Ausgabe 
10.12.1910 Fünftes Blatt
 
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Vizepräsident Schnlh:.

olflcviu|iuciu wujiuy. V Torfes nicht. Tas möchte ich neOen die Schreier nach b

^e dürfen.tMö, Vorlage erneS DundcSstaNkA NiK^OlS perfid gesehen sagen. Die Herren, oie hinter der -Kreuzzt,

bezeichnen.

TageS n.:

Wir kennen auch die anderen Herren, das Zentrum,

Lh-

Schrek nach dem Schuhman«

kann uns nicht wundern. Anderswo braucht man den S^uh-

um Sammeln ge- Zentrum Sfveck

Wo ist denn der Unglücksrabe, der die zwei Bonner Borussen zur Begnadigung empfohlen hat?, Liese famosen

rlbg. Ccheidtmannr ,

Eine Vorlage, He nicht mehr existiert, ble man <ftfT den Schindacker verscharrt hat, darf man doch wohl als perfid bezeichn nen. Der schwarz-blaue Block muh zertrümmert werden, wenn alle außerhalb Stehenden sich zusammenschließen. Alle Großstädte, die industrielle Bevölkerung die ganze Intelligenz stehen außerhalb dieses Blocks. Sie selbst werden doch nicht be­haupten wollen, daß die Wähler von Stallupönen, Schmollenlinggken und Malmedie neunmal weiser sind als die von Berlin und Ham­burg. Was wir tun können, um den schwarzblauen Block zu zer­trümmern, daö werden wir tun. (Unruhe rechts und im Zentrum.) Was wir auch von den Liberalen erfahren mögen, kann uns nicht enttäuschen. Der komm inende Kampf wird von un5 ge­führt im Namen der Kultur (Großes Gelachter rechts und rm Zentrum) und der Intelligenz. Ich wußte, daß Sie dariiber lachen werden, weil Jbnen Kultur und Intelligenz vollkommen böhmische Dörfer sind. (Beifall Lei den Sozialdemokraten^

(Heiterkeit.) Die zweifellos m einer

Herren kver^' uni saBKrTJetüJ ttfeTT'W VakS per tnif 8Ti Minislerbank begegnen. (Heiterkeit bei den Soziaj^em.l^rateLk Der

Brutalität. (Zustimmung bei den Soz. Heiterkeit rechts.) Mit der Königstreue der Konservativen ist es nicht weit

den So£.) !..............., ------- , . v

die Polen und die edlen Antisemiten. Sie führen gern Zeugen gegen uns ins Feld, einen Herrn Schulze aus Jnowrazlaw, einen Herrn Müller aus ÄünigSwinter! Nur nicht verallgemeinern! Sonst waren ja alle Redakteure Esel, well Herr von Stumm

die Redakteure der »Post" einst so nannte.

Dann wären sa alle Redakteure der .Kreuzzelsilng* wle Hammerstein. Erinnern Sie sich noch dieser Zeit des Scheiter­haufenbriefes l Da stand an der Spitze der .Kreuzzeitung" ein ausgemachter Zuchthäusler! (Unruhe rechts.) Lassen Sie also alle Verallgemeinerungen. Ich appelliere an Ihr Schamgefühl« nicht an Ihren Verstand! Auch Bismarck warf dec .Kreuzzeitung'' schändliche und verlogene Verleumdungen vor. Damals war auch ein Bethmann Hollweg Minister, der mit Bismarck gegen die Kreuzzeitung" kämpfte. Ich habe den Eindruck, als ob sich die BethmannS ändern. Mein Ruf geht über Ihre Köpfe hinweg zu den Millionen draußen: Kämpft mit uns filr ein freies deutsches lkolkl (Beifall b. d. Soz.).

Weiterberatung^. 11 gjjc/ %

her. Erinnern Sie sich doch, wie die Herren Konser­vativen drohten unter die Sozialdemokraten zu gehen, wenn sie nicht die Kornzölle bekommen. Waren eS nicht preußische Junker« die dem K. .fürsten von Brandenburg zuriefen: Ioachimke, hüte Di! Ist dmn ausgeschlossen, daß deren Nachkommen eines cn: Willi, Willi . . .! (Stürmisches Gelächter bei

Tie Schnapssteuer hat eine erhebliche Mindereinnahme von 16K Millionen gezeitigt. . Das ist die Folge dcS Schnapsboykotts, ein Beweis, welche große Kulturarbeit die Sozialdemokratie leistet. Nun wird in den ländlichen Fortbildungsschulen ein Heft verbreitet, in dem eS heißt: .Mit Maß genossen, ist der Brannt. wein überhaupt nicht nur ein durchaus unschädliches, sondern ein entschieden bekömmliches Mittel!" (Große Heiterkeit.) Weiß der preußische Landwirtschaftsminister davon? Es wäre ein Skandal! Alle hier im Hause die Schnapsbrenner aus­genommen (Heiterkeit) werden mit und dafür sein, daß überhaupt kein Mensch mehr Schnaps trinken sollte. (Beifall.) Die Wähler werden nicht mehr so dumm sein, diese Majorität wieder u wählen. Die Folge wäre eine Fülle neuer Steuern. Entgegen den verlogenen, gewissenlosen Behauptungen verlogener Gegner sind wir durchaus für die Verteidigung des Vaterlandes. (Hörtl Hört!) Wir nehmen aber an, daß der letzte Schuß in Europa für -bjchbare Zeit gefallen ist. Wir finb nicht kriegerisch. Es liegt

a. Abg. Schelb'eniMn?

X Knierschäßen Sie das Rechtlichkeitsgefühl üti]er?8

Torfes nicht. TaS möchte ich gegen die Schreier nach Ausnahme-

' " 7 oie hinter der -Kreuzztg." stehen«

bellen heute noch so wie vor 60 Jahren, aber beißen können sie nicht mehr. TaS ist die Mensch gewordene Habgier, Frechheit und

mann, um gebrechliche Frauen über den Damm zu bringen, bei unS soll er den gebrechlichen Parteien auf die Beine helfen. (Heiterkeit links) In Friedberg-Büdingen hat man, um unS zu schaden, einen Raubmörder als Sozialdemokraten bezeichnet. Trotzdem war das Resultat der Wahl ein sehr erfreuliches, es sitzt hier in Ge>talt meines Genossen Busvld. (Avg. B u s o l d steht auf und verneigt sich nach der Rechten, was große Heiter­keit hervorruft.) In Moabit wird eS Ihnen auch nicht glücken, trotz der famosen Achtgroschen-JungenS unb der Hinzeschen SiebenmonatSkinder. (Heiterkeit)

>uz-lch-n Egrub ey, ujy,

i Herr Kollege v. Heybekranb 1

hat hier eine Rede meines Frankfurter Parteigenossen Mensel' zitiert und behauptet, daß er darin zur Revolution aufgefordert hat. Ich würde, wenn ich außerhalb oes HauseS wäre, sagen, daß Herr v. Heydebrand meinen ParteifrLUnd denunzie^unh eine offenkundige Fälschung begangen hat.

» Präsident Graf SMerlnr''

Sie dürfen ein Mitglied dieses Hauses auch nicht Tn kieser Form mit einem Ausdruck bezeichnen, von dem Sje selbst sagen, - er unparlamentarifch ist. z'' "

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AVa. Bchelvemaa« (Äoa J?

ter Rekch-fanzler ist zur H a s e n s a g d. Wir häklest ^'N^er gesehen, wenn fein Platz hier heute nicht verlassen wäre. Nun wurde gesagt, daß auch der österreichische Thronfolger an die- ser Hasenjagd teilnimmt und daß eS deshalb wichtiger fei, Laß der Reichskanzler sich in seiner Gesellschaft befinde als in unserer. Wir sind allerdings geivohnt, daß politische Aktionen aus irgend welchen höfischen Jagdgründen hccvorgehen und wir wissen, daß inancl-e wichtige Entscheidung von höfischen Saujagden auSgegangen sind. (Lebhafte Heiterkeit links.) Ausgefallen ist eS unS, daß die Herren von der Mehrheit sich jetzt auf poli- tische Erörterungen nicht einlassen wollen, trotzdem aber tot Herr Speck am Schlüße seiner Rede zi blasen. Wahrscheinlich sollen mit diesem Z liberale Mause gefangen werden. (. Herren vom Zentrum befinden fick z> sehr peinlichen Situation. Sie stellen sich so, als ob die Vorgänge draußen sie nichts angehen, sie leben sich in die Molle des Archimedes hinein, der dem eindringenden Römer sagte: Störe mir meine Kreise nicht. Aber trotzdem lauschen sie sehr genau auf die Vorgänge im Reiche. Sie er­warten gewiß von mir eine Rede zum Fenster hinaus. Ich kann Ihnen versichern, daß Sie sich in dieser Erwartung nicht täuschen werden. (Stürmische Heiterkeit.) Ich habe den angenehmen Auftrag, schwere Anklagen gegen die jetzige ReichStagSmehr- heit zu erbeben. Sie hat ihr Versprechen an die Wählerschaft nicht aehalten, sie hat die Wähler außerordentlich belastet und ist dadurch in die denkbar schlimmste Situation geraten. Unter dem Anklage- material gegen diese Mehrheit nimmt ja der jetzige HauShaltSctat die erste Stelle ein. Nach der Finanzreform im vorigen Jahre und vor den Neuwahlen tour die Aufstellung dieses Etats sicherlich ein großes Kunststück, da die Wähler doch nicht vor den Kopf gestoßen werden burften. Aufs schärfste getadelt muß eS werden, daß in dem Etat das eigentliche Bild der Ausgaben vollstäiidig ver­schleiert wird. Man muß sich beispielsweise, um zu wissen, waS ein als Militärattache entsandter Major erhält, die Kosten auS einer Reihe von Etats zusammensuchen.

- mich Mir VnrnU'zmn WrTefle'W.WÖf haken fnfr siön EnykasiV und Frankreich zu fürchten? Wir sind fest entschlossen, jeden Krieg mit diesen Landern, der eine europäische Katastrophe wäre, mit allen Mitteln zu verhindern. Sie wollen erst den Frie­den, weil er die Waffenrüstung unnötig machen wurde. Dann fehlte Ihnen daS Militär, auf das. sie sich allein noch stützen. Der Frieden wäre daS schrecklichste für Sie. Sie ziehen den blutigsten Krieg vor! Dem deutsch-frcrnzösisih-engli­schen Völkerbund gehört die Zukunft. Ihre ganze Politik ist ein einziger großer Schaden. Kommen Sie uns nicht mit Ihrer .deutschen Treue* l WaS ist nicht alles versprochen und doch nicht gehalten wordenl Denken Sie doch nur an daS Tempelhofer Feld! DaS ganz« Porzellan auS dec Königlichen Porzcllan- manufaktur ist in Trümmer gegangen, des ganze Porzellan, daS geschmückt ist mit dem preußische» Wappentier, ist kaput. Geblieben sind nur die großen Krallen und der große Schnabel. (Heiterkeit.) Zugrundegegangen ist auch die perfide preußische Wahlrechtsreform-

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