eilt falsches Vs Markstück angehalten itnirbe, bc5 sich nur durch sein schwarzes Aussehen und dumpfen Klang von den echten V2 Markstücken unterscheidet. Die Prägung Dieser falschen V2 Markstücke ist von den echten nicht ver- schieden. Falsches Geld läßt sich am sichersten dadurch feststellen, wenn es sich durch starken Druck mit Daumen und Zeigefinger auf der Tischplatte biegt.
Der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche ist gemeldet anS: Marschw itz, Kreis Ohlau, Regierungsbezirk Breslau; Kunzendorf, Kr. OelS, Regierungsbezirk BreSlau; KlaraShöh, Kreis Wirsitz, Regierungsbezirk Brom, berg; Emersleben, Kreis Halberstadt, Regierungsbezirk Magdeburg; ReichhartSwerben, Kreis Weißenfels, Re- gierungsbezirk Merseburg, bei Händlervieh; Großgroeben, KreiS Osterode, Regierungsbezirk Allenstein; den Viehhöfen zu Breslau und Zwickau.
k. Garbenteich, 12 Oft. Bei der heutigen G nreinderatswahl wurden die seitherigen Mitglieder Landwirt Heinrich Wallbott XI. und Zrgarrenarbeiter Heinrich Ruhl I wiedergewählt. Neugewählt wurde Weißbindermeister Adolf Decker mit 57 Stimmen. Bon den seitherigen Gemeinderatsmitgliedern hatte einer abgelehnt. Von 169 Wahlberechtigten hatten 145 Wähler ihr Wahlrecht ausgeübt.
A Bersrod, 12. Okt. Fast 2000 Mk. für Obst hat unsere kleine Gemeinde eingenommen. Während bte Aepfel sehr billig waren — der Zentner kam etwa auf 2—4 Mk. — kostete ein Zentner Zwetschen 6 Mk.
△ Grünberg, 13. Okt. (Tel.) Auf dem Wart- hos, der dem Freiherr von Oettinger in Darmstadt gehört und an Herrn Fritz Löhrmann verpachtet ist, brach teilte um Mitternacht Großfeuer aus. Das Feuer entstand in der großen Scheuer und fand in den darin lagernden großen Fruchtvorräten reiche Nahrung. Die Scheuer und der Pferdestall sind völlig vernichtet, doch wurden die Pferde sämtlich gerettet. Der eifrigen Arbeit der Feuerwehr gelang es, das Wohnhaus und die übrigen Gebäude zu retten. Noch jetzt, gegen 12 lUjr mittags, ist das Feuer nicht abgelöscht, jedoch ist jede Gefahr beseitigt. Vermutlich liegt Brandstiftung vor.
(?) Butzbach, 13. Okt. Der Einspruch, den der Kaufmann und Landtags-abg. Joutz gegen die Nichtbestätigung seiner Wahl zum Bürgermeister erhob, ist nunmehr auch vom Ministerium als unbegründet zurückge- wiesen worden. Damit ist die Sache endgültig entschieden und Butzbach steht vor einer neuen Bürgermeisterwahl. Es machen sich in der Bürgerschaft Stimmen geltend, in ähnlicher Weise wie dies in Alsfeld geschah, von der gesetzlichen Möglichkeit der Anstellung eines Berufsbürgermeisters Gebrauch zu machen.
[] Marburg, 12. Okt. Wie damals mitgeteilt, beschlossen die Stadtverordneten in der Sitzung vom 13. Juli eine neue Kanalisationsgebührenordnung, daß jetzt auch die Mieter direkt zu diesen Kosten herangezogeU werden und zwar bei Wohnungen mit 2 und bei Geschäftsräumen und öffentlichen Gebäuden mit 1 Prozent vom Mietoder Nutzungswert. Die Steuer beginnt bei einer Jahresmiete von 175 Mk. Der fragliche Beschluß wurde damals, obgleich er allseits bekannt war, nicht beanstandet und fand dann später auch die Genehmigung der Regierung. Erst letzt soll eine Bewegung in Gang gebracht werden, pie dahin geht, den Bezirksausschuß zu ersuchen, die Genehmigung zu dieser die Mieter belastenden Ordnung wieder zurückzuziehen. Der Ausfall dieser neuen Einnahme, die man auf 20 000 Mk. berechnet, müßte dann natürlich auf andere Weise gedeckt werden.
w. Frankfurt a. M., 12. Okt. Der Ka iser von Rußland und der Großherzog von Hessen trafen um 1 Uhr im Automobil von Friedberg, bezw. Darmstadt, hier ein und speisten im „Englischen Hof".
Eingesandt.
tFür Form und Inhalt aller unter dieser Rubrck stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Zur Stadtverordnetenwahl.
In der gestrigen Nummer des „Gießener Anzeiger" schließt ein Attikel „Zur Stadtverordnetenwahl" folgendermaßen: „Es ist bedauerlich, daß bei einer, im Grunde genommen, unpolitischen Angelegenheit, wie es die Stadtverordnetenwahlen find, eine Einigung der bürgerlichen Patteien nicht zustande gekommen ist." Es ist nicht meine Absicht, eine Preßfehde über diese Frage anzuregen. Ich kann aber diese Behauptung, da sie in dieser allgemeinen Form unrichtig ist und deshalb irreführend wirken könnte, doch nicht unwidersprochen hingehen lassen. In den verschiedenen seitherigen Versammlungen ist von der einen oder anderen Seite diese Behauptung auch in die Form gekleü>et worden: „Auf das Rathaus gehött keine Politik." Diese Ansicht ist insofern richtig, als weder eine freisinnige, noch national liberale, noch deutsch- oder christlich-soziale, kurz eine spezielle Parteipolitik? auf das Rathaus gehött. Es darf allerdings nicht verschwiegen werden, daß es bürgerliche Kreise gibt, die sogar in unseren! Laudorten ihre Patteipolitik bei Aufstellung der Kandidaten in den Vordergrund stellen, wie z. B. ein Artikel im Gieß. Alnz.
vor einigen Tagen beyigL der Gemernderatswahl in Taubringvn Leigt. Ich billige daS wicht. Die Politik wird also bei uns nicht von) den bürgerlichen Patteien und sonstigen Körperschaften in den kommunalen Wahlkampf und auf das Rathaus getragen, sondern von der Sozialdemokratie. Gegen ihre Politik muß sich daher das gesamte „Bürgertum" zusammenschließen, es muß also Politik gegenüber der Sozialdemokratie treiben, eine „bürgerliche", und zwar in zielbewußter, energischer Form. Der Hinweis auf Offenbach müßte schon genügen. Indessen zum Beweise dafür daß die Sozialdemokratie die Politik auf das Rathaus trägt, wenige Ausführungen sozialdemokratischer Veröffentlichungen:
1 „Vor allem aber dürfen wir 1 n der Gemeinde- arbeit die großen Grundgedanken unserer Partei nie vergessen. Wir müssen uns in der Gemeinde- vettretung und in deren Verhandlungen immer bewußt sein, daß wir Sozialdemokraten sind und die Pflicht haben, auch an dieser Stelle nach den Grundsätzen! undForderungen der Partei zu handeln." (Singer auf der Konferenz der sozialdemokratischen Stadtverordneten und Gemeindevertteter Groß-Berlins am 6. Mai 1906, Protokoll S. 60).
2. „Al s V 0 rp 0 sten der Arbeiterbewegung! müssen wir in den Gemeindeparlamenten tätig sein, es muß unsere Wirksamkeit erfüllt sein vom Geiste der Sozialdemokratie" (Nitzsche, Emil, „Gemeindepolitik und Sozialdemokratie", Dresden 1906, S. 340).
3. „So bedeutsam eine einzelne kommunalpolitische Frage für die Allgemeinheit fein kann, wichtiger i ft für uns die Geschlossenheit der Arbeiterbewegung, von derjede sozialdemokratischeGemeindever- tretungnureinTeili st." lNitzsche, ebenda S. 341).
4. „Die Sozialdemokratie wird unentwegt ihrem Ziel z u - streben, der Ausgestaltung der Gemeinde zu einer wuchtigen Waffe im Befreiungskämpfe des Proletariats." („Die Sozialdemokratie i.5. Gemeindevertretungen", Berlin 1907, Verlag Buchhandlung „Vorwärts", S. 16).
Diese Beweise genügen vorerst. Wenn weiter die Vertreter der Fortschrittlichen Volkspartei in der Montagsitzung nach dem Bericht im Gieß. Anz. ihre Stellungnahme bezügl. Zulassung der Sozialdemokratie Kur Vorbereitung und Durchführung der Stadtverordnetenwahlen damit begründet haben, „daß es nicht angängig sei, bei einer allgemeinen Einigung eine Partei unberuck- sichttgt zu lassen, die nach ihrer stärke auf sieben Sitze Anspruch habe", so sei doch kurz folgendes mitgeteilt. Vor wenigen Jahren gab eines der führenden Mtglieder der hiesigen sozialdemokratischen Organisation einem Mitglied der bürgerlichen Parteien auf den Vorhalt, daß die beiden sozialdemokrattschen Stadtverordneten ihre Mandate wesentlich der Unterstützung der bürgerlichen Kreise verdankten, die Antwort: Das ist richttg. Ich bedauere das. Denn ich stehe auf dem Standpunkt, daß wir in das Stadtverordnetenparlament nur eintreten wollen, wenn wir stark genug sind, uns selbst hinein zu helfen.
Ein Wähler.
In der hiesigen sozialdemokratischen Zeitung stand am 6. Oktober:
„Einen schönen Erfolg erfochten unsere Patteigenossen bei der Gemeinderatswahl in Steinbach im Taunus, das politisch zum Kreis Offenbach gehört, die am Dienstag stattfand. Sämtliche Kandidaten der Sozialdemokratie wurden geroäfdt, so daß der Gemeinderat jetzt ganz aus „Roten" besteht." — Dann folgen die Stimmen der Kandidaten der Sozialdemokraten und der Bürgerlichen, die nur einen Unterschied von 7 Stimmen zugunsten der erstgenannten Pattei aufweisen.
Nun heißt es weüer: „Nie zuvor hatte Steinbach einen solchen Wahlkampf wie den gefingen; standen doch fünf Bürgerliche dem Wahlverein gegenüber. Es sollte absolut verhindett werden, daß sämtliche Gemeindevertreter nebst dem Beigeordneten vom Wahlverein gewählt sind usw." Diese Sätze bedürfen keiner Erläuterung.
In Isenburg in demselben Kreise wurden kürzlich gleichfalls nur Sozialdemokraten gewählt. Dort waren die bürgerlichen Kandidaten bisher von dem dortigen Bürgerverein auf- gestellt worden. Diesmal gingen die dortigen Fortschrittler nicht mit, sondern stellten eine eigene Liste daneben auf. Ergebnis —Durchfall der beiden bürgerlichen Listen und Sieg der Sozialdemokratie.
Kleine Taoeschronik.
In Stendal wuöde von bisher nicht ermittelten Tätern in die Jakobikirche eingebrochen: die Diebe erbrachen die Behälter, in denen sich die Sakramente und der Abend- mahlswein befinden, sowie mehrere Sammelbüchsen, erbeuteten jedoch nur wenige Mark.
Auf der Terrasse des in Hamburg eröffneten Cafes Marklof, das nach den Entwürfen van Bruno Paul gebaut ist, wird das Heine-Denkmal aus Corsu aufgestellt werden.
In Hamburg neckten mehrere .Kinder einen angetrunkenen Arbeiter, der einen Revolver zog und auf die Kinder schoß; ein 15jähriger Junge, Sohn eines Weichenstellers, dem eine Ku gel durch den Kopf ging, wurde sofort getötet.
Amtlicher Wetterbericht.
Wetteraussichten in Hessen am Freitag dem 14. Oktober 1910 Zeitweise heller, frischer Nordost, kühl, nachts kalt bis zu Frost trocken.
Griginal-Vrahtmeldunge«.
Die Störung des deutsch fra«;öfiichen Eisenbahuverkehrl.
:/: Köln, 13. Okt. (Privattelegramm.) Der deutsch- französische Eisenbahnverkehr ruht vollständig. Seit vorgestern werden feine Güter und auch leine Personem mehr zur Beförderung über Köln—Aachen nach Frankreich mehr angenommen. Heute wird auch den. Reisenden, die über Metz fahren wollen, mitgeteilt, daß eine Garantie zur Beförderung nicht übernommen werden könne. An den deutschen Grenzbahnhöfen haben sicht große Massen Gepäck angesammelt, wenngleich es auch der deuffchen Eisenbahnverwaltung gelungen ift, beim Bekannt- werden des Ausstandes einen 'großen Teil nach Belgien abzuschieben. Reisende, die aus Frankreich hier anfommen, und im Kraftwagen an die belgische Grenze befördert worden 'waren, erklären, daß ein ungeheuerer W irrwa rr an der Grenze herrsche. Die Autofahrten dürften wenig Helsen, da sie wegen der Bedrohungen durch die Ausständigen zu gefährlich seien und wegen der außerrwdent- lich hohen Kosten von zu wenigen Leuten benutzt werden könnten.
Paris, 13. Oki Die Maurer beschlossen gestern abend, sofort in den Aus stand zu treten.
Die transatlantische Kompagnie beschloß, die Reisenden, die in den nächsten Tagen in Havre in See gehen wollen, auf dem Flußweg nach Havre zu befördern.
Der Streikausschuß veröffentlichte heute nacht einen Aufruf, in dem er die Mobilisation als ungesetzlich und vergeblich bezeichnet. Kein Eisenbahnangestellter werde dem Mobilisierungsbefehl Folge lei st en.
Der Streik auf der Ostbahn begann heute morgen um 6 Uhr.
Lyon, 12. Oft. Der Exekutiv ausschuß des nationalen Syndikates der Paris —Lyon —Mittelmeerbahn, dessen Hauptfitz Lyon ist, beschloß heute abend, auf dem gesamten Netz um Mitternacht den Generalstreik zu beginnen.
Paris, 13. Oft. Die Staatsanwaltschaft leitete gegen die Führer der ausständigen Bahnangestellten ein Verfahren ein; dem Vernehmen nach sind 22 Haftbefehle für Paris und weitere für die Provinz erlassen worden. Auf der Nordbahn macht sich ein geringes Nachlassen des Streiks bemerkbar, das — wie man annimmt — wettere Fortschritte machen wird. Eine Ausständige sind zur Arbeit zurückgekehrt, so daß vierzig Züge abgehen konnten. Andererseits tarnen einige Akte von Sabotage vor. Das Gericht von Ponteise verurteilte einen Maschinisten, der gestern seinen Dienst verließ, zu 2 Monaten Gefängnis. Die Direktion der Ostbahn erfüllte verschiedene Forderungen ihrer Angestellten.
Wie das Ministerium der öffentlichen Arbeiten mitteilt, sind im Laufe des gestrigen Tages im Nordbahnhofe 128 Züge ein- und ausgegangen. In Li lle zeigt sich eine merkliche Besserung der Lage. Vom Pariser Oft- bahnhofe sind alle Züge fahrplanmäßig abgegangen. Von 260 Ausständigen nahmen 110 die Arbeit wieder auf. Alle Dehegraphenleitungen nach dem Osten und dem Auslande find im Betrieb. 700 Säcke mit der letzten Post aus den Vereinigten Staaten, die in Havre liegen geblieben waren, wurden mit Dampfern auf der Seine nach Paris geschafft.
Drohende Revolution in Spanien.
Madrid, 13. Okt. (Privattelegramm.) Wegen des für heute angesetzten Putsch es sind außerordentliche Maßregeln getroffen worden. Die Truppen bleiben den ganzen Tag über in Bereitschaft. Der Ministerpräsident erklärte, daß er nichts fürchte, indes sei Vorsicht geboten, da die Revolutionäre Ueberraschungen geplant hatten. Die GrenzenachPortugalbleibe abaesperrt. In Oporto, Barcelona und anderen Städten wurden mehrere Personen festgenommen. In Oporto wurde eine revolutionäre Versammlung aufgehoben und zahlreiche Schriften beschlagnahmt.
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X Ostheim i. d. Rhön, 13. Okt. (Privattelegramm). Seit der Nacht vom 11. zum 12. Oktober ist der 60jährige Stadtkämmerer Winzer unter Mitnahme von 15 000 Mark Kassengelder flüchtig gegangen.
sS. Offenbach, 13. Oft. (Privattelegramm.) In den gestern abgehaldenen Bezirks Versammlung en des Vereins zur Wahrung der städtischen Interessen wurden 40 Herren als Kandidaten vorgeschlagen. Heute abend werden diese Vorschläge vom Wahlausschuß geprüft Am Montag werden sie dem sog. Hunderter ausschuß unterbreitet. Die ent- gültige Bekanntgabe erfolgt am Dttttwvch in öffentlicher Versammlung.
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