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zersplitterte die Holzteile vollständig. — Im Felde von Hering, am Schloß Otzberg, schlug der Blitz mehreremal in Cbflbäunie em und richtete großen Schaden an.
rni T a r m fta b t, IG. Mai. 2B a h Ib c ei n f fu f f u n gen. In ber hcimgcn Sitzung beo Provinzialausschusses i er Provinz Starkenburg wurde der Rekurs- des Philipp ;.;[C Il.-Bürslabt und ber ber Gemeinde Bürstadt verhandelt. \;lc ji )vau am 21. Juli 19U9 zum Bürgcrincislcr von Bürstadt nnt einer Stimmenmehrheit von 73 Stimmen qegen seinen Gegenkandidaten Franz Hingclbad) III. gc rnahlt worden. Das Kreisamt Bensheim, sowie der Krcis- aussüiuß bestätigten aber die Wahl des I. nicht, da seine politischen Anschauungen nicht dazu geeignet seien und auch jcl seiner Wahl Becinilussungen ocr Wähler dureh Spenden von Freibier vorgckommen seien. Rechtsanwalt Tr. Osann, ocr den I. vertrat, fuhrt aus, daß die Unsitte des Freibiers sich so eingebürgert habe, daß es unmöglich wäre, ihr zu entgehen. Sic sei nur bann anfechtbar, wenn durch diese Spenden die Wähler nachweislich beeinflußt worden mären. Tics sei aber nicht der Fall und so beantrage er die Wahl des I. für gültig zu erklären. Ter Ausschuß verwarf den Rcturs. Tic soften l>ar er zu tragen. — Auch die Gemeinde Bensheim hatte Rekurs eingelegt, doch wurde dieser ebenfalls verworfen, und muß die Gemeinde sowohl Die Kosten, als auch eine .Aversuonalstrafe von 25 Mart zahlen.
R.-B. Darmstabt, 16. Mai. Gcsangswett streit. AuS Anlaß seines 30jährigcn Bestehens hatte der Gesangverein „Harmonie" in den Pfingsttagen hier einen nationalen Gesangswettstrcil veranstaltet, an dem zahlreiche Gesangvereine aus Sübwcst-Deutschland teilnahmen. Nachdem cm allgemeiner Kommers am Samstag stattgefundcn hatte, begannen Sonntag vormittag im Mctthilbcnhöhe-Saal und im Rummelbrau-Saal bas Klassensingen ber Stadt- und Lanb ttassen, sowie bas Ehrenfingen. Es fanden Prcissingen in ^wci Stadtklafscn und der Landklassen, sowie Ehrensingen, dazu kam ein höchstes Ehrensingen um zwei Ehrenpreise des Großherzogs und der Kaiserin von Rußland, einen goldenen Becher und einen goldenen Kelch. In der ersten Stabtklassc siegle „Tcutonia"-Sprcndlingen, die auch den ersten Ehrenpreis errang; den zweiten Ehrenpreis erhielt „Liederkranz"-langen und den dritten Preis „Sängerbunb"- Mannheim-Käserthal. In ber zweiten Stabtklassc erhielt „Sanssouci" Rhcyb den ersten Preis, der Brobt'sche Männer chor zu Hanau oeft zweiten und das Männerquartett Ncu- Isenburg den dritten Preis. Tie beiden erstgenannten cr- ! netten auch je einen Ehrenpreis. In der ersten Landklassc bekam den ersten Preis „Germania"-Hausen b. Dieburg, beit zweiten „Frohsinn'-Obertshausen, den dritten „Eintracht Sprendlingen, den Ehrenpreis „Germania"-Hausen. In der zweiten Landklassc erhielt den ersten Preis „Läcilia"- Gonsenheim bei Mainz, den zweiten „Germania"-D u den - :,ofeit, den dritten „Einigkeits-Mainflingen, bett vierten .N'ännergcsangvercin Heppenheim, den Ehrenpreis „Eäcilia"- Gonsenheim. In der dritten Landklasse erhielt den ersten Preis „Evncorbia"-Roßdorf, den zweiten „^ängerlust"- Weiherstadt, den dritten „Sängerlust"-Bretzenheim b. Mainz, den vierten „Polyhymnia "-Nicd.-Roden, den fünften Männer- csangvercin-Kmdheim b. Mainz, den sechsten „Sängerlust"- Iugenheim, den Ehrenpreis „Eoncordla"-Nos;dorf. Im Singen für noch nicht preisgekrönte Vereine erhielt das Doppelquartett -Friedberg den ersten, „Frohsinn"- Bra uns Hardt den zweiten Preis. Im höchsten Ehren, hngen der Stadtklassen um den Preis des Großherzogs inegte „Liederkranz"-Langen, im höchsten Ehrensingcn der ^andklassen um den Preis der Kaiserin von Rußland siegte Eäcilia"-Gonsenheim. Den vom preußischen Gesandten Frhr. v. Rücker-Janisch gestifteten Ehrenpreis für die höchst erreichte Punktzahl erhielt „Sanssouci"-Rheyd. Dieser Verein brachte auch heute früh dem preußischen Gesandten, der bei bem Preissingen selber zugegen war, und die Sänger aufs freundlichste empfing, auf seiner Villa „Nosenhöhc" ein Ständchen dar.
Mainz, 17. Mai. Am SamLtag abend um 11 Uhr lürzte der 35 jährige SchifiSlellner Karl Gg. Gering aus .assel auf dem vor Anker liegenden Salonboot „Kaiserin Uugusta Viltoria" über Bord in den Rhein und ertrank.
Mainz, 13. Mai. Vor einiger Zeit erregte der Diebstahl einer teueren Platinaschale in der Darm, iiädter Technischen Lehranstalt Aufsehen, bis heute aber hatte man von dem Dieb keine Spur. Nun hat ein Arbeiter, der hier m Untersuchungshaft sitzt. Weil er im Technikum zu Bingen ein wertvolles Reißzeug gestohlen hat, den dringenden Verdacht auf sich gelenkt, auch der Dieb der in Darmstadt gestohlenen Gegenstände zu sein. Neben der Platinschale wurden damals auch Reißzeuge gc- stöhlen.
Aus Hessen, 16. Mai. Der vermögende Landwirt Roth aus Florstadt, der kürzlich mit zwei weiteren Wilderern bei Stammheim unter für ihn sehr gefährlichen Umständen abgefaßt und verhaftet wurde, hat sich im Amtsgerichtsgefängnis zu Altenstadt in seiner Zelle erhängt. - - Der Oberrealschüler Roussclle in Klein-Stein- deim erdichtete vor einiger Zeit einen Raubanfall, dessen Opfer er geworden sein wollte. Lange suchte die Staatsanwaltschaft nach dem Räuber, es wurde auch eine hohe Prämie auf feine Ergreifung ausgesetzt. Bor einigen Tagen mußte der Schüler nun, in die Enge getrieben, emgestchen, daß er die ganze Schauermär erfunden habe, und nun hat Rousselle Gift genommen. Er liegt bedenklich krank im Hanauer Krankenhaus.
? Aus dem oberen Kleebachtal, 16. ALai. Jetzt erst läßt es sich übersehen, mit welcher Heftigkeit der Gc- nnttersturm am 11. b. Mts. in den Waldungen unserer Gegend gehaust hat. Rach beit Ermittelungen der Forst- beamten wurden in den Gemeindewaldungcn von Ebers- c-chns, £bcr= und R-iederkleen, sowie in Rieder- und £ber» iaetz über 1300 Festmeler Eichen- mit» Rädelhotz vom Srurmc umgefegt. Auch die in der Touristenwelt bekannte dicke Fichte''am Wege von Bonbaben nad} Laufdorf, ein weit bekanntes Wahrzeichen, ist dem Sturm zum Opfer gefallen. Tie Gemeinde Ober-Wetz verlor 150 Obstbäume. Merkwürdigerweise sind bic in unmittelbarer Nähe gelege- u'.en Gemeinden Groß Rechtenbach und Weibenhausen votl- Mndig verschont geblieben.
f] Marburg, 16. Mai. Das seit Jahren schwebende Projekt, die weit auscinanberliegenden Stadtteile Marburgs Lurch eine elektrische Bahn zu verbinden und diese an Stelle der Pferdebahn treten zu lassen, ist neuerdings wieder
m den Vordergrund der Betrachtungen getreten. Der vor- beratenbe Ausschuß hat einen Entwurf ausgearbeitet, der rund 300000 Mk. Anlagekosten berechnet, die durch eine tädtische Anleihe aufzubringen seien. Man veranschlagt ine Jahreseiunahme von 59 400 Mk., denen 55 230 Mk.
Betriebskosten gegen überstehen. Die Stadtverordneten werden ich nächstens mit der Vorlage beschäftigen.
fc. Hanau, 16. Mai. Morgen findet in Hof Trages, ! kreis Gelnhausen, die Beisetzung des am 10. Mai in Münster i. Wests, verstorbenen Dr. jur. Leo v. Savigny, Geheimer RcgierungSrat und 0. 0. Professor der Rechte in der dortigen Familiengruft statt.
fc. Wiesbaden, 14. Mai. Der Sohn des wegen Brandlegung auf seiner Hofceite vorgestern verhafteten Landwirts Cramer in Biersladt wurde wegen bringenden Verdachts der Mittäterschaft auch in Untersuchungshaft genommen.
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Bayreuth, 11. Mai. Tas hiesige Schwurgericht verurteilte nach mehrtägiger Vcrhanblung den 74jährigen Lberlanbesgerichtsrat a. T. Greiner von ftronbatf), der feit vielen Jahren Mündelgclberunter- schlagen unb Akten vernichtet hatte, zu vier Jahren Zuchthaus unb zehn Jahren Ehrverlust. Lechs Monate Untersuchungshaft würben angerechnet.
Universitäts-Nachrichten.
Heidelberg, 14. Mai. Mit dem heutigen 4. Lage, zugleich dem letzten Auinahmetage, erreichten die I m m a t r i k u - la tionen an der hiesigen Universttät für das laufendeSoinmer- jemesler die Zahl von 1U27 und damit die bisher höchste Aufnahmeziffer.
Der Raubmord in Dorndiel.
In dem von uns bereits mehrmals besprochenen Mord an dem Spezereihändler W. Bachmann wird uns noch gcidnicbai:
Torndiel bei Großumstadt, 16. Mai. Ungeheure Aufregung herrscht in unserem 200 Einwohner zählenden Dörfchen über den in der Nacht auf 11. Mai verübten M ord an dem 36jährigen Spezereihändler W. Bachmann. Fast die ganze Gemeinde verlangt die schleunige Verhaftung eines Mitbürgers, der sich sehr verdächtig gemacht haben soll. Bemerkenswert ist, daß sämtliche Polizeihunde feine andere Spur verfolgt haben, als die nach dem Hause des Betreffenden, eines Nachbars, was aber damit erklärt wird, daß dec Mann auf die Hilferufe der Frau des Ermordeten erschienen unb im Blute herumgetreten sei, wie er selbst angab. Nun wird aber behauptet, daß er überhaupt nicht in das 3immer gekommen sei. Man wird aber die Maßnahmen der Behörden abroarten müssen. Eine Anzahl von Leuten ist so verängstigt, daß nachts Licht in den Häusern gebrannt wird und teilweise ein Erwachsener Nachtwache hält.
Lustschiffahrt.
Vom Flugplatz Johannistal.
Johannistal, 15. Mai. Beim Fliegen um den Früh- preis legte gestern Baron de Caters bic vorgeschriebenen drei Runden in acht Minuten 251/, Sekunden und von Cor- rissen in neun Minuten^ 3'/. Sekunden zurück. Kapitän Engelhard erzielte für den Passagierprcis 17 Minuten. Für den S3 a u c r r l u g starteten Ieannin , ber eine Stunde und 23 Minuten fing, Fre » , ber 35 Minuten in ber Luft blieb; beide mußten aber wegen Gewitters landen. Im Verlaufe der Flugvor- nihrungen ereigneten sich mehrere Unfälle. Heute wurden die Flüge lortgesetzt. Es wurden keine besseren Ergebnisse erzielt.
Ein Unfall in Atunchcn.
München, 16. Mai. Ter Flieger Henry Weiß aus Paris, welcher hier eine Reihe erfolgreicher Flüge gemacht hat, unternahm gestern mit einem fremden Apparat einen Probeflug. Er stürzte aus einer Höhe von 30 Metern ab. Ter Apparat wurde zerstört. Weiß blieb unverletzt.
sagte, erkannte er auch die junge Tarne, mit der er am Morgett geivrochen hatte, bic ihm zum Abschied einen Rosenstrauß überreichte. Ta iagte Bismarck zu ihr:
„Wir sehen uns hier unten auf dieser Welt nicht wieder. Ter alte Löwe zieht fick grollend in feine dunklen Wälder zurück. Habe Tank für das, was du mir in meine Einsamkeit umgibst. — Mein Werk, Gott, war nicht vergebens: cs wird fortbestehcn. Denn wenn Deurschland Männer schwach werden, werden feine Frauen stark s ei n."
Kleine Tagcschronik.
Der „Lokal-Anzeiger" meldet au§ TI ü nchen : Ein 1 4 jäh - tiger Gymnasiast, dec Sohn eines Obersten, hat sich erhängt, wie es heißt, mtS hochgradiger Nervosität.
In Rom hielt am Sonntag m Gegenwart des Königs, des Herzogs der Abruzzen sowie einer Reihe geladener Gäste der N o r d p o l f a h r c r P c a r p einen Lichtbildervor- trag über bic Entdeckung des Nordpols.
Die Ausstellung München 1910 wurde am Samstag vormittag durch den Prinzrcgcnten eröffnet.
£>akiOci und Verkehr, Volkswirtschaft.
— I ni Postdien ft treten, wie uns berichtet wird, mit dem 1. Juli eine Reihe von Neuerungen in Kraft, bic ür das Publikum Interesse haben. Jur Erleichterung des Nachnahmegeschäfts wird die Benutzung von Nachnahmekarten und Nachnahmepaketadressen mit anhangender, vom Publikum vorzuschrechender Postanweisung zugelassen, die Entrichtung wird obligatorisch vom 1. Januar 1911 für alle Nachnahmesendungen emgefüftrt. Für einfadK Pakete werden fernen auf Verlangen für eine Gebühr von 10 Pfg. (Smlicfcrungäidicinc ausgestellt. Um den Schalterverkehr zu beschleunigen, ist das V o r s ch r e i b e n der P o st e i n l i e f e r u n g s s ch e i u e für alle Bersenüungsarten seitens des Puhftkums. gestattet. Tte Scheine werden in Blocks kostenlos abgegeben. Die Scheine sind vom Publilum soweit auszusullen, bau der Beamte nur den Postvcrmcrl ausfertigt, stempelt und bet Wertsendungen das Gewicht einrückt. Ferner werden Postanweisungen mit anhängendem Lieferungsschein ausgegeben, die ebenfalls das Publikum aus- üUt. Tiefe Einrichtung soll eine dauernde werden.
Ulonatl. Ueversicht Ser Todersälle in der Stadt Sichen. Mouat April 1910.
Einwohnerzahl: angenommen zu 31 800 (inlL 1600 Alaun Militär).
Kinder
Anm.: Die ui Ulanuncrn gejeuun Ziffern guven an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Es starben an: Zusammen:
Erwachsene:
1. L
im ebensjahr:
vom
2.—15. Jahr
Masern
2
—
—
2
Tiphlhcrie
1(1)
—
—
Kl)
Lungeneutgündung anderen Hungen-
13 (3)
10 (3)
2
1
krankheiten
4
3
—
1
Tuberkulose
«(4)
H(4)
—
—
Herzkrankheiten
6(3)
6(3)
—
—*•
^chlagflutz
Heber- und Darm-
4
4
—
—
erkrankungen
6(4)
6(4)
—
•—
Blinddarineiitzündung 1 (1)
KD
—
—
bösartt Geschlvuljien
6(3)
6(3)
—
—
Selbstmord
3
3
—
—
Verunglückung
KD
KD
—
—
anderen Krankheiten 13 (5)
6(3)
4(1)
3(1)
Summa:
63 (25)
54 (22)
6(1)
8(2)
Allgemeine Wetterlage seit gestern srüh: Unter der Herr- chaft des großen 9lordeuropa bedeckenden Hochdruckgebietes dauert bei nordöstlichem Winde das heitere und recht ivarme Wetter an. Flache Randtvirbel haben gestern nur ganz vereinzelt Gewitter gebracht. Regen fiel nirgends. Tas über ber Bistayasee lagernde Tiefdruckgebiet eulivickelt jetzt über Deutschland stärkere Gewitler- wirbel, so dag setzt zahlreiche Gemüter sich einstellen.
Wetteralissichten in Hesfen am Mittwoch dem 18. Mai 1910: Zeitweise wolkig und in vielen Gegenden Gewitter, vorerst noch ehr warm, später kühler.
Bismatd über die Krauen.
9uxi) nicht veröffentlichte Aeußerungen des Fürsten Bismarck über die politischen Verhältnisse in Teutschland, insbesondero einige für den großen Staatsmann höchst charakteristische Ausführungen über die Frage, ob und inwieiveit die Beteiligung der b c u t j d) c n Frauen an b c n Kämpfen der Tagespolitik wunsdicnsiuert fei, teilte der konservative Polttiker Wolfgang Eifenhart-Naumburg in cütem Vorträge mit, den er im konservativen ZlreisverSin in Naumburg hielt.
Eisenhart berichtete in seinem Bvrtrage, wie wir dem „Weißenfelser Tageblatt" entnehmen, folgendes:
Ich bin in der glücklichen Lage, über die Ansichten «des Fürsten Bismarck von der Anteilnahme der Frauen an der Politik eine Anzahl Aeußerungen des großen Staatsmannes hier zum ersten 93talc Mitteilen zu können, die bisher noch niemals veröfsentlickst wurden. Ich verdanke sie der Güte einer Tarne, welche bald nach der Verabschiedung des Fürsten mit diesem in einem ^deutschen Mürortc zusammentras und der es vergönnt war, ein Stündchen mit dem großen .Ä anzler über die Frage sich zu unterhalten, wie wett eine Beteiligung der deutschen Frauen an der Politik wünschenswert sei. Nach den Aufzeichnungen, die die Tarne damals sofort nach der Unterredung sich gemacht hat, äußerte sich ber Fürst darüber folgendermaßen:
„WaS ich geworden bin, das bin ich durch meine Frau. Ich achte jede Frau, die uns Männer hoch empor zieht, bic uns Religion und Sitte lehrt, uns unsere Ideale erhalt unb himmlische Rosen ins irdifckw Leben flicht. — Was ich Ihnen sage, werden Sie nicht verstehen; Sie sind noch zu jung; aber erinnern Sie sich meiner Worte, wenn ich nicht mehr bin. Ich wollte bic gebildeten Frauen zur Politik heranziehen, aber mir sind nicht reif genug dazu; wir sind nach in den Äinderschuhem"
„Unsere Königin Luise trieb auch Politik, aber eine Politik mit reinem Herzen: Ihr Vaterland wollte sie groß, reich und mächtig machen; kein irdisches Wesen habe ich höher geachtet. In ihrem Salon vereinigten sich die klugen und edlen Geister aller Nationen. Wenn doch unsere vornehmen und gebildeten Tarnen solche Politik wieder treiben wollten! Sie sollen dem Manne nicht ins Handwerk pfuschen, aber sie sollen ihn beeinslussen, besänftigen unb zum Guten führen. Früher wurde en den Salons ber Damen Politik gemacht: aber es waren vielfach Frauen, die nicht gut unb_rein waren, die auch selbstsüchtige Zwecke int Auge hatten. Solche Frauen roill ich nicht, sondern nur solche mit reinem Herzen."
„Es wird aber ein Tag kommen, wobie Frauen zur Mitarbeit aufgerufen werden. — Wir Männer und alle täppisch; besonders wir T-eutschen sind immer die plumpen Bären, auch die Tiplomaten. Außerdem käme viel weniger in die Oefientlichkett: berat ein kluger Frauenmunb kann schweigen. Er zieht aber auch dem Gegner im Plauderton manch ^Geheimnis heraus, das er uns Mäwtern nicht preisgibt. So anmutig plaudert ein Frauenmund über bie schwierigsten Sachen, baß man alter Esel gar nicht merkt, daß man mehr gesagt hat, als man wollte. Tenn alles Wechlicke ist uns über an Schläue. Die Frau umschifft getoanbt die Klippen und einigt ohne Austausch von Noten, die gefälscht werden können, zwei Parteien, Sie erzieht uns zu Männern, und roerat sie's röcht versteht, zu deutschem Geist. -5 Tie Falschheit habe ick in der Politik ntc geachtet. Vor allem aber müssen wir Deutsche stolzer werden, wir müssen hineinwachsen in unsere Großma^chtstellung. Ein Kind fütbet sich auch nicht gleich in einem <ocUosse zurecht."
Am Abenb desselben Tages reifte Fürst Bismarck ab. Unter der zahlreichen Menschenmenge, die ihm am Bahnhof Lebewohl
<9rigiiiai*Dral)tmelöuii5em
sb. Darm stabt, 17. Mai. Tcr Großherzog begibt sich heute abend über Mainz, Köln, Lstenbe nach Lonbon. Tic Rückreise erfolgt am 23. Mai auf demselben Wege. Das Großherzogspaar wirb fobann im Iagb- schloß Wolfsgarten Wohnung ttehmen.
R. B. T armstabt, 17. Mai. Ter A ussta nb ber hiesigen M ö b c l s ch r einer ist beendet. Heute vormittag wurde mit bcnicnigen Firmen, mit denen Vertrage noch nicht zustande ge- tommen waren, abgeschlossen. Morgen wird in allen Werkstätten wieder gearbeitet. Der jetzt abgeschlossene Vertrag entspricht bezüglich des Tarifs, der Arbeitszeit des SchlichtungsauS- fchuffes ujw., der mit den andern Firmen abgeschlossenen Verträgen hat jedoch statt einer dreijährigen eine vierjährige Dauer.
Frankfurt a. W., 16. Mai. (Priv.-Tel.) Bei dem Er- öffnullZsrcnncn aus der Frankfurter Radrennbahn am Samstag nachmittag wurden von den einzelnen Rennfahrern glänzende Zeiten erreicht; so wurden in den letzten Runden die 500 Meter von Adolf Schulze in 21,4 Sekunden, von Przyrembel in 20,4 Sekunden, von Muybrecht in 20,2 Sekunden, von Stellbrinf in 21,2 Sek., von Ryset in 21,3 Sck. gefahren. Guignarb und Galvin werben heute abenb um 7 Uhr fahren. Nach den Zeiten, die heute erreicht wurden, ist anzunehmen, daß der Weltrekord, den Guig- narb in Dresden im Oktober 190'J erreicht hat, morgen übertroffen werden wird. In dem Steherrennen über 50 Kilometer, das am ersten Feiertag gefahren wird, gilt H u y b r e ch t als Favorit.
Frankfurt a. M., 16. Mai. Das Hauptinteresse am gelingen Tage galt natürlich der Arena, in der die großen dreitägigen Endrennen ihren Anfang nahmen. Bis jetzt hatten bie Rennen folgendes Ergebnis: Eröffnungsprämienfahren, (5000 Meten: 1. Schürmann-Münster i. W., 6 Min. 502/s Sek.; 2. Schwael-Berlin; 3. Vierck-Berlin. Drei Bundprämien erhielt Lorenz-Berlin, fünf Bundprämien Niederau-Aachen. Eröff- vungsfahren für Amateure: Naumer-Dresden 1 Min. 342/5 Sek.; 2. Maser-Speyer; 3. Martens-Aachen; 4. Merzeg- Leipzig Zweisitzer-Hauptfahren: 1. Schwael-Berlin und Schürmann-Münster L W.; 2. Münzner-Berlin und Natzmer- Berlin: 3. Chnsttanseu-Kopenhagen und Uttenthal-Kopenhagen. Großer Taunuspreis, Dauerrennen mit Motorführung über 50 Kilometer. Drei Preist: 800 Mk., 600 Mk., 400 Mk. 1. Przyrembel-Berlin 37 Min. 54-/5 Sek.; 2. Schnlze-Zehlendorft 3. Frank-Galvin-Newyork; 4. FrawwiS Muybrechts-Antwerpen, in der 75. Runde infolge MotordefektcL aufgegeben, nachdem Przyrembel dreimal, Schulze und .Galvin sechsmal überrundet waren.
Lonbon, 17. sDlai. Ein prächtiger Kranz pir ben verstottrenen König würbe im Auftrage des deut- scheu Kaiserpaar.es in Lonbon angefertigt. Er trägt auf ben Schleifen bie Krone des Kaisers unb der Kaiserrn sowie ihre Initialen.
KIXINC KIÜS^
Türk Tabak-& Cigaretten-Fabrik„KioV' o E. Robert Böhme, Dresden.


