Montag IS. August L»1V
160. Jahrgang
Zweites Blatt
Ar. 1S9
Le Wer Anzeiger
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
General-Anzeiger für Gberheffen
Rotationsdruck und Verlag der Drühl'fchen UnwersüätS - Buch- und bteindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Die „Gießener Zamtliendlätter" werden dem ^Anzeiger' viermal wöchentlich deigelegt, das „Krctsblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Feit' fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^5L Redaktion:«^ US-Tel.-Adr^-AnzeigerD»eßen.
Köhler.
1.
Ich meine, die Großh. Regierung iuürde sich, begleitet von dem Beifall der g e s a m t e n gesitteten Welt, einen wahrhaften Ruhm erwerben, wenn sie als die erste unter den Regierungen unseres Bundesstaates energisch mit gesetzlichen Bestimmungen dem Parvenütum im AMomobiliSniuS entgegen- treten und im Bundesrat auf reichsgesehlicl-e uub int meiteiai ans internationale Regelung drängen würde.
Für das Groftherzogtum Hessen besonders zu empfehlen wäre die Neuregelung der Be st im mung en deS revidierten Polizei st rafgosetzbnchs vom 10. Oktober 18 7 1, die unter Titel XX Ziffer 7 „Borkehrnngen gegen Beschädigungen durch Fuhrwerke und Zugtiere" enthalten sind (siehe lRehsche Gefctzsammlung, Baud 1 S. 528). Ich nehme an, das; die. (Mrofei). Regierung bei Neufassung dieser Artikel sich zuvor den Rat nicht allein der Herren Automobilisten einholen, sondern vor allen Dingen in offizieller Weise die Leute des praktischen Fahrdienstes auf den Strasten (von Fracht-Fuhrleuten, Kutschern, Straftenwärtern» und der Handwerks- und Landwirtschaslskammer hören sollte. — In eine Einzelheit eingehend, möchte ich- schon jeht bemerken, daß die wirklichen Fuhrleute und Kenner des I Fuhrwerrsbetrrebs es als einen schweren Uebelstand beklagen,
AutomobilverkchrS anzuregen. Langsdorf, 13. Aug. 1910.
Staaten, deren Banken und Gesellschaften bisher schon an den mannigfachen Unternehmungen in der Türkei beteiligt find.
Wie beurteilen Exzellenz die kretische Frager" — Ein leichtes Achfelzucken, eine kurze Ueberlegung, dann erklärte Dschavid Bep, daft besondere Erergm,fr- fürs erste wohl kaum zu erwarten seien, wenn die Kreter- sich ruhig und verständig verhalten würden. Vorläufig bleibe eS bei dem Statusauo, bis die Zeit der endgültigen Regelung gcEonrmen sn. Falls Weniseios ein Mandat für die griechische Nationalversammlung annehme, müsse er ferne Stellung in Kreta ouf- geben, denn es sei nicht angängig, daft er dann im ottomauischen Staatsverbande bleibe.
2 im Art. 263: Den Fuhrleuten, namentlich auch den Postilons, ist das Jagen mit angespannten Pferden innerhalb der Orte untersagt. Benn Zusammentreffen mit anderen Zugtieren und Fuhrwerken, wie bei dem Wenden um die Straßenecken— — darf nicht schneller als in kurzem Trabe oder Schritte gefahren werden.
3 im Art. 264: In engen Ortsstraftcn, desgleichen heim Bergabfahren, auf steilen Ortsstraften, sowie beim Em und AuSsahren in oder aus Höfen oder Häusern an Orten, wo die Passage durch den Zusaimnenfluft von Mm scheu verengt wird, darf niemand anders als im Schritt fahren oder reiten
Angesichts des Umstandes, daft, wenn ein Anttmiobck selbst mif offener Landstraße in schnell-ugart igern Tern-po daher saust, der Chauffeur allein schon hierdurch hat Anforderungen deö Artikels 262 „seine Maschine gehörig zu leiten" nicht genügen kann.
2. Angesichts des Umstandes, daft Mutomvbill mir m den seltensten Fällen den Anforderungen der Artikel 263 und 264 entspreche, . m . ..
frage ich, ist die Grvfth. Regierung geneigt, die Pvlrz^orgMiS anzuweisen, auf Grund der Bestimmungen der- Artikel 262, 363 und 264 des revidierten Polizeistrafgesetzbuchs vom 10. Ott. 1871 auch den Automobilv erkehr z ii überwachen?
Ferner sendet uns der Wg. Köhler den Wortlaut einer An frage in der Zweiten Kannner, die Anwendung der Bestimmungen des revidierten Polizeistrafgesetzbuches vom 10. Oktober 1871 auf den Betrieb der Automobile betreffend.
Das revidierte Polizeistrafgesetzbuch vom 10. Oktober 1871 bestimmt: .
1 im Art. 262: Jeder Fuhrmann, d. h. ieder Leiter cuics ' Fuhrwerks, muft sich bei dem Gebrauch desselben so verhalten, daft er seine Pferde oder sonstigen Zugtiere icbmctt in seiner Gewalt hat unb immer imstande ist, |ic gehörig
Finanzminister. ।
Der Geist des Jungtürkentums und der neuen Türkei, der das alte ottomanischc Staatswesen mit frischem Leben durchfluten läßt, verkörpert sich in den Mannern, deren Tatkraft vor bem1 schier im ausführbar en Werke nicht zurück schreckt, das Reich und Volk Osmans zu einem modernen! Staat und einer einheitlichen Nation nmzuformen. Su diesen Männern der neuen Aera gehört Ds ch a v i d D e p, der jüngste Staatsmann der Türkei, dem man das nicht nur im Orient schwierige Amt des Finanzministers an- vertraut hat. Seit einigen Tagen weilt der Minister in Berlin, nachdem es ihm bekanntlich in Paris gelungen ist, unabhängig von der das türkische Finanzwesen beherrschenden Ottomanbank eine Anleihe unter verhältnrs- nräßig günstigen Bedingungen unterznbringen. Der Aufenthalt Dschavid BehS in der Reichshauptstadt hatte vor allem den Zweck, die führenden Persönlichkeiten der Finanzwelt kennen zu lernen und ihnen naher- zutreten. Der Minister empfing anch den Ehesredakteur der „National'-Zeitung", Dr. Doerk'cö, zu einer längeren Unterredung, der darüber schreibt:
gefahrdrohender. Man nimmt an, das; eine durchgreifende Ein dämmung der Auswüchse des AutornobilisrnuS nur darum bis jetzt nicht vorgeuommen worden ist, weil die sog. „Oberen Zehntausend" eine solche nicht „gerne sehen" würden. Ich möchte diese .-Anschauung nicht zu der meinigen machen und nur glauben, daft es einzig und allein die Neuheit der Materie seither gewesen ist, die die Regierungen eine rasche und durchgreifende Aenderung der gesetzlichen Bestimmungen inbezug auf den Betrieb von Automobilen auf Landstraßen usw. vorzunehmen versäumen lieft. Wohl sind einige gesetzliche Bestimmungen, auch seitens des Reiches, erlassen, doch genügen sie nicht, den wirklichen Unholden deS AutomobiliSmus bis auf die Haut zu kommen und dem Auto- rnobilisrnus selber die gehörigen Zügel anzulegen.
daft das Polizeistrafgesetzbuch,in einseitig schablonenhastec Weue. die Bestimmung von „Rechts ausweiä eu" auch dann aiuvcnbt’i, wenn ein Fuhrwerk ein anderes überholen will. ES wäre zu empfehlen, in l a n des g e s e tz l i ch e r , rclchsge;etz- sicher und internationaler Regelung zu besinn men, baft, wenn ein Fahrzeug auf der Strafte ein anderes überholen will, unter vorausgegangenem Signalabgeben das nur in der -veffe ui geschehen hätte, daft das überholende. Fahrzeug au de in zu überholenden nach rcdits ausweichend vorubermbrl Das gerade umgekehrte und vernunftwidrige, also bat; b a s z u überholende rechts tveicht, und das, welches überholen will, links lenkt und dadurch der auf derlinken ® eite der Zugtiere gehende Fuhrmann in bi e hoch ue Lebensgefahr gebracht wird, ist heute Borschrifl. Mock» ton diese unsinnigen bald vernünftigen Bestimmungen Platz machen.
Ich beantrage: w .
Die 2. Kammer wolle beschließen, Grofth. Regierung zu ersuchen, in Anbetracht der überhaudnehmenden Gefährdung des öffentlichen Verkehrs und der allgemeinen Sulferheit auf den Straften alsbald den Landständen
1 •einen Gesetzentwurf zugehen zu lassen, in dem eine zeitgemäße Abänderung des revidierten Polizeistrasgetelchucbs Titel XX Ziffer 7 „Verkehrungen gegen Beschädigungen durch Fuhrwerke und Zugtiere", besonders in Hinsicht auf den Automobilbetrieb vorgesel>en ist: -
2 . im BundeSrat eine durchgreifende r e i ch S g e s e tzl i ch e unb im weiteren auch internationale Regelung des
Um bie großen kulturellen Aufgaben durchführen zn können, bedürfe das ottomanische Reich der Ruhe unb des FriedeiiS. Die Regierung werde daher mit aller Macht bte Ordnung tm Innern aufrecht er halt en unb weder in Albanien oder m Mazedonien, noch sonstwo die geringste Anflehmmg dulden. Das Vorgehen der türkischen Regierung bei der En t waffn u ng der mazedonischen Bevölkerung vollziehe tut) durchaus auf gesetzlichem Boden. Die Muselmanen und Serben hätten die Massen ebenso aut abliefern müssen wie die Griechen und ..... .Bulgaren: die Regierung lasse sich weder durch Geschrei noch
aumahlich zu befreien, I Drohungen in Griechenland und in Bulgarien dazu bestimmen, Paris für Uebernabme bie Pazifizierung Mazedoniens anders durchzuführeu, als wie
Aus und Lnn-.
Gießen, 15. August 1910.
•• Audienzen. Der Groftherzog empfing am SamStag u. a. den Oberstabsarzt z. D. Tr. Schade, Chefarzt des Militär-KurhauseS in Bad-Nanheim, den Me- bizinalrat Profesfor Dr. Groebel von Bad-Nauheim unb den Kammerjunker und Kammerrat Frhrn. Lö iv von und zu Steinfurth von Lich.
** Zur Truppen sch au in Mainz. Me Vor^ her ei hingen zum Besuch des Kaisers sind erledigt unb mit ber Ausschmückung ber Straßen und Plätze, die. beim Eüizug in bie Stabt berührt werben, wurde begonnen. Der Platz vor dem Großherzvglichen Eckstösse wird in ein Wahres Blnmenbeet verwandelt und neue prachtvolle Ausschmückung bekommen, desgleichen wird die Große Bleiche mit Wimpeln, Fahnen und Blnmengehüngen geschmückt unb ber Alieeplatz erhält wie alljährlich reichen Blumenschmnck, aus dessen Mitten sich hohe Fahnenmasten erheben. Ebenso werden alle Kasernen und militärischen Gebäude an denen der Kaiser vorbeireitet, geziert. Oesfentliche Gebäude unb Festungswerke haben Flaggenschmnck anznlegen. Vom Montag ab haben Unterosfiziere und Mannschaften Ordonnmiz.- anzuq guter Garnitur zu tragen. '-Beim Eintreffen des Kaisers im Eckstösse wird ihn Oberbürgermeister Dr. Gtoheb mann namens der Stadt begrüßen. — Die Vorparade findet jetzt doch, wie zuerst beabsichtigt, am Montag statt; es darf außer zum Parademurfch und zur Probespalierbilduug kern Spiel gerührt werden, auch die Mholung der Fahnen geht ohne Musik vor sich.
" Das Ende der Hegzeit für Feldhühner und Wachteln ist von dem Großh. Ministciinm^deS Innern auf Grund deS § 3 der Verordnung vom 2. September 1893 mit Rücksicht' auf den Stand der Ernte und der Weinberge für die Provinzen Starkenburg, Rheinhessen unb Oberhessen mit Ausnahme der Kreise Al Ssclb, Lauter - bach unb Sch otten auf den 21. August l. IS. festgesetzt. Für die Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten behält es bei der allgemeinen Bestimmung, wonach die Hegzeit der genannten Wilbarten am 31. Aizgust endigt, fein Bewenden.
•• Postpaketverkehr nach Chile. Nachdem die Briefsenbungen nach Chile feit Vollendung der tranSanbinischen Eisenbahn BuenoS-AircS—Valparaiso das ganze Jahr hindurch auf diesem Wege befördert werden, ist im Publikum vielfach die Meinung verbreitet, daß auch die Postpakete nach Chile stets denselben Weg nehmen könnten. Vorläufig hat indessen die argentinische Postverwaltung den Anbemvcg für bi» Zeit deS sübamcrikanischen WintcrS (April bis November) zur Beförderung von Postpaketen noch liicht freigegeben; diese müssen daher einstweilen noch burd) die Magellanstrafte befördert werden. Von der ReichS-Postverwaltung ist indeß so-
konnten. , . .
Trotzdem hat Dschavid Bey, der sich vor crnmer Zeit aus die Reise begab, um seine Anleihe an ben Mann zu bringen, in London verschlossene Türen gcfunben. Der Grunb dafür lag wohl in ber Hauptsache barin, baß ber türkische Finanzminister auch die unter der Leitung beS Engländers Sir Ernest Cassel stehende Ottomanbank umgehen will, weil diese neben der Garantie durch, bre Dette publique für sich noch bas Morwpol des alleinigen Schatzmeisters der Türkei verlangte. Mich in P aris waren Dsck>avid Bey die Türen der ber Ottomanbank nah-estehen- ben Bankgruppe verschlossen. Man wußte auch dort zur Genüge, baß ber türkische Finanzminister alles baransetzt, bie Türkei sowohl von ber Dette publique als auch von bem Einfluß ber Ottomanbank allmählich zu befreien, und scheint ihm beshakb in P-rik - v. .
ber Anleihe nicht nur die gleichen Bemngun^ ste cs für richtig Mb Pen Interessen bes türkischen Staatas gen gestellt zu haben wie in Lonbon, sonbern hat dienlich halte.
auch aleich-zeitiq verlangt, baßOie Türkei ber französischen Von Berlin aus wird sich Dschavid Bep vielleicht MvMag Industrie Aufträae ^iweisen solle. Da nun aber die Otto- ober Dienstag voraussichtlich nach Marlenbad begeben, wo er manbank nur bei'gleichen Bedingungen ein Vorrecht auf alle mit bem Großwefir Hakki^Pascha ^uiammeutreffen wirb. Von finSaSt (Cpcratwlien des türkischen Staates hat, so I dm-t nebt bie flicue über eniomf. nach konnte Dschavib Ben die Verhandlungen mit ber Oltoman- Ilniraa hoc Köhler über den
bankgruppe in Paris um so eher abbrechen, als ihm eine EM Allttag OCS laiiOTugSuDg. noqier uoer
unter Führung bes Crebit mobilier stehenbe Bankgruppe AUt0M0vl!veNeyr.
günstigere Bebingungen eröffnete. Arul?^ Die Erörterung über Auswüchse im Automobilverkehr, hat nun 40 Millionen Mark ber türkischen Anleihe zahlreichen'hessischen Müttern aufgegriffen, kritisiert zu einem Emissionslurs von 88Vi Prozent unb einem otn^ alossiert worden ist, hat neben bem Strafantrag gegen
fuß von 4 Prozent übernommen, ohne eine Garantie ourcy n 0 ^in positives Ergebnis gezeitigt, nämlichj
bie Dette publique ober gar eine Beschäftigung ber fran- . ^nben
zösischen Jnbustrie burch türkische ^taatsausträge zu Der5' Lj[ r n g b c 5 91 b g. Köhler, die Ausbehnungunb '°"S.««M«WM*• ?'■«»«:
Hanb wäscht bie anbere es bisher ubllch war, baß bei 3 i v - t 0 m o b i l e n betreffenb:
Danw°ar'^ bie Jndusttie Der Auwmobilvlrtchr, besonders aber wo cr als ShmHöcrMr
ÄÄÄ man^crin Uber « Mc Verletzung dieser an sich sehr löblichen Gewohnheit|^an nimnlt an, cint. bl ■ burch Dschavib Bey so entrüstet ist, baß man sogar m Erwägung zieht, bie Pariser Börse für bie neue türkische Anleihe zu sperren, wirb nur bann verstänblich, wenn man berücksichtigt, baß Dschavib Bey für seine Anleihe jetztinBerlin so offene H ä n b e gefunben hat, daß es wohl keinem Zweifel unterliegen kann, baß bie Übrigen 80 Millionen Mark auf bem beutschen Markt untergebracht werben.
Eine Unterredung mit dem in Berlin weilenden türkischen
MmIaJUa I Dschavib Bey ist ein noch sehr junger Mann, anfangs ber
DiC tÜnijÜJC 2!n!C!i)C. Dreißiger mit einem energischen, schmalen Gesicht, Tleincm eng-
Seit September vorigen JahrcS ist cs bekannt, daß lisch gcMtcu, Mnmr»cn Schnurrbart und sehr Iiofter, blantcr die Türkei den europäischen Geldmarkt, mit einer Anleihe Stirn, ItbWrn■ n'£“9S,4rin6C^fö13^iertenta^nm'r' unb l^ilt in Höhe von 120 Millionen Mark in Anspruch neljmcn luill. a‘ einfl- “ ’ Borlefmigcn an der in Konstantinopel bc- Das wäre nun an sich nichts mci-kwurdiges. vat doch die S)ic[|u(E. Die Rcichshaiwtstadt habe aas ihn, sagte
Türkei schon sehr oft ben Geldbeutel bes i!luslanbes für dschavid Bcv, einen glänzenden Eindruck gemacht, nachdem er ihre Anleihen benutzt, und zwar in einem Maße, baß ihre jc^t gesehen und auch die Umgebung, den reizenden
Schuldenlast sich im Jalire 1907 auf 2400 Millionen Mark Vannsee, besichtigt habe. Vor allem imponiere ihm die geradezu .einschließlich der russifchen Kriegsschuld im Betrage von ideale Reinlichkeit und Ordnung, der riesige Verkehr und das 439 Mllwnen) belief. Ja, noch mehr, bie Finanzwirtschast I lebhafte nächtliche Treiben, das keine andere Hauptstadt, and) des alten Regimes brachte es mit sich, baß sich die Türkei Paris nicht, aufzuweisen vermöge.
im Jahre 1881 bazn verstehen mußte, bie Verzinsung ihrer Besonders erfteut sprach steh der Minister über du Be^gming Staatsschuld dcr unter £"cibcr'^fl® i"? tat“'‘8u«eleÄt gehabt habe,'
Delle publique zu übertragen, derdafür die Ertragnyse (Dschavid) zur Zeit des vorübergehenden Aufenthaltes
gewisser Steuern, sowie bes bulgarischen und ostrumelischen I f^her7nGesanbten in Konstantinopel stets in Saloniki gc-- Tributs überantwortet würben. Somit würbe nun bie neue lpe|c„
türkische Anleihe kein besonberes Aufsehen erregen, wenn I ^ls überzeugter Jungtürke glaubt der Minister'mit freudigem nicht — und bas ist bas Charakteristische — der tüXTLfd)<e I ©Htimilmu« an den Enolq der Regeneration des osmanischen Finanzminister Dschavid Bey die Anleihe diesmal unter I fteidjc«- Der Geist der Verfassung und die konstitutionelle!:,. Umgehung ber Garantie der Dette publique, Grundsätze, meinte er, bringen immer tiefer in alle Schichten u"« Äent Hfluß st^nd^Ottomanvank zu- d« M.m^^am, mnncr ^ns^^^cS Lebe. .uwtwS staube bringen wollte. schritt bebeutet. Wir wollen das Land kultivieren und
Den Mut zu diesem Vornehmen gab ihm die Besse- erschlichen, um die Bevölkerung für die neuen Ausgaben r un g ber türkischen Finanzverhältnisse, wie sie unter bem reif zu machen. Vor allem müssen wir den Verkehr heben, indem jungtürkifchen Regime eingetreten ist. Haben es doch Spar- wir Straften bauen, viele Straften und auch Eismbahwcn, Ln Cit eine größere Ausnützung der bestehenden imb bie durch bie weite Provinzen einander genähert unb die Bewohner S,ü=6ung nTÄu neu dahin >^°cht daß das U^^M Mc Lagc^rictzt «crdem ch« Q M - türkische Gefamtbubget für 1910 nur ein Deftztt von 10 I Ansätze zur Besserung, als schlagendster
Millionen türkischen Pfund (bao smb etwa IbU Millionen H^is bient bie Tatsache, daft die Steuern weit williger gezahlt Mark) aufweist, trotz aller Resomien, bie man im ottomum- unb in größeren Beträgen eingehen, als es früher je ber Fall fchen Reiche jetzt eingeleitet hat. Davon aber gehen noch ^ar. Die Bevölkerung ist durchdrungen von den guten Vib- ctirn 60 Mllionen ab, bie burch Schatzbestäube (teilweise sichten ber Regierung unb bringt ihr volles Vertrauen entgegen, von Abbu'l Hamid ftammenb) gebecEt sind, oder bie man im Die Popularität des Sultans ist auftcrordcntlich groß.
Lauf bes Finanzjahres burch Mehreinkünste unb Erspar- „Der Ausbau ber Verkehrswege, wie ihn die Regierung beab- nisse zu decken hofft, so daß also nur ein Betrag von etwa sichtiat, bedingt aber bedeutende Summen, wie Eune ^zellenz 120 Mllionen aufzubringen ist, ber auf eine auswärtige als Finanzminister am ehesten wissen? erwu r
w''s«.«nkn.wN* EttÄÄJÄÄ"ÄS Kriegsschuld vorbehaltenen Einnahmen jetzt fretgetoorbenIallcn ^noern lommm, au» sind, weil Rußland auf bie Zahlung ber Kriegsfchuld zu gunften Bulgariens, besten Tribut an bie Pforte bannt ab gelöst würbe, verzichtet hat, so ist bie neue türkische Anleihe jebensalls so gut fundiert, baß bie Gläubiger auf bie Mitwirkung ber Dette publique recht wohl verzichten


