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Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhesfen
§rrk!üg. 9. Vezember (910
Rotationsdruck tmM Verla, der vrühl'scheo UnwersllätS - Buch- und Sleindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition and Druckerei: Schuld praße 7. Expedition und Verlag: ^-48-01.
Redaktion:^^118. rel.-AdrdAnzeigerGietzen.
tzesfljche Zweite Kommet.
R. B. Darmstadt- 8. Dez.
Am Regierungstisch: Minister des Innern v. Homberg k, yeheimrat Best, Ministerialrat Hölzinger, Landesökono- nicrat Müller, Geh. Obermedizinalrat Dr. Lorenz.
Präsident Geheimrat Haas eröffnet die Sitzung nm 9V. Uhr, voraus sofort in die Tagesordnung eingetreten und die Be» pccc1)ung über die Anfrage des Abg. Wolf, bett.
die Handhabung bei neuen Wringeje-ek ortgesetzt wird.
Abg Molthan (Sentr.) führt aus: Die Frage sei von lrößter Bedeutung für die Provinz Rheinhessen. Dort war man rsrcut über die Neuregelung wichtiger Bestimmungen. Bor allem ei eS prägnanter als das alte Gesetz. Dies sei auch beim Zuckerungsparagraphen zu bemerken. Weitere Vorteile habe es [rjringt durch den Rückgang der Kunstweinfabrikation und eine tiburd) herbeigeführte Preissteigerung der Naturweine. Merings befanden sich auch Lücken in dem Gesetz, durch die besonders ir kleinen Winzer getroffen würden. Das Gesetz wünsche in -rsler Linie, daß dem Natur wein zu seinem Rechte verhalfen oerde. Die Hauptschwierigkeit liege darin, daß umstritten wird, oie weil gezuckert werden darf. Die neue Ansicht der Sach- »erständigen, der auch die Regieruna zugeslimmt habe, gehe dahin, »aß fein Wein in Rheinhessen auf über 85 Grad Oechsle verliert werden dürfe. Durch den Verschnitt der rheinh.-ssifchen Peine mit ausländischen werde der Charakter der Weine verdorben, und es sei fraglich, ob das Gesetz solche Weine als rhein- lesiische in Zukunft zum Verkauf zulassen würde. Beim 23er- angen einer Verlästerung des Weingesetzes müsse man sich nicht illein an die hessische Regierung tuenden, sondern auch an daS Reicbsamt des Innern. Als Weinfachverständige solle man Kotiger die Apotheker funktionieren lassen, die ja ganz gute Analytiker seien, sondern dieselben Leute, die vor Gericht ihr Sachverständigenurteil abzugeben haben. Redner richtet an die Regierung das Ersuchen, beim Bundesrat auf eine Klärung der Situation hinzuwirkcn und demnächst eine Besprechung der Re- «ierungsvertreter mit den Weinproduzenten in dieser einschlägigen frage herbcizuführen.
Abg. Eibach (Fortschr. Vp.): Das neue Gesetz enthalte Nitzslände, die bei einigermaßen gutem Willen abgestellt werden Önntm. Die Regierung möge die Wünsche der einzelnen Ab- eorbneten bcrücksicknigen und ihnen nach Möglichkeit Folge leisten.
Abg Dr. Winkler (natL): In dem neuen Gesetz habe ficn das Festseyen bestimmter Normen mit Absicht unterlassen. Benn das Reichs amt des Innern eine Anweisung erlasse und ine bef'.immte zahlenmäßige Norm aufstelle, so bedeute das einen ngesetzlichen Zustand und eine Schematisierung aller rhein- 'essischLN Weine. Eine Abänderung des Gesetzes sei nicht nötig, tur eine bessere Handhabung. Das unverbindliche Auskunft- rteilen der Weinbauschule schaffe einen Zustand der Rechts- msick/erheit. Hier müsse die Regierung unbedingt Abhilfe schaffen. Nit der Anwendung des Gesetzes solle man, besonders kleinen, hrlichen Weinbauern gegenüber, nicht zu scharf voraeben: -erde in Hessen so streng gehandhabt wie nirgends in der Welt, i daß leicht der Glaube entstehen könne, in Rheinhessen fitze in Schmierer neben dem anderen.
Abg. Finger (natl.) spricht über die Handhabung des Ge- Hes in den verschiedenen Bundesstaaten. In Hessen werde es iel ya strenge gehandhabt. Eine einheitliche Handhabung der Bestimmungen des Gesetzes im ganzen Reiche sei dringend er- orderlich.
Abg. Korell (23b.): Das neue Gesetz sei nötig, um dem eellen Weinbauer die unehrliche Konkurrenz vom Halse zu halten, ic schwere Schäden verursache. Das scharfe Vorgehen des Abg. Pols gegen das Gesetz sei nicht gerechtfertigt. Die Handhabung c5 Gesetzes sei tatsächlich eine milde, wie ja auch der jüngst n Mainz stattgehabte Prozeß bewiesen habe.
Ministerialrat Hölziuger: Auch die Regieruna stehe aus >em Standpunkte, daß das neue Gesetz vor allem die Forde- ung der Naturreinbeit aufstelle. Daß auch Abg. Molthan dieser Meinung sei, freue ihn. Bindende Zusagen könne die Regierung licht geben. In bezug auf die Zuckerurig müsse sich im Laufe >er Zeit eine Praxis herausbilden. Die Handhabung des Ge- etzes sei, wie bei dem Falle Bierschenk allenthalben zugestanden nurde, eine milde. Wer einigermaßen vorsichtig sei, werde sich riemals eine Bestrafung zuziehen. Die Regierung werde den Anregungen des Abg. Molthan betr. eine Konferenz mit den Weinbauern nachkommen.
Abg. Wolf sBb.) verteidigt seinen Standpunkt gegenüber lerschiedenen Angriffen. Er verlange keine feste Norm. In stheinhessen dränge man absolut nicht aus eine milde Handhabung )e5 Gesetzes. Ein Weinsälscher müsse unter allen Umständen teftrnft werden. Die Anregung zu dem neuen Gesetz sei von >er Pfalz ausgegangen, nicht von Dr. Rösicke, der keine blasse Ahnung von der Materie oehabt habe.. Er habe sich nur der Bewegung angeschlossen, weil es ihm in den Kram paßte.
(Der Präsident ersucht, so scharfe Angriffe gegen einen Ab- vesenden zu unterlassen.)
Nach kurzen Bemerkungen der Abgg. Finger und Korell vird die Debatte geschlossen. Es gelangt zur Besprechung die )ringliche Anfrage der Abg. Korell und Genossen, die An- veudung des § 4, Abs. 3 des Reichsgesetzes, die
Abwehr und Unterdrückung von Viehseuche»
w 23. Juni 1880 und 1. Mai 1884 betreffend.
Abg. Korell (23b.): In der Frage der Bekämpfung der Deuche sei sich das ganze Haus einig. Die Seuche habe im striche einen ganz erschreckenden Umfang angenommen. Der stedner geht auf Grund der Statistik näher aus die Ausbreitung n allen einzelnen Kreisen ein. Die hessische Regierung habe hr Möglichstes getan zur Abwehr der Krankheit, doch würden, oenn außerhalb Hessens die jetzigen Zustände noch länger fort- leständen, diese Maßnahmen illusorisch gemacht. Ein Schritt jur Abstellung der Mißstände sei bereits geschehen und das be- nefsende Aktenmaterial nach Berlin abgegangen. Die Vor- chriiteu Hessens seien vorbildlich. Er bitte, seinen Antrag zu unterstützen, die Regierung möge an den Reichskanzler heran- tteten, um eine energische Bekämpfung der Seuche zu veranlassen.
Abg. Brauer (236.) spricht der Regierung seinen Dank aus, >aß sie so energisch gegen die Einschleppung der Seuche vor- Kgangen ist, und tritt für einen weitgehenden Schutz der Grenzen ein.
Abg Breitenbach (29b.) bittet um schärfere Maßnahmen ben treibenden Herden gegenüber.
Abg. Finger (natl.) tritt für die Sperrung der französischen and belgischen Grenze ein.
Abg. Ulrich (Soz.): Bon dort sei infolge der angewandten kckiutzn'aßregeln noch nie die Seuche eingeschleppt worden. DaS Ges-y enthalte noch eine ganze Reihe von Bestimmungen, die zu Sonderbarkeiten führten.
Geh. Obermedizinalrat Dr. Lorenz teilt mit, daß die Regierung sich bereits an den Reichskanzler gewandt habe. Tie wandern'n Scyasherden würden alle drei Tage untersucht. In Frankri^ .bestehe Seuche zurzeit nicht»
ES sprechen noch die Abgg. Ioutz (wild) und te teil (Bd.), worauf der Gegenstand verlassen wird.
Es folgt dir Beratung der Regierungsvorlage den Gesetzentwurf die Stadteorduung betreffend. Das Wort zur Generaldebatte erhalt zunächst
Minister des Innern v. Hombergk: Die Vorlage bo- schäftige schon seit langem das Ministerium. Auch an der Kreis- und Provinzialordnung müßten diejenigen Aenderungcn vorge- nammen werden, die nötig sind, um die Vorschriften mit den anderen Gesetzen in Uebereinstimmung zu bringen. Eine entsprechende Novelle sei bereits entstanden. Wichtig sei die Neuregelung des Polizeiwesens, besonders in einigen Städten. Hauptsächlich ui Ofsenbach befriedige die Polizriortmung nicht, man müfse <ruch dort immer mehr auf eine Verstaatlichung der Polizei drängen. (Sehr rid)tig!) Man müsse noch möglichst auf dem gegenwärtigen Landtag eine Verständigung zwischen den einzelnen ©tobten zu erzielen suchen. Dem Verzichte des Hauses auf die Schaffung besonderer Stadtkreise habe sich die Regierung an- geschlossen. Der Redner geht sodann in einigen Punkten aus den Inhalt der Städteordnung ein. Diese solle nur in solchen Städten obligatorisch eingesührt werden, die nach dem Ergebnis der letzten 23ollszählung einschließlich des Militärs eine Bevölkerung von 15 000 Seelen haben. Die neuen Wahlvorschristen schlössen sich an daS Rrichstagswahlrecht an. Das Wahlrecht der Haussöhne, d. h. solchen Personen, die ohne Steuer zu zahlen, im väterlichen Hause wohnen, sei neu eingeführt. Die Frage des Verlustes des Wahlrechtes sei besser geregelt. Noch andere wichtige Neuerungen trägt Redner vor, die aus früheren Zeitungsartikeln als bekannt angenommen werden dürften, desgl. mehrere Vorschriften für die verschiedenen Beamtenkategorien und die Disziplinarstrasgesetze für die Beamten. Der Entwurf befchästige sich ferner mit den gewerblichen Unternehmungen der Gemeinden und der Abgaben derselben. Der Redner erkennt an, daß eine ganze Reihe von Gcsetzesvorschristen durch die Vorschläge des Ausfchusses verbessert worden sind. Er dankt letzterem für die geleistete Arbeit unb erhofft ein glückliches Ergebnis berselben.
Abg. Dr. Glässing (Hosp. d. Natl.): Obgleich die Vorarbeiten zu dem Gesetze erst im Juni begonnen wurden, könne man doch schon heute bank ber Mitarbeit bet Kollegen an bie Beratung der Materie gehen. Der Redner bespricht sodann eingehend den Inhalt der neuen Ordnung. Die Ausscheidung der Städte aus dem Kreisverband sei abermals erwogen worden, jedoch mit negativem Ergebnis. Die Frage sei noch nicht spruchreif und führe eine Belastung der Städte herbei. Die gegenwärtige Bürgerrneisterverfassung habe sich in Hessen bewährt. Der Redner geht sodann auf die verschiedenen Sonderbestimmungen ein. Der Redner mochte sich sodann eine 'kritische Bemerkung erlauben gegen das Finanzministerium. Als Vertreter der Selbstverwaltung müsse er einige Worte über die Selbstverwaltung sagen, wozu er umsomehr veranlaßt sei, als die laienhafte Beurteilung die Tätigkeit einer Kommune nach dem Steuerzuschlag bemißt und leider auch bei Beratung des Gesetzentwurfes über die Gemeindeumlagen vom Juni d. I. vom Regierungstische aus ein Wort in finanzieller Hinsicht an die Vertreter der Selbstver- verwaltung gerichtet wurde. Es wurde gesagt, daß wir in 20 Jahren nicht nach dem Süden zu gehen brauchen, um bankrotte Städte und bankrotte Steuerzahler zu finden. Der Redner geht noch des weiteren auf diesen Punkt ein. Die Schulden der hessischen Städte beruhten auf der Aufhebung des Oktrois, den aroßcn Bauten, aber nicht auf der Fürsorge für die Beamten. In Preußen liegen die Verhältnisse noch schlimmer. Man habe die ZZorschriften im vorliegenden Gesetz möglichst beschränkt, was gewiß richtig sei. Die Stadt Gießen habe nachttäglich eine Eingabe gemad)t, die aber mehr guantttativ als qualitativ sei. Die Behandlung der Kommunalbehörde durch die Regierung sei in Hessen besser als in Preußen. Der Redner hofft auf die glückliche Verabschiedung des Gesetzes.
Abg. Ulrich (Soz.) bedauert, daß die beiden Vorredner ihre Reden verlesen haben und verwahrt sich dagegen, daß Abg. Dr. Glässing namens des Ausschusses der Regierung ein Lob ausgesprochen habe. Das sei ein Schönheitsfehler des Herren Selbstverwaltungsvertreters von Darmstadt g.we'en. Abg. Dr. Gläsiing schlafe, sonst würde er nicht mit einem solchen.Dithyrambus aus die Regierung geschlossen haben. Dieses Lob sei als ein persönliches aufzusassen. Der Redner spricht srimnn in längerer Rede zu der Nichtbestätiguna soziakdemokratifcher Bürgermeister usw., die eine Verhöhnung des Wahlrechts und der Wähler sei. Auch in der .Magisttatsverfassung werde in der gleichen Weise verfahren. Diese sei nichts anderes als die Uebertragung der land- ständischen Verfassung auf das Gemeindeverfassungsleben. Jede Stadtgemrinde solle sich vor der Einführung der Magisttatsversas- fung hüten. Ein mäßiger Fortschritt sei es, daß der zwei- fährige UnterstützungSwohnsitz fallen gelassen wurde. Das Wahlrecht der Haussöhne komme nur den Besitzenden zugute und sei im Hinblick auf die Arbeiter eine Verschlechterung. Wenn die Regierung die Polizei in Offenbach verstaatlichen wolle, solle sie auch der Gemeinde die Kosten abnchmen. Seine Partei werde zu dieser Verstaatlichung keinen Z-inger krumm machen. Es sei boshafte Paneipolitik, die Schickd daran, daß gelegentlich einer Versammlung vor 10 Uhr ein Zug veranstaltet wurde, bei dem ungehörige Rufe laut wurden, der Gemeindepolizei zuzu- schreiben. Dies könne auch die staatliche Polizei nicht hindern. Die Vorlage sei nach dem Spruche gemacht: Immer langsam voran, damit der Landsturm nachkommen kann. Das Haus könne sie annehmcn.
Die Beratung wird darauf um V22 Uhr abgebrochen.
Nächste Sitzung morgen früh 9 Uhr. ____________________
Sitzung Ser Stadtverordneten.
Gießen, 8. Detz.
Anwesend: Oberbürgermeister Mecum; Beigeordneter Keller: bie Stadlvv. Dr. Ebel, Eichenauer, Emmelius, Grünewald, Habe- nicht, Helfrich, Helm, Hul>u, Jann, Jughardt, Krumm, Leib, Löber, Loos, Orbig, Petri, Plank, Dr. Sck>äfer, Schaffstaedt, Simon, Troß, Wallenfels, Dr. Wimmenauer, Winn.
Mittcilungkn.
Stadtv. Dr. Ebel gibt eine Erklärung ab, daß er im Frühjahr einen Antrag aus Abänderung des Stadtwappens gestellt Hobe. Auf Slnirag der Finanzdeputation fei dieser Vorschlag in Form eines Komprvm isses an das Plenum der Stadtverordneten gelangt, das ihm nach längerer Besprechung an den Vorfchlagsausschuß ver- wiesen hätte. Dort liege er heute noch begraben. Jetzt sei rin Modell deö alten Stadttva^peus im Museum aufgestellt worden, das angeblich für das alte Scl^loß bestimmt sei. Er bebaute, baß man ihm hiervon nichts gesagt habe, darin liege eine Mißachtung seiner Person. Er protestiere hiergegen und ziehe nunmehr seinen Antrag auf Aenderung des Wappens zurück, bel)alte sich aber vor, außerhalb der Versammlung gegen die Anbringung des Wappens am Schloß Stellung zu nehmen.
Der Vorsitzende erwidert, in der Versammlung habe sich Widerspruch gegen das neu voraesch^agene Wappen (jeltaib gemacht, worauf er die Verweisung an oie Borscküaaskommission beantragt habe. Diese habe, da sie überhaupt sehr selten zu summen komme, bis jetzt nicht getagt, aber näMer Zeit zuscunmen- lommen.
Stadtv. Dr. Ebel entgegnet, der Widerspruch gegen srinat 23orschlag im Plenum ändere nichts daran, daß der Vorsitzende den Antrag der Finanzdeputation nickst mitgetellt Hube.
, Nach längerer Aussprache, an der außer dem Vorsitzen den die Stadtv. Dr. Ebel, Emmelius, Grünewald und Winn teilnehmen, wird der Gegenstand verlassen, nachdem festgestellt worden ist, daß der Oberbürgermeister das im MufeuiN ausgestellte Modell nicht bestellt hat und es nicht ohne bid Zustimmung der Versammlung in Bestellung gegeben werden kaust,
Baugesuche.
Ein Baugesuch von Peter Kron en berg für die Lonystraßd hat bie Versammlung schon einigemal beschäftigt. Der Bauausschuß beantragt abermals Ablelstrung, ba das fragliche zwischen Goethesttaße unb Bismarckstraße liegende Stück der Lonpstraßo noch nicht zum Bauen eröffnet sei.
Der Vorsitzende teilt mit, daß er die anderen in Frag« kommenden Grundbesitzer schon im Frühjahr 1909 vergeblich zur Abttetuna des Straßengelänbes zu bewegen gesucht habe. 2luch die Durchführung der Kanalisation durch ihre Grundstücke hättest sie nicht gestattet.
Stadtv. Grünewald ist der Meinung, daß die Straße endlich einmal eröffnet werden muß. Wenn die übrigen Grundbesitzer die Durchführung der Kanalisation nicht gestatten wollten, müsse man sie enteignen. Er sehe feinen Grund ein, das Baugesuch Kronenbergs abzulehnen, zumal man das Bauen möglichst förderst müsse.
Der Vorsitzende hat die Hoffnung, daß man and) oh« die Enteignung zum Ziel kommen werde.
Die Stadtvv. 23 i n n, Wallenfels, Huhn und L ö b eil sind für Zurückverweisung an den Baumrsschuß und es wird dem- entspreckiend beschlossen.
Stadtv. Grünewald bespricht di« auf dem an ber Goethe* straße befindlichen Lagerplatz herrschende Ihrrriniidjteit, die nach Aussage von Aerzten auch in sanitärer Beziehung zu 23cdenkest Anlaß gebe.
Stadtv. Helm bestätigt, daß die Mißstände auf dem Lagerplatz für die Nachbarfthaft recht lästig seien. Es müsse entschiede» etwas zu ihrer 23eseiligung geschcl-en.
Der Vorsitzende sagt Abhilfe xu.
Schäfer und Lindenstruth wollen bei ihrem Neubast in der Lohnstraße das obere Stockwerk in Holzfac^verk mit Schieferbekleidung aus führen, womit die Versammlung einverstanden ist.
Stadtv. Loder bittet um bessere Herstellung des FußwegeA an der Lahnstraße.
Nach Mitteilung deS Vorsitzenden wird die Straße aufgefüM,
Die Firma Gail will bei üyrer Fabrikanlage Eidkaulev* weg 40, außerhalb des Bebauungsplans, weitere Oefen und Lagev- hallen errichten. Man befürwortet den erforderticheti DispenS^
Bäckermeister Hermann Flick hat nach seinem Anbau in ferner Hofreite Bismarckstraße 6 nicht mehr den vorfchriftsTnäßigen Hofraum und der Hof ist nicht vorsckiriftsmäßig zugänglich. Ded DauauSschuß beantragt Ablehnung des wiederholt gestellten Go- suches auf Belassung des gegenwärtigen Zustandes.
Die Stadtvv. Petri, Löber, Helm und Huhn sprechen sich für Genehmigung des Gesuches aus, da mit dem Anbau bar bestehende Zustand verbessert worden sei. Der Vorsitzende- Beig. Keller und Stadtv. Wallenfels sprechen für deu Antrag dees BauaussdZusses. Auf Tlntrag des Stadtv. Emmelius wird die Sache an den Ausschuß zurückverwiesen.
DaS Gamdstück Kepler st raße 4 0, auf dem ein Doppelwohnhaus steht, soll geteilt werden. Der östlich gelegene Hofrauist bat nicht ganz die vorgeschriebene Grüße. Man befürwortet die Befreiung von der Vorschrift.
Ein Gesuch des Brauereibesitzers Jhring-Lich wegen ba! Einfriedigung des Grundstücks Licher Straße 59 wird genehmigte
Auch dem Gesuch des Gustav Kreuder um Verlängerung dec Frist zur Beseitigung eines Hinterhauses drarstadt 14, wird bis zum 1. Oktober 1911 entsprochen.
Ein Baugesuch von Gerbermaster Wikh P l a u k, der ast seinem Wohn- unb Gesck>ästshaus-Rcubau am Ticsenweg rinnt Erker anbringen will, wird unter der Bedingung entsprochen, daß die Ausladung des Erkers nicht mehr als 40 Zentimeter brttagest darf.
Uhrmacher Schwab will an seinem Laden in der Blockstraße eine Uhr anbringen, die Über 1 Meter in die Straße vox- springt. Man stimmt dem zu.
Städtische Straßeu und GnindstückSaugelegeuheiten.
Die Pläne über die Baufluchtlinien Ecke derCredndv« undGlaubreck)tstraße, die bereits früher genehmigt wurden- Hegen nunmchr in ihrer endgültigen Gestaltung vor. Die 23er- sammlung hat nick)ts daran zu beanstanden.
Zum Bebauungsplan für die Große Mühlgasfy hat das Ministerium einige Abänderungen empfohlen. Uiq die mit vieler Mühe zustande gekommene Einigung mit ben beteiligten Anliegern nickst zu gefährden, beschließt die 23erfamm- lung, auf ihrem früheren Beschluß zu beharren.
Tie Ortsbausatzung zum 23ebauungsplan zwischen Land« mannsttaße und LärchenwällÄ>en ist vom Ministerium genehmigt worden. Auf Wunsch des Ministeriums wird in § 3 zugefügt- daß auch Remisen für Kraftfahrzeuge dort errichtet werden dürfen.
Bei der beabsichtigten Fußwegunterführung unter derOberhessischen Bahn anrifcben Stephan- und Ebelsttaße wünscht die Eisenbahnverwaltung eine Verstärkung ber Konstruktion. Die Versammlung ist damit einverstanden und bcwilligtl zu den bereits vorgesehenen 12 000 Mark Baukosten weiters 1000 Mark.
Am „Scheppen E d" wird ein Stückchen Straßenland ent die Firma Winn u. Co. für jährlich 5 Mark verpackstet.
Im laufenden Jahr wurden für 250000 Mark Straßen neu befestigt. Da man nunmehr aus dem gröbsten heraus ist, will man in Zukunft etwas langsamer vorgel-en. Es sollen hergestellt werden Dammstraße, Ludwigsttaße, Nord-Anlage, West- Anlage und Goethesttaße, nwfür 105 000 Mark erforderlich finb< Die West-Anlage soll in der Weise umgestaltet werden, daß die Sttaße auf die HLuserfrite verlegt wird. Ter Bürgersteigl an den Häusern wird 3 Meter breit, bann kommt eine 7^ Meter breite Fahrbahn und dann wieder rin Bürgersteig. Eine Baumreihe bleibt erhallen.
Stadw. Schaffstaedt bemängelt die Plattenpslastemng irr der Dollen- und ber Kalharinengasse, bei ber ber Zement adspnnge. Die Kaplansgasse sei besser.
Stabtv. Huhn regt an, in der Lubwigftraße an die Legung vton Schienen für eine elektrische Bahn zu denken.
Der Vorsitzende hält eine solche Linie auf absehbar^ Zeit für ausgeschlossen.
Stadtv. Winn meint, in der Kaplansgasse seien Platten zweüer Sorte verwendet worden. Er wünscht, man solle die West-Anlage nock) einmal zurüctstcllen und dafür den Seltersweg herstellen.
Der Vorsitzende meint, man habe den Scltersweg erst vor zwei Jahren umgepflastert, er sei nicht so schlecht. Die West-Anlage sei im vorigen Jahr für dieses Jahr zurückgestrilt' rvotben.
Stadw. Wallenfels hält die Herstellung der Wvst--Ansaru Ar dringend wünschenswert: man solle aber die jetzige Einrichtung zunächst lassen. Später werde man wohl einmal eümj


