt. Das Ausstandskomitee der Eisenbahnangestellten benachrichtigte heute den Ministerpräsidenten, daß er für morgen vormittag eine große Kundgebung im Bois de Vinosnes vor­bereitet habe und die Verpflichtung übernehme, daß die Ordnung nicht gestört werde und kein Umzug in der Stadt Paris stattfinde. Die Negierung beschloß, die Kund­gebung zu verbieten, da der Ministerpräschent der An­sicht ist, daß ihr die Organisatoren den Charakter einer. Herausforderung geben wollten, offenbar in der Hoff­nung, daß der Ausstand nicht ohne Störung der Ruhe und ohne heftigen Zwischenfall zu Ende gehe. Deshalb werden strenge Maßnahmen getroffen, um die Kund­gebung zu verhindern. Die Polizei, die in Erfahrung ge­bracht hat, daß in den Geschäftsräumen des anarchistischen BlattesLibertoir" Leute verkehren, die sich im Besitze von Bomben befinden, nahm heute dort eine Haussuchung vor und verhaftete den Leiter und Geschäftsführer des Blattes, ebenso einen Mann, der versuchte, ein Paket zu verbergen, das drei Gesäße enthielt, die den in der Avenue Kleber und in der Rue de Berri gefundenen Bom­ben glichen. Der Verhaftete konnte fidj über die Herkunft der Gegenstände nicht ausweisen.

Maßregeln gegen die Lebensmittelteuerung.

Paris, 15. Okt. Der Ministerpräsident Briand hatte heute als interimistischer Ackerbauminister mit dem Direktor für Ackerbau eine Besprechung wegen der Lebensmittel­teuerung. Ministerpräsident Briand bereitete einen Erlaß vor, der die Einfuhr amerikanischer Kartoffeln gestattet, aber lediglich solcher, die zur Nahrung bienen, und unterzeichnete bereits den Erlaß, wodurch die Einfuhr von Rindvieh aus Marokko gestattet wird. Bezüglich des Getreides bes­sert sich die Lage; die Preise fallen und die Enfte wird als gut bezeichnet.

Die Politik Des Grasen Aehrenthal.

Im Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten in der österreichischen Delegation hat Graf Aehrenthal, nach- dem von slawischer Seite insbesondere gegen bas Bündnis mit Deutschland polemisiert worden war, nochmals das Wort ergriffen. Er sagte u. a.:

Ich glaube, die Schöpfer der Allianz zwischen Oesterreich« Ungarn und Deutschland haben von Anfang an die große Be^ deulung dieses festen Zusammenstehens der beiden mitteleuropai« schen Kaiserinächte richtig eingeschätzt und die Wichtigkeit dieses Bündnisses für die Interessen der beiden Mächte und für den europäischen Frieden erkannt. Die Zuspitzung der Ereignisie brachte eben die Richtigkeit dieser vor 30 Jahren eingeleiteten Politik in das allgemeine Bewußlsem und das ist der große Vorteil sürjeht und furalleZukunst. Gegenüber der Behauptung, daß die Durchführung der Annexion

sich in Treviso nieder und errichteten hier ein Schloß. Von dieser Familie, die vom Kaiser mit der Grafschaft Treviso belehnt wurde, stammt ein G r a f P e t e r a b , der nach dem Jahre 1000 infolge der italienischen Kriege und Unruhen in Schwaben ein Schloß baute, dem er den Namen Hoheitzollern gab, was auf italrenisch alto colle bedeutet. Er legte sich hier den Namen Edler von Treviso, bei. Angehörige dieser Familie Collalto sind nach den Forschungen Balduzzis in Deutschland geblieben, und von ihnen stammen die Grafen von Zollern ab. Die Verwandtschaft des Namens Collalto mit Hohenzotlern und die vollkommene Gleichförmigkeit des Wappens sind die Hauptgrundlagen für die Annahme der Verwandtschaft bei­der Familien. In seinem in Alexandrien am 18. April 1630 ge­machten Testament verfügt auch der kaiserliche Feldmarschall Ram- baldo Conte di Collalto, daß im Falle des Aus sterbens der Gra­sen von Collalto die Majorate von Pirnitz und Rudoletz in Mähren dem Hause der Hohenzollern zufallen sollten als rechtmäßigen Erben: der Marschall von Collalto bezeichnet sie in seinem Testa­ment ausdrücklich als seine Verwandten und nächsten Erben.

Ein Jsolbendrama von Kainz. Kainz, hat außer den bereits bekannten, teils vollendeten, teils frag­mentarischen Werken noch ein das Jsoldenthema behan­delndes Fragment hinterlassen, welches sich im Privat­besitz eines langjährigen Freundes des Künstlers befindet. Kainz hat durch lange Jahre mit der ihm eigenen Gründ­lichkeit philologische und archivarische Studien über die Sage von Tristan und Isolde getrieben und als Produkt dieser Studien wollte er ein D r a m aIsolde" schaffen (an welchem er laut einer aus dem Manuskript befindlichen Aufzeichnung während eines Gastspiels in Breslau am 28. Februar 1896 zu arbeiten begann). Der erste Akt wurde in Berlin am 14. April desselben Jahres beendet. Er ist von stattlichem Umfang und seine Sprache nach dem B B. C. von hinreißett- dem Schnmng. Außer diesem vielverheißenden, große Per­spektiven erschließenden Akt ist nur die Aufschrift und eine Dekorationsanmerkung des zweiten Aktes vorhanden.

Auf dem Kongreß der französischen Medi­ziner, der am Donnerstag unter dem Vorsitze des Dekans der Pariser Fakultät, Professor Landouzy, eröffnet wurde, stand die Behandlung der Tuberkulose im Vordergründe der Er­örterungen. Man kann nach dieser Tagung einen Meinungsum­schwung unter den französischen Aerzten feststellcn, da augen­scheinlich die Ueberzeugung unter ihnen um sich greift, daß eine spezifische Behandlung des schleierhaften UebelS unbedingt erfor­derlich ist. Nachdem erst Dr. Doyen von seinem angeblich sicher wirkenden Heilmittel gegen die Tuberkulose gesproche i, das

in alle dem wäre kein eigentliches Komplott, sondern nur eine Vereinbarung von tätigen Willen zu finden, um den Streikbewegungen einen Gewalttätigkeits-Charakter hu geben.

Nunmehr läßt man verkünden, daß die Grundforde­rung der Eisenbahner, das Fünffrankstück per Tag, spätestens am 1. Mai nächsten Jahres, wahrscheinlich aber schon am 1. Januar für alle Eisenbahnangestellten in Paris als Minimallohn bewilligt werde. Die Gesellschaften be­gehen aber da eine sehr ungelegene Frivolität, indem sie nur das Fünfsrankstück für den effektiven Arbeitstag be­willigen wollen, aber die gesetzlich festgesetzten Ruhetage nicht zu bezahlen gedenken: damit würde kaum eine Besserung der Lage der Eisenbahner erzielt, da somit 67 Tage des Jahres unbezahlt blieben und der wahre Täge- lohn sich nur auf vier Franks belaufen würde. Die Re­gierung ist deshalb sehr ungehalten und läßt nachdrücklich erklären, daß sie sich bamit für die Arbeiter nicht begnüge, sondern sehr energisch auf weitere Zugeständ­nisse der Gesellschaften dringe. Es muß übrigens sehr klar hervorgehoben werden, daß während des Ausstandes, auch in seinem akutesten Stadium, die öffentliche Meinung trotz ihrer Erbitterung gegen die Streikschürer und revo­lutionären Aufwiegler und trotz der rückhaltlosen Billigung des energischen Vorgehens der Regierung ihre Verstimmung gegen die Haltung der Eisenbahn-Gesellschaften nicht ver­barg und daß sie auch jetzt noch gegen diese aufgebracht bleibt, weil sie nicht rechtzeitig die billigen Forderungen der Arbeiter genügend berücksichtigt hätten. Mit ihrer neue­sten Haltung können, die Gesellschaften nur das Ergebnis erreichen, ihre Unbeliebtheit bei dem großen Publttüm zu steigern und sich Ungelegenheiten zuzuziehen.

In Paris fanden am Samstag mehrere Haussuchungen an verdächtigen Orten statt, so auch in einem Lokale der Rue de Bretagne, in dem sich der sozialdemokratische deutsche Leseklub seit einiger Zeit zu vereinigen pflegt. Der Kom­missär drang auch in eine Versammlung dieses, zog sich aber sofort zurück, als er ihren Privatcharatter erkannte. Hin­gegen wurden in anderen Räumen mehrere als Revolutio­näre bekannte Personen, darunter auch zwei Deutsche, fejb genommen.

Die Verhandlungen mit den Eisenbahngesellschaften.

Paris, 15. Okt. Beim Empfange beim Minister der Oef- fewlichen Arbeiten Mille ran d erklärten die Direktoren der Echenbahnge Seilschaften, bau Den Beamten und Arbeitern aller Eisenbahnnetze, soweit sie in Paris ansässig sind, spätestens am 1. Januar 1911 ein Mindestgehalt von fünf Franks für jeden Tag, an dem sie Dienst getan haben, bewilligt werbe. Das Eisenbahnpersonal werde von dieser Ausbesserung benach­richtigt werden. Nach Erkundigungen im Ministerium der öffent­lichen Arbeiten gestaltet sich die Sage andauernd günstiger. Zahl­reiche Angestellte der staatlichen Westbahn meldeten sich wieder zum Dienst. Der Vorortverkehr wird wahrscheinlich heute wieder ein vollständiger sein. Aus der Nordbahn wurden gestern 174 Züge abgelassen, gegenüber 124 am Donnerstag. Die Zahl der Reisenden hat sich beträchtlich vermehrt. Eine große Menge Lebensmittel sind abgeliefert worden.

Die Nordbahn-Gesellschaft teilt mit, daß der Dienst zwischen Frankreich, England, Belgien und Deutschland wieder vollständig mit normalem Zugverkehr gesichert ist.

Die Regierung ist der Ansicht, daß sie gegentoärtig nicht in Verhandlungen mit dem nationalen Syndikat der Eisenbahn-Ange­stellten und dem Verbände der Heizer treten könne, da diese sich zurzeit in einem Konflikt mit den Militärgesetzen befänden. In mehreren Orten, besonders in der Umgegend von Paris, sind wieder Fälle von Sabotage porgekommen. Etwa zwanzig Aus-

)0$ nahe Ende des französischen Llsenbohnausstandes.

O Paris. 16. Okt.

da die revolutionäre Ausstandsbewe- ung ersichtlich abnimmt, wächst die Wut der Streikschürer, a denen an erster Stelle jetzt die Sozialisten der Kammer ehoren. Diese haben besonderen Grund, sich <m die Spitze er Bewegung zu stellen, da sie von den Revolutionären er Confederation Generale du Travail direkt als Ein- ringlinge bezeichnet und gebrandmarkt werden, die aus em Elend der arbeitenden Klaisse nur persönliche Vorteile i ziehen krackten. Die sozialistischen Abgeordneten be- lühen sich deshalb, sich den Ton der Arbeitsbündler anzu- gnen, was ihnen auch ohne Schwierigkeit gelungen ist. hr Organ, dieHumanit^", strotzt von unflätigen Au«- Ulen gegen den Ministerpräsidenten Briand, dem osfen- ir als größte Schmack die Veröffentlichung seines Porträts n Zylinder, Frack und weißer Halsbinde angetan wird.

Die revolutionären Umtriebe werden gerade Hm Verloschen des Ausstandes immer deritlicher und immer -ftiger. Um nur die hauptsächlichsten Ausschreitungen t erwähnen, sei auf den Uebersall mehrerer Züge in Cor- ftlles-en°-Paris im Nordwesten von Paris, ferner auf die evulte in Saint-Etienne yingewiesen, wo am Samstag iend nach einer äußerst stürmischen Ansammlung von anben der Versuch unternommen wurde, den Bahnhof zu ürmrn und den Zug nach Lyon gewaltsam aufzuhalten. Die hlreich aufgebotenen Truppen und Polizisten mußten mit lanker Waffe eingreifen und sich nicht nur gegen teinwürfe, sondern gegen Revolverschüsse v e r- ibigen. Man muß es noch sehr erstaunlich finden, daß ibei nur einige Verwundungen, darunter die eines Haupt- anns, festzustellen waren.

Die Regierung ist nach einer den. Blättern zuge- ingenen Note auf die Spur einer wahren Organisierung rbrecherischer Eisenbahnmischläge gekommen, deren Zen- um in Paris sich befände. In der Note heißt es, daß e Ausführung des Planes dieser Organisierung furchtbare ügen gehabt hätte, da es auf Zerstörung der Eisenbahnen, rücken, Schleusen usw. abgesehen war, die nur durch die fortige militärische Besetzung aller bedrohten Punkte ab- wendet wurde. Und es wird hinzugefugt, daß man binnen rzem die meisten verantwortlrcheu Urheber, sowie ihre pießgesellen in der Provinz zu entdecken hofft. Der Schluß utet kurz:Die Bestrafung wird unerbittlich sein."

Nach Mitteilungen desMatin" wäre das Ministerium s Jrrnem schon seil mehreren Monaten über die Mach en­tasten unterrichtet worden, die von einer gewissen Zahl evolutionärer oter anarchistischer Gruppierungen unter» rmmen würden, um bei allen sich bietenden Gelegenheiten abotterungsformeln in die Praxis umzusetzen, die wissen- )astlich von einer Anzahl Spezialisten ausgestellt worden ld. Schon bei früheren Ausständen konnte man bemerken, Sabotterungen sozusaaen methodisch vorgenommen urben, ohne daß ntan sie Den Streikenden aufzuburden Der* ochte. Durch die Ueberwachung verdächtiger Personen lrch Geheimpolizisten habe man die nötigen Weisungen halten, um vorgehen zu können. Auch wäre ja aus Aus- ssungen revolutionärer Zeitungen, wie derGuerre Sa­ale", der ,/Orgcmisatton" und desLibertaire", deutlich rborgqjangen, baß bie revolutionären Anarchisten den usstänbrgen burch Sabotierungen zu Hilfe kämen. Aber

Erstes Blatt 18V. Jahrgang Mantag 17.Oktober 1»l«

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