Ausgabe 
17.1.1910 Zweites Blatt
 
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markenfvLge ehtgeiwnt'men bat, bic bic Kluft zwischen Polcir unb Deutschland erweiterte. Ich will hoffen, daß der neue Öen Reichskanzler diesen Spuren nicht folgt.

Abg. Tr. Friedberg (Natt.): Der Finonzministcr hat hier vor dein Reichstage eine tiefe Verbeugung gemacht, Weil er die gestundeten Matritularbeiträge den Einzelstaaten abgcnommeii habe. Diese Verbeugung ist unbegründet: Der Reichstag hat die gestundeten Matritularbeiträge lediglich auf die Rcichsschnld über-* roommen. Das fonnten luir in Preußen auch. (Heiterkeit und Beifall.) Auch die Anpreisung der Reichsfinanzresonn ist übrig. Der Finanzminister hat feinen Rüffel von Herrn v. PoppenhKm doch bekommen, tveil die Regierung nicht für bic nötige Auf- ilärung des Volkes über den Segen der Finanzreform gesorgt habe. yCbcr die sogenannte Reichsfinanzreform ist in sozialpolitischer Hinsicht das unglücklichste Kiird, das je geboren ist. (Heiterkeit und lebhafter Beifall links.) Die Lasten bot Reform sind im mesentlidstn den miut't'rbemittelten Klasstm aufgebürdet worden. Die sogenannten Besihsteuern sind meistens gar keine B-esiksteuern. «Beifall links.) Die Einführung von Schissahrtsabgoben halten meine Freunde nicht für bcsoitders wünschmSwert. Wenn aber die Unterhaltung ber (Ströme nur dadurch zu erreichen ist, müssen wir uns mit diesen Abgaben abfinden. Natürlich müffen sie in irgend einer Form wieder für die Stromverbesserung verwandt rocrbeir, DaS wird Ausgabe unserer Gesandten bei ben Einzel» staaten fein, die damit doch auch enbtid; einmal etwas zu tun be­kommen. (Heiterkeit links.) In seiner Etatsrede bat Herr von Rheinbaben die Vebeutuiig her Landwirtschaft bemorgehoben. Wir werden jedenfalls den Bund der Landwirte nach wie vor b«,y kämpfen und glauben, gerade dadurch der Landwirtschaft zu dienen. Ter Ministerpräsident hat sich auf daS Vcrtrauensvcrl)älttus zwischen ihm und diesem Hause ftiiticn zu wollen erklärt. Wir werden ihm ohne Mißtrauen begciten. Aber wir werben ibn nach seinen Toten beurteilen. macht einen ge­radezu peinlickstu Eindruck, daß wir in fast allen Bundesstaaten Fr^sahrkarten für Abgeordnete Ixt beit, nur in Preußen nicht!

Zum SMnß muß ich die Ausmerliamleit des Hauses auf einen Fall lenken, ber kürzlich durch die Blätter ging. Der Fall wird zwei felloö auch im Reichstag besprochen werden u.betrifft einen Mann, der vhnei.gewichtigen Grund ins Irrenhaus gesperrt ist. Ich meine den Fall.Haß. Herr Haß ist ja zweifellos ein Querulant, aber es ist doch immer noch ein Unterschied, .»b man ein Querulant ober ein Irrsinniger ist. Ich bitte deslnAb den ÄtMister um1 Aus Ilärnng über diesen Fall.

Minister des Innern v. Mollke: Bezüglich der Arbeiten zur Vermal tungsreforntl kann ich erklären, daß die nieder gesetzte Mm'missivn in voller Tätigkeit ist. Tie Kommission hat ihre Arbeit an verschiedene Unterausschüsse verteilt, so für die Pereinfachnng des Geschäftsperfahrens, für die Schulverwaltung, für die Landwirtschaft usw. Es hat sich bereits berausgestellt, daß eine Reihe von Arbeiten von unteren Stellen besser be - arbeitet werden kann, und daß dabei an Zeit imb Kräften gd* fpart wird.

Abg. Herold (Zentr.): Troß des nickst günstigen Etats Mussen wir mit dem Ausbau des Eisenbahnnetzes ' fortfalften. N.me Steitenr dürfen in Preußen wie auch im' Reich vorläufig nicht Tonrmcn. Mit den jetzt bewilligten Mittettr muß Hasts gc hatten werden. Ten je hl von der Regierung eingefchlageneit Weg in bezug auf die SäuifalirtSabgaben heißen wir gut. Hat man Mittel durch Sch-iffahrtsabgaben, werden auch eher die Schiff­fahrtswege! her belfert werden können. Die kommende Wahl rechtsvvrlag e wird f'ickicrlich uns niclst befriedigen. Wir verlangen in erster Linie das g e.h einte W a h 1 rech t, nicht Mof; für die Parlamente, sondern auch für die KommnnalwahEu gerade mit Mich ich t auf die Kättvwiher Vorkommnisse. (Beifal: im Zentrum: Hört! Hört! rechts.) .Herr Finanzminister, schaffen Sie die .Hälfte Ihrer Vortragenden Räte ab, und bic Hälfte der Regierungsräte bei den einzelnen Regierungen! Das ist möglich, wenn nicht zuviel regiert würde.

Das Haus vertagt sich. Nächste Sidüng': Montag, 11 Uhr Fortsetzung. Schluß: 4*/a Uhr.

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Dem! preußischen Abgeordnetenhansc sind sieben freisinnige Anträge Aiigcgangni. Tie -Staateregicrititg wird u. a. ersucht, in Aussübrung des Artikels CI der Preußischen Verfassung ertren bic Verantwortlichkeit der M i n i st e. r regelnden Gesed» enlMirrf vvrzulegen, ferner einen üst'sehciitivurf vorzplegen, der in Ausführung des 'Artikels 98 brr Preußischen Verfassung eine nnkieitliche, organische, ersMpfende und den nn-äitberten Zeitvev- l.älln.issen entsprechende Neur egelung' des gesamten Bc - am leit rod) 16 herbeiführt, und insbesondere das Wahl, Peti - nons , Bei'eius und Versaiumlungsrecht der Beamten, tonne bereu Recht ain freie Meinuugsäußerung durch Wort und Schrift ge* ivährlerstet, und zwar fo bald als Möglich und jedensalls so zeitig, daß die Verabschiedung des Gesetzenttv-urfs noch in dieser Legislaturperiode erfolgen kann. 3lcmerkenswert ist außerdem der

ICfchtes Feuilleton.

G i n Urteil, über bic Wiesbadener A u s stel - l u n g. TerWirSb. Gen. Änz." idneibt:Ter Verlauf der Wie-5- babeircr Ausstellung für Handwerk und Qkwcrbc, itunft unb GarteiE hent f>at nicht nur in finanzieller Beziehung eriren Mißerfolg gc* braclst, sondern die ganze Veranstaltung stellt sich ictzt bei eurem kritischen Rückblick als ein großes Fiasko bar. Die Ausstellung, bereit vielverheißene Erfolge imaginär blieben, deren Schoden für die ganze Wiesbadener Geschäftswelt sich kaum bcTcd)rtcit lässt, bereit Defizit in Höhe von 10 bis In Prozent dazu itod)i von den hiesigen Handiverkern und Gewerl>ctreibcnde.u als den Garantie - zeichnent getragen werden muß und deren Verlauf ber Stadt* Vermattung immerhin beachtenswerte Opfer auferlegte, war alles in allem genommen eine verfehlte Sache. Wenn and) einige Erfolge zu verzeichnen find, wenn auch vielleicht auf dein Ckbictci der Kunst ein günstiger pekuniärer Abschluß erzielt wurde, so ist das Handwerk und (bewerbe, ursprünglich doch als M'crupimt't brr Ausstellung gedadst, fast ausschließlich nur mit Enttäuschungen bcbodit wvrden. Weder der pc ku n r c noch der i b ec H c Erfolg der Ausstellung stehen in einem auu 'hinbaren Verhältnis zu den gebrachten Opfern! So faulet das Urteil in Handwerkerkreisen, io denkt maiit bei den Gewerbetreibenden."

- Neue H a nds chr i ft en Walters v'v n der Voge l- weide. Text und Noten tvn drei Liedern von Waller von der Bogevueide, dem großen Minnesänger des Mittelalters, und das Dnchstück eines Liedes eines an baren Dichters sind durch Zufall mm einem Beautten des StaatsardstvS in Münster ent- deckt worden Die bedeutsame Handsclnift auf Pergament war ÄS Umschlag zu einer Dicdjatintg aus dem 16. Jahrhundert ber* 'jöenbet und ftamint nacls der Sckni start aus der Mitte des 14. Jahr* hunderts. Wie. der Munstn>Anzeigcr m'itteitt, ist man damit bcfduäftigt, bic uuittelaUerlicheu 9 toten in jetzige zu übertragen.

Der verbotene Maeterlinck. Direktor Rein­hardt in Be r l i it hatte die Absicht, Maeterlincks DramaMaria Magdalena" zur Ausführung zn bringm. Die Ze usur hat das -Stück iedoch verboten. Die Bclststbe ist ber Ansickst, daß infolge ber vielen b i b l i s rb e u Zitate und ber Stimme be S Herrn bic in dem -stiid1 wrfamhnen, das religiöse E m p s i N b c n eines Teils der Zuschauer verlegt werden könnte. Die Dircklimk des bcutidren Theaters hat inzwischen bic Vermittelimg des Kultus ministciX' an gern fen, indessen ohne Erfolg. 9 Lad) dieser Auf-' sassimg dürfte in Berlin niemals ein Passivnsspicl auf geführt Werben; vielleicht verbietet man gcivgeiftlixh Goethes Inust, wegen bes Vvrfpieles int Himmel.

Meta Fll ings Englisches Theater wirb enb- giiftig aufgelöst In der letzten AufsiMSratssitzimg wurde efflxirt, baß bas Unternehmen zu eng mit der Person bei- Grün­derin verbunden gewesen sei, als daß es nad) ihrem Tode nveitor1 fürtgeführl werden könnte.

Ibsens EposBrand" wurde int Düsseldorfer Sch a u s p i e l h a u f e zum ersten Male in Deulselstpiid durch eine Vorlesung aus dein 9lacblaü des Dichters der OksjenUichkeit zugänglich gemacht. find 4 Gesänge, in denen die pauvisigurcu des späteren DramasBrand" schon fertig vorgebildet sind.

Wunsch Nach einem GesetzentnLirf, düich btit dec Quote der zu er* hebenden Einkommen steuer nach, dem jeweiligen Stoatsbedarf all­jährlich festgestellt wird. ______________________________

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Aus Stadt und Lund.

Gießen, 17. Januar 1910.

Bom Leichenftngcn auf dem Lande.

Von einem Voltsschullchrcr wird unS vom Lande geschrieben:

Auf einer Fußtour durch Oberhessen führte mich der Zufall durch zwei Ortschaften, in denen Leichenbegängnisse slattfanden. In dem einen Ort, durch den unsere Wanderung ging, war der Leichengesang längst abgeschafft worden. Still hoben die Träger den Sarg, und still und schweigend setzte sich der Tranerzng in Bewegung nach dem Friedhof. Nach ber Grabrede und der Einsegnung durch den Geistlichen senkte man den Sarg in die Gruft. Still und lautlos entfernte sich die Schar der Leidtragenden wieder vom Friedhöfe. Auf der Wanderung am anderen Tage hörte ich, kaum in die Btitte des Dorfes angelangt, aus einer Hofreite in einer Seitengasse einen Ehoral, von Hellen frischen Kinderlippen gesungen. Unwillkürlich folge ich der Richtung, aus der der Gesang kommt. Zu meiner Ueberraschung erblicke ich wiederum ein Leichenbegängnis. Der reine, schöne Kinder* gescmg fesielt mein Sinnen, hemmt meine Schritte; ich bleibe stehen und höre dem Gesänge zu, der mich wahrhaft wohl berührt. Nachdem zwei Verse des Liedes verklungen sind, spricht der Geistliche einige Gevetsworte und der Zug schreitet zum Friedhof. Ich folge ihm, ber Kindergesang hat cs mir angetan. Auf dem Friedhöfe leitet wiederum Schülergesang die Grabesfeier ein nnb beschließt sie. Welches Leichen­begängnis hat mir am besten gefallen? Unstreitig daS zweite. In seiner Wirkung auf das Gemüt, in seiner ganzen Art kann es mit dem ersten gar nicht verglichen werden. In unserer Zeit, da man der Heimatspflege, der Bodenseßhaftig- feit, der Erhaltung der volkstümlichen Gebräuche so sehr das Wort redet und mit Tatkraft unterstützt, sollten darum der­artige Volkssitten, die gewiß zu den edelsten und besten ge­hören, mit aller Kraft da erhalten bleiben, wo sie noch nicht der Zeitgeist hinweggerafft hat-.

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** Der land w. Lokalverein tagte am Samstag in dem Saale gum Lenzschen Felsenkeller bei sturtem Besuch. Professor Äisevius hielt einen Vortrag überDie neuen Getr eid ea nbaum e th o dcn nach Demtschinsky". Es handelt sich hierbei um das Aus* unb Umpflanzen des Getxcides wie bei Zuckerrüben und Dickwurz. Schon Liebig lehrte das, was jetzt TemtfchiuSky bringt. Tic Methode stammt aus China; der chinesische Bauer bebaut seine Aecker so, daß seine Familie von der Bebauung zweier Morgen leben kann. Das Umpflanzen kann im Herbst ober Früh­jahr etwa 34 Wochen nach der Aussaat geschehen. Dadurch, daß die Pflanzen 45 Zentimeter tiefer gesetzt werden, Ireiben sie mehr Wurzeln und niehr Halme, und zwar ent­stehen bid zu 2040, ja 60 Halme auS einem Samenkorn. Aus einem Kilo Saat sollen schon 2000 Kilo geerntet worden sein. Da das Umpflanzen eine höchst zeitraubende Arbeit ist und ber Morgen nach Versuchen bei Wiesbaden 400 bis >00 Mk. kostet, ist diese Methode für Deutschland nicht aut anwendbar. Die zweite Methode ist eher zu empfehlen, man spart das Umpflanzen, die Reihen werden nur gehäufelt. Bei dieser B e h ä u f e l u u g s m e t h o d e braucht mau nur 25 30 Pfund Saat auf den Morgen. Reichstagsabg. Köhler- Langsdorf hat auf diese Art einen Mehrertrag von fünf Zentner pro Morgen erzielt. An Hand von Zeichuungeu und Tabellen zeigt der Redner, wie zwei Deutsche brauch­barere Behäufelungsmethodeii hergestellt haben. Nach der Methode des pommerschen Saatgutinspektors Debke wird jede Reihe nad) 21 Tagen gehäufelt. In der Provinz Sachsen werben Hunderte von Morgen bereits so bewirtschaftet- Die Methode scheint sich zu bewähren. Schönner und Zehnt- Heimer haben ziemlich gleichzeitig die Anbauweife erfunden,

Dagegen weickit die erzählende Form der llvbic()tinig in den Emzellieiien des Wortes unb be-5 Gedankens von der späteren dramatifchen Dichtung ab. Das Werk machte einen starken Eindruck.

DaS Meteorologische Q b f e r v a t o r i u m aus dem Brocken besindet sich in einem äußerst schlechten Zustande und geht trotz der sehr kostspieligen Ausbesscrungsarbeiten einem schnell zunehmenden Verla 11 entgegen. Im Interesse der Sicher» heil des auf der Station arbeitenden ständigen Observators unb der Zuverlässigkeit der Beobachtungen ist die Errichtung eines Neubaues, die auf Grund eines mit der fürstlich Stolbergfcheu Verivaltiuig au schließenden Erbbauvertrages erfolgen würde, zur driiigcirden Nolivendigkeit geworden. Die Batikoslen ciufchließlich der vollsländigeii Einrichtung sind auf 5? 700 Mk. veranschlagt.

Eine Panik i nn Wie nerB ür gert he a ter^. Kurz vvr Schluß ber Vorstellung der MonwbicDer Geldautomat" entstaub, Wie bic Nut. Ztg. mitteilt, bnrck Fenerruse eine Panik, die ohne bic Efeislvsgegrmvart des auf der Bühne befindlichen, Kvinikers Straß in c h e r leicht sehr ernste Folgen gehabt hätte. Gin Herr stand auf, unt bcu Saal zu verlassen. Dies erregte einige Unruhe, unb ba inan in dem g ä n z l i ch v c r bu u ke l t -c n. H auf e die Ursache nicht selxn konnte, standen meinere Tarnet ebenfalls auf, um hiuanszneilcn. Es entstand ehr plötzliches Gedränge, einige Zuschauer riefen Feuer, unb nur bas schnellc dlufbrehen des clcltrischcn Lichtes und vvr allem' die bcnlh igcub.it Worte, die Strasuneher von ber Bühne rief, ucr.- Ijinberten bat AuSlnuch eines allgemeinen Schi-eckens. Man ersieht aus diesem Vorfälle, wie gefährlich eine vollständige Verdunkelung des 3ufd)aucrraum>3 fein kann.

Ein Dante FubiläumsWerk. Der auch deutsche Büdierfiebhabern ivvhlbckanntc Verleger imb Antiquar Loo S. O l f ch k i in Florenz bereitet augenblicklich eilte glanzvolle Aus­gabe derGötttichcn Komödie" vvr, bic zur fünfzigjährigen Jubel­feier b.S Königreichs Italien .im künftigen Ialn crfdxiuejt soll. Für die Bearbeitung bcs Textes ist der G>raf G. L. Passtrinij. für die Einleitung Gabriele d'Annnnzio^ gewonnen worden. Das Werk wird einen Folioband von 600 Seiten umfassen und nur in einer einmaligen Auflage von 300 E-,vmplarcn ersdieinen, für die ber Subskriptionspreis bis 31. Januar je 500, von ba an 600 Lire beträgt. Außerdem werben 6 VorzugSercnrplare auf Pergament mit handivlorierten Miniaturen von Prof. Ainadtw Nasi unb zuin Preise von je 3000 Lire hcrgestcllt. Von diesen bat auf das erste König Bikwr Eimimiel subskribiert, ber auch bic Widmung des ganzen Werkes angcnomUMt bat. Ein anderes Exemplar soll dem Kommandanten des neuen PanzerschiffesTante Alighieri" überrcickst wcrbc.it, des ersten italienischenTrca> nougljt", der siw «rugenblicklich in GxiitelUxmare im Bau befindet. T'Anirunzio Hat einem Berichterstatter dieser Tage erklärt, cr ntadjc sidi sofort an bic Arbeit, sobald er feinen neuen Roman Ivrse che si, fvrse che nv" lDaS Werk ist em Fliegern)man unb Heißt auf deutsch: Vielleicht, viel lei äst aud) nicht. T. R ) ab» geschloffen Ira In', und freue sich um so mehr darauf, als es fdion lange seine Absicht gewesen sei, ein? kurze Biographie Dantes zu schreiben.

(i i n e b e u t f di e U n i u e r i i t ä t i n S ü d-A u st r a l i e n. Süd-Australien, die Hochburg des Temfchtums nn fünften Erdteil, zählt zwar nur ungefähr 25 000 Dcmfche, aber öS ist erstaunlich, wie nnverfälfcht sich doch vielfach deutsche Sprache und Art trotz

das Getreide in Rillen zu säen und nach 2125 Tagen die Rillen zuzuschleifen. Leider hat Schönner diese '.Nethode patentiert, fo daß sie nicht ohne weiteres angewandt werden darf. Die Erträge des Bodens müssen nod) gesteigert werden. Tie Bevölkerungs- und Tierzahl in Deutschland steigt fort­gesetzt, da gilt es auch, mehr Brot, mehr Futter, mehr Roh. material zu ziehen. Tie Bodenfläche bleibt sid) gleich, die Erträge für den Morgen müssen gesteigert werden. Dies gilt besonders auch für Hessen, namentlich die Wetterau. Der Vortrag fand lebhaften Beifall. In den Vorstand wurde als Rechner gewählt Landwirt Keßler-Lang-Göns. Der Vorsitzende Kcis er teilte mit, daß anfangs Februar eine Versammlung stattfiudct. Neben einem Vorrrag_über ländliches Bauwesen wird jedenfalls ein Referat über stick­st offdüngung erstattet werden.

** Bolksuntcr Haltungsabend. Die Vorbereitungen zu dem am nächsten Sonntag in der neuen Aula der Universität ftattfiitbcnbcn Volksunterhaltungsabend nehmen, einen erfreulichen Verlauf unb es ist deshalb den Besuchern des Abends ein feiner Kunstgenuß in Aussicht zu stellen. Ter aus den Vereinen Heiter- kcit-Gicßen unb Germania-Lollar (beide Mitglieder des Mitteldeutschen Säugerverbandes) gebildete, über 100 Mann zählende Chor hat sich unter Leitung des gemeinsamen Dirigenten, Lehrers Ludwig Becker, mit hingebendem Eifer an seine Aufgabe gemacht, unb die von ihm zu bringenden Chöre werden ihre Wirkung auf die Zuhörer nicht verfehlen. Die Namen der mitwirk. Damen bürgen ebenfalls dafür, daß der Abend wohl ge­lingen wird. Frau Landgerichtsrat S ch u b t ist unserem musik - licbenben Publikum als vortreffliche Sängerin bekannt, daß sie, die mehrfach in größeren Konzerten mit bestem Erfolg Solopartien gesungen hat so besonders unter Hcskapellmeister be HaanS Leitung ihre Kunst in ben Dienst ber guten Sackfc stellen, wird, verdient besondere dankbare Anerkennung. Sie wird Lieder von BrahmS, Schubert, Hahm, Schumann, Cornelius unb H. Wolf singen. Tic Begleitung hat Frl. Elisabeth Felchner in liebens- würbiger Weise übernommen. Frl. Meline Müller aus Wetzlar ist eine der führenden Kräfte im Rhein-Mainifchen Vcr- band für Vvlksbilbung, und die von ihr eingerichteten zahlreichen VolksunterhaltirngSabende sind im Bereich dieses Verbandes vor­bildlich geworden. Löer jemals ihren meisterhasten Rezitalioneui lauschen konnte, wird sich schon im voraus freuen, sie wieder hören zu können. Dem Unternehmen ist umso mehr ein recht günstiger Erfolg zu wünschen, als ein etwaiger Ueberschuß, wie früher schon bemerkt, einem wohltätigen Zweck zugute kommen soll (BeNeidung von unbemittelten Schulkindern usw.).

Feier ber Gründung des Reiches. Die Vor­tragsfolge der morgen in Steins Garten stattfindenden Reichsgründungsfeier lautet: Hochamt im Walde, Chor von I. Werth, vorgetragen vorn Baucr'schen Gesangverein; Ger­manenzug, Canzone von Rob. Hamerling, gesprochen von Frl. I. Strack; Deutscher Tanz von Beethoven-Sciß, vor­getragen von Herrn Pianist I. Hahn; Barbarossa, Chor mit Klavier von F. Jakobs, vorgetragen vom Bauer'schen Gesang­verein unb Herrn I. Hahn; Festrede vlieber bic Gründung bcS Reiches", Professor G. Roloff; 6. a) Romanze D-dur von M. Wurm, b. Klavierstück von Eb. Grieg, vorgetragen von Herrn I. Hahn; Des Geigers Heimkehr von F. Hegar, vorgetragen vom Bauer'schen Gesangverein.

** D i e g e sto h l e u e H a mstr el h e r d e. Einem Schas- händlcr in E d) z c ll wurden etwa am 7. Januar 18gro be­stärk e Hämmel von seiner Herde gestohlen und in der Richtung Utphe--Bellcrsheim abgetrieben, ohne daß, bereit Verbleib bis jetzt bekannt ist. Als Diebe kommen zwcr ältere Männer in Betracht, der eine mit Backenbart und der andere mit Schnurrbart und langen Haaren. Ersterer trug Schlapphut und der zweite Santtkappe, und beide umreit mit Ueberziehcr bekleidet. Zweifellos ist doch diese kleine .Hammelherde von vielen Personen gesehen worden, die auch bereit sein werden, ihre Wahruchmilngcn der Staatsauwalt- schast Gießen, ober sonstigen Behörden zur Weiterbeförde­rung mitzuteilen, damit die Viehräuber ermittelt werden können. Die Tiere haben ein rotes Zeichen F. B. auf bent Rücken. .

Wieseck, 15. Jan. Lehrer Keil-Klem-Lmdeir hielt im Saale des Herrn Adam Ziegler einen Vortrag über Hessens Grobherzüge, deren Charakterzüge unb hervorragendste Taten cr in eingehendster Weise schilderte.

mangelndem Nachschübe erhalten haben. In erster Linie ist dies den 'bemühen Kirchen und Gemeindejchulen zu verdanken. Die Kirchen sind ausnahmslos evangelisch. Die wenigen deutschen Katholiken Ichließcn sich zumeist bcu Iren an und gehen bald ihrem Volkstum verloren. Die deutfch-evaligelifchen Gemcmdeir wohnen in be» Bezirke» südlich unb östlich der Hauptstadt. Sie befitfc» 90 Kirche» mit 42 Predigern, 35 Schulen mit 44 Lehrern unb 1300 Schuler». Zur Ausbilbuug ber Lehrkräfte ist in ber Ort* fdiait Hahiiborl ein Seminar errichtet worben unb früh ging man auch an bic Gründung einer Anstalt zur Ausbildung junger Ge,sl* licher, um sich nicht mit bloße» Laienprediger» begnüge» zu muffen. (Sine derartige Schule würbe tu befcheideilstcm Maße vor längerer Zeit in Lobethal eröffnet, bann wurde sie nach Murtoa und iin Marz 1906 nach Malvern verlegt unter dem NamenConcordia College". Arn 7. Oktober 1909 wurde unter aklgemeiner Setei* ligung aus allen auftralifdien Staaten der Grundstein zu einem großen Erweiterungsbau gelegt, der die Ausgestaltung zu einer beutfiti*auftralifdien Universität ermöglicht. Sie fielst im Zufammen* bang mit einem Gymnasium, daS fcd)Sklaf|ig ist, aber nur Fort- geschrittene aiihümmt. Der Kern der ganzeii Anstalt ist allerdings noch immer öie theologische Fakultät, die dreijährigen Besuch lor* dert und flaffifdie Bildung der Gintretcnben vovaliSfetjt. Tie An­stalt wird lediglich von den Gemeinden selbst erhalten. Die Leitung liegt in den Händen cmeS deutschen Prosesfors Dr. Gräbuer.

E i n W o h l t ä t e r der Al c u f ch h e i t. Das in Ham- buxg evfdieinenbeIsraelitische Fmnilienblatt" enthält ba-3 folgend» vielverspredfende" Juferat:

Eine u it c i' () ö v t häßliche 91 a f c entstellt oft ein foult hübsches Gesicht. - Id) teile Ihnen gegen 85 Pfg. in Marken nut, wie meine häßliche Rase in 10 Tagen ohne äußere Narben in eine solche von tadel­los uorinalev Form umgeroanbell würbe.

Der E n t st e l l u n g s b c f e i t i g c r. Postamt x, Berlin.

Ter Preis von 85 Pfennigen für einen derart Menschen* freniidlichcn Rat kann nicht gerade übertrieben bod) bezeichnet werden Wenn nur die Lelchtglänbigeii, bu* eine Antwort daraus erwarten, nicht erst recht mit langer Nafe abziehen müssen!

Kleine Chronik für K unst und Wissenschaft. Z u r F e i e r tunt P a uk Hc y s cs 8 0. Gc bu r t S t a g (15 9Jtär.i) ist in München ein Ausschuß in der Bildung begriffen, an dessen Spike Ludwig Gangliofcr unb Max H albe stehcu- Öleplant ist zunächst am 13. März eine öffentliche Matinee iri' Künsklcrhans, bereu Mittelpunkt ein Festspiel von Fritz v. Oftinc bilden soll. Ferner kommen Rczitalwncii unb ein Prolog vorn Wilhelm I c n s e n zum Vortrag. Professor Jakob Volhard, dessen Ableben wir am Samstag gemeldet hatten, war am 1. Jiun 183-1 in Darmstadt geboren imb mehrere Jahre Assistent bn Liebig in München. In Mi0ld>cn l>abititicrte cr sich auch: 1879 erhielt cr das Ordinariat für Chemie in Erlangen Seit 1883 wirkte er in Hakle. Seine Schriften sollen ausschließlich ins Gewicht der Chemie. ImlJohrc 1908 ließ cr noch eine aiiSgczcichnctc Biographie Liebigs erscheinen. Zur Ergänzung bd philvsophischcu Vorlesunyen durcli seminaristijche Hebungen ist btä Begründung eines Philosophischen Seminars an bc3 Unwcrsität Halle in Aussicht genommen.