Ausgabe 
17.9.1910 Erstes Blatt
 
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Zögernd wird ihm geöffnet klein, nur ein Teil der M

Der ttaiser und die Zahrhunüertfeier in Mexiko.

DieNorddeutsche Mg. Zig." meldet: Der Kaiser richtete an den Präsidenten von Mexiko ein Tele­gramm, in dem er ihm und der mexikanischen Nation WC Jahrhundertfeier der Unabhängigkeit des FreistaateS seine und des deutschen Volkes wärmste Glückwünsche aus­drückt. Das im Namen des Kaisers aufgestellte Denkmal Mexander von Humboldts möge stets ein Wahrzeichen der Freundschaft und der gegenseitigen Hochachtung zwischen Deutschland und Mexiko sein. Zum Zeichen seiner persön­lichen Wertschätzung für den Präsidenten Diaz verlieh der Kaiser dem Präsidenten die Kette zum Großkreuz des Roten ÄdlervrdenS. Auch zu dem achtzigsten Geburtstage des Präsidenten am 15. September hat der Kaiser den General Porsirio Diaz telegraphisch beglückwünscht.

Der Präsident richtete an den Kaiser ein Telegramm, in dem er ihm im Namen des mexikanischen Volkes, der Regierung und zugleich in seinem eigenen Namen für die Ueberweisuug der Humboldt-Statue den lebhaftesten Dank abstattet und hervorhebt, daß die Statue mit großer Feier­lichkeit auf einem der schönsten Plätze der Hauptstadt Mexikos ausgestellt worden sei.

Der andere Antrag, der von den Abgeordneten ausging, die der Nationalversammlung konstituierenden Cha­rakter zuerkannt haben wollen, erklärt, die Nationalver­sammlung sei in Ausführung ihres Souveränitätsrechts 'zur Mleistung des Eides nach Artikel 68 der geltenden Verfassung bereit.

In der Aussprüche über diese beiden Airträge, die in der Nachmittagss-rtzung fortgesetzt wurde, erklärte Minister­präsident Dragumis, wenn der Antrag, der die Nationale Versammlung zu einer konstituierenden Versammlung Machen wolle, angenommen werde, werde die Regie­rung zurücktreten.

Konstantinopel, 16. Sept. Heute abend wurden vier weitere Abgeordnete der Nationalversamm-4 lung des Patriarchats verhaftet, unter ihnen der Direktor der Athener Bank. Der griechische G e-i sandte in Konstantinopel ist von seiner Regierung Der ständig! worden, er werde möglicherweise nach Athen be­rufen.

Athen, 16. Sept. Wie die Blätter melden, sollen zwei Jahrgänge Reservisten Mitte Oktober zu den Herbstmanövern cinberufen werden.

Deutscher Reich.

Aus K i s - K o s z e g wird gemeldet: Der deutsche Kaiser ist im Hofzuge um 13/< Uhr am Freitag nachmittag hier ein- getronen und am Bahnhof von Erzherzog Friedrich und Erz- berzogni ^'abelw empfangen worden Fürstlichkeiten fuhren alsbald zu r-dim nach dem jenseitigen Ufer, auf dem sie sich gte'ch aus die Pürschc begaben.

Ausland.

ßBie bieNeUe «Freie Presse" aus Innsbruck meldet, erweist sich die passive Resistenz auf der Südbahn als ziemlich erfolgreich. Es to erben Zugverspätungen bis zu drei stunden gemeldet. Um den Anschluß nach Deutschland einzuhalten, werden Vorzüge abgelassen; namentlich der Frachtenverkehr ist sehr behindert.

. englische Finanz Minister Lloyd George hielt am Donnerstag eine Rede, in der er die Lage der deut­sch en Lehrer «mit der der englischen verglich. Deutschland habe die Frage der Lehrerbesoldung gelöst. Die Nation, welche die Bedeutung des Lehrers im Leben des Volkes erkenne, sei wert, in ihren besten Einrichtungen nachgeahmt zu werden. Der Finanzminister kündigte ferner an, daß er im nächsten Jähre einen großen ,B erst cherungsent Wurf vorlegen werde, durch den der ^gewöhnliche Tagesarbeiter von der gu ölen den Sorge um das tägliche Brot enthoben werden solle. Ein derartiger Entwurf sei in Deutschland schon Gesetz. Er hoffe aber, daß der in England einzuführende Entwurf besser sein werde, als der deutsche.

Der außerordentliche Landtag des G r p ß f ü r st e n t u m s Finnland wurde am Freitag wie üblich mit einer Rede des Generalgouverneurs und des Talmans eröffnet. Dem Landtage gingen mit einem Begleitschreiben des Senators Markow die vom Ministerrat ausgearbeiteten Gesetzentwürfe zu.

Nach einer Meldung derNeuen Freien Presse" aus Kon­stantinopel sind die Militärattachees Enver Bep «Berlin) und H a k k i Bep (Wien) abberufen und dem Generalstab des dritten bezw. zweiten Armeekorps zugeteilt.

Aus Evi an les Bains wird gemeldet: Die gegenwärtig in Frankreich weilenden 2 0 0 deutschen Aerzte sind am Freitag hier eingetroffen. Nach BesiLlstigung der Stadt wurden die Herren von den städtischen Körperschaften und der Aerzteschaft empfangen, die ihnen zu Ehren ein Frühstück gab, bei dem herz­liche Trinksprüche ausgebracht wurden. Die deutschen Aerzte unter- uahmen am Nachmittag eine Spazierfahrt auf dem Genfer See.

Die Ersatzwahl in Srautfnrt a. G.

Auf eigenartige Weise ist in Frankfurt a O. eine sozial­demokratische Versammlung zustande gekommen. DerVor­wärts" berichtet darüber folgendes:

Alle Versliche, im Innern der Stadt Frankfurt ein Lokal zu bekommen, scheiterte für die Sozialdemokraten am Widerstand der Gastwirte. Da begab sich der Berliner Genosse Wels zu dem Wirt des städtischen Gesellschaftshauses, des größten Saales der Stadt, um für einen allgemeinen Diskussionsabend für Angehörige aller Parteien den Saal z-u mieten. Natürlich wäre der Wirt nie zu bewegen gewesen, einer sozialdemokratischen Versammlung Obdach zu gewähren. Aber diese Wsicht bestand ja auch gar nicht, und so gab er schließlich eine Quittung über den bezahlten Miets­betrag für eine in seinem Lokal abzuhaltende Wähler Versammlung aller Parteien. Durch Handzettel wurde zu dieser Versammlung eingeladen. Kaum roaren die Handzettel verbreitet, da schwante dem Wirte wohl Unheil, beim er glaubte offenbar, daß cd sich um eine sozialdemokratische Versammlung handle. Schließlich nahm er am Dienstag früh durch Telegramm an die Berliner Adresse des Genossen Wels seine Zusage zurück. Wels aber erwirkte durch einen Rechtsanwalt eine einstweilige gerichtliche Verfügung, die ihm die Ausübung seines Mietsrechts sicherte Aber der Wirt respektierte das nickst, Wels rief den Gerichtsvoll­zieher. Der Vollstteckung stellten sich zuerst Widerstäirde ent­gegen. Der eine der drei Frankfurter Gerichtsvollzieher ist zurzeit auf Urlaub, der andere war dienstlich außerhalb und der letzte zuerst nick)t zu finden. Inzwischen ist es Abend geworden, das Gesettschaftshans liegt völlig im Dunkeln da. Taufende von Menschen umwogen es, Hochrufe auf die Sozialdemokratie werden laut. Ein wohlbeleibter Polizeikommissar fordert die Wartenden auf, nach Hause zu gehen: das Lokal ist geschlossen, die Versamm­lung findet nickst statt. Da plötzlich erscheint, snbelnd begrüßt, der sonst nickst gern gesehene Vollzieher des gerichtlichen Willens.

l. Doch die Räume erweisen sich zu ------ .... .... ... Massen findet in den Lokalitäten ein Plätzchen. Unter lebhafter Zustimmung verlegt Wels die Ver­sammlung in den großen Garten des Lokals.

Triumphierend schließt derVorwärts" seine Erzäh­lung mit der Bemerkung, daß man sehe, daß die Genossen auf einen Schelmen anderthalbe zu fetzen wüßten.

Die KöniginvonSch weben und die G r o ß h e r z o g i n o uif e vort Baben sind Freitag nachmittag von Schloß Mainau in Karlsruhe eingetroffen.

DerLokal-Anzeiger" meldet aus Hamburg: In dem Hasengebiet kam es, als Arbeitswillige die Werkstatt verließen, zu ernsten Ausschreitungen ausständiger Werft- a r b e i t e r. Zwanzig bis dreißig Streikende fielen über die . rbeckswilligen her. Einer der Beteiligten wurde schwer verletzt ms Krankenhaus gebracht. Drei Haupttäter wurden verhaftet.

** Erledigte Lehrerstellen: Die mit einem evcmg. Mehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Gunzenau. Mit der Stelle ist Organisten-, Lektor- und Kantordienst verbunden. Ihrem Inhaber kann eine Orts­zulage bewilligt werden. Zwei evang. Schulstellen in Nix- feld. Mit der einen ist Organisten- und Vorlesedienst verbunden.

Zu den Stadtverordnetenwahlen rüstet man bereits in der Stille. Kürzlich soll eine vertrauliche Be­sprechung stattgefunden haben, bei der vorgefchlagen wurde, die Wahl wie das letztenmal wieder durch einen alle Vereine umfassenden Bürgerausschuß vorzubereiten. Der Vorstand des freisinnigen Vereins wird in den nächsten acht Tagen zu der Frage der Stadtoerordnetenwahl Stellung nehmen. Auch über Wahlvorschläge hört man schon reden.

*"Von der Straßenbahn. In der ersten Hälfte des September benutzten die Straßenbahn im Ganzen 44 544 Fahrgäste, darunter 698 städtische und 397 Postbeamte. Die durchschnittliche Tagesfrequenz betrug 2967 Personen. Die beiden besten Tage im September waren bisher Sonntag, 11., und Montag den 12., den Tagen, wo wir Ein­quartierung hatten und der Verkehr besonders durch die Kirmes in Ann er od> gehoben wurde. An diesen Tagen fuhren 4756 und 3229 Personen.

Blüten und Früchte. Heute morgen wurde uns ein Zweig mit vollständig entwickelten Apfelblüten über­bracht, der an einem Baum in dem Garten des Herrn Aug. Schwan, Seltersweg, neben reifenden Früchten gefunden wurde.

** Bil 1 igund schlecht. In einem Hofe der Bahn­hofstraße hat seit 8 Tagen ein auswärtiger Geschäftsmann ein Wanderlager eröffnet, in dem unter anderem auch email- lrerte Geschirre billig zum Verkauf kommen. Die Polizei entnahm von diesen Emaillewaren mehrere Proben und ließ sie beim chcm. Untersuchungsamt untersuchen. Hierbei 'teilte es sich heraus, daß zwei der Proben stark bleihaltig waren. Auf die gegen den Verkäufer und den Fabrikanten erhobene Anzeige hin ordnete das Gericht die Beschlagnahme der noch vorhandenen Waren an und die Polizei beschlag­nahmte sie daraufhin heute morgen. Es handelt sich um rot und weiß, und blau und weiß gesprenkelte Emaillege- chirre. Den Käufern dieser Töpfe können wir nur raten, ie nicht zum Kochen zu verwenden, da das Blei der Gesund­heit sehr schädlich ist.

** Warn u n g. Das Darmstädter Polizeiamt ver­öffentlicht folgende Warnung: In letzter Zeit sind in größeren Wochenschriften Ankündigungen eines Professors Randolf Roxroy in London erschienen, der sich erbietet das ,Lebensschicksal des An fragen den vor- a u s z u faße n". Nach den gemachten Feststellungen handelt es sich dabei um ein Schwindel-Unternehmen, das nur daraus berechnet ist, leichtgläubischen und abergläubischen Leuten das Geld aus der Tasche zu locken.

Wahres Geschichtchen. In einem hiesigen Gasthaus wurden dieser Tage drei elektrische Birnen

Der türkisch-französische Streitfall.

Paris, 16. Sept. Die Meldung, daß die französische Regierung rn Konstantinopel auch gegen die Wiederbesetzung der Oase Djanet im tunesischen Dinterlande Einspruch erhoben habe, wird offiziös als unrichtig bezeichnet. Der Minister des Aeußeren habe bisher keine amtliche Nachricht über die Besetzung erhalten und wolle, bevor er bei der Pforte einen Schritt unternimmt, die Mitteilung abwarten, ob die türkische Flagge in der Oase Djanet tatsächlich gehißt worden sei und ob dies seitens der hierzu berufenen Perfönlick)keiten im Namen der tür­kischen Regierung geschehen sei. Falls die Meldung sich als richtig erweisen sollte, würde die französische Regierung die erforderlichen Maßnahmen treffen, um unverzüglich ihren unbestreitbaren Rechten auf die Oase Djanet Geltung zu verschaffen.

DerTemps" schreibt über das Vorgehen der türki­schen Behörden gegen Tunesier und Algerier und die Wieder­besetzung der Oase Djanet:

In dem Augenblicke, wo die Türkei fid), an uns wendet, um ihr Defizit zu decken, sind diese Vorfälle ein Beweis für eine feindselige Politik gegen Frankreich: das alles stoßt uns kein Vertrauen zu den Jungtürken ein. Man muß sich deshalb darüber freuen, daß Minister Pichon nicht nnr Bürgschaft für das Geld und die Interessen Frankreichs in der Türkei fordert, sondern daß er auch den Zwischeirfalk von Smyrna benutzt, um der unerträglichen Lage, welche die türkische Regierung den tunesischen und algerischen Angehörigen Frankreichs bereitet, ein für allemal ein Ende zu machen.

Der für den 21. September nach Paris einberufene j u n g äg y p t i s ch e Kongreß, dessen Abhaltung von der französischen Regierung untersagt worden war, wird am 22. September in Brüssel stattfinden. Wie verlautet, erfolgte das Verbot lucgcn der Angriffe der Jungägypter auf die französische Politik in Marokko und weil sie durch ihre Treibereien unter der muselmanischen Bevölkerung der französischen Besitzungen in Afrika Unruhen anzustiften ver­sucht hatten.

* D i e Großherzogin feiert heute im Kreise ihrer Verwandten, die sich diesmal besonders zahlreich um sie versammelt haben, ihren Geburtstag. Im ganzen Lande wird man des Wiegenfestes der Fürstin, die ihr Genüge in Werken der ^Nächstenliebe und Wohltätigkeit findet, gerne ge­denken. Die Schulen des Landes haben geschlossen und die öffentlichen und zahlreiche Privatgebäude haben geflaggt.

** Die Verkehrs-Einnahmen aus dem Per­sonen-und Güterverkehr betragen nach vorläufiger Feststellung: 1. für die Eisenbahndirektionsbezirke Frank­furt a. M. und Mainz: im Monat Juli 12323 000 Mk. oder gegen das Vorjahr mehr 147 000 Mk. ---- 1,20 Proz.: in der Zeit vom Beginn des Rechnungsjahres 46120000 Mk. oder gegen das Vorjahr mehr 2 307 000 Mk. = 5,27 Proz.; 2. für die Preußisch-Hessische Eisenbahngemeinschaft: im Juli 1910 177 383 000 Mk. oder gegen das Vorjahr mehr 9 286 000 Mk.

5,52 Proz.: rn der Zeit vom Beginn des Rechnungsjahres 663 817 000 Ml. oder gegen das Vorjahr mehr 36 205 000 Mark --- 5,45 Proz.

durch neue ersetzt und die alten einem Koch -4Lehr mädchen übergeben mit der Bemerkung,die können Sie sich einmacherr". Zum größten Erstaunen des Hotels Besitzers fand er denn auch richtig abends die drei Birnen sorgfältig in Essig mit Zwiebeln und Pfeffer eingelegt. Das Geficht des Bestellers diesereingemachten" Birnen soll nicht sehr geistreich gewesen sein.

= Garbenteich, 17. Sept. Unsere KirineS findet ; bereits morgen und übermorgen statt und nicht erst am 25. und 26. d. Mts., wie infolge eines Irrtums gestern be» richtet wurde. Unsere Kirmeswirte haben eifrige Vorbereit, nngen getroffen, um die bei dem schönen Wetter sicher zu erwartenden zahlreichen Kirmesgäste bewirten zu können.

fi- Reiskirchen, 16. Septbr. Morgen findet hier Gemeinderatswahl statt. Es sind vier Mttglieder zu wählen, drei, die allSscheiden, und einer für PH. Stumps V., der vergangenen Sommer zunr Beigeordneten gewählt wurde.

A Lich, 16. Sept. Ein Soldat wurde beim heutigen DivisionSmanöver vor Hitze tobsüchtig, so daß ihn vier Soldaten festhalten mußten. Man brachte den Bedauerns- werten ins Licher Hospital.

)( Lauterbach, 15. Sept. Der Stadtvorstand be­schloß die Ausführung des von der Kultttrinspektion.Gießen ausgestellten Ka nal i s a ti o n s p r o j e kt es für die ge­samte Stadt. Die Baukosten sind auf rund 1/4 Mill. Mark Die Anlage ist als Trennsystem gedacht, d. h. die Küchen-, Haus- und Aborttvässer uni) die Regenwässer werden in zwei gesonderten Kanälen geführt. Durch diese Anlage ist es ermöglicht, das Regenwasser unmittelbar in den nächsten Wasserleitungslauf zu führen, wodurch der Rohrquerschnitt entsprechend kleiner wird. Andererseits lann infolge des Trennsystems die Kläranlage bedenkend Heinere Abmessungen erhalten, was eine weitere Ersparnis bedeutet. Die alte Bach wird wegen der wiederholt be­obachteten Typhusgefahr in große Rohre gefaßt; damit ver­schwindet wieder ein Stück Alt-Lauterbach. Die Arbeiten werden sofort begonnen.

X Bleichend ach, 16. Sept. Bei der heutigen Bür- g er m ei st er w a h l wurde der seitherige Bürgermeister Naumann mit 17 Stimmen Mehrheit wieder gewählt. Der Gewählte erhielt 91 und der Gegenkandidat, der vor 9 Jahren ebenfalls kandidierte, erhielt 74 Stimmen. Der Wahl enthielten sich 17 Wähler. Der Wahlkamps war sehr lebhaft.

= Schlitz, 16. Sept. Am Mittwoch sand aus Schloß Nichthof bei Schlitz die Verlobung der ältesten Tochter des Grasen zu Schlitz genannt von Görtz, Gräfin Anna, mit dem Marquis Mac Swiney os MashanaalaSS itatt. Gräfin Anna Karoline Marie Franziska zu Schlitz ist am 9. Januar 1877 zu München geboren.

M. Bad -;N anheim, 16. Sept. Die Ortsgruppe Bad- Nauheim des Oberhessischien Obstbauvereins veranstaltet vom 24.-26. September im SaalbauThälysienhof" eine Ob fti ausstellung, verbunden mit Gemüse-, Pflanzen-, Blumen- und Geräte-Ausstellung. Für die Gesamt-An^ stellung ist eine Prämiierung vorgesehen.

B. Friedberg, 16. Sept. Aus Anlaß des morgigen 40. Geburtstages der Großherzogin fand heute eine Be­leuchtung statt. Der Triumphbogen sowie das Kriegerdenk­mal erstrahlten in den Solmsschen und hessischen Farben. Am Triumphbogen waren die Initialen mit elektrischen Glüh­birnen angebracht. Von öffentlichen Gebäuden sind er­wähnenswert das Rathaus, das Predigerseminar, die Reichs­post, das Bahnhofsgebäude, sowie eine sehr große Anzahl von Privathäusern. Um H.»8 Uhr erschien ein Hof- wagen im Burgtor und das Großherzogspaar machte unter dem stürmischen Jubel der Bevölkerung eine Rundfahrt durch die Stadt. Nach der Rückkehr fuhr das Zarenpaar mit den Großfürstinnen, die Prinzessin Heinrich, Prinz Waldemar vott Preußen in vier Automobilen durch die Stadt. Die Menschenmassen, die hier zusammengeströmt waren, können mindestens auf 20000 geschätzt werden. Aus der ganzen Umgebung waren schon tagsüber viele Leute angenommen. Als das Großher^ogspaar sich dem Kriegerdenkmal näherte, spielte die Stadttapelle die Nationalhymne, die von dem Publikum begeistert mitgesungen wurde. Bei der gest­rigen Fahrt nach Lich hatten" die Herrschaften bei Nieder- Mörlen einen Motorendefekt, weshalb sie in ein Reserve- 1 automobil umfliegen. Zur Festtafel im Friedberger Schlosse konzertiert heute die Kap e 11 e des Jnf.-Regiments Kaiser Wilhelm unter der Leitung des Obermusikmeisters Löb er. 9üif dem Turm der Stadtkirche sp-ielle heute früh der Posaunenchor einige Choräle zur Feier des Geburtstages der Großherzogin.

O. Friedberg, 15. Septbr. Die Großh. Taub- stummen-Anstalt wird morgen nachmittag einen Aus­flug nach dem Offenheimer Wäldchen machen. Dort wird sie die Großherzogin festlich bewirten lassen.

X Fflie dberg, 16. Sept. Die Großh. Handelskammet Friedberg hat sich in ihrer gestrigen Plenarsitzung im Prinzip gegen eine Wertzuwachssteuer als Reichssteuer aus­gesprochen.

M. Ober-Mörlen, 16. Sept. Die diesrnaliae Ge­meinderatswahl, die nächste Woche stattfindet, wird ganz besonders die Gemüter erregen. Die Sozialdemokratie, die schon bei der vorigen Wahl einige Erfolge erzielte, wird diesmal eigene Kandidaten aufstellen, ohne mit dem Zen­trum Vereinbarungen einz>lrgehen, wie das schon nicht mehr bei der letzten Beigeordnetenwahl der Fall nxrr. 6ber- Mörlen hat über 600 Wähler.

S. Offenbach, 16. Sept. Der Stadtverord-, netenkampf hat begonnen. Eröffnet wurde er durch eine vomVerein zur Wahrung städtischer Interessen" heute abend im Stadtgarten abgehaltene öffentliche Ver­sammlung. Der Verein hatte vor einiger Zeit an die Vorstände der verschiedenen bürgerlichen Parteien die Aw frage gerichtet, ob sie zu einem Zusammengehen bei den bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen gegen die Sozial­demokratie bereit feien. Von der hiesigen nationallibe­ralen Partei erging alsbald Zusage. Die Zentrumspartei nahm gestern abend mit allen gegen eine Stimme die vom Vorstand vorgeschlagene Entschließung an, daß die Zem trumspartei prinzipiell nicht abgeneigt ist, den Wahl- kämpf gemeinsam mit den übrigen bürgerlichen Parteien gegen die Sozialdemokratie zu führen. Das Zentrum will jedock, insofern selbständig vorgehen, als es eigene Ver­sammlungen abhalten und sich auch die ausschließliche No-, minterung der ihm zugestandenen Kandidaten Vorbehalten will. Der Vorstand wurde ermächtigt, über die Zahl der Kandidaten Abmachungen mit dem Verein zur Wahrung städttscher Interessen, bezw. den anderen Parteien, zn treffen. Die fortschrittliche Volkspartei wird wohl tarn der Einigung beitreten. Es soll ein Vorstandsbeschluß vor­liegen, der ein Zusammengehen mit dem Verein zur Wab- rung städtischer Interessen so lange als ausgeschlossen be-

Aus Stadt und Land.

Gießen, 17. Sept. 1910.

** Tageskalender. Gießener Festfaal (seither Kolosseum). Owstspiel der BudapesterOrphemngesellschast. Samstag abend 81/, Uhr u. f. T.

Kinematograph: Neuer Spielplan.

Biograph: Neuer Spielplan.