Ausgabe 
14.4.1910 Erstes Blatt
 
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i, der Dieb gelangte vom

gestern abend, während er sich zu Bette begeben hatte und eine Ehefrau ausgegangen war, ca. 60 Mk. aus seiner Ladenkasse von unbekanntem Täter gestohlen. Die Außen-

noch ihre Jungen.

= Lich, 13. April. Gestern und heute sand in An­wesenheit von Seminardircktor Dr. Sckfäfer-Friedberg die Aufnahmeprüfung in die beiden Unterklassen der Großh. Präparandenanstalt statt. Das neue Schul- jar nimmt morgen seinen.Anfang.

Verhandlungen getreten, die bereits zu einem günstigen Ergebnis geführt haben sollen. _ , ,,,

Nach einer Meldung des Bali von Koftowo herrscht tn Ober-Albanien vollständig Ru he. ES verlaut^, die Führer der Albanesen hätten ihre Unterwerfung an gewisse Bedingungen geknüpft und die Forderung der Entwaffnung zurückgewleien. Von Konstantinopel sind fünf Bataillone mit einer Telcgraphcn- abteilung und Krankenwärtern abgegangen.

Ans Teheran, wird gemeldet: Der M c df chl i S verhan­delte über die unerwarteten Folgen des in den lebten Lagen ge­nehmigten Salzmonopols, durch das der Preis des per- fifchen Salzes bis zu 80 Kran pro Karwar geltergert wird. Das russische Salz kostet in den Häfen des kaspischcn Meeres,12 Kran pro Karwar. -- Ed Daulehs Salzmonopol droht infolge der verstärkten Einfuhr des russifchcn Salzes das persische Salz aus Nvrdpersicn zu verdrängen.

Aus Sta&t und Cant»

Gießen, 14. April 1910.

reichert werden. .

Darmstadt, 12. April. Das Pottzetamt Darmstadt hat die Abhaltung der F r o n l c i ch n a m s p r o z e, 11 o n

* Die A-B-C-Schützen. In der Volksschule wurden mit Beginn des Schuljahrs 212 Knaben und 175 Mädchen, am Gymnasium 32 und an der Realschule 40 Knaben und an der höheren Töchterschule 68 Mädchen, im Ganzen also 527 Kinder neu eingeschult.

* Diebstahl. Einem hiesigen Bäckermeister wurden

Vom Großherzoglichen Hose. L-er Erb- ^großherzog und Prmz Ludwig sind gestern nachmittag

Dem Kaiser'.

Zum drittenmal wird morgen unserer Stadt Gießen ifcie Ehre, und Freude zuteil, den Kaiser in ihren Mauern begrüßen zu dürfen. Wenn auch wiederum wie bei den beiden früheren Gießener Kaisertagen der Besuchs in erster Linie seinem Hess. Infanterie-Regiment gilr, so ist er doch auch der Stadt und ihren Bewohnern zugedacht, ^ft doch sein Regiment auch unser Regiment. Unser Regiment nicht nur, weil es Gießen als Garnisonstadt hat, sondern weil durch das herzliche, freundschaftliche Verhältnis zwischen der Bürger­schaft und dem Regiment, die beide durch Hunderte von tüte des Ladens war abgeschlossen, Fäden seit vielen Jahren innig miteinander verbunden Innern des Hauses in den Laden.

- " ' ---* «nur* hnm ^nTT ** Ein Stilleben auf der Eisenbahn. Man schreibt

uns: Ein Rotschwänzchen hat sein Nest in einen Eisen­bahnwagen gebaut, der täglich zwischen Friedberg und Gießen verkehrt. Während der Brutzeit machte es >tets die Reise mit und ließ sich nicht stören. Jetzt find die Kleinen ausgeschlüpft, )ie beiden Alten machen weiter die Fahrt mit und füttern dabei

sind, für das 2. hessische Regiment i)^ Bort vomVolk tn Waffen" im schönsten Sinne verwirklicht ist. Unser aiment aber auch, weil viele Angehörige des Regiments Söhne der Stadt Gießen oder doch der Provinz Oberste fen sind Dankbar erinnern wir bei dem morgigen Kaiserbejuch uns' der herzlichen Anteilnahme, die der Kaiser bet den Feier ihres dreihundertjährigen Bestehens unserer Ludo- viciana durch die Entsendung eines be,anderen Vertreters bekundet hat, und freudig haben die Bewohner der Stadt aus der Ankündigung des diesmaligen Kaiserbesuches auch setzt wieder ersehen können, daß der Kaiser gerne nach Gießen und zu seinem hessischen Regiment kommt, um sich auf dem schönsten Exerzierplatz Deutschlands so hat ein­mal der unvergeßliche Kaiser Friedrich unseren Trieb ge­nannt selbst davon zu überzeugen, ob der alte Rus der Hessenkrieger, tüchtige Glieder des deutschen Heeres zu sein, noch gerechtfertigt ist. . . _ .. £

Wir sind gewiß, daß sich der Gietzener Kayertag von 1910 denen von 1906 und 1907 würdig anreihen wird, ^n dieser Erwartung heißen wir den Kaiser als den obersten Träger der deutschen Einheit herzlich in unserer Stadt willkommen!

» Zum Kaiserbesuch. Die Fahrt des Kaisers hierher wird über Usingen, Braunfels und Wetzlar vor sich gehen. Von hessischen Gemeinden wird außer Gießen selbst nur noch Allein. Lin den durchfahren. Auch für die Rückfahrt, über deren Zeitpunkt noch nichts bc- fuunntes feststeht, ist derselbe Weg in Aussicht genommen. Dcr Großherzog wird, wie wir entgegen einer vielfach verbreiteten Annahme mitteilen können, diesmal an der Regi- mentsbesichtigung nicht teilnehmen.

Den Zuschauern bei der Besichtigung ist anzuraten, bi§ spätestens 10V-, Uhr en Ort und Stelle zu sein und sich streng an die ÄbsperrungSgrenzen im Süden die Straße nach Rödgen, im Osten der Rand des Exerzierplatzes, un Norden der Rand des Waldstreifens südlich von Wleseck und int Westen die Kirschen-Allee zu halten.

+ Kirchgöns, 13. April. Dieser Tage fand die Gene­ralversammlung des Kaninchen- und Geflügel­zucht Vereins statt. Ter Vorsitzende Gebrhard warf einen Rückblick auf das letzte Vereinsjahr. Im Anschlüsse hieran über­reichte er den kürzlich ernannten Ehrenmitgliedern Bürgermeister Nern hier, Georg Stoll und Otto Engel aus Bad-Nanheim, Ehren­diplome. Die drei Herren gaben ihrem Denke für die ihnen gewordene Ehrung Ausdruck und versprachen auci) in Zukunft dem Verein ihr Interesse zu bewahren. Nach einer einstimmig gutgeheißenen Statutenänderung verlas Herr Engel aus Bad- Nauheim einen Bericht über bic Mainzer ^erbandsausstellung vom 12. bis 14. März d. I. verr Stoll aus Bad-Nauheim hielt dann einen Vortrag, in dem er auf die Bedeutung der Ri nd Vieh­zucht und speziell der Aufzucht von Jungvieh h nwies. Schließlich wurde noch befchlopen, am 22. Mai einen lluoflug nach Äof-Güll zu unternehmen.'

X Bad-Nauheim, 13. April. Der Bildungs- Verein hielt heute abeud seine Hauptversammlung ab. Nach dem Rechenschaftsbericht hat sich der seit 1906 unter dem Vorsitz von Oberlehrer Dr. Strecker bestehende, jetzt mehrere hundert Mitglieder aus allen Bevölkeruiigstreisen der Stadt zählende Verein un letzten Jahre günstig werter entwickelt. Seine Haupttätigkeit suchte der Verein m. der Ausgestaltung der Lesehalle und der Bücherei, dann hauptsächlichem dcr Veranstaltung von Theakeravenden durch das Rhein-Mainische weniger ui brr

Abhaltung von Vorträgen. Durch die weitgehende Unter­stützung der Stadtverwaltung konnte besonders die Bücherei, die mit jedem Jahre reger benutzt wird, wesentlich be-

Tas v e t e r i n ä r - p a t h o l o g i f ch e Institut dcr Universität Gießen hat aus seiner reichhaltigen Sammliing an 100 Präparate ausgestellt und damit an­schaulich dargetan, daß auch unsere wildlebenden Tiere von den verschiedenartigsten Ertränkungen heimgesucht werden. Auffallend ist, daß unter sämtlichen nicht ein einziges zu inden ist, das Bezug hätte zu Krankheiten des Menschen, ein weiterer Beweis für die bereits feststehende Tatsache, daß dem Menschen beim Genuß des Fleisches unserer jagd­baren Tiere entfernt nicht bic Gefahren erwachsen, bic der Verbrauch des Fleisches unserer Schlachttiere mit sich bringen kann. Ta erfahrungsgemäß Erkrankungen unter dem Wild selten auftreten, war es mit großen nchwierig- eiten verbunden, eine derartige Sammlung zu gewinnen. Von den Präparaten interessieren uns zunächst die tieri­schen Schmarotzer, die in selten schönen Exemplaren ver­treten sind. Reges Interesse unter den Besuchern ruft m erster Linie die Taubenzecke (Argas reflexus) hervor, em ganz gefährliches Ectoparasit. Tie Zecken finden sich Haupt ächlich m Ritzen und Spalten der Verschlage, gehen nacht? besonders auf den jungen Bestand über, um Blut zu saugen. Infolge der örtlichen Belästigung und des beträchtlichen Blutverlustes gehen die jungen Tiere in 8 bis 15 Tagen mit Sicherheit ein. Zur Erläuterung der Widerstands- fähigkeit mögen folgende Angaben dienen. Abtötungsvet' uche mit den üblichen Antlparchftica waren vergeblich, >er Einwirkung Dort Formalindämpfen, wie sie der be* kannte Lingnersche Desinfeltionsapparat liefert, wider- standen sie sämtlich, obwohl sie dreimal je 3 Stunden lang behandelt wurden. Ter dreitägige Versand von Gießen nach Darmstadt in fest verschlossenen Kisten vermochte den Schmarotzern nicht zu schaden. Von den Parasiten, die durch ihr Schmarotzertum in inneren Organen berüchtigt inb, sind zu erwähnen die bekanntesten Bandivurmarteu, reren Entwicklungsgang an Hand beigegebener ^rlaute- rungen und Zeichnungen gemeinverständlich geschlldeu wird, die Rachenbremsen, die bei Hirschen und Rchwill gelegentlich in so großer Anzahl Vorkommen, daß die Tier infolge der behinderteii Luftzufuhr ersticken müssen Untei Hirschen kommt in manchen Gegenden ebenso wie bei Der Wiederkäuern unserer Haustierarten die Leberegelseuche vor deren Erreger ein Larvenstadium in ^dynecten durchmam Gründliche Drainage, wodurch den Schnecken die Tebe bedingungen entzogen werden, ist das beste Bekampfuug-

Zwischen Wild und Haustiere tl bestehen WechselbezteM gen der vetschiedensteii Art: die für Schafe so 9efa^r^. Lungenwürmer sind auch beim Reh zu finden, und F bei denen die erkrankten Tiere entgingen, juti) schon o beobachtet worden. Dasselbe glli für Hasen, bear Lungenwurmseuche, bedingt durch Vtrongylus connnutatu erkrankt sind. In anderen Fallen findet man beim » I Abweichungen ganz eigenartiger 'Natur. Tie Nnterh und die Muskulatur ist Sitz zahlreicher Knoten d e m« früher als Zeichen von Shplfilis ansah. Tiefe .lnfich - aber falsch: Uebertragungsversuche, selbst auf bas^demH^ nahestehenbe Kaninchen waren crgebni^. 3 l lang befinbet sich ein Präparat, das diese parhologisM ^'^^Vori Äche^nbrüchen, Lchußverletzungen und denc Folgezuständen am Schädel und beit Lausen jnib Beispiele ansgelegt. Mißbildungen mit slö.rungen, vornehmlich tn den Laufeit, stnd bi.

von Darmstadt in Lich angekomnien. Der Groß Herzog wird sich von Lich aus wahrscheinlich auf einige Tage zur Auerhahnjagd nach Romrod begeben.

" Ordensangelegenheiten. Der Großherzog hat dem Postsekretär Gg. Wenzel in Alsfeld das Ritter­kreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Groß­mütigen verliehen.

Der König von Preußen hat die Erlaubnis zur Anlegung nichtpreußischer Orden erteilt: Des Komtur­kreuzes 2. Klasse des Hessischen Verdienstordens Philipps des Großmütigen: dem Obersten z. D. See der er im Landw.-Bezirk Saarbrücken. Des Russischen St. Annen- Ordens 2. Klasse: dem Obersten v. Ilse mann, Komman­deur des Leib-Drag. Regts. (2. Hess.) Nr. 24. Der 3. Klasse desselben Ordens: dem Rittmeister Andr a e, dem Cberttn. v. Platen, beide in demselben Regiment. Des Russischen St. Stanislaus-Ordens 2. Klasse: dem Major Freiherrn v. Schauroth beim Stabe des Garde-Drag. Regiments (1. Hess.) Nr. 23, dem Major Ritter u. Edlen v. Loeßl int Leib-Drag. Regiment (2. Hess.) Nr. 24. Der 3. Klchse desselben Ordens: den Lberleutn. Grafen v. Limburg- Stirum, v. Kaulla, dem Zahlmstt. Saxe, sämtlich im Leib-Drag.-Regiment (2. Hess.) Nr. 24.

Aus dem Militär-Wochenblatt. General­leutnant Graf v. Schliessen, Gouverneur von Mainz, zum General der Kavallerie befördert.

Ernannt wurde Otto Becker in Nidda zum Schreibgehilfen bei dem Amtsgericht Nidda.

* Erledigt ist an der Ernst-Ludwig-Schule zu Bad- Nauheim eine Lehrer stelle mit einem Lehrer oder Schulverwalter, der den Zeichen- und Gesangunterricht über­nehmen kann.

"Unser Regiment geht am Montag srüh zum Bataillonsexerzieren nach dem Truppenübungsplatz Darmstadt und wird dort 10 Tage bleiben.

"Hessische Automobil st ati st ik. Am 1. Januar 1910 waren in Hessen n. d. Darmst. Ztg. 872 $ur Personen­beförderung dienende Kraftwagen, darunter 4o2 Krafträder, und 39 Lasttraftwagen vorhanden. In der Zeit vom 1. Ok­tober 1908 bis zum 30. September 1909 gelangten zur amt­lichen Kenntnis 31 Unfälle. Von den Führern der .straft» sahrzeuge entzogen sich vier ihrer Feststellung durch die Flucht. Polizeisttafen wurden in drei Fällen festgesetzt: gerick)tlick)es Strafverfahren wurde in fünf Fällen ein­geleitet. Verletzt wurden durch Kraftwagenunfälle 25 Per­sonen, getötet niemand.

** Verband der Detailliften-Vcreine in Hessen. In bei am 12. dieses Monats in Darmstadt abaehaltenen Vor­standssitzung berichtete der Vorsitzende, ^^ufmonn W. K alb fuß, über die Neuregelung der Unfalllrersicherung (Reichsvcrsicha- i u n g s o r d n u n g.1, soweit das Handclsgewcrbe dabei in Betracht kommt. Seither mußten die Inhaber dcr versicherungspslichtigcn Betriebe im Handelsregister eingetragen sein. Diese Bestimmung ist in den neuen Gesetzentwurf nicht ausgenommen, sondern, alle die Betriebe sollen in Betracht kommen, die über den Umsang des Kleinbetriebes hinausgehcn. Es wurde sür nötig erachtet, daß die Eintragung im Handelsregister weiterhin Bedingung blei­ben muß, um eine schärfere Abgrenzung herbeizuführen. Selbst­verständlich sollen auch alle in Betracht kommenden genossenschaft­lichen Betriebe versichemngspflichtig sein, was zurzeit nicht der Fall ist. Ferner mutz im Gesetz ausdrücklich ausgesprochen sein, daß die gesamte Tätigkeit des Personals der Versicherung unter­steht, um der Tellversichcrung, wie sie zurzeit noch besteht, ein Ende zu machen. Im Änschlntz daran wurde für erforderlich erachtet, daß die Bestimmungen über die Eintragung im Handels­register schärfer anzuwenden seien. Zuber Reform des Fort­bildungsunterrichts wurde eine Stellung noch nicht ge­nommen, dies soll auf dem diesjährigen Berbandstag geschehen, der am 22. Mai zu Friedberg stattsindcn soll. Weiter wurden nom Beschlüsse gefaßt wegen dcr Beracbung staatlicher Licserungen unter Umgehung des Zwischenhandels und Liesermigen von Grossisten direkt an Private.

" Besitzwechsel. Die Hanausche Besitzung an der Marburger Straße ging in den Besitz des Seifen­fabrikanten Sternberg in Weilburg über.

Deutsche IMoiiiett»

Berlin. 13. April. Die neuen Verhandlungen zwi- scheu dem Sekretär des K o l o n i a l a m t c s und der Kolon i a l- g c f c l l f ch a f t für Südwest-Afrika, wegen dcs großen D i a - mantcnvachtgcbietcs sollen am Freitag und Samstag stattfiuden.

Der Kampf im Baugewerbe.

* Gießen, 14. April.

Tie gestern hier abgetzattenen ^Versammlungen haben .nod) feine endgültige Entscheidung darüber gebracht, ob ccuch hier und in der Umgegend die Aussperrung der Bau­arbeiter vor sich geht oder der Friede erhalten bleibt. Aber der Beschluß der Unternehmer, die Arbeitsein st el- il'ung nicht schon am 15. April vorzunehmen, sondern bis zum 23. April hinaus zuschieb en, läßtdie Annahme Lu, daß unserem heimischen Baugewerbe der Kampf erspart Bleibt. Die Arbeitnehmer beschlossen in einer stark be­suchten Versammlung, nach den Entschließungen des Ar- Leitnehmerverbandes zu handeln, nach denen sür die ersten 14 Tage der Aussperrung die Unterstützung in Fortfall kommen und dann die vom Verband beschlossenen Satze ge­wahrt werden sollen. Wetter sollen sich die in Arbeit bleibenden Arbeiter verpflichten, sür die Zett der Au^- f>errung erhöhte Beiträge an die Verbandskasse zu leisten.

In Darmstadt dagegen scheint es zum Kamps zu kommen, wie aus folgender Nachricht unseres dorrigen Redatttwiisbure-aus hervorgeht:

Darmstadt, 13. April. Der Verband der M aur er- mi ei st er und Zimm er meist er zu Darmstadt und Um- -qedung ist der Weisung des deutschen Arbeitgeberbandes gefolgt und wird am 15. April abends alle Betriebe Schließern _

Aus Marburg endlich wird uns gemeldet: T-er drohende Kamps im Baugewerbe macht sich auch in hem -kur hessischen Oderhessen und dem Hinter Landkreis bemerkbar. »So ist diesm-al von dem jährlichen Massenauszng der Maurer ins westfälische Industriegebiet so gut wie war nichts zu spüren. Die Leute smd saft durchweg zu 'Haufe oder wenigstens in der Nähe ihrer S>ctmat beschäftigt mnb denken gar nicht daran, diesmal aufv Ungewisse in die Ferne zu ziehen. Sie befolgen damit die Ratschlage dcr Redner, die sie im letzten Winter und bis in die letzten -Taac hinein in ilfren Dörfern besuchten. Es kommt ihnen zu statten, daß gerade in den Gegenden, wo die meisten 'Bauarbeiter zu Hause sind, z. B. im Dill-, scheide- und 'Edertal, Eisenbahnen gebaut werden. Dazu kommt noch der Dcui der großen Talsperre und die ungewöhnlich starke Bautätigkeit in den ländlichen Ortschaften, wo die Arbeiter 'oft als Unternehmer auf treten. Wurden doch im Vorfahr, mm nur ein Beispiel anzuführen, allem un Landkreise Mar­burg 160 Baugefuche mehr genehmigt, wie 1908 nnd icklem 'Anschein nach wird in diesem Jahre noch bedeutend mehr gebaut. Aus allen diesen Gründen bleiben die Leute zu Hause. ______ ________

auf dem Eigentum bet Kirchengemeinbe St. Elisabeth fin der seither üblichen Weife für dieses Jahr gestattet.

FC.'S ch ö n b e r g , 13. April. Die F ü r st i n-M ntter zu Erbach-Schönberg, geb. Prinzessin von Batten­berg trifft om 16. April nach längerem Aufenthalt in Lon­don im Kensington Palace und nach einem viorzehiitägigem Tefuck auf Schloß König zum ständigen Nufenthcht bkl­ein. In Seit nächsten Tagen werden weiter erwartet Prinz Viktor zu Erbach-Schönberg mit Gemahlin aus München, sowie Prinz und Prinzessin Wilhelm zu Stolberg-WernZg? rode aus Rom. Die Ervachschcn und Wernigerodischcu Herrschaften begeben sich von hier im Mai zu den Hochzeits­feierlichkeiten nach Lich. Fürst und Fürstin zu Walbeck unb Pyrmont treffen in ben nächsten Tagen von Stuttgart auf Schloß .König ein, zum Besuche bes 'Fürstenpaares Erbach-Schönberg. Der Aufenthalt währt mehrere Tage.

w. Wetzlar, 13. April. Die Generalversammlung bc5 Spar- und Ban Vereins für Arbeiterwohnnngen war gut besucht. Nach dem Jahresbericht ist der Acktglicber- bcstand von 130 mit 138 Anteilen auf 143 mit 152 Anteilen gestiegen. An der Nauborner Straße wurden ein MietshauZ mit 6 Dreizimmerwohnungen und 4 Einfamilienhäuser fertig- gestellt und bezogen. Für dieses Jahr sind dort ein Miets­haus mit 6 Zweizimmerwohnungen und 4 Einfamilienhäusern in Angriff genommen. Die Stadtverwaltung hat wieder die Bürgschaft für diese Häuser übernommen. In den Häusern dcs Vereins wohnten am 31. Dezember 1909 22 Familien mit 119 Personen. An Grundeigentum besitzt der Verein 93,86 Ar im Werte von 9344,61 Dck. Dazu wurden an der Gabelsbergerslraße zur Abrundung 9,06 Ar zum Preise von 2739,20 Mk. erworben. Nach den Plänen des Archi­tekten Hamann-Gießen sind auf diesem Gelände 18 Häuser, darunter mehrere Einfamilienhäuser, vorgeschen. Dcr Preis für ein Familienhaus ist auf etwas über 6000 Mark be­rechnet.

fc. Hanau a. M., 13. April. Im Alter von 80 Jahren verschied heute der hier im Ruhestand lebende frühere Pfarrer der Johanniskirche, Friedrich Wilhelm Junghans. Ter Verstorbene, der in jungen Jahren in Hüttengesäß, Unter- Reichenbach und Langenselbold als Seelsorger wirkte, ent­stammte einer alten Pfacrerfamilie. Er lelbst, ein guter Kenner der Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hanau, des ehemals reichsständigen Hauses Isenburg und der hessischen Geschichte, entwickelte auf dieftn Gebieten eine rührige schrift­stellerische Tätigkeit. Mehrere Beiträge zur Geschichte seiner engeren Heiniat sind in den Mitteilungen des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde in Kassel erschieneii, dessen Mitglied Junghans lange Jahre war. Auch als Mit« glied und Vorsitzender des Bezirksvereins für hessische Ge­schichte und Landeskunde m Hanau war er eifrig bemüht, Wissenswertes zu sammeln imb aufzubewahren. Mit ihm sinkt ein Hesse von echtem Schrot und Korn ins Grab.

X. Hanau, 13. April. Mit Rücksicht auf bic 40jährigc Wiederkehr des Sedantages soll in diesem Jahre eine größere Feier stattfinden. Eine heute abgehaltene Versammlung beschlvs,, bei der Stadt die Anfrage zu stellen, ob mit dieser Sedanseier die Grundsteinlegung für ein Kaiier-Wilhelm-Dcnkmal in Hanau verbunden werden könne. Das vor Jahrzehnten von einem Hanauer Bürger für die Errichtung des Denkmals gesfiftetc Kapital ist durch Zinsenzuwachs letzt zur Höhe von 77 600 Mk. gekommen.

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Gorlin, 13. Av 21|äbtiaen öilHgendjt« 1. Mar.; 1910 unroeit liebte, bic Whrigk motbet unb die Seid Halle, ;uin Tode.

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Frankfurt, 13. Ocsellsckast Dcröric Der jdtlW- daß bie v jür bir Leitung eines br iiä prahiticrm unb per für das neue Untcrnebmc LchaiWcl-EnseinW jinb als ob jene ?cftrebungen i ÄlricnHescllschast criolge dahci veranlag, himm der genannten denen unter ihm Leitung in fc bic leitens der %uen j smichlung eines drill sind, und daß die Neue fi.'bungen eine Sonin

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