Ausgabe 
14.5.1910 Erstes Blatt
 
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Hochachtungsvoll

Ludwig Werner.

Mittwoch, 18. Mai

nachm. 3 Uhr

GriginaL-DrahtrneLStrngen.

Paris, 14. Mai. Amtlich wird veröffentlicht, daß Jonnart das Amt als Gcneralgouvcrneur für Al­gerien übertragen worden sei.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentlicke Wetterdienststelle Gießen.

Allgemeine Wetterlage seit gestern früh: Bei hohem Luft­druck über Rordosteurova hatten wir gestern in unserem Bezirke heileres und warmes Wetter, lieber Nacht ist ein Rest der alten Zyklone, der gestern früh nod) östlich von Mitteldeutschland lag, langsam nordwestwärts gezogen uitd bringt vorübergehend geringen Regen.

Hoher Truck beherrschst jetzt wieder unsere Wltterung und bringt heiteres und warmes Wetter.

Welteiaussichten in Hessen am Sonntag dem 15. Mai 1910: Meist heiter, trocken, warm. Auch Montag keine Aenderung.

Hugo Strohbach

Schanzenstrasse 1. [2397]

vüchertisch.

Heft 3489 derIllustrierten Zeitung" (Verlag von I. I. Weber, Leipzig enthält: Bildnisse des Königs Eduard

SommerfrischeZur Iiiwigshirj

am Waldeingang von Wieseck nach Aiten-Buseck

Am Sonntag dem 15. Mai El* Öf f XXUXlg

Am Dienstag dem 17. Hai

Einweihungsfeier mit Konzert und Tanz

Ich bitte um freundliche Unterstützung meines neuen Unternehmens

Plan der Ei. crthalte oder ein/- "mehr seiner Lerm-. von Interessenten a; Alanden der größeir ng legte Prof. solchen Baues auf de Tchnhossgeboudes k von der Landes^ " Sache näher erörle? : einstimmig eine tz- mit großer Sympv einer neuen Ärsar en

Einladung zmn Jahresfest des ev. Rettungshauses zu Arnsburg bei Lich

am Pfingftdieustag, dem 17. Mai, nachmittags 2 Uhr. Festredner: Hofprediger Blau, Wernigerode

Pfarrer Jul. Werner, Frankfurt a. M. Jedermann ist herzlich eingeladen.

Unerreicht Bequem genannt ist die dem Fabrikanten Hranz Brfid unter r>. rr. G. m. Nr. 420685 vom Uaiserlichen Patentamt am 7. Mai 1910

Dr. Richter

verreist bis zum 21. Mai einschliesslich.

Vertreter die Herren:

Dr. (9eher

Dr. Mueller

Dr. Lchlicvbake ___________Sanitätsrat Dr. Zimrer._______

Kräder, Kolor-Fataenge, Nähmascbinen beste deutsche Fabrikate Ersatz- und Zubehörteile Eigene Reparatnrwerkstätte ::

W ernster Arbeit. Die FÄge ist, dast manche auswärtige Geschäfts^ Dcrbintnmg i'id) lockert und von neuem an geknüpft werden must. Im £n gibt es mehrere Schnitzschiulen, und es ist uuerci'knn, die Schn itz künstlet beider Arbeit zu brobaditen. Wäb rend der eine ans er item Bmimstomm mit iviubtigcn Hieben die Umrisse einer Madonna her anal) mit die Vorzeichnung beschränkt sich mir ivenigc L'inten, sonst arbeitet der Künstler völlig frei, bearbeitet der andre die Falten einer Heiligenstatue. (Kn dritter ist damit beidiäftigt, LeonardosAbendmahl" tn hartes .Hol; zu schnitzen, eine Tätigtet, die mehrere Wochen in Ansprudi nimmt. Wieder einer poltert die soeben vollendete Christusstatue. 92iv mand arbeitet nach einem Movell, alles aus dem Kopf oder auf Wnmb einer winzigen Zeichnung, etwa einer Ansichtspostkarte. Sie schneiden nach, was man ihnen gibt Nur ein lebendes Modell zu treffen, soll ihnen nicht leickst gelingen. Tas mag daran liegen, dast aufecrordenUich selten Porträlausträgc erteilt werden. Und doch ist gar lein Grund einzusehen, weshalb eine in Holz geschnitzte Büste weniger schön oder künstlerisch fein sollte als eine in Marmot ausgehauene Unsere alten Meister haben wahre Wunderwerke auch in realistischen Bildnissen geliefert.

' Tas Heiraten im 9)1 n t. Der Mat, der dock) sonst der Wonnemonat genannt wird, gilt trotzdem (oder, ivic böse Junggesellenzungen sagen,gerade beSivegen') int Volksglaube» vielfach für nugeeianet zum Heiraten. Tiefer Volksglaube geht auf einen uralten römischen Volksbranch zurück, rote Dr. Esser tit Malmedy nachgewielen hat An bestimmten Maitagen wurde um die Mttlernachtsslunde emc Feier zu Ehren der umhenrrenben Seelen von Verstorbenen, der lemures gehalten: sie sollten da- bnrd) bewogen werden, nicht im Hanse zu spuken. Heiraten wurden an diesem Tage nicht abgehalten, weil man sürchtete, die Lemuren würden der Ehe Unglück btingen. Später liefe man das Heiraten sogar im ganzen Mai sein. Ovid sagt znm Beispiel in den Fasten: .Nicht für der Witwe Hochzeitsiackeln, noch für die der Jungfrau ist diese Seit geschickt", und Porphynon erklärt in einem Horaz. Rommenlar: .Im Monat Mai zu heiraten, widersoricht frommer Scheu." In manchen Gegenden Deutschlands hat sich der Brauch umgekehrt, und gerade das Heiraten im Mai wird süc glückbringend gehalten.

* Raffiniert. Strohwitwer (nachdem die Frau abgcreist ist): So! Jetzt den Ring abgezogen, den Rock etwas geflickt, die fehlenden Mnöpfc angcnäht, und dann sieht mir fein Mensch mehr an, das; ich verheirat bin!

* Unter stameradeit.Aeh, äh, was macht denn Fräu­lein Röschen, Ihre Braut?"Verduftet!"

Kleine Taoeschronik

In Berlin wurde der Rollschuhfabrikant Noetck von dem angestellten Schlosfcraescllen Müller in feiner Wohnung überfallen und durch fünf Messerstiche schwer verletzt. Müller wurde verhaftet. Es scheint sich um Lohnstreitiqkeiten zu handeln.

Ter Verein Berliner Kaufleute und Indu­strieller wird vorn 22.25. Mai die Meltaus st ellung in Brüssel besuchen und offiziell von der Stadt empfangen werden. '

Die Teilnehmer an der Uebungsfahrt der deutschen und österreichischen Freiwilligen Au t orn o b i l k o r PS trafen heute mittag in glatter Fahrt wohlbehalten in Wien ein Am Ziel wurden sic von den Erzherzogen Leopold Salvator, Franz Salvator und Karl Stephan, dem Herzog von Ratibor und anderen hervorragenden Persönlichkeiten begriffet. Tie Fahri ging von Dresden über .starlsbad, Eger, Bahreutl; und Linz nach Wien.

In Starkenbcrch < Böhmen) warfen Ausständige eine Bombe in die Wohnung eines Arbeitswilligen. Sie explodierte an einem Fensterrahmen, so daß zum Glück leine Menschen verletzt wurden. Elf Streikende wurdeit verhaftet. Weitere Verhaftungen stehen bevor.

nachm. 3.. Uhr

Montag, 16. Mai

nachm. 3A Uhr

Dienstag, 17. Mai

nachm. 4 Uhr

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Folgen in schädliche.

'.S o n b c n Herrgott sch nitze rn i n O b c r a m nt c r -- c au plaudert Mar Kemmerich in einem reich illustrierten Auf- intz des .suniheited von ,,Wcstcrmanns Monatsheften". Grade in diesem Jahr denkt man beim Hören des berühmten Ortsnamens st nm an die Passwnsi'pielc, ohne sich zu vergegenwärtigen, ?ast sie nur alle zehn Jahre stattiinden, und daß es deshalb für - neu Ort unmöglich ist, davon allein zu leben. 'Fällt doch auf Mi Durchschnittssdiaufpieler nur ein Betrag von etwa 450 Mk. iiir seine Leistungen im Sommer und die nötigen Vorstudien den r in-,en Winter hindurch. «Seit Jahrhunderten ist dos eigentliche Mcmrrhe1 her Oberammergauer die Holzschnitzerei, und mancher ; a I»i i d> den lende Dorfbewohner ibeklagt wohl die ganze Passions- ipiclercr. Mag lic auf einmal crflarflidK Summen abwerfen, rar allem her dnenbahn, den Unternehmern, dem Staat usw, lei Ort selbst mutz Jahre hindurch dafür büfecn. Im Passious- inhr ist es unmöglich, arvfeere Aufträge anzunehmen. Denn die Schnitzer müssen alle ihre Rollen studieren und kommen wenig

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Tic äTtcfl c'ffomc fett ba-t ft elfung Ut, fo fuhrt Jamiltc Flammarion in der Illustration aus, in Bayeur zu finden, auf der berühmten Stickerei, die dort in der Bibliothek als ein kostbarer Schah gehütet wird. Tic Ar­beit soll von der Kömgin Mathilde, der Gemahlin Wilhelm des Eroberers, ausgesiihrt worden fein; während ihr Gatte, damals noch der .Herzog der Normannen, im Kriege gegen Harold lag, fertigte die Gemahlin daheim mit Hilfe ihrer Ehrcndamen das große Stickwerk an, in dem auf Leinwand und mit Leinenfäden gestickt die Eroberung Englands durch Wilhelm dargestellt ist. Es hat eine Länge von 70 Meter bei einer Höhe von i Meter: sie ist in 58 Felder eingeteilt, oic verschiedene Bilder des normannischen Eroberungs- ;nges darstellen. In einem dieser Felder, in dem 32., ge ^oahrt man eine Gruppe von Leuten, die in großer Auf regung das Erscheinen eines Kometen beobachten: nach den Berechnungen der Astronomie war es der Ha l l e v s ch c Komet, der auf seinem Zuge durch den Weltraum im Jahre 1066 von der Erde gesichtet werden konnte. Tas Jahr fällt auch genau mit der Eroberung Englands zu sammen. Oben auf der Stickerei steht man den et em mit einem lammartig gezähnten Schweif und daneben die InschriftIsti nrirant stella", die sich auf die darunter stehenden Gestalten bezieht, die das merkwürdige Stern­bild beobachten Daneben erblickt man den König .Harold auf seinem Throne sitzend: ein Bote ist zu ihm getreten, unb der .Vlöntg scheint über die Nachrichten, die er emm fängt, aufs höchste beunruhigt zu fein. Im folgenden Felde bann sieht man Harold in den Krieg ziehen, der ihm bald die große Niederlage bringen sollte.

' Der stofsce. das verbreitetste unb beliebteste Genuß- mittet des beut ithc.it Boltes, wird von vielen Seiten mit Un .echt all- der Gesuuohnl unzuträglich hingestellt, stasfec ist in nein richtigen Aufgüsse, wie er vernünftigerweise in icbcm »ärgerlichen Haushalte getrunken wird, keineswegs schädlich, sou- t.cru un Gegenteil, er wirkt schwach anregend au£ Herz unb '(iercii, fördert die Verdauung und daher auch den Stoffwechsel! m Beweis dafür ist die unbestreitbare Tatsache, daß das deutsche '-ulk seit Jahrhunderten M aff ec als Geuutzmittcl und, in Ber iniißiing mit stickstoffhaltigen Stoffen, auch als Nahrungsmittel -nutzt, nmndimoi sogar als Hauptnahrungsmittel, und dabei 'nrperlidi gesund blieb unb sich geistig hoch entwickelte. Auf eins aber hei dem M affeegenufe zu achten: Tas Publikum bevorzugt mc billigen Preissorten, f Das ist nicht wirtschaftlich! Denn ber rillige M <] f f c e ist, ganz abgesehen davon, dast iew Geschmack 1 Inter den bei fei en Sorten weit zurücksteht, auch viel weniger )- g i c b i g als bei etwas teurere Mal fee. Die billigste Preislage jt gegenwärtig 1,10 Mk. für das Pfund, aber man wird gut nm, bild) etwas mehr anzulegen. Vor allem aber mache man den

und des Königs (Srora mit Gemahlin unb Dhron folg er nebst Bildern ovm Buckingham "Palast und der Wesimmster Abtei. Auf­nahmen von der grofeen iniematiimatei Iagdausstellung in Wien. SSillji Pastzor über die große Berliner Kunstausstellung, Dr. Biei mannF-ntz Erlcr unb da-,' Theater" Professor Julius Kraut Bildnis vonTr. Karl Lanz". Daneben stehen noch Bilder t?om neu eröffneten Römisch - Germanischeii Zentralmuseum in M am;, von der Beleidigung des Wiener Bürgermeisters, von den Professoren duridnnann und Iran von Müller, vom 150. Geburtstag Johann Peter Hebels, von Bad Pyrmont, aus dem Svortleben u. a. m. Eine Dorfgeschichte von Johannes Wckda sorgt für gute Unterhaltung.

Im Wandel der Jahrtausende. Eine Welt­geschichte in Wort und Bild. .Herausgegeben von Dr. Albreckrt Wirt b. 480 Seiten Text mit 461 Abbildungen unb 49 Kunst­blättern. Union Deutsche Berlagsgesellscktaft in Stuttgart, Berlin, Leipzig. Mit diesem setzt vollstäiidig vorliegenden Kunstwerke bietet der Verlag einen Bildersaal ber Weltgeschichte. In lücken­losem Zusammenhang enthält es alle geschichtlich wissenswerten Ereignisse in allgemein verständlicher Darstellung in Bild und Wort Ter knappe, gut unterrichtende Text entstammt der Feder von Dr. Albrecht Wirth, er berücksichtigt die neue fr n Forschungen unter Wahrung grober und einheitlicher Gesichtspunkte. Der austergewöhnlid) reiche Bilderschmuck zeichnet fick aus durch schöne Wiedergaben. Tas Werk enthalt Bilder von A. Dürer, P. P. Rubens, Lionardo da Vinci, Tizian, A. van Tvck, Karl von Piloth, W. von Kaulbach, Anselm Feuerbach, Eh. Lebrun, H. Motte, E. Delaeroir, O. Brausewetter, Alma Tadema, F. Seele, H. Wis- licenus, Peter Janssen, M. von Munkacst), Moritz von Schwind, E. Fr. Lessing, .Hermann Kaulbach, Paul Thumann, W. Linden- ichmit, P. Delaroche, W. Sckiuch, Velasquez, Karl Röchling, K. Ritter v. Blaas, Horaee Bernet, A. v. Menzel, R. E. Wood-> Ville, W. Wereschtschagin, Georg Schöbel u. v. a.

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