Ausgabe 
17.5.1910 Zweites Blatt
 
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Teil- Chocolade EioköslI.Genuss

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jamilienwllacbricbtcn»

Meteorologische Beobachtungen der Station Gietzen.

Mai

Wetter

1910

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Erne auffallende Frische

^nmmarklir fAr Kranke. (Geisteskrank* ausgeecbloss) Kl OUIUIII6IRUI IUf Behagl. eingencht. kl Anstalt Spezial- RftHRIAM Heilanstal«. Neue GesellBcb Räume. M WM«MBr*flJBBFl offene u. geschloss. Liegehalle. Knbt

Vr Ir schartiger Park. Sorgsame Behänd-

K^l M ull Inne und Verpflegung. Diätkuren. " e (Dependance füx Minderbemittelte.)'

Prospekte franko. M

Dr. M. Schulze-Kahleys*. Nervenarzt.

WMfli Sanatorium Hofheim un Taunus

Sonnenschein Bed. Himmel Sonnenschein

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Mrchtictze rractzriehten.

Evangelische (oemeinoe.

Mittwoch den 18. Mai, abends 8 Uhr: Versammlung des Frauenvereins und der Vereinigung konfirmierter Mädchen der M a r k u s g e in e i n d e.

sparkassen beschlosien. An dieser WohlsahrtSeinrichtung können auch Nichtmitgliedcr teilnehmcn.

(.) Gedern, 13. Mai. Gegen 1 ?4 Uhr ging gestern ein Hagelwetter nieder, das nahezu 2 Stünden an- hielt und die Winterfrucht beschädigte.

R.B. Darmstadt, 16. ^Icai. Ein Gro s;-Logen» tag der deutschen Freimaurerlogen iand wäh­rend der Pfingstseicrtagc in den Räumen der hiesigen Loge Johannes der Evangelist zur Eintracht" statt. Zur Teil­nahme an den Beratungen waren Vertreter aus allen acht deutschen Groß-Logen erschienen.

x U si n g e n , 16. Mai. Gestern mittag ging über unsere Gegend ein wolkenbruchartiger s4 ftunbtacr starker Gewitterregen nieder, der mit starkem Hagel vermischt war. Die Schlossen bedeckten den Boden in eurer Höhe von 45 Zentimeter und haben in Feld und Garten, besonders den Obstbäumen, viel schaden zugefügt. Im unteren und mitt­leren Lahntal hat es am ersten Feiertage bis gegen Mittag stark geregnet.

Gestorbene: Frau Iakobine Sudheimer, geb. Bock, in Grünberg. Frau Amalie Spier, geb. Stern, in Bruchenbrücken. Herr Johannes Birkenstock in Angenrod. Fräulein Anna Schreiner m Heidelbach. Fräulein Anna Klara Keck in Alsfeld. Herr Kurl Rehm in Wetzlar. Herr Heinrich Möglich in Volpertshausen. Frau Luise Endemann, geb. Rouffeled, ut Marburg.

Vüchertisch.

Aus dem Inhalt desJunihestes von,Wefter* manns Monatsheften". Muller. Roman von Albert Geiger. Ter fromme Theophil. 9toucÜc von I. I. David. Jakob Julius David. Ein Ermneruiigsblalt non Richard Mana Werner. Wilhelm von Humboldt im Uebergaiig zu staals- männischer Tätigkeit. Bon Prof. 2r. Karl Berger. Fritz Over­beck, der Worpsweder. Bon Karl Krummacher (Reich illunr.). Oberammergau. Bon Tr. Aiax Kemmerich. (Reich illustr.). Wandern und Reisen zu Großvaters Zelten. Bon Tr. Alois Dreper. (Mit zahlreichen Abbildungen). Tre Glocken der Heunal. Roman voii Adam Müller-Guttenbrunn. Wie aus nur cm Türke ward. Ein Erlebnis von W. Toroschemiljch. Aus den Liedern des Leierkastenmannes. Bon Eäsar Flaischlen. Trama- tijche Rundschau, Bon Tr. Friedrich Tüsel. Musikalische Rund­schau. Boii Dr. Walther Paetow. Naturwissenschaftlicher Rund­schau. Bon Tr. med. Hermann Aioeser. Literarische Rund­schau. Einschaltbilder nach Werken von Rembrandt, Schwind, Teltmann, Hans Licht, August von Brandis, Beruhard Paukok u. a.

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Geburten: Herrn Dr. Appel in Büdingen eine Tochter.

Verlobte: Fräulein Agnes Knuth tn Knacksen (Pommern)

Herrn Heinrich Wettläufer m Alsfeld. Fräulein Anna Hof­mann mit Herrn Richard Stoffel, beide in Echzell. Fräulein Lina Schmidt mit Herrn Karl Jungk, beide in Borsdorf. Frau- lein Auguste Kemmer in Frankfurt a. M. mit Herrn Richard Schönheit in Reibertenrod. Fräulein Wilhelmina Glaßmann in Newyork mit Herrn Wilhelm Hartmann in Alsfeld.

Höchste Temperatur am 15. bis

Niedrigste , 15.

ttn aanzcnKörper machte sich bemerkbar. TrossingenlWürttem' berg), 12. Okt. 1909. Teile Ihnen mit, daß ich bis letzt 2*/, Pakete Bioson" bet Blutarmut verbraucht habe und das Getränk genau nach Vorschrift zubereitetc. Schon nach Gebrauch von 2 Paketen konnte ich zu meiner Freude eine auffallende irische im aauzen Körper konstatieren und mein Aussehen besserte sich von Taa zu Tag. Ich habe bisher 9 Pfund zugcnommen und kann .innen ferner nuttcilcn, daß seit dem Gebrauch vonBioson" der Truck vom Kopse gluvickcn ist, den ich sonst regelmäßig morgens beim Aufstehcn verspürte. Mit Ihrem Präparat bin ich sehr zufrieden und werde dasselbe überall empfehlen. Hochachtend! E. Ulrich, Gartenstraftc 19. Unterschrift beglaubigt: Keller, Bez.Notar. Bioson ist das beste und billigste Kräftigungsmittel. Paket 3Mk. in Apotheken, Trogerien.

Spidplan der vereimgteo granffurter Stadtcheater.

Opernhaus.

Dienstag'): .Fra Diavolo." Mittwoch, abends 6 Uhr :Sieg- fried." Donnerstag: ^Figaros Hochzeit." Freitag, abends 6 ll^r Götterdämmerung". Samstag:Dlargarcthe." Sonntag:Hofs- manns Erzählungen." Montag, abends 71/, Uhr: ^Tie geschiedene Frau." Dienstag: ,Madame Butterfly." Mittwoch, abends 6'/- Uhr:Rienzi."

Schauspielhaus.

Dienstag'):Ter Herr Verteidiger." Mittwoch:Der Herr Verteidiger." Tonnerstag:Iphigenie ans Taunus." Freitag, abends 71/, Uhr:Wenn der junge Wein blüht." SamStag'. Tie Journalisten." Sonntag:Ter Herr Verteidiger." Montag: Iphigenie auf Tauris." Dienstag:Lumpazivagabundus." V'ttn- woch:Nathan der Weise."

*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.

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3. Die Schüler sollen lernen, wie sie den Inhalt emes Buches zu ihrem geistigen Eigentum machen können.

4. Ter Lehrer must auf die Prwatlektüre des, Schülers Einfluß zu gewinnen suchen, indem er sie aus die nichtöffentlichen Bibliothelen und Lesehallen hinweist und die Erwerbung guter billiger Bücher anregt. Erwünscht ist, dast die Fortbildungs­schulen eigene Bibliotheken haben.

£ljnc Aussprache wurde eine Entschließung Sonncrnann- Breme.it abgelehnt, in der es heißt:Die Fortbildungsschule, wie sie heute bestehl, entspricht den Jitteressen des kapttaliitischen Klassenstaates, und sie einordnen wollen ui den allgemeinen Er­ziehungsorganismus zu hannonischer Ausbildung von Körper und Geist, heißt die kavitalistische Gesellschaftsordnung bekämpfen."

Der Antrag bezüglich der Zeitungslektüre in den Schulen wurde abgelehnt, die Frage soll auf einer späteren Tagung er­örtert werden.

Den zweiten Punkt der Tagesordnung der Vereinigten Deut­schen Prüfungsausschüsse bildete die Frage, tob Fragen der Welt­anschauung erörtert werden dürften in Büchern für die schul­pflichtige Jugend und m Büchern für das reifere Alter.

Die Leitsätze des Rektors Samu 1 cit - Rixdorf lauteten:

1. Jedes dichterische und wissenschaftliche Werk ist aus dein Boden einer bestimmten Weltanschauung erwachsen und darf wegen dieses Umstandes allein der Jugend nicht vorenthalten werden.

2. Dem schulpflichtigen Kinder können Bücher, welche die dem Schulunterrichte und der Schulerziehung zu Grund liegende Wektanichauung bekämpfen, sowohl aus pädagogischen als auch aus tüustlenschen Rücksichten nicht empfohlen werden.

3. Den zu selbständigem Denken Erwachten und aus eigenem Triebe Suchenden muß die Möglichkett geboten werden, die wichtigsten und verbreitetsten Lehren über die letzten Fragen des -Zeins aus den Schriften ihrer besten Vertreter selbst kennen zu lernen.

Die Vcriammiung erklärte sich im wesentlichen mit den Leit­sätzen einverstanden.

In einer weiteren Rebenverfammlung, die unter dem Vorsitz von Lehrer T r e n s ch - Berlin stand, sprach Prof. Tr. Rein- Jena über: Die deutsche Lehrerschaft und das Deutschtum i m Auslände.

Ter Redner führte aus, daß über 30 Millionen Deutsche, also mehr als der dritte Teil der deutschen Pollsabstammung, außerhalb der Reichsgrenzen wohnen und der im Verteidigmigs- kampse für die Erlialtung deutscher Sprache und Volksart gegen die Uebergrisfe der Magparen, Italiener ufw. stehen. Diese Aus- landsdeutichen, auch jenseits des Meeres, wirkten als Pioniere deutscher Kultur und deutscher Wirtschaftsmacht. Diese Volks angehörigen deutsch zu erhalten, müsse jeber gute Deutsche sich zur Lebensaufgabe machen, und ein Sieg in dieser Sache würde nicht nur innerhalb, sondern auch außerhalb der Reichsgrenzen die Sache des deutschen Volkes fördern. Von der deutschen Lehrerschaft dürfen wir fordern, daß sie an der Arbeit teil nimmt, die sich der Verein zur Erhaltung des Deutschtums im Auslande als Ziel gesetzt hat. Vor allem könnte im Geschichtsunter­richt mehr geschehen durch Hinweis auf das Leders und Wirken der Ausländsdeutschen in den Ostseeprovinzen, in Siebenbürgen, Rußland, Palästina usw. Auch in der Geographie könnten die Kinder mit Nutzen darauf hin gewiesen werden.^ Sie würden davon lieber etwas hören als von den punischen Kriegen. Auch das Lesebuch sei ein Mittel zum Zweck.

In der Aussprache begrüßte es Lehrer T e n n i g , daß endlich aus einem deutschen Lehrcrlage diese Frage besprochen worden sei. Er stehe selbst 32 Jahre im Auslandsdienst und halte es für eine Lebensaufgabe des deutschen Lehrerstandes und der deut­schen Schule, zu der Arbeit des Vereins zur Erhaltung des Deutschtums im Auslande Stellung zu nehmen.

Hierauf wurde folgende Entschließung von Dr. am Rhein angenommen.

Tie Teilnehmer an der Versammlung begrüßen auf das freudigste den Hinweis auf die wichtigen Wechselbeziehungen der großen beiden Faktoren unseres nationalen Lebens und bitten den Deutschen Lehrerverein um Mitwirkung an der Ar­beit für das Deutschtum im Auslande und um Förderung der au| organische Festigung des kollegialen Verhältnisses zu den deutschen Auslandslehrern gerichteten Wünsche."

Deutscher Turnlehrertag.

ii.

R. B. Darmstadt, 15. Mai.

Tie zweite Sitzung der Delegierten des 17. deutschen Turn­lehrer tages beschäftigte sich zunächst mit geschäftlichen Angelegen heilen. Es wurde u. a. einPreußischer Turnlehrerverein" ge­gründet, der als Zweigverein dem Allgemeinen deutschen Turn lehrerberein unter dem Vorsitz des Turnlehrers R o s s o w - Berlin- Steglitz angegliedert ist. Von den rnsgesantt 3000 preußischen Turnlehrern traten sofort ca. 1800 der neuen Vereinigung bei. Zum Lrt der nächsten, im Jahre 1914 stattfindenden Tagung wurde Breslau bestimmt. In der nach der Vertretersitzung g'tattgehabtcn allgemeinen Versammlung unter Vorsitz von Prof. K o h l r c n s ch - Hannover hielt zuerst Obertunttehrer Echter- nach-Hagen i. Wests, einen Vortrag überT a s ortho- di s chc Schulturnen". Ter Redner betonte, daß in der Schulzeit in geradezu beängstigender Weise gewohnheitsmäßige Haltungsfehler bei vielen Schülern auftreten, die zu Schiefwuchs mit deutlich wahrnehmbaren anatomischen Veränderungen des nor­malen Rumpfskeletts sühren müßten. Dagegen müsse die Schule mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln durch eine planmäßig aus geübte, vorbeugende Tätigkeit kämpfen. Sie müsse in Ver- .bindung mit den Schulärzten usw. aus Mittel und Wege sinnen, Rückenschwachc und Haltungsfehler, sowie die anfänglich meist nur leichten Formen eines beginnenden Schiefwuchses direkt zu be­kämpfen und zwar durch ein ihr zu Gebote stehendes und von vielen Fachorthopäden anerkanntes Hilfsmittel, das Turnen in Sonderabteilungeii. An diesem orthopädischen Schulturnen, das sich da, wo es eingerichtet wurde, auch sehr gut bewährte, sollen nur Kinder mit schwachen Rückenmuskeln, schlechter Haltung und den leichtesten Formen von Verkrümmung der Wirbelsäule teil- nebmen. Dieses orthopädische Schulturnen dürfe sich niemals der Anstaltsbehandlung nähern: es solle vielmehr von Lehrern und Lehrerinnen als angewandtes Schulturnen erteilt werden unb dürfe keinerlei besondere Unkosten verursachen. Nach einer kurzen Be­sprechung, in der den Grundsätzen des Redners im Allgemeinen beigestimmt wurde, hielt Seminarlehrer K u n a t h - Bremen einen Vortrag über die Frage: Inwieweit bedürsen volkstümliche Hebungen, Spiele und Wanderungen für die körperliche Erziehung der weiblichen Jugend der Berücksichtigung? Als unbedingt not­wendig zur körperlichen Erziehung der jungen Mädchen bezeichnete der Redner die Freiübungen und die Hebungen mit Handgeräten, weiter Spielen, Wandern, Schwimmen und Eislausen, überhaupt möglichst viel Bewegung im Freien. Dafür sei eine der weiblichen Eigenart Rechnung tragende und größtmöglichste Bewegungsfrei­heit gestattende Kleidung erforderlich. Der Stoss zu den Hebungen müsse dem deutschen Turnen entnommen werden, wobei Än regungen aus fremden Turnsystemen entnommen werden könnten. Zu volkstümlichen Hebungen sollten nur solche gewählt werden, die der Eigenart der Mädchen entsprechen. Auch dieser Vortrag sand sehr beifällige Aufnahme. Am Nachmittag sand im Kaiser­saal ein Festessen und anschließend daran Spaziergänge statt.

Am Sonntag unternahmen viele der Teilnehmer Turnfahrten, in den Odenwald, eine Anzahl begab sich auch nach Lauter­bach, dem Geburtsort von Adolf Spieß.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 17. Mai 1910.

** H o ch z e i t i m Ha u s e S o l m s - L i.ch. Infolge der Reise unseres Großherzvgs nach Englund zur Beisetzung des Königs Eduard ist, wie man uns aus L i ch schreibt, die ursprünglich aus den 21. d. Mts. festgesetzte Hochzeit der Prinzessin Dorothea zu Solins-Hohcnsölms-Lich mit dem Prinzen Hermann zu Stolberg-Werningerode auf Diens­tag, 21. ds. Mts. verschoben worden. Außer dem Groß­herzogspaar wird u. a. auch der Grostherzog von Mecklcn bürg den Vermählungsfeierlichkciten im Schlosse beiwohnen. Am Vorabend der Hochzeit wird von der Stadt und sämt­lichen Vereinen eine Huldigung in Form eines Fackelzuges dargebracht; am Hochzeitstage selbst bilden die Jungfrauen der Stadl beim Zuge aus der Kirche Spalier. Bei der Trauung in der Mauienstifrskirche wirten der Kirchengcsang- verein (gemischter Chor) und der Gesangverein ,/£acili!i" 5bei.de unter Leitung von Herrn Lehrer Wilh. Zimmer), sowie eine Kammersängerin au5 Darmstadt mit.

** Stadttheater. Nochmals sei auf das Abonne­ment für die Operetten gast spie le hingewiesen, das gegen, die Einzelpreise eine außerordentliche Ermäßi­gung bedeutet und in Verbindung mit den Gutscheinen außerordentliche Vorteile gewährt. Abonnementsanmeldungen werden jederzeit zu den Geschäftsstunden im Theaterbureau angenommen und Teilabonnements werden auch noch nach der ersten Abonnementsvorstellung ausgegeben.

** Ausflugder Gießener Bäcterinnung. Die nach arbeitsreichen Tagen bzw. Rächten entstandene "Pause benutzten die Gießener Bäckermeister zu einem Fa­milienausflug nach dem Rotbenberg bei Bieber. Was der vielachsigc Sonderzug der Biebertalbahn an Männlein und Weiblein jeden Alrers nur zu fassen vermochte, wurde am 2. Pfingsttag gegen 1 Uhr mittags in das Biebertal be­fördert. Mit Musik ging es nach der Höhe, lpo unter grünen Buchen die Zelte ausgeschlagen mürben. Bald bro­delte auf einem zünftigen Ofen der Kaffee und das bei unfern Bäckermeistern ia unschwer zu beschaffende Gebäck bildete den festen Zusatz zu dem braunen, Trank. Daneben sprudelte eine ergiebige, anscheinend unversiegbare Bier­quelle, und die Fröhlichkeit trat in ihre Rechte. Musik und Gesang, und so gut es bei dem laubbedeckten unebnen Boden ging, auch ocr Tanz, sowie Kinderspiele mit Prämienverteilung schassten allerlei Kurzweil. Obermeister Frey hielt eine tresslichc Ansprache an die Teilnehmer, begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste und wünschte der Feier besten Verlaus. Rach Beeiidigung des Waldsestes zogen die- Teilnehmer nach dem Schlierbachschen Garten­saal in Bieber, wo eine Rachfeier mit Tanz improvisiert wurde. Rach 9 Uhr brachte der Sonderzug die Aäisflügler mit ihren Familien und Gästen wieder nach Gießen.

-r. Ulrichstein, 14. Mai. .Heute nachmittag r/»2 Uhr zog ein schweres Gewitter über unsere Gegend. Em falter Blitzschlag traf hier den Schornstein des Gesellschafts- backbauses und ein anderer eine im Orte stehende Linde. In dem benachbarten Helpershain schlug der Blitz in das Wohnhaus des Drechslermeifters Karl Hohniänn II. Im Augenblick stand das ganze Gebäude in Flammen. Es brannte das Haus nebst ötailung und Scheine voll­ständig nieder. Rur einige Kleidungsstücke tonnten die Be­wohner retten, sonst ist alles ein Raub der Flammen ge­worden. Außer den Gebäuden soll nichts versichert fein. Der Bürgerschaft ist es zu danken, daß das Feuer nicht weiter um sich griff, denn die der Brandstelle benachbarten Häuser sind eng zusammengebaut. Auch der Dachstuhl des über der Straße liegenden alten Schulhauses war ange- brannt.

Ulrichstein, 14. Mai. Ter Wanderplan des Zweig- Vereins Ulrichstein vom Vogelsberger Höhentlub ist für 1910 wie folgt festgelegt: 22. Mai: durch den Sberwald nach Feldkrücken. 4. Juni: Taufstein (Bismarckturm-Einweihung), Hoherodstops. 19. Juni: Bobenhausen II, Schmitten, Wei­ckartshain, Grünberg (zurück mit Leiterwagen von Mücke). 3. Juli: zum Hoherodstopsfest. 18. Juli: durch den Lber- wald nach Engclrod. 14. August: über Lohmühle, Wlld- frauenhans, Wohnfeld nach Bobenhausen II. 12. September: über den Eckmannshain, Stumpertenrod nach Lber-Oymen. 2. Lktober: Beteiligung an der rot-weiß-Band-Wandcrung über Romrod nach Alsfeld. Ter Geflügclzuchtver- ein von Ulrichstem und Umgegeno bat beschlossen, die dies­jährige Gcflügelausstellung um 8 Tage zu verlegen und erst am 18. und 19. Juni dahier abzuhallen.

§ KaulstoS, 14. Mai. Heute wurde die hiesige Gemeindejagd (2000 Morgen Feld und 150 Morgen Wald) in zwei Abteilungen auf 6 Jahre verpachtet. Das Jagdgebiet rechts der Nidder erstand Zahnarzt Jäger-Gießen für 330 Mk., das links der Nidder (Altcburggebiet) Fabrikant Steinbrcnner-Dortelwcil für 400 Mk. Die Gemeinde hat gegen die letzte Verpachtung einen Mehrerlös von 254 Mk.

? Aulen-Diebach, 14. Mai. Bei der Beigeord­netenwahl wurde der Landwirt Friedrich Dittmann von derschwarzen Partei" mit 40 Stimmen gewählt. Der Kandidat derNoten" erhielt 38 Stimmen.

C Einartshausen, 16. Mai. Nachdem man 16Tage vergeblich nach der Leiche des Arbeiters Lehr von hier gesucht hatte, fand man sie auf dem Grunde eines Teiches, in den sich der Verschwundene gestürzt hatte, an­geblich aus Gram über die ihm gemachte Eröffnung, daß er auf die Trunkenboldliste vom Kreisamte gesetzt worden fei. Für die Abtastung des Teiches war cm Kostenaufwand von etwa 100 Ml. erforderlich.

X Schotten, 14. Mai. Ein äußerst günsüges Er­gebnis zeigt der Jahresbericht der vor fünf Jahren ge­gründeten Spar- und DarlehnSkasse (e. G. m. u. H.). Der Gesamtkasienumsatz betrug über 3 Millionen. An 377 Mitglieder konnten 1146 Mk. Dividende verteilt werden. Aus der Hauptversammlung wurde die Einführung der Heim­

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