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erhältlich
Auergesellschaft, Berlin 0.17
Oberbügrermeister Mecum kennt keine wichtigere städtische Ängelegeicheü als die Ernährungsfrage der städtischen Bevölkerung. /Die hohen Produktionskosten seien durch die Futterzölle und die länderen Hochschntzzölle erllart. Um die hohen Preise aufrecht zu erhalten, verhindere man das Wachsen des Angebots durch die Erschwerung der Einfuhr. Damit würden Zustände geschaffen, 'die auf die Dauer unhaltbar seien.
' Stadtv. Grünew ald führt aus: Der Satz, daß die Politik nicht in die Stadtverordnetenversammlung gehöre, könne in dieser .Allgemeinheit von ihm nicht als richtig anerkanirt werden. Poli- tisch reife Leute, zusammengeführt durch das Amt, für das Wohl einer Stadtbeoölkerung zu sorgen, .seien wohl berufen, besonders über wirtschaftspolitische Dinge die Meinungen auszutauschen und wenn ein Mißstand bestehe, auf ihn aufmerksam zu machen bei -der zuständigen Stelle, die Symptome eines Notstandes, an dem 'die Nation leide, deutlich und laut zu bezeichnen. In diesem i Smne dürfe man sich wohl mit der Politik befassen, denn es sei wie ein französischer Staatsmann gesagt habe, „nicht gut, sich nicht mit Politik zu befassen, denn die Politik befaßt sich jeden ^Tag mit uns". Die Reichsregierung möge den besten Willen -haben, daß sie agrarischem Einfluß gehorche, stehe außer Zweifel. Die Großgrundbesitzer werden künstlich erhalten und bereichert, ^erklärtermaßen, weil aus dieser „Oberschicht" sich die Besetzung der hohen Stellen in Armee, Marine, Staatsdienst und höfischem Dienst rekrutiere, weil die Vertreter dieser Klasse vorzugsweise igeeignet seien für diese Aernter. Daß eine Kalamität bestehe, könne nicht bestritten werden, das Fleisch sei zu teuer. Arbeiter mit einem Tagesverdienst von 3 Mk. 50 Pf. könnten nicht das Quantum von Fleisch beschaffen, das für ihre Familie nötig sei. Aber der ganze Mittelstand, auch pekuniär gut stehende Familien, klagten mit Recht über die hohen Fleischpreise, man brauche nur sie Laus fr au en zu fragen, und die Männer, die die Fleisch- leuerung leugnen, würden bald verstummen.
Stadtv. Eichenauer ist ebenfalls der Ansicht, daß die Versammlung die Pflicht habe, für eine ausreichende Lebenshaltung der Bürgerschaft nn^utreten. Stadtv. Simon übersehe, daß die hohen Produktionskosten des Viehes durch die hol^n Futtermittelpreise hervorgerufen seien, die durch die Beschlüsse des Reichstags vor einigen Jahren eingetreten feien. Die Futttr- mittelzölle kämen niemals den kleinen Bauern zugut, da diese darauf angewiesen.seien, Futter zu kaufen.
Stadtv. Wallenfels hält es für einen Irrtum des Stadtv Simon, die Fleischteuerung zu einer Parteifrage zu machen. Es sei lediglich eine soziale Frage, die alle Schichten der Bevölkerung treffe ^ie Rechnung Simons scheine ihm mangelhaft, zumal man dieses Jahr feine Futternot habe. Zur Llbhilfe des bestehenden Notstandes gebe es nur ein Mittel, die Städte müßten einmütig entsprechende Beschlüsse fassen, daß sich die Regierung von dem Stotfland überzeugen könne. Angesichts der Wichtigkeit der Sache beantrage er namentliche Abstimmung über den Antrag
Stadtv. Krumm meint, die Beschäftigung mit politischen rzragen fei ganz hübsch und nett. Wenn die Rechnung des Stadtv Simon richtig fei, müßten alle Viehzüchter schon bankerott fein (Stadtv. Simon: Sie werden es noch'). Anders als unsere Agrarier dächten die dänischen Landwirte, die im Interesse ihrer Vieh- und Getreid^ucht vor 2 Jahren gegen Getreidezölle pro- teiliert hätten. Die kleinen Landwirte hätten nichts von den Getreidezöllen als das Vergnügen, statt wie früher 3 jetzt 5 Mark ausgeben zu können, ohne mehr dafür zu bekommen. Vom Reichstag und Landtag erwarte er nichts, da hier alles nach den Wünschen der großen Agrarier gehe. Auch die Regierung sorge für die Interessen der 72 Prozent nicht Landwirtschaft treibenden Bevölkerung nicht. Zu der Fleischnot komme die Teuerung aller übrigen Gegenstände. Die Gießener Stadtverordneten gehe mehr an, wie bte Gießener Bevölkerung leben könne, als die Lage der Viehzüchter. Durch die hohen Preise der landwirtschaftlichen Produkte werde blos der Vodenpreis gesteigert, das habe kein anderer als der frühere preußische Landwirtschaftsminister von Arnim anerkannt. Wenn die Agrarier das jetzige System aufrecht erhalten wollten, mußten fie in ihrem Interesse selbst für die Beseitigung der schlimmsten Härten sorgen. Die bei uns geübte Verschärfung der veterinärpolizeilichen Maßregeln sei blos eine Ergänzung des
> SchuAollshftemS. Aus Preußen könnten die Lenke ihr Vieh wohl als Zugtiere nach Hessen benutzen, nicht aber unsere Märkte damit beschicken. Gegen wirklich notwendige Maßnahmen habe niemand etwas. Er habe allerdings nicht das Vertrauen, daß die verpreußte Regierung in Darmstadt etwas tun werde, um dem Notstand abzuhelfen, aber man solle die Eingabe dennoch abschicken.
Stadtv. Helfrich sieht den Hauptgrund der Teuerung darin, daß in der letzten Zeit der Preis des Zuchtviehes so sehr gestiegen sei. Dies rühre daher, daß Mangel an Zuchtvieh vorhanden sei.
Stadtv. Plank ist für die Eingabe und macht darauf aufmerksam, daß man durch die Negierung gelungen worden fei, für Rinder und Kühe dieselbe Schlachtgebühr zu nehmen, wie für Ochsen, Es sei doch Unrecht, für Tiere mit 250—300 Pfd. nutzbarem Fleisch dieselbe Schlachtgebühr zu nehmen wie für solche mit 1000 Pfd. Das Verbot des hiesiaen Marktes fei lediglich auf die übergroße Aengstlichkeit der Veterinärpolizei zurückzu- führen, man solle dagegen energisch protestieren.
Der Vorsitzende bestätigt, daß die Regierung die Stadl zu der gleichmäßigen Schlachtgebühr für Ochsen, Kühe und Rinder gezwungen habe. Für sie sei lediglich der finanzielle Gesichtspunkt maßgebend gewesen, während fie die soziale Seite der Sache ganz außer Betracht gelassen habe.
Stadtv. Plank bezweifelt das Recht der Regierung, ein solches Verlangen zu stellen.
Stadtv. Troß führt die Ursache der Teuerung z. T. auf die hohen Anforderungen zurück, die das Publikum an die Metzger stelle (Ladenausstattung, Kundenabfragen usw.). Sonst wären Dis- serenzen zwischen 68 und 96 Pfg., wie sie heute zwischen Eiw kaufs- und Verkaufspreis beständen, nicht zu erklären. Die hier bestehenden Konsumvereine sollten doch einmal ein Gut kaufen und Viehzucht treiben. Auch der Fall Morgenstern in Berlin, wo ein Schlachtergessele, der drei blaue Montage nicht bezahlt bekommen habe, die Ursache eines Lissabon en miniature geworden sei, gebe zu denken. Man solle sich mit der Eingabe nicht lächerlich machen, denn ans dem Ausland könne gar kein Vieh zum Gießener Schlachthof eingeführt werden, da man keinen Gleisanschluß habe. Das Oktroi habe man einfach bei seiner Aufhebung auf die Schlachtgebühren geschlagen. Von Unterernährung könne keine Rede sein und es gebe namhafte medizinische Autori-- täten, die den Fleischgenuß überhaupt für schädlich hielten. Er bestrefte das Bestehen einer Unterernährung, solange der jetzige Aufwand in der Bevölkerung andaure. Töchter von Arbeftern gingen in Pelzen und Federhüten und im Kolosseum säßen die Leute bis tief in die Nacht hinein. Man solle die Eingabe ab- lehnen und erinnere daran, daß schon einmal eine ähnliche Ge- chichte eine große, nicht beabsichtigte Wirkung gehabt hätte. Die Versammlung habe vor einigen Jahren eine Eingabe wegen der Brotpreise beschlossen und die Folge sei gewesen, daß Stadtv. Heyligenftaedt fein Reichstagsmandat verloren habe.
Der Vorsitzende erklärt, die Versammlung mache sich nicht lächerlich, wenn sie die Einfuhr von Vieh nach Hessen verlange und davon auch die Verbilligung der hiesigen Preise erhoffe.
Stadtv. Iann spricht sich ebenfalls für die vorgeschlagene Eingabe aus, wenn er sich auch von den darin vorgeschlagenen Mitteln keine Abhilfe verspricht. Er führe die Teuerung hauptsächlich auf den vom Publikum verlangten Mehraufwand der Metzger und den Mehrverbrauch an Fleisch zurück. Mit der Eingabe tue man seine Schuldigkeit und wenn die Regierung einen Weg zur Abhilfe finde, werde fie ihn wohl auch betreten.
Stadtv. Jughardt macht darauf aufmerksam, daß nicht nur das Fleisch, sondern auch Butter, Eier und Milch feit 30 Jahren roei entlief) teuerer geworden seien. Es sei die Frage erlaubt, wie die Großgrundbesitzer zurecht kommen könnten, die chre Güter fortgesetzt vergrößern. In Hessen habe kürzlich ein Pächter, der 1900 Mark Einkommen versteuert habe, für das von ihm bewirtschaftete Gut 300 000 Mark gebot wollen, das gebe doch zu denken.
Die Guten der gst raße soll demnächst jitm Ausbau gelangen. Um ein Aufreißen des Bürgersteiges zu verhindern, soll gleichzeitig das elektrische Kabel gelegt fverden, wofür 1700 Mark bewilligt werden.
Stadtv. Krumm, bringt dabei die Mangelhafte Straßenbeleuchtung vor den Eisenbahnhausern in der Frankfurter Straße zur Sprache. .Ter Vorsitzende sagt Prüfung der Angelegenheit zu. , , w
Ein bereits früher genehmigter Pachtvertrag mit Gcbr. Kahl wegen Geländes, zunächst der Kläranlage liegt nunmehr fm Wortlaut vor und findet Genehmigung..
Tie Fleischteueruvg.
Von Adam V o l z ging einen Tag nach der letzten Sitzung der Stadtverordneten eine Eingabe ein, in der Kenntnis von einer »in einer Versammlung im Gewerkschaftshaus beschlossenen Entschließung wegen der Fleischteuerung gegeben wird und die Versammlung um entspreck)ende Maßregeln gebeten wird. Außer SckMtten bei der Staatsregierung wird um Ermäßigung dev Schlachtgebühren ersucht.
Der Vorsitzende teilt mit, daß die Ermäßigung der Schlachtgebühren selbst um die Hälfte noch nicht einen Pfennig auf das Pfund Fleisch betragen, also den Konsumenten nicht zugute kommen werde. Der sozialpolitische Ausschuß habe deshalb von der Stellung eines Antrags in dieser Richtung Abstand genommen. Er erkenne aber die bestehende Fleischteuerung an und schlage entsprechend dem Vorgehen anderer Städte eine Eingabe an die hessische Regierung vor, in der diese unter Hinweis auf die anhaltende Fleischteuerung, die die Lebenshaltung des Mittelstandes und der Arbeiterschaft schwer beeinträchtige, gebeten wird, im Bundesrat auf die Einrichtung weiterer geeigneter Einfuhrstellen für Vieh an den Greben unter tunlichster Erleichterung der Quarantäne,hinzuwirken, weiter entsprechmd dem Vorgehen Badens und Elsaß-Lothringens die Einfuhr von Schlachtvieh nach Hessen zuzulassen und für Ermäßigung bezw. Aufhebung der Futt^rmillelzölle einzutreten.
Stadtv. Wallenfels hatte die ^Absicht, heute dasselbe anzuregen, und tritt warm für die Eingabe ein.
i Stadtv. Simon hält die Eingabe nicht für geeignet für die Versammlung, da diese sich damit auf das politische Gebiet begebe. Er wolle aber, um der Versammlung ein richtiges Bild geben, ihr die Produktionskosten für ein dreijähriges Rind emmal vorrechnen. $in ßalb -fofa im Ankauf durchschnittlich 50 Mark, für die 30 ersten Tage brauche man zum Füttern durchschnittlich 8 Liter Milch, die zum Preise von 15 Pf. gerechnet, rnadje 36 Mark. Für weitere 1070 Tage brauche man für das Tier durchschnittlich für 60 Pf. Futter, aber selbst wenn man nur 40 Pf. rcid>ne, komme man, auf 428 Mk., für Versicherung, ! Arzt, Stallbenutzung usw. wolle er nur 75 Mk. und für War- jtung und Pflqge täglich nur 10 Pf., also 110 Mk. rechnen. .Das mache zusammen rund 700 Mk. Produktionskosten oder !nach Abzug der Dnngpvoduktion (75 Mk.) 625 Mk. Ein drei- Ijähriges Rind besitze^ 6 Zentner Schlachtgewicht, erbringe also nach dem bis jetzt erzielten Höchstpreis von 85 Pf. 510 Mk., so chaß sich ein Fehlbetrag von 115 Mk. ergebe. Er könne daher dem Antrag nicht zustimmen und bitte um dessen Ablehnung.
bau einer Turnhalle und eines MortgebäudeS vorgesehen. DaS 1 Schulhaus an der Ludwigsstraße wird das Realgymnasium auf* nehmen, für das über der Turnhalle Physik-, Chemie- und Zeichensaal eingerichtet werden. Die Baukosten sind auf 384 000 Mk. veranschlagt, wozu noch die Kosten der Zentralheizungsanlage für die ganze Anlage kommen, so daß ohne die innere Einrichtung mil 400 000 Mark Baukosten gerechnet werden kann. Die Schuldeputation und der Finanzausschuß empfehlen einstimmig Genehmigung. Eine Eingabe von Pros. Clemm, der durch die Nähe des Gebäudes eine Beeinträchtigung seines Hauses befürchtet, kann, wie eine Prüfung ergeben hat, nicht berücksichtigt werden.
Stadtv. Huhn spricht dem Stadtbauamt ferne Anerkennung für den schönen Plan aus, welcher Anerkennung sich der Vorsitzende anschließt.
Stadtv. W i n n ist nach reiflicher Uebertegimg immer noch der Ansicht, daß man den Neubau besser auf das früher dafür vorgesehene Aktienbrauereigelände gestellt hatte. Damit wäre die dortige Gegend rasch bebaut worden, während so die Stadt noch lange ihre Bauplätze feilhalten könne. Auch fei in der Stephan- straße eine spätere Vergrößerung des Gebäudes unmöglich. Man solle deshalb, die Sache noch einmal prüfen, zumal der Platz ai der Stephanstraße gut verwertet werden könne.
Der Vorsitzende bittet, an dem jetzigen Projekt festzuhalten. Eine Vergrößerung sei hier allerdings ausgeschlossen, könne aber aus schul technischen Gründen niemals in Frage kommen.
Stadtv. Dr. Ebel spricht sich ebenfalls gegen eine no& malige Prüfung der Platzfrage aus und fragt, ob nicht eine Aenderung des Vertrages mit dem Staat in der Richtung erzielt werden könne, daß die Kosten der Stadt in ein besseres Verhältnis mit den Rechten der Stadt gebracht werden. Zurzeit habe die Stadt nur die Pflicht zu zahlen, aber keinen Einfluß auf die Schule.
Der Vorsitzende glaubt, daß diese Sache von selbst in Fluß käme.
Stadtv. Eichenauer ersucht, der Anregung des Stadtv. Winn keine Folge au geben, damit die Sache nicht weiter hinaus- geschoben werde. Tas liege namentlich auch im Interesse des Bauhandwerks.
Stadtv. Wallenfels ist derselben Ansicht.
Stadtv. I a n n unterstützt die Anregung des Stadtv. Dr Ebel und verspricht sich in dieser Hinsicht Erfolg von einem gemeinsamen Vorgehen der hessischen Städte.
Nachdem Stadtv. Winn nochmals für seinen Vorschlag, bei durchaus vorteilhaft für die Stadt sei, eingetreten ist, wirb der Antrag auf Errichtung des Oberrealschulgebäudes in der Stephan- straße gegen eine Stimme angenommen.
Kinematographenbesuch durch Schulkinder-
Auf Anregung des Schulvorstandes hat das Polizeiamt eine Verordnung ausgearbeitet, die den Besuch der KinematographLN- theater in ähnlicher Weise wie in anderen Städten regelt.
§ 1 sieht vor, daß schulpflichtige Kinder derartige Unternehmungen nur in Begleitung eines Ellernteils, des gesetzlichen Stellvertreters der Eltern ober eines Lehrers besuchen dürfen. § 2 besagt, die Besitzer von Kinematographentheatern hätten dafür zu sorgen, daß sich schulpflichtige Kinder nicht allein in ihren! Anstalten aufhalten und § 3 sieht für den Fall von Zuwider Handlungen Geldstrafen bis zu 30 Mark oder entsprechende Haft- strafen vor.
Der sozialpolitische Ausschuß beantragt Annahme mit der Abänderung, daß statt „schulpflichtige $int>er", „Kinder unter 14 Jahren" gesagt wird und außerdem besondere Schülervor- ftellungeii gestattet werden, wenn das Programm hierfür von der Polizei im Einvernehmen mit den Schulen genehmigt wird und die Vorstellungen bis 7 Uhr abente beendigt sind.. Dieser Antrag findet Annahme.
Verschiedenes.
Tie Holzhauerlöhne werden alt dieselben Leute unH zu denselben Preisen wie seither für 1910/11 freihändig vergeben.
Tie Stadtverorrdnetenwahlen finden entweder am 22. oder am 29. November statt. Ter Termin kann erst genau festgesetzt werdens, toenn es fest steht, ob gegen zwei von der Bürgermeisterei erfolgte Einspruchszurückweisungen Rekurs an das Kreisamt erfolgt. Als Beisitzer werden die Stadtvv. Dr. Ebel, Habenicht, Krumm, Löber, Plank, Schäfsstädt, Simon und Troß gewählt.
Tie Volkszählung, die nach dem Gesetz von der Gemeinde zu leiten ist, wird hier von der Polizei durchgesührtt weshalb der Oberbürgermeister jede Verantwortung dafür ablehnt. Die Kosten hat die Gemeinde zu tragen. Da ftch nicht genud freiwillige Zähler gemeldet haben, find hierfür 2500 Mark erforderlich, die bewilligt werden. Die bezahlten Zähler erhalte^ 20, bezw., soweit es städtische Beamte sind, 10 Mark.
Tas Gesuch des Will). Schmid zu Amstetten um Erlaubnis Zum Schank Wirtschaftsbetrieb im Hause Sonnenstr. 13 wird befürwortet.
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*.Die Naturalisierung in Frankreich zeigt nach der lüngflen Statistik im vergangenen Jahre einen Rückgang^ Während noch im Jahre 1908 2914 Ausländer die französische Staatsangehörigkeit erwarben, sank im letzten Jahre die Zahl) auf 2807. >Die Mehrzahl lvar bereite mehr als zehn Jahre in Frankreich fest ansässig. An der Spitze dieser „neuen" Franzosen stehen die Italiener mit 594, die Belgier folgen mit 552, die Deutschen mit 173 (darunter 142 Elsaß-Lothringer), die Russen mit 127 und bann die Spanier, Schweizer, Rumänen und Luxenburger. ______________________
(tuungeniu/e vkhkhivc.
L5. Sonntag nach Trinitatis, den 13. November Gottesdienst.
Jn der Ztaottirche.
Vormittags 6'/, Uhr: Pfarrer D. Schlosser.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die MatthauZgemeinde« „ Piarrer D. Schlosser.
Abends 5 Uhr: Pfarrer Schwabe.
Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Aiatthäusgememde.
Dienstag den 15. November, nachmittags 4 Uhr im Matthäus- aal: Frauenmissionsverem.
Mittwoch den 16. November, abends 8 Uhr: Vereinigum der fonficnuerteii weiblichen Jugend der Markusgemeinde.
Donnerstag den 17.9looember, abends 8 Uhr, im Malthäussaal: Bibelftunde. (Bilder aus dem Lebe>i der Apostel.)
Piarrer D. Schlosser.
3n der Johanneskirche.
Vormittags 91/, Uhr: Pros. D. E cf.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die LukaSgemeinde.
P'arrer Bechtolsheim er.
Abends 5 Uhr; Pfarrassistent Sch orte m mer.
Abends 7'/, Uhr: Versammlung der kotlfirmterten weibliches Jugend der Lnkasgememde. — Um dieselbe Zeit versammelt sich die konfirmierte männliche Jugend der Joyannesgemeinde im Johannessaal.
Mittwoch den 16. November, abends 8 Uhr: Bibelstunde im Lukassaul. Pfarrer B e ch t y o ! ö h e i m e r.
Freitag den 18. November, abends 51/, Uhr: Versammlung der konfirmierten weiblichen Jugend der Johannesgememde.
Stadtv. Dr. Ebel unterstützt die Ausführungen der Stadtv. Grünewald und Krumm. Die Annahme des Stadtv. Helfrich, daß die Produktionskosten so hoch seien, weil Mangel an Vieh bestehe, sei wohl richtig. Er glaube ihm umso eher, da H. als 3rt>eiftimmmmann_ gerade nach Ansicht der Agrarier mehr Verstand besitzen müsse, wie Stadtv. Simon. Man müsse also die Vieheinfuhr zulassen. Die Gesellschaft „Hibemia", die selbst Vieh züchte, mache noch ein gutes Geschäft, trotzdem sie das Fleisch ihren Arbeitern sehr billig abgebe. Die von den Metzgern gemachten Aufwendungen seien durch die Konkurrenz hervorgerusen, sie könnten vielleicht durch einen einmütigen Beschluß wenigstens bas Kundenabfragen befertigen. Tie Nachfrage nach Fleisch 'sei größer geworden, weil das jetzige Erwerbsleben höhere Anforderungen an den Einzelnen stelle. Wenn das Bürgertum in ganz Deutschland aufwache, woll er sehen, ob sich auf die Dauer eine Reichstagsmehrheit finde, die ihm widerstehe.
Stadtv. Grünewald führt aus, auf die vegetarische Ernährung, wie Herr Troß es tue, dürfe man die Bevölkerung nicht verweisen. Er wolle die Berechtigung der vegetarischen Lehre nicht leugnen, aber sie eigne sich nicht für die Ernährung der arbeitenden Klassen, die auf möglichst kräftige und möglichst billige Ernährung angewiesen seien. Die Fleischteuerung sei verschuldet — wie die Teuerung aller Lebensmittel und der gesamten Lebensführung — durch die H o ch s ch u tz z ö l l e, nach deren Einführung die Preise der Güter ungeheuer in die Höhe gegangen seien. Diel Pachtpreise in der Wetterau z. B. seien in fortgesetztem steigen,, die Herrschaften verlangten und erhielten bei jeder Auflösung eines Pachtvertrags viel höhere Revenuen. — Wenn die Regierung den Notstand leugne, so beweise dies, daß sie auch an dieser Angelegenheit mit Scheuklappen vorübergehe. Erscheinen aber Kundgebungen solcher Gremien, wie die städtischen Vertretungen, die mitten im Volke stehen, so müßten sie ihre Wirkung äußern in dem Sinne, daß die Negierung sie als Material verwenden und beachten müsse.
In dem Ausschuß habe seinerzeit er mit dem Stadtv. Heichelheim beantragt, zwischen der Schlachtgebühr für Ochsen und für geringeres Großvieh zu differenzieren, aus der Erwägung, daß das bessere Ochsenfleisch teurer sein dürfe; das Ministerium habe dies nicht genehmigt. Er befürworte aufs entschiedenste die Annahme der Entschließung des sozialpolitischen Ausschusses, er hoffe auf einmütige Annahme, die beiden agrarischen Redner (ganz schlimme Agrarier seien sie ja nicht) sollten Entsagung üben und der Kundgebung zustimmen.
Stadtv. Eichenauer führt dem Stadtv. Troß gegenüber aus, daß kein Stand die Fleischteuerung mehr beklage und größeren Schaden davon habe, wie die Metzger. Der prozentuale Fleischkonsum sei zurückgegangen, in diesem Sinne könne allerdings von einer Unterernährung gesprochen werden. Es sei durchaus berechtigt, daß an der verbesserten Lebenshaltung auch die unteren Klassen Anteil hätten.
Nach weiteren Ausführungen der Stadtv. T r o ß und K r u m m wird die Absendung der vorgeschlagenen Eingabe gegen die stimmen der Stadtv. Simon und Troß beschlossen.
Neubau für die Lberrealfchule.
Tie vom Stadtbauamt auSgearbeiteten Pläne für den Neubau eines O b e r r e a l s ch u l g e b ä u d e s, dessen Errichtung schon früher beschlossen wurde, liegen vor. Danach kommt der Neubau an die Stephanstraße im Anschluß an das vorhandene Physik- und Chemiegebäude zu stehen. Außerdem ist der Neu-


