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11/07/1910 Erstes Blatt
 
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Jedenfalls mußte es aber sehr auffallen, daß Don sämtlichen Vereinen nicht einer ein eigentliches Volkslied Dortrug, obwohl doch gerade die hiesige Gegend durchaus nicht arm an Volks-

nächst zugehen.

den Wert des Vollsliet Bundespräsidenten Le Großen-Linden versctz reicht; zugleich erncri?

Aus Konstantinopel wird gemeldet: Mehrere Blätter veröffentlichen eine Darstellung der Polizewirekkion, in bcr die seit einigen Tagen umlaufenden Gerüchte von der Aufdeckung eines geheimen reaktionären Bundes derParteigänger gründlicher Reformen" und die Verhaftung Don 63 Personen, vorwiegend entlassener Beamten, bestätigt werden. Es verlautet, daß die Verhafteten nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben. Als ihre Führer werden einige höhere Persönlichkeiten des alten Regimes vermutet.

Achteten an die Blätter ein öffentliches Schreiben, indem sie ent­schieden gegen die Behauptung protestieren, daß ihr Bruder George tzlemanceau irgendeine Rolle in der Angelegenheit Röchelte ge­spielt habe. Man habe offenbar erst Clemenceaus Abreise nach ^Argentinien aügewartet, um gegen ihn Anklagen zu erheben. Die­jenigen, die George Clemenceau kennten, wüßten, daß er /nie­mals in eine gerichtliche Angelegenheit eingegriffen habe. Seine 'Verleumdungen würden noch rechtzeitig die richtige Antwort er- - halten, die einen Beweis für ihre Lügen bilden werden.

liedern ist. wie sich jeder bei einem abendlichen Gang durch die Dörfer überzeugen kann. Vielleicht tragen diese Zeilen dazu bei, das ewig junge, jederzeit schöne Volkslied auch in den Gesang­vereinen mehr einzubürgern. Nach Schluß der Gesangsvorträge folgte ein Tanz, der die Teilnehmer bei frohem Zusammensein bis tief in die Nacht hinein festhielt.

= Leihgestern, 11. Juli. In der gestrigen Gene­ralversammlung de§ GesangvereinsEintracht" wurde beschlossen, das 50jährige Vereindjubiläuin, verbunden mit einem nationalen Gesa n gs - W e tt st re it, am zweiten und dritten Pfingstfeiertage 1911 (5. und 6. Juni) festlich zu begehen. Die ersten Rundschreiben werden den Vereinen dem-

Dcuthches 2Xcid>»

In Bremen erfolgte die Enthüllung des Don Prof. Adolf Hildebrand-München geschaffenen R e i t e r st a n d b i l d e s für den Fürsten Bismarck. Im Namen des Denkmalkomitees übergab Franz Schütte das Denkmal dem Vertreter des Senats. Bürgermeister Dr. Pauli führte aus, daß dank des Patriotis­mus, der Pietät und der Opferwilligkeit von Bremens Bürgern zum Gedächtnis an jene große Zeit Mittel dargeboten worden seien, daß nacheinander die Standbilder Kaiser Wilhelms I., des erhabenen Gründers des Reiches, Kaiser Friedrichs, des Schlachten* denkers Moltke und nunmehr als würdiger Schluß dasjenige Bis­marcks in Bremen erstehen konnten. Am Fuß des Denkmals, das den Fürsten Bismarck in Kürassieruniform zu Roß auf einem sechs Meter hohen Sockel zeigt, wurden zahlreiche Kränze nieder- gelegt.

Im sächsischen Reichstagswahlkreis Zschopau-Marien­berg hat der von Nationalliberalen und Fortschrittlicher Volks­partei für die Ersatzwahl aufgestellte freisinnige Landtagsabge­ordnete Roch aus Gesundheitsrücksichten seine Zusage zur Kandi­datur zurückgezogen. An seine Stelle wurde von der fortschritt­lichen Volkspartei Landgerichtsrat Brodaus- Chemnitz als Kandidat aufgestellt.

Aus Odde, 10. Juli wird gemeldet: Der Kaiser hielt heute vormittag G o t t e s d i e n st auf derHohenzollern" ab und erledigte dann Geschäfte. Nachmittags unternahm der Kaiser einen längeren Spaziergang in die nähere Umgebung.

Der Geheime Obermedizinalrat Dr. Paul Ehrlich, Direktor des Instituts für experimentelle Therapie in Frankfurt a. M., zugleich ordentlicher Honorarprofessor in der Göttinger medi­zinischen Fakultät, wurde Dom Bundes rat zum Mitglied des Meichsgesundheitsrats gewählt.

Wie dieNordd. Allg. Ztg." berichtet, ist der Reichs­kanzler nach Hohenfinow zurückgekehrt. Der Gesandte Rosen in Tanger, der nach Bukarest geht, wird durch den kaiserlichen Gesandten Frhru. v. Seckendorfs ersetzt.

Dem Reichskolonialamt und der Diamantenregie wurde Don VriDater Seite die Anzeige erstattet, daß für mehr als zwei Mil­lionen aus den Feldern Südwestasrikas geschürfte Diamanten aus Lüderitzbucht hinausgeschmuggelt worden sind, und daß der Landes­fiskus um die ihm zustehenden Zollgebühren im Betrage Don mehr als 700000 Mark betrogen wurde. Die Verfolgung der Schmuggler ist bereits eingeleitet.

Das Oberoerwaltungsgericht wies die Berufung des sozialdemokratischen Gewerkschaftsführers Ernst, wegen Ver­sagung der Genehmigung zu Versammlungen unter freiem Himmel und Umzügen in Berlin, gegen den Polizei­präsidenten ab.

Die w ü r t t e m b e r g i s ch e Zweite Kammer hat einem Nacht ragsetat Don 335 000 Mark zugestimmt, die dazu ver- wendet werden sollen, die durch die früheren AmtsDerletzungen der seitherigen Schultheißen und Gruudbuchbeamten Don Stock­heim und Löchgau vom Staat zu ersetzenden Schäden zu decken.

Die Kretafrage.

C a n e a, 9. Juli. Die Nationalve r sammln ng ist um 5 Uhr nachmittags .zusammengetreten. Bon 114 Ab­geordneten tvar en 59 erschienen, davon ftinfmten 55 für die Zulassung der Muselmanen. Daraus vertagte sich die Ver- samrnlnng auf 4 Monate. Der Mim Führer der Opposition erwählte Michelidakis und seine Anhänger weigerten sich, zu gestatten, daß die kretrschen und mohammedanischen Abgeord­neten an denSitznngen ohne Eidesleistung teilneh'men tonnen. Michelidakis macht sich nur anheischig, dafür zu sorgen, daß feine Unruhen stattsinden, wenn die Majorität sich dem Wunsch der Mächte geneigt zeigen sollte. Er und seine Freunde nahmen an der Nationalversammlung nicht teil.

Konstantinopel, 9. Juli. Die Pforte beauftragte ihre Botschafter, bei den Kabinetten der Kretaschutz­mächte gegen die Einmischung des Königs der Hellenen und der griechischen Regierung' in die inneren Angelegen­heiten der Türkei durch die den Kretern erteilten Ratschläge, den Wünschen der Mächte nachzukommen, zu p r o t e st i'e - r en. Auf die neuerliche Vorstellung der Türkei wegen der Kriegs Dorbereitung en er riberte Griechenland, es handele sich um gewöhnliche Militärübungen. Uebrigens würden dieser Tage 7000 Mann entlassen.

Der türkische Kriegsminister beauftragte die Behörden Don Janina und Jlassona, die Herstellung bezw. Ausbesserung der Straßen und Brücken, die nach der griechischen Grenze führen, mit allen Kräften zu beschleunigen. Von der griechischen Grenze laufen Meldungen über gewisse Verteil) i g u n g s-- maßregeln ein.

Wieseck, 10. Juli. Der GesangvereinKon- k o r d t a" feierte heute sein s gch z i g j ä h r i g e s Jubiläum. £nl)on am Vorabend fanden nach einem Umzug durch die Straßen des Festortes auf dem Festplatz Gesangvorträge und Konzert statt. Auch der Himmel Derschloß endlich seine Schleusen, wenn auch üeicwaues Gewölk am eigentlichen Festtag vorhielt. So konnte sich denn das von langer Hand vorbereitete Fest ohne Störung abwickcln. Es begann damit, daß in aller Frühe eine passende Morgenmusik die Bewohner aus ihrem Schlafe weckte und ihnen auf diese Weise die Eigenartigkeit des Tages zum Bewußtsein brachte. Nachmittags langten die auswärtigen Vereine zu Wagen und zu Fuß und die übrigen Festgäste au. Außer 12 hiesigen Vereinen, deren Beteiligung gewiß als ein Beweis für das fried­liche Verhältnis der hiesigen Bürgerschaft angesehen werden darf, waren noch 10 auswärtige Vereine erschienen. Um 3 Uhr nach­mittags bewegte sich der Festzug unter Vorantritt der Becker'schen Musikkapelle durch das festlich geschmückte Dorf nach dem Fest­platze. Dort begrüßte das Vereinsmitglied Seuling die Fest­teilnehmer. Er wies darauf hin, wie in der Zeit von sechzig Jahren der durch Lehrer Hansult gegründete Verein Freud und Leid erfahren, wie die Vereinsmitglieder aber treu zusammen­gehalten hätten. Der Radfahrerverein Wieseck, sowie der Ge­sangverein Jugendgrund hefteten mit entsprechender Widmung eine für den Verein Konkordia gestiftete Fahnenschleife an das Vereinsbanner, wofür der Präsident des festgebenden Vereins herzlichen Dank aussprach. Es folgte nun ein Begrüßungslied des Jubelverems. Der Gesangverein Liederkranz-Odenhausen er- inctc die Reihe der Gesangsvorträge, die in flotter Aufeiuander- olge etwa zwei Stunden in Anspruch nahmen und im allgemeinen von fleißiger Schulung zeugten, wenn auch Harmonie und Ans­prache, sowie Auffassung mitunter zu wünschen übrig ließen.

2htslanfc.

Einer amtlichen Mitteilung zufolge richtete der Geschäfts- träger des Heiligen Stuhls im Namen des Papstes am 6. Juli ein Schreiben an den Minister des Aeußern, in welchem dieser gebeten wird, der Königin mitzuteilen, der Papst habe mit Bedauern die irrtümliche Auslegung der Enzyklika m ben Niederlanden vernommen. Er lasse der Königin versichern, daß er darin keineswegs die Fürsten des Hauses Öranien, noch ihre Vorfahren und die nichtkatholischen holländischen Untertanen im Auge gehabt habe.

Zur Feier der vor 50 Jahren erfolgten Einverleibung von Nizza und S a v o p e n in Frankreich fand heute ein Ban­kett statt, woran mehrere Minister teilnahmen. Minister Pichon erinnerte in seiner Rede an die Waffenbrüderschaft der Italiener und Franzosen und pries die Entente und Freundschaft zwischen beiden Völkern.

Die ZeitungABC" meldet aus Paris, daß der spanische Botschafter rn Paris, Marquis del Muni, durch den früheren Minister des Aeußern, Perez Caballero, ersetzt werden soll.

DerOsservatore Romano" veröffentlicht eine Note, die hervorhebt, daß, seitdem die Frage dec juristischen Lage der reli­giösen Kongregationen in Spanien onsgeworfen sei, mehrere Blätter zu unrecht den Heiligen Stuhl einer unversöhii- Iid)cn Festigkeit beschuldigten, wenn er jedem vernünftigen Ueber- cinkommeu eine systematische Weigerung entgegensetze. Der Osservatore Romano" wird ermächtigt zu erklären, der Heilige Stuhl habe sich bezüglich wichtiger Konzessionen dem gegenwärtigen Kabinett gegenüber ebenso wie dem früheren gegenüber günstig disponiert gezeigt. Das Blatt zählt einige dieser Konzessionen auf uno schließt, dies zeige, wie unkorrekt und ungerecht es von Seiten der Regierung sei, einseitige Maßnahmen in einer reli­giösen Frage zu ergreifen, die gegenwärtig Gegenstand der Ver­haut'.mg zwischen beiden Mächten sei, wie wenn die Haltung des Heiligen Stuhles jeden billigen Vergleich unmöglich mache.

Der Senator Neidhardt hat 75 Personen, darunter 11 Stabsoffiziere wegen Erpressungen und Bestechlichkeiten dem Warschauer .Gerichte übergeben.

Auf Befehl bcr griechischen Regierung ist der rumänische /'Mcrtcur dem Kapitän des DampfersJmperatnl Trajon" n b ergeben worden. Damit ist der rumänisch-griechische Zwi- schcliwll endgültig erledigt.

Wie die^Blätter aus Tanger melden, hat die Marok- kani'che Staatsbank die Bezahlnng gewisser (Gläubiger

1 sie angeblich keinen Auftrag da;u habe. Der eigentlich« Grund sei der, daß die Liquidation-anlet« zur Be­zahlung bei 93 Millionen betragenden Schulden nicht ausreiche.

i. Linden struth, 10. Juli. Das 3. Bundesfcst be^ VolkssängerbunbesC hattia" vereinigte heute hier 24 Gesangvereine des Wicsecktals und der Nachbarorte zwischen Gießen und Grünbcrg. Von 11 bis 12 Uhr fand das Wertungssingen der neuen Bundesvereine statt, es wurde von Musitlehrer Geller-Gießen gewertet. Um 12 Uhr wurden unter Leitung des Herrn Geller die Massenchöre urr Schulhof geprobt. Ein stattlicher Festzug marschierte um L 11 ur durch das herausgeputzte Dörfchen nach dem Festplach au der Bahn. Der Vorsitzende Map Sch epp begrüßte die Nachbarvereine. Eine besondere Bedeutung erhielt das Bundessest durch die Weihe der Fahne unseres Gesangvereins. Fräulein Schepp übergab die Fahne, während'Pfarrer Hofmann-Winnerod die Fest- und Weiherede hielt, er hob den Wert der Gesangvereine als Volksbildner hervor und toastete aus das "* Lied. Bundesvorsitzender i-c^rer Wolf - Bersrod ich über die Bedeutung und in wurde an den seitherigen .ier, der von .Hattenrod nach 1 ist, ein Ehrendiplom über- üer Bund zum Ehrenmitglied.

Ans Statt und Land.

Gießen, 11. Juli 1910.

** Tageskalenber für Montag, 11. Juli: Vortrag von Lic. M u in m - Berlin : Die entscheidende Bedeutung der christlich­nationalen Arbeiterbewegung in unserem Volksleben. Abends 87a Uhr im Cass Ebel.

** Ordensangelegenheiten. Der Groß - he r z o g hat der Krankenpflegerin des Aliee-Frauen-Vereins für Krankenpflege im Großherzogtum Hessen, Schwester Emilie Ferber in Bad-Nauheim das Dienstauszeichnungs- kreuz für Krankenpflege in Gold verliehen. Der König vo Preußen hat die Erlaubnis zur Anlegung des Ritterkreuzes erster .Klasse des Hessischen Verbienstordens Philipps des Großmüligeu dem Rechuungsrat Kieselbacy» bisherigen Proviantamtsrirektor bei der Armeekonservensabrik in Mainz, erteilt.

* * Das Sommerfest deZ Kaufmännischen Ver­eins, das gestern in Steins Garten stattfand, war sehr zahlreich besucht und hat in seinem Verlaus die Teilnehmer sehr befriedigt. Der Nachmittag war dazu bestimmt, der zahlreichen Kinderschar der Mitglieder und Gäste Vergnügen zu bereiten. Die Kinderspiele fanden gegen 8 Uhr ihren Ab­schluß durch eine Lampionpolonaise. Dann kam im Saale die tanzlustige Jugend zu ihrem Recht.

* Die Wormser Lutherdenkmal-Stistung ver­gibt in diesem Jahre an acht Kandidaten der evangelischen Theologie deutscher Nationalität, die ihr Examen mit Aus­zeichnung bestanden haben, Stipendien im Betrage von je 900 Mk. auf ein Jahr zum Zwecke der Erlangung eines höheren Grades wissenschaftlicher Ausbildung durch einjähriges iveiteres theologisches Studium an einer deutschen Universität. Bewerbungsgesuche mit amtlich beglaubigten Abschriften (nicht Originale) sind spätestens bis zum 1. September d. I. porto- rei andie Verwaltungskommission der Lutherdenkmal- Stistung in WormL^ einzusenden. Die Benutzung des Sti­pendiums kann beliebig in der Zeit vom 1. Oktober 1910 bis 1. Oktober 1913 stattfinden.

* * Konkurs Hubert. Verschiedene Blätter brachten ji einem Bericht über den Verlauf der Gläubiger-Versammlung, die im Konkurse über den Nachlaß des Notars Hubert in Oppenheim letzten Mittwoch beim Großh. Amtsgericht daselbst Itattgefunden hat, die Ntitteilung, daß eine staatliche Hilfs- tätigkeit für die Depotgeschädigten gesichert sei, deren Existenz infolge ihrer Verluste gefährdet erscheine. DieDarmst. Ztg." ilt ermächtigt, zur Vermeidung von Mißverständnissen diese Mitteilung dahin klarzustellen, daß zwischen der Großh. Re­gierung und dem hessischen Notarverein Verhandlungen im Gange sind, welche die Gründung eines Hilfsfonds be­zwecken, zu deni die Regierung einen Zuschuß zu leisten ich schon jetzt bereit erklärt hat.

Für Mcfe Ehrung sprach Lehrer Römer Da.n.k aus. ES wurden bann mehrere Massenchöre von den etlva 250 Sän­gern vorgetragen, darunterWo ein Altar steht" und Brüder reicht die Hand zum Bunde". Daran schlvssen sich die Einzelgesange der Gastvereine. Den Abend verschönerte noch ein Feuerwerk. Die Zahl der Festgäste war so stark, daß der geräumige Festplatz sie kaum zu fassen vermochte. Das Fest selbst nahm einen recht harmonischen Verlauf.

P. Schotten, 10. Juli. Die Vorbereitungen zu der am 17. und 18. Juli ds. Js. hier stattstndenden Wander­versammlung desOberhessischen Bienenzüchter­vereins" sind nahezu beendet. Die Ausstellung wird gut beschickt. Von heute ab treffen die Ausstellungsgegenstände, ivie Bienenvölker, -Wohnungen, Honig, Wachs und Jmkec- gerätschaften aus den übrigen Bezirken hier ein. Sehr statt­lich wirkt der Eingang zur Ausstellung. lieber dem Tore erhebt sich ein mächtiger Bienenkorb, ein altertümliches Modell mit Strohdach, an welchen sich weitere Körbe perspektivisch anreihen. Da die Ausstellung auch für Kinder recht viel Lehrreiches bietet, werden die Schulen der Umgegend sie am Montag besuchen. An beiden Tagen findet Militär­konzert statt.

th. Niddg, 10. Juli. Gestern vormittag fand vor dem hiesigen Amtsgericht eine Gläubigerversamm- lung wegen des in Konkurs befindlichen Vorschuß- und Kreditvereins in Ober-Mockstadt statt, um nachträglich! stoch angemeldete unbedeutende Forderungen zu prüfen. Konkürsverwalter Rechtsanwalt Sandmann -Hungen gab den zahlreich versammelten Interessenten ein Bild über ben derzeitigen Stand der Angelegenheit und deren voraus­sichtliche Abwicklung. In der nächsten Zeit wird auf eine weitere Abschlagszahlung an die Gläubiger nicht z-u rechnen sein. Weiter berichtete Rechtsanwalt Sandmann, daß ein Hilfskostsortium gebildet werden solle, um die wirtschaftlich nachteiligen Folgen des Konkurses durch eine auf geschäft­licher Grundlage beruhende Tätigkeit zu mildern. Eine derartige Regelung der Sache liegt im' Interesse der Gläu­biger der Masse, wie auch in dem der Genossen der Kasse, coind die Forderungen an diese in der.Hand eines zu diesem Zwecke gebildeten Konsortiums, so kann dieses besser Er­leichterungen bewilligen, als dies heute möglich ist. Für die Gläubiger bilden augenblicklich ihre Forderungen an die Masse eine vollständig unwirtschaftliche Anlage, die zurzeit nicht verfügbar ist und auch während der Dauer des Konkurses nicht verzinst wird. In der Erwägung, daß die Abwicklung ,des Konlurses noch mindestens sechs Jahre Zeit in Anspruch nehmen wird, ist es für die Gläubiger von Vorteil, wenn diese ihr Geld alsbald er­l-alten. Das Hilfskomitee bietet nun ben Gläubigern so­fortige Befriedigung an, luenn sie sich sämtlich bereit er- ilären, 25 Proz. ihrer Forderungen nachzulassen. Ein vor­bereitender Ausschuß hat sich bereits gebildet und besteht aus Professor Dr. Stein-Frankfurt a. M, Direktor Diehl- Offenbach a. M. und Kreisrat Dr. Böckinann-Büdingen; er hat bereits ein Zirkular an die Gläubiger gesandt. Oäach dem Inhalt des Rundschreibens handelt es sich darum, daß die Gläubiger 66-/3 Proz. ihrer derzeitigen Forderungen sofort oder spätestens bis 1. Januar 1911 gezahlt erhalten. Das Jnslebentreten des 5Mstönsortiums hängt davon ab, daß alle Gläubiger 25" Proz> Nachlaß einräumen.

+ Reichelsheim i. d. Wctterau, 10.Juli. Ein Krieger- f c st verbunden mit der Einweihung eines Denkmals für die Kriegsteilnehmer von 1866 und 1870/71 fand heute hier statt. Gestern abend wurde bereits eine Vorfeier veranstaltet, an der die hiesigen Vereine und die Spielleute des Kaiser Wil­helm-Regiments teilnahmen. Heute waren 29 auswärtige Militär­vereine erschienen. Im Festgottesdicnst predigte Pfarrer Vogel. Um 2 Uhr zog der Festzug durch das schön geschmückte Städtchen nach dem Denkmal. Pfarrer Vogel gedachte in begeisterten Worten der Heldentaten des deutschen Heeres und der Wieder­aufrichtung eines einigen Reichs 1871. Dann fiel die Hülle vom Denkmal. Das stattliche Ehrenzeichen ist von Bildhauer Zimmer-Kreuznach und I. Dullsteiu-Reichelshcim angefcrtigt, es trägt die Namen der Veteranen und kostet 2600 Mk. An dem Denkmal legte Apotheker Hempel namens des neu gegründeten Vereins ehemaliger 116 er Regimentskameraden, der in etwa 20 Orten der Wetterau Mitglieder zählt, zu Ehren der gefalleneir Krieger einen Kranz nieder. Auf dem Festplatz begrüßte der Präsident die Vereine und Pfarrer Vogel hielt noch eine An­sprache. Der Gesangverein trug ein Begrüßungslicd vor. Montag sind Jugendspielc mit Preisverteilung vorgesehen.

ä. Mainz, 10. Juli. Der Hessische Hauptverein des Evang. Bundes hielt heute sein Jahresfest (21. Landes- versaminlung) hier ab. Am Vormittag um 7 Uhr fand Ge­läute der evangelischen Kirche statt, von bcr Christuskirche herab wurde ein Choral geblasen. In sämtlichen Kirchen hier und der Umgegend sanden Festgottesdienste statt. Nach­mittags 2 Uhr fand im Gemeindesaal der Christuskirche eine Sitzung der Vorstände des Hauptvereins, des Ziveigvereins, der angeschlossenen Vereine und des Festausschusses statt, am Nachmittag 31/., Uhr in der Stadthalle eine von 6000 Personen besuchte Volksversammlung. Tausende konnten wegen Ueberfüllung keinen Platz mehr finden und mußten sich nach der Christuskirche begeben, woselbst Reden gehalten wurden. In der Stadthalle teilte Pfarrer D. Waitz - Darmstadt mit, daß an den Großherzog nach England ein Telegramm abgegangen sei, worin mitgeteilt wird, daß die 10 000 in Mainz versammelten Evangelischen gegen die ibnui widerfahrene Unbill (Borromäus-Enzyklika) Protest erheben Nachdem verschiedene Redner gesprochen, wurde eine Erklärung gegen die Enzyklika angenommen. Die vereinigten Kirchen­gesangvereine der Stadt und Umgegend, sowie ein Bläserchor hatten vor Beginn und zu Ende der machtvollen Kundgebung Vorträge gehalten. Abends sand im Evangelischen Vereins­haus eine stark besuchte Festversammlung statt, die unter der Leitung des Medizinalrats Dr. Balser stand. Morgen sind geschlossene Abgeordneten- und Mitgliederversammlungen, nachmittags wird eine Nheinfahrt nach Nieder-Walluf ver­anstaltet.

d. M^crinA, 10. Juli. Als heute früh um 3 Uhr bcr 31 jährige Küfer Jack. Schmitt in betrunkenem Zustande tu seine iin der Weintorstraße 1 telegene Wohnung kam, wwrs er seine schlafende Frau aus dem Bette heraus aus den Boden und trat so lange auf dem Körper der Fra^i herum, bis ihr die Därme aus dem Leibe tarnen Auf.wrs entsetzliche Jammern der Frau holten .Hausbewohner Polizei herbei; bis diese herbei kam, war der brutale Mensch gefluchtet. Die Frau wurde auf dem Boden in einer großen Blutlache gesunden, ein herbeigeholter Arzt legte einen Not- Vcrbanb an, woraus die Schwerverletzte ins Rochushospital gebracht mürbe, dort wurde sofort eine Operation an ihr vorgenommen. Die Frau ist nicht vernehmungsfähig, sie dürste schwerlich mit dem Leben davonkommen. ' Der Taier wurde am Sonntag morgen ans einer Bant in der Rh^n-