Ausgabe 
12.2.1910 Erstes Blatt
 
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^Schaff er m ah 1 z eit" waren u. a. bcr lKnladung ge­folgt: Staatssekretär Dernburg, iMnister v. Podbielski, Admiral Graf Baudissin, Chef der Marinestation der Nord­see, sowie zahlreiche andere auswärtige Gaste und die Spitzen der hiesigen Behörden. Nach den vorgeschriebenen zahlreichen Trinlsprüchen ergriff Staatssekretär Dern­eburg das Wort: und führte aus, das DichterwortDer Rhein Deutschlands nicht Deutschlands Grenze" ver stehe bcr Kaufmann und der Reeder jetzt in dem Sinne, das Meer Deutschlands nicht Deutschlands Grenze. Diesen Gedanken der Nation eingeprägt zu haben, sei das unver­gängliche Verdienst unseres Kaisers. Der gegen den Deut­schen erhobene Vorwurf, daß er unter fremden Völkern so­gleich sein Volkstum verleugne, treffe nicht zu. Der Deutsche müsse sich zur Aufgabe machen, Dom fremden Wesen nur das sich zu eigen zu machen, was ihm Passe, im übrigen «aber das Deutschtum zu wahren. Der Staatssekretär schloß mit einem Hoch auf die freie Hansastadt Bremen.

Der Ches der Marincstation der Nordsee, Admiral Graf Baudissin, drückte seine Freude aus über die zwischen Bremens Handel und Schisfahrt und der Kaiserlichen Ma­rine bestehenden guten Beziehungen und schloß mit einem Hoch auf Bremen und den Norddeutschen Lloyd.

Staatsminister v. Pod'bielski toastete auf die Kapi­täne, die vor altem Männer der Tat seien; damit schloß der ofsizietle Teil der Feier.

Heue Gesetze in Ztaiien.

Ein interessantes und sehr umfassendes Regierungsprogramm har der italienische Ministerpräsident am Freitag in der italie­nischen Kammer entwickelt. Cs wird darüber gemeldet:

Rom, 11. Febr. Ministerpräsident Sonnino entwickelte in der Kammer unter lebhafter Aufmerksamkeit des Hauses sein R e g i e r u n g s p r o g r a in m. Der Ministerpräsident kün­digte vor allem eine Vorlage betreffend die Schifsahrtssubventionen an: die nationalen Werften sollen unterstützt und die freie Schiff­fahrt gefördert werden durch Frachtvcrgütungen einerseits für die Einfuhr von Rohstoffen in italienische Häfen, wofern diese Stoffe in Italien verarbeitet werden, andererseits für die Aus­fuhr von Erzeugnissen des Ackerbaus und der Industrie.

Der Ministerpräsident brachte weiter ein Gesetz ein über die Errichtung eines C i s e n b a h n in i n i sl e r i u m s , ferner einen Gesetzentwurf betr. die Trennung des Ministeriums für Ackerbau und Forsten von dem für Arbeit, Industrie und Handel; diesem soll auch das Bureau für Behandlung von Zollangelegenheiten ungegliedert werden, das bisher vom Finanzministerium abhing.

Eine umfassende Vorlage beschäftigt sich mit der Beseitigung der E r d b e b e n s lh ä d e n von 1908.

Der Ministerpräsident ging sodann zur Frage der Zoll­gesetzgebung über und betonte, die billige Bemessung der italienischen Zölle trete immer mehr in die Erscheinung angesichts her wachsenden Härte der Zollsätze anderer, viel reicherer Länder. Daher sei der Zeitpunkt gekommen, wo Italien bei aller Geneigt­heit, mit allen Ländern in wirtschaftlichem Frieden zu leben, zur Verteidigung seiner großen und berechtigten Interessen sich rüsten müsse für den Fall, das; seine friedliche Haltung keine Erwiderung finden sollte: die Regierung werde daher eine Enquete pci allen Interessenten veranstalten, um sich für den Fall, daß sie zollpoliiische Sperrmaßregeln anderer Länder dazu zwingen sollten, die Aufstellung eines Maximal- und Minimaltarifs mit Vermehrung der spezifischen Zölle vorzubereiten.

Des weiteren verkündigte Sonnino die Veranstaltung einer Volkszählung und erstmaligen Betriebszählung und die Organisation eines statistischen Dienstes an, ferner ein Gesetz über das Staatsbürgerrecht, das die Interessen der Italiener im Auslände, die schon den fünften Teil des italienischen Volkes ausmachen, schützen soll, sowie Gesetze über die Feststellung der Vaterschaft, über Handelsgesellschaften, kleine Konkurse und Ver­sicherungsgesellschaften

Der K r i e g s m i n i st c r wird Gesetze einbringen, die u. a. die Ausbildung bei allen Waffengattungen auf zwei Jahre fest- setzen, jedoch den Anforderungen des Dienstes der berittenen Waffen, sowie der Notwendigkeit der körperlichen Ausbildung der Jugend und der Hebung int schießen Rechnung tragen. Auf dem Gebiet der Kriegsflotte will der Minister das vom Par­lament bereits genehmigte Flotten-Programm bis 1913 ober 1914 zur Durchführung bringen; die Entwicklung der Werften lasse auf rasche Durchführung der Arbeiten hoffen.

Die zur Hebung des Elementarunterrichtes ge­troffenen Maßnahmen werden das Budget im nächsten Rech­nungsjahre mit einer Mehrausgabe von 7 Millionen belasten, 1911 und 1912 20 Millionen erfordern und im Verlaufe von sieben Jahren allmählich eine Mehrausgabe von 40 Millionen herbeiführen. Um diese Ausgaben decken zu können, wird eine leichte Erhöhung der Zigarettensteuer und eine leichte und all­mählich wachsende Vermehrung der Steuer auf den im Jnlande produzierten Zucker vorgeschlagen.

Sonnino schloß seine Rede unter lebhaftem Beifall. Nach den Erklärungen des Ministerpräsidenten wurde die Sitzung geschlossen.

Aus Statt und Laut.

Gießen, 12. Februar 1910.

* Tageskalender, ©tabttbcater. Sonntag nach­mittag 31/., Uhr:Ter fidele Bauer." Abends 7l/2 Uhr:Romeo und Julia."

K ro n b a u e r' s ch e r Q u a r t e 11 v e r e i n : Wohltätig- k e i ts °K o n z e r t am Sonntag nachmittag 5 Uhr im Saale des Gesetlschastsverems.

Evang. Bund: F a m i l i e n a b e n d mit Vortrag von Vsarrer Mahle r-Ostrowo: Tic Arbeit an den deutschen evang. Rückwanderern aus Rußland und ihre Ansiedelung in den O,i° marken. Sonntag abend 8'/« Uhr in Steins Garten.

Al ä d ch e n v e r e i n : Volksvorstellung. Sonntag nachmittag >% Uhr in Steins Garten.

Kolof.seum: Täglich Vorstellung.

K i n e m a t o g r a v h : Täglich Vorstellung. Biograph: Täglich Vorstellung.

An lagemufit am Sonntag vormittag lll/3 Uhr in der Süd-Anlage. Spielplan: Zum Todeslage Richard Wagners (18. Februar 1883): Große Phantasie ansSiegfried", bearbeitet von Seidel; Svanische Tänze Nr. 2 und o von M. Moszkowstl Ouvertüre zur Operette:Orpheus in der Unterwelt" von Offenbach.

" Dernburgs Orden. Der Großherzog hat dem Staatssekretär des Rcichs-Kolonialamts, Wirkl. Ge- heimerat D e r n b irr g r in Berlin die ^Erlaubnis zur An­nahme nnd zum Tragen des ihm vom König von Preußen verliehenen Roten Adler-Ordens 1. Klasse, des ihm vom König von Württemberg verliehenen Großkreuzes des Friedrichs-Ordens, sowie des ihm vom Großherzog von Mecklenburg-Schwerin verliehenen Gro^'kreuzes des Greifen- Ordens erteilt.

L c hr c r p e r s o u a l i e n. Uebertragen imirbc bem 'Schulamtsaspirnutcn Will). Kirsch aus Wiesbaden eine Lehrcrfkelle au bcr evang. Schule zu Westhofen, bem Schul- amtsafpiranten Ltlbw. Laug aus Pfungstadt eine Lehrer­stelle an bcr Gemeinbeschulc zu Schlierbach, bem Schulamts­aspiranten Otto Maleton aus Dalsheim eine Lehrerstellc an her Gemeindeschule zu Hamm, bem Schulamtsaspirankcn Will). Ra t h g eb e r aus DiukcSheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober Flörsheim, dein Lehrer Hch. Gör-- lach zu "Nieder-Ofleiden eine LehrersteUe an der Gemeinbe­schulc zu Ostheim. Bestätigt würbe der von bem Grafeu zu Erbuch-Erbach ans die erste LehrersteUe an ber Gemeinbe­schulc zu Brensbach präsentierte Lehrer Pet. Barth zu Würzbcrg. Entlassen würbe der Lehrer an ber Gemeinbe­

schule zu Flomborn Jak. Iacguemar auf sein Nach­suchen. Erledigt sind: Eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Eberstabt (.Kr. Darmstadt), mit bcr Organistenbienst verbunden ist. Erne mit einem evang. Lehrer zu bcsetzenbe LehrersteUe an bcr Gemeinbeschule zu Münzenberg. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzen.be SchulsteUe zu Lauterbach. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzenbe SchulsteUe zu Hain-Gründau.

* Der Laubw rutsch. Verein Gießen hielt gestern eine Versammlung ad. Pcivatdozent Dr. Kleeberger sprach überAnwendung und Erfolge der Verwendung von neuzeitlichen Stickstoffdüngeinitteln unter verschie­denen Verhältnissen der einzelnen Kulturpflanzen, sowie der verschiedenen Bodenarten". Der Redner gab die Erfahrungen kund, die er bei seinen Düngungsversuchen auf den Feldern der Herren Hch. Allcs-Rieber-Florstadt und Rud. Brenne- mann-Ober-Erlenbach gemacht hatte. Zum Unterpflügen von Gründüngungspflanzen ist die beste Zeit nach dem ersten Frost im Herbst; das Frühjahr ist zum Unterpflügen weniger gut geeignet. Den Ausführungen des Redners folgte lebhafter Beifall. Am 24. Februar findet eine weitere Versammlung statt, bei der ein Vortrag überLändliches Bauwesen" ge­halten wird.

'* Kunstverein. Die erst seit einigen Tagen aus­gestellten Bilder von Aßmussen, Eckenfelder, Ehrenberg. Rienäcker, Thuillier, G. Grefe-Lindau u. a. bleiben nur noch morgen Sonntag und die Kollektion Bergsma, die von hier aus in einem der ersten Kunstsalons Hamburgs zur "Ausstellung gelangt, nur noch einige Tage ausgestellt. "Nächste Woche gelangen drei interessante Kollektionen der be­kannten Künstler Albin Egger-Lienz, R. Hirt du Irenes und Karl Alt neu zur Ausstellung.

** Stadttheater. Sudermanns SchauspielStrand- kinder", das am Dienstag hier erstmalig in Szene geht, ist nun auf einer Reihe von Bühnen in Vorbereitung. Der Grund, weshalb der Berliner Uraufführung andere Bühnen verhältnismäßig spät folgen, dürfte wohl überall in der not­wendigen Renbefchaffung ganz eigenartiger Dekorationen zu suchen sein. Das Stück spielt nämlich in der Danziger Gegend aus der Halbinsel Heia zur Zeit der Herrschaft des deutschen Ordens in Preußen. Das Werk beherrscht fortgesetzt den Spielplan des Königl. Schauspielhauses in Berlin nnd der Kaiser hat bereits dreimal einer Aufführung des Stückes bei­gewohnt.

* * Jubiläum des Männerturnvereins. Am Donnerstag abend sand im Hotel Schütz eine größere Ver­sammlung von Mitgliedern des Männerturnvereins und Vertretern der hiesigen Vereine statt, die sich mit den Vor­bereitungen ber für ben Juni b. I. geplanten Feier bes 25jährigen Stiftungsfestes bes Männerkurnvereins beschäf­tigte. Nach einem einleitenbcn Ueberblick bes Vorsitzenben Rechtsanwalt Kaufmann über ben Umfang und die Ein­richtung des Festes schritt man zur Bildung bes Fest-, bes geschäftsführenden unb ber etwa 10 Einzelausschü se, bie bei ber allseitigen Bereitwilligkeit zur Mitarbeit rasch von statten ging.

**DerEvauael. Bund schreibt uns: Die Mitglieber unb Freunde bes Evang. Bunbes seien noch einmal auf ben morgigen Familien-Abenb in Steins Gurten hinge- wicsen. Pastor Mahler aus Ostrowo wirb einen Vortrag halten über einevang. Liebeswerk an beutsch-russischen Rückwanberungen in ber Ostmark" unb über deren Ansiebe­luna im Osten unseres Vaterlonbes.berichten. Da barüber noch verhältnismäßig wenig bekannt ist, so bürste bie Ge­legenheit benützt werben, um ein Liebeswerk kennen zu lernen, das auf manchen Erfolg blicken kann. Weiter kverden musikalische Darbietungen ben Abenb verschönern. Neben einem Damen-Quartett von Mitgliebern bes evang. Kirchen­gesangvereins werben zwei Stubierenbe mit Jnstrumental- solis ihre Kunst in ben Dienst der Bunbessache stellen.

* * Urlaub erhielten gestern nachmittag zahlreiche Solbaten unseres Regiments, darunter besonders die Rekruten. Die Re­krutenbesichtigung und das Vergleichsschießen waren gut aus­gefallen, was durch den Urlaub seine Anerkennung sand.

* * Der Evang. Arbeiterverein hält heute im Ver­einslokal seine Hauptversammlung ab. Dem am 20. 1. Mts. in Aussicht genommenen Volksuntcrhaltnngs- abend bringt man allseitig reges Interesse entgegen. Die Ein­trittskarten sind nahezu ausverkauft, so daß ein volles Haus zu erwarten ist.

* * Vom Alldeutschen Verband wird uns geschrieben: Die Kretafrage hat die Gefahr eines türkisch-griechischen Wafsenganges neuerdings heraufbeschworen. Wenn auch gegen­wärtig wieder Beruhigung eingetreten ist, so lassen sich doch die Rüstungen der Pforte und ihr Entschluß, in der nächsten Zeit eine bestimmte Feststellung dos Verhältnisses Kretas zur Türkei durchzusetzen, die drohende Gefahr noch nicht als völlig beseitigt erscheinen. Nach wie vor bildet die dortige Lage eine Sorge für ganz Europa: besonders werden die deutschen Sorgen auch durch eine russisch-österreichische Verständigung nicht viel verminbcrl werden. Die hiesige Ortsgruppe des Alldeutschen Verbandes ver­anstaltet am nächsten Freitag, 18. Februar, in Steins Garten eine Versammlung, in der Universitäts-Professor Dr. S ch w al l Y , ein Kenner der türkischen Verhältnisse, über die inneren Zustände in der Türkei unb die jnngtürkische Bewegung vortragen wird.

* Schwindel. Von einer Firma mit dem hoch- klingenden RainenInternationales Abreffen-Bureau in Luxemburg" gingen hiesigen Einwohnern Schreiben 511, worin ihnen für bas Schreiben von 1000 Adressen 814 Mk. zu- gesichert wurden. Allerdings war das dicke Ende der Be­dingung, daß zunächst 2 Mk. für Schema unb Adressen- tafel re. einzusenden seien. Ein Herr, der bie 2 Mk. ein» sandte, erhielt feine Antwort und es konnte nicht einmal ein Namen der angeblichen Firmeninhaber ermittelt werden, die Sache war eben Schwindel. Leiber gibt es trotz ben häufigen Warnungen immer wieber Leute, bie auf solchen unb ähn­lichen Schwindel hereinfallen.

-- Wies eck, 12. Febr. Vom Kreisziegenzuchtverein Gießen finbet heute abenb im GasthausZum kühlen Grund" ein Vortrag bes Technikers Kreutz über Pflege unb Zucht ber Ziegen statt.

Großen-Linden, 11. Febr. Der Delegierten- tag für ben Gesangs-Wett st reit, den bcr Gesangverein Harmonie" in diesem Jahre veranstaltet, ist von dem 13. ans den 27. Februar verlegt worden.

x Ettingshausen, 11. Febr. Bei ber vorgestern erfolgten Vergebung bcr Drainagearbeiten zur Feld Vereinigung hat bie Gcmeinbe gut abgeschlossen. Die zu ca. 16 000 Mk. veranschlagten Arbeiten tmirben in­folge bcr starken Abgebote zu etwa 13 500 Mk. vergeben. Die Arbeiten werben int Laufe bes Jahres je nach bem Freiwerben ber Felber misgeführt.

X Laubach, 11. Fcbr. Unter bem Vorsitz bes Geh. Ober­schulrat Nvdnagel aus Tarrnftabt fand am heutigen die mündliche Maturitätsprüfung am Gymnasium statt. Von zwölf

Examinanden wurde einer zurnckgewieien, drei waren infam; schriftlichen Leistungen von der Prüfung dispensiert, währ» acht bas Examen bestauben.

= Friedberg, 11. Febr. Die 1860 von bem Lcl rerseminar in Friedberg abgegangenen Schulamtskai0, baten beabsichtigen, ben 50. Jahrestag ihrer Entlassung 1 3. Osterfeiertag (29. März) durch eine Zusammenkunft i Hotel Trapp hier gemeinsam zu begehen.

Assenheim, 10. Fevr. Auf die Mutung oinj 27. Juli 1908 wurde bem Grafen Franz zu Solms^ Rödelheim in Assenheim bas Eigentum des Bergwa; Jenny" in den Gemarkungen Ossenheim, Affenheim ir) Rieder-Florstadt, Kreis Friedberg, mit einem Felde ucii 1 956 211 Quadratmetern zur Gewinnung der in biete q Felde Docfommenben Eisenerze verliehen.

Friedberg, 11. Febr. Der Bürgermeisterder«1, unseres Kreises tagte heute nachmittag hier. Ten wichtigsten Pui ki bildete das neue Gemeindeverwaltungsgesetz.' Der Kd. sitzende, Bürgermeister M n h l s ch we i n - Vilbel, verlas die Land. svereins-Vor stand entworfenen Abändernngsanträge zu Ut Gesetzesvorlage, die die Zustimmung der Versammlung fanbei Mir-geringe Abänderungen wurden gewünscht. Tsrägermegäi. Schäfer- Tortelweil legte die Jahresrechnnng vor, die genehm qi wurde. Der seitherige Vorstand wurde wiedergewählt: VorsitzOi^ Mühlschwein-Vilbel, Stellvertreter Kliem-Klopvenheim. Rechne! Schäfer-Dortelweil, Beisitzer Renl-Garnbach, Fritzel-Ober-Eschbiö> und Geibel-Nieder-Mörlen. Der Kreisrerein zählt jetzt 60 Ar glich er.

R.B. Darmstadt, 11. Febr. Von den neuen Anlage des Darmstädter H au p t ba hn ho fs war von Proses'si Pützer ein großes, sorgfältiges Modell angefertigt und nach Berlin gesandt worden. Dieses Modell, bei bem die vom Areß- Herzog gewünschten Aenderungen des früheren Entwurfes BerrL lid/tigung gefunden haben, ist vom König von Preußen gtn.h migt worden, so daß nunmehr mit der spezielleren Ausführunq da Baulichkeiten begonnen werden kann. Der in Darmstadt allgeiroin gehegte Wunsch^ das Modell zur öffentlichen Besichtigung aA. gestellt zu sehen, wird nicht erfüllt werden können, da der Ham- teil des Modells beim Rücktransport auf einem Güterwagen h Trümmer gegangen ist und die Wiederherstellung viel Zeit urb Geldaufwand erfordern würde.

w. Mainz, 11. Febr. Der Unteroffizier Heckmann, ü Jahre alt, von der 7. Kompagnie des 117. Jnf.-Regts., hat >,ch heute nachmittag eine Platzpatrone in die linke Brustscin gejagt und war sofort 10 t. Die Ursache liegt darin, daß er um Morgen einen dreitägigen Arrest erhielt. .7

©crtdnsiaaL

F. E. Frankfurt, 11. Febr. Während des Manövers u vorigen Jahre wurden auf einer Unterofsiziersstube desKam. Wilhelm"-Regiments in Gießen vier Spinde erbrochen und Klä dungsftücke u. bergt baraus entwenbet. Der Verbacht lenkte iilt auf den Musketier der 5. Kompagnie Lndw. Stahl. DaS Be­richt der Hessischen Division verurteilte ihn wegen schweren Dieb" stahls zu sechs Monaten Gefängnis und zur Versetzung in die zwcit Klasse des Soldatenstandes. Stahl, der seine Unschuld beteuerte, verfolgte Berufung an das bOerkriegsgericht des 18. Armeekorps Nach zehnstndüiger Verhandlung, in, der 40 Zeugen vernommen wurden, fprach das Gericht den Musketier wegen mangels gc- nügender Beweise frei. Stahl hat fünf Monate in Unterfuchungs- haft zugebracht.

Untergang eines Dampfers.

Der DampferGeneral Chanzy" ist mit etwa 150 Meufchev bei Menorka aufgefahren und gesunken.

Marseille, 11. Febr. Der TampfevGeneral Ehanzyl der heute nachmittag 1 Uhr von Maileille nach Algier ab- gegangen, veriehlte infolge heftigen Sturmes die Einfahrt in bie Straße zwischen Mallorca und Menorca und wurde gegen bi Felsen geschleudert.

Der Dampfer hatte 87 Passagiere und eine Besatzung « 47 Mann an Bord. Zwei Personen sollen gerettet worden sK

Ter Untergang erfolgte an ber Nordkuste von Menorca in bi Nähe von ® t u b a b e l a. Nach neueren Melbungen wurde nut ein Zollbeamter gerettet.

DerGeneral Chanzy" war eines bet größten Schiffe bet Algier-Marseille-Lüne der Compagnie Transatlanlique.

Algier, 12. Febr. Tie Nachricht von dem Untergänge dc4 DanipfersGeneral Chanzy" hat hier große Bestürzung hervor« gerufen. Der Kapitän des DampserS, Eayol, ivar als ein Maim von äußerster Vorsicht bekannt. Ein junges Mädchen crivanc.e mit dem Dampser seinen Bräutigam; die Hochzeit sollte haue stattfinden.

Paris, 12. Febr. Der Untergang des Dampfers®encicl Chanzy" erfolgte nach einer Meldung aus Las Palmas an Donnerstag abend um 9 Uhr. Tie Z^ahl der Grtrunfenen beläuft sich auf 153; unter den in der Lchiffsliste verzeichneten bt* finden sich auch einige deutsch klingende Namen.

Amtliche 1 U)ciieruciia)L

O öffentliche Wcttcrdien st stelle Gießen.

Allgemeine Wetterlage seit Freitag früh: Die novbrocftlct! Zyklone Hal gestern noch wiederholt strichweise mt Gebiet letfin Sd)nec- unb Regeickälle gebracht, ohne daß die Temperatur rottet gestiegen ist. In ben Niederungen herrschen 1 - 2 Grad Wära: im Gebirge überall Frost unb Schncesall. Ta sich int Westen ir< dein Ozean ein Hochdruckaebiet bildet, das Europa wieher fdli Luit zuiührt, sind tveiteve Schneefälle und Akühlung zu erwarten

Wetteraussichten in Hessen am Sonntag bem 13. Februar 19.C Schnee, besonders mt Gebirge; kälter und auch in den Ebeie leichter Frost, Westiviitd.

S ch n e e b e r i ch t: Vogelsberg : Hohcrodskopf "0 r Schnee, harunler 20 cm Neuschnee, 4 Grad. Schiffend ech Rodelbawi gut. Taunus: Feldberg du cm, Neuschnee, leickl« Frost; Schibalm gut. L

Originat-DrahtineLdungen.

Pnnt 0 Arenas, 12. Febr. Der Sübpolarforsch Chariot ist hier eingetroffcn. Er hat zwar den ä-r! nicht erreicht, ist aber mit dem Ergebnis seiner Expedit^ii sehr zufrieden. Der GesundheitSKuskanb ber Teilnchv^ ist gut. __ k

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