Erstes Blatt
Eichener Anzeiger
Mittwoch IZ.JulilSlO
160* Jahrgang
Nr. 161
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Die heutige Nummer umsatzt 10 Seiten.
Der russisch-japanische Vertrag.
Der russisch-japanische Vertrag, der am 4. Juli in Petersburg unterzeichnet wurde, hat folgenden Inhalt:
Die Kaiserlichen Negierungen von Rußland und Japan sind aufrichtig den Grundsätzen ergeben, die durch die zwischen ihnen, am 30. Juli 1007 geschlossene Konvention aufgestellt werden, und von dem Wunsche beseelt, die Wirkungen dieser Konvention; hinsichtlich der 'Konsolidierung des Friedens im fernsten Osten zu erweitern, übereingekommen, das erwähnte Abkommen durch folgende Bestimmungen zu vervollkommenen.
1. Um den Verkehr zu erleichtern und den Handel der Völker zu entwickeln, verpflichten sich die beiden vertragschließenden Parteien, sich gegenseitig freundschaftliche Mitwirkung zu leihen hin-- sichtlich der Verbesserung der beiderseitigen Eisenbahnlinien in der Mandschurei und in der Vervollkommnung des Verbindungsdienstes der erwähnten Eisenbahnlinien und sich jeder Konkurrenz zu enthalten, die der Verwirklichung dieses Zieles schädlich wäre.
2. Jede der beiden vertragschließenden Parteien verpflichtet sich, den S t a t u s q u o in der Mandschurei, wie er sich aus allen Verträgen der Konventionen und der anderen Abkommen ergibt, die bis heute, sei es zwischen Rußland und Japan oder zwischen diesen beiden Mächten und China geschlossen sind, aufrecht zu erhalten und tzu respektieren. Die Kopien der erwähnten Abkommen sind zwischen Rußland und Japan ausgetauscht.
3. In dem Falle, daß ein Ereignis eintreten sollte, das geeignet wäre, den Statusquo zu gefährden, werden die beiden vertragschließenden Parteien jedesmal miteinander in Verbindung treten, um sich über die Maßnahmen zu verständigen, die sie für richtig und notwendig erachten, um den Statusquo aufrecht zu erhalten.
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kPettzrsbu r g, 12. Juli. Unter der Ueberschrift „Man hetzt" polemisiert M e n s ch i k o in der „Nowoje Wremja" gegen die englische und französische Presse, die als eine natürliche Folge des russisch-japanischen Vertrages eine drohende Haltung Rußlands im Westen erwarte. Die Bourgeoisie Englands und Frankreichs fürchte einen Krieg und suche mit allen Mitteln zu erreichen, daß der anspruchslosere Nachbar für sie Deutschland bekriege. Rußland müsse diese Aufgabe ablehnen. Die Redaktion bemerkt hierzu, daß der russisch-japanische Vertrag den Frieden an der Westgrenze garantiere, denn hie jüngst in Europa erlittenen Erniedrigungen waren nur möglich, weil die mitteleuropäischen Mächte auf die Feindschaft zwischen Rußland und Japan gerechnet haben.
Zur Leform des Strafrechts.
Die Vorarbeiten für ein neues Strafgesetzbuch, die zu Beginn des Jahres ihren Anfang genommen hatten, machen gute Fortschritte. Man hofft, die Vorarbeiten mit Abschluß des Jahres 1911 beenden zu können, um 1912 einen neuen Entwurf für ein Strafgesetz-
im Namen niederländi-
gegen Deutschland gerichteten Beschimpfungen eine neue hinzufügt. Nach einer amtlichen Meldung aus dem Haag hat der Geschäftsträger des Heiligen Stuhls des Papstes am 6. Juli ein Schreiben an den
Erne neue päpstliche veleidigung.
Die Gesinnung Pius' X. ist so auf Friedfertigkeit und Versöhnlichkeit gestimmt, daß er seinen schon in der Enzyklika
Deutschland und Amerika.
Ein Berliner Telegramm der ,)K'öln. Ztg" besagt: Der gegen Deutschland eingenommene Teil der amerikanischen Presse, der geraume Zeit hindurch sich ziemlich still verhalten hat, beginnt wieder Lebenszeichen von sich zu geben. Zuerst kam die Ausstreuung, nach welcher Deutschland die Absicht habe, sich in den Besitz der Galapagosinseln zu setzen, dann folgten Gerüchte über einen angeblichen Versuch Deutschlands, von Nicaragua die Abtretung einer Kohlen station zu erlangen. Urplötzlich erhebt sich ein großes Getöse wegen, wie es heißt, eines eigenhändigen politischen Briefes, den der Kaiser an den Präsidenten von Nicaragua gerichtet haben soll. Es ist v i el Lär m um nichts. Weder die Galapagosinseln noch irgendwelche Punkte der arnertta- nischen Küste sind durch deutsche Gelüste bedroht. Der Brief des Kaisers an den Präsidenten von Nicaragua klärt sich, auf recht harmlose Weise auf. Es ist weder ein eigenhändiges noch ein politisches Schreiben: es ist das übliche Courtoisieschreiben, mit dem die Anzeige eines ausländischen Staatsoberhauptes von seinem Regierungsantritt beantwortet wird. Die Aürede: Großer pnd guter Freund!, über die amerikanische und englische Blätter sich aufregen, ist für solche internationalen Urkunden vorgeschrieben, und keiner Verdrehungskunst wird cs gelingen, aus der formalen Beantwortung einer Ankündigung eine Einmischung Deutschlands in die Verhältnisse von Nicaragua zu machen. Zu der neuerlichen Mißstimmung in Washington gegen
ob der Enzyklika in Deutschland entstanden sei; eine Kritik, die nur dazu angetan war, die aus rein religiösen und nationalen Gefühlen hervorgerufene Entrüstung des deutschen Protestantismus noch obendrein lächerlich) zu machen. Daß der Papst aber auch deutsche Fürsten und die Vorfahren der nichtkatholischen deutschen Untertanen nicht im Auge gehabt habe, davon hat er kein Wort verlauten lassen. Darum kann auch die Antwort Pius' X., die er jetzt endlich dem Kö n i a v o n S a ch s e n auf sein Handschreiben hat zukommen lassen, nicht als befriedigend aufgefaßt werden. Denn in der Tat enthält sie eine grobe Unwahrheit. Nach einer Meldung aus Dresden übersandte der Papst dem sächsischen König ein Handschreiben, worin er ihm mitteilt, er habe die deutschen Protestanten nicht beleidigen wollen und habe die in der Enzyklika enthaltenen Be-- leidigungenbereitszurück genommen. Wie und wann Pius X, die in der Enzyklika enthaltenen Beleidigungen zurückgenommen haben soll, ist unerfindlich. In deutschen Blättern hat man nichts davon gelesen, und italienische Zeitungen haben triumphierend das Gegenteil verkündet, als Regierung und Konservative bei uns die päpstliche Erklärung als befriedigend ansprechen wollten. Vielleicht werden sie beide jetzt endlich stutzig, wo der Papst Holland gegenüber eine Erllärung abgegeben hat, die auch wir eher mit dem Gefühl der Genugtuung hätten akzeptieren können, und lernen einsehen, daß der Papst einem Lande gegenüber kein Entgegenkommen zeigen zu brauchen annahm, wo ein konfessionelles Zentrum die ausschlaggebende Stellung einnimmt und die konservative Partei sich mit diesem so liiert hat, daß sie lieber jegliches nationale Ehrgefühl hintansetzt, statt päpstlichen Beschimpfungen die richtige Antwort zuteil werden zu lassen.
schen Minister des Aeußern gerichtet, in dem dieser gebeten wird, der Königin mitzuteilen, der Papst habe mit Bedauern die irrtümliche Auslegung der Enzyklika in den Mederlanden vernommen und lasse der Königin versichern, daß er darin keineswegs die Fürsten des Hauses Oranien, noch die Vorfahren der nichtkatholischen holländischen Untertanen im Auge gehabt habe. Das muß zweifellos von deutscher Seite als eine neue Beleidigung angesehen werden. Den Niederlanden gegenüber versteht sich Pius X. dazu, die bündige Erklärung abzugeben, er habe keineswegs die Fürsten des Hauses Oranien, noch die Vorfahren der nichtkatholischen holländischen Untertanen im Auge gehabt. Und wie war es Preußen, wie Deutschland gegenüber? Zwar hatte er hier ebenfalls sein Bedauern ausgesprochen, falls man, wozu man jedoch weder verpflichtet noch berechtigt ist, die Zweideutigkeit des ominösen dispiacere nicht in Betracht ziehen will; aber nur über die „Erregung", die
buch ausarbeiten Ku können. Es soll versucht werden, das umfangreiche Werk so zu fördern, daß es dem Reichstage schon im Herbst 1913 vor gelegt werden kann. Der erste unverbindliche Borentwurf ist im letzten Herbst veröffentlicht worden; dieser Vorentwurf, der von kriminalistischen Autoritäten bearbeitet war, bildet die Grundlage für die amtlichen Vorarbeiten, die hauptsächlich Staatssekretär Dr. Lisco leitet. Im Zusammenhang damit steht die gesetzliche Regelung des Strafvollzuges, die als ein Teil der großen Strafrechtsreform zu betrachten ist. Grundbedingung für die Regelung des Strafvollzuges ist erst die Durchführung der Strafrechtsreform. Strafrechtsreform und Strafvollzugsreform sollen von liberalen Grundsätzen ausgehen und die bestehenden Härten des Strafrechts und des Strafvollzugs gemildert werden. Das Strafrecht für Jugendliche wird vollständig neugeordnet und die Gefängnisstrafe hier fast überall in Fortfall kommen. Die Jugend- gerichtshöfe haben sich durchweg bewährt, so daß es für notwendig erachtet wird, ihre Befugnisse noch weiter auszugestalten. Währertd in dem neuen Strafrecht auf Ertran- kungserscheinungen und Bererbunastheorie der größte Wert gelegt werden wird uno in dieser Richtung strafmildernde Bestimmungen eintreten, sollen die Strafen für Roheitsverbrechen, die leider immer mehr überhandnehmen, erhöht werden. U. a. ist auch beabsichtigt, die gesetzlich zulässige niedrigste Strafe bei Vergehen, sowie besondere Milderungsumstände vorliegen, nicht zur Anwendung zu bringen, wenn der Richter das Gefühl hat, daß die Strafe zu hart erscheine und der Angeklagte sein Vergehen (es handelt sich hier nur um leichte Vergehen: z. B. Mundraub wegen gänzlichen Fehlens von Geldmitteln) bereue. Für diese Fälle kann auf Verweise oder bedingte Verurteilung (die Strafe erhält Vollzugsfähigkeit erst im Rücksalle) anerkannt werden. Durch diese Reformtätigkeit wird es möglich sein, ein Gesetz zustande zu bringen, das von allen Seiten auf Anerkennung rechnen kann.
die von Hermann N o r
aus dem Werk heraus und brachte eine
Gietzensr Stadttheater.
Wiener Blut.
Operette von V. Leon und L. Stein. Musik von Johann Strauß.
Die sprudelnde Lebhaftigkeit und die temperamentvolle Grazie der reizvollen Operette, die gestern über unsere
Bühne ging, fand bei den zahlreicher als sonst vertretenen Zuhörern eine überaus freundliche, stellenweise sogar begeisterte Aufnahme. Die Leitung, die den sorgfältig und mit gutem Blick ausgeübt wurde, holte ein gutes Tei!
für malerische Bilder l Lust und Uebermut Aufführung zustande,
— Neudruck der Gutenbergbibel. Als Frucht jahrzehntelanger Forschung und als gemeinsames Monument, das die deutsche Wissenschaft, die deutsche Kunsttechnik und der deutsche Verlagsbuchhandel dem Erfinder des Buchdruckes errichten, wird eben ein Neudruck der sogenannten 42 zeitigen Gutenbergbibel angekündigt. Dieses Werkest zugleich eine der noch heute vorbildlichen Großtaten des Buchgewerbes und der Abschluß der ersten Entwicklungszeit der Gutenbergischen Kunst, worüber 'die Leiter des Unternehmens, Geheimrat Dr.-Schwenke, in einem Ergänzungsbande mit Wiedergabe der erhaltenen Probeblätter ausführlich und abschließend berichten wird. Die 42 zeilige Guten- bergbibel umfaßt fast 1300 Seiten, wovon etwa 100 mit Miniaturen in Farbe und Gold geschmückt sind. Eine Wiedergabe wird ebensowohl ein wertvolles Hilfsmittel der Forschung sein, wie ein schönes Anschauungsmittel für alle, die durch Beruf oder Neigung dem ersten großen Druckdenkmal nicht gleichgültig gegenüberstehen. Das Unternehmen richtet sich in erster Linie an unsere ersten Kunstsammlungen und Bibliotheken. Der Insel-Verlag in Leipzig läßt 300 Abzüge auf Papier zum Preise von 700 Mark, gebunden 900 Mark, und außerdem bis zu 20 Bänden auf Pergament zum Preise von 3000 Mark Herstellen. Sehr erfreulich wäre es, wenn sich der Verlag entschließen könnte, eine größere Auflage Herstellen zu lassen, um auch einzelnen, mit Gold nicht gerade übermäßig bedachten Leuten den Kauf zu ermöglichen und so ein bedeutsames Werk der deutschen Buchkunst der Allgemeinheit zugänglich zu machen, wie er es mit anderen Werken bereits erfolgreich getan hat.
— Richard Strauß' „Fenersn oj" in London. Das Londoner Opernpublikum, das die „Salome" und die „Elektra" mit Begeisterung aufnahm, hat nun auch der „Feuersnot" von Richard Strauß, die in His Majestys Theatre aufgeführt wurde, eine begeisterte Aufnahme bereitet. „Die Musik," so lautet das Urteil der Kritik, „ist wild, phantastisch, seltsam und ergreifend. Man könnte im Wörterbuch nach Eigenschaftswörtern suchen und lvürde doch keines finden, das sie beschreiben könnte. Etwas Uebernatürliches webt über dem Ganzen, es wird verstärkt durch ein ergreifendes und- dabei doch verschlafenes Motiv, das sich durch die ganze Partitur zieht, bisweilen mir flüsternd, dann wieder ganz unerwartet kraftvoll auftauchend, ein Motiv, das alles vorstellen kann, was nicht @u dieser Erde gehört. Die Instrumentierung ist wie bei den meisten Werken von Strauß außerordentlich kühn, aber der Gesamteindruck ist der von etwas völlig Neuem und restlos Schönen."
— Die entgangene Unsterblichkeit. Der Tod G a l l e s, des Nestors der Astronomen der Erde, ruft die Entdeckung des Neptuns in aller Erinnerung, durch die der damalige Assistent der Berliner Sternwarte sich die Unsterblichkeit erwarb. Dieser Ruhm aber ist Galle nur durch die Naclj- lässiakeit eines englischen Kollegen zugefallen. Die Störungen tm Laufe des Uranus, die sich aus den Einwirkungen der übrigen
die als Ganzes genommen, den lebhaft gespendeten Beifall vollkommen verdiente. Auch die äußere Herrichtung war geschmackvoll und farbenfreudig, und die Gartenwirtschaft des dritten Aufzuges mit ihren Lauben und bunten Papierlaternen machte einen gefälligen und ftohen Eindruck. Auch die geschickte Verwendung einiger stummen Personen zu komischer Wirkung sei hervorgehöben. Alfons Mourot leitete das Orchester mit kundiger Hand und knüpfte die Fäden der rieselnden Musik zu einem harmonischen Ganzen.
Die einzelnen Leistungen waren größtenteils sehr ansprechend. Als Balduin sang Hans Wernert zwar sehr hübsch von dein Wiener Blut, er ließ es aber in seinem Spiel mitunter vermissen, wenn auch die Art seiner Darstellung im allgemeinen sehr ansprechend ist. Auch Else Rosa'rita als seine Frau war kein ganz vollkommenes „Weanner Blut", was durch das leidenschaftliche und blutvolle Spiel ihrer Gegenspielerinnen besonders hervortrat. Grete Brill lieh der Cagliari all die Vorzüge ihrer lebhaften und liebreizenden Persönlichleit und Alma Wall6, die wir schon bei den Gastspielen des Emser Kurtheaters als tüchtige Sängerin und Darstellerin kennen gelernt haben, ließ alle Quellen ihrer munteren Laune springen. Beide wurden denn auch mir lebhaftem Beifall ausgezeichnet, und wenn auch Gr^te Brill durch eine Verletzung am Fuß im Tanze?, behindert wurde, so tat das ihrer Darstellung nur kaum merklichen Abbruch. Munter und flott spielte und sang Fritz S e y b o l d den Kammerdiener. Hermann Norden spielte den Premierminister mit wirkungsvoller Pose und Otto Conradi den Karusellbesitzer mit biederer Würde. Auch die anderen alle machten sich um die Aufführung verdient und verhalfen der Aufführung durch ihr maßvolles Auftreten zu einem vollen Erfolg.
Planeten nicht ableiten ließen, hatten bereits seit einiger Zeit auf den Gedanken geführt, daß noch ein anderer Himmelskörper in jenen Räumen vorhanden sein müsse, der den Uranus in feinen Bewegungen beeinflusse. Die Akademie der Wissenschaften in Göttingen stellte daraufhin 1842 eine Preisangabe^ in der jene Abweichung der Uranusbewegung erklärt werden sollte. Diese gab den Anlaß, daß der ftanzösische Astronom Arago einen langen Mathematiker, Urbain Leverrier, der früher Beamter in einer Tabakniederlage gewesen war, auf die Bearbeitung dieses Problems hinwies. Durch Leverrier erhielt dann am 23. September 1846 Galle, der im Besitz der besten Sternkarte war, die Mitteilung, daß der unbekannte Planet an dem von chm berechneten Ort des Himmels zu finben sei und er fand ihn noch am selben Abend als einen Stern 8. Größe. So war „mit der Spitze der Feder" ein neuer Weltkörper, der Neptun, entdeckt. Aber noch etwas früher als Leverrier hatte die gleiche Arbeft ein hervor-, ragender englischer Analytiker Adams begonnen und die schwierige Rechnung schon vorher mit fast demselben Ergebnis abgeschlossen wie der Franzose. Adams teilte darauf den Ort, an dem der neue Planet zu sehen sei, dem Direktor der Sternwarte zu Cambridge, Challis, mit, und dieser beobachtete den Planeten am 4. August 1846, also über einen Monat früher als Galle in Berlin. Aber Challis ließ seine Beobachtungeordnet und unberechnet liegen, so daß er keine Ahnung vornNurrengemein wichtigen Funde hatte. Erst als die Nachricht vo mtdeckung Gattes bis nach Cambridge gedrungen war, erit . y er sich mit Schrecken der von ihm gemachten Beobachtungen uiw vergewisserte sich nun, daß er sich durch seine Nachlässigkeit der Feststellung einer der großartigsten Entdeckungen hatte entgehen lassen, die je gemacht worden sind. Er sowohl wie Adams mußten sich mit einem Platz im Kuriositätenraum der Weltgeschichte begnügen, während die Namen Leverrier und Galle im Pantheon des Ruhmes für immer erglänzen werden.
— Südpolfahrten. Wilhelm Filchner, der Leiter der deutschen Südpolexpedition, ist in L o n d o n eingetroffen, um im Namen der Gesellschaft für Erdkimdc in Berlin Kapitän Scott, dem Leiter der englischen Südpolexpedition, die herzlichsten Wünsche für das Gelingen der Forschungsreise zu überbringen. Filchner, der jetzt endgültig entschlossen ist, den W c d - dellsee als Standort für die Expedition zu benutzen, hatte am Dienstag eine private Zusammenkunft mit Scott, wobei beide Forscher ihre Pläne in der freundschaftlichsten Weise besprachen und die Möglichkeit eines Zusammenwirkens erörterten^ falls eine Begegnung beider Expeditionen im Polargebiet stattfinden sollte.
— Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschaft. Der Musckdirettor Erdmann Hartmann, Gründer und Direktor des deutschen Mulikdirettorenverbaiwes, ist in Le i p ; i a 72 iähna gestorben. *


