Ausgabe 
14.10.1910 Erstes Blatt
 
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uic Jituuigiu I lang kommt.

Darmstadt, 13. Ott. Zur Verwaltungsgeseh- revision. Nachdem Abg. Dr. Gl äs sing bereits vor meh­reren Wochen als Äusschugberichterstatter seinen Bericht über den Gesetzentwurf, betr. die Städteordnung fertiggestellt hat, ist heute in der Zweiten Kammer von den beiden Berichterstattern, Abgg. Stöpler unb Uebel, auch der ziemlich umfangreiche Bericht über die Ausschußberatung inbetreff der Land ge­mein d e o r d n u n g zum .Abschluß gebracht worden. Der Son- der ausschuß für die Revision der Berwaltungsgesetze wird nun! in der zweiten Hälfte des Oktober noch zu einer Schlußberatung zusammentreten und die druckfertigen .Berichte genehmigen, so daß alsdann das Kammerplenum im nächsten Monat mit Muße die beiden wichtigen Gesetzentwürfe durchberaten kann.

Lotttifche Lagerscharr.

Die Gewerkschaften und der sozialdemokratische Parteitag.

lieber den letzten sozialdemokratischen Parteitag bringt das Korrespondenzblatt der Gewerkschaften einen bemerkens­werten Artikel, in dem das Vorgehen der Radikalen scharf mißbilligt uni) die Ansicht ausgesprochen w-ird, daß da­durch die Gefahr einer Spaltung herbeigeführt wor­den sei. Es heißt darin wörtlich:

Wir wollen durchaus nicht bestreiten, daß durch den un­glückseligen Nürnberger Beschluß die Bugetverweigerung zu einer! Frage der Disziplin gemacht worden ist. Eben deshalb erschien: uns schon damals dieser Beschluß so gefährlich. Aber so hoch wir auch die Disziplin achten, die auch wir von jedem, ob hoch, ob niedrig, verlangen, höher steht uns doch die Selbsterhaltung der Partei, die Einheit der Partei, die durch die blinde Durchsetzung eines nicht für alle Verhältnisse passenden Be­schlusses in Stücke zu gehen droht. Auch die Gewerk­schaften haben schon der Disziplin Konzessionen machen müssen, wenn die Verhältnisse andere und stärkere wurden, als voraus­zusetzen war. Deplaziert ist auch der Vergleich der Budgetbe- willigungsfrage mit der Episode der Lokalorganisierten. Die Lokal­organisierten wollten nichts von einheitlicher Organisation wissen, I sie verhinderten das Zustandekommen einer Einigung der Ar­beiter. Deshalb verlangten die Gewerkschaften, daß sie außerhalb der modernen Arbeiterbewegung gestellt würden. Die barschen Genossen stehen durchaus auf dem Boden der Parteieinheit; sic verlangen nur etwas mehr Aktionsfreiheft auf dem Gebiete der Landesgesetzgcbung. In diesen Dingen schadet sicherlich ein üb er-l triebener Zentralismus der Partei weit mehr als den Gewerkschaften, obwohl die letzteren auch der Aktionsfreiheit der einzelnen Gaue schon recht weftgehende Konzessionen gemacht Haden. In den Gewerkschaften ist man gewöhnt, alle diese Dinge wein nach taktischen Gesichtspunkten zu behandeln.! Das schließt Konflikte wie diejenigen, von denen die Partei seit einem Jahrzehnt durchwühlt wird, glücklicherweise aus. Auch die Partei wird zu einer Behandlung der politischer Fragen ge­langen müssen, die mehr den Tatsachen in den einzelnen Gebieten als den Ansichten der einen oder anderen Richtung Rechnung trägt. Sie wird durch die unausbleiblichen schädlichen Folgen ihrer gegenwärtigen Haltung dazu ge­drängt werden. Zu wünschen bleibt allerdings, daß diese Ein­sicht bald Platz greift, ehe die Partei darüber in die Brüche ge-1 gangen ist.

Deutsches Ucicb.

Das Dolffsche Bureau meldet: Von den wegen des Aus- l.$rci*unßCrt in Mo abit der Staatsanwaltschaft vorae-

7 7 Personen gehören 40 den sozialdemokra- 'l*'chen Gewerkschaften und von diesen wieder 26 sozialdemokratischen Wahlvereinen: an; acht Ver­haftete gehören zu den Streikenden der Firma Kupfer & Co. und auch die Verletzten sind zum großen Teil politisch und gewerk­schaftlich organisiert.

In Stuttgart fand am Donnerstag abend aus Anlaß oer .Tagung des Deutschen Schu l s ch i f f v e r e i n s im Königlichen Hoftheater eine Festvorstellung statt, der der König m Begleitung des Großherzogs von Oldenburg beiwohnte. Im Anschluß daran veranstaltete die Stadt einen Begrüßungs- a b e n d, M dem auch der Großhcrzog von Oldenburg erschien. Wäh- rend des Mahles brachte Gemeinderat Dr. Rettich ein Hoch au: den Deutschen Schulschiffverein und seinen Vorsitzenden, des Groß- Herzogs von Oldenburg, aus. Der Großherzog erwiderte mit einem Hoch aus die Stadt Stuttgart.

Deutsche Kolonien*

K a p st a d t, 12. Okt. Ein aus Lüderitzbucht eingetroffener Reisender erzählt, in Wilhelmsthal seien Unruhen entstanden, die damit begonnen hätten, daß 250 bis 300 bei dem Eisenbahn­bau beschastigte Kaffern das Hotel angriffen, in dem ihnen Getränke verweigert seien. Sie warfen die Fenster ein und wollten das Hotel stürmen, als ein Dutzend Soldaten auf fte mehrere Salven abgab, wodurch 12 Kaffern getötet wurden. Die übrigen entflohen.

o r/* bic Stelle des ForstwartS der

^orstwartei Lorsch, Oberförsterei Lorsch.

_ Hessischer Staatsbau be a m tenoerein. Am L-amStag findet zu Frankfurt der ordentliche VerbandS- tag dec höheren hessischen Staatsbaubeamten stau aus dem als wichtigster Punkt der Tagesordnung auch die jieuorQani|Qiio» des hessischen Bailwesens zur Verhand­lung fmnmt' '

" Die Verkehrs.Einnahmen auS dem Per- sonen. und Güter-Verkehr betragen nach vorläufiger Feststellung für die EisenbahndicektionSbezirke Fraukfurt a. M. und Mainz: tm August 12 684 000 Mk. oder gegen das Vorjahr mehr 418 000 Mk. = 3,41 Proz., in der Zeit von, Beginn des Rechnungsjahres 59 116 000 Mk. oder gegen das Vorjahr mehr 3 038 000 Mk. = 5,42 Proz.; für die Preußisch-Hessische Eisenbahngeineinschaft: im Monat August 1910 177 587 000 Mk. oder gegen das Vorjahr mehr 115 235 000 Mk. = 9,38 Proz., in der Zeit vom Beginn des Rechnungsjahres 850 483 000 Mk. oder gegen das Vor- jahr mehr 52 920 000 Mk. = 6,64 Proz.

" Pfarrpersonalien. Der Großherzog hat den evang. Pfarrer Kirchenrat Wilh. Zentgraf zu Eberstadt auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste und unter Verleihung der Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Groß- | mutigen in den Ruhestand versetzt und den evang. Pfarrer Izu Bedenkirchen Lio. theol. Gaul zum Oberlehrer an deni 2ehrersenrinar zu Beiisheim ernannt.

I eeu Lehrerpersonalien, llebertragen wurde dem Lehrer Ioh. Hch. Schwarz zu Rieder-Modau eine Lehrer- Uelle an der Gemeindeschule zu Egelsbach. Erledigt ist eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Reichenbach.

**In Oberhessen approbierten 190809 als ^rzte Franz Allendorf von Schotten, Karl Dickorß von Lollar, Hch. Luft von Steinbach, HanS Ohnacker von Butzbach, Karl Staudinger von Vilbel und Emil Voltz ! von Langenbergheim; als Zahnarzt Ludwig Möller von Lauterbach; als Veterinärärzte Herrn. Buttron von Hungen, Wilhelm Hohmannn von Friedberg und Karl Ohly von Gießen; als Apotheker Otto Rosenberg von Gießen und Reinhold Welcker von Allendorf a. d. Lumda.

** Neue katholische Kicchengem einden. Der Großherzog hat die Erhebiing des dermaligen Seelsorgebezirks e fs^^nkirche zu Offenbach zu einer selbständigen katholischen Kirchengemeinde, und die Errichtung einer selbst­ständigen katholischen Kirchengemeinde Nieder-Wöllstadt genehmigt.

gespielt werden. Die neue Vereinigung nennt sichTheater- gesellschaft Pan". '

~ ® i n e~ nr a g n e t i j # e Aufnahme quer durch dlfrrka von S. nach N. von der Kapstadt bis Kairo, ist glücklich zu Ende geführt worden, hauptsächlich auf Kosten der - Earncgw-^nstttution ui Washington und mit Unterstützung der Royal oocietb tu London und von mehreren Privatpersonen- die Regierung der Kapkolonie und von Deutsch-Südwestafrika sowie die meisten Eisenbahngesellschaften in Süd- und Dftafrih ini Sudan und in Aegypten unterstützten das Unternehmen durch Gewährung, freier Fahrt. Nach demGeogr. Anzeiger" schloß ftch die Aufnahme unmittelbar an die magnetische Aufnahme von! Brttlsch-^udafrfta nördlich von Sambesi an, die Pros. I C Beattie in den Jahren 18981906 aus geführt hatte. Von ihm ging auch der Plan zur Ausdehnung des Werkes quer durch! Afrika aus; er übernahm selbst die Leitung, während Prof. Jos jj£ 0 5J < i © n» der schon in hervorragender Weise an der Ausnahme von Südafrika mitgewirkt hatte, sich wieder deteftigte.

/ l'W aldmann, der Dichter-Komponist zahlreicher wieder im Volkston, ist am 30. Juni d. I. 70 Jahre alt ge­worden. Von seinen bekanntesten Schöpfungen erwähnen wir! nur:Tenn so wie du, so lieblich und so schön",Die alten Götschen tranken ja auch",Wer weiß, ob wir uns wiederseh'n?", I Fischerin du kleine",Tas goldne Mainz am Rhein". Nicht minder populär ist neuerdings seine Vertonung der Paul Heyse- !, en Dichtung ,,©ei gegrüßt, du mein schönes Sorrent" geworden. Um dem anspruck)sloien Künsller, der in seinem hohen Alter noch immer den schweren Kampf ums Dasein für sich und seine zahl- reche Familie kämpfen muß, haben sich eine Anzahl seiner Freunde zuiammengetan, um eine Jubiläumsspende für ihn aufzubringen. Lcittage smd an das Bankhaus Mendelssohn u. Eo., Berlin W 56 ;u richten.

- Kurze Nachrichten aus Kunstu. Wissenschaft, wer Kunstaus schuß für das Bismarck-National- en km al ber Bingerbrück teilt bezüglich des Wettbewerbs mit, baß der Ablieferungstermin für die T e n k m a l s - E n t- würfe auf den 30. November festgesetzt sei. Alle anders lauteii- : en Meldungen beruhten aus eurer Verwechselung mit dem Plakat- ^^bewerb. - Ter Aefteste der Breslauer medizinischen '^aku-tat, Professor der Ehirurgre, Geh. Med.-Rat Tr. .^erniaiin- - i'cher begeht am 14. d. M. seinen 80. Givurtstag. In SiLV B b£5 Bakteriologe und Physiologe, Pro-

sessor >zosef Forster, un Alter von 66 Jahren gestorben.

Aus Hessen.

Die Lage der hessischen Bftuaspi ran t e n. Wir erhalten eine Zuschrift, der wir folgende Stellen ent­nehmen :

Wie verlautet, beabsichtigen die kn diesem Jahre entlassenen B a u a s p i r a n t e n gegen den hessischen Staat eine gemein­same Entschädigungsklage anzustrengen. Die Beamten, die in ihren besten Jahren für einen spärlichen Gehalt dem Staate gedient und zu Gunsten der Staatsstellung jede andere Lebens­stellung ausgeschlagen haben, sehen sich nun nach 58jähriger Dienstzeit npch in den dreißiger Lebensjahren unverschuldet vor ein Nichts gestellt. Man hat mit der Andryhung der Streich ! ung von der Ancieimitätsliste die Leute gewissermaßeii zum Ein- trftt in den Staatsdienst gezivungen, sie hier für ein geringes Entgelt ausgenutzt und schickt sie nun gleich dem Mohr, der seine Sckmldigkeit getan auf die Straße. War nicht durch die Annahme als Staatsdienswnwärter die Beamteneigenschast und hierdurch nach dem Gesetz derVertrag auf guten Glau­ben" gegeben? Wer konunt fttzt für die entgangene Invaliden­versicherung auf? Und wer entschädigt die Betreffenden für den eingetretenen Vermögensverlust? Von jedem Einzelnen dürfte der Nachweis leicht zu erbringen sein, daß der Ausfall an Gehalt während seiner staatlichen Verwendung ganz bedeutend ist.

Tie Erbitterung in den Greifen der Baubeamten ist groß, um­somehr, als die Eiftlassungen nicht etwa aus Mangel an Arbeit, sondern durch die Erschöpfung desallgemeinen Diälenfonds"^ ans welchem bekanntlich alle nicht drekretmäßig angestellten Be­amten der Bauabteilung bezahll werden, erfolgt sind. Warum bestehl bei den Baubeamlen nicht die gleiche Einrichtung wie bei den übrigen Beamten, das Hftfspersonal, wie dort, aus dem laufenden Budget zu bezahlen? Hierdurch erklärt sich auch die Entlassung von nur Bauaspiranten, wäl-rend in allen anderen Ressorts eine solche harte Maßnahme nicht eingetreten ist und! auch niemals eftttreten wird.

** Ein neuer moderner Laden ist durch den Um­bau des Stammschen Hauses Ecke Marktplatz und Schul. Itraße entstanden. Der Umbau wurde nach Plänen des Architekten Meyer von hiesigen Geschäftsleuten ausgefuhrt, die damit eine recht hübsche Probe ihres Könnens gegeben haben Der große Helle Verkaufsraum ist mit seinen geräumigen Schaufenstern in moderner Eisenkonstruktiön ausgefuhrt unt gibt in seiner einfachen vornehmen Ausstattung ein red hübsches Bild ab. Mit dem Umbau des Hauses wurde and- eine wesentliche Verkehrsverbesserung erzielt. Dank des Enl» gegenkommens des Herrn Stamm wurde die Ecke abgerundet und damit der Bürgersteig an der sehr belebten Ecke so verbreitert, daß keinerlei Verkehrsstockungen mehr zu be, fürchten sind.

efßränf ung beratet ö er felir Smit $ ranf- Terd). Wegen Unterbrechung der regelmäßigen Eisenbahnverbin- düngen infolge des Streikes der Angestellten der ftanzösischen Nordbahn ist der gesamte Postpaket- und Poftfrachi uua-Verkehr von unb nach den im Bereich dieser Eisenbahii gelegenen Statwnen am 11. Okt. eingestellt worden Pakete nach diesen Stationen einschließlich der nördlichen Swo' teile und Vororte von Pans werden daher von den Postanstaltm ? 6- kf-5lT cn angenommen. Die bereits untertoeqj befindlichen Pakete werden an die Absender zurückae- leitet.

** Von der Straßenbahn. Mit dem 15. Oktober treten ctHtge u nn? e f e n t Htfc c Aenderungen im Fahrplan ein. ®ie Frühwagen fallen au? bnben hinten aus. Tie ersten Wagen fahren an Werktagen

& /^...^arftptaB zum Schützenhaus bezw. Wieseckci- Schutzenli-rus zum Bahnhof, 6.23 ab Wiesecker-Weg durchgehende 15 Mimiten-Betrieb zum Neuen Fnedhof fft auf nachmittags von 25 Uhr beschränkt, ebenm Sonntagen der 7i/2 Minutenverkehr zuin Schützenhaus atf r1ra£^lltt90 ^0" 26 Uhr. xer sonstige Verkehr der Wagen bleibt lote un Sommerfahrplan. Bei besonderen Gelegenheiten vorheriger Bekanntgabe ist bei genügender Beteiligung die bereit, Sonderwagen verkehren zu lassen.

Mn« b * b e a t e r. Tie beiden Vorstellungen des Sonn' ÄJHeinen Prerfen statt. Hermann Bahrs reizende» LustspielDas Konzert , das am Ende der Dergangemm Spielzeit so außerordentlichen Erfolg errang und das am kom­menden Sonntag zum letzten Male gegeben wird, dürste bai gegenwärtig meistgegebene Werk auf deutschen Bühnen sein unt wird hier in einer anerkannt vorzüglichen Besetzung gegeben - Sonntagabenboorftellung bringt imKaufmann »o»

9 s bas allem schon duÄ seine Ausstattu^

eine Sehenswürdigkeit bildet.

** Maßnahmen gegen die Maul- und uenseuche. Die hessischen Kreisamter und Kreft- veterinaramter wirrden vom Ministerium des Innern unter Hinweis aus das Auftreten der Maul- und Klauenseuch

Nachbarschaft der Landesgrenze darauf aufmerksam ^r Anordnung und Ausführung der verschärften Desinfektion der Eisenbahn. Viehwagen in gefährdeten Bezirken Sorge zu tragen l ?te und Klauens e uche ist aus>

rochen rn. Hemmen, Kreis Westhavelland, 3tc- ä^-^^bezirk Potsdam; Rosen und Kochelsdors, Krett> KTeuzburg, Regierungsbezirk Oppeln; Walters- am 11 Okwber^^ Regierungsbezirk Frankfurt a. £,

Dr: Bewegung der Werftarbeiter.

r, ° mb u r g , 13. Okt. In den heutigen Verhandlungen zwi­schen den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern gaben beide Par­teien ihren guten Willen zu einer baldigen Lösung des Greftes zu erkennen und sind üi den hauptsächlichsten Punkten einig. Es ist demnach zu hoffen, daß die Verhandlungen bis zum Sonnabend nrit gutem Ersolge abgeschlossen sind.

M A^emen, 13. Okt. Tie Verhandlungen zwischen den Werftarbeitern emersefts und der Norddeutschen Armaturenfabrik und der Aktiengesellschaft Weser anderersefts füllten zur Bei­legung aller Differenzpunkte. Die Arbeit der Armaturenfablik wird nwrgen wieder ausgenommen. Die Aktiengesellschaft fordert morgen durch Anschlag die Arbeiter zur Wiederaufnahme der Arbeit aus.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 14. Oktober 1910.

Ausland.

. Pest fand infolge politischer Angriffe zwischen dem srnheren Abgeordneten Barnabas B u z a und dem Obergespan ^s Zemplener Komitats ein Säbelduell unter schweren Bedingungen statt. Bei dem dritten Gange erhielt der erste eme tiefe Stirnwunde und wurde kampfunfähig.

Aus Madrid wird gemeldet: Am heutigen Jahrestage des Todes Ferrers wurden zahlreiche Versammlungen ver­anstaltet. Der Gouverneur von Barcelona genehmigte jedoch die meisten dort geplanten Versammlungen nicht und verbot alle Massenkundgebungen in der Nähe des Grabes Ferrers. Nach amtlickfen Mitteilungen wurde bis abends in ganz Spanien die Ruhe nirgends gestört.

Aus Peking meldet das Reuter-Bureau: 500 Mann Grenztruppen meuterten und besetzten mit Parteigän­gern des Lama Tschungtien im nordwestlichen Teile der Provinzen 2)unnan. Truppen zum Entsa tzder Stadt sind abgesendet; man erwartet feinen ernsten Widerstand.

Nus Buenos-Aires wird gemeldet: Der neue Präsi- bent ber Republik Argentinien Saenz Pena und der Vize­präsident de La Plata nahmen heute in feierlicher Weise bon ihren Aemtem Besitz und leisteten in der gemeinsamen Sitzung der Kammer und des Senats den Eid. Der Präsident verlas alsdann eine Botschaft, in der er erklärte, die interna» twnale Politik der neuen Regierung würde eine Politik der Freundschaft für Europa und der Brüderlichkeit für Amerika fein. Der Präsident kündigte an, daß er Aenderungen im Wahl­gesetz Vorschläge, das Los der Arbeiter verbessern unb den Preis ber notwendigsten Lebensrnittel herabzusetzen suchen werde; er sei ein Anhänger der progressiven Erbschaftssteuer.

** Der Hilfsverein für Geisteskranke der. sendet gegenwärtig seinen Jahresbericht für 1909/10. Der so segensreich wirkende Verein wurde von dem in biefetn Frühfahr gestorbenen Geh. Medi-inalrat Ludwig gegründet und der Verein erfüllt nur eine Ehrenpflicht, wenn er seinem Jahresbericht an erster Stelle Georg Ludwige gedenkt, dessen vorbildliches Wirken für die hessische Irren, pflege allezeit ein Ruhmesblatt in der Geschichte Hessens bilden wird. Ter Verein hatte 42075.72 Mk. Einnahmen darunter 4042.25 Mk. von 216 öffentlichen Kassen unb 22 934.87 Mk. von 70 512 privaten Gebern. Oberhessen hm dazu aus 70 öffentlichen Kassen 829.90 Mk. Beiträge und von 30 256 privaten Gebern 7707.49 Mk. Beiträge. U, Zahl der Geber übertrifft Oberhessen die beiden anderen Provinzen wesentlich. Von den 42075.72 Mk. Ausgaben entfielen 28 440.91 Mk. auf die Unterstützung Hilfsbedürs tiger. Das Vermögen des Vereins betrug 79 053.66 Mk es nahm um ntnb 1200 Mk. zu. 3?*

** EinBismarckdenkmalinOberhessen. $C1 dem am Fuß des Vogelsberges gelegenen altheffischen Städl- chen Nidda hat auf dem westlich das Niddatal begleitenden Höhenzug die Bürgerschaft zum ehrenden Gedächtnis an den Altreichskanzler, Fürsten Otto von Bismarck, in patriotisch, dankerfüllter Gesinnung ein eigenartiges, ganz aus Natur steinen ohne weitere Bearbertung bestehendes Denkmal er­richtet. Es ist in seinen Formen von den vielen Denk- mälern, die zu Ehren des eisernen Kanzlers in Deutscher' Landen sich erheben, insofern abweichend und beachtenswert^ als architektonische Formen hierbei gänzlich gemieden und das Ganze nur aus den Materialien (Basaltiindlinge Blöcke von Basaltlavatuff), die der Boden, auf dem es steht hergab, zusammengruppiert ist. Wie die Gesamtanlage aip urwüchsigem Material, so ist auch der Aufbau in urwüchsigen Formen gehalten. Zum ungeschmälerten Genuß der nach allen Richtungen sich bietenden redenden Aussicht sind zwc' Plattformen mit Treppen angegliedert. Auch der gürt' nerische Schmuck ist auf solches P,lanzenmaterial beschran!> das auf dem Basalthügel gedeiht. (Die im Schaukasten unserer Geschäftsstelle ausgestellte photographische Aus- nähme zergt die Vorderansicht des Denkmals von der Stadt aus, dessen Entwurf und Ausführung in den Händen de- Leiters der Niddaer Gewerbeschule, Architekten Höhn lagen.)

? ©rojen.ßinben, 13. Oft. In unserem Städtch-r herrschte auch m diesem Jahre wieder eine recht rege Bau- tatigkeit. Es entstanden 12 neue Wohnhäuser, wahren! hre sogar 13 Neubauten errichtet wurden Die im Sttbaan-S 3 anbe«n In der Näh- Gießens liegenden Orten fefc k^afte bauliche Entwicklung ist nicht zuletzt der rroed' nmßtgen Bodenpolitik unserer Gemeindeverwaltung zu- zuschreiben. ä ö

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?.cr Maul- und Klauenseuche gespielt ^ud)ter der übrigen Orte sich den Gallusmarkt sozusagen mit Gewalt erzwungen und ihre SBaTC auch gut vertäust haben, sind die hiesigen der s4kx- te? Es^b, zu Hause geblieben, und sitzen nun in der Patlche. Es sind nämlich hier ellva 100 erfttla'siae Ferkel

b h Ä*etn S°lden-S Geichäi-SiubU meru.