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Die heutige Nummer umfaht 16 Setten.
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Son der preußischen Rebern ging die Gründung eines nationalliberalen Vereins
Zlus Neffen.
- Aus dem giibbertal wird uns berichtet: Dre nationalliberale Partei hielt am <Simstag unb Sonntag unserem Tale drei öffentliche SSerjammlungen ab, ur mi f m a n n in Gießen über „Die
Deutscl)es Reich.
Dem preußischen Ab ge o r dne t e n h ause ging ein» Zentrumsantrag zu, nach welchem die Regierung auf- gefordert wird, Maßnahmen zur Herbeiführung eines wirksameren Schutzes gegen die schweren Schädigungen^ treffen- L unserem LalLLen durch die zunehmende VerbrerMn der öffentlichen Unsittlichkeit, msbesorckere der Heranwachsenden Jugend durch die überhanbnehmenbe Pornographie und Schundliteratur zugefügt wird.
Magdeburg wurde unter dem Vorsitze des Oberpräsidenten em Verband der Arbeitsnachweise für die Provinz Sachsen begründet.
Heer und Flotte.
Berlin, 14. Jan. Das Militär wo ch enblatt meldet Ritter Hentsch el v. Gil g enh elmb. kommst», dierender General des 25. Armeekorps, wurde unter Be lassuna ä la suite des Infanterie-Regiments Herwarth v. Bittemeld zur Disposition gestellt, v. F a b e ck, Kommandeur der 28. Infanterie-Divis.on, wurde unter Beförderung zum General der Infanterie zum kommandierenden neral des 15. Armeekorps ernannt, o. Mo ß n er, oou^ verneur von Straßburg, wurde unter Belassung L la suite des Garde-Husaren-Regiments zur Disposition gestellt.
zu erweisen, wie leiust die tirchtichen mit Ansichten über die an die Beamten zu sieb rungen auseinandergehen können. Das ^trum hat uns sa moser Tage im Reichstag darüber die Augen gründlich
Gedern ging die G^dung eines nationalliberalen Vereins, ftlr LLm Hirzenhain und Umgegend Woraus. dem schort 25 Mitglieder beitraten. Der vor einiger Zeit in berg gegründete nationalliberale Verein wurde in einen solchen für Ortenberg und Umgegend umgewandelt. Auch ihm traten neue Mtgtieder bei.
Oolttlfche wochenschan.
Gießen, 15. Jan.
Bei allem Ueberfluß an Streitfragen, die in der amtlichen deutschen Politik für die Oesfentlichkeit zugespitzt werden hat die letzte Angriffsstellung der reichslandischen 9ie- qierung und der Bischöfe von Metz und Straßburg em ganz Uonderes Interesse hervorgerufen. Das liegt daran, weck der Konfliktstoff so klar und offen jedem Beurteiler vorliegt und weil die hohen Würdenträger der glichen und schlichen Gewalt sich über ihre Meinungsverschiedenheiten nickst hinter verschlossenen Türen, sondern in schriftlichen, ^tzum Truck bestimmten Kundgebungen cruseinandergeietzt haben 5ieute kennen wir den vollen Wortlaut der Briese, die sei dem 9. Januar -wischen dem kaiserlichen Statthalter und dem Bischof von Straßburg gewechselt worden findBei dem interessanten Ausgebot diplomatischen und stilr tischen Bemühens hat der erste Anlaß dieses
staats- und lirchenrechtlichen Streites rnben der ernsten auch eine heitere Seite. Der wackere Prälat Nigetiet hat in einem so wunderlichen Stile den katholischen Lehrern ins Gewissen geredet, dab man ub^die kirchenamtliche Weiterverbreitung dieses Artikels im , Schulfreund" an die sämtlichen katholischen Lehrer de- El,aß höchst erstaunt sein muß. Er geißelt bei den katholischen Anhängern des Allgemeinen Deutschen Lehrerv^reins die „Feigheit , den Mangel an „Würde m nultch.r Lelbsta.idigkii. . ,W.e w ro dein ^Waschlappenge sicht Ku den Charakter- kövsen des Himmels passen?"
Ter Straßburger Bischof beruft sich in etnem feiner Schreiben an den Statthalter daraus, daß die kirchliche Behörde die Form des Artikels sich nicht zu eigen genmcht habe, das gehe schon daraus hervor, daß sie chn nur „zur Kenntnisnahme" an die Lehrer weitergegeben hab^ Ob die ,-Waschlappengesichter" nicht aber vielleicht doch gründlicher von der amtlich verbreiteten Strafpredigt Kenntnis genommen haben, als der Bischof ihnen angeblich hatte zumuten roolten9 „Zur Kenntnis". Werden sie das Wort ganz begriffen haben? Der Statthalter Graf Wedel hat in seinem Ersten Brief, vom 9. d. M., an den Straßburger Bischof einfach erklärt, die amtlichen Befugni.se der geistlichen Behörden — also auch Verbreitungen zur Kenntnisnahme — „erstreckten sich ausschließlich aussolche Angelegenheiten, die dem religiösen oder kirchlichen Gebiete angehmen . Das ist in der Tat der einzige Rechts,atz, der die Sache trifft, und wir glauben, daß die Wucht dieses Satzes bef er gewirkt haben würde, wenn der Statthalter die langen Schreibereien drum und dran ganz unterlassen hatte. Will die Krche die Lehrer vor Gefahren warnen, so kann fw es in g^itzneter Form dort tun, wo die Lehrer dem Einfluß bischöflicher Beratung freiwillig und unmittelbarer zugänglich smd.alsin der Schulstube, in der allein Fragen des Unterrichtes ent- ickieden werden Mit Recht bat Graf Wedel auf die Un- Atbarkeit des Standpunktes der Bischöfe hingewiesen, indem er meinte, „es würden die kirchlichen Behörden daraus das Reckt ableiten können, Lehrern und Beamten nicht nur in außerdienstlichen, sondern auch in drenstlichen Angelebenheiten, sofern nur ein mittelbares oder vermeintliches kirch liches Interesse geltend gemacht werden könnte, Verhckltungs- maßreaeln erteilen, was einen direkten Eingriff in Sie L Lte ^schließlich zustehende Disziplin seiner Be-
^Anftruch ol)ne Gegengabe an die Kolonialgesellschaft d^e Sckürffreihät durchgesetzt zu haben. Aber auch vow praktischen Standpunkte aus sei das Zusammengehen rni der Kolonialaesellschaft der rechte Weg gewesen, denn h nter bM & Hütten l°ifiungs,ahrge na-
aetinnte Lanken geftonben, wahrend die, Bewohne 0 des Schutzgebietes schwerlich Mer die notigen Kavidalien und Sachlennttnsie hattenver,ugen konnem Roch rin paar Hinweise ans die unsoliden Zustande irrt Diamantenl^nde: In Windhuk 6abe man fut auSroaritge ^andlunasreisende Gebühren von 1000 Mr. für b -'Nona^ eingesührt; der Börsenschwindel 'N Lüderidbucht uberiresft alles dagewesene, dort verdiene der einzige Notar brglich tausende von Mark — und auch Herr Erzberger mupte m bc£ Lob Dornburgs einstimmen. Man wird nun die Gegen Mengen aus dem Schutzgebiete abzuwarten. haben Da auck die übrigen Jahresberichte über unsere Kolonial gebiete günstig lauten, ist die Stellung des ehemaligen Darmstädter Bankdirektors nicht nur unerschuttert, sondern gefestigter denn je. Das Schmerzenskind von einst, das Koloinalamt, fängt an, bem Reiche Sonnenschein zu bringen.
ICleiiK» Feuilleton.
n. Die Rheinische Natur forschendeGesellschaft hatte vorgestern im Saale der Liedertafel
Versammlung einberufen, die darüberentscheiden sotttc, Sanrmkungm des Vereins in den Bentz der Stadt Mmnz über- geh.-n ioTitm. Vor der Versammlung legte ber ob!»
Gründe der lieber gäbe der Sammlung bar und famthcfc wesende stimmten fir die Uelerlassung an die,-vtadt. Äußerem wurde eine Satzung gutgeheißen. nach der für die zumnNig Verwaltung der Sammlung gewissermaßen ern 2üisschib 6ewah t Werden soll, der außer Oberbürgermeister und ^^5^?neten auch den Vorstand und verschobene Mitglieder des Verbarwis umfassen soll. Die Angelegenheit Wird nun nt nächster öeu auch vor die Stadtverordncten-Sitzung kommen.
— Hermann Gura scheidet mit Ende der jetzigen -Llpielzeit ans dem ll^rbande des Hamburger Stadtcheaters, um >eme Zeit und Tätigkeit vollständig den von ihm geplanten künstlerischen! Unternehinungen, u. a. auch der diesjährigen Sv mmero per bei Kroll in Ber l in, widmen zu künnen. Lreme Gattin, Frau Anni Gura-Hummel, scheidet mit ihm aus Hamburg. Zu Guras Unternehmungen gehören auch Wag ner - A u n u vy rungen in Rußland, die er für den nächsten Winter Plant. Er will irr Petersburg und Aboskau den ganzen „Nibelung^iring in Bayreuther Besetzung bringen. Tie beiden kaiserliä^cn ^cMivr in Petersburg und Moskau sind ihm bereits zur Verfügung gestellt.
— T r. Ernst Martin, der ordentliche Professor der deutschen Philologie an der Universität S t r a ß b u r g i. E l s., tritt auf seinen Wunsch bom 1. April 1910 in den Ruhestand. Ter ausgezeichnete Germanist ist am 5. Mai 1854 zu Vena geboren u. siedelte nach seiner akad. Tätigkeit in Heidelberg, Freu- bürg und Prag t. I. 1877 als Nachfolger Wilhelm Scherers nach Straßburg über. Martin beteiligte sich als Mitarbeiter an Atullen- Hoffs „Deutschem Heldenbuch" (1866), gab Gudrun (1872, 1902), den niederländischen Reinaert de Vos (1874), den altsranzosischen Roman de Renart (1882—87) und Wolframs Parzisal (1900, 1904) heraus, erneuerte und vollendete die deutsche Literaturgeschichte von Wilhelm Wackernagel und bearbeitete zusammen mit H. Lienhart das Wörterbuch der elsässischen Mundarten. Aus seiner Gymnafiallehrerzcit stammt eine von ihm verfaßte kleine mittelhochdeutsche Grammatil, die viel Anklang fand (13. Ans-- läge 1906).
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„Geflügelt ist das Glück und schwer. zn binden, nur in ver- scklossener Lade wirds bewahrt; das Schweigen ist zmr Hüter ihm gesetzt, und rasch entstiegt es, wenn^Gesckwatzia.ei voreilig wagt, die Decke zu erheben/ Bon der preu Wahlreformvorlage, die in verschlossener L«de bewahrt wird, soll erst in einigen Wochen die Decke erhoben werden - daher rührt wohl der Hauptgrimm der Gegner SStf batte man sich auch von einem persönlichen Eingreisen des Kanzlers in die Besprechung der Mecklenburgischen Versassungs- wünsche viel versprecken können? An em direktes Ving««-» des Reiches hat wohl kein Mensch gedacht, und der beabsichtigte moralische Druck auf die mecklenburgischen Granden ist ausaeübt worden, soweit dies möglich war.
Bedeutsamer als die Redeergus,e rm vollversMnmelten Reichstag waren die Feststellungen im Budgetausschuß über die Diamantenfraae. Herr Dernburg hat dabei über seine Angreifer im Reich und den Kolonien einen Sieg davongetragen. Was er einige Tage vorher m seiner besonderen Denkschrift irber die Verhältnisse im deutsch-,udwepa>rüaNischen Diamantengebiet bargelegt hatte, das wurde un Ausschuß noch be-siimmter und lebendiger vertreten. Bis Ende November 1909 ist dem Fiskus aus der Diamantforderung insgesamt eine Einnahme von 4 592 265 Mark S^eslosstn. Das Reich hat, so wurde erklärt, alles in allem rund 48 Proz^ Anteil an den Erträgen. Die lebhaften Klagen aus dem Tiamantengebiet, wo allgemein das Beretcherungsfieber die
amten bedeuten wurde. _ < _inprn
Wenn Bischof Dr. ^rchen darauf wiederum ij langen Sß.ie.e erwidern zu können glaubt, dre katholische Sittenlehre „verpflichte insbesondere bte Beamten zur gewissenhaften Erfüllung ihrer dienstlichen Ob' ^S^heiien und zur Treiie gegen die von Gott geletzte Obrigkeit , s ck man nur an den Standpunkt der staatlichen Autoriw bei den Beamtenmaßregelungen in Kattowitz zu denken, um
AnsLand.
Die englischen P ar l a m en t s w a hl e n begannen ant Freitag mit ber Wiederwahl Joseph Chamberlains in ■I—IIHIIIIMI ■■ I II IIIIF——»«■ 1.....
wünsck^Hü^Zuftiedenheit zu verbreiten; als UnzufriedeneT! wünscht er uns nur Friedlosigkeit!
— Deutsche Opern in London. Aus London wird berichtet- In der neuen Londoner Opernsaison in Codent Garden, die unter ber Leitung von Beecham am 19. Februar beginnt und 22 Vorstellungen umfassen wird, wird in diesem Jahre die deutsche Musik eine hervorragende Stellung einnehmen Mit dem größten Interesse erwartet man die englnche Uraufführung der Elektra" von Richard Strauß, die an fünf Abend«, den Londoner Musikliebhabern geboten werden soll. Die Titelrolle wird Edith Walker singen, die Klytemästra Frau von Milden- bura, die Chrystosemis Francis Rose, den Orest Weidemann, und den Aeghist Maurice d'Oisly Beeck>am wird, das Werk dirigieren, doch erwartet man, daß Strauß lelbst an
einem Abend die Leitung übernehmen wird Neben ber „Elektra kommen noch folgende deutsche Werke zur Aus,ühmng: bte Oper „Slonico und Julia auf dem Dorfe" von Friedrich ^elius> „Hänsel und Gretel" von Humperdinck und der „Tristan , ber dreimal in Szene gehen wird.
— Gabriele d ' A u n u n z i o protestiert, wie dem Berl. Tgbl." mitgeteilt wird, feierlich gegen die Willkilr der Sleuerbeiwrde, die ihn weben um das f ü n f f a cb e gesteigert hat Während der göttliche Dichter bisher nur ein Entkommen von sechstausend Franks versteuerte, sost er hälftig dreißiglausend oerfteuern. d'Annituzio erklärt dagegen nut Worten der Entrüstung, daß er nur dreitausend Franks verdiene ck). Er ivlll dies durch Beiveise belegen.
— Erschöpfende Auskunft. Ein Thecrtvi-direkwr War von einem Kollegen um eine Aushmst über einen früher bei ihm beschäftigt gewesenen Schamcheler angegangen worden. Er ent> Lebigtc sich dieser Aufgabe in folgender Weise: „Lieber Wrc Kollege! Mein verstossener erster Held spielte Lear, Hamlet, Romeo, Faust und Billard, das letzte am besten. Mit herzlichem Gruß Ihr ..."
— Kleine Chronikaus Kunst n n d W i s s e n schatt. 1 Ter einstige Assistent Liebigs, der aus Batiern stammc-ndel ChmriPer Professor Voll Hard, ist im 76. Lebens! ah re m valle 1 gestorben. — G. mime rat Dr. phil. Moritz R i t ter , ord. Professor ' Hit mittelalterliche unb neuere Geschichte an der Bo nner Um- ' verjiüit, begeht am 16. b. SDL seinen 70. Geburtstag.
Nr. 12 Erstes Blatt 160. Jahrgang Samstag 13. Januar 1010
Ferusprech-Anschlüsse: IJ politischen Teil: August
WW General-Anzeiger für Oberheffen MW
HotationsSrud und Verlag der erschlichen «n.v.-vnch- und Steiudruckerei R. fange. Reöattton. gtpe»man un» Drudereh WmWrote 7. wign,,eil! bis vormittags 9 Uhr. ----
— München und Oberammergau. I" dreien beiden i Namen sind die bervvrragendsten bayerischen Ereignisse des 1
1910 aut kulturellem Gebiete verkörpert. Nach rehniohrMr Paust
statt findet, in den Vordergrund. Im Muinckmier Kunstlei theater vw/rTtff-n'rivt Dentiä>e Tl>eater zu Berlui unter Reinhardts
Geltung Festspiele vom Mai bis Oktober. Wichard Wagiier-rftst- spiele finden im Prinzregententheater, ^iitvkmrtbeater statt. Dazu im K. GlaSpalast Die
Jahresausstcllung 1910, veranstalteti von der Münchmer Künstler- Genossensä-aft.
- Der Neben men sch. Die Schaubühne bringt Totgcnbc Betrachtmig «ms der Feder Peter Altenbergs: „Neunzig Nrvient unserer Lebensencrgien raubt uns tne Ungezogenheit, bi.
D^rt zerstört um er zart empfindliches« Nervensystem. Nicht Distanz- huTOm von der Welt des anderen, die mau ia doch nicht begreifen Ä ÄTibie tan. Tie unverständliche Welt des anderen nicht' achtungsvv-ll und fclseu handelt, ist- eme
Es ist, wie wemi man icman'bem, der wisaglich an ^'^anc i
ecftischt, ia erlöst durch deine Gesellschaft, M, er suä>. ,w auf vi »sse- »Ä-iSSrS ztz sTOnnr- selbst zu ewiger, innerer Unruhe verdammt, orangi e„ I ie, -rtz-KSALSZ-LM ; sä»
9 Wir bedauern, daß die weitschweifige Form des Einspruches cms dem Sdatthalterpalais dte Bisawie zu unnachgiebigem Widerspruch ermuntert hast Wenn Gsas V^el ftch letzt ratlos nach Berlin wendet, so drangt sich der Gedanie auf, daß es vielleicht besser gewesen wäre wE in bieser wichtigen grunbsätzlichen Frage gleich am Anfang die^hocksste Instanz das entschei. ende Wort g stochen ha Undzwar einer Form, die einen Einspruck) ^m mindesten nicht leicht gemacht haben würde. „Was zwingt den Mächtigen, daß er verhehle? denn Furcht sei fern von demer grotzen ^ele^ Wie die Dinge jetzt liegen, hat die staatliche Autorität mit ber bischöflichen Gewalt nur ein ^terefiantes Zwiegespräch gepflogen, bei bem man nicht weiß, wer bas letzte ^o^^err^n B^thmann-Hollweg hat schon einen zahlreichen lausen von Feinben. Vor einer Woche wusste man s nur halb, heut ist es Gewißheit. Tie Abgeorbneten ber äußersten Linken, Herr Scksraber unb Herr Subekuin, Huben sich bar über aufgeregt, baß ber Kanzler nicht Persönlich bi: Äatto- witzer Beamtenmaßregelungen vertreten haba, Was er dabei anderes unb gescheiteres hatte vorbringen können, als der Staatssekretär Delbrück, ist uns nickst erfindlich. Auch bre linksliberale Presse höhnt unb fragt. Besonders geschmackvoll benimmt sich dabei das „B. T", indem es meint, „ein neugebackener unb noch mit keinerlei Ruhmestaten belasteter Reichslanzler bürfe boch bem Reichstag gegenüber die An- stanbspflicht nicht außer acht lafsen. Dabei stellt das Be liner Jatelliqenzblatt in einem A.emzuge uiit Behagen fest, d-r Sm-tM-riä- Delbrück fei an bL-n Tagen em,ach ausgelacht worden. W.r hicken uns darüber gewundert, ; daß Herr Delbrück, der zu den Kattowitzer DorganAen durch- : aus würdig und sachlich gesprochen hast bei dem Sturm von - höhnenden Zurufen sich daraus beru>en mußte daß die Störenfriede ja seine Antwort und verlangt hatten.
Sckstießlich haben unsere Volksvertreter doch auch Anstands- .
Eckten' Bei solchen Zuständen im „hohen Hause' uno bet in unserem Tale Drei 7«'ate&en“öübct
^r Lneruna an die Quelle alles Uebels die Vielrederet denen.Rechtsanwalt„Kaufmann m Gießen^ub^r ohne Zweck unb Ziel, kann man bem Kanzler nur samem Gebrauch seiner Worte raten.


