Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.
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Schrittmacher, mit
in Berlin von seiner Mr sicht über bie jetzige Lage etwas hören wird? Wohl kaum. Wenn er von einer einstigen Rückkehr ins Reichskanzlerhaus träumt, hrtrb er sich in seinen .Aeußernngen Zurückhaltung auferlegen müssen.
Bezugspreis: monatlich 75 vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abh^e- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Mk.2.—vrertel- jährl. ansschl, Bestellg. Zeüenpreis: lokal I5Pft auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goetz« Verantwortlich für den politischen Teil: August
Stunden offen halten.
Eine Verschärfung der Strafbestimtnungen für Znwider- hanblungen beabsichtigt die Novelle nicht einzuführen, die geltenden reichen aus.
Kardinal Merry de Val.
Der „Köln. Ztg." wird aus Rom geschrieben:
Man braucht sich nicht zu wundern, wenn die nicht geringen Antipathien, mit denen der Staatssekretär Pius' X. vom ersten Tage seiner Amtsführung an zu kämpfen gehabt hat, angesichts der zunehmenden Zerfahrenheit, die sich in der Geschäftsführung der Kurie kundgibt, in den Kreisen der Prälatur mehr und mehr an Boden gewinnen. Die Demütigungen, die der Hl. Stuhl im Verlauf der Enzyklika-Angelegenheit erfahren hat, sind im Vatikan noch nicht vergessen. Man ist den Ursachen des Unheils, das die unbedachte Redensart über die Reformation hervvr- gerufen hat, nachgegangen und hat feststellen können, daß die einfachsten Ueberlieferungen des Geschäftsganges bei diesem Anlasse vernachlässigt worden sind. Cs ist Brauch, größere päpstliche Erlasse dem Inhalt nach so rechtzeitig der dem Hl. Stuhle nahestehenden Presse sowie einigen Telegraphenagentucen zu übergeben, 0«.- bie’ Oesfenttich keit schon vor dem Versand der amtlichen Publikations- orgone darüber unterrichtet ist, um was es sich handelt. Das ist bei der Borvomäus-Enzyklika nicht geschehen. Es ist so nicht nur ein Schriftstück in aller Seelenruhe htnaus- gegeben worden, das einen Sturm heraufbeschwören mußte, sondern man hat in unentschuldbarer Nachlässigkeit sogar unterlassen, die Oeffentlichkeit rechtzeitig beruhigend über Inhalt und Zweck der Enzyklika aufzuklären. Daß ftarbi nal Merry del Val trotz alledem noch den Papst sich für ihn hat entschuldigen lassen, hat in vatikanischen Kreisen nicht nur Verstimmung, sondern Erbitterung hervorgerufen. Doch war zu erwarten, daß Pius X. in seiner Herzenogüte die Hand über den Staatssekretär halten würde, aber Man fand es in beit beteiligten Kreisen unverständlich, daß Merry bei Val sich an diese Güte wandte.
Noch aber sind die unerfteulichen Folgen der Enzyklika nicht beseitigt, und schon sieht sich der Heilige Stuhl in eine neue Ungelegenheit verwickelt. Dieselbe Unfähigkeit, die den Bruch mit Frankreich herbeiführte, geht daran, nunmehr auch mit Spanien sich zu überwerfen. Denn aller offiziösen Klarstellungen des Osservatore Romano ungeachtet wird man in kurialen .Kreisen das peinliche Empfinden nicht mehr los, daß auch hier der Wagen wieder
politische Tagesschau.
Um Hagen-Schwelm.
Zu der Haltung der nationalliberalen Partei und Fortschrittlichen Volkspartei im Reichstagswahlkreis Hagen- Schwelm bringt die „Nationallib. Korresp." folgende Notiz:
„Zu den bürgerlichen Parteien im Wahlkreise gehören auch Zentrum und Christlich-soziale; beide verfügen zusammen über 7000—8000 Reichstagsstimmen. Jede einzelne von ihnen kann den Ausschlag zu ungunsten der bürgerlichen Kandidatur durch bloßes Fernbleiben von der Wahl geben. Eine Verständigung ohne ober gegen sie ist daher gleichbedeutend mit freiwilligem Verzicht auf ben Wahlkreis. Die Nationalliberalen halten ein Wahlabkommen für bie Provinz Westfalen mit den Freisinnigen, wie es von biesen vorgeschlagen worben ist, angesichts der verschiedenartigen Verhältnisse in den einzelnen Wahlkreisen für undurchführbar, und zwar um so mehr, als bei dem 1908 für die Provinz Westfalen geschlossenen Landtagswahlabkommen die Freisinnigen in verschiedenen Wahlkreisen Die Ausführung des Abkommens unterlassen haben, und es anderseits eine Lebens- notwendigkeit für bie nationalliberale Organisation in Hagen- Schwelm ist, die Kompensationen für die Unterstützung der Fortschrittspartei hier in Hagen-S chwelm selbst zu finden. Gerade dies ist 1908 voin freisinniger Seite mit aller Macht verhindert worden. Es soll auch fetzt verhindert werden.^Deshalb wurde einer prinzipiellen Erläuterung von freisinniger Seite, wie bie Korrespondenz ergibt, fortgesetzt aus dem Wege gegangen, und bie Vorschläge über ein Provinzialabkommen konnten nur als auf Hinauszögerung gerichtet angesehen werden, und entbehrten jeber praktischen Bedeutung. Die Nativnalliberalen haben eine klare, prinzipielle Stellungnahme des Fortschritts zu ihrem deutlich und richtig verstandenen Angebot vom 12. _ Mar verlangt, ehe sie sich in mündliche Verhandlungen einließen. Um diese klare Stellungnahme hat sich die fortschrittliche Volksparter berum- gedrückt. Die sorischrittliche Volkspartei hat alsdann am 7. Juli 1910 bie Verhandlungen abgebrochen. Das ist die aktenmäßig feststehende Walirheit, an der es nichts ;,n drehen und deuteln gibt.'
Fürst Bülow in Berlin.
Wie in jedem Jähre, so strebt auch in diesem der frühere Reichskanzler Fürst Bülow aus der Sommerschwüle seiner römischen Villa Malta dem kühlen Gestade von Norderney zu. Er macht diesmal morgen in Berlin Station, eine Tatsache, die keine besondere Beachtung verdiente, wenn es sich nicht gerade in diesen Tagen jährte, daß Fürst Bülow sein Neichskanzleramt niederlegte und Berlin verließ. Aber nicht dieses, wenn man will, rein historische Moment allein sichert dem jetzigen Aufenthalt Bülows in der Reichshauptstadt größeres Interesse, sondern in weit höherem Maße der Umstand, daß sein Nachfolger, Herr von Bethmann-Hollweg sich aufgemacht hat, ihn auf der Durchreise zu begrüßen. Denn unwillkürlich wird man hierbei daran erinnert, was sich alles in diesem Kometenjahr 1910 zugetragen hat, welche Veränderung unsere ganze'politische Entwickelung genommen hat, seit Bülow ging und Bethmann-Hollweg kam.
Auch Bülow war kein Großer, wenn man an ihü den Maßstab des schaffenden Staatsmannes anlegt, er blieb hinter dem Riesen von Friedrichsruh weit zurück, aber er war doch immerhin noch der beste Reichskanzler, den wir seit Bismarck gehabt haben. Ob man bei seiner Anwesenheit
Funde aus einer alten Kultur.
£ London, 14. Juli.
Eine Ausstellung von wichtigen Funden aus dem Sudan findet zurzeit in Burlington House, London, statt. Sie besteht aus Statuen, Töpferwaren und Modellen von Götzenbildern aus dem Sonnentempel, defien Ruhm so große Neugierde unter ben Völkern des Altertums erregte,, _uni) der vielleicht im Zusammenhänge steht mit der „Homerischen Sage, wonach Zeus und die anderen Götter alljährlich zwölf Tage unter den „Fehlerlosen Aethiopiern" schwelgten.
lieber bie Bedeutung dieser Funde hat sich Professor I. Gar st rang gegen einen Vertreter der „Westminster Gazette!" wie folgt ausgesprochen:.
Bis vor kurzem war die wissenschaftliche Erforschung des Sudans infolge der feindseligen Haltung der Eingeborenen unmöglich, aber im vergangenen Jahre wurde mit den Ausgrabungen in Merpe, der alten Hauptstadt kAethiopiens, begonnen.
Das wichtigste Resultat wird.vielleicht bie Hinzusugung der äthiopischen Sprache zu der Liste der bereits bekannten Zungen fein. Man hat eine große Anzahl von Inschriften, teils in Hieroglyphen, teils in Kursivschrift entdeckt und hat gefunden, daß die unbekannte Sprache auf dem alpha- bettschen System beruht, wodurch wie Entzifferung der Inschriften bedeutend erleichtert wird. Es ist jedoch eine vollkommen unbekannte Sprache.
Die im Sonnentempel und in dem nur etwa eine Mette entfernten Ammontempel gefundenen Gegenstände beweisen, daß der den Sudan bevölkernde Stamm eine hohe Kultur besaß. Geschnitzte Bildnisse des Löwen, des Tetems der Aethiopier, sind mit außerordentlicher Geschicklichkeit aus- aeführt, desgleichen das aus einem vulkanischen (Steine gebildete Mooell eines Frosches, sowie ferner verschiedene Modette von Tempelgeräten, die mit himmelblauer Emaille
Kaffeezoll und Reichsfinanzreform.
Die vöm 1. August v. I., also seit Inkrafttreten der Zollerhöhung, bis einschließlich Mai in das deutsche Zollgebiet eingeführte, und dem Verbrauch übergebene Menge Kaffee beträgt 1188918 Doppelzentner gegen 1824 464 bezw. 1 501 272 Doppelzentner in den entsprechenden Zeiträumen der Vorjahre ; es ist demnach ein Ausfall von 635 546 bezw. 312 354 Doppelzentner festzustellen. Allein für die ersten beiden Vorjahre eine Mindereinfuhr von 446 261 bezw. 145 071 Doppelzentnern. Die vorstehenden Zahlen zeigen, welche Verluste dem Kaffeehandel im Groß- wie im Kleinverkehr durch die starke neue Belastung erwachsen sind.
Naturgemäß entsprechen auch die durch die Kaffeezollerhöhung erzielten Zollerträge in keiner Weise den optimistischen Erwarttingen der Schöpfer der Reichsfinanzreform. Während in den'Monaten August bis einschließlich Mai 1907/08 der Ertrag aus dem Kaffeezoll 60 Mill. Mk., in den entsprechenden Monaten 1908/09 ca. 73 Mill. Mk. betrug, wurde in derselben Zeit 1909/10 eine Einnahme von nur 71,3 Mill. Mk. erzielt.
Commander Pcary, der unerschrockene Eroberer des Nordpols, setzt im Corriere della Sera die Veröffentlichung seines Reise- tagebuchcs 'fort und schildert dabei einen aufregenden Zwischenfall, der den ttihnen Pionieren der Wissenschaft in den Gefilden des ewigen'Eises um ein Haar ein tragisches Ende bereitet hätte. Die „Roosevelt" liegt längst hinter den verwegenen Forschern; mit ihren niedrigen Schlitten bahnen sie sich mühsam über die zackigen Eisfelder ihren Weg. nordwärts: dem Pole zu. Marvin, der
Zeitlang als Schritttnacher Pearp vorausgeeilt war, hat 56° 34' nördlicher Breite bereits seine verhängnisvolle Rück-
Ruheplatz sein Lager auf; rasch werden die Schneehütten aufgetürmt, und das kärgliche Mahl von gedörttem Fleisch, Biskutt und Tee verzehtt. Man hat in sechs Stunden 22 Kilometerzurückgelegt: mit diesem stolzen Bewußtsein kriecht man in die Schneelöcher zur Ruhe. „Ich lag bereits im Halbschlummer, als ich in nächster Nähe meines „Jgloo" das Eis zittern und krachen höre. Aber die Unruhe war nur kurz; ich dachte, sie rührt von dem vor uns liegenden Kanal her, wickle mich wieder in meine Decke und versuche zu schlafen. .Aber plötzlich höre ich außerhalb der Hütte ein wildes Schreien. Im Nu bin ich auf den Füßen, luge durch die kleine Oeffnung des Jgloo hinaus und sehe . . ja, zwischen unserem Lager und Bartlett dehnt sich ein breiter! offener Kanal." Die Eisfläche, auf der man rastete, ist geborsten, und drüben, auf einer mächtigen, losgelösten Scholle, brüllt einer von Bartletts Leuten in jener ratlosen Verzweiflung, die für die Eskimos charakteristisch ist. Pearp weckt sofott seine Gefährten; ein paar Sekunden später ist alles im Freien Dis eigenen Schneehütten liegen bereits hatt an bei Wassergrenze, die Hunde, diese unentbehrlichen Gehilfen, sind in Gefahr, in die Fluten zu stürzen. Daneben schwankt ein hoher Eisblock und fällt krachend nieder, zu!m Glück, ohne- die Hunde zu treffen. Und inzwischen sieht man in dem ungewissen Nebel, wie die Scholle, auf der Battlett mit seinen Gefährten gelangen fitzt, langsam, aber stetig dahin tteibt. Wird es gelingen den Gefährten vor dem Schicksal zu retten? Drüben trifft man bereits alle Maßnahmen, in atemloser Hast werden die Vunte ange,chirrt und die Schlitten beladen, um für jede Gelegenheit gerüstet zu sein. Auch Pearp macht seine Expedition mobil. Gütige Minuten banger Befürchtungen und angstvoller Spannung folgen Da, endlich kamt man wahrnchmeu, wie bie mächtige Eisscholle deut Ufer des Kanals entgegentreibt, der Stelle zu, wo Pearp mit seinen Gefährten hält. Nock) ist die Gefahr, daß der Anprall zu heftig wirkt und neue Brüche in die Eisfläche reifst. Der Zufall muß entscheiden. Am Rande des unsicheren Spiegels steht Pearp, bereit, dem Freunde beizuspringen. Auch drüben hat man die Situation erkannt und ist gerüstet. Da stößt knirschettd die treibende Scholle an den Rand des festen Eises, ein hastiger Zuruf, ein schnelles Handeln; die Schlitten mit ben unruhig bellenden Hunden setzen sich in Bewegung, und wenige Sekunden später steht Battletr nnt feinen Leuten gerettet neben den Genossen. „Bis zu 87° 12’ sind wir gekommen, also erheblich weiter nordwärts als vor prei Jahren,"
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reise angetreten, während Pearp hinter Bartlett unermüdlich vorwärts strebt. Die Kälte nimmt immer mehr zu. Am 27. Mürz genießen die Reisenden einen Anblick, wie nur jene menschenfernen Polarzonen ihn bieten können: der Himmel sttahlt in einem zarten, matten Blau, das Licht spiegelt sich auf der weiten Eisfläche, und überall ist ein Leuchten und Strahlen, das den Augen wehtut. Hier begegnet auch Pearp, fast 240 Seemeilen nördlich von Crantland, zwei Wölfen; es ist der nördlichste Puntt, an Dem je Landtiere gesehen tourten. Der 87. Grad ist überschritten. „Das Bewußtsein, mit Menschen und Tieren in guter Verfassung und mit reichlichem Proviant so toeit gekommen zu fein, ließ mich an jenem Abend in gehobener Stimmung zur Ruhe gehen." Als Pearp am Morgen erwacht, ist Bartlett, der Schrittmacher, mit seinen Schlitten und den Eskimos, bereits aufgebrochen. Pearp folgt ihm, sechs Stunden lang geht der Weg über eine holprige Eisfläche: dann stößt man auf den Lagerplatz Bartletts. Er liegt neben einem großen, seeartigen Kanal, diesem meistgefürchteten Feinde der arktischen Wanderer. Der Himmel ist grau geworden, ein düsterer Nebel senkt sich hernieder und hüllt alles in trostlose Unbestimmbarkeit. Um Ballett nicht in seiner kurzen
zeigen ägyptischen und griechischen Einfluß, und es ift bekannt, daß die Herrscher ägyptischen Ursprungs waren.
Der Sonnentempel soll von sehr schöner Architettur und auffallend gut erhalten sein. Hinter dem Altäre sand man menschliche Gebeine, die jedenfalls von einem Opfer zurückgeblieben waren. Andere Anzeichen beuten darauf hin, daß die Stabt in der Eile verlassen war, und man nimmt an, daß sie von ben Horden der östlichen Wüste geplündert wurde.
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Neues aus pearqs arktischem Tagebuch.
Zur Neuregelung der Sonntagsruhe.
Man schreibt uns aus Berlin:
Ein Entwurf über die Neuregelung der hctndels'gewerb- lichen Sonntagsruhe wird dem Reichstage voraussichtlich zu Beginn des nächsten Jahres zugehen. Die Verhandlungen zwischen dem! Reich samt des Innern und den zuständigen preußischen Ressorts werben in nächster Zett beendet sein, so da»ß eine fertige Vorlage dem Bundesrat im Laufe des Herbstes zugehen wird. In der Hauptsache stehen die Bestimmungen bereits fest. Die Bestimmungen der Novelle werden allgemeinen Charakter haben und den Verwaltungsbehörden die Neuregelung im einzelnen nach den verschiedenen lokalen Verhältnissen -überlassen bleiben. Einzelheiten über die zu beobachtende Praxis werden die Ausführungsbestimmungen enthalten.
Der Entwurf geht von dem Gedanken aus, den sonntäglichen Ruhetag ben Angestellten noch mehr zu gute kommen zu lassen wie bisher, ohne bie Geschäftswelt und das Publikum zu sehr zu schädigen. Es ist die Beobachtung gemacht worden, daß für eine Reihe von Branchen eine gänzliche Sonntagsruhe keinen Schaden anrichte und daß das Publikum sich an eine weitere Ausdehnung der Sonntagsruhe ebenso leicht gewöhnen wird, wie früher cm die Beschränkung der Verkaufszeit an Sonntagen.
Die Novelle will also Vorschlägen: völlige Sonntagsruhe in allen Betrieben, die mit keiner offenen Verkaufsstelle verbunden sind; für gewisse betriebe und in Festzeiten ober in der Zett der Brauch en-Hochsaison sind Ausnahmen zulässig, doch darf die Arbeitszeit zwei Stunden nicht überschreiten: näheres haben die Ortsstatute anzu- vrdnen. Beschränkte Sonntagsruhe herrscht bei allen offenen Verkaufsstellen, im allgemeinen soll die Ber- kaufszeit bei ihnen aber nur noch drei Stund e n währen, die möglichst so gelegt wird, daß sie vor die Kirchzeit fällt, also die Angestellten nach Beendigung des Gottesdienstes Herren ihrer Zeit sind. Da beobachtet worden ist, daß den Angestellten vielfach die Möglichkeit zum Kirchenbesuch fehlt, so muß der Schluß des Geschäfts bereits 30 Minuten vor Beginn des Gottesdienstes beginnen und nach Beendigung des' Gottesdienstes .die gleiche Zeit bis zur erneuten Ge- schäftsßröffnung verstreichen. Im allgemeinen haben die ufo üu.i di/2 bis IV/2 Uhr vormitt'ags zu schließen. Für die sogenannten Leb ens mittelbrauchen (Fl isch, Materialien, Vorkost, Butter, Backware u-w.) ist die Lieber» schrettung der dreistündigen Maximalarbeitszeit bis zu höchstens 6 -Stundenzulässig. In diesem Falle müssen die 5 Stunden so gelegt werden, daß spätestens um 2 Uhr nachmittags überall vollständige Sonntagsruhe eintritt ; auch die jetzigen Ausnahmen für Bäckereien und Blumengeschäfte sollen sortfallen. Mer noch eine weitere Wohltat für die Angestellten ist geplant. Es soll in Zukunft streng darauf geachtet werden, daß an Sonntagen beim Eintreffen der Schlußzeiten kein Kunde mehr bedient wird, auch bann nicht, wenn er bereits vorher im Laden anwesend war. Die Beobachtung hat gezeigt, daß cm Sonntagen häufig ganz kurz vor Schluß der Laden si.ch noch füllt und die Abfertigung der Kunden sich lange über die gesetzliche Schlußz-eit -ausdehnt. Die Sonntagsruhe der An- gestellten wird dadurch bedeutend eingeschränkt. An Wochentagsabenden ist die Bedienung der beim Schluß anwesenden Kunden zulässig.
Der Entwurf verzichtet auf den Erlaß von Sonderbestim- mungen für große, mittlere und kleine Gemeinden, da die Verhältnisse in den Einzelstaaien grundverschieden sind. Hier wird das Ortsstatut eingreifen, um zu verhindern, daß zu
Nr. Erstes Blatt 160. Jahrgang Freitag 18. Juli INI«
Der Siehener Anzeiger «ro« a erscheint täglich, außer vy
Z Gießener Anzeiger für die Redaktion 112, vXjy 'SJr
’S— General-Anzeiger für Oberhessen
Annahme von Anzeigen tr W ? Off u.Land" und „Gerichts-
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große Härten au (treten, die derartige gesetzliche Bestim- in nrungen meist im Gefolge haben.
Ms sreizngebende Sonntage gelten in Zukunft nur noch die beiden, die den Festen vorangehen, im ganzen also sechs; die Geschäfte dürfen aber auch an ihnen höchstens neun
glasiert sind. _. _ ,
Das älteste der bisher aufgefundenen Objette Datiert
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Die tartf) Ausgrabungen bloßgelegten Gebäude I Rast zu stören, schläst Pearh einige hundert Meter von degei,


