Ausgabe 
14.6.1910 Zweites Blatt
 
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Dienstag 14« Juni 1910

160. Jahrgang

Zweites Blatt

Nr. 136

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noristisch.

nnenbes Drama.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

DieSiebener KamilienblStter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Giehen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Selb fragen" erscheinen monatlich zweimal.

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Gießener Anzeiger

General-Anzeiger str Sberhessen

Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen UniversitätS - Buch- und Steindruckeret.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expeditton und Verlag: e^5L Redaktton:e^AII2. Tel.-Adr^AnzeigerGießen.

sie alle auszählen. Am letzten Sonntag sprach im Hotäl Trapp endlich der Kandidat der Bündler Dr. v. yelmolt. War es seine neun inbneunzigste ober hundertste Verfamm- luna, die er im Wahlkreise seit Februar oder Marz, als hätte er in die Zukunft gesehen, abhielt? Jedenfalls war er im guten Training und entwickelte das, was man ein politisches Programm nennt, geschickt in gewohnter Auf­einanderfolge ab. Er setzte den Friebberger Sur gern barmt eine Kost vor, bie burch manches frische Blatt mcht zu

Mannheimer Rechtsanwalt, Ml hören: ruhige klare Dar­legung ber politischen Vorgänge ber letzten Jahre. Im letzten Drittel seiner Rebe würbe er warm, als er auf den Bund der Landwirte zu sprechen kam, dem er vorwarf, durch sein Auftreten den Hansäbund, ben Deutschen Bauern­bund geschaffen und der Sozialdemokratie durch seine wei­teren Forderungen Vorschub geleistet zu haben. Bulow bezeichnete er als den größten deutschen Staatsmann unserer Zeit, er habe die liberalen Parteien zur Mitarbeit heran­ziehen wollen in der Erkenntnis, daß sich diese nicht bauernd beiseite schieben lassen würden. Jetzt seien die Konser­vativen und das Zentrum ganz wieder unter srch, nachbem auch Derüburg ausgeschieden sei. Die Sureaufraten könnten nun ihre Akten wieder in aller Ruhe heften. Es gab wohl kein Zweig der Staatsverwaltung, den der Redner un­berührt gelassen hätte. Mit Nachdruck betonte er, wie es gerade die nationalliberale Partei gewesen sei, bie ben Zolltarif geschaffen gegen bie Führer des Bundes der Land­wirte und eines Teils der Konservativen. Der Sozial­demokratie trat er mit Schärfe entgegen. Das geflügelte Wort von Bassermann bis Bebel verliere damit die Unter­

funktionierte vorttefflich. Die liberalen Parteien hatten bie größere Arbeit, und sie haben alles getan, was ohne jebe vorbereitende Organisation zu tun möglich war.

Ter Wahlkampf aber ist entartet. Wenn ich früher davon schrieb, daß insbesondere bie Rebner zweiten Ranges sich gegemeitig zerfleischen, so muß ich bekennen, baß ich beit Ausdruck zu milde gewählt habe. Es wurde leiber in recht . . . , . .

vielen Versammlungen mit Waffen gekämpft, deren Qualität I verdient. Ueberhaupt hat flck Äerr v. Helmolt den man hier von ich iu beschreiben unterlasse. In früheren Jahrzehnten dieser Sette noch mcht kannte, als recht geschickter Redner er- h-lbc ich^manck^n W-chlkMPf durchsecht-7, sehen.und>durch- ^H^w-rdmmorg--l di-Würfel fallen? Es ist diesmal schwerer führen Horen, in ben fiebriger, achtziger, "AAger v^chrQi, sonst, eine Voraussage zu wagen. Von der großen Mehrhett der in allen ging es )oyijagen anständig zu. Diese Jtote tann (jjrafert Oriola war früher ein iebcr Agrarier und

man unserem Wahlkampf im Wahlkreise Frtedberg-Bubingen Nationalliberaler in einer Person, und wie jetzt die notwendig nicht geben. Ich muß gerechterweise eine Partei von btqer gcrooTbne Scheidung sich vollzieht, ist schwer zu sagen. So viel >Beurteilung ausnehmen die sozialdemokrattsche Partei, sieht fest, daß in den Städten die agrarische Kmidibatur sehr iin ber es allerdings bisher keine Diskussion gab. Was in wenig Anklang gehmben bat. Daran hat auch bie Tatsache nichts her aottaeseaneten Wette rau in ber Agitation geleistet worden zu ändern verimxht, daß der Bund ber öanbperfer, d. h. ferne ^n0on3e&^tottiltani>CTe^Ift^, dre »

zusammenraffenb, abwenden. .. . r ® "

Mm hätte bie Macht haben müssen, allgegenwarttg

Izu jein. Wahlverjammlungen an allen Enden. Wer kann»

läge.

Rechtsanwalt Brücher-Mannheim sprach namens der Fortschrittspartei, versicherte treue Wahlhilfe ohne jede Be­dingung und forderte seine politischen Freunde auf, ibet ber Wahl für ben nationalliberalen Kandidaten vollzählig einzutreten.

Das Schlußwort hatte Justizrat Windecker, der mit flammenden Worten die Versammlung fortriß zu lebhaftem Beifall. Tas waren einmal wieder Worte, bie man in jenen großen Tagen hörte, als das Deutsche Reich unter} Blut und Eisen in aller Herrlichkeit wieder entstanden war.

Was wird nun morgen werden? Der Bund der Land­wirte geberdet sich siegesgewiß. Die liberalen Parteien -sind ihrer Sache nicht sicher, sie haben nicht gearbeitet, als es gut war. Der alte Fehler rächt sich immer aufs Neue. Und doch, ich halte Ueberraschungen für möglich. In l vierundzwanzig Stunden ist die Entscheidung gefallen. Wir müssen uns ihr fügen ob sie uns lieb ist oder leid.

Büdingen, 13. Juni. Der anfangs lau geführte Wahl^ kämpf ist mittlerweile heiß geworden, heiß im buchstäblichen Sinne des Wortes. Bei ber tropischen Glut der letzten vierzehn Tage haben bie bezahlten Agitatoren chr Brot mtt bem Schweiße ihres Angesichts erkaufen müssen, unb die weit zahlreicheren unbezahlten Werber haben ein achtungswertes Opfer ihrer Ucberzeugung ge­bracht. Noch nie haben so viele Größen in unserem Wahlkreis gleichzeitig gearbeitet: neben den Rcichstagsabgeordneten Basser - ntann, Dietrich Hahn, Fuhrmann, Erzberger, Paasche, Osann, David unb de Wcnte mehrere Landtagsmitglieder wie Raab, Lohmann unb Schrempf (Stuttgart- unb ein ganzer Stab von Parteiiekrelären unb anbere berufsmäßigen Agitatoren. Auch die Kandidaten selber haben sich in keiner Weise geschont. So sollte am gestrigen Sonntag Prof, van Calker sprechen (unb er hat es wohl auch getan- um 1 Uhr in Wisselsheim, um 2 in Steinfurth, um 3 in Münzenberg, um 4 in Fauerbach, um 5 in Langenhain, um 6 in Oberrosbach, um 8 in Rodheim. Alle Achtung vor einer solchen Leistung! Trotzdem ist es dem ge­waltigen Aufgebot an rednerischen Kräften nicht gelungen, die Wählermassen recht in Feuer zu bringen; der heurige Wahlkampf bleibt nach wie vor hinter früheren an Enthusiasmus und Leiden­schaftlichkeit weit zurück, erfreulicherweise auch an Verhetzung und Gehässigkeit, die so oft die unschönen Begleiterscheinungen per

Wahlbewegung bilden. .

Am Samstag hat nun auch hier ber bündlerische Kandidat Dr. von Helmolt in schwach besuchter Versammlung gesprochen. Hatte bei der nationalliberalen Versammlung, wie früher berichtet, das bäuerliche Element sich gänzlich ferngehalten, so glänzten diesmal die städtischen bürgerlichen Kreise durch Abwesenheit^ Der Umstand, daß gleichzeitig Dr. D a v i b im ehrwürdigen Rat- hMissaale vor einer starken Hörer schar sprach, ist sicher nicht die alleinige Ursache gewesen, daß von all den Bürgern, Hand­werkern und Geschäftsleuten auch nicht ein einziger erschienen war. Und das war schade, denn was Dr. v. Helmolt und der konservative Abg. Schrempf über die Gemeinsamkeit der Interessen von Stadt und Land gesprochen haben, die sonst meist als unversöhnliche Gegensätze hingestellt werden, hätte einen größeren Hörerkreis verdient. Ueberhaupt hat sich Herr v. Helmolt, den man hier von

ife Amend.

Täglich

der

A Salrt* Eintritt frei- ' SäSS

LJda Stammler, nachm. 4'/3 Uhr, Hem 3251 der Unkosten.

Dann fährt Bassermann fort: Er sei gekommen, um für den

Am Vorabend der Wahl in Zriedberg-Südingen. ®"n:

Die Entscheidung naht. Wir geben über die letzten An-! bedacht worden. So würde im Laaer des Dr. v. Helmolt die strengungen der Parteien heute wieder einige Berichte wieder. Märe von dem ^ksabmarsch der bie sich ber Dbjetiwität b-flcißigen. Eimge Urteile bann über »1« »,^6 unterem« (M W den wahrscheinlichen Ausgang und über die Scharfe be§ geändert habe, sie sei nach wie vor national Kampfes gehen auseinander. Aus der neuesten Nummer der und liberal. Die Pattei sei unter dem Kanonendonner Korrespondenz deS deutschen Bauernbundes tritt eine I von Koniggrätz geboren, Ter Ausbau, die innere Einrichtung pessimistische Auffassung hervor. E« heißt da u. a.: des nod, b.heirschten, in'der die.^^.., ... .

.Leider ist dieser Wahlkreis bisher der bündlerischen Agitation wirtschaftspolitischen Erötterungen die Wähler noch nicht so ausem- Inhalt: bie schärfste Bekämpfung, zaVerunglimpfung, ocr

ganz allein überlassen gewesen. Der Graf Oriola hatte c§ anberfübrten. Und an den großen nationalen Zielen hat bie I natiünalliberaien Partei, in ber sich ber hochg efeierte tpraf

mit großer Kunst verstanden, jede parteipolitische Organisation Partei sestgehalten durchs! die (We m benen M.Qtioto so viel politische Freunde ^worben hatte, von denen

l fprnL.hnrten Daaenen bat der Bund der "andwirte galt, durch eine kräftige Wehr zu Was, er und zu Land lparcn vor einigen Monaten feine eigenen;

dort fernzuhalten. dagegen hat oer zouno oer ^.anoiuiue, ^.jedniggewähr zu schaßen. Dann gibt es auch imRi ' - fAtnprrn irrens trennte

auf dessen Mitglieder er sich vor allem stutzte, na$ ^ec 3nnern bed fRcubc5 fragen, bie über bie toirt^^^aft^l(6en 250 , J ^hihaten d sielmolt fvracb bcc Stuttgarter

Rrantfurter Reituna' dort 3300 organisiertr SWit- reffen hinausragen und zu nationalen Fragen werden. Die gluck- Nach bem Kandidaten v. Heimo lt fpracy oer rig

rsJ Ma Qpnfnim über 2100 Stimmen licke Lösung der deutschen Sozialpolitik war nicht nur Redakteur, der konservative Abgeordnete Schrempf. Er glieber. Da außerdem das Z hjh , eine soziale und wirtschaftliche, sondern auch eme nationale Arbeit, mit sachlichen unb ruhigen Auseinanbersetzungen vor,

verfugt, so kann man sagen, daß der Kandidat deS von der nationalliberalen Pattei durchgeführt worden sei ^r der ruhige Ton ging später wieder unter, als ber Bundes der Landwirte felbft ohne Mitläufer über Hie Partei habe auch nicht, wie das tm Wahlkampf so oft behauptet ^a-tionalliberale Parteisettetär Dr. H u g 0 infolge ber groben 5300 Stimmen verfügen müßte. Mithin blieben , da wird, versagt, als es galt, den Mittelstand zu b^en durch staat- ... - Perchn unb auf seine Partei sich energisch

di° Sozialdemokraten - 7234 Stimmen - mindestens aus liche^Oraamsation des ^b.^werks Zn^ner nattonalens Eßte.

8000 Stimmen kommen durften, von den 20 500 9Ca anbroirti'thait geworden, die gerade in diesem Wahl- Heute, am letzten Abend vor der Wahl, wird, man

nur 7000 für Herrn van Kalter übrig. Da selbstverständlich einem der heftigsten Angriffe gegen die Nationalliberalen x^nnte sagen, auf jedem Orte des Wahlkreises gesprock>en. aber die 3300 orqanifierten Bündler fraglos auch noch zahl- gemacht wirb. Es sei bas bie krasseste Ungerechtigkeit, die lemals ^r hatten wir das Vergnügen, den Fahrer der National-

reiche Mitläufer haben, die sie beeinfluffen ist ein Sieg W etanSM ®« den Rerchstagsabgeordneten B assermann.^en

dort nicht leicht. Es ist zu berücksichtigen, daß außerdemI beutr<ßer Landwirtschaft eingeleitet worden ist, ist von den - ea. 1200 antisemitische Stimmen im Kreise sind, die eben- I Nationalliberal en mit durch gesetzt^worden nicht

falls den Kandidaten des Bundes der Landwitte unterstützen, aegen die Sozialdemokraten, sondern g eg en d ie F nhr er des >

Immerhin bedeutet d.e jetzige Wahlarbeit dort ohne Frage fc» den Anfang der notwendigen Vorarbeit für bie allgemeinen I ^en Redner betont, daß er, der doch als junger h Reichstagswahlen." Polttiker bie Zolltarifkämpfe persönlich miterlebt W, auch aus

. ! diesem Grunde hierher gekommen fei, um das den Serleum-L

(Bassermann in Friedberg.) I düngen gegenüber zu sagen unb zwar als ehrluher Liberaler.

«, I Die demaaoqische Kampsesweise des Bundes der Landwitte kann

X Friedberg, 13. Jun. kie Nationallckeralen zwar schädigen; der Bund sellst hat aber

Nur noch wenige Stunden sind's, bann werden die Wahl- den Nutzen davon nicht. Die Ernte, die durai solcke Kampfeswene lokale in Stabt unb Land ihre Türen offnen, bie eilten Wähler gesät wird, würde nur tut bie Sozialdemokraten reifen. Xer werden ihre Stimmzettel zur Urne tragen. In ganz ^eutichland Kund der Landwirte kämpft gegen den Dausabund und den neuen sucht man gespannt unb erwartungsvoll ber Entscheibung des Bauernbund. Diese waren aber nicht entstanden, .^nnbie Block- morgigen Tages entgegen, die für das Reich unb die Partei- Politik des Für.steii Bülow hatte weiter bestehen ^«nen Ba ser- grupcherung von der größten politischen Bedeutung fein wird, mann unterstreicht es: Der K^labund ist em Kind de^ Herrn --MGHUWW grotze Versammlungen anberaumt In Lu dingen fprach Ge ^er Deutlchland gekommen sind. Mit der Politik des

neraliekretär >r. Hugo von hheiaiei octo, schwarz-blauen Blocks habe eine Periode eingesetzt statter Miß-

bach der natwnalliberale Abg. Dr. Lohmann und der frei I im a , sozialdemokratischer Erfolge. Trotz allen

finnige Parteisekretär Kuhlmann in Bad-Nauheim der na-1ft^feU, ^r^n;äeleYoptimiftisch' weil er als Liberaler tionalliberale Reichslagsabgeordnete Fuhrmann undJ>er^erteauen ^um deutschen Volke unb zu seinem gösunden Sinn liberale Oberlehrer Dr. S t r e ck e r stir die Kandidatur van Calker. ^rranen^ -ML das richtige treffen, wenn er Prof.

In keiner der Versammlungen meldeten sich Gegner zum Wort. (falfcr wähle, ber ihm als em vortrefflicher Mann mtt

Eine Hauptanziehungskraft hatte der Saalbau in 5r t c l> <= I ehr^cr liberaler ©eHnnung und als erfahrener Kolkswirtschastler I berg ausgeübt, wo ber Führer der Nationalliberalen des -neichc», I,, n langc bekannt sei. . .

Reichstagsabgeordneter Bassermann, eine grobe, Nach bem tosenden, mehrmals eimetzenden Beifall, der den von hohem, polttischem Emst getragene Rede hielt, nachdem er einstündigen Ausführungen des Redners folgte, sprach der von einer bald 1000 tööfigen Menge unter fiürmifäen Kund- Besitzende der fortschrittlichen Volkspartei des Wahlkreises, Rechts- .qebungen begrüßt worden war. Er dankte zunächst für ben (Srnp* I anWalt Dr. Brücher-Bad-Nauheim, indem er unter lebhaftem lang und führte bann etwa folgendes aus: In wenigen stauben I ^Beifall nochmals kurz bie Stellungnahme feiner Sartet für die würden nach einem beispiellos heftigen Wahlkampfe die Würfel I Kandidatur van Calker begründete. Darauf richtete der Ber-I fallen. Als Führer der nationalliberalen Partei des Reiches, ^mmlungsleiter, der Wahlkreisvorsitzende der nationalliberalen als Mann, der fein ganzes Leben der Fahne des Nationalliberalis- Partei, Justizrat W inb ed e r-Friedberg, in feinem Schlutz- mus gefolgt sei, habe er es für seine Pflicht gehallen, in buiem roort ^chmals einen Aufruf an die Wähler und schloß mit einem Wahlkampf wo von gegnettscher Seite mit den unehrlichstenI ^gch Vaterland und die liberale Sache. ^te Versa mm-I

Mitteln gekämpft werde, persönlich zu erscheinen, um ^ugm5 h u n g, bte wohl eine der eindruckvollsten im Wahlkampfe war,

ab zu leg en über bie Anschauungen ber nationalliberalen Partei, I murbe ^uch von den anwesenden ,Sozialdemokraten m ihrem

um Dinge zu berichtigen, die vom Gegner entstellt und gcsaffcht ^gen Verlauf nicht gestört,

in die Wählermassen getragen toorben seien. Ueberall wirb fetzt

werden ^auch" die nächsten°allg^mechen^ Reichstagswahlen zeigen. Von einem anb ec-en Mita.rb eiter erhalten tote bie wie jede ber Ersatzwahlen nach ber Reichsfinanzreform er- folgenbes Stimmun gsbtlb: messen lassen, welch Unheil schwarz-blaue^Block in ^ullch- glücklicher Zufall hat mich einige Tage von bem

S* fern gelten'Tagelang toar ich Nicht Zeuge

Mdin^i^u erhalten unb nicht einem Radikalismus von rechts der Wahlschlachten hier. Ich kam in eine burchans teteb-| ofc'r links in bie Hände zu liefern. Sozialdemokratte unb Wuid I Lanbschaft hoch über dem Rheingau, tov die Menschen der Landwirte seien als extreme Klassenbewegungen beide in ihrer! s^sedlich, unbefangen miteinander leben, sich nicht gegen- Art gefährlich. Eine Bevölkerung mtt einer durch günstige Zolle behorchen, ob sie einen politischen Freund ober jur geschützten Landwirtschaft, mit einem gesunden Attttel- unb jix-einen sogenannten Todfeind sich gegenüber beiterftanb, ein Staat, der eine mächtige C^wicklung ber ^^n. Der Schnelhug brachte mich leider zurück in dies dusttte unb des Handels aufweist, etn ^ches S aaiswe.en ka Kampfgetümmel, in dem die einen mit wackerer

nickt geführt werben unter ^ Parole der Klaßemnsteregen, jon miv » eaner aegenübertteten, andere mit vergifteten

-L-ii-n, ohne sich dieser Schmrde recht keine Wahlkämpfe mehr obe. würben Blocks, ber durch den polttifchen Unverstand der konfervativen I auf das allernotwenbigste Maß zurückgeschraubt. Jeder Pattei herbeigesühtt, nachdem kurz vorher zur Befriedigung weiter Wahlkampf bedeutet einen Rückschritt in ber Gefittung ber liberaler Kreise des Volkes durch die Reichstagsauflosung wenn auch im engeren Kreise. Was an guten

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merft da sie im Wohlkampf schon genug erörtert worden wäre. I wafchen als. sie erworben wurden.

Tic gesunden Grundgedanken, die Fürst Bülow in der Reform Wie ich vorausfagte, ist in ben letzten ad)t -tagen von vereinigte, waren, soiagte er, die folgenden: auf der einen Sette den bürgerlichen Parteien alles ausgeboten, um sich den bei großem Staatsbedarf einen größeren Teil auf ine mbireften I ,u verschaffen. Tie Bündler, bereit Organisation vor- Steuern zu legen; zum andern lag in seinem Plan das große ^fslich ist, hatten bie leichtere Arbeit. Die Maschinerie soziale Moment ber ausglcichenden Gerechtigkeit durch die di-

rette Heranziehung des Besitzes, ein Gedanke, der im deutschen Volke durchweg sympathisch begrüßt wurde, ursprünglich selbst in Zentrums kreisen und bei einem Teil der Kowervativen. ^! die ganze Reform in dieser Weise iiicht durchgefühtt wurde daß I Bülow gehen mußte, das sei in letztem Grunde die ^schuld der Führer des Bundes der Landwitte gewesen. Aus fleinen An­fängen ist die Bewegung gewachsen, das schlaue Zentrum hat bie Stimmung ausgenutzt. Die Frage, ob die konservativ^ Partei damtt Geschäfte gemacht habe, verneinte der Redner. Sie ver- liere im Gegenteil ben Boden unter ihren Fasten, das habe schon Lyck-Oletzko bewiesen. Außer diesem Bezirk sei lioch manl^r im fernen Osten reif für die nationalliberale Patten ^r Redner führt weiter aus, daß ber schwarz-blaue Block eine starke ton- servative Umwandlung des Beamtenkörpers im Gefolge habe. Tief bebauert Bassermann das Ausscheiden Dernburgs, dieses einzigen liberalen Ministers, für ben allerdings unter dem !schwarz-blauen Kurse kein Raum mehr feL Wir leben heute iroieber in einer Zeit, in ber ber Bureaukratismus in philosophischer Erwägung vom grünen Disch aus bie Geschicke des Laubes leitet. Eine wettere Folge dieses Wandels in der Politik ist das erneute Emporwach,Qi ber Soziclldeswkrcttie. Das heweiftn ja apch schon bie Ersatz- ^wahleL,