*♦ Stenographie. Am Mittwoch' tatzte hn Hotel Einhorn znm ersten Male der in einer früher ckdgehaltenen gemeinschaftlichen Vorstandssitzuna sämtlicher hics'.ger Slenographen-Vereine nach Gabelsberger gebildete Gesa m tau s schuß sür das am 1., 2. und 3. Juli 1911 hier abzuhaltende Verbandsfest des Hessisch-Nassauischen (Main-Rheingau-)V erbandes G a b e l s b e r g e r s ch e r Stenographen, mit dem gleichzeitig die F ier des fünfzigjährigen Bestehens des hiesigen Gabelsberger-Steno- graphen-Vereins verbunden sein soll. Cs wurden die Einzel- ousschüsse gebildet und das Programm sestgelegt, das mit einer Vertreterversammlung am Samstag, 1. Juli, b.g'.nnt, und das für Sonnlag nebm einem W ttschreiben von 100 Silben an aufwärts eine öffentliche Festversammlung, ein Festessen, einen Nachmittagsspaziergang und am Abend die Feier des Jubiläums, bestehend in Konzert und Ball in Steins Garten, vorsieht. Der Festmontag soll ausgefüllt werden durch einen Frühschoppen, einen Aus.lug auf den Schifsenberg und ein gemütliches Zusammensein nach der Rückkehr. Man rechnet mit einem Besuch von etwa 1500 Stenographen allen Teilen Hessen-Nassaus, Husens und Waldecks.
♦♦ Der erste Schnee hatte sich heute morgen eingestellt und blieb an vielen Stellen liegen. Aus dem Lande ist es schon empfindlich kalt und stellenweise schnett es recht lustig. Aus dem Hoherodskopf herrscht bei 5 Gr. Kalte ziemliches Schneegestöber und scharfer Wind. Für die Schneeschuhläufer wird es aber trotzdem kein aussichtsreicher Sonntag werden, da der Wetterbericht eine neuerliche Erwärmung durch Südwinde meldet.
? Besitzwechsel. Maurermeister Keßler verkaufte sein Anwesen Kaiser-Allee 68 sür 30 000 Lik. an den Metall- dreher Friedrich Römer.
♦♦ Die Maul- und Klauenseuche im Deutschen Reiche hat sich in den letzten drei Wochen erheblich ausgebreitet. Sie herrscht in Preußen: Regierungsbezirt Königsberg in 35 Gemeinden (45 Gehöften); Regierungsbezirk Gumbinnen 46 (68); Regierungsbezirk Allenstein 63 (142); Regierungsbezirt Danzig 1 (2); Regierungsbezirk Marienwerder 7Z 0206); Kreis Berlin 1 (5); Regierungs- bezirk Potsdam 35 (69); Regierungsbezirk Frankfurt a. Oder 14 (29); Regierungsbezirk Stettin 3 (8); Regierungsbezirt Kösltn 34 (143); Regierungsbezirk Posen 209 (478); Regierungsbezirk Bromberg 217 (463); Regierungsbezirt Brest.au 22 (45); Regierungsbezirk Liegnitz 11 (18); Regierungsbezirt Oppeln 16 (35); Regierungsbezirk Magdeburg 24 (108); Regierungsbezirk Merseburg 5 (18); Regierungsbezirk Erfurt 4 (4i; Regierungsbezirt Hannover 2 ^4); Regierungsbezirk Hildesheim 1 (u); Regierungsbezirt masset 1 (1); Regierungsbezirk Wiesbaden 1 (1). Bayern: Pfalz 6 (11); Oberjranien 12 (4<); Mittels rauten 1 (1). Sachsen: Kreis- hauptmalinjchast Bautzen 12 (14); Kreishaupimannfchasl Dresden 15 (26); Krershauptmannichaft Leipzig 2 (6); Kreis- Hauptmannschajt Chemnitz 3 (14); KreiShauptmanuschasi Zwickau 13 (31). Württemberg: Reckarkreis 1 (1). Baden: Kre^s Mannheim 5 (10). Wachsen-Weimar: 2 (4). Braunschweig: 2 (2). Sachsen-Meiningen: 3 (18). Sachsen-Altenburg: 6 (7). Sachsen- Ko b ur g: 3 (7). In halt: 2 (2). R e u ß j. L.: 3 (5),
Landkreis Gießen.
^n. Großen-Linoeu,0. jiuü. Mittwoch, 16. d. M., hält Pfarrer Vogel aus Reichelsheim in dec Wetterau abends in der hiesigen Turnhalle einen Lieh bilder- (Vortrag über den Krieg 18,0/71.
△ Allendors a. d. Lumda, 10. Nov. Unser Schulhausneubau ist vollendet iuiü wird au einem der jiau/nen Somuage eingeweiht.
Kreis Büdingen.
— Büdin gen, lo. Nov. x-ie Herbst - Kontroll- Versammlungen sür den Kreis Güdingen finden cun 17., 18. ulid 19. viovember statt.
Kreis Alsfeld.
? Alsfeld, 10. Nov. Bei der heutigen Gemeinde- katswahl machten von 890 stimmberechtigten Bürgern 648 von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Es wurden abgegeben sür Jakob Eder (Soz.) 340 Stimmen, sür Joh. Bastian (Soz.) 246 Stimmen, für Karl Arnold, den früheren Bürger- meiilec der Stadt, 224 Stimmen, Jakob Müller VI., der bereits dem Gememderat angehorte, 183 Stimmen. Tie Sozialdemokraten haben in Zutunfl 3 Litze m dem Gemcinde- rat. Mehr als 30 Kandidaten kamen sür diese Wahl m Frage.
r. Rainro d. 10. Nov. Bürgermeister Karl Vieh l wurde bei dec gestrigen Bürgermeisterwahl einstimmig wiedergewählt. Damtt geht Herr Viehl in seine dritte Amtsperiode; abends brachten Krieger- und Gesangverein sowie die Einwohnerjchast dem Gewählten einen Fackelzug. Die Einmürigieit der Wähler macht im Ver- glcrch zu manchen anderen Vogelsberger Orten einen wohltuenden Eindruck.
Kreis Lauterbach.
-- Lauterbach, lu. sjü)D. Hmcer die Einbruchs- -affäre beiOekonomierat Backhaus in der Bahn- hosstraße dahier scheint jetzt Licht zu kommen. Wie man Mit Bestimmtheit erfährt, sott ein in Fulda wohnender ldjähriger Enkel des EhepaaresBaahaus als Täter in Betracht kommen, beqeibe sott jeooch schon über alle Berge sein. Der jugendlich-e Täter sott mitteis Fahrrad von Fulda hierher ge,ayren (em uno die Tat begangen haben und nicht, wie man anfangs vermutete, den eisten zur Wegjahrt benutzt, sondern auch nuiteiS Fayrrad oeu Weg naa) Fulda zurückgelegt haben. Eigentümlich isr das Verhalten des '^otizeiha.ioes, der nach dem Bahnyvs bis aus den Bahnsteig eine Spur verfolgte. Die bei dem Einbruch schwer verletzten alten Leute srnd jetzt wieder jo weit hergestellt, daß sie chre Wohnung verms,en können. — Von anderer Sette wird über die Sache noch berichtet: Der Raubmordversuch, der vor einigen Wochen gegen das Oetonomierat Baayaussche Ehepaar m Lauterbach verübe fein sott und der dama.s in Ooeryessen und weit darüber hinaus die Gemüter in Erregung versetzte, hat von Hause aus bei der Staatsanwaltschaft gewiße Beoenien erregt. Es hat sich inzwischen herausgestettr, datz die Affäre zweifellos sich weit harmloser dar stellt, alS die alten Backhaus angegeven haben, und von einem Raubmord- Versuch überhaupt nicht die Rede sein kann. Die llnrer- [ucijung hat ergeoen, daß der 1 «jährige Gymnasiast Vogt aus Schwerin a. d. Warthe, em Eurer der Baah aus Ehereure, seinen Großeltern einen Besuch abgestattet hat, weil er Geld brauchte und zu besten Errangung aua) viel mit Gewalt vorgegangen ist. Die Backhaus Eheteute müssen gewußt haben, wer der Täter war, sie lenrren aber den Veroacht auf eine falsche Spur und klärten die Beamten, die die Untersuchung führten, nicht darüber aus, wo der Täter zu suchen sei. Der junge Vogt, der schon in einer Ka- dettenMule war imb darrn nu^r gut geran yar, i)i, die Zeu.
benutzend, nach WmeriTa entflohen. Den hessischen Staat hat die Sache bisher ein hübsches Sümmchen Geld gekostet und es wäre zu untersuchen, wer und ob jemand )aS Geld zu ersetzen hat.
--- Angersbach, 10. Nov. Wahrend der Manöver waren einige Soldaten eines hier einquartietten Truppenteils nach Zapfenstreich wieder in einer hiesigen Wittschast eingekehrt. Als eine Patrouille unter Führung eines Offiziers die Wirtschaft revidieren wollte, nahmen die darin befindlichen Soldaten Zuslucht in die Privaträume des Wirtes. Um die Namen der Leute feftzustellen, ersuchte der Offizier den Witt, die Türe zu diesen zu öffnen, waS jedoch von ihm verweigert wurde. Auf erstattete Meldung wurde vom Generalkommando deS 18. Armeekorps die betreffende Witt- chaft für Miliärpersonen bis auf weiteres verboten. Es wird dies eines der drei unliebsamen Vorkommniffe sein, )ie der kommandierende General in seinem Dankschreiben an die Bevölkerung OberheffenS zum Ausdruck brachte.
Kreis Schotten.
-r. Helpershain, 10. Nov. Unsere Gemeinde besteht eben aus lauter Nachtwächtern. Das klingt eigenartig, ist aber wahr. Es ist so gekommen: Seit längerer Zeit hat unser Ott keinen Nachtwächter gehabt. Ob aus Spar- amkeitsrücksichten oder aus anderen Gründen der Ortsvorstand von der Anstellung eines Wächters absah, sei dahingestellt. Da kommt nun vor einigen Tagen das Kreisamt Schotten unserer Bürgermeisterei mit dem Auftrag näher, einen Nacht- sicherheitShüter umgehend zu bestellen. Es war aber keiner ür das von der Gemeinde ausgesetzte Gehalt zu haben, und mehr geben wollte sie nicht. Daraufhin hat das Kreisamt verfügt, daß alle Ortsbürger im Alter von 25 bis 45 Jahren den Nachtwachedienst zu versehen hätten und zwar abwechselnd jede dtacht zwei Nlann. Nun kann man allnächtlich die Männer von Helpershain umgehen sehen mit Pieke und Horn und ihr Ruf tönt dumpf durch die Nacht: »Hört, ihr Herr'n, und laßt euch sagen . . . *
-r. Ulrichstein, 10. Nov. Trotz deS schlechten WettcrS war der gestrige Kram markt hier (.kalter Dtarlt-) vcr- hältniSmäßig gut besucht. Am Abend wurden herkömmlicherweise die Spinnstuben „angekunfen*.
Kreis Friedberg.
I«. Friedberg, 10. Viov. Zum Totenfest wird zum erstenmal die Heizung unserer Stadtkirche in Tätigkeit sein. Ter Kirchenvorstand hat sich seinerzeit für Luftheizung entschieden. Die Unkosten werden etwa 10 000 Mark betragen. Es werden vier Ofen oufgeiieUi. Tw Leitung ist von einer Fiuiia aus Tüffeldors hergestellt, die auch deu Dom zu 9Jiün|iec i. W. nut Heizung versehen hat. Die Firma garantiert, daß selbst bei einer Außeulälte von 16 Grad eine angenehme Wärme in der Kirche herrscht.
(!) Friedberg, 11. Nov. Von den drei Einbrechern, die die Bitta des Abg_orvneten Breidenbach heimgejucyt Ljaüen, wurden zwei se sc genommen. Ter eine heißt Bartet und stammt aus H a m m e l b u r g m Bayern, der andere Adam (Hier uno i,i aus Ober-B>iddersheim. Tie Burjctzen wurden deshalv |o rasch aus.rndig gemacht, weit Barret beim lieber,Zeigen des Bcr^nes uuve^m^rtt fein Arbeitsbuch uno zwei Ansm)».spost.ar.en mir ferner A^rc)se verror. Er touroe m Frank,urr verhaket, w^ber fid) heraus- >rettte, er bei dem tteb^r^eigen des B^-^nes erneu Schutz in die Huste erhalten hat.
1. Butzbach, 10. Roo. Der Sergeant Philipp Löchel vom hie,igen 1. Zoa^attron des ^niame^i^-R'-g.mm^s Nr. 168 wurde bei dem Genoarmerierorps der Provrnz Ooerhch^n ars F u tz g e n d a r m angenommen.
Starkenburg und Rheinhessen.
R. B. Darm pa dl, 11. Diuv. (Tel). Bei der gestrigen Stadtverordnelenwaht wurden von 14 000 Wahlberechtigten 8260 Stimmen, al]o 59 o. H. abgegeben, etwas mehr als in früheren Jahren. Ten Sieg errangen die vereinigten bürgerlichen Parteien mit 3b6O Stimmen gegen 3670 Stimmen der Sozialdemokraten. Infolge StiNimenzeriplitlerung gelang es einem Sozialdemokraten, dem Landtagsabgeordneten Dr. ^utda, eine höhere Stimmen- zahl zu erreichen als die Niedrigite der bürgerlichen Parteien. Autzerdem wurden r>och zivei Lozialdemotraieii, Friedrich und Aßmus, deren Flamen aus einer bürgerlichen Sonder- liste standen, gewählt. Im ganzen wurden 15 bürgerliche und drei sozialdemolratische Kandidaten gewählt.
W Darmstadt, 10. Nov. Heute abend fand in der evan^ gelischen Stadttrrche aus Wunsch des Großherzogs sür die russischen Herrschaften eine Ausführung drs deutschen Requiems von B r a h m s durch den Rcusilverein unter Leitung des Hofkapetlmeisters de Haan statt, der der Kaiser von Rußtano mit der ältesten Großfürftmtochter, der Grogherzog, die Großherzogin und Prinz vemrich von Preußen beiivohittcn.
w. Egersbau), iu. r-rno. ^-rog Herzog und die GrotzHerzogin von Baden tra,en mtt dom fahrplanmäßigen Schnettzuge, der ausnahmsweise au, dec Station Egelsbach hielt, gegen 12 Uhr 35 Mm. hier ein und wurden am Bahnhvs bum Gcogheczog uno der Großherzogin von Hej.en empsangen. Rach yerzucher Begrüßung surren die Herrschasten in Automobilen nach Jagdsu-lo^ WolsS- garten. Die Rücksahrt er.olgte um 3 Uhr 23 Min.
ch. Bingen, 10. Nov. Bei der heurigen Stadtverordnetenwahl erhielten die bisherigen Siadt- verordnelen Kari Ludw. Bretz (Freis.) 674, I. B. o:ck (Zenkr.) 664, Joses Hagemann (Zenir.) u2d, Richard Pennrich (Viau.) 650, Georg Racke (Naii.) 656 Stimmen. Es wurden 578 ungestrichene Zettel abgegeben.
Hessen-Nassau.
-- Rod heim a. d. Bieber, 10. Nov. Unter der Führung des Lberregierungsiats v. Bardeleben traf eine Anzahl von Regierungsbeamlen aus Wiesbaden hier em, um öie kürzlich vollendete neue Schule einer Besichtigung zu unierziehcn. Tie Herren sprachen sich sehr lobend über die Aussührung beS Bauwerkes aus. Der Gesaintkoslenpiintt der Schule dürfte sich aus mindestens 100 000 Mk. stellen, abwohl nur em kleines Baugelände anzukausen war.
X. Hanau, 10. Roo. xie h.er uog-yAtene Synode der Diözese Hanau bifd)ujtigte sich u. a. auch mtt dem Deschlu,se der siudtt.cheu Vehbioen zu gramfurt a. M., wonach die dies^uhr.gen Stadtverordnetenwahlen an einem Sonntag ft.ttt,in^eu s.ll.n. unter l.bh^ster Zustimmung nahm die o,nuue Aiurag em,^muicg
an: „Die Dit.zc.son-'S.,n<,ue Hanau empsrnoet es mit i^r^n Srnot Fran^jurt gehörenden Gemtt.iden (Bou.enhenn, Berrersyeim, Euenheim, Eschershernl, Ginnhe.m, Praunheim, Preungesheim, Selbach- schme.z.i^st, da., die pädt.- schen Behöroen o^ne Ruu.s.chr aus ck)ri,tti^-ttrchttch.s Em^- liuden die S.Ldev8cvrdnet.euwiu,lm au, emen Sonntag ge
legt tu haben. Im Interesse deS ttrchNchen Bebend tmS zur Aufrechterhaltung der Sonntagsruhe der davon be-, trofsenen Gemeinden wendet sie sich an Königs. Konsistorium zu Kassel mit der Bitte, durch geeignete Vorstellung an zuständiger Stelle der Wiederholung eines solchem Aergernisses vorzubeugen. ,
sc. A u s N a s s a u, 10. Nov. Bei der diesseitigen Land-! Wirtschaftskammer ist aus den Kreisen der ländlichen Bevölkerung angeregt worden, sie möge, um einem zutaae getretenen Bedür,nis abzuhelsen, ermitteln, welche Landwirte des Kammerbezirls bereit sind, Landwirtschafts- lehrlinge einzustellen. Die Kammer stellt ent,prechende Ermittelungen an.
veriniscbtes.
* C i n Park für Jugendspiele. Ausgehend von der Erkenntnis, daß die Bereitstellung von Plätzen für Jugendspiele im Freien zu den hervorragendsten Aufgaben der 3ugenbjür* siorge gehört, haben der Ullsteinschen Bau Welt zufolge die städtischen Kollegien von München im Norden der Stadt Erwerbungen in solchem Umfange gemacht, daß nunmehr an die Verwirklichung des Projektes wenigstens in dem Teile nördlich der Karl-Theodorstraße herangetrcten werden kann. Tie hier ver-, fügbarrn Grundstücke von 30 Tagwerk sind bereits freigegeben. 50 000 Matt werden für die ersten Arbeiten in den Haushaltsplan 1911 eingesetzt. Für die zweckentsprechende Verweisung der Mittel wurde em eigener Sonderausschuß, bestehend aus Mitgliedern der Stadtverwaltung, des Stadlbauamts unb der Stadtgattendirektion, eingesetzt.
— Der Transport eines alten Klosters. Das schöne Kloster der Franziskaner von Charlieu, ein wundervolles Meisterwerk gotischer Kunst, dessen säulengetragener Kreuzgang ein Muster schöner mittelalterlicher Steinmetzarbeiten ausweist, verfallt nun einem schlimmen Schicksal, nachdem es vor einem noch schlimmeren mit geraumer Not bewahrt worden ist. Zunächst hatte nämlich, wie eine französische Wochenschrift zu melden weiß, ein amerikanischer Millionär das Kloster ankaufen wollen, um es nach Amerika zu überführen und dort inmitten eines schönen Parks wieder aufzubauen. Dieser Plan ist nun durch das Eingreisen des franzchischen Ministeriums der schönen Künste vereitelt worden. Das Kloster bleibt also Frankreich erhalten, aber es ist schon zum Teil abgetragen uno sollte an einer anderen Stelle wieder ausgebaul werden. Gegtvi die,en „Transport" eines Kunstwerkes ist der Staat machtlos, denn er kann nur die Zerstörung oder den Vettauf ins Auslarid nach den bestehenden Gesetzen vereiteln, während die Erhaltung an der urjprünglichen Stell« nicht vorgesehen ist.
* Der e r |t e Anfang. Mutter: „Aber Lina, meinst du denn nicht schon etwas alt geworden zu sein, mit solchen Jungen zu spielen?" — Tochter: „Ach nein, Mama; je älter ich werde, de,w besser gefallen sie mir!"
Kleine TageSchronik.
Wie die „Pfälzi,u/e ^tene1 uu3 je ai, e r Slanterit meldett wurde bei einem Automobilunfall der Wirt Heinrich König aus Wolf st ein getötet und der Arzt Kennel aus Offenbact) am Cueuf lebensgefährlich verletzt.
Die 16jährige Tochter des in O,ta,ien weilenden Staatssekretär a. D. Lernburg ist in Grünewald bei Berlin g e-, jt o r b e n.
Ein heftiger Sturm wütete in Genua und Civitavecchia. Häu,er wurden mehr,ach beschädigt. In Civitavecchia wurde ein Segelschiff vom Sturm he,tig gegen das User geschleudert unb , d) e i t e r t e. Der Kapitän unb dreiMann sind ertrunken.
Tie „Preuße n" liegt noch immer auf den Klippen, Der Teil der Besatzung, der Dorge,tern an Land gegangen istt begab jich wieder an Bord.
Märkte.
? Wetzlar, 10. Nov. Ter geiuige Viehmarkt war besonders v u n L a n d w i r l e n der R a ch b a r o r i e sehr |i a r E oeiuchl. Es waren aingemebcn 110 6iuct Rindvieh und 913 ^chtveine, und ging der panüel äußern sloit. yene Schweine iDiuoeii leiujer n.u ud 'JJif. der Beniner ^chlachigewichi bezahlt. — uiuiivod) den 23. November |mbet Vieh- und Nramer» martt |iait.
utoüaiL UeveqtHi öer üoöesialle in Oer Siaöt Sieden. totouat OUovrr lulu.
Einwohnerzahl: aitgeuommen zu oi.öuu uiui. 1600 Diaiut Militär), ^ierutichleilsziner: Id,6
nach Abzug von 24 urisiremdeii: 10,0 V«.
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ser Tobesiutte in oer oet.enciipin ^taiitheit aui uon auswärts nach lei-’cn apornebti* .Vlrnnfp kommen.
Berlaui der WiUerung leit ge|iein iruh: Eine fimfe Depression i|t von We,len her Doigeouingen und liegt über dem Kanal. Uiueu ihreui Einfluß regnet es im vlordweiien, wahrend nn neblige, ieiüuei|c auch m der Cvene, Lchnee ge allen i|t. Bei lüeiiei’Cin ^»orructen des Bie.s |inö luiebec yneOei|a)lage zu ec* lüaiieu. Xie ^enipevaiuten werden sich wenig unoein.
Bietteiansuchlen in ^eiien uni camsiag oem 12.Dloubc. 1910: Niederichluge, un Gebirge Schnee, luuioig.
Lctztc Nachrichten.
Kaiserzu|ammeumü|t aus Schloß Lvoifsgarten.
E g e i v v u uz, li. licvD. K^rz nau) iu uyr traf der deutsche Kaiser aus bem h.es.gen Bahnho, ein, wo sich Der Kaiser von Rutzland, oer Gro tzherzog von Hessen und P r i n z H e i n r i ch von P r e u tz e n zur Begrüßung einge,u.noeu Hutten. sJLau) der Begrupung fuhren ule Furien iui Untoniubii nach Fagosch».otz 'Zbvlj»garten. Um 1 Uhr sand Hotta,el zu 33 Gedeuen statt. Die ttbcetse des» oeutschen Kaisers ersvrgt 2.5^ Uhr nach Baden-Baden.
Mannheim, 11. 91ov. Vom Oberlauf des Rh einesf wird jaelcnaer Waj, er stand gemeldet, während er bei Mannheim averma^s ge,rtegen i,i mio zwar von 5,54 auf 6,52 Meter. Der N e u a r ijt von 6,08 auf 8,74 Meter gestiegen.
London, 11. Nov. Hier wird das Gerücht aufrecht-l erhalten, daß mehrere Minister für eine fosorttge A u s =•* tö i ung des Parlamentes eintreten wollten. In; 0te,em Falle ist es mvg.uh, bag die Neuwahlen nod|( uoi Weihnachten beendet find.


