Ausgabe 
16.9.1910 Zweites Blatt
 
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Baden sandte an den Musen Jeftftelin folgeirdeK TeliT«< nahmetelegramm:

Namens der Stadtverwaltung und der Bürgerschaft Baden- Badens spreche ich Eurer Exzellenz die wärmste Teilnahme an dem Verlust des schönen Schisses, welches wir Badener in den letzten Wochen so ost und begeistert bewundert haben, aus. Eure Exzellenz wollen überzeugt sein, daß aud> dieses Mißgeschick unseren zuversichtlichen Glauben an die Zukunft der Zep­pelin s ch i f f e und die hier so hoffnungsvoll begonnene Ent­wicklung der Passagierluftschiffahrt nicht zu er­schüttern vermag."

Wie wir weiter erfahren, wird das in Friedrichshafen seiner Fertigstellung entgegengehende LuftschiffDeutsch­land" zunächst nach Baden-Baden übergeführt werden.

Baden-iiOos, 15. >Sept. (Priv.-Telegr.) Direktor Colsmann von der Deutschen Lustschiffahrts-Aktien-Ge- sellschaft und Oberingenieur Dürr sind heute nachmittag hier eingetroffen.

vermischtes.

* Ein nicht sinkendes Schiff. Um den Anthony Pollock-sPreis von 250 000 Frs., der vor 15 Jahren für die beste Vorrichtung zur Lebensrettung auf See ausgeschrie-/ ben und vom Pariser Gewerbemuseum verwaltet wird, be­wirbt sich neuerdings ein Erfinder aus Kansas City, A. M. Clark, der behauptet, mit seiner Vorrichtung Schlachtschiffe vor dem Sinken bewahren zu können. Seine Erfindung beruht auf einem Lustpumpenfystem, das im Zusammen^ Hang steht mit einer großen Röhrenleitung rings um das Schiff; hiervon gehen doppelte Spieren in das Wasser, an denen schwere Leinwand- oder Gummisäcke befestigt sind, die aufgeblasen und versenkt werden können und die größte Spannung aushalten. Unter der Oberfläche des Wassers sind sie dann vollkommen sicher, und das Schiff ist, wenn es v^n diesen Luftsäcken getragen wird, so lange vor dem Untergang bewahrt, als der Rumpf nur zusammen­hält.

* Warnung vor d er Fremdenlegion. Nach den bisherigen Bestimmungen mußten Ausländer, die in die französische Fremdenlegion eintreten wollten, min-^ bestens das 18. Lebensfahr vollendet haben. Auf Grund dieser Bestimmung ist es seit einer Reihe von^Jahren regel­mäßig gelungen, die Freilassung solcher Personen aus der Fremdenlegion zu erreichen, die bei ihrem Eintritt nicht das vorgeschriebene Alter besessen hatten, fliach einem Dekrete des' Präsidenten der. französischen Republik vom 15. Ja­nuar ds. Js. ist jedoch nun der Eintritt in die Fremden-s legion überhaupt nicht mehr an die Erreichung eines bestimmten Lebensalters geknüpft. Unter Be­rufung auf dieses Dekret lehnt nunmehr die französische Regierung, wie sich dies in einem Einzelfalle gezeigt hat, die Entlassungsanträge ab, die lediglich mit dem jugend­lichen Alter der Legionäre begründet werden. Wie neuer­dings festgesteklt worden ist, lehnt aber die ftanzösische Regierung nunmehr die Entlassung von Fremdenlegionären, solange sie dienstfähig sind, grundsätzlich ab. Sonach sind künftig alle Gesuche dieser Art aussichtslos. Es kann ba* her vor dem Eintritt jugendlicher Reichsangehöriger in die französische Fremdenlegion mit Rücksicht auf die un­absehbaren Folgen für das ganze spätere Leben nicht dringend genug gewarnt werden.

Kleine Tnacschronik.

In Halle wurden dem Nationalökonvmen Prof. Conrad zu seinem 70. Geburtstag von Freunden und Schülern 15 000 Mark überreicht. Die Genehmigung zur Gründung einer Con-

ra 8- Stiftung / deren Zinsen für wissenschaftliche 'Reisen dor­tiger Nationalökonomen bestimmt sind, ist eingetroffen.

In Berlin starb am Donnerstag der als Vorkämpfer des Deutschtums bekannte Oesterreicher Karl Broell, der im Mai seinen 70. Geburtstag feierte. Er war in Graz als Sohn eines österreichischen Majors geboren, studierte zunächst Technik und ging dann zur Journalistik über. _____________

Handel.

Leipzig, 15. Sept. Die Leder messe nimmt einen festen Verlauf zu im allgemeinen festen Preisen. Die Stimmung ist gut, Kauflust ist vorhanden. Die allgemeine Lage der Lederindustrie ist normal.

Dividendenschätzunaen von Brauerei- Aktien. Die Hofbierbrauerei Schöfferbof u. Frankfur­ter Bürgerbrauerei Akt.-Ges. Frankfurt a. M. teilt be­züglich der Schätzung ihrer Dividende mit, daß der Absatz des laufenden Geschäftsjahres in den ersten Monaten stark unter der Boykottbewegung gelitten habe. Infolge Verteuerung des Bieres sei aber auch ein dauernder Konsumrückgang verblieben. Zudem war die Sommerwitterung dem Bierveckauf recht ungünstig. An­dererseits mache sich immerhin eine langsame Besserung der wirt­schaftlichen Verhältnisse fühlbar. Die Gesellschaft hatte ferner mit wesentlich billigeren Malzpreisen zu rechnen. Auch sei es gelungen, namhafte Unkostenersparnisse zu erzielen. Die Gesell­schaft hofft deshalb, ein gebessertes Gewinnergebnis ausweisen zu können. Ob und welche Dividende'auf die Stammaktien zur Ausschüttung gelange, lasse sich zurzeit noch nicht sagen. Im Vorjahr wurde keine Dividende verteilt. Nach Mitteilungen der Verwaltung der Aktienbrauerei Union-Trier vorm. C. Ueberle u. E. Charlier in Trier dürfte es seit langem kaum ein Brauereigeschäftsjahr gepebeh haben, gegen dessen Ergebnisvoraussage sich so viele Schwrerig- keiten entgegengestellt hätten, wie bezüglich der Kampagne 1909/10. Dem allgemeinen Geschäftsstand nach scheint sich der Abschluß wie der Absatz den Verhältnissen entsprechend wohl zufrieden st eilend zu gestalten. Im Vorjahr tour8enl61/2°/o Dividende verteilt;' wie es in diesem Jahr jedoch werden wird, kann auch diese Gesellschaft nicht anaeben. Bei der Aktien­brauerei Rett en meyer in Stuttgart wird die dies­jährige Dividende vermutlich die Höhe der vorjährigen (6 Prozent) erreichen. Der Absatz dürfte denjenigen des Vorjahres um eine Kleinigkeit überschreiten. Für die Parkbraue^ rei Zweibrücken-Pirmasens wird bei etwas höherem Absatz ein ähnliches Ergebnis wie im Vorjahr (5 Prozent) er- wartet.

Markte.

** Gießen, 15. Sept. Viehmarkt. Bei dem am 13. und 14. Sept, abgehalteneu Markte waren 1702 Stück Rindvieh und 312 Schweine aufgetrieben. Der nächste Markt findet am 27. und 28. September statt, am letzteren Tage auch Krämer- und Pferde- markt.

fc. Wiesbaden, 15. Sept. Heu- und Strohmarkt. Angefahren waren 36 Wagen Heu und Stroh. Man notierte: Heu 5.80-7.20 Mk., Stroh (Rlchtstroh) 4.20-4.80 Mk. Frachtmarkt. Haier 14.4017 Mk. Alles iür 100 Kilo.

Sücherüsch.

Ter Schutz gegen u n lauteren Wettbewerb von Rechtsanwalt Dr. Böhm und Dr. Berg. Angesichts der Be­deutung des Gesetzes wider den unlauteren Wettbewerb für die Geschäftswelt verfolgt vorliegende Schrift das Ziel, die in- teressrerten Kreise mit dem Inhalt des Gesetzes bekannt zu machen. Herrscht doch gerade in den Kreisen, für die das Gesetz geschaffen worden, vielfache Unkenntnis über die Möglichkeiten, die das neue Gesetz in der Bekämpfung der Konkurrenzauswüchse bietet. Sie zeigt in leicht faßlicher Form, an zahlreichen Beispielen, was erlaubt und was verboten ist, welch' wertvolle Schutzwaffe das neue Gesetz für den ehrlichen Kaufmann ist und belehrt ihn über die Mittel, die ihm das Gesetz gegenüber unlauterem Kon­kurrenzgebaren in die Hand gibt.

LamUien-Nächkicyten.

Verlobte: Fräulein Emilie Rau in Wetzlar mit Herrn August Hisgen in Lich. Fräulein Anna Flörsheim in Alsfeld mit Herrn Ludwig Loeser iit Frankfurt a. M.

Gestorbene: Herr Heinrich Sandmann II. in Lauterbach. Frau Witwe Bender, geb. Frey, in Darmstadt. Frau Lisa Berghäuser, geb. Wörner, in Niedergirmes. Frau Katharine Schäfer Witwe, geb. Lipp, in Altenkirchen. Herr Fr. Wilhelm Eckhardt in Ehringshausen. Frau Luitgarde Wagner, geb. Hof­mann, in Braunfels. Herr Louis Sälzer in Marburg. Herr Wilhelm Schäfer in Nieder-Laasphe.

kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

17. Sonntag nach Trinitatis, den 18. Septemver: Gottesdienst.

3n der Ztadtklrche.

Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schwabe.

Zugleich Christenlehre für die Neukonsirmierten aus dec Markusgemeinde.

Vormittags 91/, Uhr: Prof. D. E ck.

Nächstkünsthen Sonntag den 25. September findet im Haupt­gottesdienst Beichte und heil. Abendmahl für Matthäils- unb1 Markusgemeinde statt. Anmeldungen dazu vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

3n der Iohannerkirche.

Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Ausseld.

Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannesgeineinde.

Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Bechtolsheim er.

Beichte und heil. Abendmahl tür Lukas- und Johannes- gemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Nächstkünftigen Sonntag den 25. September wird eine Kollekte für den Kirchenbau der evang. Gemeinde zu Helpershain erhoben werden.

Katholische Gemeinde.

Gottesdienst.

Samstag den 17. September:

Nachmittags um 5 Uhr uiid abends um 8 Uhr: Gelegenheit- zur heil. Beicht.

Sonntag den 18. Sept., 18. Sonntag nach Pfingsten: Vormittags von 61/? Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.

, um 7 Uhr: Die erste heil. Messe.

um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.

w um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.

um 11 Uhr: Heil. Messe mit Predigt.

Nachmittags um 2 Uhr: Sakramentalische Bruderschafts-Andacht.

Sonntag den 25. September wird das hl. Sakrament der Firmung gespendet werden. Die Anmeldungen können gemacht werden am 15., 16. und 17. September, abends 681/, Uhr, und am 18. September, vormittags 10127, Uhr.

Der Unterricht über die Firmung ist für die auswärtigen Firmlinge Sonntag den 18. September, nachmittags 3 Uhr, und für die in Gießen wohnenden Firmlinge am 21. und 22. Sep­tember und zwar für die weiblichen Firmlinge, nachmittags 6 Uhr, für die männlichen Firmlinge abends 8 Uhr.

Herzleidend u.zuckerkrank besten Erfolg!

Hierdurch bescheinige ich Ihnen, daß ich, herzleidend und zuckerkrank, seit einiger Zeit Ihre St. Georgsguelle Biskirchen a. d. Lahn mit bestem Erfolge trinke. Die Herzbeklemmungen haben nachgelassen und ist auch bezüglich der Diabetes ein Stillstand zu verzeichnen. Auch meiner Tante, die an großer Magenschwäche leidet, bekommt das Wasser sehr gut. Ein Widerwillen hat sich bisher beim Gebrauch nicht eingestellt. Bestelle htermit 100 Flaschen re.

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der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt.

5032

Todes-Anzeige.

Heute abend S1^ Uhr verschied sanft nach längerem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Urgrossmutter und Tante

Frau Maria Hedderich, geb. Seuling

im 74. Lebensjahre.

Die trauernden Hinterbliebenen.

I. d. N.:

Kaspar Müller, Dachdeckermeister.

Giessen (Landgrafenstr. 4), den 15. Sept. 1910.

Die Beerdigung findet Sonntag nachmittags 5 Uhr von

Todes-Anzeige

Neuwied a. Rh., Giessen, den 15. September 1910.

5036

Die Beerdigung findet Sonntag den 18. September in Giessen, nach­mittags 3 Uhr, von der Kapelle des alten Friedhofes aus statt.

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Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die traurige Nachricht von dem in Neuwied a. Rh. erfolgten Ableben unserer lieben Mutter, Schwester, Schwiegermutter, Grossmutter und Tante, der

Frau Elisabeth Kalkhof Wwe.

geb. Knispel

im 75. Lebensjahre.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Hermann Niederheiser u.Frau Margarete geb. Kalkhof.