Ausgabe 
10.12.1910 Erstes Blatt
 
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tfrtnc Tn«f<i(hronif.

An Atem Strafe her Sfr>mmantxmtmftrafc in Berlin rr- b ent ei en tn brr Jiadjt zann Freitag (Sinb rettet tausend goldene Herren- uad Damenuhren und 800 Marl in Dar.

In Genf brachen in der Nacht zum Freitag Diebe in das Bijvuleriegesckjäst von Theurillat und Boettcher in der Rue des Allemand ein, erbeuteten dreihun­dert goldene Uhren und fünfhundert Uril- [antrmge im Gesamtwerte von hunderttausend Franks.

Durch eine Sch l a g lv e t t e r - E n t z ü n d u n g, die sich in der Nacht zu in Freitag aus der ZecheHolland" inWar­ten s ch e i d ereignete, tuurden vier Bergleute ge­tötet und fünfunschernend schwer verlettt. Ern Mann wird vermibt.

Im Ärsenal zu Brest ist heute früh 5 Uhr in den Zentral- werlstatirii der jUnieeuie Feuersbrunst ausgebrva>en, Du ^iDd Drittel der Gebäude zerstörte. Die Materialvorräte jinb gerettet. Das Feuer ifl wahrscheinlich durch die Un- oorslchngkeit eitles Arbeiters entstanden, der eine brennende Zigarette in einen Haufen Holz und Werg fallen ließ-

Odrsen Wochenbericht.

= A r a n f! u r t a. M., 9. Dezember

Das Geschält an der Börse Icbleipte sich in dieser Woche be- mnglos reetter, sodaß an manchen lagen für einzelne Werte Notierungen mangels Zntercsse nur mühsanl zustande kamen. Auch der Ausblick auf eine leichte Te^eniber-Viquibduon infolge Ber- nngerunfl der Verpflichtungen und der zunelmicnden Zuflüsse auS- ä"dikt)er Gelder konnte keine besondere Uiiteinebmiiiiqsluft er- iDcden, da die Berichte aus dem Wirtschaftsleben nicht ent'chieden Anregendes bieten und Amerika noch immer als unsicherer Hakt 'r in Rechnung gezogen werden muä. Auch diesmal machte rim Rew-Pork ui der Rolle des Stören'rieds recht unliebsam geltend, wenn auch di» Schärfe des von drüben ausgebeuden Kurs- di uck» nur der Aiarkt amerikanischer Werte empfindlicher verspür le mährend die sonnigen Gebiete wieder eine bemelkenswerte Wider­standskraft befunöeten. Die Botschaft des Präsidenten der Per» einigten Staaten an den Kongieß hat den Erwartungen entsprochen, trotzdem haben daraufhin tn Wullslreet ilmfangrelche Realisationen floiiqe<unben und die Rude der Eisenbahn- und iffetnlhverte hoben unter dem Druck des gesteigerten Angebotes erheblich nachgeben müssen. ES zeigte sich dabei deutlich, daß die New-Parker Gioß- spekulanteii gegenivärtig die Baisfeopeiationen begünstigen. Die zahlreichen Gerüchte, wie neuerdings besonders die angeblich deso­late Vage deS amerikanischen Ersen- und Aletallmarttes, müssen mit Vorsicht ausgenommen werden. Mau neigt der Ansicht zu, dak bie Winscha'tSgrundlage übet bem Ozean gesund ift und man glaubt

kaum, daß die Rew-Porker Marktverhältnisse noch gröbere Rückgänge zulassen werden, immerhin ivtC daS Gefühl der Unsicherheit gegen­über den amerrkaiiiichen ZuUänden noch nicht weichen, epefii- lation und Ravüülifieit verhalten sich nach wie vor sehr reserviert. Em Degengeivicht fanden die wenig ermutigenden Meldungen aus Newyork in der günstigen Gestaltung der internationalen Geldverhältnisse. Ebenso wie bei uns hat sich in der Lon­doner Ltockexchange der Geldbedarf sehr vermindert und der Rück- gang der Londoner Prioatdiskonte hat schon vielfach die Ansicht hervorgeruieii, daß dre Bank von England sich zu einer »neueren Ermäßigung der offiziellen Zinsrate entidilieben werde. Tie Geld- sorgen, die Atonale hindurch auf der Börse lasteten, sind in den Hintergrund getreten, eine Wirkung auf die Unternehmungslust hat dies indessen noch nicht gehabt. Es fehlt zurzeit an besonderen 'Anregungen namentlich aus bem Wirtschaftsleben. Der heimische Eiseumarkt ist der Jahreszeit entsprechend ruhiger ge­worden, wenn auch eine innere Festigkeit nicht zu verkennen ift. Einige Beunruhigung verursachte die Arbeiterbewegung »m Ruhr- regier, da jedoch ans der Rableninöuiirie diese Befürchtung als grundlos bezeichnet wurde, konnten sich Montan werte nach cd)iDanfiingeit doch behaupten. Eine Besserung wird auch aus der demschen Banmwoll-Industrie gemeldet, wovon namentlich Spinnerei-Akt i e n montieren konnten. Auch Elektrizi­tät-werte fanden zeitweise wieder vermehrte Beachtung, da die Zukunft der Elektrizitäts-Unternehmen noch immer günstige Beur­teilung erfahu. Bon anderen 3nbu ft deponieren waren noch die Aktien von Zuckerfabriken, einzelnen Maschinen- nbrilen und Chemischen Werken gefragt und höher. Banken lagen ruhig und wenig verändert, ebenso Schiffahrts werte lind Bahnen, pon denen nur Sd'anlungbahn und Amerikaner utr ecbroädic neigien. Hein'iiche und fremde st o ir d S konnten sich mein etwas beseitigen. Privatdiskonto 4*/, Proz.

-JILL. . . *--- ------ ... uj , ,ii ii ii.

Mannheim, 10. D^. Das in Mannheim erscheinend« Zentralorgan der deutschen Tabakindustrie, dieSüd­deutsche Tabakzeitung" hat an den zuständigen Regierungsstellen erfahren, daß die Reichsregierung bereit sei, weitere Mittel für eine Entschädigung an solche Arbeiter zur Verfügung zu stellen, die durch das neue Tabaksteuergesetz gänzlich oder vvoübergehend arbeitslos geworden sind. Bekanntlich ruhte diese Entsä)ödigung seit dem 1. Dezember, nacktem die vom Reichs­tag seinerzeit bewllligte Summe von 4y4 Millionen Mark für diesen Zweck verausgabt war. lieber die Höhe der Summe, die noch bewilligt werden soll, ist ein definitiver Beschluß noch nicht ge­faxt worden.

vüchertisch.

C. G. Schillings, M it Blitzlicht und Büchse int Zauber des Elel 6 seho. Kleine Ausgabe der beiden

WerkeMit Blitzliäü und Büchse" undDer Zauder des Elelöscho^. Mit dem Faksimile eines Briefes von Theodore RoJseoelt an Professor E. G. Schillings. R. Voigtländero Berlag in Leidig. Die ersten Werke von C. G. Schillings sind vielen unserer Lesen bekannt. Namentlich das zuerst erschienene WerkMit Blitzlicht hnb Büchse" ist wohl eines der Verbreitesten Reisewerke der letzten Jahre. Der Preis für diese Bücher war, wenn auch für das Gebotene sehr gering, doch manchem zu hoch, und das Be­dürfnis nach einer billigen Ausgabe ist stark hervorgetreten. Dem kommen Verfasser und Verleger entgegen, indem sie die interessantesten Kapitel beider großen Werke zu einem Bande zusammengearbeitet, diesen mit 83 der besten Bilder ausgestattet haben und zu dem Preis von Mk. 6.50 gebunden anbicten. Das Werk verspricht fernem Inhalt und seiner Ausstattung nach ein Volksbuch, wie kaum ein anderes, in werden. Das Auch und sein Verfasser lassen sich nicht besser schildern, als Theodore Roosevelt es in einem Briefe an Schillings getan hat, der in Faksimile dem Werke beigeheftet ist. Er schreibt u. a.:Ich bin außer­ordentlich erfreut, daß demnächst eine neue populäre Ausgabe vonMit Blitzlicht und Büchse" erscheinen wird. Das Buch ist in vieler Hinsicht das bemerkenswerteste unter allen ähnlichen Werken, es ist das hervorstechendste unter den vielen guten Büchern, die von wissenschaftlich beobachtenden Jägern geschrieben worden sind."

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen.

Verlauf der Witterung feit gestern früh: Die westliche Zyklone ist elwaS in östlicher Richtung vorgedrungen. Ein Randwirbel auf ihrer Ostfeile über Bayern hat in ganz Mitteldeutschland ver­breitete Morgennebel gebracht. Tie Temperaturen sind in dxr Rächt bis zum Gefrierpunkt, tn Darmstadt bis I Gr. Kälte, ge­sunken. Da das rassische Hoch jetzt m rascher Abnahme begriffen ift, gewinnt das Westtief stärkeren Einstuß.

Wetteraussichten in Helfen am Sonntag, dem 11. Dez. 1910: Meist trüb und nebelig, Regen, milder.

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Bekanntmachung. Der Neuewcg ist wegen Herstellung der HauSanschlMse an dir Kanalisation bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt, Büdlngen, den 9. Dezember 1910. Großh. Bürgermeisterei Büdingen. Kendt. 0081

Amtlicher LeU»

Bekanntmachung.

Bet T.'l Gesuch der GewerkschaftLouise" r» Tssen tt. 8. R. um Genehmigung zur Aufstellung eines Dampfkessels^ Die Gewerksä)aft Louise zu Essen a. d. Ruhr beabsichtigt auf dem Grundstück Fl. V Nr. 196 und 129 der Gemarkung Weickarls- hain eine Dampfkessclanlage zu errichten.

Pläne und Beschreibung hierüber liegen 14 Tage lang, vom Erscheinen dieses in der Darmstädter Zeittmg bezw. im Kreisblatt für den Kreis Gießen an gerechnet, aus dem Bureau der Groß« herzoglichen Bürgermeisterei Weickartshain zur Einsicht der In­teressenten offen. Etwaige Einwendungen sind binnen dieser Frist bei Meidung des Ausschlusses bei Großherzoglichcr Bürgeruretj^rei Weickartslwm vorzubringen.

Gießen, den 8. Dezember 1910. _

Großherzogliches Kreisamt Gieße«.

___________ I. V.: Langermann.______________

Bckatttttmachnng.

Betr.: Abwehr der Maul- und Klauenseuche.

Im Anschluß an unsere Bekanntmachung vom 28. November 191O (Krcisblatt Nr. 91) geben wir nachstehend eine Zusammen­stellung aller zurzeü als verseucht zu betrachtenden Gebiete Deutsch- IaItb^reußen: Die Provinzen Ostpreußen, Westpreußnr, Bran­denburg, Pommern, Posen, Schlesien, Sachsen: ferner die Rv, gierungsbezirke Hannover, Hildesheim, Lüneburg, Stade, LrnS- berg, Kassel, Düsseldorf, Köln, Trier.

Weiterhin das ganze Königreich Sachsen.

In Bayern: Die Regierungsbezirke Oberbayern, Nieder* bayern, Pfalz, Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken.

In Württemberg: Der Neckarkreis.

I n Baden: Freiburg, Karlsrul-e, Mannheim.

In Hessen: Die Provinz Starkenburg.

Weiterhin: Sachsen-Meiningen, Sachsen-Mtenlmrg, Koburg». Anhalt, Schwarzburg-Rudolstadl, Reuß ältere Linie, Reuß lüngews SJinic Sippe.

Schließlich in Elsaß-Lothriugen: Ober-Elsatz müj Unter-Elsaß. .. ._r

Die Ortsposizeibehorden werden hrermrt

Vorstehendes ortsüblich bekannt zu machen

«Gießen, den 9. Dezember 1910.

Kroßberzogliches Krersamt Gießer^

I. V.r Mangetmana,