für besondere Zuwendungen an. Zur gleichen Zeit erschienen in der Oelbcrgstistung etwa 80 deutsche katholische Pilger, von der Geistlichkeit geführt, besichtigten bad Gebäude und begaben sich dann in die Himmelfahrtskirchc, wo sic von Orgelspiel begrüßt wurden. Alsdann versammelten sie sich auf dem großen Hof, wo Freiherr von Mirbach eine kurze Ansprache an sie richtete, die sic mit brausenden Hochrufen auf den Kaiser, die .Kaiserin und die prinzlichen Herrschaften erwiderten. Sodann wurden „Heil dir im Sieger krau ;" und „Deutschland, Deutschland über Alles" angcstimnit. Nachdem die Lieber verklungen waren, ertönte das herrliche Geläute der Stiftungsglocken, was erneute begeisterte Kundgebungen hcrvorrief. Die Pilger dankten sodann ihren Gastgebern für die ihnen bereitete liebenswürdige Aufnahme.
Der Ausland in Albanien.
Der Ausstand der Albanier ist noch immer nicht unterdrückt. Auch die Kammer in Konstantinopel hat sich jetzt mit der Lage und den Ursachen des Aufstandes beschäftigt und den guten Eigenschaften der Albanier Gerechtigkeit widerfahren lassen. Der Großwesir hielt eine persönliche Rede, in der er auf die soldatische Tüchtigkeit der Albanier anspielte.
Konstantinopel, 11. April. Das Ministerium des Innern erhielt heute nacht eine Depesche aus Prischtina, in der gemeldet wird, daß sich die Rebellen infolge der ihnen von den Behörden erteilten Ratschläge z c r st r e u t hätten; bie Führer würden sich heute unterwerfen. Die Entsendung von Truppen gegen Prischtina dauert fort.
Die türkische Flotte trat in einer Stärke von drei Kreuzern und neun Torpedobootszerstörern eine Uebungsfahrt an, welche, Blattermeldungen zufolge, bis zu den albanischen Häfen ausgedehnt wird.
Salonit, 11. April. Schcfkct Pascha berichtet, daß er bisher über 2 4 Bataillone verfüge, die eine teilweise Blockade der Arnantcn durchführten. Weitere drei,Bataillone würden zur See von Konstantinopel erwartet, die zusammen mit einer Kompagnie Genietruppen und einigen Schnellseuer- batterien gleichfalls nach Nordalbanien abgehcn sollen. Die türkischen Deansportdampfcr brachten eine Ladung Munition. Bevor nicht alle Truppen Äerisowitsch passiert hatten, dürfe kein Angriff auf die Arnauten ersolgen, die ihre Stellungen noch immer behaupten. Zwei Panzcrautomobile sind wegen Defektes in Sa- lonik zurückgeblieben.
Konstantinopel, 11. April. In der Kammer kamen die Ereignisse in Albanien zur Sprache, die von den albanischen Abgeordneten als eine Folge der icplccpten Verwaltung und des willkürlichen Vorgehens der Beamtenschaft bezeichnet wurden. Der Albanese Musid tadelte auf das Heftigste die vorjährige Expedition Dsuiawid Paschas, den er ein blutiges Raubtier nannte. Tie Minister des Innern und des Krieges widersprachen scharf der Beleidigung des Generals, worauf ein u n b e s ch r c i b - licher Lärm eutnand. Ter Großwesir rühmte hieraus die guten Eigenschaften der Albanier, welche die sa)önste Zierde der ottomansichen >ironc seien und rechtfertigte unbedingt die notwendigen Maßnahmen der Regierung. Er crllärte, die Regierung müsse die Ruhe in Albanien sichern, weil davon die Sicherung der Lage der europäischen Türkei und das Wohlergehen der albanischen Bevölkerung abhange. Taraus wurde die Ausiprache geschlossen. Die Rede des Großwesirs machte einen vorzüglichen Eindruck.
Aus Heyen.
Unter dem Vorsitz von C. L. Schäfer tagte am Sonntag zu Frankfurt a. M. eine Versammlung der hessischen P r i v a t a n g e st e l l t e n. Anwesend waren etwa 450 Personen. Karl Fisck-er-Öffenbach berichtete über die Ergebnisse der Beratungen im Reichsamt des Innern, bei denen Vertreter der Regierung mit ben Abgesandten der Privatangestelltenvereine über die Frage der Priv atbeamtcnvcr i ichcrung berieten. Aus diesen Verhandlungen ist zu bemerken, das; in der ersten Sitzung nad) der Erklärung der Regierung ein Gesetzentwurf über die Pensionsversicherung der Privatangestellten dem Reichstag noch in diesem Herbst zugehe. Der Enttvurf werde die Versicherung aus Grund der Vorschläge der 2. Denkschrift, also durch Errichtung einer besonderen Zuschußkasse, zu lösen suchen. Am 0. April sand im Reichstagsgebäude eine abermalige Sitzung statt, in der auch den Vertretern der Minderheit Gelegenheit gegeben lourbe, ihre Forderung über den Ausbau der bestehenden Reichsinvaliden- versicberung zu begründen. Eine Einigung hat die Konferenz nicht gezeigt. Obwohl die Regierungsvertreter erklärten, datz die Forderung aus versicherungstechnischcn und finanziellen Gründen nicht durchführbar sei, beharrte die Minderheit auf ihren Beschlüssen. Die Versammlung nahm nach sehr lebhafter Aus!prack>e die folgende Entschließung mit großer Mehrheit an:
„Die am 10. April in Frankfurt a. M. zahlreich versammelten Privatangestellten von H e s s e n u n d H e s s c n - N a s s a u geben ihrer Befriedigung darüber Ausdruck, daß nach Erklärungen der Regieriing ein Gesetzentwurf über die Pcnsionsver>icherung zurzeit ausgearbeitet und wahrscheinlich noch m die, em Herb st zur Vorlage an den Reichstag kommen werde/
Deut-ches Neieh.
Aus Wiesbaden wird gemeldet: Der Kaiser traf am Montag mit Gefolge um 12 Uhr 40 Min. hier ein und begab sich zunächst ins Schloß. Abends erfolgte die Rückkehr nach Homburg b. d. H. Ter Kaiser mit Gefolge ist über Königstein tommenb, dort .um 7*A Uhr wieder cin- getrofsen.
Am heutigen Dienstag beginnen in Berlin die neuen Verhandlungen zwischen den Vertretern des Arbeitgeberverbandes und denen der Arbeitnehmer i m B a u g c w e r b e. Von dem Ergebnis dieser Verhandlungen hängt es ab, ob Berlin in den großen Kampf, der im Baugewerbe ausgebrochcn ist, mit hineingezogen wird, oder ob hier noch eine Einigung zustande kommen.wird. Aus Erfurt liegt die Meldung vor, daß eine Vertretcrversammlung des Bezirksverbandes Thüringen des Deutschen Vauarbettgeberverbandes beschloß, am Frcttag abend sämtliche Maurer, Zimmerer und Bauarbeiter zu entlassen und die dem Bczirksvcrbande angehörenden 1450 Geschäfte zu schließen. Bon der Aussperrung werden etwa 16000 Arbeiter betroffen. Der Bauarbettgeberverband in Leipzig beschloß ebenfalls die Aussperrung sämtlicher organisierter Bauarbeiter für den 15. April. Es kommen ca. 7—800 Arbeiter in betracht.
Am Montag wurde in der Sitzung des B u n d e s r a t s dem Entwurf des Zuwachs steuergcsctzes Zustimmung er-
Aus Posen tvird gemeldet: Der Landesökonomierat Hermann Kennemann, der bekannte Mitbegründer des Deutschen Ostmarkenvercins und frühere sreilon,ervative Landtagsabgeordnete, ist an den Folgen einer Erkältung in Klenka im Alter von 95 Jahren gestorben.
Anslcriiö.
Die Zentralbank der deutschen Sparkassen in Prag, die Zweiganstalten, in Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Linz und Wien unterhält, hat eine gleiche Zweiganstatt in diesen Tagen in Triest errichtet. Die Verhandlungen wegen der Verlegung einer Zweigstelle einer deutschen Bank nach Triest haben Jahre gedauert. Taß sie jetzt zu einem gedeihlichen Abschlüsse gelangt sind, bedeutet einen nicht zu unterschätzenden Erfolg des Deutschtums am Mittelmeere. Wird doch hierdurch das in der alten österreichiscl^n Hasenstadt ansässige Deutschtum nunmehr wirt- schafttich unabhängig von den italienischen und slawischen Banken, bie es dem einzelnen Deutschen burch Entziehung des Kredites, Aufkündigung der Darlehne usw. sofort haben fühlen lassen, wenn er sich national, deutsch betätigte. Dringend ru wünicktcn i|t, daß
nunmehr auch die reichsdeutschen Kreise, soweit sie GeschäftS- bezichungen nach Triest und darüber hinaus haben, ihren Verkehr mit den italienischen und slawischen gegen das Deutschtum arbeitenden Banken abbrechen und sich der Vermittlung der nunmehr errichteten deutschen Bank in Triest bedienen.
Der schweizerische Nationalrat beschloß nach fünftägiger Aussprache mit 100 Stimmen gegen 45 Stimmen, das Iuiiiativbegehren auf Einführung der Verhältniswahl für den Nationalrat dem Schweizervolk zur Verwerfung zu empfehlen. Das gleiche Jnitiativbegehren wurde schon vor zehn Jahren von den Räten und dem Volke verworfen.
Aus Marseille meldet man: Trotz des von der Vereinigung dcr Syndikatskammern der Arbeiter verbreiteten Appells zugunsten des Generalausstandes arbeiten sämtliche Kaiarbeiter weiter. 'Die Torpedojäger, die hier eingetroffen sind, um den Dienst der Postdampfer zu sichern, sind nach Toulon zurückgefahren.
Der russischen Reichsduma ist ein geheimer Gesetzentwurf zugegangen, der für die nächsten zehn Jahre einmalige Ausgaben für Bedürfnisse der Landesverteidigung fordert und die Frage der 'Deckung der Ausgaben regelt. >Dcr Gesetzentwurf wurde, soweit er sich auf die Landesverteidigung bezieht, dem Landesverteidigungsausschuß und, soweit er die finanzielle Seite dcr Frage betrifft, dem Finanzausschuß überwiesen.
Tic Pforte ließ in Sofia eine Note überreichen, in welcher sie die Aufmerksamkeit der bulgarischen Negierung auf die letzten Grenzzwischenfälle lenkt, und die Bestrafung der Schuldigen, sowie Maßnahmen zur Verhinderung solcher Zwischenfälle verlangt.
Die „däowojc Wremja" erfährt, daß die serbische Regierung die Errichtung einer modernen staatlichen Gc - schützfabrik in Serbien beschlossen habe. Gegenwärtig werden bereits Baupläne im Kriegsministerium ausgearbeitet. Tie Beschaffung der erforderlichen Maschinen für die Herstellung von Geschützen werde auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung erfolgen. Die Fabrik soll in Guprija errichtet werden.
Ans Stadt und Land.
Gießen, 12. April 1910.
Das Großherzogspaar in OberheFen.
9(uS Bad - Nau h elin wird uns berichtet, daß der Großherzog und die Großherzogin am Montag mittag dem Bade einen Besuch abstatteten, der fünf Stunden dauerte. Unter Führung von Kurdirektor Freiherr von Starck und einigen Herren der Neubaubehörde wurden die neuen Badehäuser, die nahezu fertig gestellten neuen Kolonnaden und der dahinter liegende Tennisplatz, sowie der Platz für die geplanten neuen Trinkkuranlagen besichtigt. Gegen 3 Uh: erfolgte mit Automobil die Weiterfahrt nach Lich, woselbst das Großherzogspaar einige Tage verweilen tvird.
*
** Ordensverleihungen. Der Großherzog hat dem Preußischen Hauptmann z. D. Max Dreger, Mltglied des Direktoriums der Firma Friedrich Krupp A.--G. zu Essen, das Ehrenkreuz und dem Oberaktuar Ludw. Kohlheyer zu Lich die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
** Ordensangelegenheiten. Ter König von Preußen hat den nachbenannten Offizieren usw. die Erlaubnis zur Anlegung der ihnen verliehenen nichtpreußischen Orden erteilt, und zwar: des Russischen St. Annenordens zweiter K.a,se: dein Obersten von Jlsemann, Komman- oeur des Leibdragoner-Regiments (2. Hessischen) Nr. 24; der dritten Klasse desselben Ordens: dem Rittmeister An- dreae und dem Oberleutnaut v. Plat en, beide in demselben Regiment; des Kaiserlich Russischen St. Stanislaus- ordens z-weiter Klasse: dem MajorFreihcrrn v. S ch au r o t h beim Stabo des Gardedragoner-Regiments (1. Hessischen) Nr. 23 und dem Major Ritter und Go len v. Loeßl im Leibdragoner-Regiment (2. Hessischen) Nr. 21; der dritten Klasse desselben Ordens: dem Oberleutnant Grasen v. Lim b u r g- S t i r u m, dem Oberleutnant v. K a u l l a, dem Zahlmeister Saxe, sämtlich im Leibdragoner-Regiment (2. Hessischen) Nr. 24; der Russischen goldenen Medaille für Eifer am Bande des St. Stanisiausordens: dein Wachtmeister Schmidt und den Vizewachtmeistern Lauge und Reuter in demselben Regiment: der Russischen silbernen Medaille für Eifer am Banoe des et Annenordens: dem Wachtmeister B ö h n i s ch und den Vizewachtmeistern Ger ft er und Uh l in demselben Regiment; des Komturtreuzes zweiter Klasse des Verdienst- Ordens Philipps des Großmütigen: dem diensttuenden FlügetadjUtanten, Obersten mit dem Range als Brigade- Kommandeur v. L a u e n ft e i n.
** Pfarrpersonalien. Ter Großherzog hat dem Pfarramtskandidaten Gust. Glock zu Darmstadt, Vereinsgeistlicher des Hessischen Landesvereins für Innere Mission und Assistent der Epllcptrschen-Auslalt zu Nieder-Ramstadt, den Charakter als Pfarrer erteilt.
** In den Ruhestand versetzt mürbe der Reallehrer Hch. V ö l s i n g zu Darmstadt auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung feiner langjährigen treuen Dienste, und unter Verleihung der Krone zum Ritterkreuz 2. Klasie des Verdienstordens Philipps des Großmütigen.
** Dic Iagdzcit im Großhcrzogtnm Hesscn ist in folgender Weise geregelt: Schtvarzwild, männliches Edel- und Damwild, alles Raubzeug, wilde Kaninchen, wilde Tauben, alles Wild, das im Großherzogtum oder in dessen nächster Nähe nicht hegt und nistet, rann das aanze Jahr geschossen werden. Männliches Rehwild hat im März und April Hegezeit, weibliches Rehwild nur vom 15. Oktober bis 15. Dezember Jagdzeit, der Dachs hat vom 15. Februar bis 15. Mai Hegezeit, Auer-, Birk-, Fasanen- und Truthähne haben Juni, Juli und August Hegezeit, Enten von März bis Juni, Trappen, Schnep.enar.en, Brachvögel und Kibitze Mai und Juni, Rebhühner dürfen nur von September bis November geschoben werden, alles übrige Wild, mit Ausnahme der Stare, deren Schonzeit mit dem 31. Juli endigt, hat vom Februar bis August Hegezeit.
** Finanz Minister a D. Gnauth. Der Aufsichtsrat der Fetten-, Guilleaume - u. Lahmeyer- Werke A.--G. hat in seiner heutigen Sitzung beschlossen, den früheren hessischen Finanzminister Tr. Dr.-Jng. Gnauth Exz zum Generaldirektor der Gesellscynsi zu ernennen. Der neue Generaldirektor wird seine Tätigkeit am 15. Mai beginnen und seinen Wohnsitz in Mülheim a. Rh. nehmen, woselbst in Zucunft die Verwaltung des Gesamtunternehmens vereinigt sein wird.
"Zu Geht bien gesprochen wurden gestern abend durch den Obermeister der hiesigen Friseur- und Perrückenmacher-Innung Wießner die Lehrlinge Heinrich Tichy jr. und Max Jakoby, beide von Gießen. In festlicher Weise iviirde den beiden jungen Männern der Gehilfenbrief mit Glückwünschen für ihr ferneres Wohlergehen ausgehandigt.
" Verhaftet. Auf Veranlassung der Kriminalpolizei m Frankfiirt a. M. wurde gestern abend hier ein Schuhmacher verhaftet, der des Verbrechens der Notziicht beschuldigt ivird.
X Lollar, 11. April. Festge.wmme.r wurde heute hier der 22 Jahre alte, vielfach vorbestrafte Taglöhner Karl Kraus- köpf aus Gießen wegen eines an einem 4 Jahre alten Kinde verübten Sittlichkeitsverbreck)ens. Krauskvpf war bei einer hier weilenden Schauspielertruppe bedienstet.
? Hungen, 11. April. Der Gern Hardts che Zither- und Mandolinen chor aus Gießen konzertierte gestern abend im Saale dcr „Traube" vor zahlreichen- Zuhörern. Tas reichhaltige Programm, bestehend in musikalischen und gesanglicben Vorträgen, sand eine flotte Abwickelung und die Darbietungen des Chors gaben Zeugnis von seiner vorzüglichen Schulung und Tüchtigkeit. Der reiche Beifall, dcr den Spielern gespendet wurde, war ein Beweis dafür, wie sehr man von dem Gebotenen befriedigt war. Besonders gut gefiel die Idylle „Im Schloßpark" und das Sieb für Mändolinenchor „Dein gedenk ich, goldner Frühlingsmorgen".
? Steinheim, 11. April. Der seit etwa 8 Jahren hier amtierende, allseitig beliebte Lehrer Ohly wurde nach Arheilgen versetzt. Aus diesem Anlasse brachte ihm gestern abend der Gesangverein „Frohsinn" zum Abschied ein Ständchen dar, wobei der scheidende Lehrer eine Ansprache hielt und für die ihm erwiesene Ehre dankte.
— Butzach, 11. April. Der Firma Oberhessische Kalk- unb Steininbustrie, G. m. b. H. in Blitzbach, wurde bie jederzeit widerrufliche Erlaubnis zur Anlage eines Anschlußgelcises mit Lokomotivbetueb nach der Nebenbahn Grünbcrg—Lich in der Gemarkung Münster erteilt. Der Betrieb wird von der Butzbach—Licher Eisenbahn ausgeübt iverden.
x Bad-Nauheim, 10. April. Ein Schachverein wurde hier ins Leben gerufen. Ter Vorsitzende des neuen Vereins, der sich dem deutschen Schachbund angliebetn wird, ist Schriftsteller Wichmann. Im Jnteresic des Bades liegt eS natürlich, daß auch die Kurdirektion einem Schachklub die größten Sympathien zeigen muß. So ivird dem Verein im neuen staatlichen Cafe in den Kolonnaden ein besonderer Platz reserviert, auch hat der Kurdirektor für Arrangierung von Schachturnieren Unterstützung zugefagt.
§ Marburg, 11. April. Trotzdcnt das Sommcrscmcstcr erst am nächsten Freitag beginnt, hat der Zuzug dcr Studenten schon begonnen. Die Einschreibungen an der Universität müssen bis zum 5. Mai erfolgt sein. Als Termin für die endgültige Immatrikulation ist der 7. Mai festgesetzt.
W. Frankfurt, 11. April. Die Kaiserin traf heute nachmittag um 2V2 Uhr im Automobil von Homburg hier ein und stattete zunächst dem Prinzen und der Prinzessin Albert zu Schleswig-Holstein einen einstündigen Besuch ab. Kürz nach 4 Uhr ,uhr sie zum Dr. L a m p 6' s ch e n Sanatorium in Sachsenhausen, um dort ihre Schwester, die Prinzessin Feodora zu Schleswig-Holstein, zu besuchen. Nach einstündigem Aufenthalt lehrte die Kaiserin nach 5 Uhr nach Homburg zurück.
le. Vom Taunus, 11. April. Das im Schlosse zu Idstein befindliche Genesungsheim für Unteroffiziere und deren Angehörige wurde mit 30 Frauen und 21 Kindern eröffnet. Der Kuraufenthalt wurde für dieses Jahr von sechs auf fünf Wochen herabgesetzt.
W. Wiesbaden, 11. MpriL In dem Hause Sedan- ftraße 5 wurde heute nachmittag der 42 Jahre alte Schreiner Bonllion tot aufgesunden: er war heute früh bei Reparaturen von der Leiter gestürzt und hatte schwere Kopfverletzungen davongetragen, versuchte aber am Nachmittag die Arbeit fortzusetzen. Ter Verunglückte hinterlaßt Fra« und fünf Kinder. — Tie vor einigen Wochen aus. Hannover hier zugereiste, in der sScharnhorststraße 10 wohnhafte, 31jährige Frau eines Kaufmanns Kaden, die mit ihrem Manne in Scheidung lebte, hat sich gestern mittag nach einem kurzen Wortwechsel mit ihrem Liebhaber an einem Fenster des Treppenhauses erhängt. In einem Briese gibt sie verfchmählc Liebe als Selbstmordursache an. — Der 35 Jahre, alte Bahnassistent H a r s y hat sich heute früh in seiner Wohnung, Walramstraße 27, erschossen. Die Setbstmordursache ist in einem unheilbaren Krebsleioen zu suchen.
Sport.
** D c r R it d c r Hub „H a f f i a" eröffnete am Sonntag durch ein Anrudern auf dcr Lahn feilte diesjährige Ruder- saisou. Eine größere Anzahl Sportsreundc hatte sich zur l'ttn- fahrt der Boote eingefainben, die in schönster Weise ihren Verlauf nahm. Eine Feier mit Konzert vereinigte darauf die Mitglieder nebst Angehörigen im schön geschmückten Bootshaus. '2er Vorsitzende wies daraus hin, daß es nun ein Bestreben der Mannschaften sein müsse, ernste, eifrige Ruderarbeit zu leisten, damit auch Erfolge erzielt würden. Die erste diesjährige Regatta des Süddeutschen Rnderverbandes findet am 12. und 13. Juni in Offenbach unter Leitung des Ruderklubs „Germania" Offenbach statt, an der sich der Ruderklub „Hassia" in mehreren Rennen! beteiligen will. Der Verein verfügt gegenwärtig über zwei be=t währte Senior-Mannsck)afteu, sowie eine gut geschulte LÜrsänger- Mannschaft. Durch Neuanmeldungen hat der Verein einen größeren Zuwachs junger Leute erhalten, die sich dem Rudersport widmen wollen. 'v
GcrichesHnaL.
Karl May vor Gericht.
Aus Berlin wird uns berichtet:
Dienstag, 12. April, wird am Sck-ösfcngericht zu Eharlotten- bürg eine interessante Privatbeleidignngs klage verhandelt, die der Rciseschriftstellcr .Karl M a n gegen den Redakteur Lcbius angestrengt hat. Es handelt sich dabei ynt mehrere schwere Beleidigungen des Redakteurs Lcbins gegen Karl Map. Besonders steht ein Vorwurf zur Klage: Lcbius soll an die Kammersängerin Fräulein v. Scheidt in Weimar einen Brief geschrieben haben, in dem er vehauptttc, Karl Map sei ein geborener Verbrecher. Lebius tvill nach seiner Rechtsertigungsschrijt diesen Ausdruck mir in dem Sinne des Prosessors Lombrose gebraucht haben. Er will aber auch den Beweis für feine Behauptung antreten. In der Schrift, die Lebius dem Gericht eilt' gereicht hat, behauptet er von Karl Mal) eine derartige Unmasse von Verbrechen, daß es unmöglich erscheint, alle diese Straftaten, die Karl May begangen haben soll, wicderzugebcn. Diebstahl uni) Raul' sind verhältnismäßig harmlose Dinge. Es werden auch für die Behauptungen sehr viele Zeugen genannt, unter denen der Rektor dcr Technischen Hochschule zu Dresden, Geh. Hofrat Prof. Dr. Cornelius Gurlitt, zu erwähnen wäre. Er soll bezeugen, daß Karl Mat) zu Unrecht den Dvktortttcl geführt habe. Ms weiterer Zeuge von Bedeutung wird Professor Tr. Schimiann, Redatteur des Dresdener Anzeigers, angeführt, der die Behauptung erhärten soll, daß Karl May außer seiner Mittersprachc nur einige Anfangsgründe des Französischen beherrsche. Tie Behauptung Karl Mays, daß er Chinesisch, Arabisch und Indianisch sprechen könn.', soll unwahr fein. Die erste Fran Karl Mays, Fran Emma Pollmer in Weimar, soll bezeugen können, daß Karl May zmn ersten Male im Jahre 1900 aus Deutschland hecansgekommen K«, d. h., lange, nachdem er seine großen Reisewerkc geschrieben hatte. Karl May soll demgemäß alle seine Reisegeschichten glatt erfun^n haben. Heber die Ehescheidung Mays iverden ungeheuerliche w' Häuptlingen ausgestellt, und als Beweis wird eine Abschrift des Ehescheidungsurteils angeführt. Kurz und gut, nach den Behauptungen des Herrn Lebius ist Karl Aiay der unglaublichste Menj^
^ie Hebungen
SpÄSK ,7 Mer dr- g-p'S
iit u II" mit neun Pe |Äen
$onn,ll- upni- die Stadt in der M win, wurde das
Noblen.', 11- y in Koblenz eingetroffer öcr Stadt und über E die Rückfahrt in der w um 12 Uhr 45 M u
Köln, 11. Hm.
10 Min. vor der M
Bonn, 11 April. „M. II" zu einem Pro irieder vor der haste.
Berlin, 11. Ap heute vormittag Dom,, fahrt nach Zuterb kehrte um 6 Uhr 10 M nach dem Schießplatz; 40 Mn., so daß es j ist. Die Laiidung
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Kessels beiträgt. >■ Irucntbac gemacht wert an »eiwm weniger als 50 d. J c
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