Ausgabe 
14.6.1910 Erstes Blatt
 
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= Niedergirmes, 12. Juni. Hier hielt heute der Mitteldeutsche Kaninchen- und Geflügel- ^üditcrocrbaitb eine außerordentliche Gcneralver- sammlung ab, um zu dem von dem Bezirk! spreuß. Vereine- gefleltren Antrag aus Auflösung des Verbandes Stellung zu nehmen. Werkmeister Schmidt- Kinzenbach brachte die Gründe des Antrages vor, worauf Herr Pannecke- Klein-Linden in längerer Aussprache erläuterte, daß kein Grund zur Auslösung vorliege. Nachdem. noch die Herren Eckhardt, Leimbach, Aeinandt-K'tein-Linden, Artz-Großcn- Linden und Kreiling-Meßen entschieden gegen eine Auf­lösung gesprochen hatten, wurde zur Abstimmung geschrit­ten, die das Ergebnis erbrachte, daß der Verband weiter- bcstcht. Geleitet wird er fortan von &errn Karl Eckhardt- Leimbach.

Odenhausen a. d. Lahn, 12. Juni. Zu dem diesjährigen Bundesfeste des Turnerbundes Lahn- DünSberg, das am 18., 19. und 20. Juni hier statt- findet, sind bis jetzt 20 Wetturner und 19 Muster- riegen angemeldet.

m. Münchholzhausen, 13. 3uni. Hier ist nunmehr der Neubau einer Kirche beschlossen; es hat sich ein Kirchbauverein gebildet, welcher die Sache weiter zu fördern sucht. Es befiehl die Absicht, das neue Gotteshaus auf der Stelle des seitherigen zu errichten.

X Biedenkopf, 13. Juni. Der hiesige Bahnhof soll eine Erweiterung erfahren. Es sind drei Bahnsteige, nämlich zwei für die Bahn Marburg-Kreuzthal und ein dritter für die neue Bahn ins Dilltal vorgesehen. Ohne die Kosten für den Neubau des Gebäudes sind 115 000 Ml. hierfür eingestellt. In We idenau ivnrbe ein mit Dolch, Ncvolver und Gummischlauch bewaffneter Mann fest- gcomtuen, der eine 11jährige Zuchthausstrafe zu verbüßen hatte und vor einigen Jahren in Nietlcbcn bei Halle aus einer Heilanstalt durchgebrannt war.

Gerichtssaal.

R.B. Darmstadt, 13. Juni. Tas Schwurgericht hatte sich heule mit einer Anklage wegen betrügerischen und einfachen Bankerolls zu beschäftigen. Ter Schuhwaren- fabrifant Joh. G. Calla in Offenbach halte daselbst etwa 40 Arbeiter und einen Jahresumsatz von rund 100 000 Mark; da aber das Geschäft nicht blühte, hatte er es im Januar d. I. dem Kauf­mann Ehr. Kaufmann überlassen und war dann bei diesem als Geschäftsführer tätig. Trotzdem wurde am 24. Februar aus Antrag eines Gläubigers über das Vermögen Catlas der Konkurs eröffnet, und bet der Voruntersuchung ergab sich so viel Be­lastungsmaterial, daß gegen E. Anklage erhoben wurde. Er hatte u. a. crflävt, daß er keine Geschäftsbücher geführt habe, man sand aber verkohlte Reste von solchen vor. Ferner halte er vor dem Konkurs die etwa 3700 Mark betragenden Außenstände an den Buchhalter Hubert für 2500 Mark verkauft, während er sie während und nach dcrn Konkurs einzog, so daß bei der Konkurserklärung dem etwa 17 000 Mark Passiva eine Aktiva­masse überhaupt nicht gegenüberstand und der Konkurs wegen Massemangels nicht eröffnet werden konnte; auch halte er bei der Geschäftsgründung 1907 die Aufstellung einer Eröffnungs­bilanz Unterlasten. Unter Zubilligung mildernder Umstände wurde der Angeklagte zu 9 Monaten Gefängnis ab 3 Wochen für Unter­suchungshaft verurteilt.

Sport.

* 2 5. Mainzer Regatta. Tie zweitägige Regatta des Mainzer Ruder-Vereins, die dnt Samstag den 18. und Sonntag den 19. Juni auf der Strecke Weisenauer ZementfabrikEil'en- bahnbrücke ftattfinbet, verspricht wieder ein glänzendes wasser- sportliches Fest zu werden. Am Samstag finden 10 und am Sonntag 12 Rennen statt, bei denen 117 Boote mit^ den besten Mannschaften Süddeutschlands starten werden. Tie Straßenbahn bat für beide Regattatage einen vermehrten Verkehr nach dem Festplatz eingerichtet. Ter Großherzog und die Großherzogin werden voraussichtlich am Sonntag erscheinen.

* Der Mainzer Ruder-Verein gewinnt aber­mals den Kaiserpreis in Berlin. Mit einem^ groß­artigen Erfolg hat der Mainzer Ruder-Verem mit feiner Senior- Mannschaft, den Herren Falk, Minthe, Cordes, Eismayer und Strohschnitter (Steuer) die diesjährige Ruderzeit eröffnet. Gegen die besten Mannschaften von Norddeulschland konnten die Mainzer den im vorigen Jahre gewonnenen Herausforderungspreis des Kaisers Friedrich stegreich verteidigen und haben gleichzeitig eine außerordentlich günstige Zeit gefahren, indem sie die kürzeste Zeit für die Rennstrecke brauchten, die bisher gefahren wurde. Zum Kaiser-Vierer hatten außer dem Mainzer Verein noch 7 Boote gemeldet. Das Ergebnis des Rennens war: 1. Mainzer Ruder- Verein 6,59, 2. R.-Kl. Hellas-Berlin 7,02, 3. Berliner Ruder- Verein 7,07, 4. R.-G. Spinglersfeld 7,08, 5. Berliner Ruder- Klub 7,19. Zwischen Hellas und Mainz entwickelte sich ein fdxtrfcä Rennen über die ganze Strecke, bei 1300 Meter nimmt Mainz die Führung und geht fast mit einer ganzen Länge als Sieger durch das Ziel. Gleich nach dem Remien wurden die Mainzer auf die Kaiserliche Jacht befohlen und vom Kaiser und der Kaiserin beglückwünscht: die Kaiserin überreichte den Preis.

Berliner Regatta, 13. Juni. Viktoria - Vierer. 1. Mainzer Rnderverein. Berliner Rv. uiib Viktoria- Berlin aufgegeben. Berliner Ruderklub wegen Kollision ausge- schlossen. Teutscher Vierer. 1. Sport Germania-Stettin, 7 Min. 53;,/6 Sek. Junior-Einer. 1. Brandenburger Ruderklub 8:37, 2. Petersburger Rkl. 8 :51%. Zweiter Vierer ohne Steuermann. 1. Spindleräselder Ruderverein 7:16. Großer Einer. 1. Lueas- Mainzer Ruderverein 8:01, 2. Schiemann-Potsdamer Rkl. 8:151/,. Stahnke-Breslau ausgegeben. Junior-Achter. 1. Hellas-Berlin 6:51, 2. Wiking-Berlin 6:56, 3. Berliner Rkl. 7:01. Vierer ohne Steuermann. 1. Mainzer Ruder- d e r e i it 7:28, 2. Spindlersielder Rv. 7 :48.

Ter französische Eintonnerpokal. Bei der gestrigen zweiten Regatta um den Erntonnerpokal siegte die norwegische JachtDia", zweite wurdeAgnes II, Schweden. Es folgtenWindspicl"-Teutschland undArc-en- Ciel"-Frankreich, die beide gleichzeitig durchs Ziel gingen,Necr- lanbia III"-Holland undAlbatros"-Tünemark. DerEor- renzia"-England brach der Mast.____________________________

Hochwasser im Ahrtal.

Ahrweiler, 13. Juni. (Priv.-Tel.) Heute nacht gingen schwer e Gewitterreg en über die ganze Eifel nieder. Bei Antweiler und Schuld ging ein Wolkenbruch nieder, der große Verwüstungen anrichtete. Die ganze Ernte ist vernichtet, Häuser beschädigt und viel Dreh getötet

worden. Tie Ahr ist ein rasender Fluß geworden, in dem Möbel­stücke, Fässer, Hausgeräte und dergleichen schwimmen. Tie Eisen- ba bnbauten sind zerstört, Brücken wurden fort- gerissen. Tie Eisenbahn RemagenAdenau kann nur bis Walportzheim verkehren. Die Feuerwehren sämtlicher Ortschaften arbeiten unaufhörlich. In den tiefer gelegenen Straßen Altenahrs steht das Wasser einen Meter hoch.

Ahrweiler 13. Juni. Tas Hochwasfer im A h r- tal nimmt ungeheure Ausdehnungen an. Die Verwüstungen sind furchtbar. Els Steinbrück en für den Fußverkehr sind bereits e i n g e st ü r z t. Die Ahrtalbahn kann nicht mehr verkehren, da Eisenbahndämme unterspült und der Einsturz verschiedener Brücken befürchtet wird. Das Tal zwischen Neuenahr und Remagen gleicht einem großen See. In Schuld sind^mehrere Häuser so r t g e f ch w e m nit worden. Ter Schaden tvird bis jetzt auf 1 4 Million geschätzt. Weitere schwere Regengüsse fallen be­ständig, Telephon und Telegraph oberhalb Walportzheim sind zer­stört. Tie Provinziallandstraße im Ahrtal ist nicht mehr gangbar; sie steht an vielen Stellen bis zu einem Meter unter Wasser. Ter ganze Kurpark bei Neuenahr ist ebenfalls über schwemmt. An der Oberahr von Walportzheim bis Kreuzberg sind alle Bahndämme w e g g e r i f | e n. Die Provinzial- jandstraße ist bei Map schoß, Altenahr, Dernau, Rech und an der Bunten Kuh vollständig in den Fluten verschwunden, so daß der nackte Fels hervortritt und der Fährverkehr un Ahrtal auf Wochen hinaus unmöglich fein wird. Tie Eisenbahn wird erst in acht Tagen wieder oberhalb Ahrweiler fahren können. Regierungspräsident M c c p e l - Koblenz ist in dem Ueber- schwemmungsgebiet cingetroffcn. Militär rückt in Automobilen mit Nahrungsmitteln an. Es wird ein neues Telephon und ein Telegraph über die Eisei gelegt, um Nachrichten von den abgeschnittenen Orten erlangen zu können, lieber .Verluste an Menschenleben war bis jetzt noch nichts zu erfahren.

Ahrweiler, 14. Juni. Bei der Hochwas,erkatastrophe i|t eine große Anzahl Menschen umgekommen. 11. a. wurde eine Kantine mit italienischen Arbeit,rn hinweggeschwemmt. 15 Arbeiter wurden als Leichen aufgefunden, während über den Verbleib der übrigen noch nichts bekannt ist. Weiler wurden die Leichen von acht Kindern und E r w a ch s e n c n ausgefunden. Im ganzen werden 87 Personen vermißt, doch hofft man, daß davon verschiedene noch lebend gerettet worden sind. Seit gestern abend ist das Wasser um zwei Meter gesalleu. Die Gewalt der Wassermassen war so groß, daß an einer Stelle eine 20 Meter tiefe Schlucht entstanden ist. Pioniere und Ju- fantcric sind damit beschäftigt, an Stelle der 2 0 wcggcssc - neu Straßenbrücken Notbrücken hcrzustellen. Die Straße ist, allerdings noch nicht ganz gefahrlos, wieder bis Rech passierbar, während die Bahn ihren Betrieb bis Walportzheim ausgenommen hat.

[i= Köln, 14. Juni. (Priv.-Tel. ) Tie Ueberichwemmung im Ahrtal ist die größte und folgenschwerste Hochwasserkatastrophe, die Teutschland seit langen Jahren hatte. Nach demBonner Gen.-Anz." sind 150 Leute tot ober noch vermißt, darunter zahlreiche Bahnarbeiter, die in den Kantinen von den plötzlich hereiiibrechenden Äafsermassen überrascht wurden. Erst gestern abend gelang es, die betroffenen Ortschaften mit Lebensmitteln zu, versehen. _

VcrinnchreA.

* Französische V o 1 k s s chu 1 st a t i st i k. Tie Abschaf­fung der Crbcndfongrcgationcn in Frankreich hat auch einschnei­dende Veränderungen im Schulwesen zur Folge gehabt, wie eine kürzlich erschienene Statistik über die Elementarschulen Frank­reichs beweist. Während im öfsentlichen Unlerrichtswesen die Kongregationsschulen von 1902 bis (Smbe 1907 213 052 Zöglinge verloren, haben die Laienschulen 620 530 Schüler gewonnen. Im privaten Unterricht haben die Ordensanstalten um 1120 701 ab­genommen, die Laieuschulen dagegen sind um 795 953 Schüler vermehrt worden. Die Zahl der Elementarschulen selbst ist im gleichen Zeitraum von 85 225 auf 81653 gesunken.

* Teurer Schmuggel. Dem cnergiichen Vorgehen, mit dem die amerikanischen Zollbehörden in den letzten Monaten den von vielen wohlhabenden Amerikanern geübten Schmuggeleien cut- gegentreten, schließt sich nun auch die amerikanische Rechtsprechung an. Vor dem Staatsgerichtshof in Trenton in New Jersey wurde gegen Mrs. Mathilda Chesbrough, der Gattin des 'großen Schiffs­reeders Chesbrough, wegen Schmuggel verhandelt. Der Richter erklärte, daß nur das Gnadengesuch der Geschworenen ihn davon ablyaltc, eine längere Freiheitsstrafe über die Angeklagte zu ver­hängen. Mrs. Chesbrough wurde kurzweg zu 20 000 Mark Strafe verurteilt.Tie Gewohnheit, zu schmuggeln," so erfiärte dc4 Richter,hat bei den reichen Reisenden io überhand genommen, daß die Behörden nun zu drastischen Mitteln greifen müssen, um ein für allemal diesem Unwesen ein Ende zu machen,"

Kleine Tagcschronik.

Am Montag entstand auf dem Maunesmann-Röhren- werke in dem Stadtteil Saarbrückcp-Borbach beim .Aufstechen einer Charge eine schwere Explosion, bei der drei Ar­beiter und ein Hüttenmeister schwere Verletzungen erlitten: ein Arbeiter ist seinen Verletzungen bereits erlegen, die drei anderen hofft man am Leben zu erhalten. Vierzehn Arbeiter sollen leicht verletzt worden sein.

Aus den Thyssen-Werken in Mülheim (Ruhr) explo­dierte in der Abteilung II Des Blechwerks ein Karbit- kessel. Einem Arbeiter wurde von den umherfliegendcn Eisen- stücken die Schädeldecke weggerissen, so daß der Tod sofort eintrat. Ein ziveitcr Arbeiter, der ebenfalls verletzt wurde, ist infolge der heftigen Erschütterungen irrsinnig geworden.

Bei einer von der Tübinger BurschenschaftGerrna- n i a" auf dem Neckar veranstalteten Bootfahrt fuhren drei Boote auf einen Pfeiler und kenterten. Der Eigentümer eines Bootes ertrank, während die Studenten gerettet werden konnten.

Gestern nachmittag wurden infolge Pfeilerbruches auf der ZecheGoufolibation" bei Gelsenkirchen im Schacht I wieder vier Bergleute abgefdmitten. Die Rettungsarbeiten wurden sofort ausgenommen. Um 5 Uhr wurde einer mit leichten Ver­letzungen, um 9 Uhr ein zweiter t o t geborgen.

Infolge der heftigen Regengüsse ist die Tundsckw aus den Ufern getreten und hat in Adrianopel einige Stadtviertel überschwemmt. Das Militärgefängnis .ist eingestürzt, wobei mehrere Soldaten getötet wurden.

In der portugiesischen Stadt C l a s a stürzte ein Balkon, auf dem sich 200 Personen befanden, in die Tiefe, als eine Prozession vorbeizog. Bisher wurden vier Tote und 32 Schwerverletzte geborgen.

In Ssokolow (Gouv. Sjedlico) wurden 200 Häuser durch eine Feuersbrunst eingeäs.chert.

In Moskau ist durch den Brand des Elektrizitäts­werkes der Straßenbahn-Verkehr vollständig unter­brochen. , t _

In Montreal wurden die Geschäftsräume desTmly Herald" durch Feuer zerstört. Der Turm des Gebäudes stürzte durch das brennende Dach. VierzigPersonen, zumeist werbliche Angestellte, sind in den Flammen umgekommen. __________________

Märtte.

Gießen, 14. Juni. Marktbericht. Auf heutigem'Wochen- nlarkte kostete: Butter pr. Pfd. 1.200.00 Mk* Hühnereier 1 St. 7o Pfg^ Enteneier 1 Stuck 8 Pfg., Käse pr. St. 68 Pf^ Kasematte pr. St. 56 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,801,00 Mk., Hühner pr. St. 1,001,60 Alk., Hahnen pr. Stuck 0,801,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80 bis 2,20 Alk., Ochsenfleifch pr. Pfd. 80 bis 88 Pfg^ Kuhfleisch und Rindfleisch pr. Pfund 7074 Pfg, Schweine­fleisch pr. Pfund 8096 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 8084 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfd. 6084 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6.00 bis O.Ou Alk., Zwiebeln per Ztr. 9,0010,00 Alk., Milch per Liter 20 Pfg., Kirschen per Pfund 3540 Pfg., Russe 100 Stück 50 bis 00 Pfg., per Ztr. 000 Alk. Marktzeit von 71 Uhr.

F.C. Wiesbaden. Viehhos-Marktbericht vom 13. Juni.

Auftrieb: Rinder 90, Kälber 28, Schafe 30, Schweine 296.

Tendenz: Rinder gedrückt, Kälber gedrückt, Schafe mittelmäßig, Schweine ruhig. Preis Durck)-

pro 100 Pfd. schnittspreis

Ochsen.

47

85

41

75

7073

37

71

73-83

43

78

38

71

68-74

66

56

6468

50-62

33

28

Redend« Schlacht« pro 100 Pfund gcwlchk - - - --

von-biSvon-bir

Uedend. Schlacht« kcwichc

Vollfleischige, ausgeniästete, höchsten

Schlachtivertes, höchstens 6 Jahre alt 4549 8189 Junge, fleischige, nicht ausgemästete und

ältere ausgemästete......4043 7378

Mäßig genährte junge und gut ge­nährte ältere.........8539

Färsen, Kühe.

Vollfleischige ausgeniästete Färsen höchst.

Schtachtivertes........4046

Vollfleischige ausgemästete Kühe höchst.

Schlachtwertes bis zu 7 Jahren. . 3740

Weitere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte siingereKühe u. Färsen 3235

Mäßig genährte Kühe und Färsen . . 2531

1 be r.

Feinste Mast- (Vollmilchmast) und beste

Saugkälber......... 5760 95100 58 97

Mittlere Blast- und gute Saugkälber . 5056 8493 53 88

Geringere Saugkälber . . .... 4550 7583 47 79

Schafe.

Mastlämmer und jüngere Masthammel 4142 8284 41 83

Schweine.

Vollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner

Lebendgewicht........ 5253 6768 52 67

Vollfleischige Schweine über 2 Zentner

Lebendgewicht...... . 5253 6768 52 67

Fleischige Schweine.......öl52 6466 51 65

ES wurden verkauft zii 68 Alk. 60 Schweine, 67 Mk. 3 Schweine, 66 Mk. = 55 Schweine, 65 Alk. = 5 Schweine, 64 Alk. 5 Schweine.

Lj fc. Frankfurt a. M , 14. Juni. Heu- und Stroh markt. Angesahreii waren 11 Wagen Heu und 2 Wagen Stroh. Alan notierte: Heu 3,804,20 Alk., Stroh (Kornlangstroh) 3,00 dis 0,00 Mk., Wirrstroh 0,000,00 Alk. Alles per 50 Kilo. Geschäft gedrückt. Die Zilfuhren waren aus Oberhessen und demKreis Hanau.

Kartoffel markt - Bericht uom 13. Juni 1910. Friedberg (Hessen): Rote Sorte Mk. 1.601.75, Magnum bonum 2.002.10, weiße runde 1.701.85, Gelbfleischige, blaue, 0.000.00, rote 0.000.00, weiße 2.002.10. Dort- >n und: Rote Taber 0.00 0.00, andere rote Sorten 0.00 bis 0.00, Magnum bonum 2.600.00, weiße runde 2.000.00, Gelbsleijchige blaue 0.000.00, rote 2.700.00, weiße 0.000.00. Hagen i. W.: Rote Taber Mk. 0.000.00, andere rote Sorten 0.000.00, Magnum bonum 2.502.60, weiße runde 2.000 00, Gelbfleychige blaue 0.000.00, rote 0.000.00, weiße 0.000.00. Kempen: Rote Taber 0.00-0.00, andere rote Sorten 2.800.00, 'Dlagmun bonum 2.50 bis 0.00, weiße runbe 0.000.00, Gelbfleischige blaue 0.00.0.00, rote 0.000.00, weiße 0.000.00. Krefeld: Rote Sorten 0.000.00, Magnum bonum Alk. 2.302.50, weiße runde Mk. 0.000.00, Gelbfleischige rote Mk. 2.302.50, weiße 2.302.50, Köln: Rote Sorten 0.000.00, Magnum bonuM 2.500.00, weiße runde 1.900.00, Gelbfleischige blaue 0.000.00, rote 2.50 bis 0.00, weiße 0.000.00. Plaidt: Rote Taber 0.000.00, andere rote Sorten 2.00 0.00, Magnum bonum 2.200.00, weiße runde 2.100.00, Gelbfleischige, blaue 0.000.00, rote 0.00 bis 00, weiße 0.00 0.00. Saarlouis: Rote Taber 0.000.00, andere rote Sorten 2.102.20, Magnum bonum 0.000.00, weiße runde 2.10 bis 2.20. Gelbfleischige, blaue 0.000.00, rote 0.00 bis 0.00, weiße 0.000.00. Mannheim: Magnum bonum Mk. 3.100.00, weiße runde 0.00 0.00, Gelbfleischige blaue 0.00 bis 0.00, rote 0.000.00, weiße 0.000.00. Frankenthal: Rote Sorten 2.000.00, Magnum bonum 3.000.00, weiße runde 3.00 dis 0.00, Gelbfleischige blaue 3.000.00, rote 3.000.00, weiße 3.000.00. 211 ü nchen : Magnum bonum 3.00, weiße runbe 3.00, Gelbfleischige weiße Mk. 3.00. Regensburg: Rote Sorten 2.00 bis 0.00, Magnum bonum 0.000.00, weiße runbe 2.000.00, Gelbfleischige blaue 0.000.00, Gelbfleischige rote 1.80 - 0.00. (Alles zu 50 Kilo.)

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen.

Verlauf der Witterung seit gestern früh: Flache Lustwirbel haben gestern strichweise in Hessen rnieber Gewitterregen gebracht und auch im übrigen Teutschland hat es noch vielfach geregnet, lieber Nacht sind Nordwinde eingetreten, die stärkere Abkühlung mit sich führen. Unter dem Einfluß eines westlichen Hochdruck­gebietes dauern die Nordwiiide an und bringen eine kühlere Wetterperiode.

Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch dem 15. Juni 1910: Geringer Regen, kühler, windig.

GrigSnal-Drahtmeldungen.

Ein Mord bei Weilburg?

fc. Weilburg, 14. Juni. Ter 26 Jahre alte Sohn des Müllers Fey von der Eiselsmühle bei Obershauien wurde gestern auf der Landstraße zwischen Lbershausen und Nende­roth .neben seinem Rad tot ausgesunden. Anscheinend liegt ein Mord vor. Ms Täter kommen drei Burschen aus Nenderoth in Betracht. Ter PolizeihundGreif" aus Wetzlar wurde auf die Spur gesetzt und nahm sie auch auf. Ein Bursche wurde verhaftet, aber bald wieder entlassen.

Paris, 14. Juni. Nach demPetit Parisien" hält die gesamte Diplomatie die Lage der kretischen Frage für sehr beunruhigend. Es könne sich nicht mehr um provisorische Maß­nahmen handeln, sondern es müsse entschieden werden, ob die Insel griechisch werden oder unter türkischer Oberhoheit bleiben solle. Der von Minister Pichon angeregte Gebaute, zur Re­gelung der kretischen Frage, eine Konserenz der Schutzmächte in London abzuhalten, wurde von Italien und Rußland günstig auf genommen, während Englands Antwort noch aussteht.

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