Ausgabe 
13.10.1910 Erstes Blatt
 
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s, äer des Im Kaiser D ei- cüßung n), ant= ophischen rifall und chast. Mit Finken-

berg, Diele- Breslau, Lehmann-Köttingen, Wirklicher Ober- konsistorialrat ,M o e l l e r.

Die medizinische Fakultät: den Oberpräsidenten Freiherrn v. Rhcinbabcn, den Vizezeremonienmeister von dem Knesebeck, den Maler Professor Hans Thoma-Karls­ruhe, den Musiker Professor Max R e a e r - Leipzig und den Schriftsteller Wilhelm Raabe-Braunschweig, die Professoren Buchner-Breslau, Stumpf-Berlin, Kahl-Berlin, der Präsident des Reichsversicherungsamtes Kaufmann

Die philosophische Fakultät: Reichskanzler von Bethmann-Hollweg, Staatssekretär Dr. Delbrück Ge­neraloberst Graf v.on Schliessen, Reichstagspräsident Graf von Schwerin, Geheimrat Rathenau, James Simon die Pros. Guerke-Berlin, Ziehen-Berlin, Cosima Wagner- Bayreuth, Prof. Gras Kalckreuth, Pros. Tauaillon- Berlm, Geh. Oberfinanzrat Schwarz- Berlin, Engelbert Hum­perdinck, Geh. Baurat Thür, Berthold Bern, früher Direk­tor der Kaiser-Wilhelm-Akademie, Prof. Querno-Paris, Eli er y-Haie, Direktor des Observatoriums auf dem Wilson- berg in Kalifornien, Prof. Bailey Willis-Chicago, Prof Chuguet-Paris, Prof. Jackson Canterbury, Pros Lei l k e O n n a s - Leyden, Prof. Alexander d' A n c o n a - Pisa, Ennl Boutroux-Paris, Lazarus Fleischer, Direktor des Naturwissenschaftlichen Museums in London, Björn Lolland H a n - sen, Direktor der biologischen Station zu Bergen, Pros. Per- xrn-Paris, Prof. Emil Picard-Paris.

Die Promotion des Reichskanzlers.

Deutsches Reich.

Die Berliner Blätter veröffentlichen einen Aufruf des Hansabundes zürn Zwecke der Unterstützung de* Wahlsonds.

Zu einem politischen Ereignis.

Der Mirristerpräsident erklärte, er glaube, immer das Vertrauen der Republikaner verdient zu haben, suf die er in den gegenwärtigen schwierigen Zeiten und am Vorabend des Wiederzusainmentritts des Parlamentes müsse zählen können. Er sei Republikaner und die Politik der Regierung beruhe auf wahrhaft republikanischen Grund­sätzen. Daher werde er nicht gestatten, daß man ihn zur Mochten dränge, vielmehr werde er an dem Tage sein Amt Trieb erlegen, an dem seine Freunde sich von ihm trennen sollten. Er habe niemals davon gesprochen, daß die Republikaner die Waffen niederlegen sollten; dies würde auch töricht fein, da den Gegnern die Waffen verblieben. Briand erklärte, er brauche hinsichtlich seines Verhältnisses Mischen Kirche und Staat feinen Freunden keine Sicherheiten zu geben, alle Handlungen seines politischen Lebens seien auf die Wahrung der Rechte des Staates ge­genüber der Kirche gerichtet gewesen, er versichere dem Parlament und dem Lande, tue Regierung werde uner- schütterlich auf diesem Standpunkte verharren. Wir haben je$t, so fuhr Briand fort, ein neues Werk zu vollenden, zunächst die Wahlrefvrm, sodann das Beamtenstatut, die D^entralisation der Justizverwaltung, die Steuerreform auf der Grundlage der Gleichheit und Gerechtigkeit. Sie müssen den Arbeitern Mittel an die Hand geben, aus dieser fieberhaften, gefährlichen Erregung herauszukommen, die das Land jeden Augenblick in Angst versetzt und die Re­gierung im Interesse ihrer Autorität zu Maßregeln treibt, die ihr so schmerzlich sind, daß nur die stärksten Gewissens- gründe sie dazu bestimmen können. Sie müssen ferner den Syndikaten die Rechtsstellung der juristischen Persön­lichkeit geben, das alles müssen sie tun. Sie bringen ihre Zeit damit hin, die Regierung zu verdächtigen, ich für meine Person bewahre mein Vertrauen zur Republik. Der Redner schloß mit einem Hoch auf eine republikanische Regierung des Fortschrittes, der Ordnung, der Sicherheit, der Gerechtigkeit, sowie der Freiheit für alle. (Beifall.)

Der Ministerpräsident erllärte mehreren Ver­tretern der Presse:

Heer und Flotte.

Berlin, 12. Okt. Heute vormittag wurde in der Jnva- Irdenkrrche eine Trauerfeier für den verstorbenen frühe- V 69 * 5 c K.1* n Berdy abgehalten, der sich die Benetzung anschloß. Die Beteiligung war sehr groß Unter anberen waren anwesend: Der Kommandant des Kaiserlichen Hauptauartieres, Generaloberst von Messen, der Krieg sminister. Staatssekretär von Tirpitz, der Gouverneuer von Berlin, General von Kessel, der Kommandat von Berlin, von Bvehu und der kommandierende General von Loewenfeld

Aus Hessen.

Der hessischen Zweiten Kammer ist eine Re­gierungsvorlage zugegangen betreffend Verkauf des dem SanlT .enei9entuni des Großh. Hauses gehörigen Hofguts Boxheimer Hof in der Gemarkung Bürstadt. Die Regierung

v _ In die Ernennung des Reichskanzlers zum Ehrendoktop xnupfte der Dekan folgende interessante Ausführungen:

Volksmeinung und Parteikritik haben den ersten Beamten des Reichs als den Philosophen auf dem Ministersessel bezeich- net sHetterkett.) Wir haben das Scherzwott ernst gemacht Die philowphische Ueberlegenheit, Tagesmeinungen und Ma- iontdten_ nach ihrem Werte zu schätzen, geziemt dem Mann, der berufen i|t, das Vaterland Goethes und Wilhelm v. Hom- boldts politisch zu leiten. Es ist Herrn v. Bethmann Holl weg nicht vergessen, wie er, stets ein hochgebildeter und selb- Üändiger Redner vor wenigen Jahren den ersten inter­nattonalen Hlswrlkerkongreß auf deutscheni Boden mit Watten eines wissenschaftlichen Geistes begrüßte, die aus diesem Munde besonderen Einruck machten. Wir ehren den alten Zögling unserer Hochschule, den Enkel eines unserer ausge zeichnetlten Rechtslehrer, den Förderer unserer Arbeiten der

Staatssekretär des Innern Mittel des Reichs für wissen­schaftliche Zwecke zur Verfügung gestellt hat, und freudig er öltenen wir mit dem Kanzler des Reichs den philosophischen Ehrendoktorreigen. 'Stürmischer Beifall.-

\ V T e n b 10 m t är b c n Reichskanzler ent

bei und Industrie statt, an dem etwa 2500 Personen teilnahmen, unter ihnen die meisten Minister; das Bankett wurde durch die Rede des Ministerpräsidenten Briand

Aus Stadt und Land.

Gießen, 13. Oktober 1910.

T a g e s k a l e n d e r für Donnerstag, 13. Okt.: Vortrag deS Kauim. und des Ortsgewerbevereins. Hauvtmann Härte l-Vetpxig J'n Firnenglanz des Ober-Engadin. Abends 81/, Uhr in der Reuen Universitäts-Aula. e

In Audienz empfangen wurde vom Groß- Herzog gestern u. a. der frühere Direktor deS städtischen Gas- und Wasserwerks Bergen von Gießen.

"Veränderungen im 18. ArmeekorpS. v.Tümp- ling, Oberlt. im 2. Großh. Hess. Feld-Art.-Regt. Nr. 61, vom 19. d. M. ab bis auf weiteres zur Dienstleistung beim NeichS-Kolonialamt kommandiert. Herwig, Oberzahlmstr. vom 1. Nass. Feld-Art.-Regt. Nr. 27 Oranien, bei feinem Ausscheiden aus dem Dienst mit Pension der Charakter alS Rechnungsrat verliehen.

Lehrerpersonalien. Ueb ertrag en wurde dem Lehrer Theodor Zimmermann zu Wald-Amorbach eine Lehrerstelle an der evang. Schule zu Lampertheim.

" Fenster zu! Ein Wirt in der Bahnhofstraße hatte m den letzten Tagen ein nach dem Hofe führendes Fenster nachts offen gelassen. Diesen Umstand benutzte ein Dieb und stieg ein. Er erbrach die Kasse am Buffett und leerte sie gründlich auS.

"Ertappt. Ein Agent aus Großen-Linden hielt 'ich gestern mittag zwischen 12 und 2 Uhr als einziger Gast längere Zeit in einer Wirtschaft in der Kaiser-Allee auf. Hier ivurde er vom Dienstmädchen überrascht, als er sich hinter der Theke an der Kasse zu schaffen machte. Es fehlten auch 7 Mk. in der Kasse. Er wurde festgenommen und eine alsbaldige Durchsuchung seiner Wohnung ergab, daß er im Besitz einer Pattie Zigarren war, die jedenfalls aus einem Diebstahl herrühren. Gegen den Mann schwebt auch noch ein Verfahren, weil er in Bieber in einer Wirt- ^af**aU§ bcc cin Zehnmarkstück entwendet haben soll.

Falschmünzer. Vor einigen Tagen machten !vir daians aufmerksam, baß falsche Zweimarkstücke in Umlauf aebraerjt wer den, die von den echten nur durch ihre schwärzere Farbe und schlechten Klang zu unterscheiden suid. Heute wird uns mügeteilt, daß in einem Zigarrengeschäft

Die neue Regierung in Portugal.

Lissabon, 12. Okt. Die Regierung beabsichtigt einen Erlaß über die Einführung der allgemeinen Wehr­ipflicht. Die Zivilbehörden nehmen Besitz von den Ge- «bäuden der Kongregationen; sie nehmen In­ti e n t a r auf und legen dann die Siegel an. Die monarchi- sttscken Zeitungen erscheinen wieder; ihre Sprache ist gest mäßigt. Einige anerkennen die Republik. Gegen den Neri- lalen Parteiführer Tourenes Maltes ist ein Haftbefehl er­gangen. Die Polizei und die Muniz'ip algard e tvurde nach den alten Grundsätzen neu gebildet Zahlreiche Munizipalgardisten, die bei der Revolution das Königsturn verteidigt hatten, wurden wieder eingestellt. Die höheren Offizierstellen der auf dem Tajo liegenden Kriegs­schiffe wurden neu besetzt.

sopheu auf dem Ministersessel nennt, einen damit gegen ihren -Sillen anerfennt als des höchsten Amtes beson- ut ^xexn Staate, der seine ^aft in der rech- hS fr1! Bürger suchend, auf Veranlassung

des Philosophen Wühelm Humboldt, eingedenk seiner Pflicht diese Universttät gegründet hat.

ber BekanMgabe der Ehrenpromotionen der juristischen Fakultät verttindete der Dekan: Beschlossen war zur Zett, chs er noch tm Amte war, die Promotion des tatkräftigen Reorqani- ^ranIeraCr^b-Än Kolomalpolitik, des ehemaligen Staats- lekretars des Reichskolonialamtes, Bernhard Dernburg- eine andere Fakultät ist uns mit dieser Ehrung zu vorgekommen.

Der Festkommers.

Es handelt sich nicht um einen Ausstand im gesetzlichen ©inne des Wortes. Die Umstände, unter denen die Bewegung vor- bereütt wurde und die Sttafhandlungen, welche dieselben verzeich­nen, zeigen, daß sich die Regierung eines verbrecherischen UnternehmensvollGewalttätigkeit, Unordnung und Sabotage gegenüber befindet. Diese Bewegung fei eine rein aufrührerische und vollständig dem Eisenbahnpersonal selbst entglitten, welches zu spät einsehen werde, daß man es den schlimmsten Ausschreitungen entgegentreibt. Der Ausstand sei ohne jeden Grund ausgebrochen nach einer Unten redung, welcher die 93errietet der Heizer und Lokomotivführer sowie des Eisenbahnersyndikates mit mir und dem Minister der Ceffentlüten Arbeiten batten. In dieser Unterredung ist verein­bart woroen, daß die Syndikats gruppe mir ihre Forderungen sämtlich bezüglich der Lohnerhöhung in eingehender Weise darlegen sollten. Ich hatte, mich verpflichtet, diese Forderungen den Direk­toren der Bal)ngesellschasi?en zu übermitteln, damit ich auf Grund ihrer Antwort eine gütliche Unterredung zwischen den Vettrttem der Eisenbahn imd der Eisenbahnbediensteten vermit. tdn könnte, die gewiß zu einem Ergebnis geführt hätte. Schon vorher war der Minister der Oeffenttichen Arbeiten und ich bei den Eisenbahndirektoren dafür eingerieten, daß dem Personal alle berechtigten Verbesserungen bewilligt würden. Die Oft-, Nord-, Orleans- und ParisLion-Mittelmeerbahn hatten bereits in einzelnen Punkten den Forderungen der Eisenbahner Reck>nnng getragen. Speziell in der Frage der rütfroirfenben Kraft der Ruhegehälter hatten sich die Bettreter des Bahnpersonals von dem Vorgehen des Ministers der Oeffenttichen Arbeüen für be­friedigt erflärt. So war der Stand der Dinge, als plötzlich der Streik verchndtt wurde und sofott die schlimme Wendung an­nahm. Ich wiederhole, die Regierung beftndet sich nicht einem Streif, sondern einem verbrecherischen Unternehmen gegenüber.

Die Rebellion der HeereSpflichtigen.

Paris, 12. Okt. Eine stark besuchte Versammlung der Eisenbahner in der Arbeiterbörse faßte eine Wider­spruchsentschließung gegen die militärische Ein­berufung der Eisenbahner und beschloß, diesem Befehl nicht zu gehorchen.

Wien, 12. Okt. Heute nachmittag fand die konstittiie- rende Sitzung der beiden Delegationen ftatt. Rach der Konstituierung der D Negation erklärte Genf B a t t h y a n yi namens der Un<rohüngigkeitspartei sich für die Abschafftrng der Delegation. Er sprach seine Mißbilligung aus über ihren Empfang mit einer thron redearrigen Ansprache des Mon­archen und verwies auf die durch die Ausgestaltung Per Wehrmacht beabsichtigte Neubelastung der Bevölkerung, die erfolge, ohne daß auch nur ein Teil des Volkes zu lang gewünschten Rechten und ein Land durch eine selbständige wirtschaftliche Entwicklung zu neuen Kräften gelangt wäre. Ministerpräsident Graf Khuen Hedervary ent­gegnete, die heutige Delegation konstituierte sich gcknau unter den gleichen Verhältnissen der 67er Gesetze wie die erste Delegation überhaupt. (Lebhafte Zustimmung.)

Zu Beginn der Sitzung der österreichischen Dele­gation legte Seitz namens der Sozialdemokraten Wider- fpruch gegen die Legalität dieser Delegation ein unter Hin­weis auf den Wortlaut der österreichischen und ungarischen Ausgleichsgesetze. Die Sozialdemokraten würden die Be- schlüsse dieser Delegation als ungültig betrachten und im "Abgeordneteuhause hieraus die Konsequenzen ziehen. Kra­marsch erklärte namens der slawischen Union, es wäre im Interesse der Verfassungsmäßigkeit des gesamten staat­lichen Lebens wünschenswert gewesen, daß die Regierung den Reichsrat zur Wiederwahl der Delegation aufgerufen hätte. Der Alterspräsident sprach die Ansicht aus, oaß die Legalität der Delegcttion nach dem Wortlaut der öster­reichischen Gesetze einem berechtigien Zweifel begegnen könnte. Graf v. Aehrenthal unterbreitete Mitteilun- ;en und Vorlagen der gemeinsamen Regierung. Nach der Wahl der Ausschüsse wurde die Sitzung geschlossen.

Der feierliche Empfang der Delegation findet morgen nachmittag statt. Um 3 Uhr nachmittags wird der Minister des^Auswärttgen im Ausschuß des Auswärtigen oer ungari- chen Delegatton sein Expose abstatten.

Wien, 12. Okt. Im Einlaufe der österreichischen Dele­gation befindet sich eine Anfrage Exner betreffend dre Abgabenfreiheit der El b e s ch i f fah r t. In der Anfrage wird auf eine Erklärung des Handelsministers Dr. Weißttrchner hingewiesen, daß die österreichifche Re­gierung für irgendwelche Zugeständnisse, die die Freiheit der österreichischen- Elbeschiffahrt berühren, nicht zu haben sein werde, sowie auf den Beschluß des österreichischen M- geordnetenhauses vom 4. März 1910, in dem gegen Pie Erhebung von Abgaben auf der Elbe entschieden Stellung genommen wird und die gemeinsame Regierung "gefragt wird, ob sie die Anschauung der österreichischen Regierung und des österreichischen Abgeordnetenhauses teile und ent- chlossen sei, für die Au f r e ch t e r h a 11 u n g der bishe­rigen Abgabenfreiheit der Elbeschiffahrt rückhaltlos einzu- tehen.

ersucht, zu denk Verkauf des Hosguts Boxheimer H o f um den Preis von 360 000 Mark die verfassungsmäßige Zustimmung gu erteilen.

Ferner ist der Kammer eine dringliche Anfrage der Ab, geordneten Molthan und v. Brentano an die Re­gierung zugegangen, in der es heißt:

Sind der Großh. Regierung der totale Fehlherbsx des Jahres 1910 und die dadurch verschärfte Nov- lage des hessischen W inz er standes in ihrem vollen Umfang bekannt? Was gedenkt Großh. Regierung zur Lin­derung der unverschuldeten Not dieses seit Jahren um seine Existenz ringenden Erwerbsstandes zu tun? Ist die Großh Regierung nicht gewillt, durch Steuernachlaß und finan­zielle Unterstützung der notleidenden Bevölkerung helfen?

Der Abgeordnete Dr. Wolf-Gonsenheim fragt an:

Ist es Großh. Staatsregierung bekannt, daß der derzeitige Direktor der H e b a m m e n - L e hr a n sta l t in Mainz entgegen den Bestimmungen, welche bei der Neubesetzung bcr Direftorstelle der Hebcrmmen-Lehranstalt 'von dem Großher^og- lichen ZRinisterium aufgeftellt wurden, Privatpraxis be­treibt? Wenn dies der Fall ist, hat das Ministerium biefe Bestimmungen aufgehoben? Welche Gründe haben eventuell die Aufhebung der genannten Bestimmungen herbeigefühtt?

Die nationalliberale Kandidatur in Lau- t erb ach. Aus Lauterbach wird uns mitgeteilt: Von der nationalliberalen Partei des Reichstagswahl, kreises Alsfeld-Lauterbach-Schotten ist der Landwirt Ha. b er körn-Windhausen als Kandidat für die nächst, jährige Reichstagswahl in Aussicht genommen worden. Herr Haberkorn ist Mitglied des Bundes der Landroirte. Ob er die Kandidatur annimmt, steht nodi nicht fest.

Bei der letzten Wahl wurden abgegeben für den Kandidaten der Reformpartei, der inzwischen zu der deutschsozialen Partei übergegangen ist, 6455 Stimmen für den nationalliberalen Kandidaten 6200, für die frei! sinnige Votkspartei 1310 und für den Sozialdemokraten 1194 stimmen. In der Stichwahl siegte Bindewald (Re- formp.) mit 8868 Stimmen über Dr. Wallau (natlib.) der 7886 Stimmen erhielt.

Bei der Wahl von 1903 erhielt der Nationalliberole 5642, der Antisemtt 5472, der Sozialdemokrat 1084 und ein Zentrumsmann 501 Stämmen. In der Stichwahl siegte damals Dr. Wallau (natlib.) mit 8121 Stimmen über Bindewald (Antis.), der 7039 Stimmen bekam.

Auf dem deutsch-sozialen Parteitag in Kassel, über den wir in Nr. 238 einen kurzen Berich' derFrkf. Ztg." Wiedergaben, hatte auch Dr. Werner- Butzbach das Wort ergriffen. Er teilt uns mit, daß der erwähnte Bericht ungenau sei und schreibt:Ich habe inbezug auf die Christlich-Sozialen lediglich gesagt, daß eme Verschmelzung dieser polittschen Gruppe mit der unseren nicht rin Interesse beider Richtungen liege, wäh­rend jich Kampfgenossenschaft unbedingt emp­fehle."

Ausland,

Aus Rom wird gemeldet: Gelegentlich der Anwesenheit des Kardinals Agliardi kam es vor dem Dom in Albano zu ^"^5 gewaltigen Schlägerei zwischen Klerikalen unb liberalen; die Haupriädelsführer der Liberalen wurden verhaftet.

Daily Chronycle" kündigt an, daß Josef Chamber- ain, befien Gesundheitszustand sich bedeutend gebeffert har, feinen Platz im Parlament demnächst wieder entnehmen werbe.

Der russische Finanzminister Ko ko ze w reiste mit katterlicher Genehmigung ins Auslanb ab. Während ferner Abwesenheit wird sein Gehllfe Weber die Geschäfte des Ministeriums führen.

Lille, 12. rDtt. In einer von 4000 Eisenbahn-An­gestellten besuchten Versammlung wurde beschlossen, der Einberufung unter die Fahnen nicht Folge zu leisten. ______________________

Die konstituierende Sitzung oer österreichisch-ungarischen Delegationen.

1?'. Oft. Tie offiziellen akademischen Seranftal- Sen ^FE'E.der Universität haben heute ntU einem gtol $cW°nlmcr.® m den Ausstellungshallen beim Zooloqi- leben ©arten ihren Abschluß gefunden. Die Zahl der Tett- nchmer dreies größten Kommerses in der deutschen im ltratd9^U^tc beftug etwa 10 000. Dr. Prinz Au u st batte IN einem Telegramm an das Prä'^uii? des Kommerses semem herzlichen Bedauern darüber Aus'

Erscheinen verhindert zu sein. Erschi mit dnn Ricktor der Universität und den Dekanen dc' taten f a st sämtliche Professoren, auch die lenzen, die meisten auswättigen Festgäste, ferner sm ^°rlX V Staatssekretär v. Sch .

TOiniftenalbircftor Dr. Naumann u. a Das Begeisterung auf genommene Kais er hoch brockst cnnb- bbrl. Sommer (Corps Norn Anschluß daran wurde ein Huldigungstelegram gesandt. Die eindrucksvolle Festrede hielt sCrAi rr <k Auf die liebenswürdige der Gaste durch canb. phik. Piller (Mader wortete Professor Dr. Rosthe, ber Dekai ,|(itultat Mit einer begeisterten immer wiek Zustimmung unterbrochenen Rede auf die deutlicher Anspielung auf die ferngebliebe.. schäft fuhtte er unter sttirmischem Beifall aus: Es fehlen zwar Studenten, -bte Einigkeit war vor dem Fest nicht immer da das Gelingen einer großen Sache

Seite steht, ist immer im Unrecht. Zum Schluß fordette der Redner, die in feiner Einleitung erwähnte

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