Ausgabe 
10.3.1910 Drittes Blatt
 
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hessisch« Zweite Kammer.

Darmstadt, 9. März

Am 9te(nernufl-3tifdK: Staatsminister Dr. Ewald, Mmiste, deÄ Innern u <? o m b r r g F, Finanzimnister Dr. B r a u n, Dr Becker, Ministerialräte Korbacher und Süffert, Geh Oberreg.-Rat W a g n c r.

Vizepräsident Morell eröffnet die Sitzung um Vl*1O Uhr <&' wird zunächst das zurückgestelltc Kapitel 12 beraten: Direkte Steuern, Regalien, indirekte Auflagen und Einnahmen aus verschiedenen Quellen.

Abg. Reinhari <Natl.) führt ans, die Vorlage sei da. Ergebnis der Verhandlungen des Ausschusses der Zweiten Kammer, und.nicht, wie ein Zeitungsartikel behauptet habe, eine Einigung mit Hei Ersten Kammer Er gibt zu dem Aiisschußbcrick)' einige Erläuterungen Der Nauheimer Fonds und der ss-onds für gemeinnütnge Zwecke müssten unberührt bleiben, diese bilden im Betrage von 2 700 000 Mk. unser einziges Vermögen. ;)u lösen sei die Ausgabe der Beamtenbesoldung und der Schulden Tilgung. .Betreffs der Steuererhöhung gibt der Redner einige zahle 1 mässige Vergleiche mit anderen Staaten. Ein Steuerzahler in Hessen mit l 100 Mk. Einkommen habe zurzeit 18.50 Mk., und, der Steuererhöhung nm 15 Prozent 21.28 Ml. zu zahlen, tväh rend für dasselbe Eintomnien m Preussen 16.80, in Württemberg 11.55, in Baden M.85, in Lachsen 16. Ml. zu zahlen sind. Ein Einkommen von 2150 Ml zahlt zurzeit in .Hessen 39, itad) der Erhöhung 1 1,85, in Preussen und Lachsen 16,20, in Württemberg 33,60, in Baden 3-1,55 Mk., ein Einkommen von 5900 Mk. zurzeit in Hessen 126, nach der Erhöhung 1 14,90, in Preußen 165, in Sa du en ' 160, in Württemberg 119 und in Baden 75,90 Mk. Einlommenfteuer. Infolge eines zweiselnden Ausrufs betonte der Redner ausdrücklich, das; und) der ihm vor liegenden amtlidien Statistik für ein Einkommen von 5900 yJtf. in Baden nur 75 Ml. 90 Pfg. Steuern zu zahlen seien.

Im Jahre 191' werde gegenüber den Mehreinnahmen aus den Eisenbahnen eine grosse Verminderung der Einnahmen an­der Erbjdmsisstener eintreten. Der Redner hofft, baß da-.' nächu Ja.hr ohne Fehlbetrag nnd ohne weitere Erhöhungen der Steuer abschließen möge.

/Abg. Lutz Bb.i davon überzeugt, daß man jent zu einer Steuererhöhung nicht nein sagen dürfe. Bei Kapitel 12 könnten grobe Ersparnisse gemacht werden, z. B. bei der Ver aiüagung. Tie direkten Steuern könnten von dem Gemeinde­einnehmer erhoben werden. Zu dem Zwecke wäre es angebracht, die llntererheberstellen mit den Gemcindcciunehmcrstellen zu ver­schmelzen. Auch das Institut der Kontrollbeamten könne weg fallen Durch die Erhebungen gingen jährlich 10 Prozent der Steuer verloren.

Finanzminister Braun entgegnet dem Abg. Reinhart, dass 'ein Finanzminister sich nicht an Hoffnungen, sondern nur an Zahlen halten Imine Diese seien aber derart, daß die Hoffnungen des Herrn Reinhart mit einem Fragezeichen versehen werden müssten. Man möge mit Rücksicht darauf, das; schon Finanzminister tihtmiih das kommende Jahr 1911 als ein sehr schweres bezeichnete, die S'agc nicht in rosigerem Lichte er­scheinen lassen, als sie zur Stunde tatsächlich ist.

Abg. Best Mall. szieht seinen Antrag auf Aufhebung der Untererheberstellcn vorläuiig zurüd.

Abg. Leun iBb.i tritt energisd) der Aushebung der Unter erhebcrstellen entgegen und hofft, das; der Antrag nie wieder kommen werde. >Bravo!

Abg. Ulrich -So.;. : Mit der Beseitigung der Untererheber stellen werde ein grosser Fehler begangen Die Bezirkskassen, die dann neu errichtet werden müssten, kämen viel teuerer zu stehen. Bei dem Antrag sehe man, das; die I n t er c s senken gruppen an der Arbeit gewesen seien, und -wenn die Sache so weiter gegangen wäre, hätte man schliessliclbewiesen", das; mit Hilfe dieser Aufhebung Heil Hessen die ganze Finanzmisere geregelt sei. DieStcuer- gesetzgebiing bedürfe einer Aenderung, die Einkommen von unter MOOO .Mk. sollten von der direkten Steuer frei bleiben, die Ein kommen polt 1000 bis 2600 Bik. von einer Erhöhung Der Ausfall soll von den Leistungsfähigen gedeckt werden, besonders durch die Progression der Vermögen-.-stener. Durch die Erhöhung der Steuer um 15 Prozent solle die Misere beseitigt werden für 1.910; Ido5 aber nachher? Die Erhöhung sei ein Ihtredit an den Armen und Beamtin. Dagegen solle man die Vermögensteuer auf 1,10 erhöben. Das bringe eine Mehreinnahme von 700 000 Ml. Tie -Gefahr, das; die reichen Leute dann wegzögen, sei nicht so gros;, dal? sie den Webner von der anderweitigen Regelung der Stenern abbringen könnte. Außerdem werde man in-Preußen über kurz »der lang ebenfalls zu einer Progression kommen. Wenn die Erste Kammer bereit sei, bei einer anderen Deklarierung für eine mäßige Erhöhung der Vermögenssteuer zn stimmen, so bc deute, das nur eine Entlastung der Schlotbarone, die bann für ihre .Iagdgninbe, Villen usw. überhaupt keine Steuern mehr bc zahlen würben.

Geheime Rat Becker beschränkt sich aus einige Bemerkungen. Abg. Ulrich fyabc_ richtig erwähnt, das; die Seiitp beim Wegziehen auch nackt der Stenergeseßn-bung der anderen Staaten fragen. Die Gefahr, die aus dem.'.'ii über er trag der Erbschaftssteuer droht, solle man nicht unlerschänen. Ti- er belaufe sich auf über 500000 Mk Wenn man die erzielten Ersparnisse für die Ansbessernng der Beamten verwenden wolle, verb iiere man das Budget nid)l: ebenso werde dieses nicht verbessert durch die Organisatiqns? änderungen des Abg Reinhart Ter 9iebner bezeichnet cs als erfreulich, das; den Aussührungen des Abg. Lutz zu entnehmen gewesen sei, bas; niemand im Hause -ich einer Steuererhöhung widersetze. Dagegen sei mit seinen Einzelvorschlägen nicht viel zu machen. Tie Olrünbc, das; die llntererheberstellen beibehalten werden müßten, habe er im Ausschüße bereits genügend dargelegt. Bon den Bezirlslassen können mir einige wenige beseitigt werden. Den dadurch frei werdenoen Beamten löinic man BeförderungS Möglichkeiten tauf anderen Gebieten geben.

Rach kurzer Pause spricht Abg Brauer lBb.i zur Erhöhung des Iminobilienstempets Tie Einnahmen seien im Jahre 1908 hinter dem Hanptvoranschlag nm 803,000 Mk. zurückgeblieben, die durch die Steuererhöhung ausgebracht werden müßten. Seine F-raltion werde für 1911 eine weitere Steuererhöhung nicht mit machen; man möge versuchen, ohne eine solche durckizukommen intb für die Folge dauernde Ausgaben erst beschließen, wenn Unten dauernde Einnahmen entgegen stehen Die Aushebung der Untererbeberftellen sei ein großer Fehler, der im Interesse bc sonders der ländlichen Bevölkerung vermieden werden müsse.

Abg. Eibach -sortschr. Bp. schließt sich betr. der Unter erheberstellen dem Vorredner an. Tie Revisionen könnten er­heblich vereinfacht werden.

Abg . 11 cP e I (Zentr, Die gemachten Vorschläge, besonders tuV -Abg. ZUrich ans andere Regelung der Stenersrage feien] eine Theorie, bV sich bei AgitationSreden gut verwenden lasse; in der Pro ist-.' seien sie nicht tauglich. T urch Aushebung der llntererheberstellen erziele man lange nidjt die ausgerechnete Er fparnis; er protestiere dagegen. Betreffs de-S großen Einnahme- ansfalleS bei der ErtragSlalkulatioii bei Stempel gebühren könne bem Ministerium ein Vorwurf nicht erspart werden. Ter Ein ualmleausfall des Kap. 12 im Betrage von 4 975 21-1 Ml. taste fduoer beionders ans der Landwirtschaft und dem Mittelstand. Merkwürdig und ein Mißstand in der Finanzgebarung fei es, i>, trotzdem die Technische Hochschule in Darmstadt eine Minder Annahme an Kollcgiengcldern zu verzeichnen habe, die Bauver waltung sich nicht an die vorgesehenen Mrcbite gehalten, son dein sie toescntlich überfdfritte 11 habe. Auch bei anderen Stellen, Belwrden usw. solle man innerhalb des Rahmens des Vor anfchlags bleiben. Wenn Abg. Brauer betreffs der Finanzlage in Beziehung auf die Hammer ein mea culpa ausgesprochen habe, so könne die Regierung sagen; mea minima culpa. Der Ernst b'i Lage erfordere eine offene Finauzpoliick

Der 3. Präsident Schmitt macht darauf aufmerksam, daß mir zu Map. 12 gesprochen werden soll und nicht zum ganzen Budget.

Abg. Schönberger (natl.) ist bei Meiming, man solle das Verhältnis zwischen Vermögens und Einkommensteuer nicht "Uzuschr verschieben, denn burdj die Eintonuneustcuer würden auch

die höhcttu NermLMN qttnxfh», da sie rtu bafoetes (öttfötranm haben Man müsse aber bcrlangtit, daß sic beim F-incmzanrt auch in ihrer richtigen Höhe angegeben werden. Dieses Amt messe vielfach mit ungleichem Maße. Die Stellen der Untererheber müßten berbeffert werden.

Abg. Finger inatL) äußert einige Bedenken zur Frage der Untererhcbcr, stimmt aber im übrigen für die Beibehaltung.

Es spreclren noch die Abgg. Stöpler, Bähr, der für die Mobiliarsteuer ein tritt, und Ministerialrat Becker, der Er­klärungen zu den Mindereinnahmen aus den Stempeln gibt Tas Haus habe fick) seinerzeit mit den Zahlen der Regierung einverstanden erklärt. Tie 2ache liege au dem starken Rückgang der wirtschastlichen Konjunktur. Der Vorwurf des Abg. Schon berg er, die Finanzbehörde messe bei den großen Vermögen mit anderem Maße wie bet kleinen, müsse er entschieden zurückweisen.

Schluß 1 y« Uhr; nächste Sitzung 3 Uhr.

(Fortsetzung im 2. Blatt.)

Landwirtschaft.

A A u s bem Vogelsberg, 9. M iez. Die seitherigen Frilhlitlgstage. ermöglichten dem Imker die ^ontiolle über die llcbeiivmteniug feine 1 Völker. Wie ein m Ibn Winter wenig Vi'ennmaterial crfoiberl, so in anch der Fmieiverbranch bei den Bienen geringer wie tu lallen Wintern. Die Tuichwinlernng der Völker war mithin bezüglich bei Wetterlage recht günstig. Tesseu- nngeachtei sind Völker ans Nahrungsmangel eingegangen. Ter vorjährige Sommer nnd Herbst brachte fast gar (eine Tracht, es herrschte wirklicher Honigmangel. Wer feilten jungen Böllern, also Den Schwärmen, nicht reichlich Winlervorrcu znkonnnen ließ, bc- flihii jetzt ihren Verlust. Tas überaus schöne Borirühlingsivetter veiunlaßl jetzt die Bienen zu frühem Brnlansatz, eine Hauptsache icnfablei Bienenzucht. Hierzu bedürfen lic aber reiches Futter. Das muß jetzt den Böllern gereicht werden, und bas geschieht am üllerbcflcti und billigsten durch Den Fruchtzucker Frankfurt a. Bi. Mil Hilfe dieses beiten Ersatzmittels für Bienenhonig überwinterte ich fünf 6oller aufs vollkommenste, worunter ein nacktes Heidevoll sich befindet, das erst im Oktober v. I. bezogen wurde.

IDinterfport

B 0 in militärischen Skilan f. Der praktische Nutzen des Skilaufes für den Winterdienst des Militärs ist allgemein anerkannt. Lischt nur Norwegen und Schiveden und die schneereichen Länder Mitteleuropas, anch Rußland, Japan, England, Nordamerika nnd Anstialien besitzen inner halb ihrer Armeen größere nnd kleinere Skilänfer--Äbteilnngen Welch bedeutender Wertschätzung sich der nnlitrirische Skilauf besonders in Norwegen erfreut, und welcher Art seine Verwendung und seine Vorteile sind, lesen wir in einem hochinteressanten Artikel über denSkilauf in der norwegischen Armee" in der soeben erschienenen Nummer 18 der bekannten illustrierten Wintersport ZeitschriftTer Winter". Ter Artikel ist mit so interessanter, als er u.c Uebersetznng des unnangrelchen Be- nchtes eines französischen Offiziers ist, der int vergangenen Winter die Verhältnisse an Ort nnb Melle studierte uitb, feine Beobacht­ungen mm mit den Verhältnissen Frankreichs und den Ländern Mitteleuropas in Beziehungen bringt. Auch der übrige Inhalt der vorliegenden Nummer desWinter" ist militärischer Art. Ter 'ArtikelPatrouitlenlauf in (Prindelwold" eiilhült eine eingehende Schilderung des henrigen ilark beschickten Militär-Wettlaufes beim grollen Skliennen der Schweiz. Einen Patrouilleiikurs im tirole- risehen Hochgebirge behandelt der ArtikelVom Skilauf in der österreichischen Armee". Im ArtikelPatrouillenlaui in den Pyrenäen" schildert em Teilnehmer des noriveglschen Skiläufer- Kommandos seine Emdrückc beim heurigen Internalionalcn Plititär-Wettlausen in Frankreich. Alle Jllustrationeii sind dem Skilauf in der iiorwegischen, deutschen, österreichischen und schweize­rischen Armee entnommen.

Luftschlsiadrt.

Erfolg eines deutschen Fliegers. Auf deut Flugfeld Mars in Bork gelang et- Cornelius Hin tu er einen.Dauerflug von 7 Kilometern in 6 Mauten in 20 Meter Höhe mit feinem FlugapparatEoeur darne" zu unter- nahmen. Die Landung erfolgte glatt. Auf dem gleichen Fsligpiatze begann ßcftmi Hans Grade mit dein Unterricht seiner beiden ersten Schüler.

Das G0 rb0 it B e n il e tt-Rernt en.ber Süf t c wirb, wie in einer Borstandssitzung des. Amerikanischen Aeroklubs beschlossen wurde, von St. Louis ans Ende Oktober, abgehalten werden. Das amerikanische Ausschei- duugsrennen wird am 1 7. September von Indianvpvlis aus stattfiubeu. Der vorjährige Sicgep Mix wird auch für den Fall, daß er in dem Ausscheibungsrennen keinen Platz erhält, als einer der drei amerikanischen Vertreter an dem Bennett Rennen teilnehmen.

P ar i s, 10. März. R0ugier stieg geslcru nachmittag in Mouaev aus, erreichte, über das Meer hinweg setzend, das Kap Martin, über dem er wendete. Er erhob sich dann bis zu 1000 Meter Höhe und landete nach 29 Minuten wieder auf dem Hasenkai von Monaco.

veernischter.

* Der letzte Türmer am Rhein. Aus Marnz wird dein B. T. geschrieben: .In den nächsten Tagen wird der letzte Türmer am ganzen Rhein vers ch w i n b e 11. Die StadtveroibnetenversanmNnng,iu Mainz Hal nämlich be schlossen, den Step h an s t u r m alsWehrschausiatiou" aufzugebcn. Der Stephanstürmcr wird demgemäß seine hohe Turmivohnung verlassen. Sein HauptgcschÜst, bei einem ausbrechenden Brande die große Lturmglocke zu läuten, wird für die Folge durch die Polizei mit einen elektrischen .Leitung erfolgen. Der allen Rheinreisenden bekannte Mainzer Stephausturm spielte während der Re- volutiouskriege vei den zahlreichen Belagerungen von Mainz als Beobachtungsturm eine große Rolle. Aber anch im bürgerlichen Leben hatte er eine eigentümliche Bedeutung. In der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, als die H 0 ch z e i t s r e i s c 11 immer mehr Mode wurden, mieteten sich solche Paare, die nicht hinreichende Mittel für eine Hochzeitsreise hatten, aber gern als abwesend von Mainz gelten wollten, bei dem Stcphanstürmer ein Zimmer, das sie dann mehrere Wochen hindurch nicht verließen. Dem Türmer, der absolutes Stillschlveigen über die Gäste beo­bachten mußte, erwuchs durch dieses Zimuterveruncleu eine bedeutende Neb'eneinnahme. Dieses sonderbare,Flitter- wochenhcim" hat Simrock in seinen Rheingeschichlcn ver­herrlicht. t

Der P f a r v e r von G r ü n w e t t e r s b a ch a 1 s Pr 0 p H e t. Unter dieser Spitzmarke hatten wir in Nr.-10 unseres Blattes mit vielen anderen Zeitungen eine lA'vliz des Mainzer Tageblattes wiedergegeben, nach der der katholische Geistliche von G'bach in einer Predigt gesagt haben sollte, das; ihm Gott in einem Träum drei Lästerer des Ortes gezeigt habe, die wegen ihres Lebenswandels einein scharfen Gottesgericht verfallen würden. Wie nun das Mainzer Journal mitteilt, ist in Grünwettersbach kein katholischer, sondern ein protestantischer Pfarrer, da die Gemeinde fast ganz protestantisch ist. Die Seelsorge der dortigen Katholiken besorgt der Nachbarpfarrer Dr. Brom mer in Bnsenbach, A. Ettlingen Co oben). Au Silvester hat er aber überhaupt nicht gepredigt und weder in der Predigt am Neujahrstag noch auch sonst bei irgend welcher Veranlassung im Sinne der Zeitungsnotiz gesprochen.

* Der Verband der Kriegsfreiwilligen u 18 7 0/71 feiert am 22. März d. I. in Berlin fein 11. Iah? fest. Ferner wird er Mitte August d. I. 'eine 7. Wanderecrjcimm (ung in Bingen abhalieu, von wo bann bic Slamciabcn nad- den durch den Krieg geweihicu Ställen loetterpil.gern wollen, um an den in Metz geplcmien Eiimicruugsseiern tciljunchmen. Tcu Verbaiid zählt gegen 1500 Mitglieder. Außc-e Den Iuhresfesteii unb den Wanberveiiamnilungeii Dienen Die vierteljährlich er fcheinendenDlutcilungen des Verbandes Der Kricgsfreiwilligeii von 1870/71" dazu, die Piilglieder in nähere Beziehungen zu bringen unb btc Erinnerung an die große Zeit von 1870 unter ihnen lebendig zu erhalten.

k.-k. EI) e m i s d) e r W a 1 b. Ini K 0 stn 0 shandlveis er, der seit einiger Zeit auch itber interessante einfache Versuche berichtet, schreibt Dr. P. Msaz hierüber Eine ganz e-gen- artige, äußerst interessante Vegetation durch Einwirkung verschiedener Chemikalien aufeinander kann man sich auf folgende Weise Herstellen. Man bedeckt den Boden eines klaren, weißen Glases (am besten Becherglas, mit einer ca fingerdicken Schicht reinen Sandes, den mau vorher ausgewaschen und wieder gctroctncl hat und drückt Schicht ein wenig fest, jedoch fo, daß sie noch etwas Lust enthält. Darüber ftrciit man feine und gröbere Kristalle von einfack; chrornfaurern Kali und einige Kristalle ver­schiedener Größe von reinem Eisen und Kupsersulfat. lieber das Ganze gießt man vorsichtig, um den Sand nicht auf zurühren, verdünntes Wasserglas. Bald beginnt ein über­raschender scheinbarer Pslanzenwuchs sich von den Kristallen aus zu entwickeln, der je nach der verschiedenen Größe der Kristalle und der Verdünnung des Wasserglases vor- fd)leben mannigfaltig ist. Dian sieht grüne, blaue und braune baumartige Gebilde mit gewundenen Aesten und Zweigen, nnd betrachtet man das Schauspiel durch eine

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lieber das Vermögen des Kaufmanns Karl

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Lnpc, so glaubt man sich in einen Marchenwalb versetzt. Bedingung ist, daß das Glas an einem vollständig ruhigen Orte stehl. Hat man denWald" wochenlang stehen ge­lassen, so kann man vorsichtig hie Flüssigkeit ab gieß en oder absaugen, um dann die Gebilde näher chemisch und mikroskopisch zu untersuchen. Es ist ein allerliebster che­mischer Scherz, den id) jedermann empfehlen kann. Viel leicht gelingt cs aud), dieses eigenartige chemische WachS- titni photographisch zn sirteren

In den Entwicklimgsjahren beginnen Knaben unb Mädche.' oit so schnell unb stark zu wachsen, daß bic aufs äußerste in An sprach genommenen SlÖrpevttäiic bringend einer vermehrten Nab limgszu'iihr in Form eines Stärkmigsmittel-. bedürfen. Nichts i'l hiev mehr am Platze als Die altbcivahrte Scotts Emulsion.

treotte Cnnullton mirb von u;ie au»)dJuctjliit uu tliuiiC.. ocrtauiL uuo rite lo|c nacb lÄcwichi oder Wla|j, lonbern mir tu ueiiteyelteu OrtgtnalflalLc > In Sfaiton mit umevei Lchuvmarkr itiUdjex mit öeiu Dvr>ch> Lcou u. Äowne, ü>- 0 £> . ßrantfuri a. '6)1

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Höchste Temperatur am 8, bis U. Biärz

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Schneider zu S e l i g e n st a d t wurde am 26. Febr. das Kon­kursverfahren eröffnet. Zum Konkursverwalter wurde Rechtsanwalt S. Löb zu Seligenstadt ernannt. Tie Anmeldefrist lauft bU 30. Marz 1910. -- lieber bas Vermögen ber Eharlotte Sprech- m an n, Ehefrau des Kaufmannes Ionas Sprechmann in Mainz, Inhaberin ber Firma ((har(ottc Sprechmaiw daselbst, wiirde am 1. 'März das Konkursverfahren eröffnet. Bücherrevisor N eid- 11 n g c r in Blainz wurde zum Koul'uisverwaller ernannt. Konkurs- forberungen finb dis zum 1. April bei Dem Amtsgericht Mainz an­zumelden. lieber bas Vermögen des Schuhmachers Jakob Späth und feiner Ehefrau 'Margarethe, geb. Gerstenfchläger tu Rodau, ist am 1. 'März bn5 Konkursverfahren eröffnet worben. Rechts­anwalt Dr. Eckhard in Reinheim ist zum Kontnrsverwalter er­nannt worben. Konkursforderungen sind bis zum 20. März bei dem Amtsgericht Reinheim anzrnnelben.

Die deutschen A f 1 1 c 11 g e f e I l f d) a f t e h im Jahr e 1909. Nack) den Ermittelungen des Kaiserlichen S-tattstisd)cn Amtes auf Gründ der Bekanntmachungen bei Gerichte imRcichsanzeiger" ivnrbcn im Jahre 1909 179 Gesellschaften mit einem nominellen Aktienkapital von 230,8 Millionen Marl neu gegründet, gegenüber 151 Gc sellschaften mit 162,5 Mill. Mark im Jahre 1908. Die Gründungstütigkoit des vergangenen Jahres ist somit er­heblich stärker gewesen als im Jahre 1908. Von den 179 neuen Gesellschaften des Jahres 1909 wurden 73 Gesell­schaften mit 93,1 Millionen Mark Aktienkapital unter Ein­bringung bestehender llntcrnchniuugen gegründet; für bic S ad) ein lagen mürben hierbei 72,3 Millionen Mark in Aktien gewährt. Im Jahre 1908 war bie llmmanbiung bestehenber Unternehmungen in Aktiengesellschaften wie bie gesamte Grnnbnngstätigkctt geringer gewesen ; es waren int Wege ber Unnuanblurtß 72 Geseklschastcn mit 82,0 Millionen Mark Nominalkapital gegrüiibet.

Vücherlifch.

Chainiss0s Werk c. Auf Grund Der Hcinpclsckien Ausgabe neu herausgegeben, mit Bwgraphic, Einleitungen unb sJ(umerTungcn versehen bon Max Sobow Goldene Klafsiler- Bibliothcl, Deutsches Vcrlagshaus Bong 11. Eo., Berlin W. 57. Max Subow hol btefc billige nnb vorttesslichc Ausgabe sämt­licher Werke Abolbcrt bon Ebamissos mit großer Liebe unb Sacki- kcnutnis besorgt: in einem sehr .umfangreichen Lebcitsbilb schil- bert er fesselnd bic seltsamen Schicksale bcs iuimbcvlid)cn Manuel unb kommentiert bic Werke selbst bnrck; Einleitungen unb An­merkungen. Einband, Papier unb Druck sind non jener Ge» biegeubeit, bic mir an ben Ausgaben berGoldenen Klassiker- Bibliothek" schätzen. 1

lonjlifte ) "°ch im Gi daß die bi teügen uu 'chen flieg- daraus he; Sitien in; gleich d ytSuijite Sribatt Mumm

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Limburg <1. ö. Lahn, 9. Biärz. F ruck) Inrarkt. Turck)- sdinittSpreis pro Bialter. Roter Weizen inasiauischer) 18,30 Vil., weißer Weizen (angebaute Fremdsorten) 17,90 Bll'., Korn 12,00 Mk., Gerste: Futtergerslc 0,00 Ail., Brauacrstc 00,00 Mk., Hafer 7.65 Ml., (yrbleit o,00 Karlofselii 0,00-0,00 Bit.

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