Ausgabe 
11.4.1910 Zweites Blatt
 
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Tode gehörte er.dem Kirchen- und Schulvorstande aii; auch war er lange Jahre Mitglied des Gciueinberats^ bis er eine Wiederwahl ablchnte. Im Auftrag des KirchenvorstanbeS und Schulvorstandes legte Pfarrer Schulte-Groß-Linden mit einem warmen Nachruf einen K ranz am Grabe nieder.

K. Großen-"Lind en, 9. April. Ein recht inter­essantes Bauwert läßt unsere mit der Zeit fortschreirende .Gemeindeverwaltung aufführen, das einen doppelten Zweck erfüllen soll. In dem Gebäilde werden zu ebener Erde zwei geräumige Backstuben mit je einem modernen Back­ofen zur Benützung für die Gemeindemitglieder eingerichtet, während in einem darüber geplanten Stockwert die Ein­richtung eines Boltsbades mit vier Wannen- und sechs Brausebädern für Männer und Frauen Unterkunft findet. Ten Plan zu dem Gebäude haben die Architekten Zipp und Fischer in Gießen entworfen. Es ist dabei Vorsorge ge­troffen, daß später unmittelbar im Anschluß daran im Freien ein Schwimmbassin errichtet werden kann, besten Benutzung allerdings nur für die gute Jahreszeit gedacht ist. Vom gesundheitlichen Standpunkt ist die zu schaffende Badeangelegenheit in unserer Gemeinde gewiß freudig zu be­grüßen. Mit dem Bauwerr wird in den nächsten Tagen begonnen werden. Unser 2000 Einwohner zählendes Städt­chen wird nach Fertigstellung der Badeanstalt unter den gleich großen £rtcn in Hessen und auch wohl weit darüber hinaus die erste Gemeinde sein, die ihren Bewohnern eine hei jeder Witterung benutzbare Badegelegenheit zur Ver­fügung stellt.

? Hungen, 10. April. Ein fetter Prozeß, der schon jahrelang zwischen zwei hiesigen Einwohnern geführt wird und bereits einige tausend Mark gekostet hat, fand gestern sein Ende. Es handelte sich um die Ein- und Ausfahrt zu den betreffenden Hofreiten, die bisher auf einem Wege aus- gefübrt wurden. Nachdem im Laufe der Jahre 16 Termine stattgefunden hatten, würben im gestrigen Schlußtermin nach nochmaliger gerichtlicher Inaugenscheinnahme der Sachlage ein Vergleich herbeigeführt, durch den beide Teile ihre früheren Ein- und Ausfahrtsrechte wieder erhalten wie bisher.

+ Wallenrod, 10. April. Unter reger Beteiligung wurde der seitherige Beigeordnete Knipp einstimmig wiedergeivählt.

-s- Rixfeld, 10. April. Ter Neubau unsere^ Schulhauses schreitet seiner Vollendung entgegen. Er ent­hüll 2 Sale und 2 Lehrerwohnungen, die mit dem 1. Oktober d. Js. bezogen werden sollen. Die Kosten des Baues lverden sich auf etwa 40 000 Mk. stellen. Die Schule erhält mit dem gen. Zeitpunkt den 2. Lehrer. Das alte Schul Haus wurde an Gemeinderechner Büuscher zum Preise von 6000 Mk. verkauft.

X Unter-S eh mitten, 9. 9(priL Ein hiesiger Bürger, der wöchentlich einmal das Hesi. Errang. Sonntagsblatt unter die Abonnenten austrägt, hatte einige Male seinen n o ch nicht 12 Jahre alten Sohn mit diesem Geschäft betraut. Er erhielt deshalb laut Gesetz einen Strafzettel von 2 Mk. 15 Pfg. Gesetzlich ist dies berechtigt; aber es liegt doch die Frage nahe, ob die gesetzliche Bestimmung, auf diese ganz geringfügige Arbeit angewandt, nicht eine Härte enthalt.

X Kohden, 9. April. Wie in anderen Gemeinden bereits durchgeführt oder geplant, wird auch in unserer Ge­meinde der Plan einer Feldbereinigung ins Auge gefaßt.

! Ulrichstein, 10. April. Vom 8. auf 9. April näch­tigten die zwei von Hersfeld bntmenben H a n bw cr k s b u v s ch e n Johannes Ei'et und Wilhelm Schmidt in der an der Chaussee zwischen dem Wiesenhof und der Poppenstrnt in der Gemärtung Jewtrücken stehenden Bauhütte des Steinklopfmaschinenbesitzers Heinrich Müller XI. ans Rudingshain Sie waren durch ein Fenster, das sie eingedrückt hatten, in die Hütte gestiegen. Sie erbrochen zwei Kisten, die mit Werkzeug und- Sprengmatemal gefüllt warm, fanden darin jedoch nur 1,20 Mark an Bargeld. ® um 5 Uhr m.-rg.-ns ein Heizer nach der Hütte kam, machten sie sich aus dem Staube, wurden jedoch von Gendarm Kessel aus Ulrichstein, der telephonisch' benachrichtigt worden mar, zwischen Kohden und Unter-Schmitten eingcholt und dem Amtsgericht Nidda vorgcfül, rt. Als beim Abgang des Schnees drei Pferde des Pächters Bohle auf dem Selgenhof bei Ulrichstein durch einen vom Schneewasser angeschwollcnen Bach geführt werben mußten, stolperte eines daran unb kam z u Fall. Tas Tier bannte nicht wieder ans die Beine gebracht werden und ertrank.

r. Butzbach, 9. April. Seit gestern befindet sich auf dem Viehmarkt eine sehenswerte Riesen- S a lfisch Ausstellung. Tas ausgestellte Tier, ein Finnwal, hat eine Länge von 22,25 Meter, eine Höhe von 3,50 Meter und das stattliche Gewicht von 20000 Pfund. Mit zwei Harpunenschüsfen wurde er 1902 von dem Harpuneur Hans Barlin aus Tönnsberg erlegt. Die Harpunen stecken noch im Körper des Ungetüms. Eine große Zahl von Schulen aus der Umgegend besuchte heute die Ausstellung. Tie Stadtverwaltung hat zum ersten Mal eine .Strafen- Kehrmaschine angeschafft, die heute, blumeugeschmückt, ihre erste Fahrt durch die Straßen unserer Stadt znrück- gelegt hat.

-o. Mainz, 10. April. Einen tragikomischen Unfall hatten zwei hiesige Kriminatschittzleute in Uden­heim. Tie Schutzleute hatten dort die Milch zu unter- suchen, wpbei auf Gefälligkeiten seitens der Händler und Bauern nicht gerade zu rechnen ist. Ta eine größere An­zahl von Probeflaschen zu der nächsten Bahnstation zu bringen war, um nach Main; zur Untersuchung befördert zu werden, liehen sich die Schutzleute gegen Bezahlung die Rolle eines Milchhändlers und kutschierten der Bahn M. Kurz vor der Bahnstation macht der Weg eine Kurve und an dieser Stelle ging plötzlich das eine Rad aus der Achse, der Wagen fiel um und ein Schutzmann flog samt, den Flaschen, von denen nur einige ganz blieben, in weitem Bogen auf die Straße Ter Schutzmann erlitt nur einige Hautabschürfungen, fein Kollege unb der Eigentümer des Fuhrwerks tarnen mit dem Schrecken davon. Tie Splinte am Rad war offenbar von einem, der das Milchprobieren nichL leiben kann, entfernt worden.

Gießener Strafkammer.

)( Gießen, 8. April.

Wegen Wechselfälschung und Betrug stand bcc frühere Schweizer B. P. von Wieben unter Anklage. Der zuletzt in Frankfurt a. M» wohnhafte Angeklagte war einem in G r ost - K a r l> c n bediensteten Schweizer etwa 40 Mk schuldig Bei seiner Tätigkeit als Hausierer sprach er bei dem ^chwcizci in Groß-Karben vor, indem er bemerkte, er wolle die Schuld begleichen: bares Geld besitze er zwar nicht, dock) habe ihm die Firma, für die er tätig ist, einen Wechsel in Höhe von 105 Marl ausgestellt. Diesen bot er dem Schweizer an, mit dem Ersuchen ihm den Betrag von 65 Mk. auszuhäobigen, wodurch bann die Schuld beglichen fei. Alle Bedenken gegen die Echtheit des Wechsel-, wußte der Angeklagte so geschickt zu verscheuchen, daß ihm bei Schweizer ben Betrag gegeben hätte, wenn er im Besitz eines s. großen Barbetrags gewesen wäre. Er hatte aber nur 20 Mk. bic er dem Angeklagten gab. Tatsächlich war ber Angeklagte in­

zwischen von der Firma eicklassen worben und ein Oberschweizer auf bent Nonnenhof bei Ilbenstadt hatte ihn so lange beherbergt, bis sich eine Arbecksgelegenheit für ihn bot. Da der Angeklagte anderweit mit Wechseln manipuliert hatte unb sich auch in Burg- gräfenrobe einer Zechprellerei schulbig machte, erfolgte seine Ver­haftung, worauf er bic Fälschung zu gab. Der Angeklagte berief lick auf feine Notlage: bet Lieferant seiner Möbel habe biese wieder abholen lassen, ba er feinen Zahlungsverpflichtungen nicht Nachkommen konnte und er habe mit feiner Frau auf bet Straße gesessen. Ten Zcchbctrug bestreitet et, da er im Besitz eines Musterkossers gewesen sei, an bent sich bic Wirtin hätte schablos halten können. Tas letztere erwies sich als unwahr, wie er sich auch in manch anberer Beziehung herauszulügen versuchte. Seine vielen Vorstrafen wirkten strafcrschwetenb, so baß bas Gericht ihm 1 Fahr unb 6 Monate Zuchthaus zubiktierte, ihm bic bürger­lichen Ehrenrechte auf 5 Iahte aberkannte unb ihn zu 50 Mk. Gclbfttafe verurteilte. Da bie Geldstrafe uneinbringlich ist, würbe bic dafür erkannte Zuchthausstrafe durch die Untersuchungshaft für verbüßt erklärt unb ihm weiter ein Monat Untersuchungshaft angerechnet.

Ein Mietgeldschwiudler

batte sich in der Person des Sctmeidergesclleu K. M. von Schivcius- banpten (Bayern) wegen Betrugs zu perautnwrten. Der 26jal)rige Angeklagte kam für,; ub m dem Bürgermeister in Ziegen berg unb bot sieh als Tienüfnecbt an. Er ~gcib an, er habe bei ber Kavallerie gedient, verliehe gut mit dem Fuhrwerk timzugehen und sei schon enolgreid) m der L'anbwirtichait tätig gewesen. Ta bei Bürgermeister gerade einen solchen Mann nölig halte, einigten sie sich nut ein Jahr unb der Angeklagte versprach, am nächstfolgenden Tag den Dienst anzutreten, an ivelchem Taa ihm der Dienstherr auch bas Diietqelb zahlen wollte. Ter Anaellagte bat aber um das Gelb, bas ihm mich gleich behändigt wurde, ba er sich seine Kaviere noch verschaffen wollte, zu welchein Zweck er eine kleine Rede unternehmen müsse. Er war aber von ber Zeit an ver° s invaliden, bis seine Verhaftung erfolgte. Der Mielgeldschwinbel ist icme Spezialität. Er will zwar ben Dienst haben mitreten wollen; er sei aber in seiner Heimat von einem Gendarm ge­warnt worden foitziigehen, ba er ausgefchrieben sei. Das (Selb habe er nicht zurückgeschickt, ba bie Adresse des Dienstherrn ihm verloren gegangen sei. Auf diese Ausrede legte bas Gericht fein Gewicht und erkannte auf 6 Monate Gefängnis.

Berechtigte Sntereffen.

Ein hiesiaer Rechtsanwalt hatte am Schöffengericht bie Ver­teidigung eines von ber Ehefrau des Wächters R. in Trohe wegen Beleidigung Verklagten geführt. Sein Klient hatte ihm mitgeteilt, die Arau R. sei früher bei einem von hier verzogenen Arzt tätig gewesen, nut dem sie in unsittlichem Verkehr gestanden habe. Dieses brachte der Rechtsanwalt zur Sprache, unb er soll dabei bemerkt haben, eine solche Person könne nicht beleidigt werden, ober ihre (ihre sei nicht so hoch zu schätzen, wie bie eines anderen. Tie Frau R. erhob Privalklage gegen den Anwalt wegen Beleidigung, aber das Schöffengericht wendete ben § 193 an unb sprach ben Angeklagten frei, ba er berechtigte Interessen seines Klienten wahr- nehmen wollte. Die Klägerin verfolgte Berufung, ba ans dem Tone, m dem bie Aenßernng siel, zu entnehmen gewesen sei, daß eine beleidigende Absicht vorlag. In der Berufimgsiuslanz konnte die Aeiißeruug in ihrem Worllant nicht mit Sicherheit feitgestclll werben; wenn auch der Sinn derselbe »vor, baß die Klägerin feine einwandsfreie Person ist, so ist bie Aeußerung boch geraden in ber Absicht, berechtigte Interessen zu wahren, ßiun, mindesten ist das Gegenteil nicht erwiesen. Das Urteil wurde bestätigt.

(SertdMs^aal.

R.B. Darmstadt, S. April. Vor ter Straf kämm -r wurde heute bie s. Zt. ausgesetzte Verhandlung gegen zwei ans Seligenstadt ftamnieitbe Angeklagte, den 80 jährigen Rentner Karl Stenger I. und besten 42 Jahre alten Sohn, den Gastwirt Adam August Stenger wegen Vergehen gegen § 10 des Nah- rungsmittelgesetzes, sowie gegen bas Weingesetz von 1901, wecker- geführl. Tie Wcinsälschung wirb seitens ber Angeklagten bc- flritten. Außer einigen Zeugen warben fünf Sachverständige, die Chemiker Prof. Tr. Wellcr-Tarmstadt, Prof. Tr. Meierhöser- Mainz. W.irchänblcr Haak-Mainz unb Schulz-Darmstadt und der fcithcrige Weinlontrollcur Schmicktermeicr-Heppenhcim vernommen. Ter letztgenannte hatte im Sommer v. I. bei einer Kellerrevision verschiedene Wein proben nach der Kostprobe beanstandet, worauf die Untcr'uckung eingclcitet würde und bie Zuziehung bei" miberen Sachverständigen erfolgte. Tie Anklage ging bahin, baß beide Angeklagte gemeinschaftlich fortgesetzt während der letzten Jähre zwecks Täuschung im Handel unb Verkehr, Wein burch Aufguß von Zuckerwäifer (auf Trester unb unzulässig starken Zuckcrzusatz zum Wein, sogenamckes Ueberstrecken, verfälscht hätten. Durch einen Küfer wurde aus dem Jahre 1905 bic Herstellung von Tresterwein bestätigt, ein anderer Küfer hatte int Jahre 1908 die Wahrnehmung beabsichtigter ]d)r starker Zuckervcrwenbnng gemacht. Ter An- geckagte Ltenger Vater betreibt das eigentlich?. Weingeschäft, bie damit verbundene Gastwirtschaft and Metzgerei hat er 1902 an den Sohn abgegeben, der auch Weinhand et treibt und feinem Vater bei ber Herstellung von Wein zu helfen pflegt. GerichtS- asfrssor Grus beantragte gegen jeden Angeklagten in anbetracht der feir guten Vermögenslage 1500 Mark Geldstrafe, ber Verteidiger Justizrat Hallwacks plädierte auf Freisprechung. Tas Urteil lautete für jeden Angeklagten auf 15 00 Mark Geldstrafe, sowie Einziehung der beschlagnahmten 9 Fässer Wein.

[] Marburg, 8. April. Tie S t r a f f a in m e r verurteilte einen Fabrikanten, der seine Fabrikate mit einer miberen, gesetzlich geschützten Bezeichnung augepriesen hatte, zu 3'i0 Mk. Geldstrafe und zur Zahlung von 300 Mk. an ben geschä­digten Fabrikanten. Ferner wurde ein früherer Haltestellen- Vorsteher in Herzhausen wegen Gefährdung eines Eisen­bahn-Transportes zu 50 Mk. Geldstrafe verurteilt. Ihm wurde zur Last gelegt, am 1. Juli v. I. zu Herzhausen durch llu- achlsrnukeit ben Zuiammenstoß zweier Züge verschuldet zu haben.

Berlin, 8. 'April. In dein Prozeß gegen den ehemaligen Prokuristen der Firma Arthur Koppel, Fritz Klug, würbe ber Angeklagte wegen Betrugs und Urkundenfälschung zu ' ü ns Ja l) reu Gefängnis und fünf Jcchren Ehrverlust unter Anrechnung von einem Jahr unb brei Monaten auf bic Unter» iuchungshaft verurteilt.

Wandern und Reifen.

* Der Vogelsberger Höheu » E1 ub, Zweig­verein Gießen, hat für die Zeit vom 1. April 1910 bis 31. März 1911 folgenden Wauderplan QufgefteUt. Sonntag ben 17. April: Freienseen Seenbachtal Peters­hainer Hof Ulrichstein Ruppertenrod Mücke. 6l/2 Stun­den. Sonntag den 8. Mai: CölbeStirnhelleE h r i sten - berg Welter. 6 Stunden. Sonntag ben 5. Juni: Laubacher !'3alb Jägerhaus Götzen Rudingshain Lanbgrafenborn Geiielstein Taitfstein HoHerodskopf Schotten. 67. Stunden. Sonntag ben 2 6. Juni: Picknick int Haugel - it e i n. Sonntag den 3. I u l i: H o h e r o d s k o p f f e st. Sonn­tag den 17. I ti l i: G e l n h a n s en BreitenboruTiergarten Hübingen (Rundgang um Bübingen). 57, Stunden. Samstag den 2 3. Juli: Nachltour auf den Dünsberg. Sonntag den 1 4. 21 u g u st: -Marburg SudTantniühleRimbergBuchenau Katzenbach B i eZ> e n k o p f. 6 Stunden. Samstag den 3. unb Sonntag ben 4. September 17,tägige Wanberung: Ems Marksbiirg - BraubachRhcmfahrt nach Stolzeiüels Koblenz. Sonntag ben 11. September: MerkenfritzSecuienbach oaitinannsliaiuHerchenhainer Höhe - BurgSchwarzbachtal ö o d) w a ( b ö a u f e n. 6 Stunden. Sonntag ben 9. Oktober: '.KälbcrshausenAbspannJägcrtalRomrob 2( (5 f c l b (Ge- mntaiiSflug des V H. E.) 5 Stunden. Sonntag ben 6. 9lo° > c m b e r: Stodhmifcn (Lahn) NiebershausenMerenberg

Weilburg. 5 Stunden. Sonntag ben 4. Dezember: iatzensurt Greifental Bcilsieiu erbor n. 4'/, Stunden. Sonntag ben 8. Iauuar: GladenbachHeinrich Dünsberg Bieber, o Stunden. Sonntag den ö. Februar: Rod- eimBubenrodAltenbergBlasbad) Wetzlar. 47, Stunden. Sonntag den 12. A! ärz: AnnerodAlbachEttingshausen Hessenbrückev Hammer Laubach. 5 StunDciu

Luftschiffahrt.

Tas Luftschiff tm Verkehr.

In dem Februar-Heft derMitteilungen des Frankfurter Tczirksvcrcins Teutscher Ingenieure" veröffentlicht Zivilingcnieiu A. Bauschlick?er (Frankfurt a. M.) eine interessante Abhandlung über bic Wirtschaftlichkeit nnb v er tchrS technische 'S Deutung von Luftfahrzeugen. Ter Verfasser stellt fest, daß baS starre Luftschiff die 3 fache, die Flngmaschine bic 12 fache Kraft eines Antos bedarf, ufft dieselbe Last eilte gleichlange Wegstrecke zu befördern. Und da der Kraftbedarf eines Autos im Verhältnis 25 mal fo groß ist wie ber eines Eisenbahnzuges, so ist die Wirtschaftlichkeit einer Beförderung durch Luftfahrzeuge so gut feie ausgeschlossen. Die billigste Beförberung ist bie durch ben Ozean-Frachtdampfer, sie erfordert für den Tonncn-Kilometer nur 0,012 Pferdestärken: an zweiter Stelle kommt das Flußschlcppschiff, es erfordert für die gleiche Leistung 0,014 Pferdestärken. Es folgen i)?r Ozean-SckMell- dampfer mit 0,014 Pferdestärken, ber Eifenbahn-Güterzng mit 0,02 Pferdestärken, ber Molor-Lastivagcn mit 0,5 Pferdestärken, das starre Luftschiff mit 1,65 Pferdestärken, die Flug maschine mit 6,25 Pferdestärken. Luftschiffe und Flngmaschinen werden daher für den Verkehr nur da in Frage kommen, wo die Beförderungs-. kosten anderen Gesichtspunkten gegenüber in den Hiickergrund treten, so z. B. wenn es. sich um die Ueberwindnng von Strecken handE, Tür bic Eisenbahnen noch nicht vorhanden sind oder ans irgend einem Grunde überhaupt nicht gebaut werden können. NeuerdrngZ gibt das Quch die Zeppelinsche Luftschiffahrts-Gesellfchaft zu.

Kleine Tageschronik.

An der S a nt a r i t c r f i r d) c im Osten Berlins wur­den die drei großen, den Altarraum abschließenden Fen­ster, darunter das vom Kcckserpaar gestiftete, anscheinend von böswilliger Hand befchüdigt. Aus dem Mlltel- fenster wurde die Widmung heransgestoßen.

Ter kürzlich in Münd) en verstorbene Rentier Sack ver­machte ber ©labt München über eine Million Mark zugunsten bcs Vereins für Mutterschutz.

Die Sternwarte von K a p st a b t beobachtete den H a l l e y - s d; en Kometen am Freitag zum erstenmal seit seinem Vorüber­gang vor der Sonne.

Das New°Porker Einwanberungsauck sucht ben in ben letzten Tagen hier angefommenen Hauptmann von Köpenick, um ihn auszuweifen.

Spidplan öer vereinigten frankfurter Stadttheater.

Goernhaus.

Montag ben 11. April, abends 71/, Uhr:Ter Waffenschmied." Dienstag ben 12. April"):Cavalleria rnsticana. Hierauf:Ter Bajazzo." Mittwoch ben 13. April, abends 71/, Uhr:Tie ge- id)iebene Frau." Donnerstag ben 14. April:Der Evangeli- mnnn." Freitag den 15. April, abends 7'/. Uhr:Fidelio." Samstag den 16. April:Ton Inan." Sonntag ben 17. April, abends 6 Uhr:Die Meistersinger von Nürnberg." Äiontag den 18 April, abends 7,8 Uhr:Die gejdjieöcne Fran." Dienstag 19. April:Tiefland." Mittwoch den 20. April geschlossen.

Schauspielhaus.

Montag ben 11. April*):Ein Wintermärchen." Dienstag den 12. April:Niniche " Alittwoch ben 13. April:Die schone Mirjam." Hierauf:Heiße Liebe." Zum Sd)lnß:Ter schlechte Ruf." Donnerstag ben 14. -April, abends 71/, Uhr:Wenn der junge Wein blüht." Freitag ben 15. April:Götz von Berlichingen." Samstag ben 16. April:Niniche." Sonntag ben 17. April, nach­mittags 3'/., Uhr:Die Nabensteinerin." Abenbs7Uhr:Heimat." Hierauf:Ter sd)led;te Ruf." Aioutag ben 18. April:Hans Lange." Dienstag ben 19. April:Die schone Mirjam." Hierauf:Heiße Liebe."Der schlechte Ruf." Zum Schluß:Der Arzt feiner Ehre." Mittwoch ben 20. April:Johminissener." Hieraus:Ter 2lrzt seiner Ehre."

*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.

Meteorologische veobüchtungen der Station Siegen.

April

1910

Barometer ans 0° reduziert

Temperatur der Luft

sZlbsolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Wind­richtung

Windstärke

(ßr-ib btt tieioBIhung in gehnrel öer sichld. tzlmmelsfl.

Wetter

10.

2,6

747,9

3,4

39

NNW

4

4

10.

9'°

750,0

4-4,7

4,7

73

NE

2

0

11.

7"

750,6

0,8

3,6

83

WNW

-*

0

1 1

ochste Temperatur

tut 9.

1 : bis 10. April

-H 9,5 6 0.

Niedrigste , 9. 10. = Z- 1,6 °C.

Telefonische Kursber-öchte

des .Giesseuei Anzeigers, mitgeteilt von der . Bank für . Handel und Industrie^Oiessen.

Frankfurter Börse, 9. April, 1.1» Uhr.

3"Zn Reichsanleihe .i;x. 93-50 3°'n - « do. 84.60

37,°/a Konsols 93,50

3"' do. b4.65

3'/,7y Hessen sr. 5.---

3l/3uln Oberhessen »9180 4°, Oesterr. Goldrente .3C-. 100.10 475°/n Oesterr. Silberrente ? 99.00 4° 0 Ungar. Goldrente 95,50 4° 0 Italien. Rente . .

3°;0 Portugiesen Serie I . 65.65 3° 0 Portugiesen III . 66.50 47,70 russ. Staatsanl. 1905 100.30 4japau. Staatsanleihe 98.40 4°/e Conv.Türken von 1903 94.60 Türkenlose . ... x. 1178.80 47O Griech. Monopol-Ank A 49.19 4°/0 iiasserc Argentinier X 91.30 3% Mexikaner i. 69.80

4l/2% Chinesen . -s^7 99.95

Aktien r/v-tJ

Bochum Guss .... -s'v -37.60

Buderus E. 110.00

Tendenz: schwach.

Elektriz. Lahnicyer .T.T. 111.70 Elcktriz. Sehuekert . : 147.90

Eschweiier Bergwerk . *1, 201.50 Gelsenkirchen Bergwerk . -Ob30 Hainburg-Amerik. Pak eck. 140.20 Harpener Bergwerk.*.,,. 198.10 Laurahüttc . . . < . 172.50

Noidd. Lloyd .? . . . -. 103.60 Oberschles. Eisen-Industrie 96.80 Berliner Ilaudelsges. t, . 176.25 Darmstädter Bank «.>. . 133.50 Deutsche Bank . . . 250.50

Deutsch-Asiat. Bank . 155.00

Diskonto-Kommandit ., . 188.00 Dresdner Bank . . . 158 :>0

Kreditaktien . . .x . >. 208.00 Baltimore- und

Eisenbahn "2 110.40

Gotthardbahn-. -

Lombard. Eisenbahn .s.». 21.30 Oesterr. Staatsbahn 160.50 Prince: Henri-Eisenbahn F. 135.00

Berliner Börse,

Cauada E. B......184.00

Darmstädter Bank ... . . 133.00

Deutsche Bank . .-.-.250.10

Dortmunder-Union C.e. v. 93.10

Dresdner Bank . .^. . 158.60 Tendenz: schwach

9, April. Aifai<s cicsj.

Harpeuer Bergwerk i . 198.20

Laurahütte . . . . t. t . 172.20

Lombarden E. B. .. - .5.^. 21.10 Nordd. Lloyd103.20 Türkenluse .

Fabrikant: Augast Jacobi, Darmstadt.

Verkaufs­stellen durch dieses Plakat kenntlich.

(Dependance

kl. Anstalt Speziel­le Gesellsrh. -Räume, i. Liegehalle. Kühler

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