Nr. 267
M. Jahrgang
9
monatlich
Vie Kanalisierung von Mosel und Saar.
Trier, 13. Nov. Die heute hier unter dem Vorsitze I des Oberbürgermeisters v. Bruchhausen veranstaltete Versammlung des Verbandes für Kanalisierung der Mosel und der Scuir gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung für diesen Plan. Prof. v. Hermann Schumacher-Borm sprach über die Volks- und weltwirtschaftliche Bedeutung des Planes, während die Dringlichkeit seiner Ausführung und die parlamentarische Lage von Landtagsabgeordneten Landgerichtsrat Schreiner -Trier und Landgerichtsdirektor Dr. Röchling-Berlin erörtert wurden. Die Versammlung nahm folgende Entschließung an:
Tie l>eutc unter starker Beteiligung von Vertretern der Stadt- und Landgemeinden, Handelskammern und anderer Körperschaften des Handels und der Industrie, Landwirtschaft und des Weinbaus anS dem westlichen Deutschland in Trier tagende Hauptversammlung des Verbandes für Kanalisierung der Mosel und der Saar
Doutag, M. November J9|O
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Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich GiehenerFamlUendlätter; «vermal roöd)cntl.Krei$« blatt für den Ureir Stehen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land* wirtschaftlich« Leltftaar, Fernlprech - Anschlüsse; für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen:
«nzetger Gießen.
zu korrespondierenden Mitgliedern unter anderen die llniversitäts-' Professoren Hillebrandt und S kutsch in Breslau, L. Hei> m ann-Kömgsberg, Bernheim-Greifswald, und ferner eine Reihe ausländischer Gelehrter, unter ihnen den Konservator des Antiken Museums in Brüssel, Dumont — Das Pisa wird gemeldet: In Gegenwart des Königs imb einer Kommission ton Regierungsvertretern gelang es heute Marconivcmder Statiov Eoltano aus direkte Telegramme mit Morconistationen in Canadü und mit der italienischen Kolonie Erythracq zn wechsel
— Ern Tierparad,es im Isartal. Ein großartiger Tierpark nach Hageirbeckschem Muster wird in dem malerischen Isartal südlich von München in Hellabrunn erstehen und einen neuen Anziehungspunkt für die boijerifdje Residenz bilden. Wie die „Bcmwelt" erfährt, ist nach fünf fahren emsigen Schaffens und eifriger Agitation das Millionenproiett nunmehr in Angriff genommen worden. Für den Tierpark Hellabrunn hat die Münchener Staütgemeinde dem Verein „Zoologischer Garten", von dem das Unternehmen auSgeht, 70 Tagwerke Grund zur Verfügung gestellt. Der erste Bauteil — 25 Tagwerte — soll bis zum Juni 1911 dem öffentlichen Besuche zugängig gemacht werden. Die Pläne für die ganze Parkanlage, sowie für die zahlreichen Einbauten, die Haupt- und Waldrestauratum, das Glesantenhaus usw., sind von Professor Emanuel von Seidl geschaffen.
— Kurze Nachrichten aus K u n st u. W i s s e n i et? q i t. Der diesjährige Nobelpreis für Chemie wurde dem Professor Otto Wallach aus G-rtingen wegen Arbeiten über die organische C Henne mrd über die (£ntwuMimg der chemischen Industrie zu- erkamü. — Die Lttaümüe der MftknjchLfteü m Mün cheu waMe
fährt, ausschl. Bestellg. Zeilerrpreis: lokal 15Pf^ auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goetz. Verantwortlich für den
politischen Teil: August Goetz; für .Feuilleton", .Vermischtes" und
Die Spione von vorkum englische Gfiziere.
Der „Daily Expreß" sagt beute m einem längeren Artikel über die Spionagenangelegenhell von Borkum, man habe hier ja von vornherein gewußt, wer die beiden von den deutschen Behörden verhafteten Herren tparen, aber man habe nichts gesagt, um kein böses Blut zu machen! Jetzt aber, wo die beiden Herren den Antrag gestellt hätten, vor dem Reichsgericht in QffiZiersuniform abgeurteilt zu werden, brauche man die Identität der beiden nicht weiter zu verheimlichen. Sir William Bull habe daher jetzt erklärt, daß der eine der beiden Verhafteten sein Schwager Leutnant Brandon sei, ein aktiver Marineoffizier, und der andere Hauptmann Trench von Royal - Marine Light Infantry. Meser sei nach Deutschland gegangen, um die Sprache zu lernen. Leutnant Brandon war der hydrographischen Abteilung zugeteilt und befand sich auf Urlaub.
Der ,,Expreß" meint, daß die Behörden und Wohl auch die Redaktionen der leitenden deutschen Zeitungen die ganze Zeit hindurch genau gewußt hatten, wer die beiden Verhafteten waren, aber man habe nichts gesagt, und diese Zurückhaltung auf beiden Seiten sei außervldm'lich lobens- toert Weiter führte Sir William Bull aus, daß Hauptmann Trench zu einer wohlbekannten irischen Familie gehöre. Sein Vater ist Mr. Lewis Trench, der an der Spitze der Jngenieurabteilung der Nordwestbahn steht. Er ist ein Vetter des Obersten Trench, der vor einiger Zeit Militär- attacl>e in Berlin war. Ein Oheim Mr. Trenchs war einmal Erzbischof von Dublin.
Bezeichnend für die englische Auffassung und den englischen Standpunkt ist, daß sowohl Sir William Bull wie auch die englischen Zeitungen besondere Betonung darauf legen, daß die Familie des Justizrats von Gordon, dem die Verteidigung übertragen worden ifc eigentlich aus Schottland stammt. Weiter erzählte Sir William, daß den beiden Verhafteten erlaubt worden sei, englische Bücher zu lesen, eine Erlaubnis, von welcher sie reichlichen Gebrauch machten. Sonst sei aber die str en g sie Gefängnis- disziplin durchgeführt worden, zum Beispiel habe man ihnen während der beiden ersten Monate nur zweimal erlaubt zu baden, trotzdem sie wiederholt darum gebeten hätten. Nach Ablauf der zwei Monate sei den beiden Verhafteten zu ihrer großen Freude erklärt worden, daß ihnen ein Bad die Woche bewilligt worden sei, alle anderen Arrangements für ihre Toilette sei von den Beamten des Gefängnisses überwacht worden, die sich auch um die Behandlung ihrer Hände gekümmert hätten.
Wo ist Tolstoi?
Tolstoi, der die Welt schon so oft in Staunen gesetzt hat, scheint wieder sie aufs neue zu verblüffen. In gesellschaftlichen und sportlichen Kreisen Petersburgs ist nämlich, wie der „Ins." von dort geschrieben wird, das Gerücht verbreitet, daß Tolstoi sein Landgut Jasnaja Poljana tn Begleitung seines Arztes und Äkretärs verlassen habe, um ganz als Einsiedler von der Welt abgeschieden zu leben. Wie man sich erzählt, will er nach Art der indischen Weisen seine letzten Lebensjahre völlig einem beschaulichen Dasein widmen, ungestört von dem Trubel der Welt. Auf seinem Gute bat er nicht die Einsamkeit, die er wünscht. Abgesehen davon, daH seine Bauern ihn völlig als ihren Vater und Ratgeber betrachten, zu dem sie in allen schwierigen Lebenslagen gehen, erhält er täglich aus der ganzen Well ungeheure Massen von Briefen und Büchern, die ständig den Zusammenhang zwischen ihm und den Vorgängen draußen herstellen. Selbst wenn er an eine Beantwortung aller der Schreiben nicht denkt, so genügen sie doch, um ihn von seinen Absichten fern zu halten. Er will sich also angeblich verstecken. Wohin er gegangen ist, weiß man nicht. Die Familie will auch nicht nachsorschen, da dies sein Wunfch ist. Bisher ist eine Bestätigung der Meldung noch nicht zu erlangen gewesen. Nur eine Nachricht könnte man als solche auffassen. Ein russischer Flngkünst- ler hatte sich telegraphisch an Tolstoi gewandt, rhm einen Besuch in Jasnaja Poljana zu gestatten, um seine An- Kten über den kulturellen Wert des Luftschiffes zu errett- Tolstoi hatte im seinerzeit eine Zusammenkunft zugesagt. Auf seine Anfrage, ob der Besuch jetzt stattfinden tonne, erhielt der Flieger von der Gattin des Dichters ein Telegramm, in dem er ersucht wurde, von einem Besuche Abstand nehmen zu wollen, da Tolstoi nicht anwesend sei.
Tula, 12. Nov. Es bestätigt sich, daß Tolstoi fein Gut Iaßnaja Po liana mit unbekanntem Resseziel verlassen hat. In dem von ihm zurückgelassenen Briefe heißt es:
Die Verhältnisse, in denen er lebe, ständen mit den von ihm gepredigten Gedanken in Widerspruch. Es wnne nicht länger jo bleiben und er werde, auch wenn
sein Aufenthalt entdeckt würde, nicht zurückkehren. Tolstois Angehörige, mit Ausnahme feinet tm Auslande weilenden Soynes Leo, sind in Jaßnaja Poljana beisammen; ihr Kummer, besonders der der Gräfin, ist unbeschreiblich.
Der Dichter ist zum letzten Male am 10. November zunächst in einem Wagen der Bahnstrecke Moskau-Kursk und später in einem Qucpe der Rjaesan-Bahn in Begleitung seines Arztes Makowezn gesehen worden. Es ist Grund zu der Annahme vorhanden, daß der Dichter sich in ein alles Kloster im Gouvernement Kaluga begeben hat.
Petersburg, 11. Nov. Wie aus Tula gerüchtweise verlautet, machte die Gräfin Tolstoi zweimal einen Selbstmordversuch.
Moskau, 13. Nov. Hier eingetroffenen Nachrichten zufolge befindet sich Tolstoi in dem Schamardinsky- Frau en kl ost er im Gouvernement Kaluga.
Petersburg, 13. Nov. In dem Kloster, in dem Tolstoi derzeit vorläufig rastet, ist seine Schwester seit 12 Jahren Nonne. In der Nähe dieses Klosters liegt das Optrnakloster. Hier war Tolstoi am Donnerstag abgestiegen. Aus seine Frage, ob seine Gegenwart nicht unangenehm berühre, da er aus der Kirche ausgestoßen sei, lautete bte Antwort: „Nein, wir freuen uns sehr!"
ganze Küste empor brs nach Queenstown. Salutschüsse wurden abgefeuert und Raketen stiegen auf. Bei seiner Landung in Oueenstown erklärte Redmond, die Wärme seines Empfanges in Amerika fei unvergleichlich gewesen. Die Summen, die er durch Subskription für die irische Sache erhalten habe, beliefen sich auf 200 000 Dollars. Auch dem irischen Nationalisten- führer O Connor, der soeben von einer politischen Reise durch Kanada, zurückgekehrt ist, wurde von den in London lebenden Iren eme begeisterte Kundgebung dargebracht. O'Eonnor erklärte, Amerika sei bereit, die Bestrebungen der Iren zu unterstützen.
Mehrere konservative Londoner Zeitungen erheben seit dem Scheitern der V e t o k o n f e r e n z heftige Vorwurfe gegen das S-a2inetV der irischen Unterstützung abhängig sei.
Nicht nur England allein, sondern das ganze britische Reich sei der unerhörten Beschämung und Gefahr ausgesetzt durch den Versuch, die britische Verfassung mit ameri- r a n i f ch e m G e l d e zu zertrümmern. Dieier Vorwurf bezüglich der irischen Homerule wird wahrscheinlich der Hauptpunkt bei konservativen Wahlparole sein.
Der Schatzkanzler Lloyd George hat den Zeitungen em Schreiben zugesandt, in dem es heißt: „Wir haben vergebens ledes Mittel angewandt, auf versöhnlichem Wege für alle Brite» die gleichen politischen Rechte zu erlangen. Jetzt sind wir zum Kampf getrieben um eine unparteiische Behandlung im Heimat- land Wir weisen den Anspruch der 600 Tory-Peers zurück, daß fte dazu geboren seien, über das Schicksal von 45 Millionen Landsleuten zu verfügen und deren Wünsche nach einer guten Regierung mit Füßen zu treten."
spricht ihre Ueberzeugung dahin aus, daß eine Kanalisierung der Mosel und der Saar für alle Erwerbsstande günstige Erwerbs- bedingungen erhoffen läßt und daß sie insbesondere auch ton großem 83ort eil für die Stellung unserer deutschen Eisenindustrie auf dem Weltmärkte ist. Darum kann die Versammlung die Er- llarung der preußischen Regierung vom 7. April d. I., die nur die inländischen Wettbewerbsverhältnisse zweier Gruppen der deutschen Eisenindustrie und nicht ihre volkswirtschaftliche Gesamtlage ms Auge gefaßt, nicht als geeignet betrachten, die Bestrebungen nach der Kanalisierung jener Flüsse auch mir zeitweise zur Ruhe kommen zu lassen. Sie gibt sich vielmehr der Hoffnung hin, daß dte Regierung ihren bisherigen Entschluß, den sie selbst durch das Wort „Zur Zeit" als einen nur vorläufigen gekennzeichnet hat, durch eine endgültige Entscheidung ersetzt, die getragen ist von staatsmännischer Einsicht, in die große Volks- und weltwirtschaftliche Bedeutung dieses von Natur wie Geschichte vorgezeich- neten Projettes, das unter allen Wasserprojekten Deutschlands nicht nur als daS rentabelste, sondern auch für die Ge samtiuteressen bedeu teudste bezeichnet werden muß.
Tie von dem elsässisch-lothring. Landesausschuß gefaßte Ent- schlleßung, den Ban einer Kanalstrecke Meh-DieteriHofen möglichst von Landeswegen in Angriff zu nehmen, begrüßt die Versammlung als für das Gesamtunternehmen fördernd, sofern der Ausbau dieser Strecke in den für den Großkanal vorgesehenen Abmessungen erfolgt. ..Sie gibt ferner der Hoffnung Ausdruck, daß die elsässisch- lothringische und die großher^oglich luxemburgische Regierung nunmehr alles, was an ihnen liegt, zur baldigen Verwirklichung dieses großen Unternehmens tun werden.
General-Anzeiger für Gberhefsen
für bte Tag es nu nun er Botaflembrnt! mtb Verlag ber vrShl'schen Univ.-Vach, «nö Steinbruderei H. tauge. Bebaftion, Expedition und Druderet: Schulstratze r. rath; für .Stadt^und bis vormittags 9 Uhr. Expedition sür vüdingen: vahnhofttroße 16a. - Telephon Nr. 50.
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kustschiffahrt.
Ein Neberlaudflug von Ulm uä'ch' FrLed,rtchiL^ Hafen.
Stuttgart, 12. Nov. Wie der „Schwäbische Mer^ kur" meldet, wird auf Veranlassung des zum Studrum bet Flugsayrt in Berlin befindlichen Oberleutnants Schott von Ulm der Verein deutscher Flugtechniker im nächsten Frühjahr einen Ueberlandflug von Ulm nach Friedrichshafen veranstalten, der gleichzeitig eine Huldigung der deutschen Flieger für den Grafen Zeppelin bilden soll. Fast alle deutschen Flieger, darunter Hans Grade, Jeannin und Wiensciers haben ihre Be-^ teiligung zugesagt. Graf Zeppelin hat, um die Bestrebungen der Flugtechniker zu Unterstufen und um $u einem Zustandekommen einer Flugveranstaltung in Württemberg beantragen, einen Preis von 25 000 Mk. gestiftet.
Bon Paris nach Brüssel.
Paris, 13. Nov. Der Flieger Leaagneux ist mit seinem Bsgleiter heute früh 6 Uhr 43 Minuten bei Südwind von Jssy les Moulineaux auf einem Zweidecker auf- gestiegen. Er will versuchen, Brüssel Ku erreidjen. 63 »st auch wirklich mit seinem Begleiter um 10 Uhr 10 Minuten dort auf dem Etterbeckplatz eingetroften, nachdem er in Compiögne eine Zwischenstation gemachi hatte. Dev außerordentlich heftige Wind trieb den Flieger so starf, daß er nach Abrechnung der Zell für zwei Zwischenlandungen die Fahrt von Paris nach Brüssel von) 280 Kilometer Länge in drei Stunden führte.
Line amtliche Lrtläning.
Berllin, 12. Nov. In ihren Rückblicken bemerkt die ^Nordd. Allq. 3tg.' zu den Betrachtungen der Presse über den Haushaltsentwurf für 1911, daß die Reichsfinanz. Verwaltung bei ihren Einnahmefchätzungen mit völliger Objektivität, niemand zu Leide, niemand zu Gefallen, verfahren sei, ohne danach zu fragen, wie daß gefundene Ergebnis nach der einen oder anderen Richtung auSgebeutet werden könnte. Ihre Schätzungen für 1910 dürften sich int Gesamtergebnis mit fast mathematischer Genauigkeit als zutreffend erweisen. Versuche, aus dem Etat ein Fiasko der Finanzreform nachzuweisen, müßten mißglücken; denn daß die er- rechneten Steuererträge von 417 Millionen Mark jedenfalls in nächster Zeit nicht voll zu erwarten seien, sei vom Regierungstische in der Etatsdebatte des vorigen Jahres ausführlich bargclegt worden.
Schließlich erklärt die ,Rordd. Allg. Ztg.^ in Bezug auf eine Meldung von Differenzen zwischen dem Kriegsminister, dem Staatssekretär des ReichSmarineamteS und dem Staatssekretär des Reichsschatzamtes bezüglich der Forderungen des MarineamteS für den Ausbau der Flotte und des Kriegsministeriums im Interesse der HeereS- oerstärkung:
„Es kann versichert werden, daß der Ausbau der Flotte programmgemäß erfolgen wird, daß von dem Bettage, den das Kriegsministerrum für 1911 im Interesse der Heeresverstarttrng für erforderlich gehalten hat, nichts abgesetzt ist. Wie fast immer, gehören auch diesmal die schön aufgeputzten sensationellen Nachrichten über persönliche Zusammenstt^, Entlassungsgesuche, Vermittlungen mih dergleichen in das Reich der Fabel."
Vie Iren und die parlamentarische Lage in England.
London, 13. Novbr. Der irische Nationalisten- 'übrer Redmond ist am Samstag abend von seiner Reise nach Amerika zurückgekehrt. Ihm wurde ein glänzender Emp- ang bereüet, wie er seit der Rückkehr Parnells aus Amerika im Jahre 1880 nicht mehr vorgekommen ist. Als sein Dampfer gesichtet wurde, loderten Freudenfeuer auf den Höhen längs der
Der tlaiser in Donaueschingen.
Donaueschingen, 12. Roo. Der Kaiser ist um 12 Uhr 35 Mim mittels Sonderzug hier eingetroffen. Am Bahnhos war der Fürst zu Fürstenberg, ebenfalls in Hofjagd- uniform, zum Empfange erschienen. Draußen bildeten Veremd und die Schuljugend Spalier. Die Fahll ging durch den Park nach dem Schloß, wo das Jagdpersonal aufgestellt war und den Kaiser mit Fanfarenklängen begrüßte. Am Schloßportal wurde der Kaiser von der Fürstm zu Fürstenberg unS den beiden Prinzessinnen begrüßt.
Donaueschingen, 13. Nov. Der Kaiser nahm heute vormittag mit dem Fürsten von Fürstenberg am Gottesdienst in der evangelischen Kirche teil. Später unternahm der Kaiser eine Rundfahrt durch die Stadt, um bü neu aufgebauten Straßenzüge zu besichtigen. Nachmittage unternahmen der Kaiser, der Fürst und -die Fürstin von Fürstenberg eine Automobilfahrt nach Kloster Beuron.
Anträge an die hessische Zweite Kammer.
Der hessischen Zweiten Kammer sind, tote wir ba» Lcmdtagsdrucksachen entnehmen, einige sehr bemerkenswerte Vorstellungen und Anträge zugegangen:
Die Abgeordneten Leun und Senßfelder brmn tragen:
Die Zweite Kammer wolle beschließen, Vroßh. toegtcrund M ersuchen, im Bundesräte dahin »u wirken, daß bte Hebungen der Mannschaften des Beurlaubteidstandes wesentliche Beschränkungen finden und die so zu erzielenden Ersparnisse den Kriegsteilnehmern von 1870/71, soweit diese weniger als 1200 Mark Jahres einkommen haben und weder Pension oder Unterstützung noch Vetrrarumbeftfllft be-iehen» als Ehrensold überwiesen werden.
Der hessische Gauverband aegen bett Alko-' Holismus hat über die bekcrmllltch beantragte Win-i zer-Unter st ützung eine Vorstellung eingereicht, bet wir folgende Stellen entnehmen:
Es gibt nicht wenige Kenner der WeiudauverhMnisse, dÜ dem rhemhesjischen Weinbau eine ungünstige Prognose stellst und eine Besserung der Verhältnisse nur ton dem Anpflan^u
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