roth 83,557 Proz. (3000 Mk.), Mainzlar 81,501 Proz. (6200 Mk.), Ober-Bessingen 81,053 Proz. (3800 Wik.), Langsdorf 80,298 Proz. (13 000 Mk.), Hungen 79,95 Proz. (26 600 Mk.), Ruttershausen 78,02 Proz. (3200 Mk.), Nod- heim 71,874 Proz. (3000 Mk.), Oppenrod 71,268 Proz. (2000 Mk.), Nicder-Bessingen 68.935 Proz. (3000 Mk.), Lich 68,9 Proz. (40 300 Mk.), Reiskirchen 64,161 Proz. (4500 Mk.), Winnerod 62,296 Proz. (1300 Mk.), Bersrod 62,104 Proz. (2000 Mk.) und Hattenrod 52,921 Proz. (2000 Mk.). Unter 50 Proz. bleiben die restlichen 7 Gemeinden Allendorf a. d. Lumda mit 40,641 Proz. (5700 Mk.), Beuern 40,261 Proz. (4000 Mk.), Großen-Buseck 40,082 Proz. (9000 Mk.), Vittingen 39,048 Proz. (4000 Mk.), Staufenberg 36,03 Proz. (2000 Mk.), Mach 29,224 Proz. (1100 Mk.) und Feldgemarkung Feldheim 25,592 Proz. (400 Mk.).
Arrs Stadt «nd Land.
Gießen, 17. Juni 1910.
” Hessischer Fechtverein Waisen schutz. Am Sonntag fand in Gustavs bürg die 18. La n des versa mm» lung des hessischen Fechtvereins Waisenschutz statt. Die ans ollen Teilen Hessens zahlreich besuchte Versainmlung nahm unter dem Präsidium des Militärbau-Registrators Burggras- Darmstadt einen sehr anregenden Verlauf. Rach dein Rechenschaftsbericht stellten sich die Einnahmen und Ausgaben auf rund 12 900 Mk. Das Gesamtvermögen beträgt 103 510 Mk., wovon 33 300 Mk. dem Baufonds und 67 014 Mk. dem Verpflegungsfonds zugeschrieben sind. Der Gesamtverein besteht aus 23 Ziveigvereinen mit 5000 Mitgliedern. Als nächstjähriger Tagungsort wurde Butzbach gewählt.
— Babenhausen, 15. Juni. Aus den ausgelachten Erben des Rentners Weitzel hier, über dessen hinterlassenes Vermögen von 160 000 Mk. schon so viel gesprochen ivurde, sind mm doch noch lachende Erben geworden. Aus den testamentarisch gemachten Stiftungen geht auch hervor, daß der Verstorbene ein Herz für Wohltätigkeit besessen hat; er vermachte der Bielefeldschcn Anstalt Bethel 10 000 Mk., ebenso einer Lrlngen Heilanstalt eine namhafte Summe. Die weiteren testamentarischen Beslimnnmgen des Erblassers sind gleichfalls nicht ohne Interesse. Ter Vogelsberger Hö henklnb erhält den Betrag von 1000 Mk. Der hiesige Bürgermeister als Rachlaßvollstrccker empfängt 3000 Mk., des Verstorbenen Pathc, ein Rechtsanwalt, 4000 Mk.; seine nächsten Verwandten, drei Brüder, erhalten je 3000 Mk., der jüngste von ihnen, der noch ledig ist, 1500 Mk. Des Ge- mcindeeinnehmers Sohn erbt Hans und Garten des Verblichenen, Frau und Tochter des Gcmeindeeinnehmers erben 15 000 Mk. Damit übernehmen diese Erben die Verpflichtung, für den Hausfaktor des Verstorbenen, einen bejahrten Mann, bis an sein Lebensende zu sorgen. Weiter erhalten ein früherer Gehilfe von dem verstorbenen Rechner 2000 Mk., ein Kreis- amtsaehilfe in Gießen 1000 Mk. Für Anschaffung einer neuen Orgel hat der Erblasser 4000 Mk. festgesetzt. Von den 8000 Mk., die er für die hiesige Wasserleitung bestimmt hat, sind israelitische Einwohner ausgeschlossen. Dem Krieger- verein hat er 1000 Mk. vermacht mit dec Bestimmung, daß die Zinsen hiervon erkrankten Kameraden zuteil werden und mangels dieser kranken Schulkindern. Endlich erhalten noch
weitläufige Verwandten zu Windhausen und Groß - Felda Beträge.
—m. Friedberg, 16. Juni. Gestern gelckng es der Polizei eine Einbrecherbande zu verhaften. 1. Ten Bäcker Friedrich Weisbeck, geb. am 27. April 1890 ;u Sommersdorf in Mittelfranken: 2. den Bäcker Joh. Dietriu), geb. am 3. Februar 1895 zu Nieder-Oberbach in Bahern und den Schlosser Joh. Kreisel, geb. 3. Februar 1893 zu Ansbach. Tie beiden Bäcker hatten sich mit dem Schlosser verbunden, um bei ihrem früheren Arbeitgeber, dem Bäckermeister Christian Weisbeck in Ansbach einen Einbruchsdiebstahl auszuführen. Ta die beiden Bäcker nicht mehr bei dem Meister in Arbeit standen, fertigte der Schlosser Nachschlüssel an. Bares Geld hatte man nicht erobert, destomehr aber Staatspapiere, von den die Coupons noch nicht fällig waren. Tie drei begaben sich nun auf die Walze und kamen über Frankfurt hierher. Gestern hatten sie wegen Geldmangels versucht, die Coupons umzuwechsetn, was ihnen zum Verderben gereichte. Die Polizei wollte die Herkunft der Coupons wissen. Hierbei stellte es sich heraus, daß man es mit gestohlenem Gut zu tun hatte. Der Schlosser war hier nicht zugegen, und im Laufe der Untersuchung stellte es sich heraus, daß der Gesuchte wegen Bettelns in Frankfurt verhaftet worden war. Wegen Hehlerei wurde in derselben Angelegenheit August Pfeifer von Staden verhaftet. Er hatte sich bemüht, die Staatspapiere bezw. Coupons zu versilbern. Ter Bestohlene erhält sein gesamtes Eigentum unversehrt zurück.
—oMainz, 16.Juni. Ein geriebener Schwindler hat hier in der Kleidung eines Paters sein Unwesen getrieben und es sei in anderen Städten vor ihm gewarnt, da er verduftet ist, ehe man ihn hier dingfest machen konnte. Nur seine Personalien konnten nachträglich festgestellt werden. Am Sonntag früh kam ins hiesige katholische Lehrling sh aus (Druckereibctrieb) ein junger Mann, der geistliche Kleidung trug und sich als „Pater" vorstellte. Dem Mann wurde Gastfreundschaft gewährt, er blieb die Nacht über und wollte offenbar eine günstige Gelegenheit zum Diebstahl abwarten. Inzwischen hatte sich der falsche Pater so betragen, daß dem Leiter des Lehrlingshauses Zweifel an seiner Echtheit aufstießen, und als er Montag früh ins Verhör genommen wurde, merkte er den Braten und machte sich sofort davon. Es handelt sich um den Krankenbruder Christof Schneider, der zuletzt im Paulusstift in Harxheim in der Pfalz tätig war, wegen schlechten Lebenswandels aber entlassen wurde.
W Mainz, 16. Juni. Hier feuerte heute morgen der Metzger Berthold Heuser auf die Verkäuferin M a n n auf offener Straße mehrere Revolverschüsse ab, ohne sie jedoch zu treffen. Die Verkäuferin flüchtete in einen Laden, wohin ihr Heuser folgte und wiederum mehrere Male auf sie, sowie einen ihr zu Hilfe eilenden Angestellten schoß, aber auch diese Schüsse gingen sämtlich fehl. Der Attentäter, der die Flucht ergriff, wurde festgehalten, zunächst tüchtig verprügelt und sodann der Polizei übergeben.
LMchiffahrt.
Mainz, 17. Juni. Ein Flug F rank fu r t-Mainz- Wiesbaden-Mannheim. Der Deutsche Fliegerbund, in dem sich vor kurzer Zeit alle rein aviatischen Vereine. Deutschlands vereinigt haben, beabsichtigt, demnächst zum erstenmal in die Oeffentlichkeit zu treten. Er plant einen „Ueberlandflug" Frank- furt-Mainz-Wiesbaden-Mannheim, der von deutschen Fliegern mit in Deutschland hergestellten Apparaten bestritten werden soll. Die Preise sollen die Gesamthöhe von 50 000 Mark erreichen und cs ist ein größerer Teil dieser Summe bereits fest gezeichnet, auch sind verschiedene Ehrenpreise in Aussicht gestellt. Wenn die Vor
arbeiten cs irgendwie gestatten, soll der Flug noch in diesem Jahre zum Austrag kommen. — Bei dieser Gelegenheit fei auch mitgcteilt, daß die „Mainzer Flieger-Woche", über die vor einiger Zeit so viel berichtet wurde, nicht zustande kommt, weil cd an den nötigen Mitteln fehlt, die zum Aussehen von Preisen erforderlich wären, wollte man Flieger von Ruf zur Teilnahme veranlassen.
Märkre.
X Kirchhain, 16. Juni. 2(ui dem heutigen Rindvieh- m a r k l standen etwa 90 Kühe, Rmdcr und Kälber zum Verkauf. Es wurden gute Preise erzielt. Tie Zufuhr zum Schweine- markt belief sich auf etwa 650 Stuck. Die Preise, besouderZ für Kleiuvich, gingen etwas zurück. Man bezahlte für 3 — 7 Wochen alte Ferkel 34—44 Mk., für kleine Käufer 60—70 Mk. und für größere Ware 80—100 Alk. das Paar. Ter Handel ivurde zum Schluß lebhaft.
kirchliche Nachrichten.
Evangelische weineinoe.
4. Sonntag nach Trinitatis, beit 19. Juni: Gottesdienst.
3n der Ltadtkirche.
Vormittags 8 Uhr: Siche Johanncskirche.
Vormittags 9'/? Uhr: Pfarrer Schwabe.
Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst.
Pfarrer Schwabe.
Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche für die Markusgememde.
Pfarrer Schwabe.
3n der Zohanneskirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer B e ch l o l s h e i in e r.
Ztigleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lukas- geuteinde.
Vormittags 9'/r Uhr: Pfarrer A u s f e I b.
Im Anschluß Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- imb Johannesgerneinde. Anmeldung vorher bei dem Parrer jeder Gemeinde erbeten.
Abends 8 Uhr im Johannessaal: Versammlung und Bibel- besprechuug.
Am Sonntag, dem 26. Juni, wird nach allen Gottesdiensten eine Kollekte für die evangelische Gemeinde Rinderbügen erhoben werben.
katholische Gemeinde.
Gottesdienst.
S a nt s t a g ben 18. Juni:
Nachmittags um 5 Uhr unb abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht.
Sonntag b e n 19. I u n i, 5. S o n n t a g n a ch P f i n g st e n:
Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht
„ um 7 Uhr: Tie erste heil. Messe.
„ um 8 Uhr: Austeilung ber hl. Kommunion.
„ um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.
„ um 11 Uhr: Heil. Messe mit Predigt.
Militärgoltesdienst.
Nachmittags um 2 Uhr: Christenlehre; darauf fakranientalische Bruderschafts-Andacht.
Meteorologischeveodachtungen der Station
Juni
1910
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