Gründen nicht gemacht werden, fqi nichts als eine billige Ausrede, der Technik sei nach seiner Ansicht auf diesem Wege alles möglich.
Auf Vorschlag des Beig. (Georgi soll im Sinne der An- teflimg ,Dr. Biermers eine Kommission von vier Mitgliedern gebildet und mit weitgehenden Vollmachten ausgestattet werden.
Baugesnche.
Nachdem die Ortskrankenkasse in ihrer in der Ludwigstrrße gelegenen Hofreite einen Anbau errichtet hat, liegt die Werk- statte des Karl Wiegandt (Löberstraße 5) nichts mehr drei Meter davon ab. Die Versammlung ist damit einverstanden, daß Herr Wiegandt seine Fenster lassen kann.
Die Frima Birken st ock und Schneider will auf ihrem Grundstück, Friedrichstraße 15, einen Neubau errichten, der 80 Zentimeter hinter der Baufluchtlinie bleibt. Die Versammlung hat nichts dagegen einzuwendcn.
Nach Fertigstellung ihres Neubaues in der Bahnhofstraße will die Firma Wi i n n u. Co. das Grundstück in drei Hofreiten teilen. Man ist damit einverstanden, wenn den beiden Grundstücken das Recht der Benutzung der Einfahrt gewahrt bleibt.
Wilh. Balth. Büttner will in der Marburger Straße weit außerhalb des Bebauungsplanes einen Neubau errichten. Er begründet dies damit, daß in der Stadt die Bauplätze für Häuser mit kleinen Wohnungen zu teuer seien. Der Bauausschuß beantragt Ablehnung, da sich die Stadt von innen heraus vergrößern solle.
Stadtv. Simon ist im gewissen Sinn für das Gesuch, da man den Bau billiger Wohnungen unterstützen müsse. Dem jetzigen Projekt stehe allerdings manches im Weg. Man solle die dortigen Grundbesitzer veranlassen, die Bebauungsmöglichkeit durch Hcrgabe des Straßengeländes zu schaffen.
Beig. Keller bemerkt, das Baustatut sehe nur für dringende Fälle die Dispensgewährung vor, solche seien im vorliegenden Fall nicht vorhanden.
Der Vorsitzende weist darauf hin, daß man im Falle der Genehmigung für Kanalisation, Wasser- u. Gasleitung sorgen müsse.
Stadtv. W i n n meint, man könne solche Gesuche nur für geschlossene Komplexe genehmigen. Es sei tatsächlich Mangel an billigem Baugelände vorhanden, er sei aber der Ansicht, daß die Stadt mit ihrem großen Grundbesitz für Abhilfe sorgen könne.
Stadtv. Simon ist der Ansicht, daß man solche Gesuche genehmigen möge, aber nur auf Grund von feststehenden Bebauungsplänen.
Stadtv. Grünewald ist für Ablehnung mit dem Zusatz, daß die Stadt dem Gesuchsteller bei der Erwerbung billiger Geländes an die Hand gehen wolle.
Der Vorsitzende führt aus, daß die Stadt nur deshalb so wenig Bauplätze verkaufe, wei sie den Agenten keine Provision bezahle.
Es wird beschlossen, von jetzt ab bei der Vermittlung des Verkaufs städtischen Geländes zu Bauzwecken 1 % Provision zu zahlen.
Von dem Vorschlag des Stadtv. Troß, wie in anderen Städten regelmäßige Versteigerungen von Bauplätzen abzuhalten, verspricht sich der Vorsitzende nicht viel.
Das Baugesuch selbst wird nicht befürwortet.
Ein Baugesuch von Belitz, daS ganz ähnlich ist wird ebenfalls abgelehnt.
An dem Haus Selterweg 63 hat der Besitzer einen Anbau Errichtet und ersucht nm nachträgliche Dispenserteilung. Die Baukommission ist grundsätzlich für Ablehnung.
Stadtv. .Petri ist für Genehmigung, da es sich nur um einen unbedeutenden Bau handle.
Beig. Keller und Stadtv. Grünewald sind für Ablehnung, die auch beschlossen wird.
H. W. Rinn will bei seiner Sandgrube an der Marburger Straße außerhalb des Bebauungsplans ein Häuschen errichten. Die Versammlung stimmt dem zu, wenn Herr Rinn den üblichen Revers eingeht.
Jakob Heilbronner will am Haus Marktstraße 17 Schaukasten anbringen, die fünf Zentimeter in die Straße vorspringen. .Mit Rücksicht auf die dortigen Straßenverhältnisse beschließt man Ablehnung. (Schluß folgt.)
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D i e 2 3. Generalversammlung des Evangelischen Bundes in Chemnitz vom 25. bis 28. September steht in ihren Grundzügen fest. Außer Vorstandssitzungen und Festgottesdiensten findet eine Hauptversammlung statt, in der der Generalsuperintendent von Schleswig-Holstein, Wirkt. Ober- konsistorialrat D. Kaftan aus Kiel, über das sicherlich zeitgemäße Thema sprechen wird: „Die gemeinsame christliche Weltanschauung, Ultramontanismus und Protestantismus." Eine Abgeordnetenversammlung erörtert Organisationsfragen und bringt eine Besprechung der apologetischen Aufgaben des Evangelischen Bundes im Anschluß an einen Vortrag des Universitätsprofessors D. Schulz aus Königsberg. Zwei Mitgliederversammlungen schließen sich an. In der ersten sprechen: der geschäftsführende Vorsitzende des Bundes Reichstagsabgeordneter E verfing „Zur Zeitlage", und Geheimrat D. Meyer- Zwickau „Zur Förderung der evangelischen Kirche in Oesterreich". Die zweite Mitgliederversammlung wird von den Weltaufgaben des deutschen Protestantismus handeln, es spricht Geheimrat D. Mirbt - Marburg über „Tie deutsch-evangelische Diaspora im Auslande" und Universitätsprofessor D. Haußleiter -Halle über „Die evangelische Mission in den deutschen Schutzgebieten". Zwei evangelische Volksversammlungen haben die Vortragsthemata: 1. ,,Mehr Ehrfurcht vor der Religion!", Gymnasialdirektor Dr. E r h t hr 0 p el - Hameln: 2. „Mehr Vertrauen zu den Lebenskräften der Reformation!", Universit^sprofessor D. Hunzinge r-Erlangen: 3. „Mehr Verständnis für die Organisation!", Pfarrer P r 0 e b st i n g - Lüdenscheid; 4. „Mehr Teilnahme am Leben der Gemeinde!", Universitätsprofessor D. Schian-Gießen.
Darmstadt, 14. Juli. Bei der am 25. und 26. September hier stattfindendcn 46. Jahresversammlung des Landesvereins für Innere Mission wird über das Thema verhandelt werden: „Innere Mission und Gemeindearbeit". Als Berichterstatter ist der als Spezialist auf diesem Gebiete bekannte Pfarrer D. Grünberg in Straßburg gewonnen worden, der namentlich auch die Innere Mission auf dem Lande, die Dorfkirchenbewegung und den Braunschrveiger Kongreß für Gemeindcarbeit berücksichtigen wird. Für den Festgottesdienst hat Pfarrer Saul in Frankfurt die Predigt übernommen.
= Mainz, 14. Juli. Auf der Landesversammlung des Evang. Bundes waren von den 145 hessischen Zweigvereinen 86 vertreten. Das erste Ergebnis des Festes war, daß fünf neue Zweigvereine gegründet wurden: Friesenheim, Gensingen, Horchheim, L i n d h e i m und Undenheim. Die Tellersammlung in der Stadthalle für den „Protestfonds" hatte einen Ertrag von 570 Mark.
.X. Wetzlar, 14. Juli. Die Konferenz der Lehrer des Kreises Wetzlar wurde heute unter den Bäumen des Schützengartens abgehalten. Kreisschulinspcktor G e ib e l - Dutenhofen konnte als Gäste Regierungs-Schulrat Röhricht-Koblenz, sowie viele Geistliche des Kreises begrüßen. Das von der Regierung gestellte Thema lautete: „Durch welche Mittel wird tn den einzelnen Stufen der Volksschule Selbständigkeit und Gewandtheit im mündlichen Ausdruck erzielt? Die beiden Berichterstatter, Balz- Wetzlar und Watz - Dornholzhausen, trugen mit großem Geschick ihre Arbeiten vor. Unter Anerkennung der Ausführungen des Berichterstatters machte die Versammlung die Thesen des 2. Redners zu den ihrigen. Hierauf erstattete Rektor R i ch a r d t einen Bericht über den Stand der Kreislehrer-i bibliothek, deren neues Verzeichnis zur Verteilung kam. Zum Schlüsse machte Winterschuldirektor C 0 u r t i n Mitteilungen über den Wetterdienst an der Hand von Wetterkarten. Die unter Leitung von Kantor Schmidt vorgetragenen Chöre fanden großen Beifall. Für die Lehrer des .Kreises wird demnächst ein 6 tägiger Spiel- und ein 2 tägiger Wetterkursus eingerichtst.^
Gewitter und Blitzschläge.
Me Morgenblätter melden aus Berlin: Wie über Berlin, so ging am Donnerstag auch über Potsdam ein sehr schweres Gewitter nieder. Gegen 5 Uhr schlug der Blitz in ein altes Rüster, unter dem der gerade in Potsdam angekommene Vize
wachtmeister Harms vom Feldartillerie-Regiment Nr. 3 tn Brandenburg, ein Schüler und ein Kaufmann standen. _ DaS Glockenspiel der Garnisonskirche ertönte, als der Blitz einschlug. Er hüllte den Baum in ein Flammenmeer. Die drei Personen- die unter ihm Schutz gesucht hatten, wurden zu Boden gerissen. Aus der Kommandantur eilten sofort Soldaten herbei und bemühten £ sich um die Verwundeten. Es gelang schließlich, sie ins Leben! zurückzurufen. Alle drei litten unter Lähmungserscheinungen.
Bei einem Gewitter am Donnerstag wurden in Kaiserslautern drei Knaben und ein Mädchen am Waldrande vom Blitz getroffen und sämtlich schwer verletzt.
Auch in Siegen ging ein heftiges Gewitter nieder, bei] ■ welchem in Weidenau ein Kind vom Blitz erschlagein wurde. In Marienborn wurde durch einen Blitzschlag ein1 Haus eingeäschert. 1
Märttr.
[] Marburg, 14. Juli. Am dem heutigen Schweine» markl standen etwa 850 Schweine zum Verkauf. Kleine Ferkel! wurden mit 35—45 2)1 f., Läufer mit 60 — 100 Mk. das Paar, je' nach Größe und Qualität, bezahlt. Der Handel ging flott.
fc. Frankfurt a.M. V i e h b oi-M a r l t bericht vom 14.Juli. Auftrieb: Ochsen 44, Kühe 97, Kälber 797, Schafe 86, Schweine 894, Ziegen 6.
Tendenz: ruhig, nur bei Schweinen geringer Ueberstand.
Preis vro 100Psd., Lebend- Schlacht-' Kälber: gewicht
Feinste Mast-(Vollmilchmast) u. beste Saugkälber 56—60 93—100
Mittlere Mast- und gute Saugkälber .... 53—55 89—92
Geringere Saugkälber . ........ 50—52 84—87
Schaf e.
Mastlämmer und jüngere Masthammel . . . 37—39 78—82
Aeltere Masthammel und gut genährte Schale 35—00 73-00
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