Ausgabe 
12.7.1910 Erstes Blatt
 
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Regiments Mrs Mainz zum Gelingen des Festes be­sonders bei.

[] Marburg, 11. Juli. Mit der Fortführung ,b er Marburger Kreis bahn, die als Sackbahn in Drei­hausen im Ebsdorser Grund endet, nach der Station Mücke an der Eisenbahn GießenAlsfeldFulda scheint es jetzt vorangehen zu wollen. Die hessische Negierung hat 30 Prozent der Bausumme ab Landesgrenze in Aussicht ge­stellt, während die in Betracht kommenden Gemeinden gern zur Hergabe des Geländes bereit sind. 21 m nächsten Samstag .werden die Mitglieder des Marburger Kreistags mit sechs Automobilen die Strecke bereisen.

[] Wetter, 11. Juli. Nach fünftägiger Dauer ging heute das Gr enzb e gan g s est zu Ende. Wie aus den Stabtakten ersichtlich ist, wird dieses Fest, mit dem aller- shnnd Gebräuche verbunden sind, schon seit Jahrhunderten chier von sieben zu sieben Jahren gefeiert. Sogar kurz nach ibent Friedensschlüsse des siebenjährigen Krieges, in dem Wetter so viel zu leiden hatte, feierte man den'Grenzegang. Unser idyllisch in einem Seitentälchen der Lahn im Norden des Kreises Marburg an der Bahn MarburgWarburg gelegenes, etma 1200 Einwohner zählendes Städtchen hatte sich aufs schönste geschmückt; alle Straßen und Gassen waren in Tannenalleen verwandelt. Viele hundert Bäume hatten hierzu die umfangreichen städtischen Waldbestände liefern müssen. 2lm Donnerstag abend begann das Fest mit einem Zapfenstreich und Festkommers aus dem Marktplätze. An den folgenden Tagen wurde jedesmal morgens die Grenze abwechselnd nach verschiedenen Richtungen begangen und hieran schloß sich ein Festzug mit Vorreitern nach dem im WettschaftstÄ gelegenen Festplatz. Am gestrigen Haupt- Festtag war das Städtchen von Fremden, besonders von -Marburgern, überfüllt. In dem Festzuge, den Landsknechte eröffneten und dessen Schluß eine große Anzahl 9Na.rbu.rger /Studenten machten, fehlten auch die mit Peitschen aus- jgerüsteten, seltsam gekleideten Seitentänzer nicht, die mit stustigem Knallen die Seiten des Zuges auf und ab tanzten. -Auf dem Festplatze hielt gestern Lehrer Waßmuth die Ansprache, in der er nach einem historischen Rückblick auf die Bedeutung des Gr enzb e gang fest es dieses als ein echtes kurhessisches Heimatfest feierte. Abends wurde ein großes Feuerwerk abgebrannt. Heute schloß das Fest mit scherz­haften Umzügen, Konzert und Tanz.

w. Homburg v. d. H., 11.'Juli. Ein internatio­naler Hoteldieb hat in einem hiesigen Hotel, in dem er seit zwei Tagen wohnte, die Zimmer der Fremden abgefucht und außer einem kostbaren Reise-Necessaire 340 Mark in bar und eine Brosche im Werte von ca. 3 0 0 0 M a r k gestohlen. Der Diebstahl wurde erst bemerkt, als der Hochstabler bereits abgereist war.

Lustschiffahrl.

Metz, 11. Juli. Die Luftschiffmanöver haben heute hier mit der Füllung desZ. I" ihren Anfang ge­nommen. Das Truppen ko mman do ist heute morgen zu- sammengetreten, die Leitung liegt in Händen des Majors Sperling. Tie Fährten werden bei günstiger Witterung sobald als möglich nach Füllung desZ. I" mit diesem Luftschiff beginnen; währscheinlicy schon morgen Dienstag. Es handelt sich um rein militärische Uebungen. Eine meteo­rologische Station befindet sich an Ort und Stelle.

Berlin, 11. Juli. Der deutsche Wrightflieger, In­genieur Thelen, unternahm von dem Flugplatz Jo­hannistal aus einen Ueberlandflug nach Müggelbergen und zurück. Er legte die Strecke in 25 Minuten zurück und gewann damit den von der Deutschen Wright-Gesellschaft ausgesetzten Ehrenpreis für den ersten Ueberlandflug.

Arbeiterbewegung.

S 6 r a j e w o, 11. Juli. Etwa 1300 Maurer und Zimmer­leute, sowie Arbeiter im Baugewerbe sind in den Aus st and getreten. Den Gerüchten zufolge steht ein allgenieiner Ausstand bevor.

vermischtes.

* Weibliche Schutzleute. Der Stadtrat von Baltimore hat beschlossen, dem Polizeikorps eine besondere Truppe weiblicher Polizisten anzugliedern, die sich insbeson­dere aus Mitgliedern des Frauensrimmrechtklübs zufammen- setzen soll. Die weiblichen Polizisten erhalten die besondere Aufgabe, die Belästigungen von Damen durch aufdritigliche oder zärtliche Herren zu verhindern. Liebespärchen, die ihre Zuneigung auf der Straße bekunden, sollen künftig fest­genommen und angewiesen werden, fortan ihren Gefühlen nur noch daheim freien Lauf zu lassen. Es dürste sich viel­leicht empfehlen, diesem weiblichen Sckpitzmann einen Schutzmann mit auf den Weg zu geben.

* Ein Fährboot der Lüste. In wenigen Wochen wird ,in Amerika zum erstenmal ein regelmäßiger Luftschiffdicnst er­öffnet: zwischen dem Narraganset-Kai in Newyork und der Villen- kolonie Newport auf Rhode-Island wird ein lenkbares Luftschiff verkehren, das die Amerikaner das Fährboot der Lifte getauft haben. :5>er Lenkballon, der in Frankreich gebaut wurde, ist bereits in Newyork eingetroffen. Er ist Eigentum einer Reihe reicher junger Leute, die zum größten Teil in der Millionär-, kolonie leben und den Ehrgeiz haben, die erste amerikanische Luftschifflinie zu eröffnen. Das Fahrzeug, das von der Zodiac- Gesellschaft gebaut ist, hat eine Lange von 100 Fuß und eine Trag­fähigkeit von sechs Passagieren. Wenn es sich bewährt, werden weitere größere Luftschiffe sofort in.Auftrag gegeben. Der Lenk­ballon soll nur bei stiller, günstiger Witterung fahren und nicht mehr als vier Reisen am Tage unternehmen. Bei Newport ist .bereits ein großer Landungsplatz gebaut mit einer Ballonhalle '.von 112 Fuß Länge, 50 Fuß Höhe und 42 Fuß Breite. Große 'Gasbehälter sind in unmütelbarer Nähe errichtet.

* Eine sprachliche Geschmacklosigkeit. Man mag .sich zur Fremdwortfrage stellen wie man wül, das eine gibt wohl leder Deutsche von Geschmack zu, daß viele Fremdwörter wegen ihres Lautbestandes, wegen ihrer Form oder auch wegen ihrer Betonung einen undeutschen Klang haben und so das einheitliche Gepräge unserer Sprache häßlich stören. Da sind z. B. die Fremdlinge Souterrain, Point, Terrain, .Eousin. In Mitleid erregender Selbstverleugnung bemühen sich manche Deutsche, den 'fremden Nasenlaut äng möglichst rein französisch wiederzugeben und merken nicht, wie geziert, wie häßlich das in deutscher 'Rede klingt. Spricht man diese Wörter aber mit unserer Eichung

-eng aus, darin stehen Laut und Schrift in argem Widerspruch. Wer das Ebenmaß unserer Sprache nicht stören will, vermeidet darum diese Wörter und sagt dafür Kellergeschoß, Punkt oder Auge, Gelände, Vetter. Unb ist nicht auch der Gebrauch solcher Wörter wie Memoiren, Oktroi, Trottoir, die durch den der Schrift­sprache fremden Laut va unsere Rede entstellen, eine sprachliche Geschmacklosigkeit? Wir haben doch für sie die deutschen Wörter: Denkwürdigkeiten, Eingangs-, Verbrauch- oder Torsteuer, Schritt­oder Gehweg, Bürgersteig oder Gangbahn. Wer Sinn für die Schönheit seiner Muttersprache hat, vermeidet auch die mitten rmter deutschen Wörtern so fremartig klingenden Wörter mit doppeltem Nasenlaut und sagt für Avancement Beförderung, für Arrangement Einrichtung oder Abkommen. Die zungenbreche­rischen Fremdlinge Kosmopolitismus und meteorologisches Obser­vatorium sind in ihrem ganzen Bau dem Wesen unserer Sprache so zuwider, daß sie immer ihren fremden Klang behalten werden. Wie leicht lassen sich diese in deutscher Rede so geschmacklosen Wörter ersetzen durch Weltbürgertum und Wetterwarte oder Wetteramt! Während bei dem Worte Individualität die ersten sechs Silben hintereinander auf die nichtssagende Endsilbe -tät losstürmen, hat, das ihm entsprechende Wort Eigenart eine schone, uns Deutschen zusagende Mischung verschiedener Tonhöhen. Einförmig klingen die vielen, vielen Fremdwörter auf -ieren, z. B. inguirieren, modifizieren, sich qualifizieren, die doch so leicht durch lebendiger klingende heimische Wörter zu ersetzen sind. So sind Hunderte von Fremdwörtern ihres Aeußeren wegen Flecken auf dem Antlitze unserer wurzelechten Muttersprache, und wer sich auch in sprachlichen Dingen vom guten Geschmack leiten lassen will, muß sie darum grundsätzlich meiden.

* Verbarrikadiert. Schaffner:Gehört dieses ganze Gepäck Ihnen?" Dame:Nein!" Schaffner:Wo ist denn die Besitzerin?" Dame:Die sitzt irgendwo dazwischen!"

* Gattin (als der Gatte die Reise in das Seebad ver­weigert):Schäm' dich, nicht einmal das bißchen Wasser gönnst du einem!"

* Abwehr. Frau (zum betrunkenen Gatten):So kommst du heim? Ja, wird denn in eurem Mäßigkeitsverein gekneipt?" Mann:Gott bewahre, Kind . . . erst nach der Sitzung!"

* Fräulein Weltlich:Vater schenkt mir zum Geburtstage jedesmal ein Buch." Fräulein Paprika:Welch eine schone Bibliothek Sie haben müssen."

Kleine Tageschronik.

Der DampferMainz" des Norddeutschen Lloyd mit dem Prinzen Heinrich unb ben übrigen Teilnehmern ber Zeppelinschen Vorexpedition sind am 11. d. M. von Narvik, wo sie gestern eingetrofsen waren, in Tromsoe an- gekommen.

Der deutsche Konsul Hermann Helmr ich wurde, als er im See bei Algorta badete, von einem Gehirnschlag getroffen und ertrank. Man fürchtet, daß auch der deutsche Konsulatsangestellte Kraul, der vermißt wird, er­trunken ist.

Auf dem neu eröffneten Fernsprechamt in Hamburg fand am Montag eine mehr als dreistündige Betriebsstörung statt. Fast sämtliche Teilnehmer des Amts hatten gleichzeitig angerufen. Diesem Ansturm, der nahezu das hundertfache des normalen Bettiebs betrug, war das Amt nicht gewachsen. Da­durch wurde ein derartig großer Stromverbrauch notwendig, daß die Hauptsicherungdurch schmolz und die.Betriebsstörung herbeiführte.

Auf dem Eiffeltürme wurden Versuche mit einem von dem Generalstabsmajor Sazerao erfundenen Geschütz zur Bekämpfung von Ballons vorgenommen, die außer- pvdenllich günstige Ergebnisse geliefert haben sollen. Da das Geschütz überaus leicht und sehr wirkungsvoll sein soll, denke man daran, Flugmaschinen(!) und Lenkballons damit auszuftatten.

In der Ortschaft Mülhausen bei Heidelberg er­eignete sich infolge des anhaltenden Regens ein Berg­sturz. Eine Felswand stürzte auf eine Länge von 150 Mrr. zusammen und begrub drei Wohnhäuser mit Stal­lungen und Nebengebäuden unter sich. Vier andere Wohn­häuser sind dem Einsturz nahe. Personen wurden nicht verletzt.

Unter den Knaben einer Volksschule in Mühlhausen ist eine Kopfhautentzündung, verbunden mit Haar- aussall, ausgebrochen. Der Schularzt stellte fest, daß über 100 Knaben von ber Krankheit befallen sind. .Auch einige Mädchen wurden angesteckt.

Beim 2. lothringischen Pionier-Bataillon Nr. 20 in Monti gny ist, nachdem in den letzten Tagen mehrfach leichte Darmerkrankungen zu verzeichnen waren, durch die ärztliche Untersuchung bei zwei Soldaten des Batalllons Bazillenruhr festgestellr worden. Das Bataillon ist interniert, die umfassendsten Absperrungsmaßnahmen und Desinfektion angeordnet worden, so baß eine Weiterverbrei- tung ausgeschlossen erscheint.

Der gestern auf bem Flugfeld bei Cent abgestürzte Kinct ist seinen Verletzungen erlegen.

Im Weiler Berg (Kanton Luzern) wurde das Haus des Landwirtes Rettig durch einen Erdrutsch verschüttet. Zwei Frauen und zwei Kinder wurden getötet. Zwölf Stück Vieh sind umgclömmen.

In dem Gefängnis des Landgerichts von Triest erzielte eine Anzahl, unter der Anllage politischer Verbrechen sestgehaltener Personen, durch einen Hungerausstand; ihre Freilassung.

In ber Gasfabrik von Toulon, in ber Arbeiter in ben Ausstand getreten sind, wurde ein Gasrohr durchschnitten, wodurch eine ganze Familie in Er­stickungsgefahr geriet. Mehrere Ausständige wurden wegen Bedrohung eines Arbeitswilligen verhaftet.

In Peterhof, der Sommerresidenz des Zaren, wurden drei Cholerafälle festgestellt.

.Ein Warenlager der russischen Handelsschiff­fahrts-Gesellschaft in Rostow a. Don wurde durch Großfeuer zerstört. Der Schaden ist sehr bedeutend.

Wie nunmehr festgestellt 'ist, sind bei ber Explosion auf bem DampferL o w k y" am 9. Juli brei Personen sofort getötet wovben, während vierzehn infolge von Brandwunden ft ar 6 en, 31 sind verwundet.

In Philadelphia wird jetzt das größte Schlacht­schiff der Welt gebaut, das 7000 Tonnen größer sein wird als das größte englische. Dieses und ein zweites gleich großes Schiff sind für Argentinien bestimmt.

Die tropische Hitze in Newyork hält an. Im östlichen Landesteil sind gestern 23 Todesfälle und zahlreiche H i tz s ch l ä g e vorgekommen.

In Wisconsin richteten große Waldbrände beträcht­lichen Schaden an.

In der Nähe der (Station Kisil Ar wat (Transkaspien) entgleiste ein Eisenbahnzug. 19 Personen sind töd­lich verunglückt, 31 verwundet.

Klammern ()

Roggen

(+ 4)

(+

205 (

)

156

203

207

212

200

193

204

198

210

210

160

160

170

155

164

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(-4-147,)

( + 7/2)

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der Vorwoche in

Haier 143 (- 4) 154 (- ) 150 (4- 3) 148 ( 4) 148 (- )

170

160

162

168

165

160

173

16 J

Königsberg Danzig Stettin Posen Breslau Berlin Magdeburg Halle Leipzig Dresden Braunschweig Hamburg Hannover Düsseldorf Frankfurt a.M. Mannheim Straßburg Stuttgart München

220 (4- 10)

222 (- )

148

143

138

139

146

144

150

152

153

142

145

150

155

155

165

160

Sept. 152.25 (-{- 3.50). Haier: Berlin Juli 150.50 (-4- 4.75), September 152.50 (4- 3.25) Mk.

(4" 8)

Weltmarktpreise: Weizen : Berlin Juli 211.50 (4- 10.00), Sept. 193.50 (4- 4.50). Budapest Oft. 160.80 (4- 6.20). Paris Juli 204.10 (4- 4.05). Liverpool Juli 154.60 (-s- 5.85), Chicago Juli 163.75 (4~ 13.05). Roggen: Berlin Juli 146.50 (4- 1.75),

Getreide-Wochenbericht

der Preisbcrichtstelle des Deutschen LandwirtschaftsratZ vom 5.11. Juli 1910.

Die Befestigung des Getreidemarktes hat in der letzten Woche weitere Fortschritte gemacht. Veranlassung war hierzu einmal die Andauer der regnerischen Witterung iir Deutschland, welche eine Verzögerung der schon begonnenen Roggenernte zur Folge hatte und außerdem eine Verschlechterung der Qualität derselben, sowie ein weiteres Lagern des Weizens befürchten liesz. Dazu kam am Schlüsse der Woche der für Sommerweizen ungünstige amtliche Saatenstandsbericht der Vereinigten Staaten, der die bisherigen vrivaten Meldungen über Schäden der Sominerfrucht durch Dürre, denen man hier noch etwas mißtrauisch gegenüber gestanden hatte,' nicht nur bestätigte, sonder«! noch weit übertraf. Nach denifelben ist der Frühlingsweizen von 92,8 Proz. eines normalen Standes oder Ertrages am 1. Juni d. Js. auf 61,6 Proz. am 1. Juli, also um nicht weniger als 33 Proz., gesunken! Für die Beurteilung des Einflusses dieser Tatsache auf die Preisbildung fei daran er­innert, daß der Frühlingsweizen über em Drittel der gesamten Weizenernte der Union ausmacht und daß der Statistiker der New- Parker Produktenbörse ben Ausfall des Frühlingsweizens gegen­über seiner Schätzung am 1. Juni auf Grund der obigen ungünstigen amtlichen Prozentziffer aut fast 89 Millionen Bushels, das sind ca. 2,4 Millionen Tonnen schätzt. Auch Kanada dürile nach den vor­liegenden Berichten infolge der Dürre einen erheblichen Ausfall an Frühlingsweizen aufzuiveisen haben. Jnwlge dieser Verhältnisse stieg in Berlin im Laufe der letzten Woche Juliiveizen von 204.25 auf 211.50, Septemberweizen dagegen nur von 190.25 auf 193'0, Juliroggen von 145.75 auf 146.50 und September-Roggen von 149.75 auf 152.25. Auch Hafer konnte sich, besonders infolge des für ihn ungünstigen Saalenstandsberichles des D. L. R., weiter befestigen, Juli-Hafer gewann 3.25 Mk., September-Hafer 2.25 Mk.

Es stellten sich die Preise für inländisches Getreide am letzten Markttage in Mark pro 1000 kg je nach Qualität, wobei das Mehr (4-) bezw. Weniger () gegenüber Klammern () beigefügt ist, wie folgt:

Weizen

Sie Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brorprcise am 11. Juli 1910.

Höchste Schlachtviehpreise in F r a n k s u r t a. M.

Fleischpreise in Gießen

Ochsen

Kälber Schweine

50 Kg. Schlachtgewicht 8594 Mk.

'/,Kg. Schlachtgew. 93100Pf.

% - , 68-70 ,

'/, Kg. 80-88 Pfg.

7, , 8084 r

7- 8096 v

Getreidepreise in Mannheim

Brotpreise in Gießen

Werzeli 100 Kg. 20.75-21.00 Mk.

Roggen 100 Kg. 16.25-16.50 Mk.

Weißbrot 2 Kg. 62 Pfg.

Schwarzbrot 2 Kg. 54 Pfg.

Mrtte.

fc. Frankfurt a. M., 12. Juli. Heu-und Strohmarkt. Angefahren waren 13 Wagen Heu und 0 Wagen Stroh. Man notierte: Heu (neues) 3,304,u0 Mk./ Stroh (Kornlangstroh) 0,00 bis 0,00 Mk., Wirrstroh 0,006,00 Mk. Alles per 50 Kilo. Geschäft gut. Die Zufuhren ivaren aus Oberhessen und dein Kreise Dieburg.

Büchettisch.

Jede Familie kann im eigenen Hause bil­liger als zur Miete wohnen. Den Nachweis erbringt das soeben erschienene Buch von Architekt Dr. ing. Gerold E. Beetz;Das eigene Heim und sein Garten". Ein Führer für alle, die sich ein Eigenhasus bauen ober kaufen wollen. Mit 650 Ansichten, Grund riff en ufw. meist ausgeführter Häuser in jeder Preislage, Hausgärten und Jnnenräume. 3. Auflage, ca. 400 Setten stark. 6 Mk. Westdeutsche Verlagsgesellschaft Wiesbaden 35. Das Werk zeigt, wie der Mittelstcyw schon von 300 bis 500 Mk. iäfjrlid) aufwärts ein Eigenhaus mit Garten bewohnen kann. Es ist ein Bauratgeber für den Laien, der so an Hand der Belehrungen einige Hundert oder Taufend Mark beim Hausbau sparen kann und vor Enttäuschungen bewahrt bleibt. Für den Fachmann sttid die weit über 100 Hausbeispiele mit Ansichten, Grundrissen, Fassaden und Details wertvoll. Außer­dem aber geht der Verfasser auf alle Einzelheitetr der Bauaus­führung ein und gibt aus seiner langj.ährigen Praxis heraus beachtenswerte Hinweise.

Amtlicher Wetterbericht.

©riginai-Dra^tmclöunsett.

Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen,

Verlauf der Witterung seit gestern früh: Der hohe Druck, der sich jetzt über West- und besonders Nordeuropa gebildet hat, nimmt langsam ostwärts ziehend an Stärke zu. Daher dauert im allgemeinen die Aufheiterung fort. Regen fiel gestern nur noch vereinzelt im Gebiet. Es steht Fortdauer der h^H^nbeii Witterung in Aussicht. er. ,

Wetteraussichten in Hessenjyr-)nkürren^ ' 1 13. Juli 1910: Vielfach heiter, nachts kühl, aut' yn 1 Vm, Nordost.

Paris, 12. Juli. Der französische Botschafter in Madrid, der Frankreich auf der Konferenz von Algeciras ver­treten hat, hat fein Abschiedsgesuch eingereicht. Als sein Nachfolger wird der Gesandte Epiot in Brusiel genannt.

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